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^Ä oro Tonne mm Ausgleich nötig.sein wird. Die ^ / dürste im Hinblick auf den von ihr erwarteten einer Erhöhung der Koblenpreise wohl

^ All-neu Schwierigkeiten bereite«.

Aeußerung des Abg. Wels zur Lage.

Mstm" veröffentlicht eine Unterredung mit dem F-g^lS über die innere Lage in Deutschland. Dieser d ,, ^ß n«ch den letzten republikanischen Demonstrativ- '«icht mehr »weifelhaft fei, auf welcher Seite die L «raft liege. Die Monarchisten fühlte« sich vom K gnt überschwemmt und bitten nur noch um mildernde tg.be Jeder monarchistische Staatsstreich muffe bei dem ^istreik der Arbeiter zuschanden werden, zudem wurde tKil-ubpollzei treu zur Republik stehen und bet größte I ber Reichswehrsoldaten, würden den rebellischen OM- den Gehorsam verweigern. Der Reichskanzler Dr. Hz verbleite das größte Vertrauen, er sei der geeignete n die Republik zu vertcibiaen. Der schwerste Teil seiner Uaöe werde der Kampf gegen die bäuerische Regierung k Die Rcichsreaieruna verfüge in diesem Kampf vor km über eine wirtschaftliche Waffe: sie könne Bauern die entziehen. Eine Regierung, die die Volksmassen bot sich wiffe, werde nicht zögern, die strengsten Maßnab- 1 gegen die Urheber eines Staatsstreiches zu ergreifen, k Monarchisten, die nur im Verborgenen tapfer sind, mer- t»ie eine Hammelherbe. Frankreich muß das Ka

W irtv unterstützen und durch Aufhebung der mili- i»« Sanktionen im Rheinland sowie durch eine günstige Um 6er oberschlesischen Frage die deutsche Demokratie kh-n helfen

Ein Alibi OliwigS v. Hirschfelds.

| ®et verhaftete Oltwig von Hirschfeld hat vor er Kriminalpolizei mehrfache Handschriftproben oblegen liiffett, um festzustellen, ob er mit dem Studenten der Rechte ranz 'Riese oder mit Knud Bergen, stud. phil., die sich bis D Mordtage in dem GasthausZum Hirschen" in ppenau aufhielten, identisch ist. Das Amtsgericht in erkirchen beschäftigt sich in erster Linie damit, einen von echlsanwalt Bahn-Berlin für Hirschfeld angestellten libibeweis auf daS genaueste zu prüfen. Hirschfeld be­lichtet nämlich, daß er sich am Vormittag des 26. August, Mortage, 35 Kilometer von dem Tatort entfernt, bei Mühlenbesitzer Kepler in Kalmbach an der Enz auf- alten habe. Er habe hier täglich mit den zwei Söhnen, beiden Töchtern und den Eheleuten Kepler zusammen- effen. Am Nachmittag habe er mit den Söhnen einen rflug nach dem Kloster Hirsau geplant, der aber auf- t6en werde« mußte, weil es regnete.

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Zusammenstöße in Koburg.

3x Äebutfl fand am Samstag nachmittag eine Demon- ttonSversammlung der Sozialdemokrotischen Partei für Republik ««> Legen die Ermordung Erzhergers statt. Die samütlung, an der 2000 bis 9000 Personen teilnahmen,

lief ruhig, och kam es im Anschluss daran zu Schießereien f der Straße. Während noch die Redner sprachen, ertönten deu Straßen, die »nur größten T^i von der Schutzpolizei Drahtverhaue abgesperrt wären, Schöffe aus Maichi- naewchren, Handgewehre«, auch Handgrauatenwürfe schien sich dazwischen. Die grüne Polizei hatte nach der

»ssoröerung, auseinanderzuoehen, blinde Schöffe abgege- k. worauf mit scharfen Schöffe» erwidert wurde. Der De- onstranten bemächtigte sich eine furchtbare Erregung. ES « zu starken Auseinandersetzungen vor den Drahtver- e«. Vor dem Spitaltore wurden durch Handgranaten-

lirse eine Anzahl Personen verwundet, tedoch nickt tödtlick. 6$ Schaufenster des Soortartikelaeschäfs von Giß wurde Mändig zerstört. Die Erregung dauerte an, bis der De- »«KrativnSzug sich aufgelöst hatte.

