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Amtlicher Organ für Stadt und Kreis Schlüchtern
Kreisblatt
t Erscheint 3mal wöchentl. Drahtanlchr.: Kreisblatt Schlüchtern. ; »Druck u. Verlag Fa. C. Hohmeiilei,Schlüchtern. Bcrantwortl. ! tSchriftleit. H.-E. Hohmeister, Schlüchtern. Geschäftsstelle Drei- : xbrüderstr. 9. — Im Falle höherer Gewalt, Betriebsstörung ob. ; ;Stromsperre erlischt jede Verpflichtung auf Schadenersatz. •
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(Altustrierte Kawmon«tske!la?e „Das Hlkatt der Moden")
Nr 15
Samstag. 4 Februar 1982
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74. Jahrgang
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Daß die Aufnahme He
ach dem, was sich
schen Antwortnote au die ager der Entente nicht ir nicht schwer vorauszu- retzter Zeit zwischen Lon»
do» und ParG abgespiels . sonnte man mit Sicherheit an nehmen, daß bei, '.rn ehemaligen Feinden Listigkeiten darüber n würden, ob und unter Ischen Bedingungen n W ) nun mit Deutschland anj den Verhandlungstisch M sollte. Unsere 'Antwortete, die bekanntlich in zu eile zerfällt, — in die Darlegung der beabsichtigten Maßnahmen zur Ansvalau- zierung unseres Budgets wie in die Erklärungen über- die Möglichkeit oder vielmehr Unmöglichkeit der Erfüllung der Reparationsleistungen — betont zum ersten Klü, daß jede Zahlung neuer Reparationsraten eine Verminderung unseres Kredits und damit eine weitere Entwertung unseres Geldes mit sich bringt. Nun »:s auf der Hand, daß mit dieser Tatsache in den bunöstaaten bereits seit langem gerechnet werden mußte. Es ist unmöglich anzunehmen, daß man in England, Frankreich, Belgierr, Italien oder Umerifa diese fundamentale Erscheinung außer dicht gelassen hat. In den beiden großen angelsächsischen Reichen bemühte man sich ja bereits seit geraumer Zeit, diesem Umstände Rechnung zu tragen, um einigermaßen erträglche Zustande durch sie Gewährung eines Moratoriums zu schaffen und dadurch eine zeitlang wenigstens den deutschen Fi- imnien die Möglichkeit zu geben, sich wieder etwas zu erholen. Die Versuche waren geringer Art und stießen bisher, besonders nach dem Mimsiermechfel in Paris, bei den Franzosen auf äußersten Widerstand. Aus dieser Werlegung heraus ergibt sich ohne weiteres die Stellungnahme Englands auf der einen Seite und Frankreichs auf der anderen aur deutschen Antwortnote au die ReparatiMskommi^sion.
Jenseits ^es Aermelkanals hat man schon vor Al icnöung des eutschen Antwortschreibens eine befriedig gende Aufnah ae der deutschen Rote vorausgesagt. Man erklärte,-Laß»-sich über die deu-st.-n Vorschläge reden ließe, und daß diese Vvr schlage im großen uno ganzen befriedigend sein würden.- Abgesehen uon der etwas schwankenden Haltung der Northeliffblätter, Times und Daily Mail, ist dieser Standpunkt auch heute der gleiche. Vor allem will man verhandeln, und es ist klar, daß ein solcher Wille heute nach den bisherigen Erfahrungen vvw uicht zu unterschützendem Werte ist, wenn man daran auch noch keine allzu großen Hoffnungen knüpfen darf. Die deutsche Erklärung, daß man sich trotz der großen Schwierigkeiten bemühen werde, die geforderten 720 Millionen in Barleistungen zu bezahlen, muß in London natürlich befriedigen, wenn man sich daran erinnert, -aß bei den diesbezüglichen Besprechungen in Cannes von den britischen Sachverständigen die Meinung aus- gesprochen wurde, daß Deutschland nur 500 Millionen zu leisten im Stande wäre. Dort stellt man zwar mit Bs- friedigung fest, wie dies zum Teil auch in England geschieht, daß das Kabinett Wirth eine Stärkung erfahren habe, sagt jedoch, daß Deutschland bei den Barzahlungen noch unter 720 Millionen Goldmark heruntergehen wolle, obwohl in Cannes nicht einmal festgestellt worden war, ob nicht sogar 900 Millionen gefordert werden sollten. Darauf iviK man also in Paris hinaus. Die Männer um Poinraree möchten am liebsten die volle Summe von 900 Millionen Goldmark ungeachtet der un- WerwiuLlichen Hindernisse, die sich einem solchen Aderlaß entgegen stellen müßten.
