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Ulleriei vom Tage.

m. Im Thüringer Landtag ist der Unabhängige VolkS- schirlleörer Grell gegen die bürgerlichen Stimmen zum Kultusminister gemäßst worden

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober bat den: Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten Bercclst erstattet über die Konferenz von Venedig. Ein Veichluh ^-^ 3«$^« M« zwischen dem Verein der

ein Einigung erzielt worden. Die im Schiedsspruch für Oktober vorgesehene Erhöhung der Teuerungsznlageri^ wurde auf 170 Prozent für November und Dezeurver ^»^Der amerikanische Kongreß hat die Ratifikation der FriedenSverträge mit den NNüelmächten wegen des Todes des Senators Knox bis zur nackten Wochs ner* schoben. _ _

England nimmt den Genfer Beschlutz mr.

! 6-#- Parts. (F. Z.) Nach den hier varltegeuden Mel­dungen aus London hat die englische Regierung den Vorschlag des BöMrb««ösrates über die Zuteilung Oberschlesiens rmSgütig angenommen und auf die Ein- Lerusung des Obersten Rates verzichtet. Die Botschaft terkonferenz wird beauftragt werden, die Entscheidung am kommenden Dwntag der öeutfcöen und der polnischen Regierung bekanntzugeben und die erforderlichen Matz« «admeu für ihre Durchführung zu treffen Der Jubel tu der frauzosische« Treffe über diesen Beschluß der eng­lischen Regierung ist außerordentlich. Nur dasEcho de PariS" erhebt stärkste Bedenken. Das Blatt glaubt nicht, daß nun berells alle Schwierigkeiter: überwunden sind. ES scheine wenig wahrscheinlich, daß Polen diese Errtscheidung des Völkerbundes annehmen werde, die darauf hinausläuft, daß Oberschlesien seine reindeutsche industrielle Organisation begatt und daß in den an Po­len abgetretenen Gebieten die ökonomische Souveränität Deutschlands stärker ist als die polllische Souveränität der polnischen Regierung.

»s* Paris. (B. Z.) WiePetll Parisien" aus Lon­don meldet, hat ein besonderer Kabinettsrat den Bericht des englischen Delegierten im Völkerbundsrat, Balfour, rmtgegengenonnnen. Balfour betonte in feinen langen Ausführungen ganz besonders den objektiven und sirena imyarteiifchen Charakter (?) des Studiums, das der Völkerbundsrat über Oberschlesien vorgenommen hat, bevor er seine endgültige Entscheidung fällte. Bal- fours Ausführungen machten auf die anwesenden Mi- nister einen fo starken Eindruck, daß beschlossen wurde, ohne Vorbehalt der in Genf getroffenen Entscheidung zuzustimmen.

Der Schutz der polnische« Mi«derheit.

is*' Basel. Laut demBasier Anzeiger" sind in den Abmachungen des Völkerbundsrates über Oberschlesien Nacktragsanträae enthalten, die für die polnische Mino­rität in den bei Deutschland verbleibenden Gebieten den Schutz der alliierten Mächte vorsehen. Dies/würde auf ein neues Eingreifen der Entente in die innere deutsche Verwaltung hinauslausen.

Wirtschansabkomme« zwischen Frankreich und Polen.

Karlsruhe. DieStraßburger Neue Zeillrug" mel­det aus Paris, daß nach der Entscheidung des Völker- bimdsrates über Oberschlesien sofort zwischen Paris und

Dttz PdKftfche Habgier.

w Der polnische Außenminister erklärte einem Ver­treter desMatin" gegenüber, daß keine uubeduigie Zustimmung Polens zn der Entscheidung des Volker­bundsrates über Oberschlesien ausgesprochen werden könne. Polen vertritt nach wie vor den Rechtsstand­punkt, daß wenigstens das oberschlesische Industriegebiet ungeteilt an Polen fallen müsse. Wahrscheinlich wurde die Warschauer Regierung die Annahme der Entsche»- dung des Völkerbundsrates mit einer Rechtsverwah- rung aussprechem

Die Wirtschaftskrise in Europa.

