Schlüchterner Kreisblatt
Nr. 336
Verantwortlich für den gesamten Inhalt: H.-K. Hofmeister, Schlüchtern. Druck u. Verlag der Fa. C. Hohmetster in Schlüchtern. geinter, Nr. 65. Telegr. Schüchterner Zig. Postscheck!.: Frankfurt M. Nr. 11402.
Samstag, 15. Oktober 1921
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73. Jahrg.
Zum hundertjährigen Bestehen des Areises Schlüchtern
Bon Rektor G. Maldfeld zu Steinau.
Fortsetzung *).
1. Ueber die Berhölinifse im Kreise bei seiner Bildung
Der Kreis Schlichtern wurde, wie wir gesehen haben, 1821 aus
^ 1. dem Amte Steinau und Schlüchtern,
2, dem Amte Altengronau nebst dem Amte Braudsustein u. | dem Gerichte Ramholz sowie | 3, dem Amte Schwarzensels zusammengestellt.
1. Zu dem Amte Steinau und Schlüchtern gehörten da- k Mills folgende Ortschaften:
Häuser Seelen
1.
Stadt Steinau mit Hof HuudZrück
253
1855
2.
Seidenroth
33
183
3.
Stadt Schlüchtern
257
1518
4.
Ahlersbach
25
107
5/
Bellings
52
292
6.
Breitenbach
82
393
7.
Klosterhöfe (Drasenberg, Gomsritz,
Reich und Röhrigtz)
23
109
8.
Hintersteinau
106
632
9.
Hohenzell mit Hof Lind^uberg
62
290
10.
Kreffenbach
33
155
11.
Marjoß mit Barackeuhof
88
491
12.
Riederzell
47
228
13.
Reinhards
27
152
14.
Wallroth
80
413
zusammen
1168
6818
der Spitze des Amtes stand
Amtsort war Steinau. An der Amtmann Wilhelm Büff,
der, wie ja alle damaligen Amtmänner, nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Justizpflege wahrnahm und zugleich das Amt des Depositars miLo4ri«h. Als Amtsschreiber wirkte der Siebten«* schreibe! Georg Möller. Landbereiter war der Amtskom- misiarius Karl Rensuard und Adjunkt Kar? Rossuthal.
Ä
Das Blutgericht wurde von dem Amtmann, dem Amts- schreiber (Aktuarius) und zwölf Schöffen gebildet.
Die Astetet verwaltete Georg Weitzel. Den Dienst als Fronschreiber und Zollerheber versah Wilhelm Theodor Deuhard und den des Wafferbanaufschers V. Beck.
Der Stadtmagistrat 4« Steinau setzte sich aus dem Äteister Joh. Pauli, dem Stadtrentmeister Karl und elf Ratsgliedern zusammen. Der Stadtmagistrat zu Schlüchtern bestand aus dem Bürgermeister Joh. Deuhard, dem Stadtrentmeister Karl Beruh. Pauli und ebenfalls elf Ratsgliedern.
In Steinau waren drei Aerzte tätig, nämlich als Stadt- und Amtsphystkus Dr. Beruh. Wagner, als Amtswundarzt Georg Phil. Gottschalk und als Stadtwundarzt Kourad Wagner. Schlüchtern hatte nur zwei Aerzte, nämlich den praktischen Arzt Dr. Moritz Zinkhau und den Gtadtwund- arzt Peter Rollmann.
_ Was die Seelsorge aulangt, so wirkten in Steinau und Schlüchtern je zwei evangelische Pfarrer. Der erste SteiLauer Pfarrer, der zugleich Seidenroth mitversah, hieß Georg Maxim. Schlemmer, der zweite Valentin Sännet; erste Schlüchterner Georg Friedr. Baist, der zweite, dem Hohenzell. ' Riederzell, Bellings, Ahlersbach und die ^osterhöfe unterstellt waren, Chr. Osius. In Marjoß amtierte der Pfarrer Kaspar Lotz, in Wallroth, wozu, wie »eule noch, Kreffenbach und Breitenbach gehörten, Wilhelm Engel und in Hintersteinau mit Reinhards Adolf Horst.
