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Logar mit Maschinengewehren die

vorrückenden Deutschen beschossen.

Er habe, um die rTuppe zu schützen und um zu verhüt««, daß aus diese Weise deutsches Blut vergossen würde, den in seiner nächsten Nähe stehenden Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften zugerufen: Die Feinde sitzen auf den Bäumen, schiefst sie herunter. Auch Verwundet? täte« das. Es kommt nicht darauf an, Gefangn? zu machen, sondern um sich zu wehren und zu schützen. Schicht die Leute von den Bäume« herunter wie Spatzen!

Mit aller Bestimmtheit bestr-itet Stenger, damit den Be­fehl «gehen 'u haben, wehrlose Gefangene oder Verwundet« niederzuschießen. Die Wort-: »Es wird kein Pardon ge­geben!" habt er niemals gebracht.

Major a- D- Crusius, der darauf vernommen wird, macht ausführliche Mitteilungen darüber, daß er während des Feldzuges wiederholt nervenkrank gewesen fei und mehrfach Twn Nervenärzten behandelt worden, aber immer wieder an die Front geschickt worden sei. Im Gegensatz zu General Meuger behauptet er, daß dieser den bestimmten Befehl gab, Satz alle auf dem

Schlachtfeld liegen gebliebenen Franzosen zu erschießen seien.

Dieser Befehl sei an alle weiter gegeben worden als Brigadebesebl, aber nicht er, sondern Moiar Müller habe den Befehl in die Tat umgesetzt und einen Franzosen, der an­scheinend tot dagelegen habe, aber wieder au? die Beine ge­nommen sei und dann, obwohl er keinen Gebrauch von der Waffe gemacht habe, sondern kniefällig um sein Leben flehte, auf Anordnung des Majors Müller erschossen worden. Er habe lediglich dabei gestanden und es nicht verhindert. Major Grusius sagt weiter, er hab« sich damals in einem furchtbar nervösen Zustande befunden, er sei völlig zusammengebrochen gewesen. Den Befehl des Generals Stenger habe er von Mund zu Mund der Komvagnie weiter gegeben und zwar als Befehl. Am 28. August habe General Stenger nochmals im »reise seiner Offiziere, als die Kampfdispositionen besprochen wurden, gesagt: »Keine Gefangenen, kein Pardon gegeben." ? Ruch Generalmajor Neubauer habe befohlen: »Kein Par- bon, immer feste druff!" ....

General Stenger bestreiket die Richtigkeit der A u s s a g e « b-S Majors Grusius. Er habe an diesem Tage ÄSerhaupt keine Offiziersversammlung anberanmt gehabt. Grusius sei damals sehr nervenkrank gewesen. Der Zeuge Müller, der nach den Angaben Grusius' die Erschießung an» geordnet hat, sei leider tot und könne sich nicht mehr v-rant- Worten. _ c o _

Der Vorsitzende bemerkt dazu, man könne sich des Ein- drucks nicht erwehren. daß durch die Weitergabe der Aeuß^ rangen des Generals Stenger seitens des Majors Grnn»^ diese eine verhängnisvolle Auslegung erfahren haben und Ungeheures sei durch andere hineingetragen worden. J

Der Zeuge Gebeimrat Dr. B n mb k?. Leiter der psychia- trischen Klinik in Leipzig. sagt aus. er habe mit Grusius wie­derholt über die fraglichen Vorgänge gesprochen. Er habe dabei die Ueberzeugung erlangt, daß dieser am 26. August nicht betrunken aewesen sei, als er den Befehl weitergab. Ant Befragen des Vorsitzenden gibt Grusius an, er habe einen tüchtigen Sch'uck getrunken, aber nicht am 21» sondern am 96. August. Im Anschluß daran habe er die von ihm als Be- fehl angesehenen Aeußerungen des Generals Stenger gehört, daß kein Pardon gegeben werden solle.

General Stenger: Grusius war damals in einem geradezu befamwernswert«» Zustande. Er war nicht betrunken, aber er erschien mit seinen Nerven ganz aus Rand und Band.

