Schküchkeener Zeitung
- Schmchtemex Kreisblatt - Schlüchterner Tageblatt
Nr. 201
Verantwortlich für den gesamten Inhalt: H.°K, Hohmeister, Schlüchtern. Druck u. Verlag der Ja C. Hohmetster in Schlüchtern. Fernspr. Nr. 65. Telegr. Schlüchterner Zig. Postscheck!.: Frankfurt M. Nr. 11402.
Montag, 29. August 1921
Bez«gSPreis : Vierteljährlich in Schlüchtern M.11- durch die Post M. 12,- . Anzeigenpreis: Die Klei,n- zeile M. 1, > die Reklamezeile 3,—, sämtlich ohne besonderen Zuschlag. Bei Wiederholung Rabatt.
73 Jahrg.
Aus der Heimat.
BorausfichLl. Witte«uug. Am 30. 8, (Dienstag). Vorwiegend heiter, trocken, Nacht kühl, Lag ziemlich watm^
—• (Zurück zur Silbermünze!) Zur Wiederherstellung big deutschen Mir-Wesens . regt ein Artikel von Pros. Dr. Buchenau in den „Münchener NNG an, baldigst zur Neuein- richtuug einer Silberwährung zu schreiten, indem man Silbermünzen von Gewicht und Feingehalt der bisherigen Rrtchsmallstücke (5,55 Gramm Gewicht bei 5 Gramm Feingehalt) unter einem zeitgemäß veränderten Gepräge schlägt, diese zum Unterschied der Papiermark „Schilling oder Reichsschillivg" mnat und ihren Umlaufswert in Papiermark seitens der ReichsLan? nach Lage des Welchande'sprejfts für Silber zuzüglich der Münzkosten und etwaigen Münzgewinnes des Reichs je nach Zeitbedarf neu feßs-tzt, d. h gegen- wärtig auf 8 bis 10 Papiermark für die neue 5 Gramm «seine Normalmünze. Zur Erlangung dieses Zieles ist wie kfrüher die freie Goldprägung, so jetzt die freie Stldcrpröguug s für Private auf den deutschen Münzstätien zu gestatten. Der einheimische Bergbau und der Handel mit Silber expor- Ktterendeu Ländern wie Mexiko sind durch Begünstigung und
Litferungsverträge zu fördern, um unserem in Zerrüttung versinkenden Münzwesen wieder ein metallenks Rückgrat zu »geben, und dadurch zu festeren Valutavethältnißen zu gelangen.
Für spätere wirtschaftlich und pölitisH bester tousolidterte Weiten wäre die Einführung einer neuen Goldmünze von 5 Gramm Feingehalt te Auge zu fassen, die Gowschituvg oder Goldguldeu heißen könnte und nach dem jeweiligen; Handetskulft von Gold und Silber zu werten wäre, wie es zmit den vor Einführung der Reichswährung gängigm Gold- ^münze» der Fall war.