Die Präsenz und die Welsbergsche Stiftung zu Steinau ^»waltete der Präsenzer Kirchen- und Pflegverwalter Wilh. Theod. Deuhard. Pflegdeputierte waren Konrad Wagner »°d Wilhelm Jakobk. Als Klosterkeller zu Schlüchtern war Philipp Weitzel und als Hospttalsverwalter dortselbst Franz B-rnh. Kohlhepp tätig.
Das Gymnasium zu Schlüchtern leitete der Rektor Peter -iieinh. Haffelmanu. Kollaborator war Friedr. Heinrich Creß Mb Präzeptor und Kantor Joh. Jöckel. Außerdem wirkten an der Anstalt noch sechs Stipendiaten als Hilfslehrer.
Die herrschaftlichen Güter zu Steinau waren wie folgt »«pachtet: das Hofgut an J. Müller, der Talhof an Joh. Mche und Schultheis Müller, die Herrnmühle an Jakob -iietschan und die Papiermühle an den Erbbeständer Henr. -iiiealus. Pächter des Hof- und Schäferreigutes zu Marjoß Wüt «aft Schultheiß.
$ ^ Die drei Aemter Altengronau, Brandenstein und -^Mholz wurden damals gemeinsam verwaltet. Zu ihnen irrten folgende Orte:
Häuser Seeleu
Altengronau mit dem herrsch. Vorwerke 85 634
2. Joffa 38 329
19*
zusammen 123 963
in *) Vergleiche die Veröffentlichung mit gleicher Überschrift Ar. 18a dieses Blattes vom 10. 8. d. JS.
Häuser Seelen
Uebertrag
123
963
3. Mittelstun mit dem Herrsch. Vorwerke und
der Mühle
46
342
4. Oberstun
18
92
5. Elm
80
602
6. Gundhelm
81
552
7. Hütten mit der herrsch. Meierei
72
485
8. Oberkalbach
76
548
9. Hinkelhof
20
117
10. Ramholz
26
154
11. Vollmerz
65
410
zusammen 607 4265
Amtsort war Altengronau, Amtmann Hear. Friedrich Mühlhause, dem sein Sohn Georg Mühlhause affistierte. Der Amtmann versah zugleich die Renterei. Als Frucht- gegenschließer «nd Fronschreiber war in Altengronau Joh. Zehner und in Elm Georg Pauli tätig.
In dem Gräflich Degenfeldschen Patrimonialgericht Ramholz nahm die Rechte der Landesherrschaft als HohettS- beamter der vorgenannte Amtmann Mühlhause wahr. Als Degenfeldscher Amtmann fungierte Karl Hildebrand zu Ramholz.
Arzt und Wundarzt für die drei Aemter war der Amtsphystkus Dr. Heller zu Sterbfritz.
Als evangelische Prediger wirkten in Altengronau und Joffa der in Neuengronau wohnende Pfarrer Peter Buß, in Mittelfinn mit den Filialen Oberfinn und Aura der Pfarrer Kurt Gottlieb Römheld, in Gundhelm mit Hütten der Pfarrer Heurich Glaß, in Oberkalbach mit Heubach und Uttrichshausen der Pfarrer Johs. Rauch, in Elm der Pfarrer Jak, Friedr. Pauli und in Ramholz mit Vollmerz und Hinkelhof der Pfarrer Valentin
Kräuter.
Die Katholiken zu Obersinn pastorifirrte der Pfarrer Peter Amberg.
Als herrschaftliche Beständer (Pächter) werden genannt: vom Vorwerke zu Altengronau Ludwig Gärtner,
„ „ zu Mittelst»« Adam und I^h Diener^ ....
von der Mühle auf der Sinn Wilhelm Fuß,
„ „ « „ der Joß H. Möller,
„ „ „ zu Mittelsinn M. Sachs und
vom Vorwerk zu Brandenstein Adam Kreß.
3. Das Amt Schwarzenfels umfaßte folgende Ortschaften :
Häuser
Seelen
1.