Der Zeuge, Oberarzt an der Irrenanstalt Hessen (Han- nayerj, Dr. Sermen, der GrusiuS ebenfalls behandelt hat, ist überzeugt, daß am 26. Ruaust bei Grusius ein völliger Ner- vsnzusammenbrnch stattaefnnden habe. Grusius habe ihm erzählt. er hätte nach der Sch'acht bei Saarbura die verwun­deten Franzosen erschießen lassen müssen, der Befehl sei sehr geoeu seine Gefühle gearnaen.

Der Zeuge, Generalmajor a. D. Neubauer, der nächste Untergebene Hrs Generalleutnants Sienaer bekundete, daß er niemals einen solchen Befehl bekommen habe. Er hält es für

völlig ausgeschlossen. jdaß ein solcher je gegeben worden sei. Die erregten Meldun­gen der Truvve über das heimtückische Schießen Verwundeter oder sich tot stellender, das Schießen von Bäumen seien nicht vereinzelt, sondern in Menge von der ganzen Kampffront ge­kommen und es habe deshalb geschienen, als ob ein S y st e m v o r l i e g e, das den feindlichen Truppen einererziert wäre. Es habe sich der ganzen Truvve eine aroße Empörung be­mächtigt, die sich in sehr heftiaen Ausdrücken Luft machte: »Unerhört, diese Banditen!" Von einem Befehl. Gefangene oder Verwundete zu töten, habe er niemals etwas gehört.

Vorsitzender: Nun, Herr Grusius, Sie basten das Gegen­teil behauptet, innen Sie es dem Zeusen ins Gesicht.

iDie Verhandlung dauert fort.)

Politische Nachrichten.

" * Gle'uvrtz und Hindenburg sind frei.

Wie der „Vorwärts" aus Oppeln meldet, haben, nach bis Dienstag nachmittag dort vorliegenden Nachrichten, die Polen tatsächlich begonnen, das von ihnen besetzte Gebiet zu räumen. Gleiwitz und das Industriegebiet um Hindenburg mit der Stadt «zindenbura selbst sind frei, jedoch noch nicht passierbar. Sämtliches zur Verfügung stehendes deutsches Eisenbahn­material wurde pon den Polen mitgefchlepvt. Diese haben auch ihr gesamtes Kriegsmaterial auf der Eisenbahn zurück- transvortiert.

Bolschewistische Agiloloren.

Der „Tag" berichtet über die eifrige Tätigkeit bolschewisti­scher Agitatoren in Oberschlesien. Die BoErbe misten treten in b-n Reihe« der Insurgenten den natioualpolnrsch^ Agita­toren scharf entgegen. Sie versuchen auch die engliich-n Sol­daten für ihre Ideen zu gewinnen. Daraus wird zurückge­führt, daß die Engländer zahlreiche Ablösungen ihrer Leute vornehmen. In den letzten vier Tagen sind etwa 60 Schotten aus Oberglogau abbefördert worden. j

Zwei neue Noten der Reichsregierung.

Zwei Noten der Reichsregierung in der oberschlesischen Frage sind durch den deutschen Botschafter in Paris überreicht worden.

Deutschland und Oesterreich.

Wie eine Parlaments-Korrespondenz meldet. wurde in bet Mittwochs-Titzung des Reichsvarteitages der groß-beutics'-u BolksvarIi einstimmig eine Entschließung angenommen in der erklärt wird. Oesterreich müßte versuchen, so lange fe n Leben zu fristen, bis der Augenblick komme, ber rhm -r- Möalicht, wenn auch als armes, so doch als aufrechtes Mtt- Me» in den deutschen Bunderstaat eigzutrete«.

