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Schlüchterner Leitung
Schluchiemsr Kreisblatt - Schlüchtemer Tageblatt
Verantwortlich für den gesamten Inhalt: H.-K. Hvhmeister, Schlächtern. Druck u. Verlag der Fa C. Hohmeister in Schlächtern. Fernspr. Nr. 65. Telegr. L>chlüchterner Zig. Postscheck!.: Frankfurt M. Nr. 11402.
Bezugspreis : Vierteljährlich in Schlächtern M.11-
Donnerstag, 11. August 1921 reite M. 1,—, die Reklamezeile 3^, sämtlich ohne 73. Jahrg besonderen Zuschlag. Bei Wiederholung Rabatt.
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zur verfassunggebenden Kirchenversammlung sür unsern Konsistortalbezirk sind auf den 23. bis 25. Ok- t-her d. Js. festgesetzt. Die Vorbrrrüungr» hierfür beginnt» jetzt.
Diese Kirchenversammlung bekommt den Auftrag, die neue Verfassung für unsere evangelische Kirche in Reffen
»n festzusteUen und zu erlassen.
Die Kirchenversammlung besteht: 1. aus den drei Gene-
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lal-Enperintendenten der reformierte», der lutherischen und der »alerten Kirchengemeiuschäft; 2. aus dem Vorfttzm-e»
— I der 6. Gefamtjynode oder feinim Stellvertreter; 3. einem Milglied der rhiologijche» Fakultät in Marburg; 4. aus n! |81 gewählten Avgeordneten. Um die Wahl dieser 81 Abgeordnete» hänselt es sich demnächst. Ein Drittel dieser wbe Adgeordnettn soll aus Pfarrern der hessischen Landeskirche - 8« f bestehe»; ein zweites Drittel aus derzeitigen oder früheren Av' wcktüchm Mitgliedern kircyl.cher Körperschaften; das letzte M» i Drittel ohne diese Einschränkung aus wahlberechtigten fort -Mäaner» und F.auen der hessische» Landeskirche mit Aus
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schluß bet Psarrer. Die Abgeordnete» ntchtgetsiltche» Stau- t des werben also die weit überwiegende Mehrheit haben, e, j i Es ist vorgejchrlebcn, daß die Abgeordnete» das 30. Lebens-
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jähr zurückgetegt haben.
Ji Wahlveeechtigt sind alle konfirmierten, über 25 Jahre cha alten Mitglieder (Männer und grauen) der Gemeinde, welche i mmdefteus 6 Monate in der Gemeinde, oder wo mehrere Gememdru am Orte find, an diesem ©ste wohnen. Es
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; versteht stch von selbst, daß Entmündigte kein Wahlrecht haben, ebenso, wer sich nicht im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindet und ferner ist vom Wahlrecht ausge- schloss.», wer ein öffentliches Aergernis gegeben hat, das durch nachhaltige Besserung noch nicht'gesühnt ist und wer gen Verletzung besonderer kirchlicher Pflichten des Wahl- lkchts Verlust g erklärt worden ist. Latz solche, die aus der Landeskirche ausgetreten sind, kein Wahlrecht haben, bedarf keiner hefo. deren Hervorhebung, da sie ja überhaupt nicht Gemeindeglieder sind.
Unsers Landeskirche ist in 13 Wahlbezirke geteilt und für jeoen Wahlbezirk die Zahl der zu wählenden Adgeord- neun bestimmt. Unser Wahlbezirt ist die Diözese Schtüch- tnn—Getnhausen. Wir haben 6 Abgeordnete zu wah.e»,
des Etandes.