Verhinderte Tannenbergfeier.

M General von FrancoiS in einem überfüllten aal in Hersfeld über Tannenberg sprechen wollte, wurde t daran von einer tausendköpfigen Menschenmenge gehin­kt, die in den Saal eingedrungen war. Die Schutzpolizei tff ein und schloß die Versammlung und sprengte die enge auseinander.

Apolitische TageBrönik.

Kaffel. sTeuerer Hafer!) Ein thüringisches Blatt

wftrnf fnrn#n6e interessante Notiz aus dem Eichsfe'bi'chem

Be«ifhnenb ist für die bob-n Preise des von den Kom- Wttnalnerbä"l><'n gelieferten MehleS. Der Rittergutsbesitzer, lwtersil» bei ArnSbansen lieferte im Juli b. JS- an den ffenvmmalpeiBand Umlagehafer zum Preise von 62 Mk. für Mit Zentner. In einem der Säcke leate er einen Zettel mit her Wisse an den Verbraucher, den Preis und den Lkeseran- E" anWaeben. In diesen Tagen aina ein Schreiben aus ^ad rerntn»en ein, in dem der Verbraucher mitteiff, daß ihm bet Met vom Kommunalverband Meiningen geliefert sei, und Pbor zum Preise von 141 Mk. pro Zentner.

Easteffgnn, HunSrück. f® r o ü f e u e r i m HUnSrü ck.) ^urch ein nächtliches Großfeuer wurde hier eine ganze wittertet sie am Marttutatz, neun Wohnhäuser, 8 Scheunen, ^affaebck'de. drei Magazine und allerlei Vorräte nieder- tebrannt. Auch arvßer« Erntevorräte sind ein Raub Der "lammen geworden.

. Köln. fDerDi« V in der Kirche.) Der aus Düffel- 6otf gebürtige Schmied W. Stein trieb sich zu Paffendorf in Mt Kirche umher und erzählte der Kirchenputzerin, er habe

um eine Stelle bei einem Sckloffer bewerben wollen. de>r elfter aber nicht angetroffen. Nun habe er zum hl. Auto­bus gebetet.Ja", meinte die alte Iran,dann werden St« rie Stelle auch bekommen". A s der Bursche dann fort war, Mrde beobachtet, daß er das Altartuch mitgenommen hatte, r?« Kempen soll er ebenfalls ein Altartuch gestohlen haben >t«b wegen DiebstalstS eine" solchen in Bedburg befindet et r* m Nntersuchnnasbaft. Der Amtsanwalt wies aus Die BücksichtSlosiakeit derHandlnna und die (NemeiNgefährlichkett h6 Angeklagten hin und beantragte wegen KirchendiebstgsstS !mei Jghre MefänaniS. DaS Gertcht hielt nur einen Jall sttr nachgewiesen und setzte vier Monate Gefängnis fest.

Berlin. sProz « ß Werner.) Wie wir von zuständiger Meile erfahren, ist die in London erfolgte VernehMrug bei Kapitän» Starken von dem versenkten Gosmta i<Mtf -Tor- . rtngton" Im Einvernehmen mit dem Qberre.ichSan'"a,t er^ , Mlsth der einen Vertrete: nach »tmHm entsandt datte. »»»

BerMren geKn bet ii-BoMo'mManPainen "^.m ist ÄS -um Abschluß -er Voruntersuchung gebieten. Ein *M'Heftl oeaen Werner, dessen 'Aufenthalt unbekannt u: e men.

8 Von der W«ff«tku-pr. lB.H S u - T e g e ! s! u ge Bei dem nunmehr beendigte« Mön^SegelwettSlug fina fitem- perer-Aachen in 1? Minuten vor- der Wafferkvvv- <iw- -'W Meter wett nach GerSfelS. Er hat mit diesem ftzlua de, diesiährigen Rekord geschlagn«. MartenS-Hannover ? ' rtt out Morgen des letz'en WettbewerbtageS einen T - -wr 5 Min. 38 Sek. 8680 Meter weit aus, bei welchem tbm ne vollständige Kreise gelangen. Koller-München hat in "in ' Sek. 4200 Meter erreicht; er hat ein großes 8 mit seit weisem Seiten- und Rückenwind geflogen, auch ist ihm e-n. Kurve von 360 Gr -s gelangen. Bei der PreiSvertestuna e« netten: MartenS Hannover 21000 Mark. Koller- - bei' ftöOOO Mark, Klei zrer-Aachen 13 000 Mark. Pelzner-Nürn, ckcrg 9000 Mark, Brenner-Stuttgart 4500 Mark. De- erst, Preis von 80 000 "''ark kam nicht zur Verteilung weil di< 'schweren Bedingung n nicht ganz erfüllt wurden. Mariens Hannover hält sein praktisches Jlugzeug bereit, um dem nächst bti günstiaem W-nd nach Fulda zu fliegen.

