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«-»«äspreiS vorauSzahlbar »tertelj. durch die Post Mk. 12.—, durch unsere Träger Mk, 10.80, bet uns abgcholt Mk. 10.—. «rkcheint an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag x. Hohmetster, verantwortlich H.-L. Hohmeister, Schlüchtern.
Gegründet im Jahre 1849
unter dem Titel
De« BezLVksvste.
chtachtern er Ta gestatt.
M 76
Aus der Heimat.
—* (Eine Zeitung nach der anderen verschwindet von ; der Bildfläche). Die im 3. Jahrgange im Verlage d-r k Firma Tl. Hildebrand, ' Berlin-Wilmersdors erscheinet! d ^ „Großdeutsche Korrespondenz" fleht sich infolge der wahn stauigen Papierpreise, der stetigen Porto« und Drucklüfte - Steigerung gezwungen, ihr Erscheinen mit. dem 1. Ap l eiuzustellm.
—* (Für schriftliche Verträge genügt nicht der Firmenstempel.) Wenn sich Parteien darüber einig sind, daß iin beabsichtigter Vertrag schriftlich abgeschloffen werden soll, so muß die Urkunde eigenhändig durch Namensunterschrift unler- zeichnet werden. Hierzu genügt nach einem, in der volkstümlichen Zeitschrift „Gesetz und Recht" besprochenen Urteil des Kammergerichts nicht, daß die Partei das Schriftstück mit ihrem Firmenstempel und mit einem Abdruck eines ihr r ' Namensunterschrift nachgebildeten Stempels versteht. In der Regel ist es bei Mietverträgen über Wohnungen üblich daß sie schriftlich abgeschloffen werden, und zwar indem Sinne, daß sie erst mit dem Zustandekommen des schriftlichen Vertrages als geschloffen angesehen werden. In dem zu entscheidenden Falle hatten die Parteien sich dahin geeinigt, daß auf Grund des inzwischen entworfenen und ausgefüllten Mietvertrages gemietet werden sollte. Da der eine Teil die Urkunde nicht eigenhändig unterschrieben, sondern nur mit seinem Firmenstempel versehen hatte, so war der Vertrag mangels Erfüllung der schriftlichen Form nicht zustandege kommen.
—* (Die landwirtschaftlichen Schulen in Kurheffen.) Dank der Aufklärungsarbeit bricht sich in landwirtschaftlichen Kreisen immer mehr die Erkenntnis Bahn, daß es für den bäuerlichen Nachwuchs von größtem Vorteil ist, eine laud- Wirtschaftliche Schule (bezw. Winterschule) zu besuchen. Zu den bereits vorhandenen 18 Anstalten sind im letzten Winter noch fünf neue hinzugekommen. Sie waren wie folgt besucht: Gschwege 105, Frankenberg 111, Fritzlar 78, Fulda 103, Gelnhausen 40, Hanau 67, Hersfeld 75, Hofgeismar 99, Homberg 38, Hünfeld 49, Kirchhain 34, Marburg 88, Melsungeu 53, Rodender« 89, Schlüchtern 43, Witzenhausen 42, Wolfhagen 52 und Ziegenhain 66 Schüler. Insgesamt sind dies 1232 gegen 823 im Vorjahr. Aus Kurheffen stammten 1118, aus dem übrigen Preußen 71 und aus anderen deutschen Staaten 43 Schüler.
—* (Die Eier werden billiger.) Wie von der Arbeitsgemeinschaft für die bayerische Eierversorgung mitgeteilt wird, werden die für die bayerische Eierversorgung tätigen Aufkäufer ab Ostern nur mehr einen Erzeugerpreis von 60 Pftnntg für das Ei an die Landwirte bezahlen.
—* (Die Militärkapelle« dürfen wieder spielen.) Nach einer Verfügung des Aeichswehrministerlumö ist es den Militärkapellen wieder gestattet, Konzertauffühmugen zu Veranstalters, wenn sie geschloffen oder in größeren Teilen und zwar im allgemeinen unter der Leitung der Musikmeister auftreten. Von einem Verbote für Militärkapellen, ohne Zustimmung des Musiker-Verbandes Konzerte zu Veranstalter!, ist dem ReichSwehrministerium nichts bekannt Bei Uebernahme von Kouzrrtaufträge» sind die im Jahre 1909 erlassenen Bestimmungen zu beachten, damit berechtigte Klagen der Berufs-Zivil- Musiker vermieden werden.