Der Liede ewiges Licht.
Roman von Erich Friese«.
80) (Nachdruck verboten.)
Ja, nicht nur Geringschätzung, sondern Verachtung. Ebba kann sich darüber nicht mehr im unklaren sein. Was hat sie getan, um diese Verachtung zu verdienen? Was hat sie getan, daß jene Frau es wagte, ihr bereits bei ihren: ersten Eintritt inS Haus ein Schimpfwort ins Gesicht zu schleudern?
In ihrer ersten Empöruna hatte Ebba damals beschlossen, der Beleidigerin ihrer Frauenwürde nie mehr unter die Augen zu treten. Um Gunnars willen gab sie den Gedanken auf. Soll sie ihn in dieser für ihn vhnehiu schweren Zeit sich völlig selbst überlasten? Sie allen: weiß, was ihn die höflich verbindliche Miene kostet; weiß, wie er mit sich sümpft, um den Pflichten des Gastgebers nuchzukommen. Soll sie sich schwächer zeigen, als er? Nein, was e r kann, bringt auch sie fertig!
So beschloß sie denn, jene Beleidigung zu ignorieren, so zu tun, als habe sie sie gar nicht gehört. Und das Opfer wird ihr nicht allzu schwer, in dem Be wußtsein, daß es für ihn geschieht — für den Stkll- geliebten.
Und seltsam — je n:ehr ihre Liebe zu Gunnar an Stärke und Innigkeit zunimmt, um so tiefer verschließt sie dieses Gefühl in ihrem Innern.
Aber die Augen der Liebe sehen scharf. Sie gewahrten, wie Gunnar bei dem Anblick des kleinen Olaf zurückschreckte. Weshalb? .... Was bedeuteten öle Worte: „Niemals kann Gunnar von Helgeland Eyolf von Solvegs Sohn lieben?" .... War Olafs Vater nicht Gunnars intimster Freund? Ebba entsinnt sich noch ganz genau des flotten Studenten mit dem brennend roten Haar, der wir die Ferien zusammen mit Gunnar auf Schi ö zubrachte. Wesbalb also plötzlich dieser Haß> . .
Streik der Eisenbahnbeamteu.
Berlin, 2 Frhr. Die Lag?, die durch den Streik der Reich: ßcwerkiHaft der E.senbühubeamten und -Anwärter ge schaffe« ist, läßt sich im AsgrMlck natürlich nicht üLersehev, da erst im Laufe dks Vo m ttags festgestellt werden kaun, wie viele Beamten zum Dienst erscheinen werden; doch Ueges Meldungen vor, wonach auf einzrlne«. Bahnhöfen das Maschinenpersonal zum Teil schon vor Mitternacht ihre Dienststelle« verlaffen hat, sodaß z. B. ein vor 12 Uhr führender Personenzug nach Schneidemühl nicht hat abgefertigt wcrden sönnen. Der Attiovsausschuß der Streikenden will, wenn er die Macht hat, euch die Lebensmittelzüge nicht fahren lassen und verb .stet, daß der Streik nur 24 Stunden dauern und dann mit einem Sieg der Arbeiterschaft enden xbW. St hofft auf dies- Brise, zögernde Beamte mit sich zu rcitzen. Immerhin ließ sich schon in den frühen Morgen- siurdm feftsteFen, daß das L amtcnp Zonal zahlreich zu den Dienftßellru eilte.
Der „VorWäriS" nimmt von der Erklärung beS Eisen- bahMverbaudes gegen bb Verordnung des ReichpMdentm und die Ber üguug des PHzeiprästdevten Notiz, fügt aber hinzu: Auch wir hätten °s begrüßt, wenn es zu solchen Verordnungen nicht hätte kommen brauchen; aber es liegt eben in der Natur der Sach >, daß ein solcher Kampf zwischen dem Staat und einem irregeleiteten Tal seiner Beamtenschaft, wenn er einmal ausbritzt, in voller Schärfe entbrennen muß. Er wird sich notwendigelweffe in dem Maße verschärfen, in dem die Gefahr wächst, b.tfj es wirklich zu umfangreichen SMlegvngen des Verk hrs und dam't zu schweren Schäd!» zungen der allgemeinen Be ksintsreffen kommt. Die Rrichs- gewerkschast hat den ungA uren Fehler begangen, sich auf die Anwendung von Preff! mittelK zu verlaffen; die Okffent Lichkeit für bic Fv»^A.AsA..
schien ihr weniger wichtig. Dadurch hat sie der Sache der Beamten schweren Schaden zugefügt und eine Kluft zwischen ihnen und der übrigen arbeitenden iAevölkrnmg ausgeriffen. Sie kann jetzt uichis anderes tun, als auf eins möglichst rasche Beilegung des Konflikts hinwilken; den Beamten aber ist auf alle Fälle zu raten, daß sie sich auf eine so übel vorbereitete Kraftprobe gar uicht erst siulaffen. Damit wird ihrer Sache und der Allgemeivheie, von der sich die ihre nun einmal uicht trennen laßt, am beste« gedient sein.
