Schlülhterner Seitun
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Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern
Rr 40
Dienstag, 4 April 1922
74 Jahrgang
Der ^GÄlfenkircheuer Anzeiger" hat infolge der Nötige der Presse zum 81. März sein Erscheinen eingestellt.
EMiser Karl befindet sich nach einer Havas-Mel- < d«n« aus Fuuchal sMadeira) auf dem Wege 5er Besserung.
Für das JaHr 1919—1921 ergibt sich ein politisches Kesamtdefizit von 222 Milliarden: das Defizit für 1922 »eträflt 133 Milliarden polnische Mark.
In Londo« findet vom 25. bis 29. Juli ein littet» jMvnaier Friedenskongreß statt.
Genua.
riVMÜMch« »«sprüche a« D«ttschla»r.
«eD« neue
rumürlische Gesandte in PariS, AnwneSeu, stumärrien in Genua darauf dringen werde, tzland den rumänischen Goldschatz von 220
daß Towjetrul
Millionen Goldfrauken zurückgibt. Ferner wird RumL- men eine Forderung von 400 Millionen GolSfrankenj a» die Deutsche Bank geltend machen für Lieferungen, «i Deutschland vor dem Eintritt Rumäiliercs in den Krieg.
Gemeinsames Programm der fiel neu Entente.
Der polnische Außenminister Skirmunt bezeichnest tü» den Kern seiner Rede, daß er gewisse Bedenken der Alliierten über die polnischen Absichten vor der Konse. xe«« von Genua zerstreuen müsse. Für Genua habe sich Polen mit der kleinen Entente, der es «ngohöre, w ein Gmeiusauces Programm geeinigt.
Potnearees Halt««« gegenüber Rußland.
wird die Ermäsäguna der »are^r «n* w ^:—------ der Bahnen mit Kohle« auf dem kürzesten Wege zur Beratung gestellt werden.
Bedingte Annahme der Lachiieferungsabkomme«.
Die Reparativuskommisswn hat nach dem „Temps" iHre Zustimmung zu den beiden französisch-deutschen Abkommen gegeben, die am 6. und 7. Oktober 1021 m Wiesbaden von Loucheur und Rathenau unterzeichnet morden sind. Sie habe, sagt das Blatt, diese Abkommen mit Vorbehalten gebilligt, die sich namentlich auf die Rechte der in der Kommission nicht vertretenen Machte, auf die Buchungönrethod« für die Lieferungen und auf Die Substitutionen bezögen. Das am 15. März in Berlin unterzeichnete französifch-deutsche Abkommen iet ebenfalls gebilligt worden unter dem Vorbehalt jedoch, daß Abänderungen noch an ihm vorgenommen werden müßten, um den vorgesehenen Abänderungen des Bee- ürelmausfchen Planes Rechnung zu trage. Die Kommission habe beschlossen, daß Beemelman nochmals nach Berlin reifen solle. um it^ eine Anzahl Abänderungen mit der deutschen Regierung zu verhandeln. Man fei jedoch der Ansicht, da'; es keine Schwierigkeiten bieten werde, die verlangten Abänderungen zu erreichen.
©testier« Osterbotschaft.
££ H? Mischen Teilen aus Protestanten uno KaryoNten die Klagen über frühere Verbrechen zu un- j
»»In der franzöftschen Kcmmrer erklärte Pourearee, ■ - von Krassin unterzeichnete Brieft erhalten habe, aber nicht von Cachin überreicht worden seien. Autzerdem sei er wiederholt zu Verhauölungen mit den Lowiets über das Programm von ß^nua aufgefordert Worden. Gr habe die Alliierten oon dem Borgehen so-
ivtz er i
Sie ihm
aufgefordert
____ ‘ ergehen so* tzut'benachrichtigt und erklärt. daß er nur mit Leu M- Sierten über das Prosraum» für Gsruca oechaudeln
Jut HallptauSschuß des Reichstages Mhrte der UteuDdpoftininiiter aus, daß die Postverwaltuna von dem jährlichen Mehrbedarf infolge der Besoldungs- »nd Lolmerhöhungeu im Rechnungsjahr 1922 je 500 Millionen Mark durch einen Mehrertrag aus sey laufenden feebübren und aus Ersparnissen aufbrIngen könne. Es bleibe aber immer noch ein mehrfaches Miüiardendesizct. Üui dies auszugleichen, wäre die Fernbriefgebühr von 2 auf 3 Mark zu steigern. Dementsprechend waren auch die übrigen Briefportogebühren z« erhöhen. Der Orts- briefverlehr und der Paketverkehr in der ^iahzone bedürften der Schonung. Beim Telegramm ei an eine Steigerung der Wortgebühr von 1 Mark auf 1,59 Mark pedachi und bei den Fernsprechsebühren sei 3u dem jetzigen Gebübrerurufschlag von 80 Prozent ein schmaligcr «nkMag von 66 Prozent geplant Im go stu ergebe 5re von rund 4
—Der Präsident der ReichSbank, HawenstR«.. Est Wch zu den Mitglieder« der deutschen Delegation für
Wichtige Wirtschaftsfragen.
