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Schlüchterner Zeitung

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Kreisblatt

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Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

«r. 58

Dienstag, 16. Mai 1922

74. Jahrgang

Zum hundertjährigen Bestehen des Areifes Schlüchtern.

Von Rektor G. Maldfeld zu Sitesttau.

III. Me Verhältnisse im Kreise zur Kurhtsksche« Jett bis zum Jahre 1866.

(Fortsetzung.)

7. Das Finanzwesen

Durch die Verordnung vom 29. Juni 1821 hetr. die Umbl&sng der bisherigen Staatsverwaltung war auch das Finanzwesen neu geregelt worden.

An seine Spitze wurde das Finanzministerium zu Kassel gefielst, dem die höhere Leitung des ganzen Steuerwesens, Ia Domanial-, Forst- und Regalieaverwaltuag s-wie die Obnausstcht über das gesamte Staatskassen- und Rechn«»gs weseu oblag.

In scher Provinz wurde sodann eine Finanzkammer eingerichtet, deren Geschäftskreis

1 die Beraulagung und Erhebung aller direkten Steuern, desgleichen die Aufstellung, Einrichtung und Erhaltung der Steuerkataster und Flurkarten;

. 2. die Aufsicht über das Accise, Lizent-, AoL- und Stempelwesen;

3. die Verwaltung des Domanial-Elgenrumr sowohl an Gütern mit deren Gerechtsamen, einschließlich der dazu -chöri-en Fronde«, als auch an Zinsen, Zehnten und anderen DomanialgefäHen;

4. die Leitung der Erhebung und Berechnung alles Geld Einkommens von den Forsten, Jagden und Fischereien, die außelmdeurUchen Holzverwilligunge« unter Beobachtung teS Betriebspläne«, die Aufsicht über die LerLrlvrng und Ltttchrmrig der Holz«agazi«e sowie die sinanzielle Behandlung »er RoHsmhe«;

5. die Aufsicht über die Küssenverwaltung aller der Rammet untergebenen Rechnung-führer in 'er Provinz und Me» Dienstbürgschaft sowie die Abhörnng chrer Rechnungen ää die Einsendnsg des Duplikats der abgehörten Jahres - rechnung der Kammerkaffe an die Generalkontrolle, und

6. der Vorschlag zur Stellenbesetzung in ihrem Geschäfts- bereite und die DiSz'pli» über die darin ««gestellte» Beamten umfaßte.

Kür die direkte» Steuern sollten ferner in jeder Provinz mehrere Stenerkommiffarien angestellt werden. I« der Provinz Hanau jedoch wurden die vorhandenen Stener- schreiber einstweilen beib-halte». Die SzeuerkoulRiffarien Hotten für ihren Amtsbezirk das Ab- und Zuschreiben in der Steuerkatasteru, die Feststellung der Gewerbe- und Bi«h- steser, die Aufstellung der Heberollen für die Grund, Exemtea- und anderen Steuer» usw. zu Morgen

' Für die Erhebung der Stenern und Abgabe» selbst waren Rentmeister bestellt. Diese« lag die Empfangnahme

1. der direkten Steuern,

2. der Domanial-Ziase« und -Gefalle aller Art,

3. de» bat*n Forst-, Jagd- und Fischereiaufkommeus mit Einschluß der Bußen,

4. der Justiz-,^ Fiuanz- und anderen Spsrtel«,

5. der Zivil-, Polizei- und anderen (Selbstlosen,

6. der indirekten Abgaben, wenn keine besouderen Beamten dafür vorhanden waren, und

7. derjenige« Abgaben, welche zwar nicht in die Ä:asir- kassm st-ssen, deren Erhebung ihnen aber ausdrücklich aufgetragen wurde, ob.

Zu der Erhebung der direkten Steuern wurden sie in dw Landgemeinden durch die OrtSerheber u»d in den Städten dnrch die Stadtrezeptoren unterstützt. Diese bkwirtten b!e Erhebung »ach des vom Steuerkommissar oder Kreuer» schreiber «ufgestellten, durch den Rentmeister ihnen |ige» mtigte« Heberollen und lieferten an den festgesetzten Tage» «iner jeden Monats die erhobenen Steuerbeträge an den diertmeister ab.

Die Rentmeister hatten auch außer ihren Kassengeschäft«« "ch die ihnen von der Finanzkammer besonders aufgetrageuen ^'schäfte bei Domänenverwaltung zu verrichte«.

Die regelmäßig mouatlich stattzusindenden wie auch die außerordentlichen Revisionen der Reatereien lag den jeder Fi«a»zkammer beigegebenen vier Kaffeakoutrolleureu ob.

