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Schlüchlerner Kreis 6 satt.

Sd)lexterner ® a g e 61 a 11.

»ezuaSpreis vorauSzahlbar viertelt. durch die Post Mk. 12., durch unsere Träger Mk, 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10.-. MschelKi an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag & Hohmeister, verantwortlich H.-L. Hohmeister, Schlüchtern. «ernrnf 65. Erfüllungsort für den gesamten GeschSstS- verkrhr mit der Firma Schlöchtern.

unter dem Titel

Anzeigen : kU Zeile oder deren Noam 70 »eile Mk. L sämtl. ohne besonderen Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder einschl. BezugS. «eine Gewähr für Platz, Auinahuiezrit und »rleglieserung. Sein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zählkarte Frankfurt a. M. Nummer 11«M.

Pfa- ReLamr- auit^a». Bei MnderaeSühr

M 85

Aus der Heimat

* (Für unsere Mitarbeiter.) Aktuelle Mitarbeit an unserer Zeitung seitens unserer Leserinnen und Leser ist uns selbstverständlich immer willkommen, denn ein Redakteur kann unmöglich allein alles wissen und in Ärfahrung bringen. Um aber die unS zngehenden Zuschriften u. dergl. unserer Mitarbeiter stets auf schnellstem Wege und unter Vermeidung unnützen Zeitverlusts verwenden zu können, ist es erforderlich, daß die eingesandten Manuskripte in technischer Hinsicht einigen Vorbedingungen entsprechen, die zwar dem Berufs- journalisten geläufig, dem gelegentliche» Mitarbeiter aber nicht immer bekannt sind. Wir bitten deshalb unsere verehrlichen Mitarbeiter, bei gelegentlichen Einsendungen nachstehendes fteundlichst beachten zu wollen: 1. Bei allen Zusendungen das Papier nur einseitig zu beschreiben, d. h. die Rückseiten freizulaffeu» 2. Nicht zu eng zu schreiben, damit Platz für Einschaltungen des Redakteurs bleibt. 3. Deutlich zu schreiben, um die Augen des Setzers zu schonen. 4 Ma nuskripte nicht zu rollen, denn das ärgert jeden, der es anrührt, den Redakteur, den Setzer, den Korrektor. 5. Sich kurz zu fassen, denn niemand liest gern lange Geschichten, wenn sich das gleiche mit wenigen Worten sagen läßt. 6, Keine Gedichte zu schicken, denn der gegenwärtige ErnährungS zusiaud des Redakteurs ist nicht danach, sie schadlos zu überstehtn. 7. Niemals anonym zu schreiben, des« anonyme Sendungen fliegen stets in den Papierkorb. Wird für eine Zuschrift GehetmhaÜung des Namens des Absenders ge­wünscht, so braucht er dies nur im Begleitschreiben anzu- geben. Dann ist keine Macht der Welt imstande, uns zur Nennung seines Namens zu veranlassen. Wir müssen aber trotzdem wissen, mit wem wir es zu tun haben, denn die Glaubwürdigkeit bezw. Zuverlässigkeit der Zuschrift hängt für ane in solchem Falle von dem Urteil über die Persön­lichkeit des Mitarbeiters ab. Wir hoffen, daß an Hand obiger sieben Leitsätze unsere verehelichen Leserinnen und Leser in geeigneten Fällen sich einer recht fruchtbringenden Mitarbeit befleißigen und damit zur reichhaltigen Ausge­staltung unseres Blattes das ihrige beitragen möchten.

* Die Buchführung der Steuerpflichtigen behandelt in einem lehrreichen Aufsatz die bekannte volkstümliche Zeitschrift «Gesetz u. R:cht" (B-rlin-Lichterfelde),der wir folgendes entneh­men: Von den 2463 Paragraphen der Reichsabaabenordnung sind für die Steuerpflichtigen von besonderer Bedeutung die scharfen Borschriften für die Art Bücher zu führen oder Auf­zeichnungen zu machen. Das Finanzamt kann prüfen, ob die Bücher und Aufzeichnungen fortlaufend vollständig und formell und sachlich richtig geführt werden. Auch wer nicht verpflichtet ist Buch zu führen, soll, wen» er ein Einkommen von mehr als 10 000 Mark versteuert, seine Einnahmen fortlaufend aufzeichnen. Niemand darf auf einen falschen oder erdichteten Namen ein Konto errichten oder Buchungen vornehmen lassen, Wertsachen hinterlegen oder verpfänden oder sich ein Schließfach geben lassen. Wird ein Konto, die Annahme von Wertsachen

Das Airkuskinö.

