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^eiuaSvreis vorauSzählbar viertelt, durch die Post Mk. 12.— ' s unsere Träger Mr, 10.80, bet uns cchgeholt Mk. to.- •cMHst an Wochentagen nachmittags.
k Kohmetster, Berantworiltch H.-C. Hohn , ...
■taimtf 66. ErfüllmtgSort ist den gesamten GekchMS' Sr“ " nerkehr mtt der Firma Ächl«chte-n.
>. Druck u. Verlag Meister, HHNchter«^
.* Für Nichtraucher-, Raucher- und Frausnabteile in «Zügen der deutschen Eisenbahnen treten mit dem ' idi Sommerfahrplan neue Vorschriften in Kraft. Für Nicht- :y ranket ist die Hälfte der Wagen resp. Abteile erster, zweiter ^ und dritter Klaffe zu bestimmen und innen wie außen ent W sprechend zu bezeichnen. Nichtraucherabteile dürfen nicht zu Raucherabteilen »«gewandelt werden, auch wen« letztere i M nicht ausreichr«. Als Frauenabteil ist in jedem Zuge je r ein Abteil 2., 3. und 4. Klaffe zu bestimme«, wenn der W Zug wenigstens sieben Abteile der Klaffe führt. Ausnahmen W zugunsten von Frauen- und Nichtraucherabteilen find unter j gewissen Verhältnissen zulässig.
e ßk _* (Postscheckverkebr.) Vom 1. Mai ab ist der Preis I für ein Scheckheft mit 50 Blättern und für 100 Zahlung? - | auweisungen mit Rücksicht auf die hohen Herstellungskosten
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• i auf je 5 Mk. festgesetzt worden.
3 —* (Der Abbau der KriegSgesellschaften.) Seit Anfang Februar 1921 hat sich das Personal der KriegSgesellschafte« 41 bei den dem ReichsernährungSministerlum unterstehenden 1 Gesellschaften um 600, bei denen des ReichSwirtschaftsmini- | iteriums um 509 und bei denen des Reichsschatzministeriums v t um 340, insgesamt also um 1449 Köpfe vermindert. Die * Gesamtzahl der noch vorhandenen Angestellten bei den Kriegs- k gesellschaften belauft fich zurzeit einschließlich der Angestellten INE bei den Notstand-organisationen, die erst jetzt mit einem Abbau beginnen können, auf etwa 8000, Davon gehören | etwa 6100 den ErKährungsgefellschaftru an, und zwar i entfällt der weitaus größte Teil auf die noch nicht abbau= i- | fähigen Reichsstellen, insbesondere die RetchSgetreideßslle.
—* (Keine Tinte auf wertvolle Zeitschriften). Zeitschriften, n| besonders wertvollere und illustrierte, werden von der Post oft dadurch entwertet, daß die Postbeamten ihre Vermerke, die Aufschrift des Empfäuzers usw. aH farbigen Stiften, Tintenstift oder gar mit Tinte darauf anbringen. Das Reichspostministerium hat deshalb verboten, den Tintenstift bei wertvolleren illustrierte» Zeitfchriste» sowie Gesetz- und amtlichen Verordnungsblättern zu benutzen. Er darf nur jum Beschreiben von Tageszeitungen angewandt werden.
—* (Was ist Luxus der Fraueakletdung?) I« die Geheimnisse der Frauenkleidung dringen Entscheidungen des Reichsministers der Finanzen zur Auslegung des Umsatzsteuer» gesetzeS ein, die jetzt den Umsatzsteverbehörden zur Beachtung mitgeteilt werden. Blusen, Unterröcke und Schlupfbeinkleider aus Seideutrikot, sog. Milanaise, sind luxussteuerpflichtig. Dagegen wird bei der Verwendung voa seidene« Futterstoffen für OberbekleidungSgegenstände vo« Samen nur dann die Luxussttuer erhoben, wenn die seidenen Futterstoffe zu den sog. „feinen Seide«" gehöre«. OberbekleidungSgegenstände für Damen aus oder in Verbindung mit Futterstoffen aus anderer als sog. feiner Seide sind mithin luxussteuerfrei. Luxussterrerfrei sind auch Hüte aus KunstseidenplüsS. Man versteht darunter ein Plütcha-webe. dessen Flor- und VoMden
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Gegründet im Jahre 1849
unter dem Lite!
