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x J i : Erscheint 3mal wöchentl. Drahtanschr.: Kreizblatt'Schlüchtern. :

! Druck u. Verlag Fa. T. Hohmeister, Schlüchtern. Berantwortl.

i g I 1 :Schriftleit. H.»E. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Drei- :

O rbrüderstr. 9. - Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung ab. ;

-Stronisperre erlischt jede Verpflichtung aus Schadenersatz. *«» »»

Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern

tIkuftrierte Kawm«nat«»tika,k$es Atatt »er Mode«/')

Ar 21

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Zum hundertjährigen Bestehen des Kreises Schlüchtern.

Bon R ktor G. Maidfeld zu Steinau.

IH. Die Verhältnisse im Kreise zur Kmhesstschm Seit öis zum Jahre 1866.

4. Da- Kircheuweseu

(Fortsetzung.)

y Die kirchlichen Verhältnisse in den katholischen Orten.

Wm« hier vonkatholischen" Orten schlechthin geredet Äitb, so ist das nicht so zu vergehen, als wenn diese Orte ^(n soll j her dauernd katholisch gewesen wären. Das ist Bt der Fall. Im Gegenteil, es handelt fich hier nur um Mhsbfierte, d. h wieder katholisch gemachte Orte; denn in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte die Re­lation auch in diesen Orten ihren Einzug gehalten. Im M 1573 z. B. war sogar Fulda eine völlig evangelische Stadt, undniemand konnte sich entsinnen, jemals dort ^m lateinischen Cultus oder den Gebrauch des Weih- Büffets, des Rauchfasses oder die Um«ragung der Hostie j^-hm zu haben". Auch von Salmünster sagte der von 1603 bis 1609 dortselbst wirkende Pfarrer Haal in seinem Farrbvche", daß dort 1572nit mehr funden worden wir» als eine katholische Matron. Ebenso war es in da Landorten. Aber durch den Fürstabt Bal-hrftr von Dmadach, der, obwohl evangelisch geboren und erzogen, wirt b?m Einflüsse der B schöie von Mainz und Würzburg md seines Schwagers, des Oberamtmann S Lppold von Strahlendorf auf dem Etchsfelde, mit dem bittersten Haffe gtgtti den Protestantismus erfüllt worden wir, wurde der iiailolitisma« wieder eingrführt, wenn auch unter heftigem Widerstände der Bevölkerung und des Adels, besonders der vmm von Hütten zu Soden.

Auch andere Orte, die vorher nicht fuldisch gewesen narrt, wurden wieder ckmhoktsch gemacht. U -rzrL- aas dem Hafen User der Steinaubach, Klesherg, die Schmidtsrühl« inb die Ulrichsherger Höfe z. B., die vorher zum Kirch- Hiele Hintersteinau gehört hatten und evangelisch gewese, Me«, kamen nach dem Aussterben der Familie von Mörle, arnaant Böhm, 1699 durch Kauf und Tausch an den Fürstak» PlaciduS von Fulda, und di-ser führte nun nach tn Bitte der Zeit von staatSwegen und zwangsweise den Katholizismus wieder ein.

Bei Errichtung des Kreises im Jahre 1821 gab es drei latholische Pfarreien in unserem H?imatsaehiete:

1 Salmünster mit Salmünster, Soden, Salz, Ahl, Eckard- roth, Kerhersdorf, Mahlert, RamSthal, Marborn und Katholisch-Wüllenroth;

Mmbach mit Ulmbach, Klesberg, Uerzell, Renstall, Raben- Rein, R bsdorf und Sarrsd, und

3- Huslz mit Herolz, Sannerz und Weiperz.

Sie gehörten in kirchlicher Beziehung zur Diözese Fulda. Diese war damals freilich verwaist; deau seit dem Tode des letzten Fürstabts und Bischofs Adaw-rt von Harftall am

Der Liebe ewiges Licht.

Roman von Erich Friese«.

