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-L^apreiS voraASzahlbar viertel) durch die Post Mk. 12 Wunfere Träger Mk, 10,80, bei unS abgeholt Wk. 10 ^«Srim an WockKMgrn nachmittags. Druck a. Verlag » AoLmeister, verantwortlich H.-C. Hohmeister, Schlüchtrru. k sä. Erfüllungsort für den gesamten SefchSsi». I ’ * »erkehr mit der Firma Schlüchteru.__
l Zeitung für eilige Leser
! Ein starker Trupp Sinnfehler steckte das große Dnblivek Zollgeväude in Brand, das fast ganz zerstört wurde. Es folgte ein Feuergefecht, in dessen Verlauf 7 Sinnfehler ge- iSiet, 11 verwundet «nd 65 gefangen genommen wurden. Die , Polizei hatte 4 Verwundete.
j Der Generalstaatsattwalt beim Kassationshof hat von des , französische« Regierung die Anweisung erhalten, sich zur rcilnahme an den Kriegsschuldigenprozeffen nach Leipzig zu ■ begeben.
: Das amerikanische Repräsentantenhaus hat das neue Zoll- gefen angenommen. Die Einfuhr deutscher Waren, besonders । deutscher Farbstoffe, ist mit erhöhten Sötten belegt
; Im Kriegsbeschnldigtenprozetz wurde der Angeklagte s Heyne» wegen Mißhandlung, Beleidignng und vorschriftswidriger Behandlung Untergebener zn insgesamt zehn ; Monaten Gefängnis verurteilt». Die Untersuchungshaft wirb f angerechnet.
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Heue Steuerpläne der Aelchsregterung.
EZ ist nur zu erklärlich, daß in eine Zeit, die uns mit | absoluter Sicherheit neue und große Steuerbelastungen be- ■ sonders auf indirektem Gebiete in Aussicht stellt, die mannig- - Batisten Gerüchte über die Steuerpläne der Regierung um«
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m heben. So will jetzt eine Berliner Korrespondenz wissen, folgende Steuervorlagen in Vorbereitung seien: Er- * söhung der Körperschaftssteuer, der Kohlensteuer, de" Tabak-, Kranniwein- und Zuckersteuer. Hierzu erfahren wir von Minderer Seite, daß in der Tat die auf der Suche nach ® neuen Steuern befindlichen Behörden den einzelnen Ressorts M Mreiche Ausarbeitungen überwiesen haben, um schätzungs- .. Weise festzustellen, wieviel diese oder, jene Steuer einbringeN würde. Dann: ist aber noch keineswegs gesagt Rlß bil L Durchführung dieses Projekts mit Sicherheit zu erwarten ist, _ An diese Vorarbeiten, die natürlich nicht geheim bleiben, tmiyfen sich dann die Gerüchte, die nicht ohne weiteres demen- ^ tiert werden können, trotzdem aber nicht immer das Richtig« Fest steht zurzeit nur, daß eine Erhöhung der Stem- V; lelsteuer in den Kreis engster Erwägung gezogen worden ist, 'lü Auch der Gedanke, den Kohlen-Jnlandpreis mit dem Welt- o, Marktpreis auf eine Stufe zu stellen, um dadurch erheblich« Mittel für das Reich zu gewinnen, findet starke Befür- hoTtunß.
Ä Es erscheint unbedingt notwendig, wenigstens einen Teil - nur Lösung der Reparationsftagen notwendigen neuen ß Steuern durch den Reichstag noch vor dem Auseinandergehen I Sommer bewilligen zu lassen, damit das Reich sofort
2 , wer frische Einnahmequellen verfügt. Wir werden uns da- « „ . 9uni auf außerordentlich lebhafte Steuerdebatten im ■ Reichstage gefaßt machen müssen. Hinzugefügt mag noch j’ ^rden, daß man im Reichsfinanzministerium beabsichtigt, - une ganz neue Reichshaushaltordnung.heraus- 1 Die Bearbeitung ist schon ziemlich weit vorge« chntten. Bisher war die Finanzverwaltung des Reiches mfassungsgemäß noch nicht in allen Punkten 'klargestelli, be- fonberS die Stellung des Oberrechnungshofes bot Stoff zu »erubiebenen Auslegungen. Diesem Zustand soll nunmehr x durch dix neue Reichshaushaltordnung ein Ende gemacht »werden.
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Gegründet im Jahre 1849
unter dem Lirel
Kreitag, den 27. Mai 1821
Günstiger Eindruck der deutschen Aote in England.