1 " Der Fall Erzderget.

j In der Strafsache gegen den früheren R«ichösino«zmiittstcr Erzberger «ege« Meineids, den er gelegentlich einer Vernehmung im Helfk«rich-Prozeß geleistet haben fon, ist am Mittwoch vor der 10. Strafkammer des Berliner Land­gerichts T beschlossen morde«, den Beschuldigte» mangels Beweise auf Kosten der Staatskasse außer Ver­folgung an setze«. Die Einstellung des VersahrenS wnrde in dem Augenblick« ausgesprochen, in d«m der ReichS- ausschuß der Zentrumspartei zusammentrat, um sich in ber Hauptsache Mit dem Fall Erzberger zu befassen.

Rumänien kann nicht neutral bleiben.

Der „Secolo" meldet aus Bukarest: „Adeverul" schreibt,, daß Rumänien in einem griechisch-türkischen Krieg nicht neu­tral bleiben könne, die Festsetzung der Griechen oder Eng-« länder in Konstantinopel würde das durch den Weltkrieg äe-« schaffene Gleichgewicht auf dem Balkan zerstören. Art. „Secolo" deutet weiter an, daß das rumänisch-itali-nitchei Militärbündnis auch nach dem Weltkriege fortbestehe.

Pokzisten- und Feuerwehrstreik in Amerika.

In Quebec ist laut „Chicago Tribune" wegen Gehalts-- streitigkeiten ein Streik der Polizei- und Fenerwehrbeamten ausgebrochen: infolgedessen ist die Stadt seit vier Tagen ohne^ Schutz gegen öffentliche Untiererbett und Brände.

Keine Aenderung der italienischen Politik.

Wie der „Corriere della Sera" versichert, sei bei der gegen»! wärtigen Ministerkrise keine wesentliche Aenderung der Poli-- tif Italiens zu erwarten. Die Mehrheit der Kammer be-' greife in Wirklichkeit, daß eine Kursänderung jetzt unmöglich sei und nach der Ausschiffung Sforzas eine Rückkehr Gio«- fittis. Der „Secolo" schreibt zu der Demission des Kabi­netts Giolitti: Sie schafft eine verwirrte nervöse Lage. Die Nationalisten und die demokratische Gruppe der Kammer haben einen Irrtum begangen, indem sie bis zuletzt die Sache ves Grafen Sforza als eine von der des Ministerpräsidenten verschiedenen betrachteten. i

Neue Niederlage der Griechen.

NaSrickte« aus Kleinasien bestätigen, daß nach der Ant­wort der Grieche« an die Alliierten die Türken die Offensive aus der AsmiS- und Brnfla-Frout ergriffen haben. Die Türken haben einen großen Sieg errnngen.

Weiter wird aus sicherer Quelle gemeldet, daß die Griechen auch im Udschaka-Abschnitt eine Niederlage erlitten haben. Die 13. griechische Division sei vollkommen zerstrent worden und werde von der türkische« Kavallerie verfolgt.

Unpolitische Tageschronik.

Frankfurt a. M. (Die „schwarze Gau b") Ein S4jäd­riger Eisenbahnbeamter schrieb an Rechtsanwälte und Aerzte Erpresserbriese, in denen er die Empfänger aufforderte, bis zu einem bestimmten Tage eine große Summe Geldes an einem bestimmten Platze niederzulegen. Nach berühmten Mustern unterzeichnete er die Briefe mit „Die schwarze Hand". Als der gute Mann das erste Geld von dem be­stimmten Orte abbolen wollte, empfingen ihn dort Kriminal- beamte und verhafteten ihn. Der Eisenbahner will durch das Lesen schlechter Bücher und den regelmäßigen Besuch der Kinos dazu gekommen sein.

