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Kreisblatt

: Erscheint 3malwöchenrl. Drabtanschr.: KreisblaU Schlüchtern. : Srnd il. Verlag Fa. $ HohineiKer . Schlüchlern. Verantworlt. tSchristleil. H.-L. Hahmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Drei- : ;»cüderstr. 9. Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung ei. ; Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadenersatz.

Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

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Schtüchterner Zeitung.

M8ler!ei vom T^^s.

Die EteusroorlMen im Reichstag sollen, wenn möglich noch in dieser Woche erledigt werden.

H. Im Reichsernährungsministerirtm begann am Dienstag die Konferenz der Ernährungsminister der Länder, in der über die künftige Ernährung des Volkes beraten wird.

In den Helgoländer Fragen wurde zwuchen der preußischen Regierung und der Helgoländer Deputation iveitgehende Verständigung erzielt.

Die frühere prentziche Provinz Posen hat nun auch hen letzten. Rest von Selbständigkeit eingebüßt und ist Der polnischen Gesamtrepublik einverleibt worden.

Von einer EntfeMgnng Ehrenbreitsteins soll Ab- stand genommen werden.

Zurückziehung der amerikKmfcheK Tr^pPiU.

^»Reuter meldet ans Washington: Der Staatssekretär für Kriegswesen, Werks, hat «ngeordnet, daß alle noch am Rhein befindliche« amerikanischen Trnpperr bis z«m 1. Jnli zurückgezogen werde« sollen.

Die neuen SemsIiulevk'l.nMgm.

Die Entwürfe inetndeorönung sink Nachrichten" teilen üeiteu mit:

eue LtLIe- und Larrdge- iggestellt. DiePol. Parl. folgende wichtige Einzel--

In der neuen Landgemeindeordnung ist ein Haupt­punkt die sogenannte Landbürgermeisterei. Die Land- bürgermeistereien sind Gemeinoeoerbände, die von den einzelnen Landgemeinden gebildet werden. Jede Land­gemeinde muß einer Landbürgermeisterei angehören. Eine größere Landgemeinde kann für sich allein eine Landbürgermeisterei bilden. Bei der Bildung dieser Sandbürgermeistereien soll in erster Linie auf die Schaf­fung leistungsfähiger Verbände und auf eine zweck­mäßige örtliche Abgrenzung gesehen werden, die ehe ordentliche Verwaltung gewährleistet. Die Lanötirrgcr- meislereien sind im wesentlichen in ihrer Berwalurng nach Art der Städte aufgebaut und haben sowohl m Selbstverwaltung wie in Auftragsanselegenheiten west- reichende Befugnisse.

In dem größeren Rahmen der Landbürgermetsie- reien sollen sich dann die weiteren verwaltunasorgani- satorischen Veränderungen, insbesoudere die Beseitigung der Gutsbezirke, vollziehen. Hierfür gelten solgende Bestimmungen:

Die bestehenden selbstärrdigen Guts bezirke sind auf- ittlöfen. Sie sind entweder mit Landgemeinden oder Stadtgemeinden zu vereininett über mit anderen G>ns-

DminerStan, 23 März 1922

vezzrren zu einer neuen Land- oder Stadtgemei^röe zu- sammenzulegen oder allein für sich in eine Land- oder Stadtgemeinde umzuwandeln. Von der Auflösung eines Gutsbezirks kann Abstand genommen werden, wenn sich eine eigene Gemeinde wegen geringer Einwohnerzahl oder räumlicher Trennung der WohWätten nicht ent­wickeln kann und die Uebernahme der Verwaltung durch die Landbürgermeisterei undurchführbar ist.

oder durch von ihm

in den Ausschüssen

Weiterhin wird bestimmt, daß bei Auseinander­setzungen zwischen den beteiligten Gemeinden und Guts­besitzern alle diejenigen Grundstücke, Anlagen, Einrich- singen usw., die solchen öffentlichen Zwecken dienen, zu deren Ersüllrmg die Gemeinden gesetzlich vervflichtet sind, in der Regel der Gemeinde ungeteilt werden sollen. Es soll aber eine der Billigkeit entsprechende Entschä­digung gewährt werden für alle Aufwendungen, die für Me Herstellung besonderer Anlagen gemacht sind.