Im Jahre 1821 bestanden folgende Rentereien in unserem KreiSgebiete:

1 - Stein«» für dir Aemter Schlüchtern und Steinau (Rentmeister Joh. Georg Wettzel);

Schwarzenfels für das Amt Schwarzenfels (AeMmtister Amtgrat Rudolf W. Dancker);

Talmünster für das Amt Salmüuster (Rentmeister Amtüvogt Joh Andreas Höste zu Sannerz), und Altengranau für die Aemter Alteagroau, Ramholz und Brandeustein (Reutmrtster Amtmann Mühlhause).

Durch die Verordnung vom 28. November 1821 aber 1 Mben die Geschäft-bezirke der Rentereien neu abgegrenzt. '

Danach sollten vom 1. Jauuar 1822 in unsere« Stetige, biete folgende Rentereien bestehen:

1 Steinan für die Aemter Steinau und Kchtüchter»,

2 Echwarzrvftl» für das Amt Tchwarz^nsel« und

3 . Salmünfter für das Amt Salmüuster

Durch die Verorbsuug vom 3. Mai 1834, die Bsetiii- fachung des Ataarskästen- und RechnurgSweftn« bete., wurden die Restereir« vom 1. Juni best Jahre« ab ix unmittelbare Berbindng mit der HanpsitaatSkasi« gefetzt. Weiter warbt durch die BerordMlUg vom 17. Mai 1834 vom 1. Juli deSs. Jahres ab die Verwattxag der direkte« Stenern von den Finanzkammern zu Saffel und tzcmax auf ein Obersteuerkoileginm zu Saffel übertragen. Nach der Berordnung vom 31. Mai 1834 erhielt die Knauztammer zu Kaffel die Bezeichnung Ohrrsinauzkammer; die zu Hanau aber wurde in eine bloße FinanzdepUtatio« mrigefialret u»d jener untergeordnet.

Auch w»rde durch das Astschreibe« des N»L»zmi»isteri««- vom 12. J«»i 1834 die bisherige Resterei Gteinau, bei« Geschäftskreis sich über die beide« Aemter Stein«« «nd Schlüchtrr» erstreckte, in die zwei Rentrreibejirke GchWchter» und Steinau aeteilt und jenem die Orte des Amtes Schlüch- tern mit Ramholz und diesem die des AmteS Steina« zu- gewiesen.

Eine anderweitige Regelung der Verwaltung bei ^ütaxHÄ des Staates führte die Berord»«rg vom 11. Oktober 1850 herbei, wodurch u a. das Oöersteuerkollegiu« und die Oder- finanzkammer ausgehsbe», bete» Obliegenheiten dem Finanz- Ministerium zugnoiesen und die betreffeebc« ArvtssteLen und Behörden diesem unmittelbar unterreben wurde» Doch hob die Verordnung vom 3. April 1856 diese Müßnahme» wieder auf uxb tief die Oberfinanzkammer und bas Oberst««- kollrgi«« mit ihren früheren Ausgabe» »ud Fsattto»»«wieder

Im Jahre 1854 trennst man die sieben Orte Keskerg, NeuftaU, Nübenstein, R-Lsdorf, Srrrsd, Nerzesj ob illmbach »o dem Rmrtereibezlrke GalmÄ»ßer ab und sereiLigk' sie mit dem RtLtrrelberirkt Stetume.

Als Rentcreiheamtk werden gtaaoi:

I. im Renteretbezirke SteirrM:

1. Restmeistrr:

1822 Johann Georg Weitzel.

1834 Wilhelm Deuschle 113« Leo»hard Derubach.

1847 Wllhelm Selfiett,

1859 Heinrich Hartdege» ;

2. Fronschreiber:

1822 Wilhelm Teodor Dentzard,

1843 Konrad Bernhard Gelhaar (Mt 1147#; 3. Fruchtgegeyschließer:

1822 Georg Pauli zn Am (bis 1834) 4. SaxbbeteUet:

1822 Amtskomnuffar Karl Heinrich Audkolg Roseulhal (bis 182t);

». Steuerschreiber:

1822 Wilhelm Schick, 1830 Nikolass Lotz (bis 1838);

6. StudtrezcpLoren:

1822 Stadtrentmeister Gel Haar

1839 August Messet,

1845 Wilhelm Reiniug, 1850 Heinrich Grehling, 1855 N tolaus »eitzel;

H. im Renteretdezirke Ochfüchforn: 1. Rentmeister:

1814 JH. Georg Weitzel,

1840 Georg Jakob Karl Rabe; 2. Fruchtgegkuschlteßoe;

1884 Georg Pa»li zu ELvr (bis 1141); 3. Stadtrezeptoren:

1824 Ämdtreutmeistkr Ssies, 1833 N. Fischer, 1844 Philipp Li»S, 1854 Kaspar Beck, 1866 Joh. Feuerstein;