Mannheim. sA r b e.it e r d e m o n st r a t i o n.j 700 Ar­beiter der Ströbelwerke zogen am Mittwoch mittag, so wie sie von der Arbeit kamen, zu einer Demonstration gegen die kurze Arbeitszeit von nur drei Tagen in der Woche und gegen die hoabsichtigte Schließung eines Teils der Werke zum Rat­haus und sandten eine Abordnung zum Oberbürgermeister, um ihn um seine Bermittlung zu ersuchen. Die Verhandlung dauerte dreiviertel Stunden. Ein Vertreter des badischen Arbeitsministeriums wird mit bet Fabrikleitung verhandeln. Verent. fEine widernatürliche Mutter) wurde aus Lippusch dem hiesigen Amtsgerichtsgefängnis zugeführt. Eine unverehelichte Arbeiterin hatte ein Kind geboren und dasselbe bald nach der Geburt in einem zum Brotbacken an- geheizteu Backofen verbrannt. Die Tat wurde aber doch ruck-' bar und das Mädchen in Haft genommen. Die Täterin ist geständig, behauptet aber, das Kind habe bei der Geburt nicht mehr gelebt. _

Berlin. (Geständnis einer löjäHrigen Mör­derin.) Vor einige» Tagen war die 10jährige Tochter Ilse des Gastwirts Kogmann in Staßfurt in ihrem Bette ermordet aufgefunden wordeu. Der Mord hat jetzt seine Aufklärung gefunden. Das 15jährige Dienstmädchen Hertha Szemkus hat ein furchtbares Geständnis abgelegt. Die Ermordete fein Mähriges Kind!) war in unerlaubte Beziehungen zu einem Schausteller getreten. Aus Furcht vor den Eltern wollte es ht den Tod gehen und bat das Dienstmädchen, mit dem es befreundet war, sie zu töten. Me Fünfzehnjährige ist diesem Wunsch« »achgekommen und hat dem Kinde mit einem Schlächtermesser de« Hals durckaeichnittev»

Berlin. (3um Tode verurteilter Gatien- Mörder.) Der Berliner „Lokalanzeiger" berichtet aus Hannover, daß das dortige Schwurgericht den Ztegeleiarbei- ter Potthast, der seine Frau umgebracht hatte, um seine Ge­liebte heiraten zu können, zum Tode verurteilt. Der Ange­klagte hatte die Frau erwürgt und sie dann mit einer Schlinge an einen Baum gehängt, um einen Selbstmord vor- zutäuschen.

Berlin. (Das Nachtlokal im Friseurkeller.) In einem Friseurkeller in Neukölln überraschte die Kriminals Polizei eine 38 Köpfe starke Gesellschaft, die in diesem im­provisierten Schauklokal eine ziemlich stqrke Zeche gemacht und schon einer ganzen Batterie von Weinflaschen den Hals gebrochen hatte. Me von dem Inhaber des Lokals erhobenen Preise waren nicht niedrig. Die Kriminalpolizei vermutete zuerst, daß sie es mit einem Spielunternehmen zu tun habe, doch hat sich dieser Verdacht nicht bestätigt. Derjenige Teil der Gäste, der sich legitimieren konnte, durste den Heimweg antreten, während ein anderer Teil, einschließlich des In­habers dieses Barbier- und Schröpfkellers, die Nacht auf dem PolizeipräsiLium zubrtnge« mußte.

Dauzig. sU e b e r fä l l e.) Vor einigen Tagen wurde in bet Nähe des Eisenbahndirektionsgebäudes ein Vorfall be­obachtet, der durch die Energie der Ueberfallenen noch fiii diese glimpflich endete. Aus einer Droschke sprang ein gu! gekleideter Mann und eilte auf eine Dame zu, die auf den Bürgersteige ging. Er suchte sie zu ergreifen und in dü Droschke hineinzuzerren. Die Ueberfallene setzte sich aber si entschieden zur Wehr, daß dem Verbrecher sein Borhaber mißlang. Da das Publikum'auf den Vorfall aufmerksam ge­worden war und gegen den Täter einschreiten wollte, eiiti dieser in den Wagen zurück. Der Kutscher hieb auf daS Pfer) eht mrd Verbrecher entschwanden um die nächst« Straßeneü:

r K« ähnliches Allemal würTe aus ein füngeS M^ ausgeübt. Die Betreffende wollte in daS obere Stockwerl eines Hauses am Holzmarkt. Als sie das HauS betreten hatte wurde sie von einem Mann Überfällen, der sie zu überwältiger trachtete. Das junge Mädchen, das über ansehnliche Körper« kraft verfügte, leistete heftigsten Widerstand und teilte den Angreifer Fußtritte und Faustschläge aus, so daß dieser du Flucht ergriff.

