Einzelbild herunterladen
 

9er Smnd für Sardims LMWwelMN.

Das Stillschweigen Washingtons gegenüber den deutsche, «nrlcbläge« erklärt man damit, daß Harding erst jetzt vo» Besichtigung der Atlantischen Flotte nach Washingto»! ...riickaekchrt ist, und infolge seiner Abwesenheit von dei Emmbeshauptstadt keine Entscheidung getroffen werde« i>nnte Karding wird sofort mit den Kabinettsmitglieder» Revarationsproblem eingehend durchsprechen. Ma» nimmt an, daß Amerika keineswegs Deutschland aufsordern Erbe Abänderungen in seinen ursprünglichen Fordern«, nm abmbringen, sondern Hughes werde sich darauf bc« Tränken die Forderungen der Alliierten nach Berlin zu Mermitteln zu denen sich Deutschland dann unverzüglich I zu äußern hätte.

j Joch immer keine GnWeidung Amerikas.

Die Associated Preß meldet aus Washington: Die Re- Raierung hosit immer noch, daß die Reparationsfrage durch Nerliandfnnacn geregelt werden kann. Dieses erfnhr man k autoritativ nachdem Präsident H a r d i n g und das Kabinett iv., Laae beptochen und Staatssekretär Hughes mit d>"n 1 tmnröfiidicn und dem italienischen Botschafter verb-'"delt k bauen Amtliche Kreise bewahren weiterhin abfolntes I schweigen über den Charakter des informellen Mcinunas- k austaniches mit den Alliierten, doch wurde bekannt, daß weder - Mroiibrit^nnieu noch Italien das deutsche Anerbieten end- t Listig alS eine mögliche Berhandlungsgrundlage abgelehnt ^aben- -

Mich und Getreide sollen in Vavern srergemben werden.

Der Bäuerische Landtag nahm einen Antrag aus Aushebung ; ber Zwangswirtschaft für Milch und Getreide gegen die Stimmen der sozialistMen Parteien au. Der Notbedarf a« Milch für Säuglinge und Kranke soll durch Lieserungsver- träge festgestellt werden.

AMMW MZ MilklWkSW >I> MMU

Spricht man das WortKommunismus" aus, so drangen sich einem unwillkürlich Länder auf, die von diesen Wahnsinnsideen -durchdrungen sind. Aber nie wird man Amerika in den-Bereich-dieser Möglichkeit ziehen.

Von einer eigentlichen kommunistischen Bewegung kann, so heißt es in einem Schreiben aus Neuyork an denBerl. Lekalanzeiger", män in Amerika kaum sprechen. Wohl hat auch hier die Arbeiterschast M mit diesen Ideen, wie mit einem jeden anderen neuen sozialen Gedanken, beschäftigt; doch der Boden war hier nicht günstig, die Taten blieben aus, und die Rädelsführer der Bewegung sind von der Re­gierung wohlweislich ausgewiesen worden. , Außerdem ist die soziale Stellung des' amerikanischen Arbeiters und seine Bezahlung eine ganz andere als in Europa. Der ameri­kanische Arbeiter hat im Kriege sehr hohe Löhne empfangen (3 bis 6 Dollar täglich). Der Durchschnittslohn aller An­gestellten des Stahltrusis belief sich in den letzten Jahren auf rund sieben Dollar, täglich also 420 bis 450 Mark. Jetzt wird allerdings energisch mit dem Lohnabbau begonnen, aber gleichzeitig fallen die Lebensmittelpreise derart, daß sie hum die Erzeugungskosten aufbringen. So kostet z. B.:

1 Pfund Kaffee ..

. . 7 8 Cents

1 Pfund Zucker.

. . 6-8 '

1 Pfund Mehl

3 4 >

1 Pfund Fleisch .

. . 10-12

1 Pfund Butter

. . 40-50

1 Paar Schuhe .

. . 7-10 Dollar

Stosse Anzüge . . . 30-50 Dollar

So dürfte der in Angriff genommene allgemeine Lohn­abbau, der aber geringer ist als der Preisabbau, zu keinen weiteren Störungen führen.