** Köln. An den westdeutschen Börsen in Essen, Düs­seldorf und Köln hatte der holländische Gulden nahezu einen Preis von 50 Mark erreicht. Angesichts dieser geradezu katastrophalen Entwertung der Start ist man irr Holland entsetzt. Einsichtige holländische Finanzleute und Großindustrielle vertreten offen die Meinung, daß der Rnin Hollands besiegelt ist, wenn es nicht gelingt, mit Hilfe der anberen Nationen, wie Frankreich und England, tiefeinschneidende wirtschaftliche Maßnahmen wirtschaftspolitischer und haridelsökonomifcher, Art durchzuführen, um einen starken Druck auf das gesamte Wirtschaftsleben anszuübem Holland ist beschäftigungs­los, weil die Exporteure deutsche Waren aller Art zu einem so billigen Preise anbieten können, zu dem die holländischen Fabrikanten die Waren nicht herstellen können. Die Lebensmittelverhältnifse sind katastrophal aus dem Grunde, weil viele Lebensmittel nach Deutich- land verschoben werden können. Die holländische Jn- dustrie ist nur noch auf einige Tage hinaus mit der Aufarbeitung älter Reftöestouöe beschäftigt. Eine ein­gehende Darstellung dieser düsteren Verhältnisse ist au^ Veranlassung des holländischen Ministerpräsidenten an Lloyd George und an die französische Regierung nach Paris gesandt worden. Verlangt wird eine Senkung der Währimgsnotie?»ugen und eine Stabilisierung der deutschen Mark, um eine weitere Ueberflutung Hol- lands mit Fertiaereenanissen. wie das gegenwärtig der Fall ist, unmöglich zu wachem

Die amerikanischen Krediiaugebote.

»-* Rotterdam. DerRotterdamsthe Courant" meldet aus Neuyork, daß eine fünfte amerikanische Finanz- aruvpe am Donnerstag Neuyork verlassen hat und Ende dieser Woche in Berlin erwartet wird, um Verhandlun­gen mit den Vertretern der deutschen Industrie wegen eines Kreditangebots aufzunebmem

Erhöhung der Ausfuhrabgabe.

** Berlin. Wie dieT. U." zuverlässig erfährt, plant das Reichswirtschaftsministerium eine wesentliche Er­höhung der noch bestehenden und Wiedereinführung der bereits aufgehobenen Ausfuhrabgabe. Die vorläufige Regelung sieht eine Erhöhung der augenblicklichen Sätze um 4 Prozent vor. Die Maximalsätze sollen auf Fertig- fabrikate 6 Prozent, auf Halbfabrikate 7 Prozent und auf Rohstoffe 8 Prozent betragen. Bis zum 1. Aprrl 1922 soll eine vollkommene Neuregelung eingetreten fern, die auch alle Waren umfaßt, die bisher keiner Ausfuhr­kontrolle unterlagen. Sie soll dem starken Sinken der deutschen Valuta Rechnung tragen. Die Beratungen über das Gesetz werden im Ausfuhrabgabe- und nurt- schaftspolitischen Ausschuß des Reichstages am Montag

schaftltchs Nöte der Arbeiter zurlickzuführert sei, so^ auf kommunistifche Umtriebe aus Moskau. Eine NZ Verhaftungen sei bereits vorgenommen worden N bEwwistische Organisation sei über ganz Franks

Die militärische« Zwangsmaßnahme«.

^ DieLibertee" meldet: Wir glauben zu wissen, ta der französische Ministerrat sich mit der Frage der M Hebung der militärischenSanktionen" befaßt hat. % Ministerrat ist einstimmig der Ansicht, daß gegemväM keine Aufhebung der militärischenSanktionen" j Frage kommen kann.

, Das italienische KönigSpaar in Tirol. '

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w- Wie deutNeuen Wiener Journal" aus JnMm gemeldet wird, wurde gelegentlich der Reise des ttalieni. schen Königspaares auf dem Brenner nördlich des & telsAlpenrose" ein großer Grenzstein errichtet, der H lateinischer Sprache folgende Inschrift trägt:G^ zwischen Italien und Oesterreich, durch den Vertrag M St. Germain geheiligt: Bis hierher reicht Italien." A feiner Ansprache an den König sprach General ßreh< von derobersten Pforte Italiens", während die amw senden Faszisten riefen:Hier bleiben wir! Von . gehen wir nicht weg!" Nach der Feier begab sich das ^ 26; nigspaar nach Gosfensaß. Von dort fuhr der König ij.-. den Jaufen nach Meran, während die Königin um Rom zurückkehrte.