Aus Wie« wird gemeldet: Der SektionSchefDr. ler, der in Rom an der Konferenz der Nachfolge- n teilgenommen hatz machte gegenüber Pressever- n u. a. folgende Mitteilungen: Ems der wirst ich bedeutsamsten Probleme, die in Genua zur spon stehen, ist der Wieberaufba« Rußlands Es t der Plan, ein internationales Konsortmm mit
JandS Es uti .............-_________.ortin« mit
tonen Pfund Sterling Kapital zu sründen mlt Sitz in London und mit Zweigstellen vor allem in schland, Frankreich, Italien und Belgien. Diese Gesellschaft soll sich besonders mit der Wiederherstellnng iet Eisenbahnen in Rnßlaud befassen. Weiter wird auf «iglische Initiative bin beabsichtigt,.. die europäischen . Staaten zu einer FesÜegnug ihrer Wdhruuae« axf dem Goldwert zu veranlassen. Die einzelnen Staaten sollen ihre Notenbanken zu einem Zusammenwirken veran- leisen. Weiter soll in Genua nach dem Teriieulen tzstem dst Frage d« Kredite für die SUMedürfttg^ iteatex durchberat«« werden und eine Beschränk««- *• M*cstb«sü«fttK»rmsrechG tm gegemedtgen ^erfebi iRvdefondere zwecks Aufhebung mm! l'^'er Emfuhruer- *•■»1» »>«Ä»»T»hr werften. «z-^sichilich der Be' keyrSfranc
Der Siebe ewiges Licht.
bis m
Ruck DaS
mt-leitet ihren nervös zuckende« Fingern.
Aller Blicke richte« Ich nach der Tür, die sich leite öffnet hat.
Auf der Schwelle steht, bescheiden kntxend und müt «edergeschlagenv« Augen, Mamsell Tönnese».
Gunnar von HelgeiauW Schwester greift sich an i>«r HalS, als würge ihr plötzlich etwas die Kehle Slammen. Da»» steht fie langst»« am mrd bewegt j automatisch nach der Tür.
»59aS — waS ist loST*
Mamsell Törmese» nimmt eine wichttge Mh«« am. »Gegend etwas geht vor im Schloß, Madame!"
„Mein Brude-r- —* murmelt Karin, heiser vor Sv «eu»ß.
„Nein, Maücmre Der gnädige Herr hat nichts d«nit M tun*
Sarin Mit, wie eine dampfe 6pauuuuß, die seit Munden ihren ganzen Körper umkrallt hielt, sich löst. An leises Stöhnen entringt sich ihrer Brust. Ist ei ein erleichtertes AufaimeuE' Oder wu Senfzer der Enttäuschung?
Und flüsternd Mrt Mamsell Tünneseu fort:
„Von meinem Fenster aus gewahrte ich, wie e-ime ^nukle Gestalt das Haus entlang schlich. Ich denke an einen Dieb und passe auf. Da sehe ich auf einmal, wie die dunkle Gestalt aew nd: wie eine Katze das
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Milliarden. Aus den Leschlüssen. . .__
t> der neuen BesoldungSvorlag« erg ch ein weiterer £ sicher Mehrbedarf von 1^ iarde» Mark, SA m. . durch eine weitere Steigerung der geplanten Ge- bür^cuerhöhungerr zu gewinnen sei. Als Ausgangspunkt für diese Steigerung habe wieder die Fernbrief- dehühr zu dienen, und zwar müsse dann die Gebühr statt auf 8 auf 4 Mark bemessen werden. Beim Telegramm fei eine Steigerung über den Satz von 1,50 Mark für das W«et zur Zeit nicht möglich.
