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Nr. 19

Schlüchterner Zeitung

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Bezugspreis Vierteljahr!. 15.Mk., einzelne Monate 5.Mk. durch Boten frei HauS ob. durch b. Post (einschl. Bestellgeld) Anzeigenpreis je mm einspaltig 1.- Mk., Reklamen 2.50 Mk.: Rabatt nach Tarif. Postscheckkonto : Frankfurt a. M. 11402.; Bankkonto!: DreSdner Bank Schlüchtern, Fernsprecher Nr. 65.

Amtliches Organ für Stadt und Kreis Schlichtern

_______________________(Mustrierte Kalömonatsöellaye$($ Wtatt der Moden.")

Aus der Heimat.

* (Landmanns Arbeit im Februar). Mit dem Monat Februar beginnt auch die Arbeit des Landmannes von neuem. Zwar beschränkt sie sich in der Hauptsache auf eine vorbe­reitende Tätigkeit für die Arbeit dls herannahenden Früh­jahrs, immerhin ist jedoch die Zeit der völligen Ruhe und des Abgesperrtseins von jeder Betätigung wieder einmal Darüber. Das für die demuächstige Aussaat bestimmte Saatgut wirb jetzt sortiert, wobei ein erfahrener Landwirt auch soge­nannteKeimversuche" machen wird, um festzustellen, ob das Saatgut noch etwas taugt, oder etwa, wie es bei langem Lagern der Fall sein kann, bereits verdorben ist. Ein solcher Kliriuersuch wird folgendermaßen vorgeuommen: Man weicht eine größere Anzahl (4050) Samenkörner einen vollen Tag lang in ständig lauwarm gehaltenem Master ein, bringt dann die vollgesogenen Samen in die Falten eines zusammenge- kaüllten, mit lauem Master feuchtgemachten wollenen Lumpens, legt letzteren hierauf hinter den Ofen und hält ihn 34 Tage lang durch ständiges Besprengen mit lauwarmem Master dauernd feucht. Nach 4 Tagen stellt man fest, wieviel Körner zu keimen begonnen haben, und kann hieraus einen Rück­schluß auf die prozentuale Keimfähigkeit des ganzen Saat- jukS entnehmen. Sieben der Sortierung des Saatgutes verlangt auch der Obstgarten noch einige Betätigung. Die AuSholzung mancher Oöstbaumforten kaun erst jetzt vorge- «»mme« werden. Um die Baumstämme herum schichtet man außerdem jetzt etwas verrotteten Dung auf, damit der Boden bei allmählichem Auftauen die Düngung nach und nach auf faufei Di-s Verfahren ist dem Baume zuträglicher als eine zu scharfe und plötzliche Dullgrmx späLer : R-^-urrd Aprils

* (Vom See-Main-Kanal). Eine erfreuliche Nachricht ist in der Kavalavgelegesheit zu verzeichnen. Bei der bis- Herigeu Projektierungsarbeit hat sich herausgestellt, daß für bie ganze Linienführung des Fulda-Kinzig-Kanals kein ein­ziges Tunnel erforterlich ist, weder für die Kinzig- noch für die Sinnstrecke. Damit ist unser Projekt gegenüber dem­jenigen der Merra- und der Lahnintrreffeuteu bedeutend günstiger gestellt. Neuerdings find für die Vorarbeiten auch wieder wesentliche Beiträge gezeichnet worden. Die Mittel­deutsche Hartsteinindustrie und die Mitteldeutschen Basalt- «tlke in Hünfeld stellten 28 000 Mark zur Verfügung, ferner Selnhausen 8 000 Mark. Ein Glückauf dem Mühen für den Fulda-Kinzig-Kanal!

