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Schlüchierner Rrei 8 blait.

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" verkehr mit der Firma Schi

W 78

Wirtschaftliche Auudschau.

(Nach dem Stande vom 2. April 1921.)

f i Nachdruck verboten.)

W. Ä. S. Allgemeine Lage. Streik und Anfrnür haben dem deutschen Wirtschaftsleben wieder eine« starken Stoß gegeben. Auch die feindlichen Sanktionen beginnen, fich mehr fühlbar zu machen.

Geldmarkt. Die Vorgänge in Mitteldeutschland konn­ten im allgemeinen keinen tieferen Einfluß auf Valuta, Kurse und Börse auSübeu. Gleichwohl aber blieb die Stimmung lustlos und der Verlauf der Geschäfte schleppend.

Industrie. Der Reichskalirat wird demnächst Stellung zu der Frage der Kalipreiserhöhung nehmen. Vom 1. April ab find wesentliche Erleichterungen der Luxussteuer auf Streich- und Zupfinstrumente in Kraft getreten.

Kohlen. ES traten folgende Preiserhöhungen ein: für ! Rheinland-Westfalen um 23 Mk., für Niedersachsen um 20 M, für das rhei«. Braunkohlensyndikat um 2.50 Mk. für Bri- I kettS 0,80 Mk. für Rohkohle, für bayerische Pechkohle um - 32,50 Mk. alles ohne Steuer.

I Warenmarkt. Die Seifenhändler warnen vor Bevor- zugungEauSländischer Seife«, weil die heimischen Produkte mehr Fettgehalt besitzen. Die Inlandspreise für bestes sächsisches Fensterglas find auf etwa 29 Mk., für mittleres auf 2224 Mk. pro qm zurückgegangen. Nach Notizen der Fachblätter kann vorerst ein Preisabbau für Hüte nicht | eintreten.

Landwirtschaft. Rachdem'.die Brotversorgung Deutsch­lands für dieses Jahr gesichert erscheint, denkt man daran, auch^die BrotgetreideLewirtschaftung in Kürze zu locker«.

Produktenmarkt. Die Geschäftslage hat fich nicht verändert. Die Stimmung für Mais blieb wegen des dauernden Angebots vonWezugSscheinea matt. 'Heu und Stroh waren wieder mehr gefragt. Am 31. März waren di^Rotisrungrv am Perl Fruchtmarks Heu 2026. Stroh 1820, Futtererbsen 100115, Ackerbohnen 106112, Wicken 60-85, Lupinen bl. 4346, gelbe 5055, Mais lose (frei Katw. Hamb.) 122, April 98, Mai 95. Die PreiSgreuze« für Weine für den Export find aufgehoben worden, dte^Einholung der Ausfuhrbewilligung bleibt bestehen. Biehmärkte. Aus den vorliegenden Ergebnissen des Reiches ?zogen (wir folgende DurchschnittSvreise, die zuletzt bezahlt wurden: Ochsen 60009000 Mk , Kühe 46 tausend Mk., Ferkel 200325 Mk. Für die nächste Zeit | ist kaum daran zu denken, daß die Preise wieder so iu die [ Höhe schnellen, wie dies bis Mitte Februar der Fall war. ! Häute und Felle. Die norddeutsche Häuteverwertungs- I Gesellschaft setzte in Hamburg bei leichter Kauflust so ab, e daß die Preise für Großviehhäute fich behaupten konnten, während jene für Roßhäute rund 10 Prozent nachgaben.

I Lebensmittel. Der deutsche Städtetag beantragte den k sofortigen Abbau der LebenSmittelämter. Die Biersteuer | soll auf das Vierfache der bisherigen Sätze erhöht werden.

I Die für die bay. Eierversorgung tätigen Aufkäufer zahlen nun mehr 60 Pfg. für das Ei.

? Holzmarkt. Ausgeprägte G-sHäftSstille und Anhalten der Absatzstockung find die Kennzeichen der Lage. Auch am

I Brennholzmarkt ist die Stimmung sehr gedrückt. Der milde Winter trug in erster Linie zur Stockung des Absatzes bei. Baumarkt. Aus vielen Gegenden Deutschlands wird uns gemeldet, daß trotz der Teuerung des Baumaterials und der hohen Löhne vielfach eine weit regere Bautätigkeit eingesetzt habe als^tm Vorjahre. Verkehr. Das Reichsfinanzministerium beabsichtigt die Aufhebung der Zollerleichterungen, soweit sie für unsere ErnährungS- und Wirtschaftslage nicht unbedingt geboten find. Infolge Rückgang des WafferstandeS dauern die Schwierigkeiten und Verkehrseinschränkungen in verschärftem Maße an.

