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Schlüchterner Jettung

Gchlüchtemer Kreisblatt - Schlüchterner Tageblatt

Nr. 175

Verantwortlich für den gesamten Inhalt: H.-K Hahmeister, Schlächtern. Drock u. Verlast der Fa C. Hohmeister in Schlüttern. Fernfp-, Nr. 65. Telear. Schlächterner Ztst. Postscheck?.: Frankfurt M. Nr. 11402.

Freitag, 29. Juli 1921

Bezugspreis : Vierteljährlich in Schlächtern M.11 durch die Post M. 12,-. Anzeigenpreis: Die Klei,u- zeile M. 1,, die Reklamezeile 3,, sämtlich ohne besonderen Zuschlaq. Bei Wiederholung Rabatt.

73. Jahrg.

Zeitung für eilige Leser.

Japan hat nach Washmgton bekanntgegeben, da« es seine Zustimmung zur Abrüstungskonferenz unter der Bedingnug erteile, daß das Programm der Verhandlungen zuerst dis­kutiert werde.

Nach einer Exchangemeldung nahm die Einfuhr ans Deutschland nach England im Juni im Vergleich zum Mai. mn 256 410 Pfund Sterling ab.

LautNya Dagligth Allehanda" ist die von Professor Lomonossow geleitete rusiische Eisenb^hnkemmiffion aus "Stockholm nach Berlin übergcfsebefL Weitere Nestel! ringen .von Lokomotiven und Eisenbahnmaterial sollen jetzt Haupt- lfachlich an deutsche Firmen gegeben werden.

i Die Belgrader Polizei verhaftete einen Mann, der eine Bombe bei sich trug. Er gestand, das; er einen Anschlag auf den Ministerpräsidenten Paschit-ch ausführen wollte.

I Der Reichstag wird am 6. September wieder znsammen- treten, um die Beratung der Steuergesetze vorzunehmen. ,Möglicherweise wird er nur einige Tage zusammenbleiben, «m sich z« vertagen, damit die Ausschüsse die Steuergesetze kdnrcharbeite« können.

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Borausfichtl. Witterung. Am 30. 7. (Samstags: Fortgesetzte Gewitterregen mit Adkühluug, w-chselnd btwö.kt.

* (Wieder Milch in Süßigkeiten.) M ich darf jetzt wieder zur Herstellung von Süßigkeiten verwendet werden. Man darf Milch und Sahne jeder Art, sowie Fett zur ge­werbsmäßigen Herstellung von Süßigkeiten und Schokolade benutzen. Auch die Herstellung von Muchkaramellen und Milchdragees wird demnächst von der R-tchszuckerstelle ge­stattet werden. Nach wie vor ist nach der in Aussicht stehenden Ergänzungsbestimmunz der Reichszuckerstslle aber lediglich die Verwendung von Dauermilch, Trock-nmilch und Trocken- sahae gestattet. Frische Vo milch, Magermilch und Sahne darf in gewerblichen Betrieben nur zur Herstellung von Butter und Käse verwendet werde«.

* Die westdeutschen Handwerkskammern haben sich zum westdeutschen Hanrwe^kskawmertage" zusammengeschlosse«. Allaeschloffen sind die Kammern Lachen, Arri-deig, Bielefeld. Rafft I, Detmold, Dortmund, Düsseldorf, Koblens, Köln, Münster, Trier und W «sbaden. Die Vorortgeschäfte führt zur Zeit die Kammer Düss.ldors, an die für den westdeutschen Kammertag bestimmte Eingaben zu richten find.

* (10 Gebote für die Reisezeit.) Für die Reisezeit erläßt die Etsenbohnverwaltung folgende 10 Gebote, um den Beraubungen und Dieb, ählen von Reisegepäck vorzu- beugen 1. Benutze zum Verpacken gutes Material. 2. Ver­schließe die Koffer gut. 3. Verschnüre Reisekörbe kreuzweise. 4. Lege die eiserne Stange vor den Korb. 5. Adressiere gut und deutlich. 6 Lege deine Adresse auch innen oben­auf. 7. Beachte die Leute, die das Gepäck holen und bringen. 8. Stecke das Geld, das du nicht unmittelbar brauchst, in die innere Westentasche. 9. Nimm möglichst wenig Schmuckfachen mit auf die Reise. 10. Beobachte ständig dein Gepäck.

* Für Handwerker besteht keine Pflicht zur Eintragung in das Handelsregister hat die 2. Zivilkammer des Landge­richts in Liegnitz in einer Berufungssache entschieden. Ent­scheidend war, daß der Betrieb ein Handwerksbetrieb sei, in dem der Meister seine Befähigung in einer für seine Produk- tion entscheidenden Weise ausnützt. (Das Urteil ist in Heft 10 desDeutschen Handwerksblattä" vollständig abgedruckk.)