Schlüchtern, 13. Febr. Wir können den Mänser- zesangverein unserer Stadt zu dem großen Erfolg seines gestrige« Konzertes beglückwünschen. Nach der Einladung des Abends durch ein Musikstück, das die neugegründete Kammermufikvereinigung spielte, sang Frl. Urbachdie Lotos­blume" von Schumann,Mondnacht" von Schumann und Ltäudchen" von Schubert. Die Auswahl dieser Lieder »erriet an sich musikalischen Geschmack. Bei der kurzen Dauer des gesanglichen Unterrichts, den Frl. Urbach genossen hat, und bei ihrer Jugend überraschte sie durch ihre Sicher­heit und AuSdruckfähigkeit. Ss wäre sehr zu wünschen, daß ihr Talent durch sorgsame unterrichtliche Pflege aus den vielversprechenden Leistungen des gestrigen Abends war ihr seitheriger guter Unterricht zu erkennen weiter ausgebildet und gekräftigt würde. Der reiche Beifall, der Frl. Urbach ge- Heudet wurde, wird sie vielleicht weiter ansporne». Herr Rudolf spielte ein Violin-Roudo von Beethoven, daS er schon beider vaijährige« Beethovenfeier in der Seminaraula gespielt hatte, mit großem Schwung. Auch Herrn Rndolf müßte sein Erfolg zu einer ferneren Ausbildung anregeu. Die Konzertsängerin Frau Grauer-Fischer, deren Verpflichtung für den Abend überaus glücklich getroffen war, sang die $rk:Und wenn ich mit Engels-Zungeu redete und hätte her Liebe nicht, so wäre ich ein tönnend Erz und eine kliugende Schelle", die nicht auf dem Programm stand, in Dingend hinreißender Meile. Ihre übrigen Darbietungen, bie sie noch durch eine Zugabe erweitern mußte, waren klassisch und von hohem Rang. Es kam in ihnen auch der Humor nicht zu kurz. Der Beifall, den Frau Graner-Fischer erntete, zeugte von der Ergriffenheit des dankbaren Publikums. Das SoloquartettdesGesangvereius trag durch einige öffentlich noch nicht gehörte Lieder wesentlich dazu bei, daß die ganze Veranstaltung auf einem hohen Niveau stand. Der Männerchor mußte im ersten Teil des Programms dieWanderschaft" von Zöllner wiederholen und im zweiten Teil denTrom- ptter^antzder Katzbach" als Zugabe singen.Schön Roh- traut" (Veit),Heimweh" (Stollwerk),Frühlinasahnung" (Weber), der Jägerchor a- b. OperFreischütz (Weber) und Jäger aus Kurpfalz" machte« den Abend reich, und schön.N Es ist der Schriftleitung ein angew hmes Amt au dieser Stelle dem Leiter des MännergesangvereinS, Herrn Seminarmufiklehrer Gremmels, dem Chor und allen Damen und Herren, die mitwirkten, im Namen des sehr zahlreich ttschienenen Publikums ihrem Dank Ausdruck zu geben.

Kreisblatt

Dienstag. 14. Februar 1922

* Schlüchtern. (Sport.) Das am 12. 2. in Elm fällige Verbandsspiel Elm 1. Schlüchtern 1. mußte aus- fallen, da der Schiedsrichter nicht erschienen war. Man einigte sich an dessen Stelle auf ein Freundschaftsspiel von 2 mal 30Minute«. Trotz des Schnees wurde'dev zahlreich erschienenen Zuschauern ein flottes, wirklich erstklassiges Spiel vorgeführt, das Schlüchtern dank seiner eifrigen schußfreudigen Stürmerreihe mit 7:3 für sich entscheiden konnte., Sämtliche Spielerkbeider Parteien zeigten sich von der besten Seite. Beide Vorwörter klärten manch totsichere Sache im letzten Augenblick mit verblüffmder Ruhe.

* Züntersbach (Kreis Schlüchtern). Herr Lehrer Agricola von hier hatte das Glück im hiesigen Kirchenwalde einen Keiler mit einem Gewicht von über 2 Str. zu erlegen. Weidmannsheil!

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Amtlicher Ceü.

J.-Nr. 1005. Die Mitglieder der Maurer- und Zimmerer- zwonasivrmng werden zu der am 18. d. Mts. vormittags 10 Uhr im hiesigen Kreistagssaal stattfiadenden Versammluvg der Müllerzwangsinnung, an der auch ein Vertreter der Handwerkskammer teilnimmt, eingeladen (Siehe Bekannt- machung vom 1. Februar d Js.SchlüchterverZ-itungNr. 16)

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Mitglieder der Maurer- uud Zimmererinuung ihrer Gemeinde zu dieser Versammlung nochmals besonders laden zu lassen.

Schlüchtern, den 9. Februar 1922.

Der Landrat. I. V. Schultheis.

3k2£s 1262 Die Q^tSvoliMebördeu -werden an die umgehende Erledigung meiner Verfügung vom ju. wn». Nr. 996 Schlüchterner Zeitung Nr. 15 betr. Einsendung der Anzeige über die Zahl der im abgelaufenen Jahre ausgestellte« Legitimationskarten erinnert.

Schlüchtern, den 10. Februar 1922.

Der Landrat. J. N. Schultheis.