In die Wählerlisten muß sich jeder, der von seinem Wahlrecht Gebrauch machen will, mündlich oder schriftlich anmelden. Wer es versäumt, diese Anmeedunz vorzunehmen, kann sich nicht beklagen, wenn ihm die Möglichkeit der Wahl versagt bleibt. Und zwar muß diese Anmeldung in einer vom Kirchenvsrstand zu bestimmenden Frist erfolgen. Die Anmeldung must enthalten: Vor- und Zunamen, Ge- durrslag, Stand und Gewerbe, Wohnung, Jahr und Ort der Uoufirmation und eine Angabe über die Zugihöügk ü zur Landeskirche. Ferner muß »er Anmeldeuse sagen, seit
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mimt er im Bezirk der Kirchengemeinde wohnt. Es ist zu beachten, daß die schriftlichen Anmeldungen eigenhändig zu umerschreideu sind. In einem Schriftstück kann nur eine Person augemeldet werben, also ist es nicht zulässig, daß etwa ein Familienvater tu einem Schreiben zugleich für seine Anzchörigen die Anmeldung vorntmmt. Es wird empfohlen, zur Anmeldung besondere Boedrucke zu benutzen; biefe find an den Anmeldestellen zu erhalte«.
Die Wahl selbst ist unmittelcae und geheim und kanu nur versö glich ausgeübt werden. Wahlvorschläge müssen spätestens am 21. Tage vor der Wahl bei dem Wahl- kommissar eingeretcht werde», St« müssen von mludeftens 50 Wahlberechttgen uuterzkichnel fein. JHer Wahlvor- schlag muß für jede der oben genannten Gruppe» bte gleite Zahl von gültigen Benennungen enthalten uns zwar, damit t« nicht an Elstitz fehlt, für jede Gruppe mindestens einen Nomen mehr, als Adgeorduele zu wählen sind. Ein Wah.vorschlag für unsere Diöz-se muß also mindestens ent- halten: 3 Pfarrer, 3 w-etliche Mitglieder kirchlicher Körperschaften und 3 Wahlberechtigte (Männer oder Frauen) .. ohne weitere Beschränkung. Hieraus ergibt sich, baß man Pw in her nässten Zeit die Aufstellung von Wahlvorschlägen in« Auge fassen und vorbereiten muß. Es können Wahlvorschläge auch mit einander verbunden werben, so »atz sie, vichlv rbundenen Vorschlägen gegenüber, zusammen berechnet w«rdeu. Wenn nur ein Wahivorschlag eingeretcht wird,
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Hub die Vorgeschlageucn oh»» Weiteres Adgeordnet«.
Zum Wahlkommtflar ist Supntutendent Orth, zu seinem Stellvertreter Metropolitan Schaefer ernannt.
Aus der Heimat
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®70 «oraugfichtl. Witter«ng Am 12. 8. (Freitag): Tiwas kühler, abwichielnd he ter und wolkig, windig, ver- -1 tlnielt R geuschauer, Abend a lgemein trocken.
-* Im Reg. Bez. Caffel sind sieben erledigte, z. Z. . meist auftragSweise verwaltete Schulstrllen, sogleich neu zu besetzen, u. z. zwei ev. Haupilehrer» und drei ev. Lehre:- stellev, eine isr. Lehier- und eine ev. Lehrertvmnstelle.
—* (Ueberbtudmarfen zu 1 Mk. 60 Pfg., 3,5 und 10 Mk.) Die Posiverwaltung gibt in nächster Zeit vorüb-rgehir.d G-r»
mania Ueberdrückmarken aus in den Werten von 1 Mk. 60 Pfg. auf der Naunen 5 Pfg.-Marke von 3 Mk. aus der zweiscirhig?» 1 '/.-Mark-Marks, von 5 und 10 Mk. auf der bunkr'violttten 75 Pfg -Markr. Die Marke zu 1 Mk. 60 Pfg. dient hauptsächlich für sie Freimachung von EmschreiL- briefen, wofür seit Einführung der neuen Gebührensätze bis jetzt keine Marke vorhanden war. Die Marken zu 3, 5 und 10 Mark sind dazu bestimmt, b?n großen Bedarf an höheren Mmkenwerte», wie er jetzt namentlich im Pakrtverk, hr besteht, voll zu befriedigen. Es werden aas diese Weise die Vorräte an 5 Pfg.^ 75 Pfmutg» und 1 '/i-Mk.-Marken, die bei den nsu^n PsftgeöühreslätzLu nur noch wenig oder garnicht mehr gebraucht werden, nutzbringend vsrw ndet und dem Verkehr die bis zum ausgiebigen Erscheinen der neuen Postwertzeichen erforderlichen Mengen au Freimarken höherer W^te zugeführt.