Die neue SiLöteorLnuNg läßt die Magistrats- und die Bürgermeistereiverfassung nebeneinander zu. Städte, in denen Magistratsverfassung besteht, können durch Ortsgesetz die Einführung der Bürgermeisterewerfastung beschließen. Städte, in denen die Bürgermeisterelver- fassung beschlossen oder einmal durch Ortsgesetz einge- führt wird, behalten diese Verfassung endgültig. In Städten mit Bürgermeistereiverfassung tritt der Bürger­meister an die Stelle des Magistrats. Zugleich ist er der Vorsitzende der Staötverörönetenversammllmg mit vollem Stimmrecht uüd führt selbst -' beauftragte Beigeordnete den Vorsitz der Stadtverordnetenversammlung.

Hinsichtlich der Staatsaufsicht bestimmt der Entwurf, daß die Aufsicht über die Städte auch in Selbstverwal- 'tungsangelegenheiten dem Staate zusteht. Die Befug­nisse sind aber in dem Entwurf ausdrücklich auf geführt.

Das Bestätigungsrecht soll nach dem neuen Entwurf so geordnet werden, daß die gewählten Bürgermeister, Magistratsmitglieder und Beigeordnete der Bestätigung bedürfen. Lediglich wegen der Zugehörigkeit der Ge­wählten zu einer politischen Partei darf die Bestätigung nicht versagt werden. Die Bestätigung erteilt für die Oberbürgermeister das Staatsministerium, in den übri­gen Fällen die Aufsichtsbehörde.

Die Entwürfe enthaltEweiterhin aussübrlrchr iv stimmungen über die Vereinigung und Trennung von Gemeinden, über die Bildung der Stadtverordnetenver­sammlungen und des Gümemdevorsicmües, über die Einrichtung besonderer Verwaltungsstellen, über die städtischen Beamten, über die Finanzwirtschaft und son­stige Angelegenheiten. In weitestem Umfange sind Rechtsmittel zulässig, Beschwerde- und Verwaltungs- streitverfahren eingesührt.

MrtsÄ!?fMH? Aunds'«

(Nach dem Stande vom 19. März 1922)

(Nachdruck verboten».

W.K.S. Allgemeine Lage. Die Leipziger M st- hat mit krc.ff?r Devtsichtc-it g^iat, daß bis teutsche W S chaft nach wie vor von einem Hrshimger nach Wa en ecfW 'st, der alle Merkmals brS Unaeiundm in sich ttägt. Düse Erscheinung spiegelt sich auch devtiich in den Geschäst-b" richten der In-nstrieunterneSmen w e-er. bevss G » nnziffe n fast durchweg bcträch'liche Steigerungr« aufw is u

Geldmarkt- Der- WoLenbe«irn brächte einen fUfchim Zug in das Börfengeschäst, der aber gegen Wochenende robbst einer »M^Wr« Auffrff ng der La-e Opiche»

74. ^ebrnaiig

nur. Cptkulat on uud P iv tpublikum vechelt sich zurück- bnlnnd. Neben rein wirt cka't iLen Momrvte« Hielt die Ge!dkroprh?it au. D'e.ichw-ben^e Reichsschuld hr» -sm 1.10. 3. zum ersten Mal fest längerer g^it dne kl> ne L-vchme erfahren und zwar um 396.21 auf 262 421.31 M Liorev M-'rk.

Handel und Industrie. Die B'fürch-un^ von weiteren Pretsb'igeruugen brach s v ele« Geschäftszweige« anhaltend reg 1 BesteLunssringary. Die Beschäftignra ber Industrie war infolgkdeff-m soudmernd bbh:ft. Die ungelsude Markentw-rtuntz sctz fi* in gesteigerte A'be t s«, die aber nicht gksu den, ssAderv sieb tbßffen Charakiers ist. Nach bett A schlöffen der LeGstger M ffe hat Me T xtilmdustrte ein lebheftes GkfchSf'sj h" »n erwarten. Im Februar find 157 Zeitungen und Zeitschriften eingerangen. Ah 5. Mai ba-f der Luftschiffbau Z pv l n tu Firedr^ch-H feu wieder mit d'M Bau von ßafifRiffen beginnen. Es fehlen aber roch Avfttäae und $Vu3urg n.

