Kundgebung der Landwirtschaft.
Cassel, 13. Januar.
Ueber 3000 Landwirte aus dem Lande zwischen Fulda und Werra, selbst aus den Bergen, waren am Freitag vormittag in Cassel in dem großen Festsaale der Stadt- Halle versammelt zu einer landwirtschaftlichen Kimdge- bnng, die von den Kreisbauernvereinen Cassel und Hof- geislnar eiUberusen worden war. Nach Orgelspiel und Gesang des vaterländischen Liedes „Ich hab' mich ergeben" richtete der Casseler Kreisvorsitzende, Bismoff- CberveUmar, einige Begrützungsworte an die Versammlung.
Dann sprach der Vorsitzende der Lundwirtschastskam- mer in Cassel, Landrat a. D. von Kendell, und erklärte, daß die Landwirtschastskammer und der Landbund jederzeit zusammenarbeiten wollen, um Religion, Familie und eigene Scholle zu sichern. In diesen Tagen würde ein Aufruf an die Landwirtschaft gerichtet, ausgehend von den Führern der Landwirte.. Diese rufen allen Landwirten zu, sie sollten mit aller Macht an dem Wiederaufbau Deutschlands mitarbeiten. Aus dem deutschen Lande müßten soviel Güter herausgeholt werden, daß das ganze deutsche Volk mit deutschem Brote ernährt werden könnte. Die Anspannung aller Kräfte sei notwendig, nachdem weite Gebiete Ackerland im Osten und Westen verloren gegangen sind. Die Führer der Landwirtschaft seien zu der Ueberzeugung gekommen, daß eine solche Vermehr»«« der Produktion möglich sei. Allerdings müßten große finanzielle Opfer gebrächt werden. Der Redner appellierte auch an die Landwirte, ihren Söhnen eine größere Bildung ^ufommeu zu lasten, und erinnerte dabei an die landwEtschaftlichen Fortbildungsschulen in den einzelnen Kreisen und an das neue Seminar für Landwirte in Wolsoanger bei Cassel.
Der Vorsitzende des Kurhessischen BErnblindes, Gutsbesitzer Rägel-Crumbach, betonte, daß die Versammlung zeige, welch eine aeschlosse! e Macht die Landwirtschaft dar stelle. Die Versammlung solle aber auch beweisen, daß die Landwirtschaft ein Herz bahe für die Bewohner der Städte, die unter der Not der Zeit leidem Es sei eine Ehrenpflicht aller Berufsstünde und damit auch der Landwirtschaft, den wirtschaftlich notleidenden Bevölkernngskreiseu in der Stadt zu helfen. Der Redner trat für eine Verstäudiguna zwischen der Rechte« nud Linken ein, sonst werde es niemals möglich sein, zu einer Besserung zu gelangen.
Im Mittelpunkt der Kundgebung stand die Rede des bayerischeil Oekonomierais Reichstagsabgeordneten Weilnböck. Dieser verbreitete sich über die allgemeine politische Lage und betonte, daß die Landwirtschaft 50 Prozent Mehrerzeugung leisten müsse, um die Versorgung Deutschlands zu gewährleisten. Er stellte dann eine Anzahl Forderungen an die Regierung auf, die dahin gehen, jeden Zwang zu vermeiden und vor allem die Soziatisieruugsideeu aufzugeben.
Der Vorsitzende des Kreisvereins Hofgeismar, Freiherr von Marschall-Schachten stellte ebenfalls ein Pro- gramm und Forderungen der Landwirtschaft auf, worauf beschlossen wurde, folgendes Telegramm an den Reichslandbund zu richten:
Ueber 3000 kurhessische Landwirte, die an läßlich des Vor träges des Reichstagsabgeordneten Weilnböck in Eassels größtem Saal versammelt sind, entbieten dem Reichslandbuird ihren Gruß und das Gelöbnis, treu und fest zu ihrer Organisation zu stehen. „Nord nnd Süd, kein Unterschied, — Ost und West, wir halten feftr
Dann wurden noch herzliche Dankesworte an den Vorsitzenden der Landwirtschastskammer von Kendell gerichtet für seine unermüdliche und mi dien st volle Tätigkeit als Präsident der Landwirtschaftskainmer. Die kur- Hessischen Landwirte seien gewillt, für 'hre Rechte eulzu- treten, fordern aber, daß der Landwirt schütt das Betriebskapital und der nötige Kredit verbleibt. Mit dem Gesang eines vaterländischen Liedes schloß die eindrucksvolle Kundaebuna.