„Daily Chroniele" meint, Briand habe seine ganze pa* lamentarischeGewandtheit bewiesen. Besonders erfreut ist das Blatt, daß er dem Ansinnen auf Besetzung des Ruhtt gebiets unter dem Vorwand einer deutschen Invasion in Oberschlesien widerstanden hat. Das offiziöse Blatt wieder
holt, die Entente könne keine unautorisierte Ruhrbesetzung überleben 'Und bittet Briand, F' -------- — ---------
als wolle er die Entscheidung
den Verdacht zu vermeiden,
unnötig verzögern, um eine
vollendete Tatsache für Polen zu schaffen.
Die dentsche Antwortnote machte in London den beste« Eindruck.
Ihre Behauptung, die deutsche Regierung sei unverant- wörtlich für die Ereignisse in Oberschlesien und unfähig, seine Bewohner an der Bildung des Selbstschutzes zu verhindern, wurde zugestanden. Nach einer Reutermeldung hat Deutschland infolge der bringenden englischen Vorstellungen mit der Entsendung von Lebensmiteln und Geld nach Ober- schlesie« begonnen. Eine offiziöse Reutermeldung betont scharf, die Alliierten würden seitens Bayerns keinerlei Auf schub der Verpflichtungen der deutschen Regierung bezüglick der Entwaffnung dulden.
Vor einer neuen Lloyd George-Rede.
Llord George hat sich, wie aus London gemeldet wird, in Unterhaus jeglicher Erklärungen enthalten. Man hatte na mentlich Erklärungen über die Lage im Kohlenstreik er wartet. Man steht nunmehr den neuen Erklärungen Lloyi Georges über die oberschlesische Frage entgegen. Die Pro gnose lautet verschieden. Jedenfalls wird angenommen, das der englische Ministerpräsident nicht verfehlen wird, bu st-ar-m Angriffe gegen die Polen zu -erneuern.
Aus München wird gemeldet: *
In der Angelegenheit der Entwaffnung der bayerischen Einwohnerwehren, 5. h. über das Ergebnis der Verhandlungen mit der Entente wegen der Beibehaltung eines ausreichenden Selbstschutzes auch nach der Entwaffnung, liegen bis jetzt noch keine Mitteilungen aus Berlin vor. Sie werden aber in kürzester Zeit erwartet. Arrch die zuständigen Stellen des Reiches würdigen die Lage, in der sich Bayerri infolge des Ultimatums hinsichtlich der Entwaffnung befindet. Sie würdigen insbesondere auch die Momente, die Bayern für die Notwendigkeit einer ausreichenden Sicherung der Ruhe und Ordnung im Lande ins Feld führt, und darum sehen sie ein, daß den Bayern ein schweres Opfer zugemutet wird dadurch, daß sie eine notwendige und darum entschieden verteidigte Einrichtung pretsgeben sollen.
Auf der anderen Seite haben auch die maßgebenden Kreise in Bayern, so schwer der Schritt ist, den sie unter dem Zwang der Notwendigkeit tun müssen, den besten Willen, alles zu tun, was den Interessen des Reiches dient. Man ist bestrebt, zwischen den Interessen von Reich und Land den Weg zu finden, der gangbar ist. Das Ergebnis der Verhandlungen dürfte in Kürze bekanntgegeben werden, geben werden.
Rerchskommifiar Peters in München.
Reichskommissar Dr. Peters ist nach München abgereist um die bäuerische Entwaffnung im Namen des Reiches durch- zuführen. Der Aufenthalt des Neichskommiffars in Bayern ist aus It Tage voraeseben.
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73. Aayrg.
3m Sampfe um ihr Deutschtum.
Dieser Tage fand eine große Massenversammlung der Deutschen in der Tschecho-Slowakei statt, die zum Sprach- gesetz Stellung nahm. Das sprachliche Mindestprogramm der Deutschen, hinter dem alle Parteien einschließlich der Deutschsozialisten stehen, fordert u. a.: Gesetze und Verordnungen sind gleichzeitig mit der tschecho-slowakische« und slawischen, auch in deutscher und englischer Sprache zu oer« lautbar». Die Sprache in den oberen Instanz» muß sich nach der Sprache, die in den unteren Instanzen gebraucht wurde, richten. Sämtliche Zentralbehörden, Landesbehörden und auswärtige Behörden habe« mit den Parteien in deren Sprache zu verkehren. Verficht der Angeklagte nicht tschechisch, das Gericht nicht deutsch, so ist ein andres Gericht zu delegieren. Eine weitere Gruppe von Forderungen M den Zweck, die aus dem österreichischen Staat zu übernehmenden Beamten der Tschecho-Slowakei zu schützen. ES soll ihnen ie nach dem Dienfialter eine Uetbergangszeit von 5 bis 10 Jahren zur Erlernung der tschechischen Sprache gewährt werde«.