Ausland. In Belgien werden infolge Herabsetzung der Löhne die Preise für Jndustriekohlen ermäßigt. Am eng­lischen Stahlmarkt trat ein neuer Preisrückgang ein. Aus Amerika wird ein starker Preissturz amerikanischer Wolle gemeldet.

Aus der Heimat.

* Schlüchtern. Montag morgen um V*8 Uhr passierte ein größerer Transportzug franzöfischer Soldaten, die aus dem oberschlefischen Abstimmungsgebiet kamen, unsere Station.

* Schlüchteru. Am Ostermontag fanden vor Obstbau- fteunden Sprengvorführungen statt, ausgeführt auf Veran- laffung des Obstbauvereins durch Herrn Schteßtechniker Kreißtg aus Lauterbach. Den Sprengstoff, Romperito, stellte die Dresdener Dynamitfabrik, die auf dem Gebiete der Bodenlockerung durch Sprengung größte Erfolge zu ver­zeichnen hat. Der Vertreter der Firma, Herr Kaufmann Wilhelm Höfling jur., aus Fulda wohnte den Vorführungen bei. Durch schönes Wetter begünstigt, waren eine große Menge Obstbautreibende aus Schlüchtern, Steinau, Elm,

Gegründet im Jahre 1849

unter dem Titel

Pimstag, den 5. April 1921

Gundhelm, Wächtersbach und anderen Orten um V-s Uhr beim alten Krankenhause zur Stelle. Nachdem den An- wesenden in kurzen Worten der Wert der Bodensprengungen für alle Kulturen erläutert worden war, waren die Vor­arbeiten zur Sprengung beendet. Mit einer Ladung von 200 Gramm wurde der Wurzelstock einer großen Tanne freigelegt, sodaß er mit Leichtigkeit zerkleinert werden kann. Ein alter Birnbaum und ein gleichalteriger Apfelbaum, noch gesund aber ohne Jahrestrieb, auf dem Grundstück des Herrn Schlingloff stehend, wurden mit je 3 Schuß (a 108 Gramm) in einer Tiefe von 1 Meter gelockert. Dasselbe Verfahren wurde auch bei einem alten Apfelbaum des Herrn Kohlenbusch angewendet, aber auch bei jungen Bäumchen wurden Sprengungen auSgeführt, um Luft und Feuchtigkeit Zutritt zu den unteren Bodenschichten zu ver­schaffen. Ein Findlingstein wurde mit einer halben Patrone (50 Gramm), die auf den Stein gelegt und mit feuchter Erde abgedeckt wurde, in kleine Stückchen zertrümmert. Hierauf wurden auf dem Gelände der Kreisbaumschule Bodenlockerunge« auSgeführt. An zwei Stellen, wo eine feste Bodenschicht den Abzug des Wassers verhindert, wurde dieselbe bis zu einer Tiefe von 1,50 Meter gelockert. Eine Pflanzengrube für Obstbäume wurde gesprengt und der Boden im Umkreis von 3 Meter und 1.50 Meter Tiefe gelockert. Zum Schluß wurde ein Loch gesprengt zum Einsetzen von Telephonmasten oder Türständern. Die eigenartige Zusammen­setzung dieser Ladung erweckte besonderes Interesse der Zuschauer. Aber noch größer war die Ueberraschung als nach erfolgtet Explosion ein Cylinder von 1,20 Meter Tiefe und 25 Zentimeter Durchmesser entstand«» war. Die Wände des Cylinders waten fest und glatt wie man dea- selhen eben nur mit einem großen Erdbohrer herzustellen vermag. Bet allen Vorführungen war ersichtlich, daß Herr Kreisig Fachmann war, auch ist er nicht ganz unbekannt hier, da er vor dem Kriege Schießmeister im Saunerzer Ziegelrote war. Alle Psrführ^gen zeugten von Sach­kenntnis und Berechnung, sodass alle Teilnehmer recht befriedigt waren. Daß das Interesse für die Sache vor­handen war, ging daraus hervor, daß die Teilnehmer die Wege nicht scheuten und bis zum Schluß um 6 Uhr aus- hielten Da die Ausführung der Sprengungen im Ver­hältnis zur Wirkung recht billig ist, so dürfte der Erfolg der Vorführung nicht ausbletben, das Sprengverfahren mit Romporit c. im Kreise Schlüchtern einzuführen, wie dies in anderen Obstbaubezirken schon lange der Fall ist. Herr KreiSgärtner Holstein ist in dem Verfahren ebenfalls aus gebildet und ist bereit, Aufklärungen zu gebe«.