* (Eine Besteuerung der Energiequellen.) Aus Darmstadt wird berichtet, daß man sich dort mit dem Plane einer Besteuerung der Energiequellen beschäftigt, das heißt eine Abgabe zu erheben auf Kohle, Benzin, Benzol, Holz, Tors, Teer, Treiböl usw. Die Abgabe soll bei der Einfuhr der betreffenden Materialien in Stadtgebiet in Rechnung gestellt und von der Sladtkaffe eingezogen werden. Ferner ist eine Abgabe auf verbrauchte Eleksrizität und Gas nach Maßgabe der Zähler vorgesehen. Das Ministerium des Innern sollte diese Steuern der Gemeindcautonomie Vorbe­halten Hinsichtlich anderer indirekter Steuern wird die Erweiterung der Anteile der Kommunen angestrebt, insbe­sondere ist auch eine Beteiligung der Gemeinden an der um das A5 fache zu erhöhenden Reichsbiersteuer bean tragt. Die Erhöhung der Biersteuer werde sowieso komm n dann sollte aber mindestens die Hälfte dir Erhöhung den GtMtindeu als Anteil zugtsiihrt werde». Die Stell » auskunftöstelle des Deuycken Handwerks glaubt jedoch, daß das Reich eine derartig« Besteuerung nicht zulassen werde, da die neue Steuergcsetzform von Reichswegen gerade auf diese Energiequellen zurückgreifen werde. Das Hand­werk befürchtet davon einen weiteren schweren Schlag für die gewerblichen Brtrieb«, der eine Verteuerung der Erzeug­nisse, Betriebseinschränkungen und Verschärfung der Arbetts- lostgk.lt zur Folge haben werde.

* (Rückgang der Postdiebsiähle.) Infolge der äußerst sorgsamen Behandlung der Wertpakete durch die Post nach dem Muster der Vorkriegszeit sind die Fälle der Ver- uutreuuugen von Wertpaket«: von H 01)0 im ersten Viertel auf 3000 im zweiten Viertel des Rechnungsjahres zurückg gangen.

* (Gute Jagdaussichten.) Der gelinde Winter ist der niederen Jagd sehr zustatten tzekommen. Fasanen, Bükwild und Rebhühner sind verhältnismäßig in großer Zahl durch den Winter gekommen und das Brutgeschäft in dieser Zeit ist fast vollendet. Man steht bereits junge starke Völker von Birk- und Fasanenhühnche». Auch die Rebhühner haben ihre Gelege tadellos ausbrüten können. Die Hühnerjagd verspricht also vorzüglich zu werden. Die Märzhase», die ziemlich zahlreich vorhanden sind, haben sich gut entwickelt und auch der zweite Satz der Häsinnen wächst infolge der günstigen Witterung schnell auf. Auch die Rehe haben gut gefixt Wer indessen an eine Verbilligung der Wild- peeise zu betten wagt, wird sich sehr enttäuscht sehen. Die ungehrr.«« Steigerung der Jagdpachtpreise wird trotz des reichlichen Wildbestandes «her noch eine Preissteigerung zur Folge hoben.

* (Die ersten Schwalben ziehen fort.) Unsere munteren Schwaben, die sogen. Turm- oder Mauerschwalben, baben die Reise nach dem Süden zum Teil angetreten. Diese Schwalbenart kommt zuletzt und zieht zu erst wieder fort. Sie baut die Nester am liebsten hoch in Mauerritzen an Türen und Häusern, kommt eine solche Schwalbe auf den Erdboden, so kann sie nicht wieder hoch kommen, da diese Tierchen sehr kurze Beirrchen haben, aber sehr lange Flügel. Im Volksmund sagt man, diese Schwalben ziehen fort, sobald das Korn auf den Hügeln steht.

* (39. VertzandStag der Vereine Creditreform.) Unter sehr zahlreicher Beteiligung fand kürzlich in Bayreuth der 39. Verbandtstag der Vereine Creditreform e. V. statt. Die Teilnehmer wurden offiziell begrüßt durch Vertreter der Stadt und der Handelskammer. Nach dem Geschäftsbericht nahmen die Vereine Creditreform auch im letzten Jahre eine günstige ©nlw.diung Die Satzungen des Verbandes und der Vereine wurden auf die neuen Zeitverhältnisse unbestellt Neben dem JulaudSgeschäft wird ganz besondere Aufmerksamkeit auch dem Verkehr mit dem Ausland zu- gewendet. Der nächste Verbaudstag soll in Dresden statt- fiadrn. Aus Anlaß der Bayreuther Tagung hat der Verband der Vereine Creditreform dem Wagnerfouds.eine Zuwendung von Mk. 2000 gemacht. Das ist geschehen in per Erwägung, daß die über den Völkerstreit erhabene Wagnerische Kunst ein Mittel darstellt, das geeignet ist, dem deutschem Volke die Sympathien zurückzugewinnen.