Aus der Heimat.
GsrsmOfichtl. WittervKg. Am 17. 1. (DieNstag): Wechselnd bewölkt«, zeitweise aufheiterrcheS, kälteres Wetter mit etwas Schnee.
Am 18. 1. (M ttwoch): Ziemlich heiter, trocken, strenger Frost.
* Schlüchter«. Am Samstag, den 14. d. Mts., obeucs $ Uhr fand tm Saale des Holet Stern eine öffentliche Ve;- saMmlung statt, welche die Deutschnationale Volk^pntti ein« berufen hatte. Nach kurzen Worten der Begrüß«?« und Vorstellung, die der Vorsitzende, Herr AmiszertchlSrüt HengS- berger, sprach, ergriff die Reduerin des Abends. Frau Annagrete Lehman«, Landragsadgeordneke in Berlin, das Wort zu ihren Ausführungen über die Not des Vaterlandes und der deutsche« Frav.
Der 15. Januar ist der Tag, an dem nach dem Friedens vertrag von Versailles Deutschland 500 Milltomu seinen Linden zahlen sollte. Dieser ganze Friedensvertrog beruht auf den einen Punkte, in dem Deutschland sich als den Schuldigen am Kriege bekennt. Es wurde an die denkwürdige Dauersitzung des deutschen Reichstages erinnert in der dieser eine Punkt uäb damit die ungeheuere Schuldenlast von der Mehrheit heb Hauses gegen die Deutschnationalen, größten Teil der Deutschen Volkspartei und die Hälfte der Demokraten angenommen wurde. Uasagbar sei der Kamps gewesen, den der Führer der Deutschnationalen, Herzt, gegen die Linke und gegen die Selbstdeschuldigung geführ» habe. Nachher sei -g einem gewesen, als habe man das Liebste mitbegraben. Es wurde weiter an Oberschlesien Innert, das über neuerlicher Not schon fast verfett sei. «der die Oberschlesier haben für ihre treue Wacht tm Osten den Dank der im Lande sichersttzenden Brüder verdient Es tnb geraubte Gebiete, die Deutschland gestohlen wurden von der Entente. Mancher habe geglaubt, England werde, da es ^it Frankreich uneinig sei, solches »ich: erlauben. Aber Frankreich zieht jetzt die östlichen Völker nach Deutschland, und selbst sucht es von Westen her vorzurücken. Das In- dustriegebtet im Reinland und in Westfalen ist sehr ge. sährdet. Was leiden die Flüchtlinge aus Oberschlesien und Westpreußen! Für östliche Zuwanderer anderen Stammes stnden sich sofort ausreichende Wohnungen. Die deutschen üluchtltnge müssen tm ehemaligen Ruffenlager in der Nähe von Adlershof bei Berlin hausen. Lehrer, die sich bereit «klärten, in jenen Gebieten zu unterrichten, bekamen teils dir polnische Einretseerlaudnis nicht, jedoch wie zum Hohn
die Erlaubnis zu unterrichten, teils bekamen sie die Einreise- . crlavbkis, und als sie sich den polnischen Behörden rvifikllten, wurde ihnen die Uvtenichtsnlavbrüs verweigert. Dazu erhalte« die Deutschen in dea geraubter? Gebieten ihr Gehalt in polnischer Währung ausgezahlt, und für 5000 poi- nffche Mark kann man sich gerade ein Brot taufen. Es taun somit nicht davon gesprochen werden, daß die Deutsche« do-t. fühlte« sie. sich wirklich als so gute Deuffche, ihr Deutschtum auch ein bischen leiden sollen, wie eine sozialistische Land tastsabgeordm'te, gleichfalls aus dem Lehrerberuf wie Frau Lehman« selbst, zu d'eser gesagt