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BeruaSpreiS vorauSzahlbar viertelst durch Öle Post Mk. 12.—, durch unsere Träger Mk, 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10.-. »xfcheikt an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag k. Hohmeister, verantwortlich H.-L. Hohmeister, Schlächtern. Wernruf 65. Erfüllungsort für den gesamten AeschSftS- verkehr mit der Firma Schlächtern.
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Aus der Heimat.
—* Die Postkarten von heute sind, was das Publikum nicht^euug beachtet, mit 30 Pfennigen beklebt, sie kosten aber 35 Pf. Die 30 Pf. sind für die postalische Beförderung die 5 Pf. für den Karton. Daß der Karton- und der VapierpreiS leider nicht so sinken will, wie allgemein gewünscht wird, wird durch diese Berechnung der Post bewiesen.
—♦ (Preisabbau.) Man schreibt uns: Mit dem 1. April ist eine weitere erhebliche Senkung der deutschen Arznettaxe eingetreten.
—* Nach dem Sprichwort „Blüht die Eiche vor der Esche, hält der Sommer große Wäsche. Blüht die Esche vor der Eiche, hält der Sommer große Bleiche" scheinen wir einen recht trockenen Sommer zu bekommen, denn die Eschen stehen in voller Blüte, während bei der Eiche noch nichts davon zu sehen ist. Auch alle sonstigen Anzeichen deuten auf einen warmeu trockenen Sommer.
* Schlächtern- (Theater in der Turnhalle.) Gestern abend ging mit starkem Beifall „Alt-Heidelberg" über die Bretter. Herr Hans Könner Stuttgart als Gast spielte mit Erfolg die schwierige Rolle des Erbprinzen. Sonntag abend geht als letzte Vorstellung „Die Schule des Lebens" oder „Di* Königstochter als Bettlerin" in Scene. Die Direktion hat mit der Wahl dieses schöne« Schauspiels sicher seinen Fehlgriff getan. Am Nachmittag findet für die Jugend „Haus Kaspars Reise durch die Welt" statt.
* Hanau. Unter den Schutzpolizisten, die in den Kämpfen in Mitteldeutschland gefallen und in gräßlicher Weise verstümmelt find, befindet sich auch Leutnant Kirchner aus Schollkrippm. Er wurde in Teutschental in einer Scheune verscharrt aufgefunden.
* Frankfurt a. M. Im Frankfurter alten Friedhofs- Portal wird die ehemalige Leichenhalle und die große Trauer- Halle in Wohnungen umgebaut, was ohne großen Kosten möglich ist. Ob es allerdings jedermanns Sache ist, eine solche Wohnung zu beziehen, ist eine andere Frage.
Gesundheitspflege.
Bon Emil Anack.er in Schlächtern. (Nachd.verboten).
Wohnung. (Schluß)
Raute (Buta graveolens) blüht von Juli bis September ist innerlich nur mit Vorsicht anzuwenden, der Tee wirkt in kleinen Gaben gegen Blutandrang, Schwindel, Herzklopfen, Schwäche, ansteckende Krankheiten, gegen letztere besonders in Verbindung mit Wacholderbeeren, Wallnußblättern; gegen nervöse Zustände und Unterleibsbeschwerden (Gebärmutter).
Rosmarin (Bosmarinus officinalis) blüht von März bis Mai, verwendet werden Blüten, Blätter und Zweig- fpitzen, Tee von diesen gut gegen Bronchialkatarrh, Blähungen, Magenverschleimung, Herzgebrechen, Wassersucht, Gelbsucht, Nervenleiden, fallende Krankheit, Lähmuna,
Gegründet im Jahre 1849
unter dem Titel
Der? Vezivksdste.
Arettag, den 15. April 1921
Zittern, Augenschwäche, übelriechenden Atem, Stockang der | Periode. Aeußerlich gegen Schwäche der Sehkraft, Krätze, Filsläuse, faule Wunden und Geschwüre. Ein Kräutlein, das in keinem Garten fehlen sollte.
Salbei (Salvia officinalis) blüht im Juni und Juli, Tee von den vor der Blütezeit , gesammelten Blättern wirkt desinfizierend, stärkend gegen Nachtschweiß der Schind- süchtigen, Leber- und Nierenerkrankung; äußerlich gutes Mundwasser.