J.-Nr. 1174. Das 3. (Jäger ) Bataillon, Infanterie Regi­ments Nr. 15 zu Cassel stellt am 1. April d.Js. eine größere Anzahl FreiwilligeZetn. Die näheren Bestimmungen können hier eingesehen werden.

Schlüchhern, den 11. Februar 1922.

Der Landrat. I. V. Schultheis.

Der biesmonattge Versorgungssprechtag findet am 15. d. MtS. von 912 Uhr vormittags im Kreishans hier statt.

Kriegsbeschädigte können z» dtesemTage in der angegebenen Zeit hier vorsprechen.

Schlüchtern, den 13. Februar 1922.

Der Vorfitzende des Kreisausschusses (Kreisfürsorgeamt.)

! J.-Nr. 1282. In der Gemeinde Poppenrod, Kreis Fulda, ist die Maul- und Klanensenche ausgebrochen unb in dem OrtSteil Paulsand, Gemeinde Dietershausen, ist die Seuche wieder" erloschen.

Schlüchtern, den 10. Februar 1922.

Der Landrat. I. V. Schultheis.

Kehentkiche Aufforderung zur ASgaöe einer Steuererklärung f-r die Beraulaqnng z«r Gittkommettsteuer für das Rechnungsjahr ISSL

Auf Grund dieser öffentlichen Aufforderung find zur Ab-

gäbe 1.

2.

einer Steuererklärung verpflichtet:

alle im Finanzbezirke Schlüchtern wohnenden oder sich dauernd oder nnr vorübergehend aufhaltenden selbst- ständig steuerpflichtigen Personen (Deutsche oder Nicht- deutsche);

sämtliche Personen, die, ohne' im Deutschen Reich zu wohnen oder sich aufzuhalte», in dem Finanzbezirke Schlüchtern Grundbesitz haben oder ein Gewerbe oder eine ErwerbStätigkett ausüben oder Bezüge aus öffent­lichen, innerhalb des Finanzbezirks gelegenen Kassen mit'Berufstätigkeit erhalten, soweit die vorstehend Ge­nannten nicht bei einem anderen Finanzamt eine Steuererklärung abgeben und soweit sie im Kalender­jahr 1921 oder in dem während^diesiS Kalenderjahre« endenden Wirtschaftsjahr ei« Einkommen vo» mehr

als 84000 Mark bezogen haben.

Steuerpflichtige, deren gesamtes steuerbares Einkommeu in dem Kalenderjahre 1921 den Betrag von 24 000 Mark nicht'überstieg, sind von der Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung für dieses Rechnungsjahr befreit, wenn dieses Einkommen nur aus dem Steuerabzug unterliegenden Ar­beitslohn oder aus solchem Arbeitslohn und sonstigen Gin- kommen bis zu 600 Mark bestand.

: Erscheint 3mal I>entt. Drahtanschr.: Kreisblatt Schlüchtern. ; ;Druck u. Verlag - T. Hohmeister, Schlüchtern. Verantwort!. ;Schristleit. Hochmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Drei- : Ebrüderstr. 9. JFalle höherer Gewalt, Betriebsstörung od. ; i Stromsperre erli jede Verpflichtung auf Schadenersatz. ;

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74, Jahrgang

Ohne Rücksicht a die Höhe und die Art des Einkom­mens ist zur Abgab der Steuererklärung verpflichtet, wer einen Vordruck zur Suerklärung zugesandt erhält.

In der Stmererkrung ist dem Einkommen des Ehe­manns das Eiukomnn seiner Ehefrau sofern die Ehe­gatten nicht dauernd -trennt leben und das Einkommen seiner zu seiner Havsrltung zählenden minderjährigen Kin­der (mit Ausnahme hoch des Arbeitseinkommens der Ehe­frau und Kinder) zuzrechneu.

Arbeitseinkommen der Ehefrau und der minderjährigen Kinder ist besonders «izugedeu.

Den Steuerpflichtien, die im Kalenderjahre 1921 ei« Einkommeu von mehrals 3000 Mark bis zu 24000 Mark bezogen Haben, wirdin ihrem eigenen Interesse empfohlen, gleichfalls in obiger Frist eine Steuererklärung abzugeben.

Ist ein Einkomm« auf Grund besonderer Buch- oder Geschäftsabschlüsse odr auf Grund von Bilanzen ermittelt, so sind Abschriften diser Buch- oder Geschäftsabschlüffe oder Bilanzen der Steuerekläruug beizufügen.