Schwarzensels mit dem Günters- und Grieshofe und dem herrschaftlichen Blaufarbenwerke
65
596
2.
Breunings mit dem Willingshofe und der Ziegelhütte
39
284
3.
Heubach
82
529
4.
MottgerS mit der Haiumühlc
74
687
5.
Neuengronau mit dem Dietershofe und
6.
der Hutzelmühle
60
449
Oberzell mit dem Eb-rtshofe, der Ziegelhütte, der alten Neins- und der Schneidemühle
127
1056
7.
Sterbfritz mit der Klingsmühle
121
961
8.
Uttrichshausen mit der Erlingsmühle
93
725
9.
Weichersbach mit der Neuen-, der Bein-, der Hopfen- und Papiermühle
86
778
10.
Züntersbach
45
410
zusammen
792
6475
Die Stelle des Amtmannes bekleidete Georg Stern, die des Polizeiaufsehers Polizeikommiffarius Georg Friedrich Auffarth.
Die Rentereigeschäfte versah Amtsrat Rudolf W. Dunkel. Fronschreiber war Heinrich CorräuS, Fruchtgegenichließer Friedrich Auffahrt. Bauverwalter H. Manns zu Oberzell, Brunnenmeister H. Schneider und Adjunkt Joh. Schneider.
AlS Arzt und Wundarzt war der Landphpsikus Jakob Heller zu Sterbfritz tätig, dem man, wie gesehen, auch das Amt Altengronau mit dem Amte Brandenstein und dem Gerichte Ramholz unterstellt hatte.
Als evangelisch« Prediger wirkten in Mottgers mit Schwarzenfelz, Oberzell, Weichersbach und Züntersbach der Kirchenrat Konrad Bode, in Heubach und Uttrichshausen der Pfarrer Peter Rauch zu Oberkalbach, in Neuengronau der Pfarrer Peter Buß und in Sterbfritz mit Breuntngs der Pfarrer Heinrich Hartmann.
Die Seelsorge bei den Katholiken in Uttrichshausen übte der Pfarrer Ludwig Schultheiß von Motten aus.
die herrschaftlichen Besitzungen waren wie folgt verpachtet: die Meierei zu Schwarzenfelz an G. Schröder, die zu Sterbfritz an Adam Schreiber, der Grieshof an den Echbeständer P. Deuter, der WillingShof an den Erbbeständer Joh. Heimbach, die Hainmühle bei MottgerS an den Erbbeständer Wilh. Schlott u. die Hopfenmühle bet Weichersbach an die Erbbeständer JustuS Kühlthau und Adam Strott.
4. Das vorher fuldische Amt Salmünster wurde damals noch nicht zum Kreise geschlagen, sondern mit den isen- burgischen Aemtern Wächtersbach und Birstein zur Bildung
des Kreises Salmünster benutzt. Nur Sanuerz mit Herolz und Weiperz kamen zum Kreise Schlüchtern. 1830 jedoch löste man, wie wir bereits gesehen, den Kreis Salmünster wieder auf und vereinigte das Amt Salmünster mit dem Kreise Schlüchtern. Es soll deshalb, weil es doch auch als Bildungsbestandteil des Kreises angesehen werden muß, hier gleich mitgesprochen werde».
1821 bestand es aus folgenden Ortschaften:
Häuser
Seelen
1. Stadt Salmünster
193
1309
2. Ahl
31
252
3. Eckardroth
83
576
4. Herolz
66
535
5. Kerbersdorf
42
252
6. KleSberg
9
60
7. Marborn
49
382
8. Neustallr
15
102
9. Radensti«
5
38
10. Rebsdorf
10
79
11. Romsthal
75
543
12. Sannerz mit dem herrschastl. Gute
41
276
13. Sarrod
24
210
14. Stadt Soden
132
900
15. Uerzell
34
253
16. Ulmbach
118
944
17. Wahlert
22
147
18. Weiperz
40
278
zusammen 989 7136
Amtmann und Depositar war Joh. Bened. Ant. Hoyß, Amtsaktuarius Friedrich Simon und Condeposttar Stifts» Verwalter Horufeck.
