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Schlächtern«« Heilung

Schlüchterner Kreisviatt

Verantwortlich für den gesamten Inhalt: H.»K, Hohmeister, Schlächtern. Druck u. Verlag der Fa E. Hohmetster in Schlächtern. Fernspr. Nr. 65. Telegr.

Schlüchterner Ztg. Postscheck!.: Frankfurt M. Nr. 11402.

Donnerstag, 6. Oktober 1921

Bezugspreis: Vierteljährlich Mk. 10,, Anzeigen­preis: DieKleinzeile M. IM die Retlamezetle 1,60 W£>

Mark, sämtlich ohne besonderen Zuschlag. Bei Wiederholung Rabatt, Erscheint 3 mal wöchentlich.

Maffen-stzchosen im WirischMleden.

| «n den Erscheinungen, die wir gegenwärtig an der Mist erleben, in derFlucht vor der Mark", dem Empoc- WeLen der ausländischen Devisen und der riesigen Steige­rt, aller Kurse für Jndustriewerte, erblickt ein Arzt Dr. x Kirchberg in einem Aussatz, den er im neuesten Heft der Ilmschau" veröffentlicht, eine Massenpsychose, und er führt t Vergleich auS -früheren Jahrhunderten zwei ähnlich; tiele wilder Spekulationswut an, bei denen unverkenn- suggestive Einflüsse im Spiel waren. Das erste Bei^ ist dieTulipomanie" in den Niederlanden, die zu schweren wirtschaftlichen Erschütterung ganz EurHaSs e. Die Tulpe wurde im 16. Jahrhundert Gegenstand Spekulation, die genau wie heute vertrieben wurde. Man i", d. h. verkaufte die Zwiebel, die man zunächst gar besaß, für unerhörte Summen, um sie zu einem be- timniten Termin zu liefern. War dann die gehandelte Spielart nicht auf dem Markte, so verkaufte man alles Hab inb Gut, um die Diferenz zu bezahlen. Eine einzige Giebel brächte einmal 130 000 Gulden. Alles handelte mit o$en Zwiebeln, nicht nur die Kaufleute, sondern auch ldlige, Bauern, Knechte und Mägde. Den Höhepunkt er- eichte der Tulpenschwindel in den Jabren 163437. Es tot eine Massensuggestion, gegen die dann eine Reaktion nit genau gleicher Stärke einsetzte. Tulpenzwiebel, die ihr Gewicht in Gold wert gewesen waren, wurden plötzlich zu oertlofen Dingen. Die Art, für die man 13 000 Gulden «zahlt hatte, kostete nun fünfzig Gulden und noch später ünf Gulden. Der Panik war nicht Einhalt zu tun, uno K im April 1637 verordnet wurde, daß die kontraktlich estgelegten Summen ebenso wie andere Schulden einge­rieben werden könnten, war der Ruin der Zwiebelspeku- anten nicht mehr aufzuhalten. Das Land hat sich viele Bhre lang nicht von dem Schlag erholen können, und Die ante hatte sich nicht nur auf Holland beschränkt, sondern ii8 Lonoon und Paris erstreckt.