Die hiernach zur Abgabe der Steuererklärung Verpflich­tete« werden ergebenß aufgefordert, die Steuererklärung unter Benutzung des rorgefhriebtnen Vordrucks in der Zeit vom 15. Februar bis 15 März 1922 bei dem unterzeichneten Finanzamt etazureichn. Vordrucke für die Steuererklärung können von dem unterzeichneten Finanzamt bezogen werden. Die Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung besteht auch dann, wenn ein Vordruck nicht zugeht.

Die Vordrucke werden nach Aufstellung der Kontrollen den Steuerpflichtigen noch rechtzeitig übersandt werde«. Es wird dringend gebeten, Vordrucke vom Finanzamt erst dann einzufordera, wen« sie bis Ende Februar noch nicht über-

Die Einsendung schriftlicher Erklärungen durch die Post ist zulässig, geschieht aber auf Gefahr der zur Abgabe der Steuererklärung Verpflichtete« und deshalb zweckmäßig mittels Einschreibebriefs. Mündliche Erklärungen werden von dem unterzeichneten Finanzamt während der Geschäftsstunden Dienstags und Freitags zu Protokoll entgegengenommen.

Ueber sämtliche Punkte des Vordruckes ist eine Erklärung abzugeben. Nichtzutreffendes ist zu durchstreiche«. Unrichtige Angaben erstattet auch derjenige, der Punkte des Vordruckes durchstreicht, obwohl er eine Erklärung hätte abgeben sollen. Unvollständig ist die Angabe auch dann, wenn der Vordruck ganz oder teilweise richt ausgefüllt wird. Die Prüfung, was steuerpflichtig ist unt was nicht, steht dem Finanzamt, nicht dem Steuerpfitchiiger zu.

£5 Wer die Frist $« Abgabe der ihm obliegenden Steuer­erklärung versäumt, wird mit Geldstrafen bis 500 Mark zu der Abgabe der Struererklärung angehalten; auch kann ihm ein Zuschlag bis zi 10 v. H. der endgültig festgesetzten Steuer auferlegt werden.

Wer zum eigewn Vorteil oder zum Vorteil eines andern nicht gerechtfertigte Steuervorteile erschleicht oder vorsätzlich bewirkt, daß die nad dem Einkommensteuergesetze zu entrichtende Einkommensteuer rerkürzt wird, wird wegen Steuerhinter­ziehung mit einer Seldstrafe im fünf- bis zwanzigfache« Be­trage der hinterzogne« Steuer bestraft. Neben der Geldstrafe kann auf Gefängnb und unter Umständen auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, sowie auf Bekanntmachung der Bestrafung auf Koten des Verurteilten erkannt werden (§ 53 des EinkommenstaeraesetzeS und §§ 359 ff. der Reichs- abgabenordnung). Wer fahrlässig als Steupflichttger oder als Vertreter ode bei Wahrnehmung der Angelegenheiten eines Steuerpfliötigen bewirkt, daß die Elakommensteurr verkürzt oder Steuervorteile zu Unrecht gewährt oder belasten werden, wird wegen Struergefährdung mit einer Geldstrafe bestrot, die im Höchstbetrage bald so hoch ist wie die für die Steuerhinterziehung angedrohte Geldstrafe (§ 367 der Reichsabgadnorduung).

Schlüchtern, den 7. Februar 1922.

Finanzamt. Schewe.

NetrissiKapiLatertragsteuererLtarung.

Wer in de Zeit vom 1. Januar 1921 bis 31. Dezember 1921 fällig gewrdene Kapitalerträge der nachbezeichneten Art: a) Diskoweträge von inländischen und ausländischen Wechseln und Luweisuugkn eiuschl. der Schatzwechsel.

b) Erträg aus ausländischen Kapitalanlagen insbeson­dere Dividendi, Zinsen von festverzinslichen Wertpapieren, Darlehns-Hyrthekenzinsen bezogen hat, ist verpflichtet, eine Kspitalerrrgfteuererklüeung abzugeben. Die Ver­pflichtung zmAbgabe der Kapitalertragüenererkläruug besteht mit Ausnahn der im § 39 der AuSfÜhrungSbestimmungen zum Kapitattragssteuergesetz bezeichneten Fällen ohne Rück­sicht auf dte)öhe der bezogenen Erträge und auch dann, wenn die obt bezeichneten Erträge in einen land- oder forst­wirtschaftlich« oder gewerblichen Betrieb oder außerhalb eines solchemnfallen; über Diskorrtbeträge (oben unter a)