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ster. verantwortlich H.^r. Hofmeister, Schlüchteru.

5. Erfüllungsort mr den gesamten BeschSstS» verkehr mit der Mrma Gchlüchtern.

k M 108 | Aus der Heimat.

k* Die Frist zur Abgabe der Einkommensteuer' und i Kapitalertragssteuererklärung läuft endgültig am 15. Mai d. J. ab. Eine weitere Verlängerung der Frist ist unter keinen ? Umständen zu erwarten. Alle Steuerpflichtigen, die mit der k Abgabe der Erklärungen noch im Rückstand« sind, werden p in ihrem eigenen Jntereffe darauf aufmerksam gemacht, daß ; sie zur Meldung der im Gesetz ««gedrohte» Rechtsnachteile - die Erklärungen nunmehr bis spätestens zum 15. d. Mts. k dem Finanzamt einreichen müssen. Wer diese Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, hat - einen Zuschlag bis zu 10 v. H. der endgültig festgesetzten x Steuer zu erwarten und muß außerdem nötigenfalls durch | Geldstrafen bis 600 Mk. zur Abgabe der Erklärungen an- gehalten werden.

* Die Steuerpflichtigen werden darauf hingewtesen, daß es in den EiukommenKtuererklLcungSformulare« auf Seite 2 Nr. V Sonstige Einnahmen unter Ziffer 1 anstatt ; vererbliche Rentenuavsrerbliche Renten" heißen muß.

^* Berstcherungeu gegen Hagel und Unwetter sollte

- jeder vorfichtige Landwirt, soweit es noch nicht geschehen ist, unbedingt noch jetzt für die diesjährige Ernte aufnehmen. Gegen sonstige Witterungsunbilden, wie allzugroße Nässe oder Trockenheit, ist der Landmann ohnehin machtlos und muß den daraus entstehenden Schaden wohl oder Übel tragen. Gegen Hagel und Unwetter, die oft in wenigen Stunde« die Trat« eines ganzen Jahres ruinieren können, ist ihm p jedoch ein Schutz durch rechtzeitig« Versicherung geböte«, und z es erscheint geradezu leichtsinnig, hiervon keinen Gebrauch 1 machen zu wollen.

* (Handel und Gewerbe im April 1921.) Die Be- richte, dir die preusiisch-u HandMkammv-n über den Ge­schäftsgang in Handel und Jaduflite im Monat April dem Handelsministerium erstattet haben, geben eine« vorläufigen Ueberblick über die erste« Wirkungen derSanktionen", insbesondere der Rheinzollinie, auf das deutsche WirtschaftS- [ leben. Die Bewertung der Mark blieb in der ersten Hälfte des April ziemlich unverändert. Die Verschärfung der Sanktionen, das Verlangen der Berbringung des Gold­bestandes der Reichsbank ins besetzte Gebiet und die internationalen Verhandlungen, die dem 1. Mai voravs- gingen, führten zu einer Verschlechterung der Valuta, die aber bis zum Monatsende zum Teil wieder ausgeglichen wurde. Im Gegensatz zu frühere« Beobachtungen hat der Rückgang des MarkkurseS nicht zu einer allgemeinen Preis­steigerung auf dem Jndustrieaktienmarkte geführt. Vielmehr Wachten sich auf fast allen Gebieten desselben infolge starker Beeinttächtigung aller Unternehmungslust Rückgänge bemerk­bar, ohne daß es jedoch zu Angstverkäufen kam. Die Beeinträchtigung der Unternehmungslust bei Vermeidung von Angstmaßnahmen ist auch die augenfälligste Wtrkun ( der Sanktionen auf Industrie und Warenhandel. I» fast allen Gewerben wird über Zurückhaltung der Käufer, hiuschwindende Auftragsbestände und vielfach bereits über

Gegründet im Jahre 1849

unter dem Titel

Mittwoch, dm 11. Mai 1921

WIWWWMWMWIMI IM!! IU WMWwWWWDk^SWSSSSSE ein Nachlassen der Beschäftigung geklagt. In einzelnen Gewerben hat die Aussicht auf die Rheinzollgrenze zunächst erhebliche Aufträge gebracht, die bis zum 20. April abge­wickelt werden mußten. Nach dem 20. April trat aber da»« ein erheblicher Rückschlag ein. Ungeklärt ist zum Teil noch die Frage, wer die Kosten des Binnenzolls tragen wird; einzelne Industriezweige haben die Frage gemeinsam geregelt. Schwierigkeiten bereitet vielfach die unsachgemäße Durchführung der Zwangsmaßnahmen. Bahnhöfe wurden verstopft, Gütersendungen verzögert, so daß der Rohstoff- bezug aufgehalten und die Fortführung von industriellen Betrieben gefährdet wurde. In manchen Gewerbe« fürchtete man weniger die Zollsätze, als die verzögernde Wirkung des BewilligungSverfahrens. Aus allen diesen Gründen ist die Beurteilung der Sanktionen ernst, obwohl unmittelbare katastrophale Wirkungen für den Augenblick nicht erkenn­bar sind.