—* (Schmiede- und Schloffertagung in Crffel.) Am Montag, den 22. Aug. Wm. 10 Uyr fand in Castel im Hickerbräu eine vom Kurtzeff. Wal». H rndwerkerduas einbe- ruseue und gut besuchte Tagung des Schmiede-und Schloster- gewerbeS von Karhrss n und Waldeck ftM um in erster Linie zu der wicht gen F.age der SchmiedekohlmverteiMug Stellung zu »chmen, RegtelUngsbLUmeisier Lüppers, der Leiter der Kohleawirtschastsstelle in Erffel, erstattete zu Anfang ein kurzes R-serai, dabei die Gestchispunkre tzervsr- ^hebend, unter denen-au eine Prüfung --der SchÄÄdWhle»- srsze Hri an getreten werden muß. (FMellung, ob das Kontingent mit den tatsächlichen Mmiestvedors uö-reiust-mmt; s gerechte und zweckmäßige Vertsiiu..z, Anstellung von ^Versuchen, inwieweit »n» mit weichem Erfolge Ersatzmittel Verwendung finden können.) In der sich anschiietzeuden regen Aussprache ergaben sich neve« einigen speziellen Beschwerden folgende Feststellungen: 1. ine Belieferung der einzeln n Vttsorgungsdcztrke ist zu gering und auch zu unregelmäßig. 2. Die Vrit.iluug in den Versorg-mg8- bezsikeu silbst läßt vtelerorts v.el zu wünschen übrig und ist eine Beteiligung der be». Gewerbe an der Verteilung selbst dringend erforderlich. 3. Die Verwendung von ^lsetzmitlel» ist wohl möglich, aber nur wenn sie im Verhältnis 1:2 (Ersatz Kohle) geschieht. 4. Als Mindestbedarf wird 50 Pfo. pro Tag und Meister festgesetzt. Zur Auswertung tiefer Feststellungen raune eine .Kommission unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Harlmann vom Kurheff.-Wald Handwerkerbundes gebildet, die nun gemeinsam mit der KohtenwirtschafiSstelle eine Verbesserung der Belieferung mit den SchMeetekohien ausireben soll. Die weitere Tagesordnung belchäftigre sich mit OrganisarionSfragen des Schmiede- und SchtofsergkwsrdeS, insbesondere mit der Gründung von Eezüksjachvtrsänden im Rahmen oes Karh. Wald. Hand- wersirdunoes.
* Schlüchtern. Am Dienstag, den 30= Auguß 1921, ^ends 8 Uhr findet eine Sitzung der Stadtverorönetenv-r- sammlung mit nachstetzeadsr Tagesordnung statt: 1. Neuwahl von 3 Stadtverordneten und 2 des Erzletzungs- und «ocksschutweseus kundigen Männern zur Stadtschul-Depala- tion. 2. Genehmigung der Veräußerung von Bauplätzen an der alten Bahnhofstraße au den Fabrikarbeiter Philipp Denker und den Buchdrucker Jean Wallher. 3. Bewilligung der M tlel für die Nebengebäude der städtichea Wohntzans- ueebauten. 4. Ausbau einer Dachstube tu dem städtischm ^«hnhausneudau Schtoßgasse 18. 5. Festsetzung der Mlet- chlnje für die Wohnungen in den städtischen Neubauten. Festsetzung einer neuen Gebührenordnung für Benutzung Sladiwage. 7. Genehmigung des MietvertrageS mit «l» Finanzamt über das stäsufchr Anwesen Fuleaerstr. 47. Btwiuiguag der Kosten für Jnstandfetzung .er Wohnung im ödere» Stockwerk des städtischen Auwcsens Futdaer- maße 47. 9. Biwilltgung der Mittel zur Errichtung eines «Ha«, einer Wachstube und eines Gesangenemaumes im Mtijche» Wachihaus. 10. N.ufestsetznug der Preise sür aus dem städtischen Eiektrizstätswerk «Vgegebmen ^tafifkom. 11. Bewilligung der Mittel zur Beschaffung ton 150 Meter neuen Spritzenschläuchen. 12. Beschluß- Mung über die finanzielle Unterstützung der neu gegründeten ireiwilltgen Feuerwehr. 13. Genehmigung einer Ordnung w« die Erhebung von Verwaltungsgebützren.
. * Schlüchtern. (Sport.) Die leichiaihletische Abteilung ”‘8 -Fußballvereins Schlüchtern 1910" konnte am gestrige« «okutag unter starker Konkurrenz aus Fulda, HerSfeld, "kdra «. a. m. in Reuhof sotgende Preise «rringen;
Herr Erich Heckmann 1. Preis 3000 m Lauf
1.
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Heini. Böller
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Fritz Wolf „ Baist
der
-eruer des 1. Preis
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Stabhochsprung (2,95 m) Dreikampf 100 m Lauf Speerwerfen.
Schwedknstaffel, welche mit
40 m Vorsprung vor dem Hersfeldrr Fußballverein ge- wonnin wurde. Gelaufen wurde dieselbe von den Herren HcckTKNn 400 m, Fritz Wolf 300 m, W. Dehlrr 200 m, H. Völl-r 100 m,
® Schlüchterr. Aus dem Sportfest «u Geluhausen konnte trotz stärkster Beteittcung von namhaften Meistern aus Fulda, Hanau, Frankfurt, Nürnberg der Seminar- Sporwerein folgende Preise erringen:
4. Preis 100 m Lauf Fritz Brand
4. „ 400 m „ B. Brand
2. „ Hochsprung B. Brand (1,55 m).