Kohlen. Die Nackw rkuvge« des Efievb^ßn-rstreikS fchelne« nun überwunden >u fein. Die B rssrgura ha: sich oeb ffert. Trotzd m h t die Jnd'steis noch mit großen Schwierigkeiten zu kämvfen. Die Lage beS Hausbrandes ist nach wie her ichlecht,

Warenmarkt. An der Stutt. Börse v 15. waren Baumwollcarne ca. 45 Mk. p. K?., Gewebe 5 5 Mk p M. ^56er geg*n die sttzte Not'-ru g a 14 2. Die Schuh' iabrik n fird bur* d e L-ipz'ger Messe bis zum Jini atS= v rkouft. . Die L e^e p e' e Mien. Aus zuletzt besannt gewordenen P-l»ve" kani n k'frb man frhb. Dr?' e : Ma'd'r >500-3500 ^.Wf 9001150. Il iffe 400-550 Daäfr 150200, Haien 40-57, RAe 90-115, Hirsch-110-135. Am Zucke markt enüv'ickt die Versorgnna vülerorls noch lange ritt b<n Bedü fn ffe-. Pr-i c böhunger wurden u. a. bekannt für O»fen und H^'ie. E.ne E höhung der ^.ll- preis- stebt brv>t.

Produktenmarkt. Infolge großen Mangels mlSadischtn Angebot« g nren die Preise aufs neue in die Höhe. Die Unte-n^munasloft ist ge??nwävii schwach.

Viehverwertung. D-r geringe Auftrieb con Schlrchi«. v'eh aQit ©ßttunaen zu brn Märkten Halle ein weiteres An- Webers der P e'se zur Folge. Die Ausficht n auf einen Preisrückgang sind gegenwärtig keiue günstigen. Am Häute- morkt setzt sich die Höherb wntung fort. Bei der Be- iner unb Frankfurter Ve-stelgerunz zogen dir Preise im afigemnmn UM etwa 515 Praz. au.

Lebenshaltung. Die Verteuerung der Leoensh liung Halt cn Sie hat ihre Harptgründe in der Preissteigerung aller Leben^mittel und B'-rarfZürtck'i, d«r Rohsteff, d>?r Kohle, in d-r E höhung l er Löhne und Gehä ter, der Frachten und nicht zuletzt der Steuern.

Holzmarkt. Die zur A s'ührung der Entente jwwttn Ltsferungin benöti. len Holzmengen find bei Weitem nichr aw geboten worden. Am Nadelholzm r't nahm die Hauffew.ll; w itir an Umfang zu. Die große Nachf age entfacht-' bei d n rk"u'' n in >en Forsten <cha i n W t w rb und dn ch

4(1)

Der Liebe ewiges Licht.

Roman von Erich Friese«.

(Nachdruck verboten.)

Karin aber lacht aufs neue spöttisch auf ,Me Frau Marquise de Lavalliöre entpus -ine Feindin der Wissenschaft? Hahaha!

) alS ollte hoch--

-oeiser Herr Alchimist? Wenn zwischendurch einmal ein kleines Versehen passiert umso interessanter und lehrreicher 1"

Und wieder preßt sie die Hand auf die an ihrer Brust verborgene Glasphiole...Ein Tropfen Ju- iMd. Zwei Tropfen Exaltation. Fünf Tropfen -ervenerschlaffung. Zehn Tropfen Geistesgestörtheit. Zwanzig Tropfen"

Zilsammenschauernd blickt sie sich um. Ihr ist, als tigere es leise hinter ihr, als stehe dort die Gestalt des Bösen mit Pferdefuß und Hörnern auf dem Kopf und beobachte sie mit teuflischem Grinsen--

Ihre Zähne klappern wie int Fieberfrost aneinan­der. Ha, was für klare, unschuldige Augen das ver­haßte Geschöpf da hat! Und was für jugendfrische Wangen! Und was fitr einen zartgerundeten Hals!... Zehn Tropfen Gsistesgestörtheit. Zwanzig Tropfen

Die Hand fest auf die Phiole an ihrer Brust gedrückt- 3 Rasch, rasch! Ehe es zu spät ist!

setzt sie sich in eine Ecke des Zimmers und wartet i Und fast besinnungslos vor Aufregung, gießt sie

wartet-- s in fliegender Hast, ohne die Tropfen zu zählen, einen

Nach wenig Mnuten schon hat Ebba auf einer klei- i Teil des Inhalts der Phiole in die Taste.

nen Teemaschine den Tee bereitet. i Jetzt wendet Ebba sich um.