* (Was man nicht nach Amerika schicken darf.) Die Einfuhr nach den Vereinigten Staaten unterliegt so maunig- suchen und verwickelten Beschränkungen, daß wir einer neuen amtlichen Zusammenstellung sür Postpakete nur das Wichtigste entnehmen können. Verboten sind u. a. Veröffentlichungen, die gegen die Gesetze über literarischeS Eigentumsrecht der Vereinigten Staaten verstoßen; Lötteitelose, Lotterieanzeigen und -rundschreiben, Anpreisungen für berauschende G-tränke, Gifte, Opium außer zu Hellzwecken, berauschende Flüssig­keiten, Spiriiuosen, Weine, gemalzte uud gegorene Stoffe, Farben und Chemikalien von Kohlevteerpräparaten ohne Erlaubnis in Washingtion; tote Tiere, R-iherbüsch-, Re hrrfedern, Federn und Fererspulen zum Schreiben, Ge- fi-der von Raubvögel», leicht verderbliche Früchte und Gemüse; übelriechende Sachen, z. B. Käse; Gegenstände, die von Gefangenen hergestellt sind; unsittliche Gegenstände und Druckwerke: Kartoffeln aus Deutschland. Oesterreich und Ungarn; rohe Baumwolle und Fedrrn. Tabak, Zigarren und Zigaretten dürfen nur in bestimmten Mengen und Päckchen etngksührt werden. Für Pflanzensendungen bestehen besouders eingehende Vorschrift« n, ebenso für die Verpackung von Bienen und anderen Insekten. Pakete an verschiedene P-rsonen dürfen nicht zu einer Sendung an einen Empfänger vereinigt werden.

* (Stoppelfelder.) Draußen in der freien Land­schaft find seit der Roggenmahd die ersten Stoppelfelder au'geiaucht. Sie geben dem Ausblick ringsherum eigenartige Durchsichten aus G-genden, die sonst dem Blick entzogen waren, und in der scharfen Abgrenzung, mit der sie sich gegen den teil­weise noch mattg ünen Haf-r und die lebhaft grünen Kar- toff lfelder absetzen wirken sie beso ^d^rs apart. Namentlich in ber- gigl» Gegmden sehen die Felder jetzt, von irgend einer Anhöhe aus betrachtet, wie ein Schnchdrett aus. Noch steht zwar der meiste Roggen in Stiegen zum Nachtrocknen vereinigt und die Einfahrt hat erst zum kleinsten Teile begonnen. Ist diese ersi vorüber, dann wirkt Feld und Flur schon er h.-blich kahler. Dann wird bald wieder die Jugend mit dem unvermeidlichen Papier brachen aus tauchen, denn in nichts hält unsere Jugend die Term ne so pünktlich inne, als tu der jeweiligen Jahreszeit angepafften Spielarten und Zerstreuungen.

* SalmüsüevSodeti. Bekanntlich hat das Reichsgericht die Revision des vom Schwurgericht zu Hanau zum Tode verurteilten früheren Seminaclsten und späteren Agenten Philipp Wolf aus Soden verworfen. Dem Verurteilten stände nun noch der Weg des Gnadengesuches offen, den er jedoch nicht heschreiten will, da er in den Besitz neuer Tat­sachen und Beweismittel gelangt sein soll, so daß der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Koreff Hanau das Wi«v«r- ausnahmeverfahren bet der Strafkammer Hanau beantragt hat.

Frankfurt a. M. Am Main stürzte ein 18jähriges Mädchen aus einer in voller Fahrt befindlichen Sch ffs- schaukel. Es wurde mit einer schweren Gehirnerschütterung Sm^ff?^ fl«fca$t doch zweifelt man an seinem rLuslommeN-

* Frankfurt a. M. (Der ersteSüße".) Noch nie, mals gab es so früh wie in diesem Jahre neuen Apfel- be^e ^ schon in -inzeln-uKeÄ,» der ersteSüße" hergestellt.