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Desi«teressement Amerikas.

: »--> DerHerald" meldet aus Neuyork, daß die ameri- kani-Leu Zeitungen mit Ausnahme der deutschen Blät­ter keinerlei Kommentar an die Entscheidung des Völ- kerbundsrates über Oberschlesien knüpfen. Allgemein, wird die endgültige Lösung begrüßt. Das Staatsdepar-' tement teilt dem Vertreter derHerald" mit. daß Ame­rika nach wie vor an den Befchlüfsen des Völkerbunds- rates über Oberschlesien desinteressiert sei.

Was der Vvlkerbnndsrat erwartet!

** Reuter meldet, daß der Völkerbundsrat dahin ent­schieden hat, daß seine Borfchtäge zur Lösung der ober- fchlesifchen Frage die bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten beseitigen und die Grundlage für ein deutsch-polnisches Abkommen bilden sollen. Die Aus­führung der Vorschläge foll von einer Kommission über­wacht werden, die aus Polen und Oberschlesiern besteht. Den Vorsitz soll ein von Polen ernannter Unparteiischer Btoren.

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Erste TaMug der intern«

K Handel

** London. Der Generalrat der internationale« par,' lameutarischen Handelskonferenz hat am Sonnabend in London seine erste Sitzung abgehalten. Zwanzig Län­der sind vertreten. U. a. wurde die Frage des Wechsel­kurses besprochen.

Neue Geueralstreikbeweguug in Frankreich? :

** Paris. In Pariser Kreisen ist man über die Ber- schärfuug in der französischen Gewerkschaftsbewegung erschrocken. Es wird wahrscheinlich zu einem abermali­gen großen Generalstreik kommen, von dem insbeson­dere die Textilindustrie betroffen sein wird. Es werden ungefähr 350 000380 000 Arbeiter die Arbeit Niederle- gen oder ausgesperrt werden. Im Falle der Aussper­rung werden die Eisenbahner, die Post- und Telegra- phenbeamLen, sowie die Hafen- und Transportarbeiter in den Solidaritätsstreik eintreten und die Schiffahrt in Nordfrankreich einfach lahmlegen. Die französische Re­gierung hat daher die Vertreter der einzelnen Organi­sationen zu einer Konferenz zusammenberufen, um zu versuchen, einen Ausstand zu vermeiden. Die Variier

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Der Kampf um vas Recht.

B»U». Wie verlautet, sollen bie beuisches &. schafter in London und Paris mit neuen Schritten t . auftragt werden, sobald der Wortlaut der EntscheibU v° des Völkerbundsrates über Oberschlesien vorliegt. ^" welcher Richtung sich der deutsche Schritt bewegen wir deutete der Reichskanzler bereits in seinen AuSlassM« im Aelteftenansschuß des Reichstages an.

w Berlin.

Die Beratungen des Obersten RateS.

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** Genf. DerTemps" meldet, daß der Oberste Ä feine Beratungen über die oberschlesische Frage«! Sonnabend vertagt hat. Es sei nicht wahrscheinlich, öt Do der Spruch des Völkerbundsrates vor Anfang näGe .n Woche den Regierungen in Berlin und Warschau y W |. gehen werde.

Die Drohung mit Zwangsmaßnahmen.

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** Genf. Das ministerielleJournal des Debatt schreibt, daß die Nichtannahme des Schiedsspruchs 6t Völkerbundsrates über Oberschlesien durch Deutschw

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Frankreich wohl in die Lage versetze, diese Zu stimme ^i durch neueSanktionen" zu erzwingen. Der1 tin"-Vertreter meldet aus Berlin: Deutschland unter schreibt, wenn auch erst nach neuerlichem Sträuben itii

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allen möglichen Widerständen. Für die Annahme 6t »ei Schiedsspruches zeugt der Fortbestand des KabW la< Wirth. |

Der englische Botschafter bei Dr. Rose«.

w Berlin. Der englische Botschafter hat nach Ali- s einstimmenden Nachrichten im Auswärtigen Amt m gesprochen. Sein Besuch galt in erster Linie den M sprechMgen über die oberschlesische Frage und die A scheidung des Völkerbundsrates sowie der Stelluv nahme der englischen Regierung in dieser Angelegki- Heit. Daß England die Rechtsgültigkeit der EntscheiM des RötkerbundsrateL beanstande und ihre NachprM«

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porbereite, sei dem Botschafter nicht bekannt. Er W ® diese Meldung auch für unglaubhaft.

