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Schlüchterner Zeitung

: KezugSpreiS vieneljShrl. 15Mk , einzelne Monate SMk-r s durch Boten st« Haus od. durch b. Post (cinfdjl. Bestellgeld) j - Anzeigenpreis je mm einspaltig 1. Mk., Reklamen 2.50 Mk.: : Rabatt nach T ans. PosychMvitto: Frankfurt a. M. l 1.402.! ; Bankkonto: DreSdner Bank Schluchten?, Fernsprecher Nr. 65.

Kreisblatt

Erscheint 3mal wöchentl. Drahtanschr.: Kreisblatt Schlüchtern. " m Oa. C. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl.

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. ------Y. _. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Drei- :

;brüderstr. 9. Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung od. ; ;Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadenersatz. - n,!*>. i««*».

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Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

(Illustrierte KütkMsrrütsöettatzeDas Mlatt der Moden/')

Rr 31 Dienstacr, 14 März 1922 74. Jahrgang

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AllMei vom Ta^e.

Dem ReichLlaa ist der Entwurf eines Gesetzes zur ilrnderung des Pensionsergänznngsgesetzes und des LebrmaültverfvrgungSgesetzes zugegangen.

Das Gesuch Kapps auf Verschonu.ua von der Un^ «suckuttgSbaft und Bewilligung freien Geleits ist vom zeipziger Untersuchungsrichter ür UeSereinsttmmung att dem Oberreichsanwalt abgelehnt worden.

Schwede» soll Seim Völkerbund den Antrag gestellt hchen, Deutschknud und Rußland in den Völkerbund

MSruch der BeloMungsaerOawIlung

^Die Verhandlungen der Retchsregiermrg mit dem Soibenorganisationen der Beamtenschaft wegen Neure­gelung der Gehälter, Sie Freftag vormittag begannen und nach kurzer Beratung bis zum Spätnachmittag ver­tagt wurden, sind durch das Eindringen des radikalen Menbahnerführers Menne unmöglich gemacht worden. Die .T. U." erfährt dazu folgende Em^lheiten: .

Dem Vernehmen nach war das Ergebnis der Rel^e- mngsberatungen eine weitgehende AtMäLerung an die mueigiißteii Beamtenwünsche. Die Wiederaufnahme der Verhandlungen am Nachmitttag wurde jedoch dadurch, verhindert, daß sich nunmehr als Verhaudlungsteilneh- mer Herr Menne, der seinerzeit den Bearntensirei^ in- szenterte, ernfand. Von der Regierung wurde es aus Gründen der Staatsautorität abgelehnt, daß enr Beam­ter, gegen den ein Verfahren auf Entlassung ichwebr, der Regierung als Unterhändler entgegentritt. Trotz dreimaliger Versuche war Herr Meune. da ihn die Rreie Gewerkschaft und Lenz MeichspostgewerrschaiL, nach­drücklich stützten, nicht zu bewegen, den VerlMdlungs- raum zu verlassen. Die Vertreter des Deunchen Ge- iverkschastsbtuldes und des Gewerkschaftsrmg^ eur- tzielten sich ihrer Stellungnahme. Jnfolgedenen muM die Sitzung ohne Ergebnis Mld ohne F-ellietzung eines henen Termins geschlossen werden.

An der kurzen Vormittags-Srtzung, an der außer der Reichsregierung auch Las preußische iYntoiwni^ xium, die Finanzministerien der verschledenen Länder und der Beamtenausschutz des Reichstages keunahmen, legten die Vertreter der Spitzenorgamsattonen die Leue- rungsverhültnisse dar und gaben ihren gememichaftll- cheu Vorschlag bekannt. Dieser Vorschlag sucht die Ver­besserung hauptsächlich in einer Erhöhung der Grund- gchalter, läßt den Ortszuschlag und die Teuerung,-- und Kirrderzuschläge im wesentlichen bestehen und steht in den Berbesserungsbeträgen eine abfLeigeno-: Linie vor. In Gruppe I sind im Anfang 10200 Mark, un Endge- Halt 11 760 Mark Aufbesserung vorgesehen. Die Be­träge verlaufen dann nach oben m der Werfe, daß in Gruppe XII im Anfangsgehalt sich noch 2400 Mark Aus­besserung ergeben, inr Endgehalt aber nichts mehr: die «Gruppe XIII und die Einzelgehaller sollen ganz-leer imsgehen. Da die Regierungsvertreter sich über diesen Vorschlag erst selbst besprechen wollten, trat die oben angegebene Berhandlungspause ein.