Der «rieMeMldlgienpr»?«- in kei-zig.
Aus Leipzig wird unter 26. Mai gemeldet:
Gestern begannen im Prozeß gegen den Unteroffizier Hey«e« die Plaidoyers. Oberreichsanwalt Dr. Ebenmaier begründete in längeren juristischen Ansführnnqen die Anklage. Er schickte seinem Plaidoyers voraus. daß er sich dem Standpunkt des Vorsitzenden ankchließe und daß er alle politischen Erwägung» fernhalte» wolle. Die dem Angeklagten vorgeworfenen strafbare« Handlange« beurteile er streng objektiv nach den Normen des deutschen Rechts ohne Rücksicht auf irgend welche Faktoren. Er präcisiert seine Anklage geqe« Hennen dahin, daß dieser, wen« er auch im ««nerv G-fangenmEer es«en~7chSeren^MSrf^Mt^^W berechtigt war, so vorzugehen, wie er vorgegangen war. Heyne« habe nach den gesetzlichen Bestimmung«« niemals das Recht gehabt, von der Waffe Gebrauch zu machen. Der Oberreichsanwalt erklärte am Schlaffe seines eingehenden Plaidoyers, wenn man alle Fälle znsamme««ehme, so müsse ?r wie das Militärgericht eine einheitliche Handlung fest« stelle«. Dr. Ebermaier ging noch einmal alle einzelnen Straftaten durch und beautragtc schließlich gegen den Auge, klagte« eine Gesamtstrafe von 2 Jahre« Gefängnis.
Das Urteil.
Das Urteil gegen de« Unteroffizier Heynen ist soeben verkündet worden: Heyne« wird wegen Mißhandlung Untergebener in fünfzehn Fällen, wegen Beleidigung Untergebener in drei Fällen und wegen vorschriftswidriger Behandlung in mehreren anderen Fällen z« einer Gesamtstrafe von zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen der übrigen Fälle der Anklageschrift erfolgte Freisprechung. Die Unter« snchungshaft ist auf die ersannte Strafe anzurechnen. In den Fälle«, wo Verurteilung erfolgte, werde« die Kosten des Verfahrens dem Angeklagten auferlegt, in den Fällen der Freisprechung der Reichskaffe. Die Reichskasse trägt auch in den Fällen der Bernrteilung sämtliche Auslagen einschließlich der notwendigen Auslagen des Augeklagten. Der Haftbefehl vom 29. Januar 1921 wird aufgehobe«.
Dämon -es Lebens.
Kriminalerzählung von A. Ost land.
16) (Nachdruck verboten^
Herbert von Ramln langte schwelgend nach seinem Rocke. Keine Hände zitterten stark, er vermochte e» kaum, die Knöpfe zu schließen. Da hielt Hesseldach, welcher ein paar Papiere zu- sammenrichtetete, plötzlich inne in feiner Tätigkeit.
„3a, richtig," sagte er, „Dr. Ramin, Sie müssen ja um die kritische Zeit auch dort oben in der Nähe gewesen sein? Haben Sie denn gar nicht« gehört? Aber, was haben Sie denn? Sind Sie krank? Sie seifen ja aus, als ob Sie das Fieber hätten?"
„Ich bin nicht krank," «ntgegnete Ramin, „aber ich bitte dringend, erst dann eine Aussage machen z« bürfen, wenn uns das Resultat der Tatbestandes vorliegt."
Doktor Hesielbach schüttelte den Kopf.
„Na, wie Sie wollen," sagte er dann, fc^on in feinen Ueber» schlüpfend, „Sie werden ja als Beamter — er betonte das Wort stark — selbst wissen, was Sie zu tun haben."
Eine halbe Stunde später war die Kommission bei dem Wassertümpel versammelt. Ein grauer Tag lag über den Feldern. Der Sturm hatte sich gelegt, aber noch •nnnier regnete es leise. Hesseldach untersuchte selbst genau das Terrain. Es war nichts zu finden. In dem aufgeweichten drückte sich allerdings jede Spur sofort ein. Aber wurde auch ebenso rasch wieder vom Regen oer» waschen.
Ein paar Männer waren vorsichttg mit langen Stangen 1« dem Wassertümpel gegangen. Jetzt senkten sie die «langen hinab. Herbert von Ramin hielt sich gewaltsam aufrecht. Auf seiner Stirn standen schwere Schweißtropfen, -wenn die Leute nichts fanden, wenn sie umsonst suchten, dann war ja doch noch eine andere Lösung möglich! -vann durfte er vielleicht noch weiter schweigen . . .