Stovellette von J. Z u n k.

10] jNachdruck verboten.)

Und Hans Joachim lief indessen wähl- und ziellos umher, bis er in der Nähe des Zirkus stand und feine Blicke die großen Plakate trafen.

Mechanisch las er und sah auf die grellen, farbigen Porträts. Das Gesicht der Reiterin I Wies das nicht eine merkwürdige Aehnlichkeit mit Elisabeth auf? Aber es schien ihm doch unmöglich, seine verwöhnte Frau so vor den Augen des Publikums ausgestellt zu sehen.

Und dann der Anschlag! Die jüngste Reiterin der Welt! Ein Kind! Ein blondes! Allerlei Gedanken durchkreuzten sein Hirn! Er beschloß, um der quälenden Ungewißheit ein Ende zu machen, einen Platz zu nehmen undMadame Lillitet und die jüngste Reiterin der Welt" anzusehen.

Und dann ritt, vom Jubel umbrauft, eine Gestalt in die Manege, die ihm sein früheres Weib zeigte. Elisabeth! Sie und doch eine andere, als diejenige, die er einst ge­liebt. Eine, der vom Leben der Schmelz genommen, eine, die in die liefen der Großstadt untergetaucht und vom Schlamm nicht mehr ganz rein geworden war. Wie fremd sie ihn» erschien, wie unendlich weit die Zeit, da er sie sein eigen genannt hatte! Und inmitten der Ge­danken tauchte die Erinnerung an sein Kind, seine Maria aus! Konnte nicht Elisabeth, so wie sie ihren Namen inLillitet" geändert, auch den von Maria inMia" gewandelt haben?

Einer Eingebung folgend, verließ er den Zirkus und bestellte sich ein Auto in die Nähe des Einganges, um mit dem Ehanffeur zu vereinbaren, auf ein bestimmtes Zeichen vorzufahren.

Und dann trat feine Maria in die Reitbahn. Sein inniggeliebtes Kind im Zirkuskleid I Da gab es kein Zögern für ihn : sein Plan war fertig. Mit Gewalt, wenn i es fein mußte, würde er Die Klein, entführen! I

Mittwoch, den 13. April 1921

oder ein Schließfach beantragt, so hat sich die Bank, die Sparkasse oder wer sonst über die Person des Verfügungs­berechtigten zu vergewissern. Sein Vor- und Zuname sind einzutragen, bei Frauen auch der Mädchenname. Der Haus­besitzer muß die Bewohner, derHaushaltunzsvorstand seine Angehörigen auf Verlangen dem Finanzamt angeben.

* Schlüchtern. Samstag abend 8'/, Uhr hält der Sozialdemokratische Verein Schlüchtern" eine Mitglieder­versammlung in seinem Vereinslokal ab. Die Tagesordnung bildet die Maifeier. (Näheres im Vereinsanzeiger.)

* Schlüchtern. (Theater in der Turnhalle.)Alt- Heidelberg" wurde zum Liebliugsstück des deutschen Theater- publikums und hat sich bis zum heutigen Tage siegreich auf dem Spielplan aller besseren Bühnen behauptet. In tief- ergreifender Weise behandelt das von Poesie durchlauchte Stück die Lirbestragödis eines jungen Fürsten, welcher für Thran und Volk feiner Jugendliebe entsagen mußte. Wir erhalten einen tiefen Einblick in das Menschentum eines Herrschers, der einsam auf dem Throne seinem Volk die Jugend opfert. Nur bei einer einwandsfreien Darstellung kann das herrliche Schauspiel ganz zur Geltung kommen und seine tiefe Schönheit offenbaren. Wir werden am Donnerstag Gelegenheit haben, das Werk in einer erst? klassigcn Besetzung über dir Bühne gehen zu sehen. Der ErbprinzKarl-Heinz", eine Paraderolle für jeden jugend­lichen Liebhaber wird von einem der besten Darsteller für dieses Fach, Herrn Hans Könner vom Landestheater in Stuttgart, gegeben. Der Künstler bringt für diese Rolle die besten Requisiten. Jugend und eine vorteilhafte Bühnen- erscheinuag mit. Nach den bisherigen Leistungen der Direksion Breiholz dürfen wir mit einem vollem künstlerischen Erfolg rechnen und wünschen dem Unternehme« ein gutbe- setztes Haus.

Hk. (Deutsch-Niederländischer Güterverkehr.) Die seit 1. April geltende Bekarmtma^^ siezt auf der Handels­kammer zur Kenntnisnahme auf. Die Grenzübergangspunkte sind geändert, indem für Venlo nunmehr Kaldenkircheu und Straelen sowie für Winterswyk nunmehr Bocholt und Borken einbezogen sind.