Pienstag, dm 3. Mai 1921
aus Kunstseide bestehen. Ebenso sind MnHHtMH G-binde oder sonstige Herrichiunge» aus natürlichen Blumen, die durch ein besonderes Verfahren haltbar gemacht worden sind. Sie werden den künstlichen Blnmm gleichgestellt- Der Rsichsfinanzminister gesteht somit den Frauen in ihrer Kleidung viele Dinge als notwendig z», die andere Leute als Luxus halten werden.
—* („Radiumhochzeit" der neueste Berliner Ausdruck ) Dort beging der Rentner Friedrich Manns mit seiner Frau Eleonore, geb. Prech, die Feier seines siebzigsten Hochzeitstages, und man nannte das Radiumhochzeit. Trotz ihres hohen Alters von 90 und 96 Jahren find die Eheleute kürzlich noch mit ihren acht Kindern zur Abstimmung nach ihrer Heimat Westpreußen gefahren.
* Schlüchtern. (FußballeSpsxt.) Die Ergebniffe der ausgetragenen Spiele des Fußballvereins Schlächtern am letzten Sonntag sind folgende:
1. Jügendmaunschaft 1910 gegen 2. Mannsch. Hütten 0:2. 2. Jugendmannschaft 1910 gegen 2 Mannsch. Soden 2:1. Wie aus dem VsreinSanzeigrr ^e? heutigen Nummer der Zeitung erstchtl. ist, hält der Verein Mittwoch, d. 4. Mai abends 8 Uhr eine außerordentliche Generalversammluug ab. Besonders die älteren Mitglieder werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Ein jedes Mitglied muß den Verein unterstützen und soll stets der Versammlung beiwohnen und nicht fernbleibrn- Was nützt es, wenn ein Verein eine große Mitgliederzahl befitzt und nichts kommt zustande?
* Rotenburg a. F. (Eins merkwürdige Angelei.) Auf Zureden seiner Freunde legte Max, der vom Angeln nichts versteht, eine Nachtangel aus. Am nächsten Morgen konnte er seinen Freunden freudestrahlend erzählen, daß sich an der Angel ein armlanger Mortzfisch gefangen habe. „Was denn für einer, fragte man ihn." Aber Max konnte keinen Bescheid geben, sondern Wßie zaghaft zugestehen, daß der sagenhafte Fisch «'einen Kopf hat. Gerochen hat er auch schon.
Wirtschaftliche Wundschau.
(Nach dem Stande vom 30. April 1921.)
(Nachdruck verboten.)
W.K.S. Allgemeine Lage. In Anbetracht der verschärften Unsicherheit unserer wirtschafispolitifchen Lage ist für die nächste Zeit an eine Befferuug unseres Wirtschaftslebens nicht zu denken.
Geldmarkt- Mit Rücksicht auf den großen Ernst der politischen Lage blieb die Stimmung an den deutschen Börsen abwartend. Die Spekulation trat aus hrer Reserve nicht heraus.
Industrie und Handel. In Jadustriekcrisea zirkulieren Gerüchte über eine geplante Jndustrieobzabe, wobei man mit einem Ertrage von etwa 150—180 Milliarden P-'vierma'-k rechne. — Der Efie^wirts^osisbund hat b?-
Anzeige«: N. Zeile oder bereu R«m« 1 ML, Reklame- leise 3 Mr. Hmtl. ohne beionberen Zuschlag. Bei BetriebSftSrungen kein Schadenersatz oder MMdergebnbr riuschl. BrzugS. Reine Gewähr für Platz, «u-'nadmezeit und Brlegliefrrung. Rein Nachsatz bei gerichtlichen Zwischen- ketten Zählkarte Frankfurt a, M. Nummer 1^.403.
73. AaSrg.
| schloffen, die Höchstpreise für Eisenprodrukte aufznhebe». Der Markt bleibt nunmehr der PreiSregelung durch Angebot und Nachfrage überlaffe«. — In der Lederindustrie macht sich eine lebhaftere Nachfrage bemerkbar; ebenso ist die Schuhindustrie wieder bester beschäftigt. — Deutschland erhielt einen Auftrag auf 600 Lokomotiven für Sowetrußland. — Am 1. April sind infolge der neuen Teuerung «eitere 80 Zeitungen und 62 ZeitungSkorrespondenzen eingegarrgen. — Die verschobene Bollversammlsung des Reichsverbandes des deutschen Handwerks wird voraussichtlich in der Asche vom 13. bis 18. Juni stattfinden.
Kohle«. Im März wurden in Deutschland (ohne Pfalz und Sarrevier) an 'Steinkohlen 11.46 (l V. 10.15) Mill. T., an Braunkohle« 9.88 (7.92) MUl. T. gefördert. Die Kokserzeugung betrug 2.4 Mill. T. (1.87.)