Endlich FAede« für Srian».
Stil irische Friedenskonferenz, Sie auf Einladung britischen Regierung in London zusammengetreten Hat zu einem Uebereinkommen geführt, durch ^SaS Frieden zwischen dem irischen Freistaat und.Ulster
Sil rchklänge zum BertranenSvotum.
«»-Berlin. (F. G. A.) Bei der Absttmmung über daß Vertrauensvotum des Reichstages für den bieichskanz, ler Dr. Wirth hat, wie aus parlamentarischen Zen- trumskveisen verlautet, der Abgeordnete Quardt votz !-« Deutschen Volkspartei entgegen dem FraktionSbeN i schluß mit den Deutschnationalen gegen das Vertrauens" votum gestimmt Die Fraktion der Deutschen Volks- partei hat infolgedessen gegen Dr. Quardt ein parteiin« stanzliches Verfahren eingeleitet, das möglicherweise zu seinem Ausschlüsse führen kann. Andererseits hat auch bei der Kommunistischen Arbeitsgemeinschaft, die ihren Anschluß an die Unabhängigen noch nicht vollzogen hat, ein Gttmmenwirrwarr geherrscht. Während der alte Geyer gegen das Vertrauensvotum stimmte, enthielt sich der junge Geyer der Stimme. Der Abgeordnete Wiesel' gab feine Stimme sogar für das Vertrauensvotum ab.
Rene Z«faMme«km»st Lloyd Georges mit Poincaree.
«»Paris. (B. T.) Das „Echo nattonal" teilt mit, daß eine zweite Unterredung zwischen Poincaree und Lloyd George vor der Konferenz von Genua unter allen Umständen stattfinden werde, auch wenn Poincaree nicht m Eröffnung nach Genua fährt. Lloyd George habe Poincaree sagen lassen, er hoffe, ihn auf der Durchreist »nach Genua am 7. oder 8. April zu sprechen. In d efer 'Unterhaltung würde die Einhett der Alliierten gesichert werden.
Die Alliierten weisen Amerika an Deutschland.
«»Paris. „Neuyork Herald" meldet in Ergänzung oer bisherigen Meldungen über die Note der alliierten Rc- gierungen an die Regierung der Vereinigten Staaten: Die alliierten Regierungen und die Reparationskommis- fton wollten ihre Bereitwilligkeit ausdrücken, den Vereinigten Staaten zu helfen, zu ihrem Gelde zu kommen. Die Besatzungskosten sollen von Deutschland in natura »bezahlt werden, aber die Alliiert n freu der Ansicht, Deutschland hätte vor dem 1. Mai 20 Milliarden Gold- mark zahlen müssen, die durch das Londoner Abkommen auf acht Milliarden herabgesetzt worden sind. Bon hier .1«! acht Milliardär sei -± X’- -st.
mark eingegangen. Jnfolp - Mil
liarde Nicht zur Begleichung der B sungskoiren er* augezogen werden. Alle weiteren deutschen Gotdzahlun- gen müßten der Reparattonskommission zu Stepara» ttonszwecken zur Versügung stehen. Die alliierten Staaten wollen den Bereinigten Staaten empfehlen, sich direkt mit Deutschland zur Erlangung der Besatzungskosten in Verbindung zu setzen. Die Alliierten versichern dabei, der amerikanischen Politik in dieser Hinsicht nicht iunfteundlich gegenüberzustehen.
Fre««dschaft zwische« Deutschland «nd Amerika.
►* Neuyork. (V. Z.) Vor seiner Einschiffung auf der „Olympik" erklärte der neue amerikanische Botschafter in Deutschland, Hougthon, er hoffe, die alten Bande ge-
«klärt wird. Beide irischen Regierun ich, i« jeder Weise und nach besten Kv tut in den Gebieten IrlandS, wo Uno
»ten
Kräften zu wirken, it in den Gebieten Jttanos, wo Unordnung herrscht, redliche Berbältniss» zu schaffen. Die Sve-ialvoliser Beffast wird in den Stadtteilen, wo die Bevölkerung mischt ist, zur einen Hälft» ams Katholiken, zur an» ren Hälfte aus Protestanten bestehen. Alle D'rrH- chunaen nach Waffen finden durch gemischte Screit- ifte TfnH ^n Nelkatt wirft ein n^^nft a-^att'»^
»Wie tetereffantt Ei« Dieb tm «chlaistmmsr st«, Marquise be Lavallidre!"