36)

Ebba sitzt mit im Schoß gefalteten Händen aus der kleinen Bank im Gewächshaus. Ihre Augen schweiren $er die Blumen und Kräuter hrnweg, ziellos ins Wette. Um ihre Lippen liegt ein Zug von Abge- lpanntheit - die änderen Zeichen innerer Unzufrie­denheit.

Nur selten noch findet sie eine Viertelstunde rühr R Alleinseins mit sich selbst. Ihrer Pflichten sind iebt zu viele. Neben ihren Haushaltungsoblregen- heiten und Meister Wybrands' unbewußter Tyrannei, hat sie, zu ihrem größten Mißvergnügen, nun auch w$ dir bewundernde Aufmerksamkeit sämtlicher männlicher Gäste von Schloß Askö über sich ergehen zu lassen.

Denn zu den beiden andern, dem sie anhimruelnden Poeten und dem satirisch liebenswürdigen Börsen «Mime, hat sich auch noch der brave Oberst zugesellt.

^Zuerst »alte Oberst Lunbstat sich i« -»aemessener «egen im «tantunoen W'«.Ä »uq-rmm» gehalten. Bald aber fing dasabg-lar- mu»°" ' ^ÄL'^E^Ä ÄW .,w? iil IlnaW «'KL°^°L"l'dS^

fr« ton Gewissensbissen war. Dann aber, als er «ah. ! m d>e ^<dEgen der H«««-n S*,"11^^ mit welcher Zudringlichkeit Jonas Abramsen zu Werke I ivgar manchmal so tut, als ob ge (Stauen daran tanot. ging, steigerte sich dies Interesse zur Spamrung. Und Heute endlich hat sie sich für kurze Zeit von den bald betrachtete er es wie einen persönlichen Triumph, vielen jetzt auf ihr lastenden Pflichten frergemacht und wenn die ernsten Mädchenlippen eine derartige dreiste ; ist in ihr früheres kleines Paradies gefluchtet,

!NUa, steigerte sich --------- ----- dalb betraiÄete er es wie einen persönlichen Triumph wenn die ernsten Mädchenlippen eine derartige dreiste Huldigung stolz zurückrviesen.

Dieses beständige Beschäftigen mit bei1 Suche harte tot natürlichen Folge, daß der Oberst, dessen Herz ohnehin leicht Feuer fängt, trotz seiner vorgerüctten i WS sich selber in den G-genstand seiner täglichen

Samstag, 18 Februar 1922

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8 Oktober 1814, hatte das Bistum Fulda aufgehört zu b stehen Erst durch Kurfürstliche Verordnung vom 31. August 1829 wurde es auf Grund der päpstlichen Bullen Provida solersque vom 16. August 1821 und Ad dominici gregis custodiam vom 11. April 1827 wieder neu errichtet und erhielt am 21. September 1829 in der Person des seitherigen katholischen Pfarrer von Kassel Joh. Adam Sieger wieder einen Bischof.

Die Kurfürstliche Verordnung vom 30. Januar 1830 sodann sicherte den Katholiken das freie Bekenntnis ihres Glaubens und die öffentliche Ausübung ihres Kultus zu und gewährte ihnen die gleichen Rechte wie den andern im hessischen Staate öffentlich anerkannten Kirchengesellschaften.

Im Jahr« 1834 wurden die drei Pfarreien Salmünster, Ulmbach und Herolz zum Landkopitel (Dekanate) Großen- Über geschlagen, 1841 aber dem Laadkapttel Reuhof unter­stellt.

Als Pfarrer werden genannt:

1. in Salmünster *)

1821: Pater Wolfgaug Koch,

1832: AloyS Merz,

1841: Heinrich Weiß,

1847: Amand Möller,

1850: SturmiuS Müller,

1853: Leonhard Malt am» ,

2. in Ulmbach:

1821; Christoph Leinberger,

1822: Konrad Kern, 1851: Franz Kind;

3. in Herolz:

1821: Georg Kalb,

1822: E. Hades,

1839; Heinrich Joseph Stuarps,

1847: Joseph Hofmann, 1850; Äonrab Höck,

-. 1E: Paul Wehner,

1858; August Waldner,

Kapläne:

1841: Karl Engel, 1843; August Waldner.