Hamburg, 2. Febr. Gestern abend sind <änr!t$e Züge fahrplanmäßig hier abZelaffen worden. In allen nordd. Nusgangsbahnhöftu ist jedoch her Betrieb nach 12 Uhr eingestellt worden. Auch in Hambr»rg AUsna konnten heute morgen keine Züge mehr fahren. Auch der VorortveLkehr i3§t vollständig Die Beamten sirp mit Ausnahme der Lokomotivführer zahlreich zum Dienst erschienen.
Hanover, 2 Febrvar. Die Eisenbahndireklion teilt mit: In dem hiesigen Direkt onsbezirk sind zurzeit einige T-ülstre'ks zu ver^eichucn.
Dresden, 2. Febr. In der Nacht zu brüte 2 Uh. traf aus L?'vzie bU N >r ri. 1 ein, daß or; '?F- sächsisch « und
Ebba glaubt, -en Geliebten genau zu kennen. Hier aber steht sie vor einem Rätsel, das sie trotz ihr«: i sonst mutigen Natur ängstigt und bedrückt.
Auch seine übergroße Zurückhaltung ihrer eigenen Person gegenüber versteht sie nicht. Sicher entspringt sie seiner Sorge um ihren Ruf. Trotzdem fühlt sie sich verletzt durch diese scheinbare Kälte, nnd fie beschließt, sie ihm verdoppelt zurückzugeben.
Bei der Wendung, die das heutige Gespräch zwischen den Geschwistern nahm, empfand sie etwas wie Befriedigung. Sie hofft, die Ankunft der Christianiaer Gäste werde sie selbst mehr in den Hintergrund drängen, so daß sie nicht nur der Gesellschaft Karin von Solvegs enthoben sein wird, sondern auch Gunnars Nähe.
Seltsames Frauenherz! Ahnst du nicht, daß du bereits viel zu fest mit dem seinen verknüpft bist? Daß du nur noch zu schlagen vermagst im Gedenken an ihn? Daß die wahre Liebe keinen Stolz kennt? Daß sie „alles trägt, alles glaubt, alles hofft und alles - duldet"?
10.
In einem schattigen Rondell des Parkes von Schloß Askö ist eine lustige kleine Gesellschaft versammelt. Lebhaftes Stimmendurcheinander. Und Helles Lachen und unterdrücktes Kichern.
Die alten Felsriesen ringsum schütteln verwundert die weißen Köpfe und halten hohen Rat ab, was es wohl sein könne, das die hehre Ruhe, den stillen Frieden der Natur ringsum so plötzlich in eine Art von lärmendem Jahrmarktstrubel verwandelt.
Es sind lauter kristallisierte Großstadttypen, söge- nannte „Intellektuelle", die sich um Madame Karin von Solveg versammelt haben.
„Ei, ei, mein lieber Abramseus Sie scheinen ein hübsches Stück Europa und wohl noch darüber hinaus durchgeliebt zu haben. „Wie?" ruft sveebn ihre schä-
preußisches Lokomotivführer um 12 Uhr uachis den Dienst verweigerten, sodaß keiner der fahrplanmäßigen Züge abgehen konnte. Darüber, ob Lebensmittelzüge fahren werden, wird verhandelt. Dieselben Nnchrichtsn treffen aus Reichend ch, Hof, Zwiäau und anderen sächsischen Orten ein. In Dresden ruht der Verkehr sx't heute ftüh vollkommen.
Leipzig, 2. Februar. Wie wir erfahren, hat im Eisenbahndirektionsbezirk Leipzig das Zugpersoval den Dienst verweigert. ES wurden keine Züge abgelaffen. In den erstes Morgenstunden wurde der Hauptbahnhof durch die Polizei abgesperrt.
Stuttgart. Estspr-chend dem Beschluß der Eisenbahn- organisationen beteiligt sich, wie wir erfahres, im Bezirk der EisenbahNgeveraldirektioneN Stuttgart kein einziger Beamter oder Arbeiter an dem Streik. Der Betrieb wird uueinge- schräukt aufrecht erhalten. Auf der Strecke Stuttgart- Frankfurt verkehren die Züge bis und vos Darmstadt.