Internationale HnieiOeWllsWHianar

^ Wie aus Paris gemeldet wird, hat Hauas folgendes amtliches Kommunique der F'-nanzmiuruerkonserenz n^üfserUlicht: Die alliierten Fincmzmttmter und oücei-

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Der Liebe ewiges Licht.

Roman von Erich Friese«.

45) fNachdruck veichotevi.

Vaterf Lieber Vater!* fällt Ebba chm ins Wort, indem sie beruhigend die Hand auf seinen Arm legt. Wenn du auch nur im geringsten recht hättest, so wäre das Euphrosynum ein furchtbares, verderben­bringendes Gift"

Gift? Gift?" eifert der A-lte, ärgerlich ihre Hand abschüttelnd.Und du willst meine Tochter sein? Die Tochter des größten Erfinders der Welt? Ist nicht jede Medizin ein Gift? Digitalis, Belladonna, Wolfs- unlch, Gunnnigutti, Bilsenkraut, Krähenangen, Opi­um, bittre Mandeln*

und die Liebet" Mit der Börsenmaller mit fri­volem Lachen ein.

Doch Meister WybrauSs bemerkt den Hohn gar nicht. Mit steigender Begeisterung und immer erreg­teren Gesten doziert er weiter:

Unsere Vorfahren, besonders die Juden und Orientalen, kannten längst die Wunderkraft der Kräuter. Aber unsere modernen Geisteserrungen- haften, unsere neuere Chemie waren nötig, um diese Wunderkraft aus der Materie herauszudestillieren -ud herauszukristallisieren. Mir ist es nun gelun­gen, aus demEuphrosynum", in Verbindung mit Grrauium Cnanthos" undHedera Warneriensis" "n Vierter zu brauen, von dem ein einziger Tropfen jeden Tag genügt, um alles Elend der Welt zu ver­seuchen! Hören Sie, meine Damen und Herren? Ein einziger Tropfen!!"

Wie herrlich!" ruft Karin, halb spöttisch, halb in­teressiert.Ich muß dem Tropfe« haben, alter Hexen­meister!"

tag vormittag zu ihrer 5. Sitzung zmammengerreren. Zuerst wurde die Möglichkeit einer MobilisaLion der Fvrdcruuaen an Deutschland durch eme internatronale Anleihe Deutschlands erörtert. Die Ausführung dieses Planes ist von der Zustimmung der Reparationskom- Mission abhängig. Gleichzeitig haben sich die Sachver­ständigen ü5er den Wortlaut der betreffenden Abma - rhungen über die aus der Tagesordnung der Fnianz ministerkonferenz fteOenden Fragen verständigt, bis aus den Rest, der etwa ein Fünftel der einzelnen Bestim- mnugeu des voraussichtlichen Gesamttextes umfatzt.

Aus der deutschen Denkschrift für Cannes.

* Aus Parts wird gemeldet: DieChicago Tribune" brächte die Nachricht, daß der Konferenz von Cmmes eine geheime Denkschrift des Reichskanzlers Dr. Wirth vorgelegt worden fei, die sich mit der deutschen Fmarrz- Lage und den Reparationen beschäftigte. Bezüglich der Reparationen betonte darin der Kanzler, Satz Deutsch-i land wegen der ständigen Entwertung der Mark nrcht mehr weiter in Goldmark zahlen könne. Es sei rncht Sie Schuld Deutschlands, daß der Dtarksturz erneetreien sei. Es fei notwendig, Deutschland von den Repara- tionszahlungerr für eine gewisse Zeit, naruentlich für« Las Jahr 1922, zu befreien.

Amerika und Genua.

t* Wie aus Washington gemeldet wird, heißt eS in er-, «er Entschlietzurrg des Staatsdepartements, in der öw Ablehrrung der Teilnahme an der Konferenz von Genua Ausführlich Begründet wird, u. a.: Amerika wird erneu ferner in Europa akkreditierten BotschaAer damit oeauf- Sagen, entweder als Berichterstatter nach, Genua zu «aeben oder das gesamte Material aus den Berhaudlun- gen in Genua dem Kabinett in Washington zu unter-, breiten. Es gilt aber nicht als carsgeschlossen, öag Ame­rika zu einem späteren Zeitpunkt in irgend einer Form in die Verhandlungen eingreift, das jedoch n* dann, wenn die Voraussetzungen für die Genueser Konserenz mne grundlegende Aenderung erfahren haben. Zu oje» tem Falle wird aus am

Lopa eine provisorische DelegKWu gebilvet werdest, die durch das Personal der europäischen BotMafter-ergauF werben wird. Eine Reise Hughes uach Europa gilt je­doch augenblicklich für ziemlich ausgeschlonen.