Das Franztskancrkioster zu Salmünster ist seine alte Gründung, wie man manchmal in sogen.HrimatSkunden" lesen kann, sondern verdankt seine Entstehung den FranziS- kanern von Grlnhausm, die am 13. April 1649 von dort vertrieben wurden und sich am 2. Sspember 1650 nach Salmünster begaben, wo sie sich nunmehr niederließen und später das Kloster erbauten. Ihnen wurde hier die Stifts kirche des alten KollegiatstiftrS und die Pfarrei zu den hell. Aposteln Petrus und Paulus übergeben und die Wahr­nehmung der Seelsorge im Pfaarbezirke Salmünster über­tragen.

An der Spitze des Klosters stand der Präses oder der n Für absolute Genauigkeit der angegebenen Jahres, zahlen kann keine Gewähr übernommen werden

Beobachtung ein wenig verliebte und ebenfalls an* yng, Ebba Aufmerksamkeiten zu erweisen.

Unö er ist von den drei Herren entschieden der Be­vorzugte, weil er seine Huldigungen in die ebeganten Forme» des Gentleman kleidet.

Ebba hat keine Ahnung von den Schlingen, die Neid und Bosheit ihr gelegt. Aber sie fühlt instinktn», wie ihre Stellung auf Schloß Askö sich von Tag zu Tag schwieriger gestaltet. Die drei Damen gehen ihr ostentativ aus dem Wege und ignorieren, wie aus ge­heime Verabredung, ihre Gegenwart. Und sie mußte kein Weib sein, wenn nach dieser beabsichtigten Krän­kung die Höflichkeit und Ehrerbietung, mit der der junge Poet bei ihrem Nahen aufspringt und ihr ent- gegengeht oder Oberst Lundstat^ ihr einen Stirbt zu- rechtrückt, sie nicht angenehm berührte.

Vielleicht, daß ihr Blick nach solchen kleinen Rirter- diensten einmal etwas zu sreurrdlich ist, ihr Dankes­wort zu lebhaft, ihr Lächeln zu lieblich. Aber auch sie ist ja auch nur ein Mensch mit menschlichem Empfin­den und menschlichen Schwächen. Und der offenkundige Haß der drei Damen reizt sie unaufhörlich. Auch schmerzt sie das Bewußtfein, daß der Mann, ^r sie gegen jene Kränkungen in seinem Hause hätte schützen

"ch daß dieser so heiß geliebte Mann sich ganz

Tor zum .Kräutergarten hat sie hinter sich abgeschlossen. Und nun nist sie in wonneualler tflui nnt.ui inmrtten ihrer Pflanzenpracht und grübelt über ihr jetziges Leben nach ... . >

Wenn doch die vier ^i/Jd erst n.m wären, die

74. Iabrgang

Guardian. Die Jasaffen gliederten sich in Patres und Laienbrüder.

Als Guardtane werden genannt) :

1821: Bruno Scheller, 1829: Wolfgang Koch, 1833: Heinrich Weiß, 1845: Amandus Möller, 1850: Cyrill Hildmaan, 1854: Rudolf Keller, 1855: Leonhard Malkmus, 1860: AntoniuS Keller;

als Patres:

1821; P-t. Sigmund Müller, Wolfgang Koch, Leopold Knips, Alopstus Merz, GpruS Sauer, DominkcuS Rimbach,

1829; Eugen Böhm,

Hierovpmus Koch, 1831: Cyrill Hildmaan, 1834; Benedikt Eadres,

1835: Bouifa, Diebel, 1837: SturmiuS MLller, 1843: Sigismund Koch, 1850: Aegil Pappert, Aaselu Kremer, Maximilian Kircher, 1851: Jsidor Modest, 1854 ^Leonhard Malkmus, Hermann Fink, 1855: August Möller, 1856: Anton Keller, 1862: Jnuokeuz Modest, Baptist Ried,

1863: Bouaventura Iahn, 1864: Benantius Eder, Xaverius Post,

1865; Florentinus Reinhard, Alphonfus Jordan.