* (Rund um SpeffartRhön.) Die klassische Gebirgs- Fernfahrt gün bei prachtvollem Wetter am Sonntag auf der 318,6 Kilometer langen Strecke vor sich und hatte in allen seinen Teilen einen voLr« Erfolg zu verzeichnen. Der Start der Berufsfahrer erfolgte in SchweinfurtMaiubach früh 3 Uhr, während die Amateure bereits um 2.30 ent­lassen wurde«. Die Amatevre schlugen ein flottes Tempo ein, wodurch sich das Feld sehr auseinanderzog und die Spitzengruppe nur noch aus sieben Fahrern bestand, nämlich' Pfister (Schweinfurt), Lorenz (Schweinfurt), Sachs (Schwein- furt), Knappke (Frankfurt j. M), Teißner (Schweinfurt), Ostermaier (München) und Blattner (Cannftedt). Die Be­rufsfahrer fuhren teilweise sehr langsam. Es fuhren noch 20 Fahrer in der Kopfgrupp«, als die Hauptkontrollstelle Hanau 167,4 Kilometer passiert wurde. Der schwierigste Teil der Fahrt, durch den Speffart, änderte dar Bw in der Reihenfolge der Fahrer des öfteren, sodaß baid die Entscheidung in der Amateurgruppe gefällt wurde, nämlich daß sich die Schweinfurter Pfister und Sachs und der Launstedter Blattner, der dann kurz vorm Ziel, infolge des Tempos abfiel, tu der Spitzengruppe befanden. Auch bei den Berufsstraßenfahrern hatten die Berge sich bemerkbar gemacht, und auch die Defekte hatten die Reihen gelichtet. Es gelang Duschinski dem Felde zu entlaufen und der nachfolgende Gielow, der bereits das Rennen aufgeben wollte, faßte nochmals alle Energie zusammen und nahm die Verfolgung des Karlsruher auf; der inzwischen einen Reifenschaden erlitten hatte. Zu Gielow gesellte sich dann noch Kohl (Berlin), beide strebten an der Spitze des Rennens allein dem Ziele zu, wo sich über 10000 Zuschauer ange» sammelt hatte«. Hier konnte Gielow, genau so wie Pfister seinen Landsman« Sachs abfertigte, seinen Landsmann Kohl mit einer Länge schlagen. Ergebnisse d. Berufsfahrer: 1. Gielsw-Berlin 11:29:29. 2. P. Kohl-Berlin 1 Lg.

3. Duschinski-Karlsbad 11:31:05. 4. R. Schenkel-Leipzig 11:35:00. 5. R. Hufchke-Berlin '/, « 6 W. Geisdorf- Berlin 11:38:00. 7. M. DuweL-Berlin 11:47:40. 8. F. Fischer Köla 11:51:50. 9. P. Böbm Germersheim 11:53.

»«zeige« r st Zeile oder deren Raum 1 Mk., Reklame, retlk 3 Mk. sämtl. ohne besonderen Zuschla«. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Minderaebkthr einschl. BerugS. Seine Gewähr für Platz, «ufnatzmerrU »ud BtlegHffmmg. Sein Nachlaß bet gerichtlichen Zwischen- kosten. Zahllart« Frankfurt a. M. tztunnner 11«».

73. Zayrg.

10. J. Meck-Düsseldorf 12:00:00. Herreufahrer-Ergebuiffe: 1. Pfister-Schweinfurt 11:58:20. 2. A. Sachs Schweinfurt 1 Lg. 3. H. Knappke-Franksstt a. M. 11:59:30. 4. R. Zeißner-Schweinfurt '/»Lg. 5. O. Sstermaier-Müncheu 12:00:30. 6. Lorenz-Schweinfurt 12:03:00. 7. F. Brenue- Leipzig 12:03:30. 8. I. Höhe-Frankfurt a. M. 12:08:50. 9. A. Schnetdewind Schweinfurt 12:09:30. 10. K. Schuh- Fürth 12:14:30.

* Schlächtern. Zu unserem Artikel über die am ver­gangene« Sonntag in Fulda errungenen Erfolge der Gesang­vereine unseres Kreises sei noch folgendes richtiggestellt: Der Gesangverein Altengnnau hat nicht, wie man aus dem Artikel irrtümlich annehmen konnte, den 1. Preis in der 2. Landklasse erhalten, sondern errang sich noch vor Sterbfritz den 1. Preis in der ersten Landklasse.