* Schlüchtern. Das Finanzamt gibt Auskunft durch den Fernsprecher nur insoweit, als es sich um kürzere Auskünfte handelt, die den Fernsprecher zum Nachteil anderer Nach- fragender nicht ungebührlich belasten und bei denen Verwechslungen und Mißverständnisse ausgeschlossen erscheinen. Auskünfte anderer Art müssen schriftlich oder mündlich persönlich beim Finanzamt eingeholt werden.
* Gelnhausen. (Notgeld.) In der letzten Stadtoer- ordnetenfitzuug zu Gelnhausen wurde angeregt, städtisches Notgeld auszugeben.
* Aus dem Landkreis Hanau. Bedeutend im Preise ge« funken sind die Ziegenlämmchen. Während diese im Alter von 14 Tagen bis drei Wochen (zum Schlachten bestimmt) im vergangenen Jahre 45—50 Mark kosteten, erhält man solche jetzt schon für 25 bis höchstens 30 Mk. Für das Fellchen wird zurzeit nicht mehr bezahlt als wie vor dem Kriege, nämlich 1,50 bis 2 Mk.
* Fulda. (Kassel für den Main Fulda-Wefer- Kanal) Der Magistrat der Stadt Kassel hat sich mit der Frage bei Großschiffahrtsweges Maiu-KInzig-Siun-Fulda-Weser befaßt. Ttadtoberbaurat Dr.-Jng. Hoepfner, der an der Fuldaer Tagung teilgenommen hat, berichtete darüber. Der Magistrat war sich klar, daß er mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln das Projekt der Schaffung eines Großschiffahrtsweges über die Fulda in gleicher Weise fördernd unterstützen müßte, als dies seitens des Provinziallandtages geschehen ist.
Samstag, den 2. April 1921
! Zeitung für eilige Leser.
Im Lause her letzten Tage sind in Berlin ungefähr 584 Kommunisten in Haft genommen.
! Der deutsche Botschafter Sthamer ist wieder in Londo« eingetroffen. Auch Dr. Mayer ist nach Paris zurückgekehrt
I« Verbindnng mit dem Bergarbeiteransstand in England ist eine Bekanntmachung erlasse« worden, durch die den Ausnahmezustand erklärt wird.
In der Sitzung der «ngarifcheu Nationalversammlung werden die Karlisten einen Antrag ans Wiedereinsetzung Karls einbringen.
Die Entwaffnungsfrage.
Bus Berlin wird unterm 31. März amtlich mitgeteilt' Von den in den Pariser Entschließungen gestellten Fristen für die Entmannung der Einwohnerwehren läuft die nächste am heutigen Tage ab. Die Neichsregierung hat, nachdem ihre Einwendungen von der Entente zurückgewiesen worden find, mit Rücksicht aus die Bestimmungen des Friedensver- trages und die internationale Lage, den Standpunkt eingenommen, das; die Entwaffnung der Einwohnerwehren fristgemäß dnrchzusühren ist. Fm ganzen Reiche wird es auch möglich sein, die Frist vom 31. März, die sich an? die schweren Waffen und einen Teil der leichten Waffen bezieht, inne- zuhalteu.
Nur Bayern scheint im Nerzug zu bleiben Um den Widerstand gegen die jetzt fällige Wafscuabgabe durch die Einwohnerwehren in Bayern zu beseitigen, Hat die Reichs- regiernng am 23. März d. F. nochmals durch ein vom Vizekanzler Dr. Heinz« persönlich überbrachtes Schreiben bei der bayerischen Regierung die ernstesten Schritte unternommen. Sie hat die Gründe auSgeführt, aus denen die Reichsregie- rung die weitere Durchführung der Euiwaifnung der Einwohnerwehren trotz aller Bedenken für notwendig hält und die bayerische Regierung dringend ersucht, der von den ver- fassmtgsmStzige« Organen der deutschen Regierung oerkokgte« Politik, die von allen anderen Ländern einhellig als notwendig anerrunnt ist und t...^g.,tjhrt »utxd. durch positives Mitwirken bei der Entwaffnung die Bahn zu ebnen, da nach der deutschen Behördeuorganjsation die Entwaffnung ohne solche positive Mitwirkung der bayerischen Behörden nicht durchgesiihrt werden könne.
An dem Tage, an dem das Schreibe« überreicht wurde, brach der Aufstaus in Mitteldeutschland in schwererer Form aus. Die Reichsregierung ließ durch ihren Vertreter der Münchener Regierung sofort erklären daß die Reichsregie- rnng dieses Ansstandes mit den ordentlichen Organisationen — Schutzpolizei und Reichswehr — Herr werden werde, baß Ufo
auch diese Bewegung eine Zurückhaltung in der Entwaffnung stet Einwohnerwehren nach AuEasinng der ReichSregierung richt notwendig mache. Die jüngsten Ereignete habe» trotzdem, vor allem wegen der hervorgetreteneu Mängel in Set Bewaffnnng der Schutzpolizei, dem Widerstreben in den bayerischen BevölkerunoSkreise« «euc Nahrung gegeben.