Vermischtes.

Kamps mit Verbrechern. Den Pariser Blättern zufolge wurde am helle» Tage ein Steuereinnehmer in Cette, der '1060 000 Franken bei sich hatte, auf der Straße nieder­geschlagen und beraubt. Passanten und Gendarmen verfolg­ten drei Räuber. In der Nähe des Bahnhofes entspann sich eine wüste Schießerei, wobei ein Polizist verwundet und zwei Räuber niedergeschossen wurden. Der dritte ergab sich. Ein Räuber ist tot, der andere schwer verletzt.

400 Morgen Waldbestand vernichtet. Ein großer» Wald- und Moorbrand wütet seit acht Wochen in den ausgedehnten Waldungen von Klein- und Groß-Capermoor bei Schnacken- Hurg, dem bisher 400 Morgen Waldbestand zum Opfer fielen. Da der Boden sehr torfreich ist, findet das Feuer immer neue Nahrung. Der Torfboden brcnnt bis zu einer Tiefe von drei Metern, bisher ist es «och nicht gelungen, des Feuers Herr zu werdeu.

Ei» Kind von einem Bären zerfleischt. In Naundorf bei Dresden riß sich der große Bär einer Wandcrgesellschast los mnd geriet unter spielende Kinder. Er ergriff ein zehn­jähriges Mädchen und richtete es in furchtbarer Weise zu. Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht, an seinem Auf­kommen wird gezweifelt. Die Besitzerin des Bären, die den ^Bäreu von dem Kinde zurückziehen wollte, erlitt bei ihren Bemühungen ebenfalls schwere Verletzungen, die bedenkliche Folgen haben können, da die Frau ihrer Niederkunft ent- gegensiebt-

EINE ANZEIGE HILFT

Abstürze von her Großglocknerwand. Ein schweres Touri­sten,mglück hat sich, wie erst jetzt in seinen Einzelheiten be­kannt wird, im Großglocknergebiet zugetragen. Am Sonn­tag, den 21. August, versuchten zwei Herren es sollen zwei Wiener Lehrer gewesen sein führerlos einen Aus­stieg .zum Großalockner durch die PallaviciNi-Rinne. Sie verpesten sich hierbei, und am letzten Dienstag hörte man ihre Hilferufe. Infolge der Nngnnft des Wetters war eine Rettung unmöglich. Am vergangenen Mittwoch versuchten abermals vier Touristen die gleiche Besteigung, da sie unter­wegs Hilferufe hörten, unternahmen sie auf eigene Faust Rettungsversuche. Bei bietet Gelegenheit stürzten die Touri­sten Dr. Ha « t > ch und der Landwirt Hans Walter aus Jena von der Glocknerwand tödlich ab. Eine ReMnuaS- erpediiion hatte noch keinen Erfolg.

Quer durch Skadl und Land.

Allerlei Randbemerkungen von K. Mg.