habe. Zu dem akea kommt noch hinzu, daß die Komer nz von Eannes aufgeflogen ist, die Franzosen ihrem bisherigen Ministerpräidenten Briaad weil er zu wenig pr Frankreich von Deutschland fordern könnte, ihr Mißrrauen ausgesprochen haben und Poiucaree, der größte Deutschmhaffer, zur Bildung der neuen fcaazösi- schen Regierung beauftragt wurde. Und «och ein Punkt, der um Bewohner der hüsige« Gegend vielleicht nährc tnttrffstrrt, ist die b abfichÜgte Zer'iörung der Deaischeu Wecke in Wo.f gang (der ehemaligen Pulverfabrik bei Huaau), Ävaubau und Suhl in Thüriczea. Eine internationale Geve tidjahs» kommiffion Hut bestätigt, daß SB als gang vo 'komnra in einen Fri^Kensbckrieb u-ageleU ist. Dag gen berichtete der frunz ösische General Nolet ietner Regiernng, die Aufnahme von KriegSarbeiten sei dort in kürzester Zeit wieder mögl ch. Zu diese« äußrren Nöten kamm-n die im Lande selbst hinzu. D e ReichSregsirung und die Regierung sei g ößtea deut schen Landes, PseußenS, sind verjchiesen zufamm-ngesetzt. Preußen und das Reich sind dadurch zersplittert. Slag^ö g- der Deutschen VolkSpartet sind unzufr eben, drß ih-e Partei mit den Sozialdearokraten gemeinsame Sache muht Frau Bemann zog sie Möglichkeit von Neuwohlen zum Reiche tag in Betracht. Diese könnten ban I staitsi aden, wenn die ganze Politik des Herrn Wir h zusammesdricht. Es ist eine Gehiimpslitik, da er, schickt er Herrn Rathenau auf Reisen, den Üvswrrüzcn Ausschuß nie benachrichtigt Zs sollte aus diesem Grunde der alten R^glernug nicht der Borwurf der Gcheimdiviomatie gemacht werden. @3 ist möglich, daß b r ganze Reichstag nach W'rchs Abgang sich auflöst. Dann wird vielleicht auch im ganzen Reich der Ruck sich erwsism, wie er sictigrfunden hat bei bm LandtagSwahleu in Reffen und selbst in dem raten Berlin. Doch ist dem allen gegenüber noch viel größer die sittliche Not. Die entschiedenen Schul- reformer hatten in einem Landtagsausschuß ihr Programm entwickelt. Sie treten dafür ein, daß das Kind, sobald es zum Bewußtsein seiner Vernunft gekommen sei, a emand mehr zu gehorchen habe, daß die Eltern sich nach der EntwickC-ng ihrer Kinder richten müssen, da sie selbst ja an ihrem Dasein unschuldig seien. Die entliehenen Schulreformer wollen die vostkommensGieichberechllgung der unthel'chen Mutier mit den verhrrateten mo sogar ihre Berechffguuz zum Eivtritt in B-amtinnenlausbahnen. Je^ doch haben sich die Po cheamtinaea, darunter zahlreiche Sozial'st'nnen in ihrer Mehrheit schon dagegen ausgesprochen. FrauLehmanu wies aus dieFolgen solcher Refo mea wie auch der geforderten Aushebung bisheriger veralt-rer Sche'dunz der Grschlechter hin, die notwendig eine Erschütterung guter überkommener Moral nach sich ziehen würde«. Doch wollte sie uichl den Stab brechm über die uneheliche« Mütter. Der Luxus und die Begehrlichkeit hat sich nach K-iegS-ud- über Deuschland ühr verbreitet. Ehemalige Prol tarier sind das längst nicht weh--, dieProletaricr sind j tzr ante.swo zu sahen. Durch die SuttÄpolirik w''d der g-sand- Mittelstand, der Träger des ganzen Volkes, 'einem ll^t-rgang zu e führt Die auch bringt des Mangel an Spackamk u m t sich. Es wird ja doch alles G sparte wezgrsteuert StMtner, die ihr Vermögen in Häu-ern anlezt n scheu vielfatz keinen anderen Ausweg mrhc als ihren Selbstmord, indes die neuen Leichen im Luxu-lcben,
