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Kchlüchierngr Kreisth?!

"«THaSbreiS verauSzahlbar vierteil durch die Post Mk. ta, Wgniere Träger 10.80, bei «nS abgeholt Mk. W.-. «rickeint an Wochentagen nachmittags. Druck u. Berlag £ fiebweiS«, verantwortlich H -«. Hohmeifter, Schlüchteru. e^T$ 85. Erfüllungsort für den gesamten GefchSst». verkehr mir der Kirma Schlüchier«_______________

0127 _

Zeitung für eilige Leser.

Ä F« oh-rkcklefiiche« Auftzaudsgebiet kam es teilweise zu efacr «lsaedehnten Gefechtstätigkeit. Südlich K o s e l griffe« »je P»le« d«rch Mi»e«Leschießuug an. Der Angriff wurde jedoch obgeschlage«. franzöfische« politischen Kreis«« nimmt man an, daß »tarfreith die A«fheb««a derAvril-Sa»ktione«" vorneh- «e» wird, wenn von Deutschland die bis zum 30. Juni ae« Hegten Fristen eingehakte« ««d die verlangte« Bedingunge« erfüllt find.

Der A«sbamni«ister Dr. N a t h e n a n -erief den fozial- iemokratische« Reichstagsabgeordneten Silberschmrdt vom Banarbeiterverband in das Wiederausbanminisicrinm. für das Silbersdfmtht selber als Kasdida) genannt mürbe

Dem Zwölfer-Ansfchnß der dentschen Parteien Ober­schlesiens gab General Lerond die Erklärnnq ab, daß d,e tu« teralllierte Kommission den deutschen Selbstschutz nicht als siulnrge«tentr»ppe betrachte.

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Lm weligeschichi!tcher Augenbz ck der englischen Außenpolutt.

DieMorning Post" schreibt, die augenblickliche von den rkischen Natienalisteu in Kleinasien verfolgte Politik errege n amtlichen britischen Kreisen eine gewisse Besorgnis. Die Wesenheit des Befehlshabers der britischen Streitkräfte in onstantiuopel, General Harrington, in London sei angen- licklich auf den Wunsch der britischen Regierung znrückzufüh- en, Informationen über die dortige militärische Lage zu ei­lten. Obwohl noch keinerlei endgültige Beschlüsse gefaßt orden feien, werde dort über einenVerteidigungsplan" be­tten. Die türkischen Nationalisten arbeiteten im engen Ein- W »cruelytocr. mit den Bolschewisten. Man sei vielleicht der An- icht, daß die Zeit gekommen sei, um heu ausser neu Berinch zu '1 Rachen, Konstantinopel zu nehmen.

1 Bunt ersten Mal in der Geschichte würde Großbritannien * ine« gemeinsamen Aagriss seindlicher Türken und seindlicher iussen auf Konstantinopel in Betracht ziehen müssen. Ange- « sichts der internationalen Lage habe England keine andere -al» 8aM, als die Gefahr dadnrch abzuwenden, daß es die 'T Kriechen in ihrem angenblicklichen Kriege gegen die Türken mterstütze. Die Verfolgung einer solchen Politik würde . 0« latürlich nicht bedeute«, daß Großbritannien alle griechischen b® Pläne förberu oder unterstützen werde.

Angriffsvorbereitungen der Kemalrsien.

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; Havas meldet aus Konstantinopel, daß westlich von jeratlea starke Zusamenziehungen von kemalistischen Trup- en stattfinden. Man glaube, daß es sich um bie Vorbe- eituiig eines Angriffs auf die griechische Arinee bei Jsmiv lanble. Nach einer Blättermeldung haben nationalistisch, -treitkräste mehrere Stellungen am Gold von Jsmiv besetzt. «in griechischer Torpedobootszerstörer beschießt die Küste. ie Meldung besagt weiter, daß Jsmid eingeschlossen sei. -

ferner meldet Havas, dass dir politische Lage in Angora noch licht geklärt sei; doch habe es den Anschein, dass die bvlsche-

Gegründet im Jahre 1849

unter dem Tire!

Kreitag, den 3. Juni 1921

:ften gegen die Griechen ausgesprochen. Das für nationale Verteidigung habe beschlossen.

wyufche Politik oen Sieg davontragen werde. In ihrer Sitzung vom 26. Mai habe die Nationalversarrmlung aus­führlich die äussere und innere Politik erörtert. Die Mehr­heit habe sich für eine Politik des Einvernehmens mit ver Sowjetregierung und für die Fortsetzung des Krieges bi- zum äußersten gegen die Griechen ausgesprochen. Das Kom­missariat für nationale Verteidigung habe beschlossen, eim Militärmission nach Moskau Zu entsenden, un. die militä­rischen Bestimmungen des türkisch-russischen Abkommen- auszuarbeiten. Die Kommission werde aus sechs OffiZreren

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bestehen.