Der Kampf «m das Burgenland.

Aus Wien wird gemeldet: Der Nationalral behäng öelte drirmliche Anfragen betreffend die «ngarftchen Ge? Retsanspruche im BurgenlaM. BuuLeskav.zler «i-o-» her erklärte, die österreichische Regierung habe unver^ züglich die Westwächte, die in Mitteleuropa interessier? ieu Staaten und den Völkerbund von dem neuen Verz furb Ungarns, die burgenländische Frage wieder aufzu? sollen, in Kenntnis gesetzt und darauf ammerftam Macht, welch schwere Verletzung der Rechte Oeiterrerchs damit versucht werde. Die österreichische Regierum machte auch ihren Vertreter beim Völkerbund auf dre^ sen ungarischen Verstoß aufmerksam. D

Der Versuch dex ise zu erlangen, ______,_n versucht hatte, u^uv«v .......... ..ung. Der Bundeskanz­

ler schloß: Einen Handel über Gemestlden des Burgen» & e^ niM dabei bleiben wir! (Lebh. BettallF

Die Pdriser Finanzministerkonferenz.

»-»Paris. iF. G. A.) Die alliierten Finanzurinister in Paris hielten am Kreitaa na&mtttan um 3 Uür eine

ISie sollen ihn haben, Kind. Und in ein paar Monate« *

Erst tn Monaten? Ich habe keine Zeit, MopaLe zu warte«. Ich nehme fünf Tropfen jeden Tag,"

Um Gotteswille«, «eins"

Wärmn nicht?"

tDas würde eine geistige Ueberanstrengung evzeu- ;!> ii, die"

jDie

höchst unangenehme Folgen nach sich ziehen i Jnnte. Zwei Tropfen schon bringen krankhafte Exal- . tation hervor."

Unangenehme Folgen? Was für Folgen?"

Hm! Vollständige Nervenerschlaffung."

Wirklich? . . . Und zehn Tropfen?"

Paralyse. Geistesgestörtheit."

|Nicht möglich. Und noch mehr Trapsen? Sagen wir zwanzig?"

Die brächten unfehlbar den Tod."

Ein Schauer Werlänft Karins Glieder. Rasch > wendet sie sich von den übrigen ab, die mehr oder i minder interessiert dem in leidenschaftlicher Erregung ! geführten Gespräch gelauscht hatten. Ein furchtbarer - Gedanke durchzuckt wie ein Blitz ihr Hirn---

Sie erschrickt vor sich selbst. Sie versucht, den Ge- i danken loszuwerden. Vergebens er ist stärker als | sie. Wild rollen ihre Augenäpfel in den Höhlen hin t und her. Ihre Lippen bewegen sich, ohne daß ein Laut hörbar wird. Ha, der Gedanke! der entsetzliche Ge- danke! . . . Fünf Tropfen Nervenerschlaffung. ' Zehn Tropfen Geistesgestörtheit -

jFrau<Karm, ist Ihnen nicht ivohl?" fragt Oberst : Lundstats Stimme dicht au ihrem Ohr.

4 Sie fährt herum.

neue Sitzung ab, die bis um 7 Hör däuerte. Die Be- «atungen über das Abkommen von Cannes «nd über das Moratorinm sind zu Ende geführt worden. Das Ab­kommen ist tatsächlich fertig und wird wahrfcheinlich am Sonnabend unterzeichnet werden. Die Agentur Radio tlaubt zu wissen, daß das Londoner Abkommen vom

8. August 1921 und das Abkommen von Cannes in vier oder fünf Punkten zugunsten Frankreichs abgeändert worden sind. So wurde z. B. das System der Pauschal­summen für die Besatzungskosten aufgegeben. Was die internationale Kre-ttanleihe für die Mobilmachung der deutschen Reparationsschulden anbelangt, so wurde be­schlossen, daß diese Anleihe von den Regierungen aus­gegeben wird und nicht von der Reparationskommission. Die Reparationskommission wird sich* mit der zur Deckung der Anleihe notwendigen Verpfändung des deutschen Reichsbesttzes zu besassen haben.