* Schlüchtern. Die Siedlung Habertshof stellt im Schaufenster der Buchhandlung Lotz in eisner Werkstatt gearbsUete Musterpaare von uathlosen Sandalen (D.R.G.M.) aus. (Siehe Anzeige in heutiger Nummer.)
* Schlüchtern. Man schreibt uns:
(Generalappell der ehemaligen Angehörigen der Train« AbteilLKg 11.) Mitte Oktober d. I. halten die einmaligen Angehörigen der Küffeler Train Abtettung und ihrer sämtlichen Ersetz- uvd Feldsormationkn einen Gweral-Appell in Kassel ab. Viele Hundert alter ‘.amaben haben ihre Teilnahme bereits ungesagt. Außer einem Begrüßungsabend sind ein F'ldgottcSöienft mit Gedächtnisfeier für die gefallenen Kameraden, Reit- und Fchrvorführungen und ein F st- kommers in der Stadthalle vergefetze«. Ein Tagesausflug mittels Sosderzug nach ber Edertalsperre, der größten Talsperre Eurepas, soll den Abschluß der Zusammeukuoft bilden. Ausführliche Fester'dNWg durch G. Siebrecht, Kassel, Uhlindstraße 14.
Erzberger ermordet.
Das Alienlal.
D«r $RcW#4?-a&*e»t*«etc -iütdMs-Lrzö - r«e r wurde Nestern normiftc.9 im badischen Schnmrzwalb auf einem tzNanisraKuae bei dem Bad Griesbach im Reuchtal neu zwei tun»«» Burschen durch 12 Nevolverfchiiffe getötet. Er.^ber- ner befand sich seit einigen Tanen mit seiner Familie in Bad Griesbach. Als er gestern vormitiaa in Begleitung des Reichstagsabgeordneten Sica nach Radolfzell einen Spa^sirgang unternahm, traten ihm gwei junge Burschen in drohender Haltnng entgegen. Beide Abgeordnete versuchten vergeblich sit flüchten. Erzberger wurde durch 12 Revolver- schüsse in Brust und Kops getötet, der Abgeordnete Die-, liegt schwer verwundet im Krankenhause von Oppenarr. Dia Nachforschnugen nach dem Vorgang sind sofort anfgenom- men worden. Es wurde «ach den bisherige« Ermittelungen festgestellt, datz es sich um keinen Raubmord handelt.
Zu dem Attentat auf Erzberger wird uoch gemeldet: Dir Reichstagsabgeordueten Erzberger «vd Diez wurden auf einem Spaziergange von Zwei g«t gekleideten Männern Zwischen 20 und 30 Fahren überholt, die sich einige Zeit vorher bei einem Stratzenwärter über den einZuschlagenden Weg hatten nnterrichten lassen. Die beiden Angreifer blieben dann wieder hinter den Abgordneten Zurück und feuerten plötzlich anf eine Entfernung von nur einem Meter Schüsse auf sie ab. DieZ mürbe in die Schulter getroffen und brach Znfammen. Erzberger sprang ein Böschung hinunter und wurde von einem der Täter verfolgt und erhielt mehrere Kugeln in Kopf und Brust. Die Mörder nahmen keinerlei Wertsachen a« sich. DieZ konnte sich mühsam erheben und wurde von einer entgegenkommenden Dame nach Peterstal geleitet. Er befindet sich in Oppeln in ärztlicher Behandlung. Seine Verwundung scheint schwerer zu sein, als man anfangs,glaubt«, da die Kngeln gegen die Lunge vorgedrungen sind. Der Staatsanwalt ist mit Beamte» der Karlsruher Kriminalpolizei an den Tatort abgefahren.
Erzbergers Lebenslauf.