* Schlichtern. In dem Bericht vom Turnfest (Schi. Zig. Nr. 183 v. 8. August) ist noch hinzuzusügen: Herr Heinrich Freund, Schlächtern erhielt mit 57 Punkten den 3. Preis.
* Schlüchtern. Auf den Feldern, durch dessen kahle Stoppeln der erste Fcühhsrbftwiud bläst, stehen die letzten goldenen Garden, ehe sie von fleißiger Hand aufgeladen und in die bergenden Scheuern verbracht werden. Und dieses btzte Bild des ausgereifte» Sommers übt Jahr für Jahr auf den tiefer Empfindenden eine eigenartige Wirkung aus. Was liegt nicht alles in der stummen Sprache ausgedrückt, mit der diese letzten Garben doch so eindringlich zu dem Beschauer reden! Eins Mahnung an die Vergänglichkeit alles Irdischen, an die ehernen Welrgesetze vom Werden und Hinsterben, denen, wie alles in der Statur, so zugleich auch der Mensch unterwarfen ist, so wenig er sich zu Zeiten auch dtssm bewußt sein will! Und zugleich ein leuchtendes Zeichen für die ewig gabenfrohe Hand des Schöpfers droben, der Jahr sür Jahr, Menschenalter für Menschenalter hindurch immer uvd immer wieder den Segen spendet, bissen ewiger Wiederkehr allein wir schwachen Meufcheokmder unser bißchen Dosein v rdar kei! Menschen, Völker und Kulturepoch-n vergeh-n im «wice» Wandel der Zeiten, aber der Segen des Herrn urd seine Gnade bleiben ewig und unerschöpflich immerdar. Möchten es solche Empfindungen sein, die der LubbS der golsenen Garben in uns allen erweckt, möchte niemand, der im irdischen Daseins rausche die Verinurrlichung reines Denkens -verlernte, rSnftrg an einem Garbenfüde vorüberg h n können, ohne wieder einmal so zu errpfinses. Es wäre besser um uns alle bestellt--—
* Schwarzenfels. Herr Justizoberfekretär LibLe beim hiesigen Amtsgericht tritt am 1. Okt. d. Js. in den Ruhestand.
* Steinau. Der Förster und Forirsekretäc Stückrath tu Niederbeisheim, gl. Oberförsterei, wird zum 1. Oktober d. Jt. nach hier, hiesige Oberförsterti, v-rs tzt.
* Frankfurt a. M, 10. Aug. (Verbrannte Briefpost.) Gestern abend ist ein Postauto auf der Fahrt zum Bahnhof in Brand geraten, wobei der größte Teil der Briefpost vernichtet wurde. Jusbesoudrre find Postfendungen n^ch Darmstadt, Oberhessen und Rheinland, cht auch Einzel- sendungen der Strecken Bebra und N ffan verbrannt. Einschreibebriefe wurden ebenfalls einige vernichtet.
* Dillenburg. Ein eleganter Herr versuchte in Edingen ein junges Mädchen für seinen Haushalt zu gewinnen, und bot den Eltern, falls er die Tochrer sofort mitnehmen könne, eine Zahlung von 22 000 Mark an. Durch dieses Angebot stutzig geworden, weigerte sich das Mädch-n, mitzugchm. Ehe die alarmierte Landjägerei erschim,,war der Mädchenhändler verschwunden.
* Fulda, 9. Aug. Zwei Knaben im Alter von 11 und 13 Jahren, die am 25. Juli zum Hamstern fortgingen, fi :d nicht nach Hause zurückzekehrt. Es sehlt bis jetzt jede Nachricht über den Verbleib der Verschwundenen.