Mürnchen, 2. Febr. Der Bayrische Beamtenbund erläßt eine Erklärung, in der er gegen die Reichsregierung wegen ihrer HaÜunz in der Besoldungsftage schwere Vorwürfe erhebt, aber das Vorgehen der Reichsgewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamter aus staats- und beamteupositischen Gründen entschieden ablehnt. — Da auch die bei RrichSgewerkschaft angeschloffemn bayrischen Lokomotivführer den Streik avge- lehnt haben, wird in Bayern kaum eine weitere Streik- neigung zu erwarten sein.
Heidelberg, 2. Febr. Vom Eisenbahnerstreik ist hier bishsr uicht das Mindeste zu verspüren, Der Verkehr der vou hier aßgshevden Lokalzüge hat sich heute morgen fahrplanmäßig abgewickelt. Auch aus Mannhsim wird berichtet, daß dort der Streik nicht in Erscheinung getreten sei.
Karlsruhe, 2. Febr. Wie vou zuständiger Stelle mitgr- teilt wird, hat sich in den badischeu Verkehrsverhältniffen bisher nicht das Geringste geändert.
Das Srre,tvee-o» im tef*^ VeLLst.
Mainz, 1. Febr. Auch hier haben die Vertreter der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamtsn die Erklärung abgegeben, daß die Streikparole für das besetzte Gebiet nicht gilt.
Koblenz, 2. Febr. Gemäß den Anordnungen der alliierten Besatzungsbehörden gegen den Streik der Eisenbahser im besetzten Gebiet wickelt sich der Eisenbahnverkehr im hiesigen Bezirk nach wie vor ohne Störung ab.
Kattowitz, 2. Febr. Die EiftuLahndirektion teilt mit, daß durch die besosderen Verhältniffe in Oberschrefieu und infolge der Besonnenheit der oberschlesischen Eisenbahner hier ein Streik nicht zu erwarten sei. — Bon anderer Seite wird mitgeteilt^daß die UteraHtieUe Kommission in Oppeln ähnliche Bestimmungen erlassen werbe wie im Westen.
Frankfurt a. M., 2. Febr. Punkt 12 Uhr rat der Eisenbllhuerstreik in Frankfurt a. M, in Kraft. Die S^eik » den besetzten den Hauptbahuhof und hindertm jede W u:° fühcung ses Verkchrs. Auch auf dem Güterbahnhof wurde phr Verkehr eingestellt. Um 1 Uhr 20 Min. nachts wurde trotz des Wid-rrfpru^s der Eisrnbahr dirrktion und der
kernde Stimme, ^a, ja — die Blumenfesfeln bei Liebe sind nicht immer leicht! . . . Wie alt sind Ste eigentlich, mein Bester?"
„Aeh, hm — mein Alter wollen Sie wissen, schönste der Frauen?" näselt der Börsenmakler, mit seinem sarkastischen Zug um den linken Mundwinkel, indem er seine langen, brillantenfunkelnden Finger nach allen Richtungen hin ausspreizt. „Hm — verwickelte
Frage!"
Er liegt lang ausgestreckt neben Madame Karin im Grase Von ausgesuchter Häßlichkeit, mit seiner ge bogenen Nase, den dicht zusammenstehenden, stechend schwarzen Augen und dem breiten Mund, eine Art von PferdepröfU, aber elegant bis in die Fußspitzen - schleifengeschmückte Lackschuhe, mm Zentimeter, breite Strumpfansicht — ist er entschieden ein interessanter Kerl.
„Wie dürfen Sie unseren ^^^lwo nach seinem Alter fragen, teuerste Freundin?" spöttelt Oberst Lundstat, dessen joviales, frisches Gesicht mit dem martialischen, graumelierten Schnauzbart den Fünfzig^ offen zur Schau trägt. , hier in Aesthetik — zi , den der Börsenkampagne - und Aestheten verraten
... „Sie wissen doch, er macht jetzt zur Abwechslung nach den Freu-
ihr dllter niemals."
„Aestheten? Aestheten? . . . Was reden ^ie da von Aestheten?" wirft der junge Dichter Sigurd Ek- dal mit weicher, verhaltener Stimme hin.
: In hingegossener Pose ruht er zu Füßen der tun«
i gen Owe Lind, der er mit loser Handbewegung Blw ienblättchcn ins kastanienbraune Lockengeringel streut Seine schmale, biegsauw Persönlichkeit steckt in einem ' > aus meinem Tuch, uns
gigerlhaften Mor.
blaßlila Seidenben^-
Krawatte. P nennen liebt.
t abgetönter dunklerer ä." — wie er es zu
Sm< :g folgt.)