Ein zweites Beispiel bietet die französische Finanz- schichte in der ersten Zeit des achtzehnten Jahrhunderts. Der schottische Finanzkünstler John Slaw hatte eine beschei- >me Privatbank in eineBanque Royal" umgewandelt, aus «r dann dieCompagnie d'Occident", eine pribilegierta Handelsgesellschaft für den überseeischen Handel entstand, tose übernahm die Privilegien der sstindt^ch-- - l ^Nsscheo inb afrikanischen Gesellschaften und wurde so zu der riesigen Kompagnie des Indes", die das ausschließliche Handelsrecht ich dem Kapland, Ostafrika, Südamerika, China, Japan lsw. und noch dazu die Genralpacht des Münzregals erhielt, lls Law 1719 die Massen seiner Aktien auf den Markt warf, «Mn eine wilde Jagd des Publikums danach die lebhaft die heutige Zeit erinnert. 300 000 Aktien mit einem No- "inalwert von 150 Millionen Livres wurden in drei Wochen lusgegeben, die aber vom Markt zu Kursen angenommen »Aden, die der Gesellschaft 1500 Millionen brachten. Nach m Zinsertrag fragte kein Mensch mehr, in den letzten mnaten deS Jahres wurde der Kurs von 11 000 Livres in M^en Tagen auf 18 000 pro Aktie getrieben, und an den Tagen der Aktienziehung war das Gedränge vor den Kön­nen so groß, daß täglich mehrere Menschen erdrückt wurden, üiieder erfolgte die Reaktion mit derselben Heftigkeit. Man ^gann zu realisieren, das Publikum wurde ängstlich, einer 'mte den anderen mit seinen Befürchtungen an, und trotz Mr Gewaltmaßregel die Kurse zu halten, wirkte die Sug- lesuon der Massen unwiderstehlich, vor den zeitweilig ge­soffenen Büros warteten viele Tausende die ganze Nacht, ® die entwerteten Aktien in Metallmünzen umzutauscheu, "oder mehr als ein Dutzend Personen das Leben im Ge- verloren, und zehn Monate später waren die Aktien A noch 40 Livres wert. Indem Dr. Kirchberg diese Er- Meinung im Vergleich mit den heutigen Vorgängen setzt, die "in noch viel gewaltigeren Umfang angenommen haben, be- "r er, daß diese Bewegung sich nur durch die Beeinflußbar- J, der Menschen erklären läßt, die in ihrer Angst vor der "Wertung des Geldes nach allem streben, was noch Kolo- besitzt oder zu besitzen scheint.

Gras Albert Nensdorff zur fmanziellen Lage Oesierreichs.

..,?'^^Neue Freie Presse" meint am Schlüsse ihres Lcit- «eu^ "Wir sind in allzugroßer Gefahr, als daß ein ^".Wechsel der Regierung nicht verderblich sein müßte. brauchen Stabilität, Beruhigung, Entgiftung.

6i/M Albert Mensdorff, der erste österreichische Dele- beim Völkerbund, hat einem Repräsentanten der lis. Wühence Internationale de Geneve" folgende Er­dungen über die finanzielle Lage Oesterreichs abgegeben: .J®*® finanzielle Lage in Oesterreich ist eine Frage, die tS Europa angeht, denn in finanzielle,l Dingen hängt andern. Was in einem Lande vergeht, übt unaus- bah seine Wirkung aus auf die Nachbarländer. Österreich hat sich an den Völkerbund gewendet und ihn » Gen, ihm die für seinen ökonomischen Wiederaufschwung ^uvknbigen Kredite zu eröffnen. Darauf hat sich eine TUlnskommission nach Wien begeben und die Lage gründ- -7 studiert. Sie hat sich davon Rechenschaft geben können, " die Regierung große Anstrengungen gemacht hat und "'während macht, um das Land aus seiner «ot heraus»»-

Eine vollständige Finanzreform ist unternommen . n $u dem doppelten Zwecke, bessere Einkünfte zu er °u und die Ausgaben zu vermindern. Angesichts der Entwertung der Krone können wir uns ni^t ganz allein aus der Schlinge ziehen, mir müssen ^. Ausland.Hilfe, d. h. die notwendigen Kredite finden.

« behülfen, derselben dringend, wenn wir verhüten wol­

len, daß die Bevölkerung den Mut verliert. Die Regierung tut, was sie kann, braucht aber, wenn sie die öffentliche Meinung beruhigen und erfolgreich wirken will, die Unter­stützung, die wir erbeten haben und die nicht zu lange aus sich warten lassen sollte.

Nach der Darlegung, die ich der Kommission des Völker­bundes geboten habe, haben die Herren Hanotaux und Ador das Wort ergriffen und ihren Anteil bekundet und die Hoff­nung ausgesprochen, daß der Völkerbund sich beeilen und Ms eine wirksame Hilfe gewähren werde.

Wir Oestorreicher haben das größte Vertrauen in den BölterhuM und in das Werk, das er unternommen hat. Die Tatsache, daß es ihm gelungen ist, einen mternationa- kn Gerichtshof definitiv zu bestellen, beweist in unseren Augen seine Lebenskraft und erlaubt uns zu hoffen, denn Hefe neue Einrichtung stellt einen unverkennbaren Fort- chritt und eine schätzenswerte Gewähr für den Frieden dar .