Eine endgültige Aeußerung derbayerisckew »legiern«« liegt noch nicht vor, die Reichsreamrung hält legenüber der bayerischen Reaicrnng an dem Standpunkt, baß die völlige Waffenabgabe der Einwohnerwehren durch- »nführen ist. fest nnd bat dementsprechend anch durch den Reichskommiffar für die Entwakinnug die erforderliche« An- 'rdnnneen weitergebe« lasten. Die Mängel in der Organist-, Hon und Bewaffnung der Schnünolizei miist-'v auch nach Anffalfnng der Reichsregiernn« ausaealichen werden, aber Kiefer verstärkte Kcknü ist nicht nur für Bauern, sondern für ganz Deutschland erforderlich, die .^nrückbaltuna der schweren Waffen und Maschinengewehre bei den Einwohnerwehren in Bayern ist nach Buffasinng der ReickSreMernna kein geeignetes Mittel, um dieke oder andere Verbesserungen für ganz Deutschland zu erreiche«.
Bom Kommunifienpuisch.
Gegen die Soudergerichte.
Wie aus Berlin gemeldet wird haben die Gewertschafis- .'cmmisfwn und das Ortslartell Grotz-Berlin des LsahundeS m einem Aufruf in der „Freiheit* die Aufhebung der Ver- ordnuna über die Sondergerichte gefordert.
Neue Streikdrohnng in der Berliner Elektrizitatsiaduftrie.
Wilhelm Sylt, her sich bekanntlich einmal gerühmt hat, daß Berlin hochgehe, wenn er auf einen Knopf drücke, wurde ,tm 31. März fest genommen und nach dem Polizeipräsidium '.-erbracht. Dort soll er einem Beamten mit der geballten Faust ins Gesicht geschlagen und dann einen Fluchtversuch unternommen haben. Wie Wolfs meldet, gebrauchte der Be- amte feine Waffe und schoß. Die Kugel drang in den Rücken, durchbohrte den Körper und trat aus der rechten Brustseite heraus. Sylt wurde sofort vom Kreisarzt Medizinalroi Lir.demaun untersucht. Die Verlegung ist zwar schwer, aber nicht lebensgefährlich, da weder Herz noch Lungen getroffen sind.
Die Wederauft hme der Arhert.
Fortdauer des Terrors aus linksrheimschr« Werken und Zech««.
Während jetzt im a ntv>en übrige« rheiniMmMättichon IndustriebeKirl jo... , auf den Zeche« wie auch auf teil 1
73. Iahrg.
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rnhnurteuen Werten ou eiraett angemem in vouem um= lange wieder ausgenommen ist, liege« im liaksrheiuijcheu besetzten Gebiet die Kruppsche Friedrich - Alsred - Hütte in Rheinhause« und auch die fünf Zechen auf der linken Rhein- seitL immer noch still. Die Belegschaften der Zeche« fahren ab-c nur unter dem Druck des rücksichtslosen Terrvrs, der ht:r von den kommuniftlschen Elementen der Belegschaft
llusgeübt wird, mcht an, ohne daß die Be'atzun^struvpcn dagrr.eu eiuschreite». Die Polizei derküKt hier nicht über ge- aägen; Kräfte, um dem kommunistische« Treiben energtstb migegeHireten zu Eönneu. Auf den linksrheinischen Schacht- urlafieu der Zeche Rheinpreuße« waren z. B gestern schon zwei Drittel der Belegschaft wieder angefahren. Die Arbeitswilligen wurde« Sann aber im Laufe des Borunttogs vo« deu Komumuisten mit Gewalt wieder aus der Grub« geholt und mutzten draußen förmlich Spießruten laufen. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß jetzt die Belegschaft dieser lisksrheinischd« Zeche» der Arbeit wieder fernbleM Auf der Kruppschen zwiebrich-Alsred-Hütte ver. harrt dagegen die gesamte Belegschaft im «usftcmd, obwohl sich hier bisher ein kommunistischer Terror nicht gereist M. Die Hütie liegt vollständig still. Der Streik der Hü«»*«. beiter stehe ausschließlich im Zusammenhang mit de« kour- munistischen Putschversuchen im JndnftriÄezirL Argeutz- welche besondere Forderungen früh von -er VtziMchM he* Hütte nicht gestellt worden. _ L
Die Leurrawerke.