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Die Ansschrettunge« in Wie«.

Wien. Die Krawalle dehnten 'sich auch auf die in nerc Stadt aus. Die Bozener Straße mußte von k Polizei abgefverrt werden, um die Großkaushäuser w Plünderungen zu bewahren.

Handel und Verkehr.

** Devisenkurs: Holland 100 Gulden Geld 4945,®

Schweiz 100 Franken 2877,10.

«> Berlin, 15. Oktober. Aus dem heutigen Seite» markt wurden notiert für 50 Klgr. Roggen markig 193195, Tendenz sehr fest; Weizen märkischer 241 i

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244, Tendenz steigend. f

Berlin. (V. Z.) Die Devisen-Hauffe, die m durch vorübergehende Abschwächung in den letzten w | unterbrochen worden war, setzte sich an der Börie Sonnabend erneut scharf fort. Der Dollar ist vorW gehend mit 150 Mark, der Gulden mit über 50 Mrr * - zahlt worden. - h

In den Stürmen des Lebens

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Roman von E. Stereo.

(Nachdruck verboten.)

Es tut mir besonders leid, daß ich die lang. Gesichter von den beiden denn den Onkel nehm' k bei alledem aus nicht gesehen habe, als eine, schönen Tages das Nest leer war, der Vogel aus- geflogen! Und nichts zurückgelassen, als ein paar er­klärende Worte, daß ich zu meiner Erholung verreist sei keine Adresse angegeben! Und dabei war ich Noch tagelang geschäftlich in Berlin!

Und daß mir der liebe Gott ob meines eigenmäch­tigen Handelns nicht böse ist, das sehe ich daran, daß er mir gerade die in den Weg schickt, an die ich in meiner Krankheit so oft gedacht habe."

Von beiden Seiten rückte das junge Paar näher an Tante Josefine heran und streichelte die dicken, wohlgepflegten Hände.

Und nun bleiben Sie hier, Tante Josefine! Mit uns zusammen! Wir würden uns so sehr darüber freuen", sagte Wilm herzlich.

Wirklich Kinderchen? Ihr wolltne alte Schachtel, wie mich, haben! Ist ja nicht möglich?!"

Ihr Erstaunen löste bei Wilm ein müdes Lächeln aus.Es ist ja der reine Egoismus, denn ich hoffe, daß Sie meine kleine Erika ein wenig unter Ihre Fittiche nehmen, damit sie von aN dem Schönen hier etwas mehr sieht, als die vier Wände einer Kranken­stube. Es wird eine Zeit kommen, wo sie ohnehin Ihres Beistandes bedarf."

Schon?! Na, Kinder, da gratuliere ich von gan­zem Herzen und melde mich gleich als Taufpate an. Ja, ja, man hat so lange nichts voneinander gehört. Wie lange seit ihr denn verheiratet?"

Ueber drei Wochen."

Als Tante Josefine das dunkle Erröten sah, das Erikas Gesicht bis in die Ohrmuscheln färbte, blickte sie inb erblasstem Staunen von einem zum andern.

Na, Kinder nehmt's mir nicht übel bin ich so begriffsstutzig, oder wollt ihr die ganze Natur­geschichte umkrempeln?"

Diese Zumutung entrang Wilm ein herzhaftes.

.regen, das aber zum Schluß ut einen leichten Husten verging.

Immer noch der böse Husten . . . Kinder, das gefällt mir nicht! Ueberhaupt ich muß es sagen der ganze Wilm gefällt mir nicht. Ueber drei Wochen verheiratet und sitzt da mit einem Gesicht, so verzweifelt wie einer, der am Telephon keinen Anschluß kriegt. Diese Luft hier ist nichts für solchen Husten, viel zu warm und staubig! Habt Ihr denn keinen Arzt?"