* Schlüchtern. Edler Mufik freundwillig Gesinnten wurde am verflossenen Sonntag in der Aula des Seminars ein auserlesener Genuß geboten. Die Herren Bernhard Kaun (Sohn des bekannten Tondichters Kann in Berlin) und Heinz Rümheld aus Milwaukee, der seine in Amerika betriebenen Mufikstudien in Drutschland zum Abschluß bringt, führten den mit Berständnis, oft mit Andacht lauschenden Hörern Werke von Beethoven, Mac Dowell, Hugo Kaun, und Chopin vor. In der F-dur»Sonate Opus 24 von Beet­hoven zeigten Re ein selten gebotenes Zusammenwirken von Violine (Kaun) und Klavier (Römheld) im Sinne einer vollendet gelungenen Führung der Themen durch beide I«- strumente? DieKeltische Sonate" von Mac Dowell, ein Tongemälde des Ichottischen Hochlandes, vorgetragen von Herm Römheld, stellten durch ihre frembartige, düstere Ge. staltung und Gewandung nicht nur an die Zuhörer hohe Ansprüche; die Schwierigkeiten der Darbietung wurden von dem Künstler glänzend überwunden. Es folgten fünf zu­sammenhängende für Violine und Klavier Tonbilder von Hugo Kaun: Romanze, Walzer, Venedig auf den Lagunen, am Gardasee, Genua. D«r glänzende einheitliche Vortrag vermittelte den Hörern eine Fülle von wundervollen Melo­dien und fesselndem Rythmus und erzeugte eine von Num­mer zu Nummer fich steigernde Stimmung. Zum Schlüsse spielte Herr Römheld noch drei Stücke vouiEhopin: Scherzo h-moll, Nocturne Fis-dur und Polonaise As-dur mit glänzender Technik und vollendetem Ausdruck. Man hörte staunend, was aus einem guten Flügel vom Künstlerher­ausgeholt" werden kann, wenn er selbst in die Seele der Tondichtung eingedrungen ist. Vielzufrüh schien dem Publikum das reichhaltige Programm erschöpft zu fein; es forderte stürmisch und wiederholt Zugabe 2unb spendete reichen Beifall. Den beiden Künstlern sei auch an dieser Stelle für ihre Gabe« gedankt; Re haben fich in unserem Städtchen Freunde geworben, die ihnen ehr herzliches Auf Wiedersehen! zurufen.

Hefundheitspflege.

Bon Emil Anacker in Schlüchtern. (Nachd. verboten).

Wohnung. (Fortsetzung.)

Das beste Heilmittel ist bekanntlich die Vorbeugung! So möge Jeder durch entsprechende Körperpflege einer Er-

Anzeigen: kU Zeile oder deren Ranm 70 Psg., Reklame- zeUe Mk. 2. sämtl. ohne besonderea Auschla«. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Mmdergeiühr einschl. BezugS. Keine Bewähr für Platz, Lusnahiuezeil und Belegliesrrung. Kein Nachlaß bet gerichtlichen Zwilchen. kokten. Zahlkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.

7$. Aahrg.

'*seMHSBSBHBssBHSHHHe-ssHS-^BB8e-eeseaeew-8S>B traulung vorbeugen und den Körper gesund erhallen, dann wird er auch stets frohen gesunden Sinnes »der Geistes sein.

Mens sana' in corpore sano!