* Gchlüchtern. (Ben Alba-o-Abende.) Auswärtig« Zeitungen schreibe«: Die Experimental-Abeude des Hof» künstlers Ben Albano übertrafen alles bisher Gebotene. Der Veranstalter verstand es, in meisterhafter Weise seine Zuhörer oder besser Zuschauer zu fesseln, und was besonderes anerkannt werden muß, seine Vorführungen waren nicht blos interessant, sondern auch vom sittlichen Standpunkt in wohl­tuendem Gegensatz zu mache« anderen solcher Art einwandftei und vornehm. Der Abend war sehr genußreich, man sah und erlebte erstaunliche Dinge. Die Abende versprechen demnach interessant zu werden. Wir verweisen auf die Anzeige im heutigen Blatt«.

* Soden. Im Kurhaus Sodm-Stolzenberg veranstaltete der GesangvereinFrohsinn", Soden am Soustag, den 8. Mai d. Js. ein Konzert unter gütiger Mttwtrknag der Damen Frau Siddh Freund-Stein, Wächtersbach und Frl. Wirbel, Geluhause«. Frau Stddy Freund-Stein bracht« u. a. Lieder ssn B-»hÄS, Hübsch, Weingarten und Wolf in äußerst symphatischer Weise zum Vortrag and wurde von Frl. Wirbel mit feinstem Verständnis begleitet. Von den Ehöre« kann man sagen, daß der durchweg gute Vortrag auf anerkenueurwerteste Schulung schließen läßt. Der bewährte Dirigent, Herr Kaopp, Gelnhausen, verstand es, gute Stimmen zur Geltung kommm zu lassen. Das zeigte sich in den Wiedergaben vonFrühlings-Einkehrs" (von Kern) undDrei Augenblicke" (von Schauß) besonders. Reich««, wohlverdienten Beifall ernteten Solisten und Sänger. Ein weit über dem Durchschnitt stehender Genuß war dem Publikum geboten.

* Hanau. Ja letzter Zett treten hier und in andere« Städten wieder falsche Tausendmarkscheine auf, die das Datum vom 1. 4. 1910 tragen. St« haben sowohl den grünen wie den roten Stempel. Sie sind am besten daran zu er« keunea, daß der kleine Adler im Brustschild des großen Adlers in dem Adlerstempel nur als ein Klecks erscheint, während auf den echten Roten auch mit blosem Aug« die Zeichnung d«s kleinen Adlers deutlich zu erkenne» ist. Der Faserstreife« ist durch Aufstreuen uad scharfes Anpressen von Fasern nachgeahmt.

Dämon des Lebens.

Kriminalerzählung von A. Ostland.

(Nachdruck verboten.)

Sie war schon draußen. Das leichte Rauschen ihres hellen seidenen Schlasrockes klang noch eine Minute lang zu ihm herein. Dann schloß sie die Salontüre hinter sich.

Er war allein.

Mit einem seltsamen Gefühl des Unbehagens sah Herbert o. Ramin sich in dem Zimmer um. Es war be­haglich und gut möbliert; ein feiner, schwüler Duft lag noch über dem ganzen Raum, etwas Einschmeichelndes, Betörendes, das Parfüm einer schönen Frau. Fast be- klommen öffnete der junge Mann den großen Kleider­schrank. Frau Marianne hatte eben vorher den Schlüssel angesteckt, ohne weiter ein Wort zu verlieren über ihr Tun.

Auch aus den Kleidern, welche hier hingen, schlug ihm der schwere, süßliche Duft entgegen. Sie raschelten leise, als er sie jetzt herausnahm.

Es waren lauter elegante Toiletten, die er nun in der Hand hatte. Die Firmenzeichen, welche eingenäht waren, stammten aus Paris, London, Hamburg, Mvnte Carlo, Wiesbaden. Die Frau mußte viel gereist feir und über größere Mittel oerfügt haben. Alles trug der Stempel der Weltdame, die auf großem Fuße lebt. Ader nirgends entdeckte er etwas, das ihn hätte auf eine sichere Spur führen können. Er sah auch in dir Fächer, wo feine Spitzenwäsche, Handschuhe, Flakons, tausenderlei Toi­lettegegenstände verstreut lagen. Aber auch da fand er nichts.

Unmutig begann er die Kleider wieder einzuräumen. Eben hielt er einen langen grauen Herbstpaletot in der Hand. Da vernahm er ein leises Rascheln. Als er in die Tasche der Jacke griff, faßte er ein paar schmale Papier- stückchen Kupons über aufgegebene Briefe.