Warenmarkt. Immer inehr deutsche Wirtschaftsver- bände empfehlen ihren Mitgliodera, von allen geschäftlichen Beziehungen mit Ländern, die sich deu Sanktionen am geschloffen haben, Ab stand zu nehmen. — Die Zuspitzung der politischen Lage wirkte auf die Unternehmungslust lähmend und es wurden daher nur die notwendigsten Deckuags- käufe vollzogen. — Die grämte Presse bekundet einmütigen Unwillen gegen die ^*;; Papierverteurung u«d fordert die Aufhebung der Auz-igeasteurr. — Für Petroleum wurden die Höchstpreise aufgehoben.
Landwirtschaft. In Obstgärten hat die letzte Kälte teilweise großen Schade« angerichtet. Die Meldungen über den Saateustand lauten nicht besonders günstig. Zur Förderung der Vegetation ist warmer Regen baldigst erwünscht.
Produktenmarkt. Unter dem Einfluß der ungeklärten politischen Lage fanden nur befcheidene Umsätze statt. Futter- artikel blieben beachtet. Hen und Stroh lagen schwach. Das Geschäft mit dem Ausland ist ganz ins Stocken geraten.
Viehverwertung. Die Verwertung von Rvhhäutea hat sich in letzter Zeit wesentlich gebessert. Auf allen i« April stattgehabte« Auktionen zogen die Preise für alle Gsttü«g-s «ordv. wie lüdd. Ware gegenüber de« März- preise» durchschnittlich »m etwa 10—20 Proz. an.
Holzmarkt. Die Signatur ist: Zurückhastuvg der Käufer bei der Eindeckung, Anhalten der Absatzstockung im Verkehr mit Schnittwaren, vollständiges Darniederliegen des Exportes und Auwachfeu der finanziellen Rot verschiedener Betriebe.
Baumarkt. Es sprechen Anzeichen dafür, daß der Baumarkt im allgemeine« in diesem Jahre eine größere Belebung erfährt, wohingegen die Bautätigkeit der Industrie ebenso wie die öffentliche Bautätigkeit einer starke« Ei«, schränkung unterliegen dürfte.
Verkehr. Im Jnli soll vorausfichllich eine nochmalige Erhöhung der Fernsprechgebühren, die teilweise biS zu 50 Prozent beträgt, in Kraft treten. — Auf der Donau wird vom 2. Mai ab der Paffagierverkehr wieder aufget ommen. — Die 5. Frankfurter Internationale Messe finden vom 25. Sept. bis 1 Okiob. 1921 statt.
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Dämon -es Lebens.
Lrimtnalerzählung von L Ostland.
(Nachdruck verboten.)
Im Garten traf Edith auf Littan Aldermore. Die neue Hauegenossin kam ihr freundlich entgegen. Als Edith ihr den Brief gab, riß sie den Umschlag sofort herab und las das kurze Schreiben. Ein Zug von Befriediauna trat in ihr Gesicht.
Sie steckte das Blatt in die Tasche und schritt neben Edith ins Haus. Als sie dort den Hauptmann trafen war Lilians Begrüßung vollkommen ungezwungen. Sie schien seine tiefe Bläffe, die kalte Abwehr in jeder seiner Bewegungen gar nicht zu sehen. Ganz unbefangen saß sie neben chm am Frühstückstisch. Manches Mal hob er den Blick wie in einer stummen Frage zu ihr, doch sie beachtete es gar nicht. Nur ihre Hände spielten nervös auf der Tischdecke, und einmal riß sie hastig ihr Taschentuch hervor, um sich ein paar Schweißtropfen von der Stirne zu wischen. Dabei fiel der Brief, welchen sie eben erst erhalten hatte, zu Boden, ohne daß sie es be- merkte. Aber der Blick des Mannes, welcher unausgesetzt jede ihrer Bewegungen verfolgte, faßte auch dies kleine Geschehnis. Und fortan heftete er sich mit bohrender Gleich- Mäßigkeit an das helle Blatt, welche» unbeachtet unter dem Tische lag.
Lilian Aldermore erhob sich sofort nach dem schnell eingenommenen Frühstück. Sie grüßte nur kurz und ging hinaus. Aber gleich steckte sie nochmals den Kopf zur Türe herein.
„Pluto liegt wieder unten auf der Matte. Der Hund wird mich nicht vorüberlassen. Er mag mich nicht. Edith — wärest du so freundlich, die wenigen Schritte mit mir 8» gehen?"