Wenn du deine^Lagerstätte, di« aus Woll-, Roßhaar- oder Jndiafaser-Matrazen und überzogener Wolldecke bestehen sollte, morgens verlassen hast, wirf Alles von dir, tritt an einen freien Platz im Zimmer, spreiz« die Beine etwas, straffe die Muskeln, führe die mit durchgedrückte« Elles- boge« und geballten Fäusten herabhäugenden Arme langsam »ach oben, fällte über dem Kopf die Hände, beuge den Oberkörper nach links so weit es geht und dann vorwärts rotierend nach rechts wieder aufrichtend nnb noch einmal umgekehrt. Dann Grundstellung, Hüften fest und Knie­beuge. Tritt an den Waschtisch, wasche den ganzen Körper mit kühlem Wasser (es brauch nicht kalt zu sein, alte, schwSch- Hdje, blutarme Leute mögen lauwarmes Salzwasser nehme») rasch ab, kleide dich ohne abzutrocknen an, reinige noch be­sonders Gestcht, Hände pp. mit Seife, tritt hinaus ins Freie oder an ein geöffnetes Fenster oder in ein frisch gereinigtes und gelüftetes Zimmer, lasse die Arme am Körper herab- hängen und atmeßtief^und langsam bei geschlossenem Mund uur durch die Nase, wobei fich häuptsächlich die oberen Lungenflügel ausdehueu, fällte alsdann die Hände im Nacke», drücke die Ellenbogen nach hinten und atme ebenso, wobei Rdj die? unteren Lungenflügel ausdehueu nnb wodurch in Heide» LagenSauerstoff" in die Lunge gepumpt wird und die Lungenbläschen ausgedehnt nnb gefüllt werde». Dieses Tiefatmen in guter Luft sollte öfters am Tage geschehe«, es ist von der größte» Bedeutung für die Gesundheit! S«tz« dich nun vergnügt an den Frühstückstisch und laß eS Dir gut schmecken, spüle alsdau« den Mund aus und erfüll« deine Berufspflichien gewissenhaft. Um 12 Uhr, nachdem du dir Hände und evtl. Gestcht gewaschen hast, nimm deine Hauptmahlzeit ebenfalls vergnügt zu dir und laß es dir recht gut schmecken, spüle den Mund aus, mache dit ein wenig Bewegung, ruhe bann V, oder 1 Stündchen, «m bann wieder frisch an die Arbeit zu gehe«. Wer es ge- wohnt ist, mag Nachmittags eine Tasse Kaffee trinken oder einen Apfel essen, nötig ist «S nicht, und die Abeadmahlzeit um 7 Uhr brauch auch nicht so reichlich zu sein. Die freie Zeit, die du am Tage erübrigst, benutze zn angenehmen Lektüre» und zu SpaziergSugen im Wald und Feld, wo du Gelegenheit hast, in die Geheimnisse der Natur eiuzudriugen und besonders unsere Arzueipflanze» kennen zu lernen, die wir zur Erhaltung oder Wiederherstellung unsrer Gesundheit unbedingt nötig habe«. Jeder Mensch hat geradezu die Pflicht, in der gegenwärtigen Zeit der Entbehrungen man­cher Art, fich die K«nut»Iffe solcher Mittel zu verschaffen, die der Natur ohue besondere Kosten zur Unterstützung des menschlichen Körpers im Kampfe gegen mancherlei Krankheit«« entnommen werden können. Rameutlich aber sollte unseren Kinder» mehr Anregung in der Schule hierzu gegeben, es sollte in der Schule Wehr Natnrwiffeuschast und besonders Botanik gelehrt werden.

W«nn wir auch noch so sehr alle Leben-regeln beherzigen oder unsern Körper noch so gut pflegen, so find wir doch unter den gegenwärtigen außerordentlich schwierigen Lebens- und Elnähruugsverhältuisse« in keinem Alter vor Erkrank­ungen und besonders vor Uebertragung von Krankheiten geschützt.

Indem ich nun auf die von Herrn Prorektor Keller im obenerwä guten Heimatbundblatt beschriebenen Arzneiflanze» verweise, möchte ich doch in Ergänzung dieser Beschreibung nachstehend die hauptsächlichste» Arzneiflanz«» «och zusammen- stellen und in ihren Wirkungen nach eigener Erfahrung oder nach Mitteilung vrrschiedener Autoritäten bekanntgebe», wozu ich noch bemerke, daß ich die giftigen Heilpflanze« absicht­lich weggelassen hab«.

Alant (Inula Helanium) Wurzel im Frühjahr oder Herbst gesammelt, in Stückchen geschnitten und getrocknet als Tee gut gegen Lungenerkraukung, Verdauungsstörung, Stockung der Periode; äußerlich gegen Hautkrankheiten, Krätze.

Ändore (Marubium vulgäre) blüht im Juni bis Sep­tember, die oberen Blüten ;nnb Blätter sammelt man mög­lichst früh zum Trocknen, Tee gut gegen chronische Katarrhe, Bleichsucht, mangelnde Periode, Gelbsucht, L«berleide«; äußerlich gegen Kröpf, Schuppe«, Flechten.

Anis (Pimpinella anisum) blüht im Juli und August, die reife Frucht wird im August gesammelt, Tee gut als blähungswidriges, magenstärkeudrS, krampfstillendeS Mittel, fördert die Periode.

Anserine, Gänsekraut (Potentilla anseriBa) blüht von Mal bis JlUi, das gesammelte und getrocknete Kraut als Tee wirkt krampfstillend besonders in Milch gekocht, ist gerb, stoffhaltig und wirkt daher auch blutstillend.

Arnika, Wolferlei (Arniea maetana) blüht im Juni bis Auugst. Die Blüte» gesammelt und getrocknet als Tee gut gegen fieberhafte Krankheiten, Blutungen, Hals- und