. An Stadt und Land fängt man allmählich wieder an, Häuser zu bauen. In den Städten waren§ bisher aller­dings nur Banken und große Fabriken, die sich den Lurus des Bauens erlauben konnten, andere konnten das sündhasw Geld dafür nicht aufbringen. Aber jetzt regt sicks doch allmählich, auch in den Kleinstädten und auf dem Sachen Lande sieht man jetzt Häuser. Stallungen und Scheinen neu erstehen. Zwar ists noch nicht wie in Friedenszwien, wo immer Neubauten entstanden, aber der Anfang ist doch wenigstens gemacht worden. Aber plöhlick gibt es bei oem Bauen neue Schwierigkeiten, an die man früher gar nickt so -rnst gedacht hat: es fehlt nämlich an den nötigen Bau­arbeitern. Die Scharen der Maurer, Tüncher und sonstigen Bauhandwerker haben sich nämlich unter der Ungunst der Verhältnisse eine andere Existenz gftiriinbet, haben sich in bie Fabriken und Werkstätten zurückgezogen und befinden sich illem Anschein nach sehr wohl dabei. Aber das braucht man nicht besonders tragisch zu nehmen, kenn wenn einmal ordentlich gebaut werden wird, werden sich die Maurer und ihre Berufsverwandten wieder bald aus den dumpfen Fabnik, mauern zurückziehen, denn sie lieben doch aus alter Gewöhn- heit mehr daS Freie und Luftige, als den Schmierölaenich der Fabriken. Und wenn erst überall wieder gebaut wird, dann werden sich auch alle anderen Gewerbe heben, wnn WaS häyst nicht alles mit dem Baugewerbe zusammen? Da !

^^»^ ^°l«. Spengler und Zimmerleute in u"d,Fülle zu tun. Und daS Geschäft der Kinder- e11- Unb ^ Ammebasen blüht auch wieder reiten Kam^r?^ ^^ ^' Schaffung neuer Wohngelegen-

AlleS hatte sich schon schwere Sorge wegen der KartoEel. ernte gemacht. Glücklicherweise scheinen die Unkenrufe dic eine vollständige Mißernte in Kartoffeln vorhersagten. in nichts zu verflüchten. Die Berichte aus ländlichen Gegen­den lauten jetzt gar nicht mehr so trostlos, es soll Är herr­lichen Knollenfrüchte Ute schwere Masse geben. Die Frag« ist nur, ob sie so wchlfeil sind, daß sie Menschen bezahlen können, die nicht zu der Spezialität der Kriegs- und Rrvo- Intionsgewinnler gehören. Eben kosten die Kartoffeln rund bag 20fachc, was sie in Friedenszeiten kosteten. Wer von den Geschäftsleuten, den Beamten, Arbeitern und Ange­stellten verdient aber das 20fache? DaS ist ein so schweres Rechenerempel, das zu lösen selbst einem Adam Riese un­endliches Kopfzerbrechen verursacht haben würde. Aber die wenigsten Menschen können sich mit dem alten Rechenmeister vergleichen und deshalb dürfte das Exempel, wie man zu Kartoffeln kommt, für sie ungelöst bleiben. Die Hauptsache ist aber doch, daß Kartoffeln da sind und trotz aller Schwie­rigkeiten finden die meisten Menschen letzten Endes doch immer einen Ausweg, um zu Kartoffeln zu kommen. Und Erfinder in bezug auf Essen und Kleidung sind wir ja doch .alle geworden.

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Es wird so viel über die Trinlgeldunsitte gesprochen und geschrieben. Das sei eine ganz verwerfliche Geschichte und eines freien Arbeiters ganz und gar unwürdig. Aber die Geschichte ist trotzdem hier und da recht rentabel und vo-- nehmlich in unseren teueren Badeorten haben Hotelbe­dienstete aus diesen Trinkgeldern Einnahmen, die manchen Gelehrten oder auch Minister neidisch machen könnten. So wird, aus Bad Nauheim berichtet, daß dort in einem Hotel in einem Monat nicht weniger als 25 000 Mark an Trink­geldern vereinnahmt wurden, die unter die Bediensteien verteilt wurden. Der Herr Liftboy bekam davon 1800 Mark! Da bleibt also nichts anderes übrig, als in Bad Nauheim Liftboy zu werdest, wird mancher Lehrer, Geist­liche oder sonstige Angehörige der geistigen Berufe denken. Aber es ist doch nicht alles Gold, was glänzt, denn die Mehr- stahl der Angestellten dieser Hotels sind Saisonarbeiter, die im Winter am Hungertuche nagen müßten, wenn sie nicht in den paar Sommerwochen einen ordentlichen Rebbach machen würden. Und es gibt ja Menschen, die auch im Winter lebet? müssen! 6