Die größte Kunstdüngersabrik der Welt ist durch das kommunistische Zwischenspiel zu einer längeren Stillegung verurteilt. Dns,heißt, Die deutsche Ernährung, die ohnehin nicht gerade üppig ge» rannt werden kann, ist für längere Zeit lahmgelegt, weil die Le'unawerke mit der Ausbesserung der Schäden beschäftigt fmb, die durch die kommunistische Verwaltung entstanden. Man hat ausgerechnet, daß die Leuuawerke für acht ”)t i I Honen Deutsche täglich mittelbar Brot ! r zeugen. Und just diese Werte werden von den Kom- 'uunisten als Objekt für ihre Experimente ausgesucht und miß- brauckt! Nichts kennzeichnet. LLllUich« und fckärfer den krassen Widersinn zwischen Theorie und Praxis, zwiscben hohlen Phrasen und schöpferischen Taten, als diese Lahmlegung eines industriellen Betriebes, der nichts, aber auch gar nichts mit »tcpitalistischer Profitgier" mit „Ausbeutung des Volkes", und wie all diese üblen Schlagworte alle heißen mögen, gemein hat.
Die Leunawerle waren mit die ersten in der Einführung der Betriebsräte in weitestgehender sozialer Fürsorge für die Arbeiterschaft, alles in dem Bestreben, jeglichen politischen und sozialen Konflikisstoff aus der Welt zu schaffen und ein festes and dauerndes Einvernehmen zwischen der Werksleitung und der Arbeiterschaft zum Wohl der Allgemeinheit herbeizuführen. Trotzdem erlag die Arbeiterschaft gewiffermaßen im Sturm und fast widerstandslos der Verhetzung und Verführung einiger luarndlicher und besinnungslos radikaler Elemente. Nun will cie Verwaltung begreiflicherweise die Moral aus diesen Erfahrungen ziehen und jugendliche Elemente, denen das Gefühl der Verantwortung für die Pflcht und Arbeit, die ihnen im Dienste des öffentlichen Wohles in einem Derartigen Unternehmen obliegt, erwiesenermaßen abgeht, überhaupt nicht mehr 'in stellen.
Dazu wird aus Halle gemeldet: Das Leunawerk bei Mersc- burg ist unbeschädigt geblieben. Gerade zur rechten Zeit fiel das 'Werk in die Hände der Polizei. So konnten die Am- montakkesiel gerettet werden, wodurch großes Unheil vermieden wurde. Sonst hat die rote Horde übel gehaust. Alles Eßbare and sonstige Wertsachen sind mitgenommen worden. Der große Geldschrank wurde mit Dynamit gesprengt. Was den Räubern dabei in die Hände fiel, ist noch nicht festzustellen. Sämtliche Arbeiter des Werkes sind sofort entlassen worden. Sie dürfen Leuna nicht wieder be- trrten. Die Arbeiter, die treu und zuverlässig waren, werden eine Benachrichiigung erhalten, wenn sie die Arbeit wieder aufnehmen sollen.
Danach soll also die Spreu vom Weizen gesondert werden, und hauptsächlich zu diesem Zweck ist die Stillegung Der Leunawerle geplant. Die Produktion der Werke war in bet letzten Zeit unter dem Einfluß der destruktiven Elemente fast auf den Nullpunkt gesunken! Nun haben etwa 20 000 Arbeiter an den Wirkungen dieser selbstmörderischen Politik zu leiden, Denn, es ist klar, daß die Wiederaufnahme eines so großen Betriebes nur allmählich und schrittweise erfolgen Mim Es wäre im Interesse der Arbeiterschaft nur zu hoffen, daß auch sie aus diesen Erfahrungen gelernt hat und sich allmählich gegen das unheilvolle kommunistische Gift immunisiert!
Heue Vorstellungen der Entente.
Am Rl. März fang eine Sitzung ö«s ReiLskablnetts statt, töte wir erfahren, sins aus Grund der bisherige« Ergebnisse der kvmmunistisckwn Wasseusunhe durch Die Polizeitruppen Vorstellungen Der Entente ivageu Der nicht ge»ü» senden Durchführnns des EniiuqffuuugsgeieV v Vevvr-- sseheud. Auch Die neuerliche Reise des Generals VoÄet nach Paris steht in Verbindung mit dein Wafsenreichtum Der Kommunisten. Om mitteldeutschen Auffkarrdsg-Hiet ist am Mittwoch abend von den Polizeitruppen folgende Beute ge°. meldet worden: in tito Gewehre und kleine Waffen, 1300 Maschinengewehre und etwa 60 000 Schutz Munition.