Die volkswirkschastftche Beurkeilung des Handwerks.

Neuerdings gehen verschiedene Schriftsteller daran, von einem Uebergang der Handwerksangehörigen zu der heute dominierenden Betriebsform, d. h. zur Großindustrie, zu sprechen. Sie betrachten d^e historisch gewordene Stellung des Handwerks in der Volkswirtschaft als einen überstandenen Standpunkt. Wer irgend welche volkswirtschaftliche Erörte­rungen über diese Stellung anstellt, kann dies nur unter zwei Gesichtspunkten tun: dasHandwerk als Berufsstand" und dasHandwerk als Gewerbestand". Das erstere geschieht durch die Betrachtung der sozialen Gliederung^ und die Ver­teilung der betriebswirtschaftlichen und technischen Produk- tHnsfunktionen der im Handwerksbetrieb tätigen Personen lLehrlinge, Gesellen und Meister), und den dadurch bedingten Ausbildungsgang. Der Gewerbestand charakterisiert sich durch die wichtige Tatsache, daß die dezentralisierte gewerbliche Produktion von Waren und wirtschaftlichen Leistungen nicht von einem maschinenmäßigen Arbeitsprozeß, wie' in der Fabrik, abhängig und beeinflußt wird.

Die Oeffentlichkeit und weitere wissenschaftliche Kreise müssen sich zunächst davon befreien, daß als Handwerksbetrieb im allgemeinen nur Betriebe mit 10 bis 20 Personen gelten können. Für die Beurteilung, ob ein Betrieb handwerks­mäßig oder industriell ist kann im wesentlichen nur der Arbeitsprozeß ausschlaggebend sein, keinesfall aber die Unter» «ehmunMvrm oder gar die nach dem Gebrauch des Handels- ' rechtes gi&rfliitofittv-^ Eiurkastung. ^s wird ss ohne weiteres schon zugegeben, daß ganze Gewerbezweige mit vorherrschendem Kleinbetrieb zum Handwerk gezählt werden und daß im Kleinbetrieb das Kapital eine unwichtige Rolle spielt, und schließlich die leitenden Funktionen vom Inhaber ohne Hilfspersonal ausgeführt werden können. Diese Unter­scheidungsmerkmale sind aber überholt, denn es gibt Mittel- und Großbetriebe im Handwerk, in denen alle Unterorgane eines kaufmännisch geleiteten Industriebetriebes (Geschäfts­führer, Büropersonal, Techniker usw.) vertreten sind. Leider fehlt über dieses Eindringen modern industrieller Merkmale in das Handwerk eine Statistik. Das Handwerk der Ver­gangenheit ist allerdings vom Begriff des Kleinbetriebs nicht zu trennen, das Handwerk der Gegenwart ist wesentlich dar­über hinausgewachsen. Gegenwärtig bedarf schon ein kleinerer Betrieb bei der komplizierten wirtschaftlichen Struktur der kaufmännischen Bearbeitung der Steuervorschriften und ähn­lichem. Damit ist aber bereits das notwendigste Wesensmerk­mal der industriellen Unternehmung auf das Handwerk über­gegangen. Die Betriebsgröße, kaufmännische Angestellte, Verwendung von Arbeitsunterstützungs- und Kraftmaschinen, Werkmeistern, Geschäftsführern, Absatzorganisationen sind grundsätzlich keine wesentlichen Merkmale der Industrie mehr, sondern Haupteigenschaften der freien Unternehmung über­haupt, welche als Oberbegriff dem industriellen und handwerk­lichen Berufsstand in gleicher Weise gebührt. Der Unterschied liegt lediglich in der sozialen Gliederung der im Handwerk tätigen Personen (Meister, Gesellen, Lehrlinge) und in ihrem Ausbildungsgang und darin, daß die Handwerksproduktion mehr dezentralisiert und von keinem mechanischen Arbeits­prozeß abhängig ist.

Wenn die Frage nach der Bedeutung des Handwerks in der nationalwirtschaftlichen Produktion aufgerollt wird, banri sollte man sich vorerst darüber klar werden, daß exakte Ergeb­nisse auf Grund von statistischen Unterlagen, ausgedrückt etwa in Milliarden Mark Mehrwerterzeugnng,' nicht vorhanden sind und auch nie beschafft werden können.