III. im Renteretbezirke KalmAnster: 1. Remm.ister:

1824 Andreas Hösie, 1845 Georg Paul Creß, 1851 Heiurich Grösser, 1855 Georg Löwer, 1860 Friedrich Emil KK- ; 2. Steukrschreiber:

1824 Skribent WteSler (bis 188t); 3. Landbereiter:

1841 Joh Solle (bis 1851) 4. Stadtrezeptoren: * zu Salmüuster: 1824 Nikolaus Auth, 1836 Georg Schmidt, 1859 Johann Friedrich zu Sode»;

b. zu Soda«:

1824 Jakob Eckard, 1856 Johaun Friedrich; IV. im Renteretbezirke Sch»«r,e,f»r-: 1. Rentmeister:

1824 Wtlh. Ludwig Beck,

1840 Joh ölffet,

1855 Reinhold Hörning, 1861 Het«rch'»a«r'(bt» 1865); - 2. Frondeschreiber:

1824 Heinrich Correus,

1831 Joh. Schmitt (bis 1847):

3. Fruchtgegenschließer:

1824 Joh Zchaer in Altengron« (bis 1830r). - Was die zu erhebende» Steuer» selbst aulaugt, so ««g 8« w< öenittk, sei», daß ma» früher bei »us in d^ Ham,tische mit Grund- und Gewerbesteuer» taexte.

^ als sich die Xusgade« des heifiche» Staates mehrten, wurde durch das Gesetz vom 31. Oktober 1833 eine E» komme»- oder Klasseusteu« einzeführt, dte aber nur »« demje»tge» Eiskomme» erhöbe» wurde, das «tchi schont« Gru»d- leb Gewerbesteuer unterlag, trab welcher

L da« Dieusteinkommen und die Wartegelder;

3. die Pensionn» und Gnadeugehälter;

3. die Kapitalrente«;

4. das ®lnb«m« an einer wisserschaftliche» oder anderen Beschäftigung;

5. daS Einkommen aus Güt«pacht»»gr« und s^ die Giundgesülle eib andere Äeal»«tzU»ge» a«den»orfe« waren. Sie betrug;

Stösse: von thtottMrl.Gt»k»m««»-

»81

bis

Sata:

Otteskolch«:

Taler

Tal«:

1

5001

5500

20

2

4001

SM

3

3001

4000

10

4

2501

3000

8

8

5

2001

2500

6

16

6

1751

2000

5

2*/'

7

1500

1750

4

9

8

1401

1500

4

2

9

1301

1400

3

12

10

1201

1300

3

11

1101

1200

2

18

12

1001

1100

12

13

901

1000

2

6

14

801

900

1

16

16

701

800

1

11

16

601

700

1

6

17

501

600

1

18

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500

19

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400

Meses

12

20

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8

21

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206

22

101

150

3

23

76

100

1*/.

24

51

75

1

jährliche

Das

. . . Einko»»«, das bei höchsten Kleffeusatz so« 5500 Taler« überstieg. Wurde mit ei«e« Zusatztala fstr je weitere 500 Taler besteuert.

Durch das Gesetz vom 25. März 1834 wurden zum Zwecke der Veranlagung z« Kassensteuer Ortsstr««- kommisiloutn gebildet, die ii bei Städtebaus dem Steuer- beamre«, dem Sladtmagtstrate uud drei bis sechs aus b« Siv»oh»«r» gewählte« Mitglieder», tu den Lomdg-m«i»d«» aus dem Steuerbeamte«, dem Orttvorstaude und ein bis

zwei vo» dem Ortsvorstand« aus der Gemeindt gewählte« Mitglieder« bestände».

Durch die Gesetze vom 14. Juni 1837 i*b 15. Dezember 1853 erfuhr das Llaffeusteuergesetz zeitgemäße Abä»der»»ge«. Auch wurde» die Steuerbeträge teilweise ermäßigt (J).

An lautliche» Pacht und Erblethgüter», der« KrtrLg- ulffe gleichfalls te die Riuiereitaff« stoß«, wäre« iw anferes# Krridgebiete vorhaude«: im Zehre 1828

I. im Reutereibezirke Steinau:

» LaLtaütrr: das Hofgut zu Stetuau (Bichhof), der Talhof bei Stekc«, das Hofgut zu Marjoß, das Gchäf«eig»t zu Rohrbach, die Wirtschaft zu Marjot mit d.^« 8»«. uud 8^47 sch« Gut-, das Wattersrnühleugut p» Krrfjardach die Herreumühle zu Steinau, bat Borwerk zu Vrandeastet» ;

b. Erblethgüter: die Papiermühle zu Miu«, die Reumühle daselbst und bat Lauchtsche Gut ebenda;