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Schlüchteraer A r e i ä d l a l t.
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Gegründet im Jahre 1849 unter dem Titel
Dsm VeHirrksAHte.
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lüsterner Tageblatt.
Anzeige«: !L Heil? oder beten 3tatm 1 Mk, reflamo Seite 3 M! sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei BeiriebSstsrungen kein Schadenersatz oder M^dernebühr rinschr. Bezv^. »eine Sewähr für Platz, Arunah-ne-rtt mtb Belegliesmmg. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Stylten» kosten. Zählkarte Frankfurt a. M. Nn«mer 1140^.
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Aus der getarnt
—* (Darüber dürfte niemand böse sein.) Auf einer Be- - sprechung des Reichsbundes der Vsrbände des deutsch?» Lebens- r mittelhandels in Hannover teilte der Reichskommissar auf Anfrage mit, daß die Seifenherstellungs- und Bertriebsge- ; sellschast mit dem L Juli aufgelöst werde und die Seifen- 8 bewirtlchafiung aufhöre. Es sei nicht beabsichtigt, ein ähnliches Gebilde an deren Stelle zu setzen.
Zeitbilder. (Politisch Nachdenkliches.) Jedesmal, = sobald in Deutschland — Rechts und Links sich ausge- putscht, — ist gewöhnlich die Valuta — wieder tief herab - gerutscht, — immer hat das Volk im ganzen — baun den Schaden zu besehen, — mag es sonst mit diesen Dingen — noch so wenig einig gehen, — und die Ruhe, die wir brauchen, um uns wieder durchzudrücken, — scheint nach jedem solchen Putsche — immer weiter fortzmücken. —- Sollten nicht in Deutschlands Gauen — alle, die mit ihrem Herzen — an , dem Vaterlaude hängen, — sich bemühen, auszumerzen — jeden allzuharten Hader — der politischen Parteien, — die im eigenen Interesse — sich an solchem Zustand freun? — Höher als Pzrteidoktrineu — und als der Mandate Zahl — steht das Wohl des Vaterlandes — immer noch und überall. — Nicht um der Parteien wegen — ward das deutsche Reich errichtet, — Rechts und Links und Mitte scheinen — gleicherweise uns verpflichtet, — endlich jetzt dafür zu sorgen, — daß die Gegsasätze schwinde», — daß zu ehrüchgradem Handeln — alle sich zusam- NrufiRden, — daß sich jeder Volksgenoffs, — hoch und niedrig, reich und arm, — seines Daseins kann erfreuen — sorgenlos und ohne Harm. — Eh' wir solches nicht erreichen — in des eignen Volkes Mitten, — brauchen wir uns nicht zu wundern, — wenn Franzosen uns und Briten — nach Belieben stets aufs neue — ihre Stärke fühlen lassen — und ihr Mütchen an uns kühlen---Kann's der Deutsche garnicht fssss«, — daß ein B^k verloren ist, — wenn es erst sich selber frißt? Walter-Walter.
—* (Neue Postscheckordnung für das Deutsche Reich.) Infolge des UebergangS der Postverwaltungen in Bayern und Württemberg auf das Reich hat sich die Notwendigkeit ergeben, an Stelle der in jedem der früheren drei Postge- biete geltenden Postscheckorduungen eine einheitliche Postscheckordnung für das Deutsche Reich zu schafft», die am 15. April in Kraft tritt. In sachlicher Beziehung enthält die neue Postscheckordnung gegenüber dem bisherigen Zustand nur in einem Punkt eine wesentliche Aenderung. Nach den jetzigen Vorschriften kann der Poftscheckkunde eine oder mehrere Personen zur Wetterführung des Kontos nach seinem Tode bevo.mächtigen. Hierzu bedarf es einer besonderen, gebührenpflichtigen Vollmacht. Beim Fehlen einer solchen Vollmacht treten im Todesfälle Stockungen ein. Um die hieraus entstehenden Weiterungen zu vermeiden, ist durch die neue Postscheckordnung bestimmt worden, daß beim Vorhandensein mehrerer zeichnungsberechtigter Personen diese berechtigt sind, nach dem Tode des Psstscheckkunden das Konto weiterzuführen oder die Löschung des Kontos zu beantragen und das Restguchaben abmheben. Das Postscheckkonto kann diese Befugnis aber im Unterschriftsdlatt beschränken oder ausschließen.