Sr trat damit dicht an die üaiupe daran.

4» -»«..._ _,......«--»^ ?^ L» ^ -*- ^^^

Herrn Hauptmann Otto Willstadt", las er halblaut. Und hier, und hier überall derselbe Name. Daneben noch ein zusammengeknüllte« Kuvert, über das sich ein paar Tintenflecke breiteten. Da war wieder die gleiche Adresse, auch' Straße und Nummer waren hier vermerkt. Und darüber stand unterstrichen:Rekommandiert, postlagernd Postamt JL*

Herbert von Ramm konnte sich nun allerdings den­ken, daß Frau Lilian mit dem Hauptmann Otto Will­stadt in einem regen schttstlichen Verkehr gestanden hatte. Der Hauptmann holte jedenfalls ihre Briefe vomPost­amt selbst ab, denn sonst wären Edith diese einge­schriebenen Briefsendungen gewiß aufgefallen; sie hatte aber noch betont, daß seit jenem eleganten blaßlila Brief- chen, das vor Wochen an ihren Vater gelangt war, nie mehr irgendein Brief für ihn abgegeben worden sei.

Also das stimmte. Und hier steckte da nicht in der Tasche des weichen, schönen Hauskleides eine Karte?

Er zog diese heraus. Aber es war keine Karte, es war ein Bild.

Mit einem halb unterdrückten Schrei fuhr er zurück. Mit stillen, lieben Augen sah Edith Willstadt aus dem Bilde zu ihm herüber. Es war nur eine Amateurphoto­graphie, Das junge Mädchen stand inmitten des verwil­derten, blühenden Obstgartens, an einen Stamm gelehnt. Ihr Blick war in die Weite gerichtet. Zart und lieblich hob sich der feine Mädchenkopf ab von dem dunkleren Hintergründe. Unter dem Bilde stand mit großen Buch­staben geschrieben:Mein Kind".

Es war kein Name unterschrieben, aber Herbert von Ramin konnte es sich natürlich vorstellen, wer Frau Lilian diese Photographie gesendet hatte. Er kannte dieses Blatt nicht, besaß überhaupt kein Bild von Edith. Nun konnte er sich kaum losreißen von dem süßen Zauber, welcher von diesen klaren, reinen Mädchenzügen strahlte. Wie frischer Waldesduft wehte e» ihn an . ..

Edith!"

Er war in einen der tiefen Lehnsessel zurückgesunken und sah unverwandt auf das Bild in seiner Hand nieder.

Seltsam verworren warm itz« noch immer sein« Ge­

danken. Er hatte es während der ganzen Zelt seines Hierseins als höchst peinlich empfunden, daß Edith in diese ganze unangenehme Angelegenheit mit verwickelt war. Auch der Gedanke, daß diese Frau Lilian in näherer Beziehung zu dem geliebten Mädchen stehen müsse, am Ende gar ihre Mutter sei, hatte ihn tief erregt. Aber jegt, da er in dieses kluge, gute Gesicht blickte, jetzt verschwanden alle die bedrückenden Empfindungen sofort. Und nur eines blieb niachtvoll und siegreich: die Ueberzeugung, daß er Edith Willstadt liebe, daß sie die einzige sei, mit der er den Weg durch das Leben in inniger Gemeinschaft gehen wollte ...

Plötzlich fuhr er empor. Hinter ihm regte sich etwas. Frau Marianne stand in dem matterleuchteten Raum. Sie hatte über ihr Hauskleid einen feinen Spitzen- schal geworfen; sehr zart hob sich der reizende Kopf dar- aus hervor. Das glänzende, lockige Haar fiel tief in die weiße Stirne; ein heißes Feuer brach aus den schönen Augen. Wie sie so dastand in der matten Beleuchtung, mitten in dem wohligen, eleganten Raum, da paßte sie vor­züglich zu ihrer Umgebung. Etwas Berückendes ging von dieser Frau aus.

. Si« stand ganz stille und sah hin zu Herbert von Ramin mit einem eigentümlich leidoollen Ausdruck. Jetzt fiel ihr Blick auf das Bild in feiner Hand. Eine jähe Bläffe flutete über ihr Gesicht.

Wer ist das?" fragte sie kurz.

Einen Augenblick lang zögerte er mit der Ant­wort. Dann stand er rasch auf und reichte ihr das Bild hinüber:Das Mädchen, welches ich liebe!" sagte er fest.

Sie wich unwillkürlich zurück; ein Zittern rann durch ihren Körper. Aber dann sagte sie ruhig und beherrscht, indem sie ihm die Hand reichte:Mögen Sie glücklich werden , . .*

sFortjetzung folgt.)