»-- Paris. (F. G. A.) DerMatrn" »ertritt die An­sicht, daß die alliierten Finanzministe» in Paris sich qe- zwrmgen sehen werden, dem am Sonnabend zu unter­zeichnenden Abkommen eine Klausel anzufügen, wonach die Rechte der Vereinigten Staaten von Nordamerika auf die Rückzahlung der Besetzungskosten aufrecht er­halten werden. Wenn sich Amerika damit begnüge, werde der Zwischenfall keine weiteren Folgen haben. Wenn es aber verlange, daß es an den deutschen Zah­lungen Anteil habe, so werde es.auf Monate hinaus mit der belgischen Priorität und den Einnahmen, die das französische Budget benötige, zu Ende sein.

Amerikas Entschädigungsforderung.

k» Paris. (L. A.) Der amerikanische Vertreter in der Reparationskommission hat den alliierten Finanzmini­stern eine Forderurrg von 968 Millioue« Goldmark zu den Kosten der Besatzungsarmee überreicht.

Eine zweite internationale Wirtschaftskonferenz?

»*> Paris. (B. T.j DerMatin" gibt in einem Arti­kel die wahren Gründe für die Ablehnung Amerikas, an der Konferenz von Genua teilzunehmen, an. Nach die­ser .DnrsMuu^ der Hauptarimd der Abnehum? mit Verbindung zu treten. Der weite Grund scheint der folgende zu sein: Die Regierung der Vereinigten Staaten habe Schwierigkeiten im Senat, die Rattsiziernnü der Beschlüsse von Washington bimü- zusetzen. Sie könne an keiner neuen internationalen Konferenz teilnehmen, bevor nicht die Konferenz von Washington einen formellen Abschluß durch die Zustini- muug des Senats gefunden habe. Es sei aber nicht ausgeschlossen, daß Amerika daran denke, später, etwa im Herbst, eine neue Konferenz einzuberufen, die wirk­lich international sein würde und auf der lediglich die großen Probleme der Wirtschaft besprochen werden sol­len. Auch England rechne bereits mit einer zweiten Konferenz nach Genua, an der Amerika teilnehmen soll. Im Auswärtigen Amt in London wurde bereits ganz offen von dieser zweiten Konferenz gesprochen. Die ern- zige Schwierigkeit bestehe nur noch in der Einladung Rußlands.

Die Antwort an Rollet.

n* Berlin. (B. T.) Wie aus parlamentarischen Kri­sen verlautet, wird die Reichsregierung auf den Protest der alliierten Militärkoutrollkommission gegen die deut­schen Schießausbilöuugsvorschriften voraussichtlich in den nächsten Tagen eine Note überreichen. In dreier Note wird der Korrtrollkommission der Sinn der beau- standeten Vorschriften auseinandergesetzt und daraus Hiugewieien merben, Saft zu irgendwelchen Einwenduu-

' Grund vorliege.

IpiMm^UWMWBWMWWWWBBMBaJMMMMMa

i ^Wieso?"

-Sie sehen so sonderbar aus! So beängstigend!"

Sie lacht ein seltsam hohles, unheimliches Lachen.

Unsinn! Lassen Sie sich keine Raupen im Kopf her« kmrkriechen? . . . Wie war es doch? Ein Tropfen - Jugend. Zwei Tropfen Exaltation. Fünf Tropfen « Nervenerschlaffung. Zehn Tropfen Geistesge- t störtheit. Zwanzig Tropfen--- Tod!" memoriert sie ? leise für sich.

Das frische Gesicht Oberst Lundstats wird um einen Schatten bleicher. Mit festem Griff umspannt er eines ihrer dünnen Handgelenke.

rWas für finstere Gedanken lauern hinter Ihrer I Stirn, Frau Karin?"

Finstere Gedanken? Bah, Sie sehen Gespenster! Starren Sie mich doch nicht so an! Sie machen mich e ja ganz nervös! . . . Zehn Tropfen Geistesgestört­heit. Zwanzig Tropfen--Lassen Sie sich ein paar Tropfen von dem alten Hexenmeister da geben, guter Freund sagen wir zwei! damit sie Ihnen die Gespenster vertreiben hahaha!"

Und mit einem Ruck befreit sie ihre Hand aus i seinem eisernen Griff.

Kopfschüttelnd tritt der Oberst zurück. Madame Karin kommt ihm heute direkt unheimlich vor. Wa­rum ist er überhaupt ihrer Einladung gefolgt? Im Grunde genommen ist es in Chrutiania doch viel amüsanter, als hier auf dem alten Eulerschloß, in dein der Schloßherr wie ein Geist des Nachts Der nun spatie:1 und seine Schwester allerhand Bosheiten aus- hells. : cu die andern noch bleiben, wenn sie wol­lend tr t Tb morgen früh seine Sielreufachen packen und verschwinden. Sela!

(Fortsetzung folgt.