In den letzten Tagen hats wieder Zeitungsverbotc ge­segnet. Wir leben nämlich wieder unter einem Ausnahm- rustand, dessen Eharakteristikum immer mehr oder weniger viele Zeitungsverbote sind. Diese Zeitungsverbote haben ;war bisher noch niemals geholfen, denn man kann die Menschen nicht bessern oder gefügiger machen, indem man die Gazetten totschlägt, wohl aber haben sie oft das Gegen­teil von dem bewirkt, was sie bewirken sollten. Einem Ber- 'iner radikalen Blatt hatte man von der Zeitnugsdruck- maschine gewisse Teile entfernt, sodaß ein Druck unmöglich war. Aber das Unzulängliche, hier wards Ereignis, denn das Blatt erschien trotzdem munter weiter und St. Büro-. Gräting machte ein verdutztes Gesicht, wie solche Untat und solche Respekiwidrigkeit nur möglich wäre. Und für manches eerboiene Blatt wirkH. so ein Verbot mehr als hundert AbonnementZrinladungen" manches fönst unbeachtete Papier fanif sich bei solchen Gelegenheiten zu einer europäischen Be­rühmtheit aufschwingen, wie das bei dem bekanntenMies- bacher Anzeiger" der Fall ist, dessen Ton und Schreibweise den seligen Sigl noch im Grabe vor Neid krank werden lassen könnte. Zeitungen sind da, daß sie gedruckt und gelesen werden, nicht aber daß sie unter der behördlichen Guillotine ihr manchmal recht kümmerliches Leben aushouchen.

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Die letzte Woche sah große Demonstrationen in Stadt rind Land. Demonstrationen sind ja heutzutage nichts sel­tenes mehr, wir haben sie schon so oft gesehen, daß ihnen der Reiz der Neuheit vollkommen fehlt. Glücklicherweise ist es dank der Vernunft der Führer und der Geführten nir­gends zu ernstlichen Zusammenstößen und Keilereien ge­kommen, wie das sonst bei derartigen Gelegenheiten gang »nd gäbe ist. Eins aber haben die Züge und Bersamm - langen gezeigt und zwar unzweideutig, daß die Manen wohl die Republik schützen, daß sie ober von Räteherrschaft und russischen Experimenten nichts wissen wollen. Denn b ? Inschriften auf den Tafeln sagten in dieser Beziehung mehr als genug. Wenn auf manchen Tafeln und Schilden Galgen abgebildet waren, an denen man bekannte Persön­lichkeiten baumeln sah, so soll man derartigeScherze" nicht allzu übel vermerken, denn papierne Galgen haben noch niemand weh getan und an wirkliche Galgen ist noch kemer' gehängt worden. Unsere Zeit ist fänellebig und in wenigen Wochen ist alles veraessen, genau so wie die meisten Men­schen schon jetzt so tun, als wüßten sie nichts von einem vier­jährigen Krieg, denn sie leben herrlich und in Freuden unb überlassen die Sorgen anderen.

Ist uns das Leben bisher recht sauer geworden, so wird« in Zukunft aber bedeutend besser werden, denn wir haben Gelegenheit, uns das Leben nach Belieben zu versüßen. Das kommt daher, weil mit dem 1. Oktober die ZwanoSbew'rt- Ichaftung des Zuckers aufgehoben wird. Damit ist fiter auch die Herrschaft des Saccharins endgültig gebrockn worüber wohl niemand eine Träne vergießen wird. Die Lebensmittelämter werden nun überall abgebaut unb m wr wenige Beamte zeugen noch von entschwundener Prockt. 0:3 den Menschen jedes Gramm Butter und vber h-stl Wurst fein säuberlich nach der KoE'Al rugew^m mürbe. Aber teuere Andenken haben die meisten Aemter dwKr Rr: bm trauernden Hinterbliebenen, in diesem Falle den K mu­mmen, hinterlassen, nämlich Defiziie, daß den Sceuerzab- ' rn Hören und Sehen vergeht. Aber die LebenSitzitie-- 5mter waren doch notwendig, wenn auch St. Bürokraims ' ine Sache noch so schlecht machte und die hungrige Men t ' it manche derbe.Verwünschung auf alle Lebenimiti 'amte: unb Kommunalverbände ausstieß. ES wuchsen näuuut auch ben Lebensmittelämtern keine Kornfelder in der flachen Hand, von Butter und Geräuchertem gar nicht zu reden Also nur fort mit den SehenSmittelämtern in das trente Grab und recht viel Erde braut auf daß keines von ihnen jemals Aufovrtsbvna fetete.