Frankfurt a. M. Während der Mannheimer Magistrat

® * b'N Kinobefitzern geeinigt hat und ein Minderung der Billetstmer cintr-te« ließ, will man es hier auschetuend auf eine Machtprobe ankommen lassen. Seit drei Wochen fivd nun schon alle Kinotheater mit einer eiuzigen Ausuabme geschlossn und noch von keiner Seite wird von irgendeinem Entgegenkommen geredet. Die Kinodefitzer wollen unter allen Umständen ausharren, zumal sie kein so großes Risiko tragen wie der Magistrat, der allwöchentlich an die ent- less-nen Angestellten 45 000 Mark Erwerbslosenunter- Atzung zu zahlen hat und keinen Pfennig Steuer ein- nimmt.

* Meerholz. Vor einigen Tagen suchten Diebe das Schloß des Grafen zu Meerholz und des Bürgermeisters heim, und stahlen eine große Zahl Schmucksachen und andere wertvolle Gegenstände im Gesamtwerte von 36 000 Mark.

* Fulda. (Die verhängnisvolle Handgranate.) Ein Sohn des Schäfers Klüber von Sickels fand auf dem Exerzierplatz eine Handgranate. Bet dem Hantieren mit dem Fundstüuck explodierte die Granate und riß dem jungen Mann mehrere Finger der linken Hand weg.

* Fulda. Wegen Unterschlagung von Dienstgeldern im Betrage von 1911 Mark stand der Reichswehrsoldat Karl Karg aus Biberau vom hiestgen Artillerie-Regiment vor dem Schöffen- gericht. Er hatte im Monat Juni d. Js. zur Bezahlung ,von Rechnungen des Truppenteils das Geld erhalte«. Statt diesen Befehl auszuführen, besuchte K. tags darauf ein Sportfest und vergriff sich an dem Gelde. Er wurde dazu noch abends spät in einer htefigen Wirtschaft in ange­trunkenem Zustand bestohlen. Um seiner Bestrafuna z« «nrgch-n, rosste sich M am nächste» frühen Morgen heimlich von feinem Truppenteil. Vom Gewissen gepeinigt st-üte er sich, nachdem der Rest des Geldes fast ga.-z ver- avsgabt war, am 21. Juni freiwillig wieder in Breslan. Wegen Uiterschlagung mittlärischer Gelder und unerlaubter Evtfernuug von der Truppe verurteilte das Schöffengericht Fulsa ihn unter Bewilligung mildernder Umstäade zu 4 Monaten Gesang rts abzüglich eines Monats Unter- suchuvgshaft.

* Melsungen. Eine unangenehme Entdeckung machte ein hiesiger Einwohner. Infolge des, Wassermangels streiken jetzt häufig die Krähne der Wafferleituug und find fich ihrer Ausgabe als Spender eines kühlen TruukeS nicht bewußt. Wer das nicht beachtet und fich nicht mit Wasser vorfieh», kommt in eine üble Lage und muß mit trockener Zunge herumlaufen. Vorsichtiger handelte ein ganz Schlauer unserer Stadt. Da er immer große Wassermengen braucht, füllte er sich einen Botlich mit dem frischen Naß und stellt« diesen an einer dunklen Stelle am Hausflur auf; das verbrauchte Wasser wurde jeden Tag neu nachgefüllt. Vor drei Tagen war seine Katze verschwunden. Alles Suchen half nichts. Als man nun am Wochenende beim Großreinemachen viel Wasser brauchte und den Bottich leer schöpfte, fand man dar Tier tot auf dem Boden des Gefäßes liegen. Es hatte wahrscheinlich Durst bekommen, war auf den Rand des nach oben beengten Behä.trrs geklettert, kopfüber hinein- gestürzt und dann «trunken Der aus dem Wasser gekochte Kaffee soll ganz gut geschmeckt und der unliebsame Zwischen» fall auch sonst keine gesundheitsschädlichen Folgen bei den FamilienmUgliedern gezeitigt haben.

* Cassel. 164 755 Einwohner zählt Cassel nach der neuesten Feststellung des Cassiler statistischen AmteS.

* Ohrdrus. (Vom Truppenübungsplatz Ohrdruf). Das Reichswehrministertum hat dem Thüringer WirtschastS- mtnifterillm mitgeteilt, daß es den Truppenübungsplatz Ohrdruf dein Land Thüringen zu übergeben, ablehnen müsse. Dagegen ist zsgesagt worden, daß Länder«!«» in geringem Maße auf mindestens sechs Jahre pachtweise an Thüringer Viehhalter abgegeben werden sollen.

Kirchltchrr Krrjerger fit Schlachten.

Evangelische Gemeinde:

Sonntag, den 31. Juli 1921.

Vorm. 7*10 Uhr: Herr Pfarrer Rollmann;

Wocheudleust Herr Pfarrer Rollmann.

Katholische Gemeinde:

Sonntag, den 31. Juli.

VormUtags 7« 10 Uhr: Amt mit Predigt. Herr Kaplan Sauer.