»Nein, seht Dieb, Madam»»"
»WaS derm
»Die Frau Marqufie schien die banfle Gestalt « erwarte». Dem» fie nahm sie sofort am Fenster in Empfang und war ihr selbst bahn Ginster gen «S Zimmer behilflich."
Karin lacht laut auf. Ha, sie wnnte sich selb« inS Gesicht schlagen! Während sie vor den Folge« ihrer Tat zittert, ist FeinSvebche« nicht «k mvA ititb msuter, sondern--
Zurückgedrängt ist Sie wahnsinnige Angst, die fts- Srrnbe Erwartung der letzten Stunden. Nur den brennenden Wunsch hegt sie momentan, die Berhatzte zu branöurarken, sie dem Gespött des gan-orr Schlosses preiszugeben.
Die scharsen Ohre» der drei Mensche» am SpieL lisch habe» trotz des aedämpsten Tones, in dem das Gespräch geführt wurde, einige Worte arrfgesange« und harren nun mit Spannung der wetteren ehrt Wicklung der lkomödie.
Und schon hat Karin ihre« Plan gefaßt.
„Meine lieben Freunde —" wendet fie sich wN Emphase «ach dem Spieltisch zurück — „wie mir st»- eben die brave Wirtschasteüi» hier mitteilt, gehe» in unserer allernächsten RStze ganz »«geheuerliche Dinge vor sich, Ich bin eine Tochter dieses Hauses und habe die Ehre von Schloß Askö zu verteidigen, die in den Staub getreten ist Da ich aber nur eine schwache Frau und ganz cm :r;m angewiesen bin — dem« aas meinen arme- Bruder . . . - -
Deutschland, Houathon, er hoffe, die alten Bande gt lseitiger Freundschaft und Unterstützung zwischen rertka und Deutschland zu erneuern und zu verstär- rken. Wenn er jetzt nach Berlin gehe, so wolle er weit mehr an die hundertjährigen friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen denken, die ms 'amerikanische und das deutsche Volk miteinander verbinden, als an die wenigen Jahre des kriegeri cheu Koufnkts, die die örst den Völker von heute voneinander trennen.
genseitiger Freund c Amerika und Deutß
en
; «» PariS Nach einer Meldung der „Chieago Tribun
Ei« stockt. Der Gedanke an Gunnar läßt aufs Reue ihr He« in folch fieberhafter Hast poche», daß «A ihr einen Moment die Kehle zuschnürt.
: —I Interessanter Fall!" näselt JonaL seine unheimlich langen, feinpolierte»
Abram
KingernSgel betrachtend.
Madame Lind wirft einen strengen Blick auf ihre Tochter, die mit heiß geröteten Wangen dem Gespräch folgt.
„Geh auf dein Zimmer!" gebietet fie barsch. „Die Angelegenheit ist nichts für unschuldige Mädchen-
Doch die eigenwillige junge Dame kümmert sich wenig um den Befehl der Mutter. Mit zusammen- gepreyten Sippen lehnt sie sich in ihren Stuhl zurück und beschließt, das Feld nicht eher zu räumen, als bi.» he weiß, ob ihr genialer Dichter mit der Sache im Zusammenhang stellt oder nicht.
~ “ meine Pflicht, die überaus peinliche An- Senheit sofort zu untersuchen, die erbärmliche lerin in flagranti zu ertappen und ihr die e von ihrem Madonnengesicht zu reißen," fährt moralischem Pathos fort. „Dazu brauch«
ES ist
Karin mit
ich aber Zeuge», und ich bitte Sie, meine Freunde, mich hinauf zu der Marquise de Lavallstre zu begleiten . . . Warum weinen Sie, kleines Mädchen? Wa- mni gehen Sie nicht in Ihr Zimmer, wie Ihre Mutter Ihnen befahl? Sind Sie so neugierig darauf, den Romeo zu sehen, der nächtlich zum Fenster seines «Mio entstieg?"
Fetzt vermag die kleine Owe sich nicht mehr zu beherrschen. DaS Taschentuch vor die Augen druckend. 1^1 sie auS dem Zimmer, während ihr Mutter etwas von „alberne Gans" hinter ihr her murmelt web der Börsennm-st". einen verständnisvollen Blick »PMadame K"" : r- ^ns*"ftd, näselt:
. .^ortfetzuu" ’blata