Die deutsche Frau besam das Wahlrecht, damit sie mt« helfe, die Geschicke des Vaterlandes zu leisen Ihr wurde damst nichts genommen, ihr Wirkungskreis wurde oielmeh. noch erweitert. Das Beke.aatnis zur Deutschaatioaalm Bo.ks- partei ist zugleich das Bekenirtn.u zur Naüonalitäi, Ehristeu- tum und fokaler Arbeit Höchster Beruf her Frau ist «eben dem der Mutterschaft die Täilakeit als Hausfrau Es ist nicht wahr, doh die Hausfrau nicht mehr geftu (sie als die Geliebte des Mannes. Der dcynchen F aa wurde die Aufgabe zuteil, Hüterin zu sein der h-gsttternd m I reale aus der dcu scheu Geschlchre, die vo r Mrnnrsmnr ur« Munaes^ treue erzählt, derer Helden nicht nur Kr gih (den wicea, sondern ihre Erfolg! auch auSdauren zu hohen Gütern der Kultur. Wird es den Kmbera in der Schule nicht gestattet, die «atkonilen Festtage zu feiern, so fol die deutsch' Master, ihre Kinder dazu anhalten, den 18. Jrauar in schmerzlichem Gedenken an die RstHtgründuna zr begehen una an T?g! von Tannenberg Hindeaburgs Bild zu bekeäazm. Die deutsche Frau ist dir Hüterin der Mrral, die überkommen wur-e Sie hat dafür za sorgen, daß die algemstue Begeh lichkstt nicht auch ihre Kinder ergreift, daß sie ihre E nfa hh^it und sittliche Stärke b wirren wie die deutsch: F'au, selbst aus dtt Gefahr, unmodern zu erscheinen D-r Äegenätz aon National und International, von Christlich und WstlUch ist nicht zu übeibrüden. Aber der Klaff mhaß, der blesszinljstischen Parteien bezeichnet, ist auszuheben, durch die Milwirkuaz der Frau. Die gleiten Sorgen und das gleiche Glück hab n die F auen, deshalb verstehen sie sich gleich Sie w ffen, daß eS keine StanöcSunterlchiede gibt, daß als Menschen alle gleich sind. Ihr groß s Glück ist für andere zu lebm. M i einem Worte Schillers, saß die deutsche F^aa in Liebe die.em Glück, für auds e zu leben, nrchg^hrn solle, schloß die Frau Lehmannn ihre Arsführuugen Es wurde ihr reicher Shb sall zuteil.
E ue Besprechung deS Dortrags sand nicht statt, und Herr Amls;erich!Sral H.ngsdergec schloß die Versam nlung nach WoAcn deS Dank'S an die Rednerin und das Pabstkum.^ Er betonte nochmals die Unfagbarfett b c ] inneren, sittlichen No: und fügte dir Mahaung hinzu, die zahlreich erscheinenden Frauen sollten bie eindringlichen | Worte von Fcau Lchmann in sich wirke« und die Männer I sich nicht von den Frauen beschämen lassen.
Lannsttdiebar.! Die Winterweide in der hiesigen Geumr. kung ist an eitlen fremden Schafhändler verpachtet v-or- öen. Nachts wurden drei Schafe aus dem Pferch ge coh- len,- unweit des Pferches fand man die Eingeweide. Die Tiere waren also dort abgeschlachtet worden. Als Täter vermutet man Zigeuner, die sich in der hiesiaen Gegend aufhielten.