Mathias Erzberger wurde am 20. September 1875 aH Sohn eines Volksschullehrers in Buttenhausen in Württemberg geboren. Er besuchte das Lehrerseminar urib war dann zwei Jahre lang als Vollsschullehrer tätig. Er studiert! dann in Freiburg in der Schweiz Staatsrecht und Nationalökonomie. Von 1896 bis 1903 lebte er als Schriftsteller und Redakteur in Stuttgart, wo er auch in der christlicher Gewerkschaftsbewegung tätig war. Im Jahre 1903 wurm er dann zum ersten Male als Mitglied der Zentrumsparts! von dem Wahlkreis Bieberach-Leutkirch-Waldsee-Wangen k den Reichstag gewäblt, dem er seither ununterbrochen' ange, hörte. Seinen Wohnsitz verlegte er inzwischen nach Berlin wo er Herausgeber einer Korrespondenz für die Zentrums. Presse wurde. Als Mitglied der Zentrumsfraktion trat er bald in Budgetfragen hervor. Er gehörte dem sogenannte» demokratischen Flügel der Fraktion an und erregte öfters Anstoß bei deren rechten Flügel. Jedoch verstand er es, ge- stützt auf seinen Landsmann Gröber, sich erfolgreich durch» zusetzen.
Während des Krieacs nahm sein Einsluh immer mehr HU. Er wurde von der Reichsregierung mehrfach mi' Auf. trägen in das Ausland geschickt. Sein Auftreten gegen d » U-Boot-Krieg und fein Eintreten für einen Verständigung stieben machten ihn zu einem der umstrittensten Volitiln Deiktschlands. In der bekannten Reichstagsresolusion von 19. Juli 1917 hatte er einen großen Erfolg zu verzeichnen. -^..AllläLlich.ster Leuieü«ltunL. .dir: Ariar Map von Bader
Ende September 1918 für das Reich und Preußen durchzu- führen unternahm, trat Erzberger als Staatssekretär ohm Portefeuille^ in das Kabinett mit dem besonderen Auftraa als Führer der deutschen Waffenstillstandskommission mit den Feinden zu verhandeln. Dieser Auftrag wurde aud nicht widerrufen, als die Revolution vom 9. November 191« vollständig neue Verhältnisse schuf. Erzberger blieb weitet Leiter der Waffenstillstandskommission und schließlich, all die Nationalversammlung in Weimar zusammentrat uni nach Niederlegung der Aemter durch die Vottsbeauftragteii trat er in das Reichskabinett als Finanzminister. Del deutschen Reichsregierung gehörte Erzberger als Reicks. finanzminister unter Scheidemann, Müller und Bauer an Bekannt ist fein Eintreten für die Unterzeichnung des Ver. sailler Vertrages. Die Angriffe gegen Erzberger hinderte» ferne Wählerschaft nicht, ihn im vorigen Jahre wieder in bew Reichstag zu wählen, doch trat er vorläufig weder in seiner Partei, noch im Reichstage hervor. Die Reichstagssraktio» der Zentrumspartei hat sich erst vor einigen Monaten mit dem Fall Erzberger beschäftigt und war zu^dem Beschluß gekommen, rhn vorläufig von jeder politischen Tätiakert fern ?u halten. Trotzdem war aber zu erwarten, daß Erzberger bald wieder "als Politiker hervortreten würde.
3um Unglück des Lufischiffes «Z. A. II*.
Bei dem explodierten englischen Luftschiff „3. R. PL* handelt es ndj nicht, wie anfangs gemeldet wurde, um einen abgelieferten Zepzwlin, sondern um ein englisches Luftschiff, vaS die Engländer als größten lenkbaren Luftkreuzer ber Welt konstruiert hatte«. Die Ursache der Katastrophe erblickt man darin, daß das Gerippe des Lust- Schiffes zu schwach gewesen ist, da es an einigen Stellen bereits Sprünge, auswies Die Zerstörung des Luftschiffes wird wahrscheinlich auch den amerikanischen Kongreß be- schäftlgen. Das Ltlftfchiff kostete den Vereinigte» Staaten § Millionen Dollar, wovon 75% bereits bezahlt waren. Der Vertrag mit den Vereinigten Staaten sieht vor, daß int Falle eines gänzlichen oder teilweise» Verlustes vor der endgültigen Ablieferung der Schaden zur Hälfte vom Besteller und zur anderen Hälfte vom Erbauer zu tragen ist. Der Unterhalt der amerikanischen BedtenungZmannschafr des Lustschiffes, die sich seit einigen MonEen in England befindet, hat bereits 5G0CO Dollars gekostet. Fn Bakehurst war eine Riesktzaul: ?.^ {mS , für %? Luftschiff mit einem "Ärrstvanü von » Miitivven Dollars erbaut worden. Der englische Minister für Luftschiffahrtswesen hat eine Unter- suchungskommission eingesetzt der auch der amerikanisch« Mariseattachee in London angehört.