- * (Verbesserungen im Fernfprechverkehr.)Von der Reichs- post wird seit vielen Jahren ein zweiter Hörer zum Feru- sprechapparat nicht mehr geliefert. Jetzt hat sich die Tele- grapheuverwaltung bereit erklärt, diesen gegen Erstattung der Selbstkosten für Beschaffung, Anbringung und Instandhaltung zu liefern. Die Beschaffung kostet etwa 100 Mark. Der zweite Hörer geht in das Eigentum des Anschlußinhabsrs über. Der zweite Hörer darf für mehrere Sprechstellen, aber nicht in einem anderen Raum benutzt werden.
—* (Für Reisende nach Ostpreußen.) Auf amtl che Veranlassung wird das reisende Publikum auf die Vorschriften hin gewiesen, die für die Fahrt durch den polnischen Korridor nach Ostpreußen bestehen. Danach genügt für deutsche Reichs- Mgehörige bei Benutzung der beiden durchgehenden Schnellzüge auf der Strecke Schneidemühl- Konitz- Tirschau- Marienburg ein einfacher Personalausweis mit Lichtbild ohne jeden Sichtvermerk. Auf anderen Strecken und bet Benutzung von Personenzügen auch auf der genannten Strecke ist dagegen ein polnischer Sichtvermerk nötig.
—* (Die teuren Landjäger.) Da die Futter- und Unterhaltungskosten für ein Pferd jähstich an 10000 $!. betragen, M die Zahl der berittenen Landjäger aus Sparsamkeitsgründen um 50 Prozent verringert werden.
* Bellings. (Sportfest.) Am vergangenen Sonntag veranstaltete der hiesige Fußballverein „Germania" ein Sportfest. An den mittags um 1 Uhr beginnenden Wett- kämpfen (Sechserspiele») beteiligten sich acht Vereine. Nach den Spiele« marschierten die Mannschaften mit Musik nach dem Vereinslokal, woselbst die Preisverreiluug vorgenommen wurde. Den 1. Preis erhiell „Fußballverein Stetna« 1919", der 2. Preis entfiel auf „Fußballklub Germania Sterbfritz".
Donnerstag, den 14. April 1921
Gesundheitspflege.
Bon Emil Anacker in Schlüchtern. iNachd. verboten).
Wohnnug. (Fortsetzung.)
Kalmus (Acorus calamus) blüht im Juni und Juli, Wurzelstock wird im Spätherbst gesammelt. Tee von Wurzeln magenstärkeud, befördert Stoffwechsel und Verdauung; äußerlich zu Bädern verwandt oder Waschungen gegen Skrofeln, Rachitis
Kamille (Matricaria chamomilla) blüht im Juni bis August, die Blüten in dieser Zeit gesammelt und zum Tee verwandt wirken beruhigend, krampsstilleud, schweißtreibend, magenstärkend, äußerlich mit Brinkablüte» gut gegen Hals- eudzüudung, Rachenkatarrh, entzündete Augen.
Sie sollen in keinem Gesnudheitstee fehlen.
Kastanie (Roßkastanie) (Aesculus hippcastanum) blüht im Mai, Tee von der Rind? wirkt stärkend, ähnlich der Chluarisde gegen Fieber, Malaria, regt den Stoffwechsel an und wird besonders nach schweren Krankheiten empfohlen.
Klette (Lappa offieiaalis). Der Tee von den im Frühjahr gesammelten Wurzeln wirkt blutreiaigen'o, Haru- und schweißtreibend gegen Gicht, Rheuma, Steinleiden; äußerlich als Umschläge gut gegen Kröpf.
Knoblauch (Allium sativum). Die Zwiebel wirkt harntreibend. magenstäckend gegen Windkolik, Schlangen- und Hundebiß überhaupt gegen Gift und ansteckende Krankheiten namentlich in guten warmen Essig geschnitten mit Bibernell, auch gegen Wassersucht, Bronchialkatarrh, Würmer.
Königskerze, Wollkraut (Verbascum chapsu) blüht im Juli bis September. Die ohne Kelche gesammelten Blüten geben einen guten Brüstte« gegen Lungenkatarrh, auch gut gegen mangelnde Periode, Atemnot. Die Wurzeln gepulvert mit Weizenmehl gut gegen Hämorrhoiden; äußerlich gegen entzündete Augen.
Kreuzdorn (Ehamnus eathartiea) blüht im Mai und Juni, Rinde und Beeren, tn^Ss im Oktober reifen, mit Zucker gekocht führen ab; nur in kleinen Quantität« nehmen.