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* Fulda. Wegen Eivbiuchs wurbe
Schöffengericht der 21jährige Färber F. B. von hier am Dienstag mit einer sofort zu versüßenden Grfä. gnisstrafe von 1 Jahr bejhK.fi. Am 23. Juni d. Js. war B vom gleicheu Gericht wegen Einbruchsdiedstahl zu 5 Monaten
Gefängnis mit 3jähriger Bewährungsfrist verurteilt worden. Am 1. Juli d. J§. aber brach B. wieder in bic SB^nnng der Witwe A. I. h!:r ein, die er schon zweimal befohlen halte und entwendete antet Benützung falscher Schlöffet aus der Komode 845 Mark bares Geld. Der AmtSauwalt hatte gegen den rückfälligen Dieb, der nicht aus Not gehandelt, da er täglich 25 Mark verdiente und außerdem bei sehen Eltern wohnte, ein Jahr Zuchthaus und zwei Jahre Ehrverlust beantragt. Das Gericht erkannte zuzüglich der noch zu verbüßende» 5 Monate zu der angegebenen Gesamt Gefänanissirase von einem Jahr
* Odcruffhausen. (Schnell gefaßte Diebe.) Dr« Gastwirt Biyir von hier warben 74 Mark gestohln. Als Täter konnten von der Polizei zwei jazeu^üche Ar»)cttcr Sch. und F. aus HerSf-ld ermikrelr werden.
* Cassel. Um der immer mehr um sich greif^rden Tätig» kett der geftbW eLtgegenzuwirken, hat die Schutzpolizei besondere F-lt-strrisi» eingerichtet. Täglich fahren Autor mit grüner Polizei In die äußeren Stadtgebiete. Es sind bereits zahlreiche Felddiebs verhaftet worden. — Ja der Nacht ist in der Och.chäujer Gemarkrug ein ganzer Acker Frucht abge- schnUstn und weggefahren rpordtn.
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Unser der Ueberschrift „Wirkungen dez Krieges auf Ost- »sien" veröffentlicht der ehemalige deutsche Konsul in Nanking. Oskar Scholz, in den „Grenzboten" eine Reihe von Aufsätzen, deren letzter „Schantung" dehandefr. Er schildert in diesem Aufsatz, ausgehend von der Entwickelung . der Stadt und des Hafens von Tsingtau sowie des übrtgen Pachtgebietes Kiautschau unter deutscher Herrschaft, das Schicksal, das dem Pachtgeiiet und dem Selbstbestimmungs- recht des chinesischen Volkes durch den Friedensvertrag von Versailles und die vorausgegangenen Ententeverträge bereitet wurde sowie die Ausblicke in die Zukunft Tsingtaus als eines der bedeutendsten Handelshäse« Chinas. Besonders bemerkenswert ist die Einleitung, die hi-r wörtlich wieder, gegeben wird: .
„Grüßen Sie das deutsche Volk und sagen S'e ihm, daß nicht nur ich persönlich, sondern das chinestsche Volk Deutschland einen baldigen Sieg wünscht. Aus allen T-Uen des Landes höre ich diesen Wunsch und besonders aus Schan. tung, wo die Bevölkerung fetzt leidet unter den neuen H-rren." — Dies waren die Worte, die mir Feng Kuo chang der damalige Vizepräsident der chinesischen Republik, Ende 1916 mit auf dem Weg gab. Ein halbes Jahr wa>er bar derselbe Mann als Präsident des chinesischen vr-rches d-ui Deutschen Reiche den Krieg erklärt und wahrscheinlich Hatte er schon bet den Verhandlungen in der chinesischen Reg.^ rung, die zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen im Frühfahr 1917 führten, den entscheidenden Ausschlag gegeben. Nichts liegt mir ferner, als ihm oder seinen Landsleuten, die ihm dabei zur Seite standen, den. Vorwurf der Treulosigkeit oder auch nv der Deutschfeindlichkeit zu machen. Feng Kuno chang war ein aufrichtiger Bewunderer Deutschlands und fand gerade bet uns viel Wertvolles, was /er gern auch auf sein eigenes Volk und Land übertragen hatte, er war durch eine militärische Schulung nach deutschem M- bild gegangen: ex hörte gern deutsechn Rat und deu!'„ Anregung: er war'einer der ersten Vorkämpfer iür ^ne bondesstaatliche Verfaffung Chmas nach deutschem ^Muster, wie sie jetzt von anberen Chinesen aus lnrderen ^.egen m -, der angestrebt wird. Aber s, sehr er das deutsche Volk auck schätzte und bewunderte, das Schicksal des chinesischen -c -e..' stand ihm selbstverständlich höher, und wenn er im Ver- trauen auf die als Gegenleistung für CMna^ KriegKüeitritt aeaebenen Versprechungen der Bundesgenouen sich ^ diesem Schritt entschloß, so handelte er nicht viel ander» a.» unsere eignen Landsleute d'e '« Lauze ö-s Krrcg-s »u dem Glauben gebracht w-rdeu konnten, wir brauchten nur unseren Verzicht auf KriegSerwerbungen und EntfchaD-- gungen miszusprechen, unser Staatsoberhaupt M ne-^e -n„ linkere Regierungssornt zu demokratrperen nrW ' U --^ ^ nirderzulegen, um sofort den in 14 feierlichen Punk.en vvi - gegankeste« Frieden der höchsten Ge^chügkei^zir aero nn «■ sische VE 'U-s Irr: bers, daS Volk von Schantung.