BMerdund-Abhau.

Eine Kommission von Sachverständigen hck an die ver­schiedenen Regierungen eine Denkschrift gerichtet, worin fest- gestellt wird, daß der Völkerbund zu viel Geld kostet, öffent­liche Gelder vergeude, feine Beamten zu hoch lezahle und sie ihre Befugnisse überschreiten lasse. Es rmrb Mpfohlen, eine gemeinsame Kasse zu gründen, aus der die'Beamten oe- Völkerbundes bezahlt werden sollen. Die für den iüeneral- sekretär Sir Eric Drummond ausgeworfener 6000 Pfund Sterling Repräfentationsgelder sollen auf 28)0 herabgesetzt werden, während das ihm zugestandene GeLlt von 400C Pfund Sterling - unverändert weitergezahlt w-rden soll. Dei Sitz des Völkerbundes soll von Genf nach-Bftpel, Fontaine- bleau, Turin ober Wien verlegt werden, da die Kosten be: Lebenshaltung sonst zu hoch sind. Dagegen sollen die Sach- derständigenzusammenkünfte des VölkerbunLs in Gens ab gehalten werden wegen der zentralen Lage>^eser Stadt.

Heue WirMafistaM Polens.

Die Handelskamer in Essen teilt mit: Wie wir erfahren, hat die polnische Regierung dem englischen Gesandten mit- geteilt, daß Polen, weil es nach dem Beschluß von Spaa ar den deutschen Entschädigungszahlungen nicht teilnimmt, nich die Pslicht hat, sich an den wirtschaftliäen Sanktionen zr "-beteiligen.^ pnn^nt'--. L'^runtz h . vqLer^LW bereit) unterzeichneten Gesetzentwurf über bte DMzeDtge Wgad für die nach Polen eingeführten deutchen Waren zurück­gezogen.

Der irische Krkg.

In den Grafschaften Lork und Liuerick sowie in Dublir selchst, sind neue schwere Kämpfe zwiche-r 6en Sinnfeiner-l und den englischen Truppen im Garg-, Die vor Dublin kreuzende englische Kriegsflotte hat ihreGeschützn.ünüuuger auf das Zentrum Dublins gerichtet, da im Falle weiterer Sinnfeiner-Angriffe beschossen werden. Infolge dieser Vorgänge hat die britische Regierung Wlossen, unverzüg­lich über den ganzen Süden von Jrlan das Standrecht zu verhängen.

Aus London wird am L Juni hechtet: Das amtlich, Lomuuique aus dem Schlosse von Trlin (Sitz der eng­lischen Zentralbehörde für Irland) meist, daß die Rebeüerl von Noughall eine Mine zur Explostorgebracht haben, wo, durch 6 englische Soldaten sofort getöft und 23 verwundet wurden, darunter 5 schwer. Im Anschtz an die Exptosioq kam es zu einem Kampf zwischen de Rebellen und deß überlebenden englischen Soldaten.

««tetge«: K. «eile oder deren Raum i Mk., Reklame- teile 3 Mk sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Minderaebsthr einschl. «e,nr» «eine ««währ für Play, «uftmhme»ei, «rd «rleglieserung. Kein Nachlaß bet gerichtlichen Zwischen- festen. Zählkarte Frankfurt a W. Nummer 11*08.

73. Iayrg.

preußischer Landtag.

Im Landtage erfolgte tote im Reichstage die Aufnahme der parlamentarischen Verhandlungen nach den. Pfinzstferien. Zunächst das übliche Frage- und Antwortspiel im Rahmen der kleinen Anfragen. Das Haus beschäftigte sich dann ein­gehend mit Kommunal-, Kreis- und Provinzialabgaben. Man war sick darin einig, daß es so wie bisher nicht weiter geben könne. Vor allem muß endlich einmal eine scharfe Abgrenzung zwischen Reichssteuern und solchen der Länder und Gemeinden vorgenommen werden. Auch daß die Steuer­schraube hinsichtlich der Real- und Gewerbesteuer nicht unend­lich angezogen werden darf, wurde in der Aussprache über- kinstimmend anerkannt. Auch die Regierung war dieser An­sicht. Ein Regierungsvertreter stellte für die allernächste Zeit eine Novelle zum Kommunalabgabengesetz in Aussicht. Etwas lebhafter wurde es erst im Hause, als der Kommunist Katz gegen die Mehrheitssozialisten zu Felde zog. Sie blieben die Antwort nicht schuldig und protestierten in recht lebhaften Zwischenrufen. Zum Schluß schickten sie Brecour vor, der sich Herrn Katz noch ganz besonders vornahm.