Hk. Vermietung bahneigener Wagendecke« wird wegen äußerst geringer Bestände künftighin kaum noch in Frage kommen. Die Verfrachter werden sich daher an die privaten DeckenvermietungSgeschäfte wenden müssen. Als solche sind in Frankfurt a. M. folgende Firmen bekannt: Gebr. Eaffel, Große Friedbergerstr. 27, Georg von Olnhauieu, Wald- schmldtsir. 95. Sundheimer u Strupp, Hauauerlandstr. 136.

Hk. Zur Erhebung von 50'/, des Einkaufswertes deutscher Waren liegen das französische und belgische Gesetz sowie die englische Reperation (Recovery) Act im Wortlaut auf der Handelskammer zur Einsichtnahme aus.

* Salmünsier. Herr Förster o. R. Goldman« von hier wurds am 1. April nach Hersfeld versetzt.

* Gemüuden a. M. Nach bezirksamtlicher Bekanntgabe beträgt der Etervreis bis auf weitere? 70 Psg.

Und es gelang ihm.

Während Elisabeth und RosLe noch nach Mia suchten, lag diese in ihres Vaters Armen und fuhr dem Bahnhof, zu. Jauchzen, Weinen und Angst lag in ihrer Stimme.

Mein Papa I Mein lieber, einzig guter Pa! Nun brauche ich nicht mehr aufzutreten und zu dem gräßlichen Menschen, dem Baron Rosie,pere" zu sagen! Nun bleibe ich bei dir, bei dir für immer I Auch zu Mama will ich nicht mehr; nie mehr in meinem Leben! Nicht wahr, Pa, du behältst mich? Und.krampfhaftes Schluchzen erschütterte ihren kleinen Körper.

(Schluß folgt.)

gdWse.

Eine bekannte Schauspielerin benutzte einen freien Abend, um ein anderes Theater zu besuchen. Es war zu der Zeit, als es noch nicht verboten war, die Hüte wäh- rend der Vorstellung aufzubehalten, und die Dame trug auf ihren goldblonden Locken ein Gebäude aus Seide, Samt und Spitzen, von einer Menge Federn gekrönt, die auf dünnen Drähten befestigt waren, um recht graziös zu nicken.

Sie hatte kaum ihren Platz eingenommen, da fühlte sie, wie jemand sich an ihrem Hut zu schaffen macht'. Rasch drehte sie sich um und fragte in etwas hoch mutigem Tone:Geniert Sie mein Hut?"

Durchaus nicht," versetzte das junge Mädchen, das hinter ihr saß.

Nach ein paar Minuten dachte die Echaukspielerin: Ich bin doch eigentlich recht unhöflich gewesen", und sie wandte sich noch einmal um und meinte in freundlicherem Ton:Vielleicht versperren Ihnen meine Federn die Aussicht auf die Bühne?"

O nein, danke," war die überraschende Antwort, , ich habe sie vorhin zurückgebogen."

73. Sayrg.

Eg

* Sterbfrltz. Herr Förster DrewS in MottgerS, hiesige Oberförsterei, wurde unter Uebertragung der Forstschreiber- stelle nach Aiederkalbach, gl. Oberförsterei, versetzt.

Schont Wald und Flur!

Hinaus aus dem Häufergewirr tu die freie 31 stur lockt der herrliche Frühtinss-Sonneuschetn. Vieles Lei- und manche schweren Sorge«. die uns bedrücke«, werden »er- Lehen, wenn wir Feld und Wald durchwandern und uns an deren herrlichen Wiederaufleben erfreuen. Unverändert schön ist es draußen, cksrüetümmevt um das, was tobt und brandet, feiert die Nat-r ihr AmferstehuuLsfest. Ein leuch­tendes Wahrzeichen für alle, die in schwerer Zeit kleinmütig und verzagt werden wollen. So ist für viele der Erholungs- weg ins Freie der einzige wahre Genuß, der ihnen fast un­geschmälert erhalten geblieben ist oder wenigstens erhel- ten bleiben sollte. Schwer genug fällt es häufig. airbrliebte Stätten, dir einst bevorzugte Wanderziele btldeteu. jetzt sch- zusuchen. Manches, was man früher als kleine« Ausflug an sah, ist heute zur kostspieligen Reise geworden, dtesny die meisten Menschen nur selten leisten können. I