»Da is was!" sagte einer der Männer in die Stille •»»nein. „Natürlich, ich hab' mir'« gleich gedacht! Herein- Beworfen hat er da einen, der freche Lugeajchüppeh der
ihn ein
,rote Hans' I Da — da is «i Helft — wir kriegen fchon herauf — so — jetzt noch das SeU —"
Ramin wendete sich unwillkürlich ab, als nach paar Minuten Hesseldach kommandierte:
„So, jetzt zieht! Auf!"
Aber gleich darauf sah er doch wieder hin.
Da« trübe Wasser schlug starte Streife. Die Männer zogen mit allen Kräften. Es mußt« da sehr tief fein. Aber nun — nun hob sich die Last — da ward, noch unter dem Wasser, eine dunkle Masse sichtbar. . .
Dünkel!" schrie Herbert oo« Ramin auf. Sr taumelte zurück. Hesseldach fing ihn auf.
„Was?" fragte er betroffen. „Was? Ihr Onkel? Aber wie wollen Sie das denn jetzt schon erkennen? Ich kenn' ihn doch genau — aber man sieht doch noch nichts."
Ramin hatte sich wieder ein wenig gefaßt. Mühsam richtete er sich auf. Und in diesem Moment sagte neben ihm her Chef:
„Zum Teufel — Ramin — Sie haben recht!"
Ein paar Minuten später lag der große, schwer« Körper Wilhelm von Ramin« auf dem Boden neben dem Wassertümpel. Da» Gesicht war kaum entstellt und hatte einen sriedlich ruhigen Ausdruck. Die Hände waren fest zusammengekrampft. Die starke goldene Uhrkette war unversehrt, auch die Uhr steifte in dem Täschchen. Brieftasche und Portemonnaie waren vorhanden.
Hesseldach hatte Ramin zurückgedrängt und nahm selbst die Untersuchung vor. Ein Mann rannte davon um den nächsten Arzt. In kurzer Seit kam er zurück in Begleitung eines älteren Herrn, welcher sofort die Untersuchung vornahm.
»Hup" sagte er schon nach kurzer Zeit, sich wieder vorn Boden erhebend, „da ist gar nichts Besonderes vor» gesallen. Ein Unglückssall, der jeden treffen kann. Der Tote ist einem Herzschlag erlegen. Irgendeine Verletzung ist absolut nicht zu fonftatieren. Wahrscheinlich war der alte Mann schon tot als er ins Wasser stürzte. Der Weg hier ist ja so schmal, daß er fast stürzen mußte, wenn er einmal im Gleiten war. Also für die Polizei kein Fall.
Der Arzt ging mietet, Hesielbach beauftragte Stricker
und noch zwei feiner Leute, die Leiche alsbald nach der Totenkammer zu bringen. Er nahm die Wertgegenstände zuerst an sich. In der Brieftasche war viel Geld. Eine ganze Meng« blauer Scheine.
Hesseldach sah eine Weile ernst sinnend in das Gesicht des Toten. Er war gerade kein Freund Ramins gewesen, aber doch ein langjähriger Bekannter. Dieser seltsame, einsame Tod erschütterte auch den gewiegten Beamten, dem doch schon vieles Merkwürdige und Traurige vorgekommen war. Ein« Sekunde lang legte er seine Hand auf die rechte Hand des Toten. Da sah er erst, wie fest verkrampft die Finger waren. Auch die linke Hand war zur Faust geballt.
„Warten Sie noch,"^ sagte Hesseldach zu den Männern welche die Bahre, auf die sie den Toten gebettet hatten, schon heben wollten, „warten Sie noch, ich will die Finger erst lösen!"
Hesielbach tat es, und mit Mühe gelang es ihm, die erstarrten Glieder zu bewegen.
„Da ist etwas zwischen den Fingern", sagte Stricker halblaut. „Sehen, Herr Vorstand: ein Zettel!"
Doktor Hesseldach hatte schon das kleine Stück Papier vorsichtig herausgewunden.
„Da," sagte er, „Ramin, schauen Sie selbst nach! Das könnte doch für uns von Wichtigkeit fein. Was steht denn da? Jedenfalls ist es bloß ein Teilchen, nichts Ganzes. Warten Sie, es ist nicht mehr ganz leserlich, dort und da hat das eindringende Wasser doch die Schrift verwischt. Maschinenschrift . . . Also, da steht:
,— verbüßt. Der Mann hält sich brav. Aber er ist sehr kränklich. Die Strafdauer beträgt ein Jahr.
Direktion des Zentral-Gefangenhauses zu Mexiko.
f f, am 3. September 18 . i
Herrn Wilhelm von Ramin, Baunreister,
Chicago».
(Fortsetzung folgt.)