! Demission des ösierreichischen Kabinetts.

1 In Wien fand eine Kabinettsberatung statt, in bet bis Demission des gesamten Kabinetts beschlossen wurde. Wek die Nachfolgeschaft übernehmen wird, steht noch nicht fest Höchst wahrscheinlich wird jedoch ein christlich-soziales Rat binett gebildet werden.

Das österreichische Kabinett hat also seine Konsequenzen aus der Anschlußbewegung gezogen.

Die zanasristisen Erwerbslosen.

Im Volkswirtschaftsausschuß standen verschiedene An­träge über die Erwerbslosenfürsorge auf der Tagesordnung. Da ein Antrag Diß mann (U. Soz.) der einen Regie­rungsbericht über die Lage in den verschiedenen Industrie­gebieten fordert, vom Ausschuß angenomen wurde, mußte die Wstimung über die generellen Fragen der Erwerbslosen- -Seslkg? ?'wächst ausgesetzt werden, um der Regierung Ge­legenheit zu geren, 'erreeullgem^ne -Drrrtegung der nächsten Wirtschaftsaussichten vor der Beschlußfassung über die Rege­lung der Arbeitslosenfürforg- dem Ausschuß vorzulegen. Zur Abstimmung gelangte ein als besonders dringlich anerkannter Antrag auf Unterstützung sehr langfristiger," d. h. mehr als 26 Wochen Erwerbsloser, wonach den Gemeinden eine be­sondere geldliche Beihilfe gewährt werden soll, die es ihnen ermöglicht, die nötigen Anschaffungen an Kleidung und Schuhwerk für die Erwerbslosen und deren Angehörigen vor- zunehmen. Ferner sollen die langfristig Erwerbslosen bei den Notsiandsabeiten der produktiven Erwerbslosenfürsorge be­sonders berücksichtigt werden und die Zuschüsse für die Be­schäftigung der Erwerbslosen bei Notftandsarbeiteu aus Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge bei lang­fristigen Erwerbslosen höher bemessen sei, als bei anderen Erwerbslosen. Den Erwerbslosen soll die Unterstützung auch, über die Frist von 26 Wochen in allen Fällen fort« gewährt werden, in denen es nach Lage des Arbeftsmarkies zur Vermeidung unbilliger Härten erforderlich ist. Dieser fast einmütig unterstützte Antrag wurde vom Ausschuß an« genommen.

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Dämon -es Lebens.

Kriminalerzählung von A. Ostland.

(Nachdruck Vertiefen)

Und so ist dann das gekommen, ich weiß selbst kaum noch, wie. Plötzlich hatte Ranrin alle Ueberlegung versessen. Alle feine Zurückhaltung, all sein Verstand war dahin. Wie ein Strom brachen die Worte über feine Lippen, Worte einer Leidenschaft, von der ich feine Ahnung ge«

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habt hatte."

Willstadt hatte sich mühsam erhoben. Aus seinen Augen brach ein Strahl von beinahe jugendlichem Feuer, aber aus den eingefallenen Wangen brannte die Fieberröte. Jetzt stand er der Frau aufrecht gegenüber in einer fast stolzen Haltung.

Und ich hörte diese Worte, Lilian," sprach er hastrg, ja, ich hörte, daß mein bester, mein einziger Freund zu dir sprach und ich sah es, daß er dich in seine Arme riß, daß dein Kops an seiner Brust lag. Vielleicht kannst du es überhaupt nicht begreifen, Lilian, was diese Minuten für mich waren. Meine Welt stürzte zusammen, meln Glaube an die Menschen, mein Vertrauen, meine Zuver­sicht. Ich sah nur euch beide, die ihr mir das Liebste wart auf dieser Welt... da riß ich das Gewehr von der Hand und schoß. Ick habe nicht gezielt, und ich hätte beide treffen können. Aber nur er stürzte . .

Mein Onkel?" rief Herbert. Er war neben Edith ge­treten.Sie Sie haben aus meinen Onkel geschossen?"

Der alte Mann nickte; die roten Flecken wurden dunkler, heißer flammten die Augen.