Die Renterei versah Amtsvogt Joh. Andr. Höfle zu Sannerz. Als Acciskontrollrur war Anton Gegenbauer tätig.
Die PhysikatSgeschäfte lagen in der Hand des Arztes Dr. Friedrich Wagner. Als Amtswundavzt praktizierte Joseph Glück.
Der Stadtmagistrat z« Salmünster setzte sich aus dem Bürgermeister Jakob Jockel, dem Stadtkämmerer Joseph Glück und sechs Ratsschöffen, der zu Soden aus dem Bürgermeifter- Georg- Hitd. brm StadtkämAerer Loren;—- Grauel und ebenfalls sechs Ratsschöffen zusammen.
Als Pfarrer wirkten zu Salmünster, wozu damals in kirchlicher Beziehung auch Sode«, Ahl, Salz, Eckardroth, Kerbersdorf, Marborn, Romsthal und Wahlert gehörten, Pater Wolfgang Koch vom Franziskanerkloster, zu Herolz mit Sauurrz und Weiperz Georg Kalb und zu Ulmbach mit KleSberg, Usrzell, Neustall, Rabenstein, Rebsdorf und Sarrod Christoph Leinberger.
Präses des Franziskanerklosters zu Salmünster war Pater Bruno Scheller, Vikarius Peter Sigismund Müller. Außer diesen gehörten dem Kloster noch fünf geistliche Brüder: Wolfgang Koch, Leopold Knips, Aloisius Merz, Syrus Sauer und DominicuS Rimbach, sowie sechs Laienbrüder an. Verwalter des KollegiaMsts, aus dessen Einkünften das Kloster unterhalten wurde, war Jos. Horufeck.
Das herrschaftliche Gut zu Saunerz hatte der Beständer N. Rüffer gepachtet.
In dem von Hutteuschen Patrimonialgerichte Romsthal übte als herrschaftlicher Beamter der Amtmann Hopß zu Salmünster die staatlichen Hoheitsrechte aus. Hutieuscher Richter war Konrad Neuwirth zu Romsthal und Aktuar Friedrich Spitzuagel.
Die ehemals hanauischen u. Hessischen Aemter unter 1—3 unterstanden bezüglich der Verwaltung der Regierung des Fürstentums Hanau zu Hanau; das Amt Salmünster aber war nach der Regierung des Großherzogtums Fulda zu Fulda untergeordnet. Die Rechtspflege beaufsichtigte dort das Hof- uuo Ehegericht zu Hauau, hier der zweite Seuat der Regierung zu Fulda. Die Oberaufsicht über Kirchen und Schulen war dort Aufgabe des evangelischen Konststoriums zu Hanau, hier des General-Vikariats und der Schul- und Studiendirektiou zu Fulda.
Die hanauisch-hessischcn Forsten unterstanden hinsichtlich des gesamten technischen Forst-, Jagd- und Fischerei- Betriebs dem Oberforstkollegium zu Hanau und hinsichtlich des Verwaltungs- und Rechnungswesens der Rentkammer dortselbst" Was die Forsten im einzeln aulangt, so verwaltete den Steinauer Forst der Zeichförster Karl Gottfried Strohmaper zu Steinau mit fünf Forstlaufer«,
den Marjoffer Forst der Zeichförster Martin Ättmaun- syecher zu Marjoß mit drei Forstlaufern,
den Hintersteinauer Forst der Zeichförster Philipp Horst zu Hintersteinau, der Forstaufseher Heinrich Splittorf zu Schlüchtern und der Adjunkt Fr. Suffaer daselbst mit drei Forstlaufern,
den Sterbfritzer und Breuuiugser Forst der Oberförster Konrad Ellenberger zu Sterbfritz mit fünf Forstlaufern,
den Oberzeller Forst der Förster Georg Sraubesand zu Oberzell mit vier Forstlaufern,
den Heubacher Forst der Förster Heinrich Koch zu Heubach mit drei Forstlaufern.
den Altengronauer Forst der Förster Adolf Staubesand zu Altengronau mit drei Forstlaufern,
den Gundhelmer Forst die Forstaufseher Philivp Serlig