Die handwerkerliche Produktion ist eingestellt auf die Be­friedigung lokaler individueller Bedürfnisse,'welche der. Fabrik- betrieb nicht bieten kann, denn dort spielen die Hauptrolle bis Massenartikel. Ist es nicht vollkommen verfehlt, im Hin­blick auf den gesamten Umfang des Handwerks ironisch zu fragen, wieviel die gesamte Vetätigung dieses Berufsstalldes ausmacht, gemessen an der Gesamtproduktion eines Volkes? Der Massenproduktion und ihrer Mehrwerterzeugung sind immer noch bestirnte Grenzen gezogen durch den Geschmack des Publikums. Die Uniformierung der Fabrikware ver­körpert sichtlich den ganzen entgeistigten industriellen Arbeits- brozeß, mit den sozialwirtschaftlichen KranklEserscheinungen. die sich in den Zielen und Forderungen der Arbeitermasseu auswirken. Massenherstellung darf nicht das Ziel unserer Wirtschaft sein, sondern rationelle Verwendung der vorhan­denen Produktionsfaktoren, die rationelle Eingliederung der Produktonskräfte in die Gesamterzeugung und der höchstmög­liche soziale 2lusgleich. Dabei nimmt das Handwerk in bei Volkswirtschaft eine ebenso bedeutende Stellung als selbstän­diger Wirtschaftsfaktor ein, wie die Industrie. Die Existenz­berechtigung der industriellen Großbetriebe hebt diejenige der Handwerksbetriebe nicht auf, beide sind nicht nur in engen Be^iebunaen als aeaenfeittn» mi'rhrnuApr <iukLinonkrr anatn

Diesen, sondern beiden obliegt auch eine gemeinsame Aufgabe: die Erhaltung der Produktionskraft eines Volkes durch die Ueberwindung der sozialwirtschaftlichen Reibungsflächen, durch Schaffung eines höchstmöglichen sozialen Ausgleichs und dir Erhaltung der Arbeitsfreudigkeit - die tiefsten und letzten Voraussetzungen aller Produktionen und die größten sozialen Ausgaben eines GewerbestandsS

Tamma des Ue'KsstZdiehundes

Der Reichsstädtebund, die Vereinigung der mittleren und kleinen Städte Deutschlands, trat in Dresden ru seiner diesjährigen Tagung zusammen. Der Geschäfts­führer des Bundes, Dr. H ä ck e l - Berlin, sprach über die Not der mittleren und kleinen Städte und ihr- Ueberwin­dung. Das Reich lebe nach dem Grundsatz:Jeder ist sich selbst der Nächste!" Die Gemeinden kämen in immer grö­ßere Not. Der Reichstag müsse den Gemeinden das geben, was sie zum Leben brauchten und was sie sich nicht selbst be­schaffen könnten. Den Gemeinden müsse ebenso wie den 'einzelnen Personen ein Existenzminimum gewährt werden. Einzelne Gemeinden erhielten von den Banken nur noch Kredit gegen Verpfändung von Werrgegen'd- xn. Es drohe der Zukammenbruch der Gemeinden, der einen Zusammen- bruch des Reiches und der Länder nach sich Fehe- '"äste. Den Gemeinden müsse wieder ein Zuschlagsrecht zur E-n.komw.en- ssteuer oder eine Erhöbung ihres Ant-ils an diel-r Steuer ! eingeräumt werden. Eine Beteiligung der Gemeinden an der Retchs-mbschastssteuer und eine Erhöhung des Anteil- an der Umsatzsteuer fei notwendig. Fahmeugsteuer und Ver- sich-rnnassteuer müssen den Gemeinden überlasten und ihnen auch ein Zuschlagsrecht zur Reichsgetränkest-uer gewährt ^werden, vor allem die Höchstgrenze für die Gemeindever- brauchsabgaben auf Bier von 0.5 auf 10 Mark ermöglicht werden. Weiter verlangte der Redner die Gemerndeb^steue- rung der Eisenbahn und volle Vergütung der Kosten für Die Erfüllung der den Gemeinden vom Reich überwieienen Auf­gaben, Beseitigung der Erwerbslosenfürsorge und Ersatz durch eine Erwerbslosenversicherung usw. Dann sprach Bürgermeister B r e u e r - Verben und bann Stall- Lanenburg über die Erfüllung der sozialen und kul^-'-ll-n Aufgaben der mittleren und kleinen Städte. Im Großen und Ganzen sprach man sich zumeist zu den Referaten zu­stimmend aus.