Vermischtes.

Fn furchtbare Not gerate« ist Me ärmere Bevölksrung ssr Stadt C u l m f«« durch die ununterbrochen fortschreitend« Teuerung. In vielen Fällen können Kinder nicht zur Schule gehen, manche müssen sogar im Bett liegen bleiben, weil sie keine Kleidung z>"« Anzivhen haben.

Zugunglück. Mittwoch morgen stieß ein Truppen-Trans- portzug aus den Rheinlanden mit einem Zug, der bei L u n e- v i l l e rangiert«, zusammen. Drei ^nfbaten wurden getötet und 17 verwundet, drei davon schwer. Me Gleise waren für mehrere Stunden gesperrt.

Verurteilung vo« Kommunisten. Der Kutscher Utzrl- mann, genannt Kempin, der während der Märzunruhen im Leunawerk die hervorragendste Rolle spielte, ist vom Sonder­st e richt zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden. : Der Mitangeklagte Benzlow erhielt 1% Jahre Zuchthaus.

Ein echtes Bürokrateustück. DaS Eisenbahngebäude aui dem Brennerpaß das durch den Frieden an Italien gefallen ist, wurde vor einigen Tagen durch Feuer vernichtet. Als' bat Gebäude in Flammen stand, rückte die österreichische Feuer« i wehr von Gries an, um zu löschen. Der italienische Zoll« : beamte ließ die Wehr aber nicht über die Grenze, weil bh ( Pässe der Feuerwehrleute nicht das vorschriftsmäßige Visum trugen Mittlerweile brannte das Gebäude bis auf den Grün!» nieder.

Heftiger Ausbruch des Stromboli. Am Montag abend er­folgte ein außergewöhnlich heftiger Ausbruch des Vulkans auf der Insel Stromboli. Die Form des Kraters wurde burd den Ausbruch völlig verändert. Die Bevölkerung wurde vo» einer großen Panik ergriffen. t 6

Bolschewismus im alten Aegypte«. In einem ägyptischen, 4000 Jahre alten Papyrus findet sich in einem Bericht über eine soziale Umwälzung folgend^ interessante Stelle: „In Rechtswesen herrscht der Pöbel, und das Haus der Dreißi; (der höchste Gerichtshof) ist öde und verlassen. Die Aufleh­nung gegen die Behörden und gegen die Großen ist allgemein, und jede Stadt erklärt: „Wir wollen unter uns keine Großes mehr haben." Die höchsten Würdenträger hungern, und du i Bürger müssen mit eigenen Händen ihr Mehl mahlen. De: Pöbel gelangt mühelo? zu Reichtümern, die Sklaven führe:' das große Wort, und vic Fremdlinge können ungestört bai Land überschwemmen. Räuber und Mörder beherrschen bat Land, die Städte sind verwüstet, die Gräber geschändet um die Häuser sind verbrannt. Man bestellt die Felder nichi mehr, baut keine Häuser mehr, und keiner will noch Steuern zahlen. So ist das Land verlassen, und der hungernde Mensch beneidet die Schweine um ihr Futter. Sitte und Anstan^ werden nicht mehr geachtet, man lacht nicht mehr, und selbst die Kinder sind schon des Lebens überdrüssig. Die Menschen sterben, und es werden immer weniger geboren. Man hat nur noch den einen Wunsch, daß alles ein Ende nehme." — Dal könnte sehr wohl auch in einem modernen Buch über bal heutige Rußland stehen.