Auch in Amerika unterscheidet man zwischen geschulten und ungeschulten Arbeitern. Die geschulten sind hoch organisiert, das sind die Lokomotivführer, Drucker, Mecha­niker usw. An der Spitze der sogenannten Halbgeschulten sieht der bekannte Führer Compers, der bekanntlich einer der Leiter derAmerican Federation Laborparty" ist; er iragt aber auf zwei Schultern, d. h., er schwankt zwischen Arleiter- und Kapitalisten- bezw. Regierungs-Intereffen. Zu den ungeschulten Arbeitern zählen vor allem die Berg- arkeiter: sie besitzen keine Organisation, da sie, in der Haupt­sache aus Kroaten, Slovenen, Polen, Ungarn, Litauer/usw., also aus landfremden Elementen bestehend, zu bunt zusam­mengewürfelt sind und zu den Gebräuchen, Sitten und der Sprache des Landes vollständig fremd gegenüberstehen. Auch unter den Farmarbeitern, den Nagern, fehlt jede Organi­sation.

So ist es selbstverständlich, daß sich das Bürgertum gegenüber der Arbeiterschaft sehr stark fehlt, um so mehr, da sich die Hochorganisierten, also die geschulten Arbeiter, wit zum Bürgertum rechnen. Auf dem hier geschilderten Mangel an einheitlicher Organisation und den Gegensätzen innerhalb der Arbeiterschaft selbst, beruht in erster Linie der für Amerika erfreuliche Umstand, daß es zunächst und wohl auch für absehbare Zeit nicht ernstlich mit Arbeiterunruhen ?>u rechnen braucht. Außerdem sind in letzter Zeit sehr scharfe Gesetze erlassen worden, die jeden Streik, sogar schon die Aufforderung zum Streik, mit Strafen belegen.

Kleine politische Nachrichten.

270 Milliarden.

, Laut Havas will der diplomatische Mitarbeiter bc. J»bir«no Tribüne" in London erfahren haben, daß die im CbtrffCn Rat vertretene« Mächte die Zahl der ReparationS- romwistio», d. h. 132 Milliarden Goldmark, die in Annnltä- i'v bis zum Gesamtbetrag von 270 Milliarden zu zahle» n^ra«, nig neue Gesamtsorderunac« angenommen und das "Abkomme« von PariS mit seinen 226 Milliarden fallen gc- l«ss'n hätten. Der Berichterstatter will ferner erfahren babe«, daß aus dem rechten Rheinufer in der vorgesehenen ^-satzunaSzone die Ernährung der Bevölkerung nicht durch Zutsche, sondern anKtchließlich durch holländische, belgische, 'französische und andere Nahrungsmittel anSwärtigen Ur­sprungs rrf»lfl»n werd«».

Das K» sa w<iW _ _ 1

'Datin Herald" berichtet: I« englischen und amerikanischen Hanbelskretsen sei eS ein offenes Geheimnis, daß die ersten sechs Tage des neuen Zollregimes in bem Rheinlanden daS Fiasko dieser Sanktion offenbart hätten, und daß man auch für die Zukunft von dieser neuen Zollherrschast nicht im entferntesten mehr das erwartet, was man ursprünglich von ihr erhofft habe.

Lohnabbau in Amerika.

Nach einer Havas-Melbung aus Washington hat Admiral Benson, der Vorsitzende des Shipving Board, Weisung gegeben, daß von jetzt ab alle Löhne, die auf Handelsschiffen der Bundesregierung gezahlt werden, um 15 Prozent her­abgesetzt werden sollen.

Die Durchfahrt nach dem Schwarzen Meer.