+ Frankfurt. Hier sollte bekanntlich ein detachierter Senat des Fir: -gerichts in Gaffel errichtet werden, um den Steuerpflichtigen die weite Reife nach Cassel almu= nehmen, wenn sie Einspruch erheben wollen. Dieser Senat ist nun abgelehnt und als endgültiger Sitz des Finanzgerichts Cassel bestimmt worden.
4- Der Bund zur Erneuerung wirtschaftlicher Sitte und Verarrtwortung faßte folgende nachahmenswerten Beschlüsse: Der Verbrauch tm Auslande Hergesielli r Genutzmittel, wie Weine, Biere, Liköre, Zigarren u d Zigaretten, Schokolade, Süßigkeiten ist zu vermeiden. 2. Ebenso der Verbrauch im Auslande hergestellter Gebrauchsgegenstände. 3. Der Verbrauch inländischer Genutzmittel ist zu vermeiden, soweit sie zur Ernährung von Kindern, Kranken, Erholungsbedürftigen und Greisen notwendig sind. 4. Bei öffentlichen Anlässen soll jede Verschwendung vermieden werden. 5. Bei Geselligkeit tm eigenen Kreise ist die Bewirtung auf das einfachste Matz zu beschränken.
+ Hier besteht die Absicht, eine wiffenschaftliche Ver- einignng für die Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften ins Leben zu rufen.
+ Bad Homburg. Im vorigen Jahr machte hier ein angeblicher Graf Zor« viel von sich reden, sowohl durch sein nobles Auftreten, als auch durch Bne großen Reden. In Wirklichkeit war es aber gar kein Graf, son- -ern der galizische Student Karl ThaolScs Golonkan, der, vollkommen mittellos, es verstand, in Berlin und Dresden grotze Schwindeleien zu verüben. AM- hier hat er in einem Antiquitätengeschäft für 50 000 Mark Ware gestohlen. Die Frankfurter Strafkammer verurteilte den sauberen Herrn zu 8 Jahren Gefängnis.
S«tda. Das Fest der goldene« Hochzeit beainr Semi- jnaroberlehrer a. D. Szymanski, hier. S. hat t^ ahre am Hiesigen Lehrerseminar erfolgreich gewi’ id viele hundert katholische Lehrer ausbilden helfe .
Aus der Rhön. Der erste Tag des am 2 md 22 ö. M. hier stattfindenden dritten VerbauoswettlaufeS des Verbandes Mitteldeutscher Schi-Vereine bringt Langläufe sowie Damen- und Schttlerwettläufe, de: zweite Tag Sprmigläufe. Der Sprunghugc befindet sich um Simmelsberg.
Ostheim v. d. Rhöm Die vom Avsschutz für die Aa- schlntzfrage vorgenommene Untersdtriftenfammlung haUc folgendes Ergebnis: In Ostheim gaben (von rund 1400 Abftimnlungsberechtigten) 996 ihre Unterschrift ab für den Anschluß an Bayern, in Sondheim 307 (332), in Stetten 169 (268). und in Ursprüngen 185 (246).
— Aus dem Sägewerk von S- Fischer gier wurden mittels Einbruchs zwei lange Ledertreibriemen im Gesamtwert von 10000 Merk gestohlem
Mellrichstadt (Rhön). Bei einem Ortsbürger in Wech- terswinkel wurde ei«gebroche«. Dem Diebe fielen 12 000 Mark in die «fände.
— Auf dem letzten Schweinemarkt gingen die Preise etwas tu die Höhe, so daß für das Paar Saugschweine 450—600—750 Mark, für Läufer 500-750-1000 Mark pro Stück bezahlt wurden.
Hammelburg (Rhön). Auf dem Basaltwerke Soden- berg wollte der verheiratete Kaspar Mahler mm Ober, eschenbach eine Sprengung vornehmen. Die Labung ging vorzeitig los und wurde der bedauernswerte, äußerst fleißige Mann so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.