Diejenigen der Pattes, die als Pfarrverweser in Sal- Münster wirkten, sind bereits bei Besprechung der dortigen Pfarrei genannt. Diejenigen, die ein Lehramt an der Stadtschule dortselbst bekleidetm, werden bei Darstellung des Schulwesens genannt werde».

Die Zahl der Laienbrüder schwankte zwischen 3 (1830) und 8 (1861), betrug aber gewöhnlich 5, 6 oder 7.

c) Die kirchlichen Verhältnisse in den Orten mit konfessionell gemischter Bevölkerung.

Es kommen bier vorzugsweise, wie schon eiüleitead gesagt wurde, die Kondomiuatsorte des Tiangrandes: Oberffun, Mittelsiau und Aura, sowie das Meugedorf Züutersbach und die Dörfer NttrichsSauft» und Sanaerz in Betracht.

Die Kondominarsorte »u ^ianyiMiw. CJäüii .. - sinn und Aura standen ursprünglich den Herren von Hütte» und den von Thüngea zu und waren durchweg evangelisch lutherisch. 1616 aber verkaufte Florian von Hütte» feine Güter zu Aura an Konrad von Breideabach und 1648 überließen Daniel und Anna Rosina von Hütten außer dem Amte Altengroaau auch ihren AnteU an Ober- und M ttel- stu» an Heffen-Kaff-l. Der von Thüngeusche Anteil jedoch ging teils an das Stift Würzburg, teils an die von Frohn- Höfen und teils an das Juliushospital zu Würzburg über. Später erwarb das Stift Würzburg auch den Frohnhof'schen Anteil und führte zwangsweise bei allen Würzburger Unter- tauen den Katholizismus ein. Hessen ließ dies zunächst ruhig geschehen; aber am 15./25. Mai 1671 wurde zwischen ihm und Würzburg zu Hammelburg ein Rezeß errichtet, in dem die Verhältnisse der lutherischen und katholischen

*) Für absolute Genauigkeit der angegebenen Jahre», zahlt« kann keine Gewöhr übenrommt« werden.

Karin für ihren Befuch auf Schloß Askö bestimmt hat! Wenn wieder Ruhe und Frieden in die ehrwürdigen Räume einzögen? Wie eine Entweihnng er,chernt ihr der laute Trubel und das frivole Lachen und Schäkern. Ost scho» nahm sie sich vor, sich ganz bet ihrem Vater unten im Erdgefchoß ernzukapseln und die uuangenehmen Gäste dort oben zu ignorieren. Aber wäre das nicht ein Unrecht dem Manne gegenüber, dessen Brot sie ißt? Was kommt es schließlich darau-' an, ob ihr diese Merrfchen, die sie wohl nie im Lebert lviederseben wird, antiputhisch sind oder nicht ? t?/ erfüllt einfach die Pflichten der Hausdame, wenn sie sich den Eigentümlichkeiten der Gäste anbeauemt. Nichts weiter. .

Ein leises Rascheln drouße>i im Krautergarten sie in ihrem Nachdenken. Verwundert wendet sie den Kopf- ,

lind jetzt rasche Schritte . . . ein treudiger Aus-

' Sigurd Ekdal eilt durch Gewächshaus - direkt auf ^^ Unangenehm überrascht springt sie auf. Ihre Augen blitzen den dreisten Gindringlich empört an.

Mas wollen Sie hier? Weshalb stören w tmdi in meiner Einsamkeit?"

Verzeihung, boldeste aller Blumen!" fleht er mit einer großen Geste.

, Ww sind Sie überbiUrpt beremetommen ?

Tor ist abgeschlossen!"

^Da durch."

Und er deutet auf die schmale Oeffnung im Zaun, durch di- sie selbst sich als Kind oft durcimezwängl

Wie durften Sie es wagen- Der Eintritt hier m seoermann streng verboten!"

^ konnte nicht anders. Mein Herz trieb mich her das Poetenherz, das andere Wege wandelt, als grwöHnliche Sterbliche." .

(Fortsetzung folgt !

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