Die englische Regierung hat dem deutschen Botschafter in London mitgeteilt, daß sie nunmehr bereit ist, Deutschen und Oesterreichern die Reise durch die Dardanellen und den Bosporus zu gestatten, wenn sie aus einem neutralen Lande kommen, nach einem neutralen Userstaat des Schwarzen Meeres reisen und in keinem türkischen Hafen landen.

Zeitungsverboke.

? Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß der Regie-, inmgskomm'ssar die kommunistischen ZeitungenRuhr-Echo" in Essen und ..Bergische Volksstimme" in Remscheid bis auf weiteres verboten hat.

Neue Anruhen in Aegypten.

Wie der HavaSagentur aus Kairo gemeldet wird, herrscht infolge des Bruches zwischen Zaglul Pascha und dem Mi­nisterium eine gewisse Erreanng. In Kairo und Alexandrien, wo die Bevölkerung den ausländischen Gesellschaften feindlich gesinnt sei, seien Streiks ausgebrochen. In Tantg haben Unruhen stattgefnnden. bei denen es etwa 20 Tote und Verwundete gab.

Tageschronik,

Heidelberg- (Mordanfall.) Ein Weinheimer Inge­nieur namens Link wurde auf einer Motorfahrt von Neckarsteinach nach Heidelberg in der Nähe von Ziegelhausen von einem unbekannten Manne hinterrücks angeschossen. Die Kugel verletzte ihn so schwer, daß er hoffnungslos im Aka­demischen Krankenhans darniederlieot. Der Täter wird be­schrieben als ein ziemlich großer Mann, der einen grünen Hut, einen Rucksack und ein Gewehr bei sich trug.

Knlbcrg. (Vater und Sohn von Wilderern er-" schössen.)! Im Forstbezirk Seidel bet Köslin wurde der Revierförster Hübe! und dessen Sohn von Wilderern er-" schössen.

Gelsenkirchen. lBon Mädchen über fallen, und beraubt.) Zwischen den Friedhöfen an der Hüttenstraße wurde der Arbeiter v- d. Michel von zwei Mädchen über­fallen, zu Boden geschlagen und seiner Barschast im Betrage von 1200 Mark beranbt- .

Lauban. (Strenge Strafe für Steuerhinter­ziehung.) Dgs hiesige Finanzamt veröffentlicht den Strafbescheid gegen den Fleischermeister Heidrich in Sächsisch-Hangsdorf, der seinerzeit beim ReichSnotopfer etwa 98 000 Mark verschwiegen hatte. Die Strafe ist auf 111841 Mark festgesetzt und der verschwiegene Vermögensteil von 98 000 Mark als dem Reiche verfallen erklärt worden. Heid­rich war durch einen anannmen Brief angezeigt worden. Das Geld hatte man bei der Haussuchimg in einem kleinen Wandschrank gefnnben, dessen Dür durch ein vorgehängtes, Heiligenbild verdeckt war.

Dresden. (Große Teerfabrik durch Feuer ver­nichtet.) Durch ein gewaltiges Schadenfeuer ist die große Teerfabrik A- Pröe in Brockwitz bei Coswig völlig vernicbiei worden. Dieses Unternehmen zählte zu den modernsten Anlagen seiner Art in Deutschlaird. Infolge der Erplosion einer Kesselanlaae brach gegen halb acht Uhr das Feuer aus, das an den großen Benzinvorräten reichliche Nobrnng fand, so ögß der Brand aanz unaehener wurde. Gegen zehn Ubr flog ein großer Ben-'ntank mit donnerndem Kroch in die Luft. In itmtntpvftvr.rfiener Folge krachten kleine Detona­tionen von Ben-tlukäUern nnd TankUmgen. Als besonders Glück muß es be-etcbnet werdbn, daß es zwei mutigen Lokomotivführern unter Lebensaesghr gelang, über 100 Eilenbgbntankwgaen aus den Flammen herauszuholen. Wenn diese znr Ervlosion gekommen wären, so wären die Folgen unabsehbar geworden. Durch die Erplosion nnd die großen Stichflammen gerieten auch die umliegenden Unter­nehmen in erhebliche Gelabr- Eine große Anzahl von Per­sonen ist mehr oder minder scluver verletzt worden. Ob Todesopfer zu besserten sind, läßt sich zur Zeit «oib nicht festsiellen. Der Sckmden besamt sich auf viele Millionen^ Auch werden viele Arbeiter beschäftigungslos.