Das genähte Lächeln. Eine neue Schönheitsoperation, die den Namen „das genähte Lächeln" führt, macht gegenwärtig in Neuyork großes Aufsehen. Wie die amerikanischen Blätter mitteilen, hat sich eine gefeierte Schönheit der amerikanischen Gesellschaft, Mrs, Herbert Garen, hie Gattin des früheren Präsidenten des amerikanischeu Stolütrusts, die einst auf der ■ Bühne als Mabel Gillman gefeiert ivurdc, dieser Operation unerzogen. Es wird bei diesem künstlichen Eingriff durch einen geschi,kten Schnitt, der so ernäht wird, daß er nicht sichtbar ist dem Munde jener o mutige Schwung gegeben, den man als „Bogen des Cupidv" bezeichnet. Dadurch nfirl ein verführerisches Lächeln auf k in Antlitz hervorgezaubert, Der Erfinder dieser Operation des „genähten Lächelns" ist ein hervoragender Neuyorker Arzt Dr. Leroy Stoddard.

Massenprotest der Berliner Hausbesitzer. Gegen die neue Höchstmistenverordnung richten sich sechs Protestversammlun­gen der Berliner Hausbesitzer, die am gestrigen Donnerstag Äattfanden. In diesen Versammlungen wurden auch die neuen Steuerbelastungen des Grundbesitzes einer scharfen Kritik unterzogen. Das Thema des Tages lautete: „Protest Segen die neuen Höchstmietenzuschläge von nur 45 Prozent »nb gegen die neuen städtische« Steuerbelastungen". Dt« Hausbeptzer stehen auf dem Standpunkt, daß es ihnen un­möglich sei, mit der viel zu geringen Erhöhung der Mtet«, ! auszukonrmen, und daß die neuen steuerlichen Belastungen ieben wirtschas tu Wiederaufschwung des Grundbesitzes im Reime er stuf er ■ m. ,. ’,

LKD. Gründ»«» von Flntschußverbänd«». Alljährlich wir! von unseren Landwirte« die Klage erhoben, daß sich bis Fälle von Felddiebstählen mehren und der von leiten bei Gemeinde« gestellte Flurschutz unzureichend ist. In vielen Gemeinden haben deshalb schon die Landwirte zur Selbst« Hilfe gegriffen und zum Teil gemeinsam mit den Feldschütze« oder allein den Flurschutz bestimmter gefährdeter Felde, * übernommen Die Nothilse ist aber nicht immer durchführ­bar und belastet einzelne Landwirte zu sehr. ES wäre dabei angebracht, wenn sich die Landwirt« innerhalb der Gemein­de« zu einem Flurschutzverband zusammenschltehe« würden und einige bestimmte Landwirte, die das Vertraue« der Mitz bürger genießen, den Flurschützen zur Bewachung der Fell d-r beigegeben werden. Diese Leute müßten hierfür eine be­stimmte Vergütung erhalten, die durch die Gemeinde zu tra­ge» wäre. In einigen Teile« Deutschlands, so in Anhalt, haben sich jur bessere« Bewachung der Felder Flurschutz­verbände gebildet, denen von derRegierung bestimmte Recht« zugestanden wurde« und die die staatliche« und kommunales Flurschutzorgane tatkräftig in der Unterdrückung d«r Feld- drebstähle unterstützt haben. Besonders wirksam wären diesi Verb mbe, wenn sie sich über das ganze Land erstrecken und auch die Nachbargemeinden in gleicher Weise vorgehen, damit auch eine Festnahme der Diebe i« 6er Nachbargemeinde er« folgen kaun. Bei Maffendiebstählen könnten sich die Gc« meindeverbände mirksani unterstütze». Die Bister von detz Gemeinde« und dem Staat gestellte Flurbewachung wird ourch die Gründung der Flurschutzperbände keinesfalls bei tßhrt. Die von den Flurschutzperbände« beauftragten &elW $HHet sollen nur als Hllssschütze -e« Bereits bestehenden Änliche« ober von fetten der Gemeinde« «maestellte« Flnri schützen Beigegeben werde». Die Landwirts-Hastskammeri «srd gern der Gründung derartiger Beende ihre Unters Atzung gewähren und bei der Regie«»- »«für «intreten, IL*».«t^^