Sauerampfer (Bunte acetosa) enthält oxalsaureS Kalium und wirkt blutreinigend, erfrischend ähnlich wie
Sauerklee (Oxalis acetosella) blüht im April bis Juni, Tee von den Blättern blutreinigend, stärkend, urintreidend, Periode fördernd, gegeu^Sodbrennen, Fieber, Kraut frisch zerquetscht gut gegen Entzündungen. Geschwülste.
Schachtelhalm, Zinnkraut, Ackerschafthen (Equisetum arvense) Tee von den dünnen gerippten Blättchen ist unschätzbar gegen Harnverhaltung, Blutungen aller Art, Blasenkatarrh, Gries- und Steinleiden. Aeußerlich in Verbindung mit Armira lauwarm auf Geschwüre oder als Einlavs gegen Gebärmutterblutungen. Vorzüglich!
Schafgarbe (Achillea millepolium) blüht von Juni bis Spätherbst, Tee von den Blüten und Blättern blut- reinigend, stärkend, anregend bei VerdauungSschwäche, gegen Blutungen aller Art — wie Schachtelhalm.
Schlüsselblume (Primula officinalis) blüht im April und Mai, Tee von den gesammelten Blüten (dunkelgelb) und auch von den Wurzeln gut gegen Gicht, Rheuma, Nieren- und Blasenleiden, Lungenerkrankung, Schwindel, er wirkt beruhigend und stärkend.
Schwarzdorn, Schlehendoru (Prunus spinosa) blüht im März und April, Tee von den Blüten blutreinigend, stärkend gegen Harnbeschwerden, Magenschäche, Heiserkeit, Huste«, Nieren- und Blasenleiden. Tee von der Rinde gegen Fieber, Asthma.
Spitzewegrich (?lWt 'Ms^ blüht im Mai bis Oktober. Die zerquetschten frischen Blätter find ein gutes Wundheilmittel, Tee von diesen vorzüglich gegen Ver- schleimung, innere Blutungen, Erkrankung, der Atmungsorgane, Schwindsucht, Hämorrhoiden.
Stiefmütterchen (Viola tricolor) auch Ackerveilchen genannt blüht im April bis Oktober. Tee von der im Sommer gesammelten Pflanze wirkt schweiß- und uriatretbeud stärkend gegen Skrofeln, mit Honig gegen Brustverschleimung.
Süßholz (Clycyrrhiva glabra) blüht im Juni bis September, Tee von der Wurzel wirkt schleimlösend, blutreinigend, harntreibend, reinigt Brust und Lunge, gut gegen Nieren- und Blasenleiden.
Taubnessel weiße, Bienenhonig (Lamium album) blüht im April bis Oktober, Tee von den Blüten gegen Skrofulöse, Schwindsucht, Unregelmäßigkeiten in der Periode.
Tausendgüldenkraut (Erythraea eeutanaium) blüht im Juni bis August, Tee von dem Kraut fördert die Verdauung» verbessert die Magensäfte gut gegen Sodbrennen, Nieren-
Anzeige« : fL Zeile oder deren Ran« 1 Ml., N^ame ■ geile 3 Mk sämil. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder DltziberaHühr einschl. BezuaS. Seine Bewähr für Platz, Anfncchmezeit und Beleglief-rrmg. Sein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zählkarte Frankfirrt a. M. Nummer 11403
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und Lebsrleideu, Fieber, auch äußerlich gut auf Wunden und Geschwüre.
Ulmenspierstaude (Spiraea ulmaria) auch Wies-uzeißbart genannt blüht im Juni und Juli, Tee von der ganzen Pflanze wirkt harntreibend, regt die Verdauung an, die Blüten enthalten Salicylsäure, daher auch gut gegen Rheuma, DurL?all, Fistel.
Veilchen (Viola odorata) blüht von März bis Mai, Tee von Blüten, Blättern und Wurzeln gut gegen Husten, Vrrschleimung, Fieber, wirkt beruhigend, äußerlich auch gut gegen entzündete Auge«, hitzige Geschwülste.
Vogelknöterich (Polygonum aviculare) blüht im Juli bis September, Tee vom Kraut gut gegen Berschleimung, Husten, Hals- und Lungenleiden, Gicht, Rheuma, HSmorrhotdeu Leber- und Nierenleiden, Asthma, äußerlich gegen Greefluß, Ftsteln, Entzündungen.
Wacholder (Juniperus communis) blüht im April und Mai, Tee von Wacholderssitzen wirkt butreinigeud, schweiß- unb urintreidend gegen Wassersucht, stärker w'rken die Beeren gegen Blasenleiden, Gallen- und Nierenleiden, Magenschwächr, Rheuma, Gicht, auch find sie als desinfizierendes Räucher- mittel bekannt.