«uAand« intoflrieaer Wieder«!»«!!.
Rückkehr zur Pnvakwirkschast.
Aus Riga wird berichtet: Die Petersburger Pachttgm- Mission bearbeitet zurzeit die eingelaufenen Pachtvertragr für Staatsbetriebe. Die Mehrzahl der Pachtgesuche geht von den ehemaligen Unternehmern, ein Teil von Ausländern aus. Gleichzeitig wird an der Zusammenlegung der Petersburger Fndustriebetriehe gearbeitet, die in stMthicher Verwaltung bleiben sollen. Der Bestand an Maschinen wird ausgenommen und die Zahl der betriebsfähigen festgestellt. D-r oberste VolkswirtschaUsrat befaßt sich mit der Umstellung des Han« dels von der Basis der festen Preise zu freien Handelspreisen. Der VolkSwirtschaftsrat des Gouvernements Stawrovol hat 238 kleinere Betriebe an Privatpersonen und Getellichatten verpachtet. In Odessa wurde feie große Bierbrauerei So- waria und die Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen an Privatunternebmen verpachtet. In Kertsch bat der <-oh3« Wirtschaftsrat eine Reihe von kleinen Betrieben an Arbeiterverbände gegen einen Pachtzins von 15 Prozent des Reingewinns verpachtet.
Deutsche Zngenieuere auf dem Wege nach Pelershmg.
Aus Reval wird gemeldet: Am 10. August trifft eins Gruppe deutscher Ingenieure und Industrieller in Reval ein, die sich unter Führung von Professor Lomonosoff nach Petersburg begeben wird, um mit Vertretern der Sowjetregie- rung, der Betriebsleitungen und lowjetrussischen Ingenieuren über den Wiederaufbau der russischen Metallindustrie, der Sisenbahnwerlstätten und dt? Tratrsportwesens zu beraten. Die Mehrbeit der deutschen Konferenzteilnehmer sind Ver- freier der bereits für Rußland arbeitenden deutschen Firmen. Nach Angabe des sowjetrussischen Vertreters sollen 19 groß« und etwa 50 kleinere Maschinenfabriken in Deutschland gegenwärtig Aufträge für die russische« Eisenbahnen aus, führen.
ZolsSeNiMche erfolge im fernen Osten.
Die Ereignisse im fernen Osten nehmen schärfere Formen an Nachdem die Truppen des Barons Ungern-Sternberz durch Entfachung der bolschewistischen Gegenbewegung und Einsetzung einer roten Regierung in der Mongolei zerstreut worden waren, und infolge Abriegelung Sibiriens durch Merkuloff die Lage in Wladiwostok kritisch geworden war, brach «m 26. Juli die sorgsam vorbereitete bolschtwistrschr Gegenaktion in Wladiwostok aus durch den Verluch bei Generalstreik« und durch eine Reiche terroristischer Akte ent. lang bet Eisenbahnlinie Wladiwostok Habarow-k. Den letzten MoNauer Melduugen zufolge ist Merkuloff Herr der Lage in Wladiwostok bit weitere Umgebung indessen ist Der Schauplatz ein*« aVhedshiiten Kleinkrieges, in den auch bte Japaner hinL«^<^o-m werden. Der Atiaman Senjonoff konze«triert pt S&fte bei Grodjekowo. Erbitterte Kämps« um’ den Wladiwöfwker Hafen sind wahrscheinlich.