Kümmel (darum carvi) blüht im Mai und Juni, Samen erwärmt und stärkt den Magen, regt die Verdauung an, fördert die Periode und Milchabsonderung. Kümmelöl, Quendel und Kamillenöl gemixt gut zum Einreibr« von Brust und Rippen rachitischer Kinder.
Kürbis (Cucurbita pepo) Samen gegen Eingeweidewürmer aller Art auch gegen Bandwurm. 25 Kerne gestoßen und mit Wermut (1 Gr.) täglich zweimal als Tee genossen.
Lavendel (Lavandula vera) Tee voa den Blüten gut gegen Kolik, Blähungen, Magenkrampf. Laveudelöl hat dieselbe Wirkung.
Lehensöaum (Zierpflanze) Amerikanischer , (Enja occidentalis). Die Homöopathie nur wendet diese Pflanze gegen syphilistische Geschwüre an. Vorsicht! Tee von jungen Trieben gegen Rheuma und Eingeweidewürmer.
Leberblümchen (Hfepatica triloba) Tee gegen Rheuma, Gicht.
Linde (Tiliagrandifolia) blüht im Juni und Juli, Tee von den Blüten ausgezeichnet gegen Erkältungen aller Art, wirkt schweißtreibend und blutreiaigrud und auch uerven- beruhigend. fördert die Periode.
Lungeukraut (Pulmonaria offieiaalis) blüt im März bis Mai, Tee von den während der Blütezeit gesammelten Blättern gut gegen Brustverschletmung, Lungengeschwüre, Schwindsucht, Halsentzündung, Blutspete».
Majoran (Origanum majorana) blüht im Juli und August, Tee von Blättern und Blüten gut gegen Kopf-, Nerven- und Mutterleiden (G.bärmutterschwäche) anregend und schweißtreibend.
Malve (Malva silvestris) blüht vorn Juni bis September, Tee von Blüten und Blättern gut gegen Heiserkeit, Halsmdzüadung, Katarrh.
Mst ffe (Bienenkraut) (Melissa offieiaalis) blüht im : Juli bis September, See vom Kraut nervenanregsud, ver- dauuagfördernd, schweiitrsibend gut gegen Bleichsucht, Blähungen, Krämpfe, Mmstruationsstörungen, Hysterie.
Mistel (Viscum album) blüht im Februar bis April Bläiter äußerlich oder See derselben innerlich gegen Blutungen.
Nelkenwurz (Geum urbannm) blüht im Mai bis August, Tee von den im Frühjahr gesammelten Wurzeln wirkt stärkend, reinigend — ähnlich der Chinarinde — regt die Verdauung an, gut gegen Durchfall, Ruhr, gastrisches Fieber.
Nuß, Walvußknum (Juglans regia) blüht im Mal, Früchte reifen im September. Tee von Blättern wirkt durch den Gerb- und Bitterstoff zusammenzichead, stärkend gegen Skrofulöse, auch äußerlich zu Umschlägen gut gegen Geschwüre Furunkeln, Karduakela.
Petersilie (Petroselinum sativum) blüht im Juni und Juli, Wurzeln, Samen und Kraut raufen harntreibend, nervenanregend, blähungswidrig, fördern die Periode.
73. IaS-tz.
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Pfefferminze (Mentha piperita) blüht von Juni bis August, See von den Blättern wirkt erfrischend, stärkend, nervenanregend, blähungswidrig »ameMch in Verbindung mit Kamille.
Quecke (Triticum repens) blüht im Juni und Juli, die im Herbst gesammelten Wurzeln abgekocht geben einen See, bet schweiß-, harntreibend und blutreinigt wirkt, namentlich gegen Gicht, Rheuma, Unterleibsbeschwerde».
Quendel, Feldkümmel, Thymian (Thymus serpyllum) blüht im Juni bis August, See von der ganzen Pflanze wirkt anregend und stärkend bei VerdavungSschwäche besonders gegen Blähungen, stockende Periode; äußerlich zu Waschungen skrofulöser Kinder.
Rainfarn (Tanaeetum vulgäre) blüht im Juli bis September, Tee von Blüten und Blättern vertreibt Eingeweidewürmer, wirkt gut gegen Steinbeschwerden, Unregelmäßigkeiten der Periode, stärkt die Nerven, lindert — namentlich in Verbindung mit Arsika — äußerlich angewandt die Schmerzes bet Krampfader«. Juu-rlich nicht zu stark anwenden!
(Schluß folgt.)
Die Dieselmotoren.