Waldmeister (Asperula odorata) blüht im Mai bis Juni, Tee von den vor der Blütezeit gesammelten Kraut gut gegen Stockungen im Unterleib und in der Leber, gegen Gallen- leiden. Gelbsucht.
Wegewart (Cichorium iutybus) blüht im Juli bis September, Tee von der Wurzel reinigt den Magen und die Leber, Nieren, Milz und Atmungsorgaue, führt die kranken Stoffe durch den Urin aus, gut gegen Gelbsucht.
Weide, Salweide (Sali caprea) Rinde und Blätter gegen Rheuma und atriusche VerdauungSschwäche, gegen allzustarke Periode.
Bruchweide (Sali fragilis) gegen Gelbsucht, Gries- und Leberleiden.
Wermut (Artemisia absinthium) blüht im Juli und Abguß, T-e von oe ' Kraut wirk» mazcrsiürse«d. bMungS- widrig, blutreinigend bei Leber- und Galleukrankheiteu, fördert die Periode, gut gegen Gelbsucht, Skrofulöse Rheuma uudGicht.
Zaubernuß (Hamamelis virginica) Tee von Blätter» und Rinde äußerlich und innerlich angewandt gegen Blutungen der Lunge, Gebärmutter, Hämorrhoiden, Krampfadern.
Bemerkung: Gegen irgend eine Krankheit verwende man nicht die Bestandteile nur einer Arzneipflanze, sondern mehrere und mache den Tee nicht zu stark. Für eine kleine Tasse Tee genügt ein Kaffeelöffel und für eine große Tasse ein knapper Eßlöffel voll Substanzen. Die Zusammenstellung eines Tees aus mehreren Pflanzen gegen ein und dieselbe Krankheit-- «rscheinung hat auch eine mehrseitige Wirkung auf die betreffenden Organe und führt eher zum Ziele. Zum eingehenden Studium der Phytoterapie oder Pflanzenheilkunde empfehle ich Dr. Fr. Losch Kräuterbuch. (Verlag von J.F.Schreiber in Eßlingen ».München.)
Das Zirkuskinö.
Rovellette von J. Z u n k.
MJ (Nachdruck verboten.)
Hans Joachim beruhigte sie, und während der Fahrt in der Eisenbahn schlief Maria auch bald ein.
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Ein einsames Haus auf dem Lande. Wieder ist es Herbst geworden! Die Sonne lächelt zwar noch wie im Sommer, aber überall merkt man doch die zerstörende Hand des Herbstes. In das Grün der Bäume malt er feine gelben, braunen und roten Töne; und beim leisesten Windhauche riefelt ein Regen bunter Blätter zur Erde nieder. Zu taufenden decken sie den Boden, und wenn der Fuß des Spaziergängers darüber schreitet, oder eine graue Feldmaus über den Weg huscht, dann raschelt und rauscht es in den welken Blättern.
Auch das Pferd, welches neben dem Hause auf dem breiten Fahrwege mit feiner jungen Reiterin geht, durch- lchauert es, so daß es Maria — denn sie ist es — unter dem Sattel fühlt!
Es ist still in dem weiten Revier. Die Vogetwett ist Jaft verstummt, nur bisweilen tönt das Krächzen der Ikrihen. Träumerische Ruhe liegt auf Weg und Steg, ein hauch leiser Melancholie. Und ein Schimmer von Schwermut breitet sich auch über das schmale Kindergesicht. Sie ist in Trauer gekleidet, denn ihr Vater hat ihr vor einigen Tagen die Nachricht von dem Tode der Mutter über- bracht, die im Zirkus einen unglücklichen Sturz vom Pferde getan. Sie denkt noch mit Entsetzen an die Zeit in Budapest zurück! Ihr reiner Instinkt warnte sie stets oor dem Baron Rosee, und sie war jedesmal in Tränen ausgebrochen, wenn der fremde Mann die Mutter in ihrer Gegenwart liebkoste. Wie hatte sie aufgeatmet, als !>e hierherkam! Wie liebte sie den Vater! Und auch der Verstorbenen gedachte sie jetzt mit Wehmut: gerade heute hatte sie den Vater überrascht, als sie, leise eintretend,
ihn vor einem Bilde der Mutter stehend fand. Es war eine kleines Oelbild, welches Elisabeth als ganz junge Frau zeigte und ihre volle Lieblichkeit und Schönheit enthüllte. Der ernste Vater hatte Tränen in den Augen und zog sie an sich: „So mußt du immer an deine Mutter denken, nur so; da war sie eine liebe, gute Fraul* —
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Und die Jahre gingen ins Land; da» Leben rauscht hinweg über das Schicksal der Einzelnen und verwischt Gute» und Böse». Von Madame Lillitet spricht niemand mehr; Rosse ist verschollen. Nur der alte Stallmeister, der im Zirkus längst ein Gnadenbrot erhält, erzählt den auf» strebenden Tänzerinnen von der schöne» Künstlerin, die einst die Kassen füllte.