Berlin. (B e r n r t e i l t e M i l l i o u e n r ä n b e r.) Das außerardentliche Geritbi des Landgerichts T verhandelte über den Millionenraub auf dem Berliner Bpsiamt 54. In der Nacht vom 20. Mai war eine Rfifönsiae mit schwarzen Masken und Waffen versehene Bande in das Posiamt ein- gedrungen, hatte beide Postbeamte gefesselt nnd war ujttet Mitnahme der geraubten Gelder im B»traee von 1 385 000 Mark entkommen. Der Raub war mit Hilfe des Posi- betriebsassistenten Paul Autoch vor sich gegangen, der, nachdem er verhaftet war, sich nach Ab<zal'e seines GcUänd- nisses erschoß- Drei Teilnehmer deS Raubzuges, deren Namen Antoch in dem Geständnis angegeben hatte, Oft stets sich vor dem außerordentlichen Gericht zu verantworten. Der mehrmals vorbestrafte Kutscher Stein, dem eine direkte "Beteilignna an dem Raube nachgenilese« werden konnte, .erhielt G Jahre Zirchthans. Der Bruder des Betrieb-.-- -gssistenten, Max Antoch, der nur der Mittäterschaft über- lührt mürbe, erhielt 1 Jahr Gefängnis. Der dritte Ange­klagte. Markowski, wurde wegen mangelnden Beweises .freiaefvrorben.

i SchirgiSwalde. (Mk ß g l N ckte r Raubmord.) Einen Raubmord wollten der 22 Jahre alte Tischsergeselle ^enno Dikring irnd der 2t Jahre alte Steinmetz Paul Schierz an einem Schneidermeister »nd Handelsmann in Neusalza ver» üben, doch scheiterte der Anschlag, iveil der Revolver ver« ssaate. Die Täter ergriffen die Flncht, konnten aber , feit-, genommen itnö dem Gericht übergeben werden. -l urtttg mürbe unmittelbar nach der versuchten Tat von Einwoh­nern in den Straßen der Stadt aufgeh.^tz'n. Schier; wurde am andern Morgen mit seinem Bruder Georg, der Mitwisser i*. von der Polizei verhaftet.

^stade. (Sch l o ß b r a n d.) Ein ehemaliger Besitz der üH vannte« Gräfin Aurora KönigSmarck, das historische Schloß Agathe«bürg, ist mit unersetzlichen Knnsischätzen ein, Rau) der klammen geworden. Aus dem Boden aufgestapelte Ge- treibemenaen verbreiteten den in der Räucherkammer aus- gebrochene« Brand rasch über das ganze Gebäude und es gelang den Feuerwehren wr, Teile des Erdgeschosses All retten. Der Schaden fit ungeheuer und durch Versicherung nur mm klrtrMSeil gMM« 2^^ ..... ' - ,

Fruuzssfijchci plDiefi zugunsten i)< t Türkei

Au2nmin'ß^ in Athen hat beim griechischen

6,e Emission von 500 Millionen, noch nicht da der Vertrag von SevreS

-^?6 .^-gesprochenen Gebieten noch m-uer de Kai^ lerl.ch Ottomanischen Bank gebäre. oer^Kal.

DermWies.