Ja, natürlich."

Na, mit dem laßt mich mal reden. Aber vorerst hört meinen Vorschlag. Da Ihr Euch nun doch mal mit 'ner alten Tante belasten wollt, meine ich: Wir alle drei brechen unsere Zelte hier ab, und Ihr kommt mit mir in die Schweiz. Zuerst mal Genfer See. Und dann wenn's die Jahreszeit erlaubt höher hin­auf. Ihr natürlich seid meine Gäste, und zwar solange meine Gäste, bis Ihr mich bis hierhin habt", dabei machte sie eine Bewegung, als wolle sie sich die Kehle abschneiden.

Na Ihr sagt kein Wort? Mein Vorschlag paßt Euch wohl nicht? Ich kann es Euch nicht verdenken, wenn Ihr lieber unter Euch bleiben wollt!"

Tante Josefine, liebe Tante Josefine", mit krampfhaftem Druck umfaßte Wilm die kleine, flei­schige Hand. Er wollte weiter sprechen, aber seine starke innere Erregung Preßte ihm die Kehle zu. Er mußte den Kops abwenden, um das unmännliche Naß in seinen Augen zu verbergen.

Sofort sprang Erika auf und eilte um die Bank herum an seine Seite.Fehlt dir etwas, Wilm? Hast du Schmerzen?" Zärtlich schmiegte sie sich an thu, während sie hilfesuchend zu Tante Josefine hinüber- sah.

Wilm Nahm ihre Hand und legte sie sich einen Moment über die Äugen, um sie dann, mit einem inni­gen Aufblick, liebkosend an seiner Wange zu reiben.

Tante Josefine" mit einem Ruck wandte er sich der alten Dame zu.Ihr großherziges Aner­bieten gibt mir mehr als das Leben zurück"

Na, na, na"

Ja" ein tiefes Atemholen hob seine Brust.

Mit einem langen Blick vertiefte er sich in die

Natur.Wie schön die Welt ist... wie wunderschön, und ich ich" er rang noch unm^c mit feiner Er­regung.Tante Josefine, ich weiß, ich müßte allerlei sagen von der Unmöglichkeit, Ihre Güte zu mißbrau­chen und so weiter und so weiter. Ich kann es nicht, denn in mit ist nichts als Dank. Alle solche Worte wür­den eine Lüge sein. Erika komm, gib mit mir Tante Josefine die Hand und sage mit mir, daß wir ihr nie, hörst du, nie vergessen werden, was sie uns in ihrer Güte gegeben."

Aber, Jungchen, wer wird denn soviel Aufhebens machen von so 'ner kleinen Sache."

Tante Josefine, hören Sie mich an. Ihr Ver­trauen und Ihre Güte zwingt mich zur Offenheil. Als ich vor nun bald sechs Wochen an Erika schrieb, daß sie zu mir kommen solle, hatte ich guten Gruuv zu glauben, daß ich den Sommer nicht mehr erlebe» würde. Als ich sie bat, sich mit mir trauen zu lassen- wollte ich mir für die letzten Lebenstoochen das Glück eines ganzen Lebens vorweg nehmen, allerdings der Beschränkung, die mir meine Krankheit gebot. kam anders. Mit dem Tage, wo sich diese kleine Hano mir vor Gott als mein Weib zugelobte, ging in meine» Befinden eine ganz unerwartete Wendung zum Besseren vor sich. Nicht nur mir unerwartet, nein, auch dein Arzt, der mir aruh gestern wieder nach einer ein­gehenden Untersuchung gestand, daß es eine Zeit gege' ben, wo er mein Leben keine zehn Centimes wru erachtet."

Na, so was denkt man wohl, aber das sagt doch nicht", brummte Tante Josefine.

Wilm lächelte:Er konnte es, da er vorher sagt hatte, daß bei geeigneter Pflege und in geeigneter Luft die Möglichkeit einer völligen Wiederherstellung nicht ausgeschlossen sei."

Und diese heiße Luft hier soll nun der erwünM« Heiffaktor sein?" .

Nein im Gegenteil. Er riet mir einen Austn«' Halt im Gebirge und später im Hochgebirge an.'

Na^also, das ist doch die einfachste Sache vor

(Fortsetzung folgt.)