In Bernsdorf ist Hochzeit. Ein junger Offizier, Irmas Sohn, führt Maria heim; er liebt seine Cousin«, seitdem der Vater sie aus Budapest gebracht hat. Hans Joachim ist ein alter Herr geworden; aber rüstig schreitet er durch ein tätiges Leben. Seine Tochter ist ganz fein Ebenbild; schlank, blond und blauäugig; eine echte Deutsche.
„Dir gebe ich sie gern, Carl Heinrich," sagt er zu dem Neffen. „Du wirst mein Kind schirmen." Und liebend umfassen ihn die beiden.
End».
Abnorme Esser.
Es ist noch nicht sehr lange her, da vermaß sich ein Gepäckträger in Berlin, sechs Koteletts, zwölf Ci°r, eine Gans, ine Ente, sechs Pfund Kartoffeln und zweiund- zwanzig Pfund Heu auf einen Sitz zu verzehre». Es wurde außerordentlich hoch gegen ihn gewetter, denn niemand wollte glauben, daß er den letzten Gang dieser Niesenniahlzeit, die zweiundzwanzig Pfund Heu, wurde zwingen können. Nachdem der Mann die Ente verzehrt hatte, ließ er sich eine Zigarette geben, setzte damit das Heu in Brand, vermischte die Asche mit den Kartoffeln
und vertilgte beides zusammen. Ueber diese Art, das i Heu zu essen, entstand ein hitziger Streit, aber schließlich erklärte der Unparteiische, der Gepäckträger habe die Wette gewonnen.
Zu den starken Effern gehörte auch ein Herr Ierry Eke in Norfolk, der ein ganzes kleines Kalb für sich zu- ! bereiten ließ und es binnen sieben Stunden bis auf die Knochen verzehrte, worauf er am selben Abend noch an einem Souper mit Freunden und herzhaftem Appettt teil- nahm.
Ein Marquis von Weil Castel, der infolge einer Wette das unten verz-ichnetc Mahl einnahm, muß auch nicht gerade an einem schwachen Magen gelitten haben. Er aß vierundzwanzig Dutzend Austern, eine Suppe ein großes Beefsteak, einen Fasan mit Trüffeln gefüllt, ein Salmi von Ortolanen, eine Schüssel Spargel, eine «schüffel junge Erbsen, eine ganze Ananas, eine Schüssel Erdbeeren. Er trank dazu fünf Flaschen Wein und schloß mit Kaffee und Likören. Die Mahlzeit dauerte zw« Stunden vierzig Minuten und kostete 500 X
Ein sibirischer Soldat verzehrte einmal in Gegenwart eines englischen Offiziers zehn Pfund Butterbrot und ebensoviel Rindfleisch; als Dessert aß er ein Paket Talglichter. Ein anderer siebzehnjähriger russischer Soldat, namens Tarane, »entlgte in vierundzwanzig Stunde» vierundzwanzig Pfund Rindfleisch, ein andermal aß er allein eine Mahlzeit, die für fünfzehn Personen zubereitet worden war.
In einer Bibliothek in Oxford (England) wird eine Speisenfolge ausbewahrt, aus der man schließen kann, was für außergewSbnliche Esser, wenigstens nach unseren jetzigen Begriffen, Peter der Äroße und fein Gefolge waren. Bei einem Besuche in Godalming in der Grafschaft Surrey vertilgre Der Zar mit zwölf Gefährten zum Frühstück einen halben Hammel, ein i viertel, fünfzehn Hühner und Guten und vier Sure Gier. Am selben Tag aßen sie zum Mikmge»» eine:; ..nmel, fünf Ochsen- rip^en' dre:-r>:um. :erl.i vierzehn . . u.yen und ebenso viele Kanin., eu D>.zu trauten sie eine tüchtig« Meng« Wein und ak.