Scharfrichter Krautz gestorben. In Bnrig bei Erknek"/st, vollkommen vereinsamt und hoch betagt, der ehemals sehr bekannte Scharfrichter Julius Krantz gestorben. Er hat in seinem Leben nicht weniger als 29 Mörder enthaupten müssen und darüber anfangs sorgfältig Tagebuch geführt. Diese Beschäftigung und seine eigentliche amtliche Tätigkeit strapazierten aber seine Nerven derart, daß aus dem einst stattlichen, herkulisch gebauten Mann, ein vollkommen neu- rasthenischer Siecher wurde.Ich bin soweit," soll er gesagt haben,daß ich kein Blut sehen kann, ohne schwach und elend zu werden." Deshalb zog er sich bereits vor 25 Jahren von seinem Amt zurück und eröffnete in der Skalitzer Straße eine Roßschlächterei, die er aber auch wieder ausgab. um sich in den kleinen märkischen Ort znrückzuziehen, wo er seine letzten Lebensjahre verbracht hatte.

Sonderbare Gemeinderäte. Die größte Ueberraschung bei den Amsterdamer Gemeinderatswahlen war die verhalt» nismäßig große Stimmenzahl für die Partei eines gewissen Degelder: 14000! Die Partei erhielt zwei Sitze im Memeinderat. Degelder ist ein Bettler, der in der letzten Zeit wegen öffentlicher Trunkenheit dreimal von der Polizei aufgegriffen und gerade am Wahltag deswegen zu 14 Tagen Haft verurteilt worden war. Der zweite Gewählte ist ein anarchistischer Kolporteur.

Ein telelektrc-lenkbares Panzerschiff. Das Bemerkens­werteste bei der Flottenschau des Präsidenten Harding in Hampton Road waren, wie aus Newyork gemeldet wird, die Versuche an einem Panzerschtsf, das mit einer drahtlosen Vorrichtung ausgerüstet war, die über eine Million Dollar gekostet hatte. Das Panzerschiff wurden von anderen Fahr­zeugen aus gelenkt. Auf dem Panzerschiff selbst befand sich keine'Bemannung. 1 j

Minderjährige Kinder.

Beim Steuerlohnabzug sind für alle minderjährigen Kin­der nach dem Gesetz für das Steuerjahr 1920 6 Mk. täglich, 84 Mk. wöchentlich, 150 Mk. monatlich steuerfrei zu lasse«.

Nun herrscht auch hier, wie in so vielen Steuerfragen eine Unklarheit unter den Beteiligten. Es liegen auch ver­schiedene Meinungsäußerungen innerhalb der Steuerbehör­den vor. Und zwar die Frage, wer sind minderjährig« .Kinder. Bei dieser Sachlage dürfte es angebracht sein, einen anscheinend endgültigen Bescheid eines größeren Finanz­amtes (Amt Unterelbe in Hamburg) zu dieser Frage hier mitzuteilen. Dieser Bescheid geht dahin, daß minderjährige Kinder solche Kinder sind, die das 21. Lebensjahr noch nicht vcüenbet haben und nicht etwa ausnahmsweise für volljährig erklärt worden sind. Als Kinder gelten neben den Abkömmlinge« des Hausbaltungsvorstandes auch die zu seiner Haushaltung zählenden minderjährigen Sties-, Schwieger-, Adoptiv- und Pflegekinder. Maßgebend ist der 1. April 1921. Zur Haushaltung eines Arbeitnehmers zäh­len minderjähria- Kinder, wenn sie bei gemeinsamer Füh­rung deS Haushalts unter Leitung des Arbeitnehmers dessen Wohnung teilen oder sich in wirtschaftlicher Abhänig- keil von dem Arbeitnehler nlißerhalL. von dessen Wohnung mit seiner Bewilligung zum Zwecke der Erziehung oder de» Unterrichts (Lehre) aufhalten. Leben beide Ehegatten zu» kämmen, so zählen die Kinder nur als zum Haushalte des; Ehemannes gehörig. 4

Die neue Postordnung.