Mehr als je ist es daher heute notwendig, darauf Hiuz»- wirken, daß allen die zur Erholung hinauseilen, der Natu«- genuß nicht unnötig geschmälert wird. Die Mitnahme vo« Mlundvorrat ist für alle »an ehrlicher Arbeit lebenden Men­schen zur Notwendigkeit geworden urrd auch als Rückkehr zu den einfachen Sitten unserer Vorfahren in gewissem Sinne zu begrüßen. Das erfordert aber noch lange nicht, daß jedes Rastplätzchen durch weggenu'rfene Brotpapiere, Speiserrste usw. einer Wfallstelle gleichen muß. Um wilde Müllplätze zu sehen, genügt ein Gang durch die Außenbezirke der Stadt.' Abscheulich wirkt die durch derartige achtlos weggeworsene Reste in den Wäldern verursachte Verschandelung. die später kommeichen Naturfreunden den Gerruß schmälert. Es ist eine Kleinigkeit, die Reste, wenn man sie nicht mimehmen will,mit dem Spazierstock unter den leichten Galdboden zu bringen. Ein anständiges Wanderlied mit Lautenbegleiiuug wird nicht stören. Aber wer kann es schön finden, daß Tin- gel-Tangel-SchIager" durch den Wald gegröhlt oder ge­brüllt werden?

Bei vielen, die sich .rn dem oordezeichnetei Unfug betei­ligen, wird es meist aus Gedanrenlofigkeit geschehen. Schlimmer sind andere Waldbesucher, die sich rücksichts-ose Zerstörungen zuschulden kommen lassen. Welch trübes Bills bieten maiicher Wald oder an den Wauderwegen ürgende frischbestellte Felder, die den Dlassen stürm erduldet habe». Aus tausend Wunden sieht der wahre Naturfreund dann, blute,n Um ein kleines Zweiglew abzubrechen, werden ganze Aefte heruntergerissen, um eine Blume zu pstückeu. Fluren die uns Nahrung spenden folbe«, zertreten. Und M welchem Zweck? Meist werden sie nach kurzer Zeit schon, wieder weggeworfen, so daß die ganze Zerrstörung vollstLu- dig zwecklos erfolgt ist. Mit persönlichem Wgentum würde, man siche. schonender umgehen. Man denke Loch -«an, die Erholungsstärlen in freier Natur sind Allgemeingut, daS die weistcgchcvdr Schonung verdient, denn auch die, dir an.' späteren Tagen die»e Plätze aul achen, wollen ihre n«e--, trübte Freude daran baden. Mehr als je ist. Löcher dte Mah-j nung am P atze: Schöne Wald ukA Sätet. . ------

Die Zollabgaben.

- Einer vom 8. 4. datierten Mainzer Meldung der Hsv«S- Agentur zufolge wird die Zollgrenze am Rhein vorsusfichtlich binnen 48 Stunden dnrchoefübrt werden.

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Champagner nts nerven stärkend es Mittel.

Man sprach über die Frage der Absttnenz.

Ich muß sagen," erilärte der große Finanzmann, ich bin für Wein und Spirituosen. Ich habe sehr viel zu arbeiten, jeden Abend .ach dem Essen habe ich noch 40 bis 50 Briefe zu erledigen, und ich finde, eine Flasche Seit wirkt Wunder."

Erleichtert Ihnen denn der Sekt das Briefschreiben?" fragte ein Temperenzler.

Das nicht, aber wenn ich ihn getrunken habe, ist es mir ganz gleich, ob ich sie schreibe oder nicht."

Sie fette Gans.

Ein reicher, alter Landmann geriet mit einem Nachbar in Streit und holte den Rat feines Rechtsanwalls ein. Dieser riet ihm. Klage zu erheben und gab ihm eine Empfehlung an einen Kollegen an dem Ort, wo der Rechtsstreit anhängig gemacht werden mußte. Der alte Herr gab den Brief ab, und während der Empfänger i^n as, wurde er herausgerufen und ließ in der Eile den Brief liegen.

Der Landmann, neugierig, zu erfahren, was man iber ihn geschrieben, nahm das Schreiben auf und las zu feinem Erstaunen:Herr T., der Ihnen diesen Bries über« bringt, ist eine fette Gans, die Sie tüchtig rupfen sönnen!"

Schnell entschlossen schrieb er darunter:?.§. Die kette Gans ist mit allen ihren Federn davo»geflogen." Dann eilte er die Treppe hinunter, so schnell ihn seine Fuße trugen.

Mit seinem Nachbar einigte er sich in Güte, und von der Zest an wollte er nie wieder etwas von Rechts- unwälten oder Gerichten wissen.