Beratung der irischen Antwort.
Die Antwort der Sinnfeiner ist am Donnerstag kn ®oa* Son überreicht worden. Nach Empfang der Antwort tret ein Mftristerrat unter dem Vorsitz Lloyd Georges Zirsammen.- der, nse man zu wissgn glaubt, die Antwort an dke SiniK ferner aufgesetzt hat. Die Note der Sinnfeiner soll keine katsMrüche Ablehnung enthalten usd weitere VerhawdüriW^ NSLüMeitzen Men laLe». -
Wie die WeMonzeme!
Durch haltlose Versprechungen auf sportlichem Gebiew ist bet amerikanische Student Edward Hampi, der die Technische Hochschule in Charlottenburg besucht, auf die schiefe Ebene geraten. Der etwas phantastisch veranlagte, Mann hat in Holland einen Diebstahl begangen, den er in jugendlicher Phantasterei zur (auch gelungenen) Rettung einer Dirne aus moralischem Sumpfe ausgeführt hat. Die Hollan- oifche Strafbehörde hat mit Rücksicht auf das Motiv ba5 Verfahren zunächst unterbrochen. Der Angeklagte ist dann gach Berlin übergesiedelt, um hier in der freisten Arbeitsgemeinschaft mitzuarbeiten. Ein Fabrikbesitzer in Hollaus hatte als Gönner des jungen Mannes für ihn bei der Deutschen Bank 40 000 Mark eingezahlt, und zwar auf den Namen eines ihn betreuenden Herrn Kesselring, um für thu die Kosten des Studiums an der Technischen Hochschule zu bestreiten. Der Angeklagte war nur berechtigt, von dem Akkreditiv Gelder zu erheben, wenn er eine von Herrn Kesselring unterschriebene Anweisung vorlegte. Zu seinem Unglück hat der Angeklagte einen Friseur in der Nähe der Friedrichstraße kennen gelernt, der ihm vorgaukclte, ein Rennwettsystem zu besitzen, durch welches innerhalb drei Monaten ein Gewinn von hunderttausend Mark erzielt werden lönnx. Das bestach den Angeklagten in dem Maße, daß er sich dazu entschloß, fortgesetzt Gelder von der Deutschen Bank auf Grund gefälschter Anweisungen des Herrn Kessel- ring ab,zuheben. ' Er hat auf diese Weise 20 000 Mark bet von seinem Gönner zur Verfügung gestellten Summe unberechtigt abgehoben und dem „Wettsystem" des Frifeurs erfolglos geopfert. Für den geständigen Angeklagten hat Rechtsanwalt, Dr. Pröll um eine möglichst milde Strafe, da her zwar recht intelligente, aber in moralischer Beziehung noch nicht gefestigte Angeklagte aus Leichtsinn und ohne den Ernst dessen, was er tat, zu übersehen, gehandelt habe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Monat Gefängnis unter Zubilligung einer dreijährigen Bewabrungk
Die englischen Besatzvkgskaßen.
Nach einer Erklärung des Sekretärs des Schatzamts Mlson Donna beträgt die Forderung EnglaLds- gn Deutschland für die Kosten der Besetzung am Rhein und die ver- schietzenen JuteraMierten Kommissionen 53 880 460 Jßfu«6. Die Kosten der englischen in Obersthltzsie» belaufen sich attf 521868 Mund.