Wie wir erfahre«, hat die deutsche Regierung am 81. März die von der Botschafterkonserenz geforderte Liste über die Verwendung der Dieselmotoren der Marinekontrollkommtsston übergeben. Die Liste weist insgesamt 423 Maschinen nach. Hiervon waren am 31. März vier zerstört, da ihre Instandsetzung nicht mehr möglich war. 343 sind für industrielle Zwecke verkauft worden und nur noch 75 befinden sich unverkauft zur Verfirgung der deutschen Regierung.
AuS dieser Uebernahme der Maschinen durch die deutschx Industrie erhellt am deutlichsten, wie dringend die Nsuinbe Wirtschaft gerade dieser Maschinen für ihren Wie', - nuibau bedarf.
Die Eröffnung des amerikanischen Kongresses.
Von der Botschaft des Präsidenten Harding an den Üsn- gretz liegen bisher nur kurze Auszüge vor. Danach hat es «roste Ueberraschnug hcrvorgcrnsen, daß Präsident Hardiu« erklärte, es sei möglich, bett Versailler Friedeusvertrag ohne den Bölkerbundspakt zu ratifizieren. Er betonte aber gleichzeitig, daß er die Annahme der FriedenSresolution des Zena, tors Kuox wünsche und sprach sich dafür aus. bah Deutichland die augerichteten Schätzen wietzergntmache. Mit Nachdruck beonte er, daß Amerika sich alle ihm aus den Friedens- verträgen zu stehenden Rechte wahren mäste.
Der Präsident Harding billigte die Bceutziguu« des Ech- uische« Kriegszustautzes mit ben Zeutralmächte« Europas durch eine Refolutiou des Kongrestes mit der Matzgabe, daß alle Rechte her Bereinigte« Staate« durchaus gewahrt würden. Der Präsident erklärte mit Bestimmtheit, bah die Bereinigten Staaten sich dem bestcheude« Bölkcrbuutz nicht an« schliesten würde», fügte aber hinzu: „Wir geben, indem wir der Welt diese Mitteilung machen, in keiner Weift unser Ziel preis, eine Bereinigung fAstociatio«) zu Mitten zur Förderung des Friedens, an der wir vou ganzem Herze« teilnehmen würden. Wir erwäge« diese Augelegeuheir «atz hoffe» einen Plan einer solche« Bereinigung ausarbeite« zu sönnen.
Die Führer der republikanischen (Gruppe im Matteres erklären, daß die Resolution Kn»x, die die Abstimmung über den Friedensschluß mit Deutschland fordert, schon in ein big zwei Tage« vorgelegt werden wird. Hardiu« wüaicht «icki, hast in diese» Frietzensresolntio» eine Erklärung rin^e« schloffen wird, die die kffmt'wc Politik seines Landes gegenüber Europa festlegt. Der größte Teil der Botschaft ist innere politischen Problemen gen«»".»!, wie man die nationaler. AnScrabeu einidfränfen und i“ das Verhältnis zu ben. Einnahmen bringe, bah man Lchiffe für die Handelsuu'riue baue usw.
Angebliche AMmlen der amerttanisÄen Auenpslit!?.
Bon maßgebender Sete wird öekaunrgegebe«. d-rß die Politik der Vereinigten Staaten folgende Richtlinie« verfolgen werde;
Die Regierung der Vereinigten Staate« wird ihren gan ze» Eir-fintz aufbieten, um Deutschland dazu zu bringen, innerhalb seiner Fähigkeit GeldzaHluuge« zu leisten und für die Schäden aufzukvmuteu. Lie der Krieg Belgien nutz Frankreich zugefügt habe. Wenn die RegierMg der Be? einigten Staaten auch die Berechttsung der Sanktwne« gegen Deutschland anerkennt, so glaubt sie doch, bah Dcutiär- l iwd nicht ausgebeutet werden soll, fonbettt daß Frankreich eine Hilfe zur Entwicklung der deutschen inbuitr «Uen ^Urquellen leiben soll, womit ein Schritt vorwärts in der Lia-- bilisierung der wtrtschastlichcu Lage der «Wik» ^«lr getan würtze. Die Regierung der Vereinigten Staate« verfolgt «oll Beunruhigung >ie tzerzeitigeri Aachweheu des Krieges aus benen sich unzweifelhaft dir Taisachk ergibt, daß un Augenblick »irgendwo in bei ganzen Welt etn UK^rietn^; ^richtshof besteht, bent strittige Probleme zum Zweck« eines SchietzSüzrxchqs «Gftrpreiftt werden könnte«.