— «ervot öffentlicher Karnevalsveranstaltungen in Preußen. Wie der „Dena" von amtlicher Seite mitgeteilt wird, hat die preußische Staatsregierung beschlossen, die sämtlichen Regierungspräsidenten des Landes anzuweisen, durch gleichlautende Polizeiverordnun- aen überall die Veranstaltung öffentlicher karnevtlisti- scher Umzüge und sonstiger karnevaliftischer Feiern unter freiem Himmel, das Tragen karnevaliftischer Berklei- bungen usw. zu verbieten. Gleichzeitig hat die preußische Staatsregierung auch die übrigen Landesregierungen gebeten, für ihre Gebiete eine entsprechende Rege- mng zu treffen.
. — Eisenbahufahrpretserhöhuug und Arbeiterkarte«. Die am L Februar eintretende Erhöhung der Eisen- bahnfahrpreise wird dem Vernehmen nach auch die Monats- und Wochenkarten treffen, die von einem großen Teil der Arbeiterschaft benutzt werden müssen. Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ist deshalb bei dem Retchsverkehrsministerium wegen der Wiedereinführung der früher üblichen, zu einer einmaligen täglichen Hin- und Herfahrt berechtigenden Arbeiterfahrkarten vorstellig geworben. Die Antworr des Reichs- verkehrsunnisteriums steht noch aus. Die Preise für die Wochen-FaHrkarten werden mit dem L Februar um 75 Prozent erhöht. Für die Mindestentsernuug bis 5 Kilometer ab 1. Februar 7,50 Mk. (bisher 4,30 N(k.), bei 7 Km. Entfernung 9 Mk. (5 Mk.), bet 8 Km. 11 Mk. (6 Mark), bei 9 Km. 11 Mk. (6,50 Mk.), bei 10 Km. 12 Mk. (7 Mk.), bei 20 Km. 25 Mk. (14 Mk.), bei 25 Km. 30 Mk. (17 Mk.), bei 30 Km. 36 Mk. (21 Mk.), bei 35 Km. 42 Mark (24 Mk.). bei 40 Km. 49 Mk. (28 Mk.), bei 45 Km. 54 sott (31 Mk.) und bei 50 Km. 69 Mk. (34 Mk.)
* Ha«u. Münde«. Zum Nachweis, wie sehr künden bei der Re»a«fstellm»g des Ortsklasse»verzc:ch«i c im Vergleich zu den Nachbarstädten benachteiligt w' rde, bat man hier die Durchschnittszahl aus der amtlichen Statistik während der 10 Monate Januar bis Oktober 1921 ermittelt, die folgendes Bild ergibt: Hannover 948,9, Cassel 948,6, Hann.-Münden 943,2, Hildesheim 919,2, feilte 915, Goslar 869,7, Göttingen 853,9. Alle gern unten Orte find in Ortsklasse B, Hannover sogar n a, nur Münden, das an 3. Stelle steht, blieb in Klasse C.
Hersfeld. Die hiesige Molkerei-Gcuosienschaft ersiehe im letzten Geschäftsjahr trotz der für den Betrieb m.R besonders günstigen BieserungSverbältHiffe einen Reingewinn von fast 19 000 Mark. Die MitgliederzalU beträgt 47. Das Unternehmen hat sich also auch im letzten Betriebsjahr voll und ganz bewährt.
— Der frühere Schneider O. aus Homberg hatte sich als Privatdetektiv auSgegeben, um hier eine Diensthand- lung zu begehen. Nachdem ihn: eine Pistole abgeiwuu men worden war, wurde er mit sanftem Druck zur Stadt btnnuSgefeboben.
A«s dev: Westerwald. Ganz gewaltige Preise wurden bei einer Band versteige tuug in Vwroken erzielt. Trotzdem die Weiter in wenig guten Lagen belegen sind, stieg der Preis gegenüber dem Friedenspachlvreis um das 40fache.
Kathus. Der hiesige Kriegerverein beschloß in der Ge neralversammlung seine Auflösung. Das Vermögen in Höhe von 5000 Mark wurde einem Fonds zur Errichtung eines Ehrenmals für die 28 Gefallenen der Gemeinde überwiesen.