Darf ich Ihnen eine Tasse anbieten, Madame Sol- Karin fährt zurück. Kaum hat sie Zeit, die Phiole veg?" wieder zu verbergen.

Karin schüttelt nur den Kopf. Stumm sitzt sie da , Da ein Aufbrüllen wie das eines wilden Tie- und wartet wartet--mit fliegenden Pulsen f res zugleich mit einem zischenden Fauchen ein und stockendem Atem--- ; durchdringender Hilferuf--

Jetzt gießt Ebba den Tee in drei Tasten, von Erschrocken eilt Ebba hin zu der seltsamen Gruppe:

denen sie die eine ihrem Vater reicht, der sich in An Karins schmächtiger Gestalt hängt der Taub-

feinen Lehnsessel am Experimentiertisch hat fallen stumme und hält mit seinen beiden großen, unförmi- lasten.

Die andern beiden Tasten stehen auf dem runden

Tisch in der Mitte des Zimmers.

In diese Tassen bohrt sich Karins Blick starr, unbeweglich, wie der Blick einer Schlange.

Sie wartet -r wartet--

Nach kurzer Zeit ruft der Alte seine Tochter zu sich, damit sie ihm seine leere Tasse abnehme.

Wie ein zum Sprung bereites Raubtier hat Km rin während der letzten Sekunden dagesessen.

Ich werde uns jetzt unsern Tee bereiten," schallt Ebbas klare Stimme hinein in den dunklen Gedanken- gang der fast bis zuns Wahnsinn erregten Frau.Du 'aben, lieber Vater. Und auch Gunnar bat

wirl

mi

ne Tasse hinauf zu bringen.

Karin horcht auf. Ihr Fuß, der sich bereits der Tür zuwandte, stockt. Ein grelleuchtendes flackerndes Licht zuckt plötzlich vor ihrem geistigen Auge auf . . , C jig Tropfen Tod

Jetzt erhebt sie sich leise mit der Geschmeidigkeit s einer Schlange. Lautlos schleicht sie nach dem ritnden i Mitteltisch.

Ein Griff nach der Brust hin - und sie hält die i kleine Glasphiole in der Hand. Ihre weit aufge- > risfenen Augen starren immerwährend auf die beiden ! Tassen, umtjrenb sie den Stöpsel aus der Phiole ent- Laute au

gen Händen ihren Hals umkrallt, während Luzifer nach ihr kratzt und ihr ins Gesicht fancht.

Im Nu reißt Ebba den wütenden Hjalmar fort und schleudert den Kater in die Ecke.

Was ist los? Großer Gott!"

Der kleine Teufel da sprang plötzlich an mir in die Höhe wie ein Affe und würgte rmch' keucht Karin.O mein Hals! Mein Hals!"

Kopffchüttelnd tritt nun auch Meister WybrandS heran.

Ich begreife nicht

Laurm'

Hjalmar ist sonst das reine der Taubstumme sich wie toll.

Doch heute gebärdet

Mit aller Kraft sucht er sich aus Ebbas festem Griff zu befreien. Seine Hände gestikulieren in der Luft herum. Seine Lippen stoßen heisere, unartikulierte vum «us, während seine blutunterlaufenen Augen fcntt . nach dem Tischchen stieren, auf dem die beiden Waffen

Jetzt zucken die Finger nach der einen Taste hin - stehen. .

Ein Tropfen zwei drei vier Ein Geräusch vom Eirperimentiertisch her läßt sie

hast

Zwan- Es

Stuhl.

die $w er zurückziehen.

war nichts. D v Ulte rückte nur mit seinem

Ums Himmelswillen schließ ilm ein!" stöhnt K-ariu.Man ist ja hier in eurem Narrenhaus seines Lebens nicht mxhr sicher! Wenn ich nur erst wieder fort wäre! Fort!"

(Fortsetzung folßt)