Sie hätte gleich von vornherein „als Verwandte" dem jungen Mädchen das „Du" angeboten. Edith hatte sich zwar sehr kühl verhalten und vermied konsequent jede
direkte Ansprache, doch Lilian gebraucht» das vertrauliche s treue Tier zu beruhigen. Als Lilian, während Edith den Wort trotzdem. " " ' ' " — ..........
Auch jetzt erhob sich da» Mädchen nur widerwillig.
Wer sie ging doch mit
Draußen, in dem dunklen Gange, faßte Litton plötzlich
nach Ediths Hand.
„Kind," sagte sie flüsternd, „du mußt mir helfen i Ich brauche dich und deine Klugheit. Denn daß du klug bist, das weiß ich, trotzdem ich dich erst jo kurze Zeit kenne."
Edith zog ihre Hand zurück.
„Helfen? Womit?" fragte sie kühl.
Lilians schönes Gesicht neigte sich ihr noch näher zu.
„Dein Vater ist von einer fixen Idee befallen," sagte ge, „er fürchtet von jedem, der seinen Grund betritt, Böses, nd besonders von einem Menschen —"
„Bon wem?" unterbrach Edith sie erregt.
„Der Name tut nichts zur Sache, Kind.' Aber so viel ist sicher: Der Mann, welchen dein Vater so sehr fürchtet, kommt ohne böse Absicht hierher —"
„Er kommt hierher?"
„Ja, zu mir. Nur in das Gartenhaus, Edith. Und ich kann nicht anders, ich muß ihn empfangen. Es hängt da für mich zuviel davon ab. Und auch im Interesse deines Vaters ist es. Gewiß. Also: Jener Herr kommt heute abend. Er wird rückwärts beim kleine,i Gartentore klopfen. Den Schlüffel habe ich bereits."
„Oeffnen werde ich ihm selbst. Das Haus hier wird er nicht betreten. Und du, Edith, sieh zu, daß dein Vater es nicht verläßt, daß er sich zur Ruhe begibt wie gewöhnlich, daß er nichts erfährt! Glaube mir, das ist das beste! Auch für ihn."
Sie hatte wieder die Hände des Mädchens erfaßt. Beinahe beschwörend sah sie in das kluge, junge Gesicht.
„Laß ihn nicht aus dem Haus," flüsterte sie nochmals, „versprich es mir!"
Aber Edith Willstadt sonnte nichts versprechen, denn eben erhob sich Pluto mit wütendem Gebell. Es bedurfte aller Ueberredungsküup« des j«W» Mädchens, das alte,
j Hund am Halsband zurückhielt, rasch vorüberhuschte, sah ! sie nochmals fast befehlend zurück.
Dann ging sie raschen Schrittes den Gartenpfad - hinab, dem alleinstehenden Häuschen zu.
Edith kam noch einmal ins Eßzimmer zurück. Aber ihr Vater war schon verschwunden. Von drinnen — aus seinem Zimmer — vernahm sie hastige Schritte. Er schien aufgeregt auf» und abzugehen. Edith erinnerte sich fluchtig, daß sie beim Verlassen des Zimmers ein Papier unter dem Saum ihres Kleides Halte rascheln hören. Sie bückte sich und sah nach. Aber auf dem großen, dunklen Teppich war nicht das mindeste zu sehen.
Als Herbert von Ramm, nachdem er Edith so ungern und zögernd verlassen hatte, nach der Stadt zurück- gekehrt war, ging er nochmals in sein Bureau. Sein Chef, welcher ihn" als einen pflichtgetreuen und verwend. baren Beamten schätzte und ihm sein ganz besonderes Zutrauen schenkte, arbeitete noch in seinem Privatzimmer. Ramm sah das Licht des elektrischen Lampe durch die matten Scheiben der Türe. Als er nebenan, in seinem eigenen Bureau, eine Lade aufzog, klang auch schon die Klingel, welche ihn zum Chef berief.
Eine Minute später betrat er das Gemach.
Der Abteilungsvorstand, Dr. Heffelbach, ein magerer, allerer Herr, saß in seinem Lehnsessel vor dem großen Schreibtisch, auf dem eine Fülle von Papieren und Schreibgeräten, Büchern, Broschüren, He'ten usw. aufgestapelt war. Als der junge Beamte emuat, blätterte Dr. Heffelbach in einem Berichte.
Nun legte er ihn aus der Aanb.
(Fortsetzung foijt>