Ab 1. Mai traten nachstehende Aenderungen der Post, ordnung in Kraft:

1. Die Aufschrift aller Briefsendungen muß den Lang- selten des Umschlags usw. gleichgerichtet sein. Briefsendungen mit einer Aufschrift in der Richtung der Schmalseiten deS llmschlags usw. werden von der Beförderung ausgeschlossen.

2. Bet Eimern, Körben, Kannen, Säcken und sonstigen Paketen, auf denen die Aufschriften oder Aufgabezettel schlecht haften, müssen Fahnen verwendet werden, die wenigstens 12 Zentimeter lang und 8 Zentimeter breit sind. Die Rück­seite ist für das Bekleben mit dem Aufgabezettel freizulassen. Zur Verhütung des Abreißens der Falmen aus Pappe ober ähnlichen Stoffen sind die Oesen durch eine haltbare Ein­fassung zu schützen.

3. Hat der Absender eines Pakets mit leicht verderblichem Inhalt, z. B. frischen Blumen, für den Fall der Unbestell- barfeit die Rücksendung auf feine eigene Gefahr verlangt, so wird dem Verlangen entsprochen, wenn n'ck: die Beschaffen­heit des Inhalts (übler Geruch Ablondern von Feuchtig- fett u. berat) die Rücksendung ohne weiteres auSschließt.

4. Randfeuerpatronen bis zu einem Manteidurchmessev von 9 Millimeter und Lefaucheur-Revolverpalronen sind tat Postbeförderung zugelassen: sie müssen in Einzelpackungen von höchstens 50 Stück geschieden sein.

5. Postaufträge und Nachnahmen auch Briefsendungen (ausgenommen Päckchen) sind jetzt bis zum Höchstbetrag von 5000 Mark zugelassen. Bei Postairsträgen zur Gold- einziehung, bei Postvrotestansträgen und bei Nachnabme- fenbttnaen nach dem Landbestellbezirk über mehr als 1000 Mark tritt an Stelle der Bor.zcignng des Postanstrags oder ber Nachnahmesendung eine schriftliche Benachrichtigung deS Berechtigten.

6. Die Landbesteller sind befugt, die Einlieferungsbescbcij niaun« über die von ihnen angenommenen Sendungen selbst zu erteilen. Der Einlieferer oder Auftraggeb-r ist nicht mehr berechtigt, sich von der Eintragung in das Annabmo- buch des Landbestellers zu überzeugen ober die Eintragung selbst vorzunehmen.

7. Auch Sendungen an Angestellte von Bebörden können noch besonderem Abkommen mit der zuständigen Bebörde an Beauftragte gusgebündsgt werden.

8. Erreicht der Gesamtbetrag an Lagergebilbr für ein Paket 18 Mark, so wird keine weitere Gebübr mehr für die Lagerung berechnet.

9. Wer ein besonderes Abkommen wegen Prüfung der Empfangsberechtigung (§ 48 des PostgeletzeS) beantragt, bat dafür eine Be-bandlungsaebübr von 2 Mark zu entrichten.

10. Wer feine Postsendungen ober Zeitungen abbolt ober abholen läßt, hat eine jährliche Postansaabegebübr von 12 Mark zu entrichten. Die Gebühr ist viertelläkrlich vorauszuentrichten: Zeitnngsabboler, die ihre Zeitungen für einen kürzeren Zeitraum a's ein Viertellabr abholen, haben sie ledoch nur s"r die Dauer der BezugSzeit vorauS- zubezahle«.

11. Wer mit ber Mastanstalt ein Abkommen wegen Prüfung der Emplangsberechtigung des Abbolenden (I) ge ­troffen (tat, hat eine erhöhte jährliche Postausgabegebühr von 86 Mark vierteljährlich vorauSzuentrjchten.

12. Ein Verkauf von Postwert,Zeichen durch! bte Vris»