_Ja," sagte er,ich ich wollte ihn erschießen, bei Gott, ich wollte l Daß er nur schwer verwundet war, das ist nicht mein Verdienst gewesen, das hat unser Herrgott mir gnädig geschenkt. Aber deshalb deshalb bin ich doch einer, an dessen Händen Menschenblut klebt. Edith, Liebling, wendest du dich jetzt ab von mir? Muß ich heute zahlen für diese alte Schuld mit dem einzigen, da» ick noch habe?"

gezielt, un stürzte . . .'

Sprechen sonnte Edith Willstadt icht. Mer sie kniete

Minuten.

me gehofft von diese» amtwa». Lb«r diese.

Etwas kam nicht.

Doktor Hesseldach rausperte fich.

Herr Hauptmann," sagte er,e haben mir da ein Stück Leben erzähft. Ich bin ein «r Praktikus, der viel mitangesehen hat. Das, was Sie fan haben, das war ein Verhängn^ eine Schuld w es nicht) Aber, ich glaube, daß ich mich kaum irrevwerde: von jenem Einst führt eine Brücke zu dem Gesynis von gestern...-

Willstadt hatt« Edith sachte ocsuh gedrängt. Nun stand er ganz frei da.

Sie müssen mich alles sagemssen, Herr Doktor," sprach er,sonst fehlen Glieder «der Kette! Und Sie müssen begreifen sönnen sonst sonst*

Was ist da zu begreifen's Lilian dazwischen. Das ist doch alles so klar, so veändig klar. Nur du hast in allen den Jahren vor d Enthüllung gezittert, uur du hast gemeint, dein Kinhönne dich nicht mehr lieben, wenn sie alles wüßte. » ob die Liede nach solchen Zufällen fragte I"

Zufall?* wiederholte der r Mann,nein, das war es nicht, denn ich wollte Rar töten. Und als er leblos vor mir lag, da hat es i nicht leid getan, und

ab sie »üch sortführten und da habe ich keine Sekunde gebi

icht stellten, mein Urteil

hingenommen, wie eine Buße. . war ein ganzes Jahr im Gefängnis Nummer 666."

Er sah nieder auf den Zeit«, seiner Hand.

Edith, hast du mich »erst«»? Ein Sträfling ein Verbrecher bin ich"

Aber sie drückt« sich mir h fester an ihn. Ein Leuchten kam in fein ©eins* N eine tiefe, jähe Blässe.

Ich ich sann nicht weh

So laß mich rede»!"

Äawme». ganz hell

totrglänat von ber Sonet, welche sich endlich durch den Nebel gerungen hatte.

__ <-3ch, weiß durch alle», alles. Ich weiß, was du ge» föten Haft, Otto, ich weiß, wie tausendmal Ramin bereute. Er gesundete langsam. Dann reifte er fort, nach Ehicaaa. Aber dein Sestcht hat ihm feine Ruhe gelassen. Er schrob ae den Gesangnisdirektor. Das" sie wies auf den Zettelbas war die Antwort. Er hat dir die Amb geboten, Otto, nicht einmal, nein zehnmal. Aber du Haft nie geantwortet. Auch mir nicht, sooft ich auch schrieb. Erst nach Itchreu da sah ich dich wieder in den Rassen von Mextko. Und da da sagtest du mir, daß du nicht wegkönntest über" das Vergangene, daß Ramm und ich tot sein mitten für dich, daß du ein Mädchen liebhast, -ine Deutsche, aber daß du feine Ruhe finden könntest, solang« Ramm den Beweis deiner Schuld in Händ«« hätte. Denn jenes Mädchen dürfe nie erfahren, daß du ein Sträfling seist Weißt du noch, wie Ramin dich damals bat, in feinen Briefen, ihm zu verzeihen? Wenn du das getan hättest, so wäre alle» gut gewesen. Dann hätte er dir auch ben Zettel gegeben alles"

»Ich habe es nicht gekannt, Lilian. Der Mann hatte mir dich genommen ich konnte ihm nicht mehr die Hand geben. Mein« Ehrbegriffe waren eben ander«, als bie eurigen. Und dann, bann hörte ich, daß er dich gehei­ratet hat."

Ja aber erst, als du ihn nochmals zurückstteßest. Da haben mir beide unsere Herzen hart und trotzig ge­macht. Du hattest dich ja von mir scheiden lassen, Otto, also gaben wir unsere beiden verpfuschten Leben zusammen. Den Zettel behielt Ramin aus Trotz.

Edith hatte sich erhoben. Mit flammenden Augen stand sie her Sprechenden gegenüber.

Und trotz aliebern hast du ihn hierher eingeladen, bist hier,^ia mein?» Vater Hause, zufammeiigekommen mit

E» »letzung folgt )