- v .strland bleibt fest i |

Wie auS D » bli« gemeldet wird. Hält dio Mehrzahl izer irischen Blätter an der Forderung der ssnüb^-'ngiakei' der irischen Republik fest «nd leb««« es mit Entichtebe-b-nt ep sich den englischen Wünschen zn unterwerfen. ES ist wahr­scheinlich. daß eine VolkSabstimmnna siattünden wird, um d-e Meinung des irischen Volkes in dieser Frage festvtstehen.

Das Altimakum an Anaarn.

. Das Unaarn von der Entente gestellte Ultimatum läuft ^am 4. Oktober ab. Aus die Bitte Ungarns tr der italienische ^Minister des Aeußern eine Vermittlungsaktion bei Oester­reich eingeleitet. Der ..Popolo Romano" meist daraus bin j Saft Ungarn zwar das Burgenland berauSgeben wolle, aber die Zuteilung OedenburgS erstrebe was von Anfang an die Minimalforderung gewesen sei- Die Entente habe versSuM, das Burgenland rechtzeitig an Oesterreich abzuaeben ehe Unaarn einarUf

Benennung der oberschlesischen Sachverständigen durch den Völkerbund.

In Genf sind die Sachverständigen für die oberschleststbe Frage benannt worden, und zwar der tschechv-slowaMche Sachverständige Hottat ich und der Direktor einer E:ien- bahn von St. Gallen, Herold. Diese beiden Herxen sind mit der Prüfung der Verhältuiffe in Oberschleüen beschäftigt. Von ihnen sind die von deutscher und polnischer Seite be­nannten Sachverständigen auS Oberschleüen vernommen worden.

Die Forderung einer Putsch-Zulage.

Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen und polnischen Arbeitnehmerorganisationen beschäftigte sich in ihrer gestri­gen Sitzung mit den Verhandlungen der Interalliierten Kommission mit den Gewerkschaftsführer über die Putsch­zulage. Nach ausgiebiger Diskussion gelangten die Betei­ligten zu der Auffassung, daß die Ansicht der J. K. in dieser Frage nicht zutreffend wäre. Die I. K. war verpflichtet, den Aufstand niederzuschlagen, wäre dies geschehen, so wür­den die Arbeitnehmer niemals die Forderung einer Putsch- zulage erheben können. Durch den Aufstand in Ober­schlesien ist die Arbeitnehmerschaft zu Schaden gekommen, was auch die polnischen Gewerkschaftsführer anerkannt haben. Rechtlich kann nur die I. K. als suudensersatz- pflichtig in Frage kommen.

Die Arbeitsgemeinschaft hat diesem Gedanken in einer Entschließung Ausdruck gegeben, in der es heißt:

Die Arbeitsgemeinschaft sämtlicher Arbeiter- und An­gestelltenorganisationen nimmt Kenntnis von dem Resultat her Verhandlungen zwischen den Gewerkschaftsvertretern und der I. K. vom 28. September betr. Aufstandsentschädigung (Putschzulage). Die Arbeitsgemeinschaft hält'nach wie vor Die Forderung auf Auszahlung einer Putschzulage aufrecht. Die J. K. wird nochmals dringend ersucht, im Interesse der Ruhe und Ordnung in Oberschlesien für die Bewilligung der berechtigten Forderungen der durch den Aufstand geschädigten Arbeiter bei den zuständigen Instanzen eiuzutreien und Verhandlungen mit allen hierfür zu Gebot stehenden Mitteln anzubahnen?

Diese Entschließung ist der J. K. zugel- 'erben.

Max Hölz soll na» einer Zettttussmeldlma im ZmW Hause M Münster einen Selbstmordversuch begangen,wr- ben, der indessen ree.uzeitig vereitelt werden komue. W4 befindet sich seitdem unter strenger Aussicht.