Schlächter «er Rrei 88 lalt. — - — Schlachterner Tsgektalt.
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Gegründet im Jahre 1849
unter dem Titel
DsV NSZrvkSbSte
Mittwoch, den 16. März 1921
Anzeigen: kl. Zeile oder deren Raum 70 Psg., Reklame, geile Mk. 2.— sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder MindergÄichr einschl. BezugS. Keine Gewähr für Platz, Aufnahmezeit und Belegliefrrung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen» kosten. Zahlkarte Frankstrrt a. M. Nummer 11469.
73. IaHrg.
Ist die Anwendung
Künstlicher Düngemittel notwendig?
Die hohe« Erträge an Getreide und anderen Ackergewächs««, welche in Deutschland vor dem Kriege erzeugt wurde«, waren nehen Verwendung besten Saatgutes guter Bodenbearbeitung usw. in erster Linie verursacht durch reichliche Ernährung der Kulturgewächse. Seit Beginn des Krieges sind die Erträge um rd. */s zurückssgange«. Die Folgen des Rückganges der Ernten find Mangel am Nötigsten für das deutsche Volk und die damit verbundenen das Volkswohl schädigenden Begleiterscheinungeu.
Es ist eine hohe Aufgabe und eine sittliche Pflicht des deutschen Landwirts, alles was in seinen Kräften steht für die Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes auf deutscher Schofle zu tun. Je mehr der deutsche Boden hervorbrinzt, desto weniger teures Auslandsgetreide braucht eingeführt zu werden und desto mehr können solche Rohstoffe eingeführt werden, welche zum Wiederaufbau der Wirtschaft, insbesondere zur Belebung der Industrie und damit auch zur Verminderung der Arbeitslosigkeit erforderlich sind.
Die Verwendung der künstlichen Düngemittel ist heute noch viel notwendiger als vor dem Kriege, weil der Boden an den wichtigsten Nährstoffen verarmt ist. Diese Verarmung ist hervorgerufen durch die Ablieferung des größten Teils der Ackererzeugnisse, durch die Verminderung des Viehstandes und vor allem durch die wegen Mangel an Kraftfutter verschlechterte Fütterung der Haustiere, wodurch der natürliche Dünger nach Menge und Güte immer unzu- reichender geworden ist. Es muß mit dem Raubbau Schluß gemacht und ein weiteres Sinken der Ernten unter aSen Umständen verhindert werden und zwar durch ausreichende Verwendung künstlicher Dünger.
Der Einwand, daß die Anwendung solcher sich nicht 'dezahü m«ch«, ist «tcht-Äiqhekig. Der «zielte Meh^fzg läßt dem Landwirt im Durchschnitt der Jahre einen ansehn. lichen Gewinn. Das haben auch die zahlreichen Versuche der deutschen Laudwirti'chäflsgesellschast im Vorjahre gezeigt. Im Durchschnitt der Jahre bringt richtig angewendeter Kunstdünger einen Mehrerträg vom 3—5 z Körnern. 20 bis 35 z Kartoffeln und 30—50 z Runkel« pro Morgen.
Es kann darnach leicht ausgerechnet werden, daß sich die für den Dünger gemachten Ausgaben trotz der stark gestiegenen Kunstdüngerpreise lohnen. Werde« z. B. zu Kartoffeln außer der üblichen schwachen Stallviisidünzung pro Morgen 17» e Thomasmehl, 1 z 4G%tgeä Kalisalz 1 z schwefelst Ammoniak gegeben, so kann dadurch eine Mehrernte von 20 z erzielt werden, die einen Wert von 500 Mk haben, während der Dünger nur die' Hälfte von 500 Mk. kostet. Die Düngungskosten würde» jedenfalls scho:; bei einem Mehr- ertrag von 10 z Kartoffeln, der sich selbst in den ungünstigsten Jahren erzielen läßt, gedeckt sein.
Auch das Getreide lohnt dte Kunstdünger du t enb
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Sturmbewegte Schicksale
Roman von Max Esch.
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Erst nach geraunter Zeit wiederholte Brown gedehilt: „Sitzt am Spieltische und fordert das Glück heraus?" Energisch aber beantwortete er die Frage selbst: „Nein, das hat der Freiherr nicht nötig, beim —" plötzlich hielt er inne, war ihm doch zur rechten Zeit eingefallen, daß er hatte eine Dummheit mit der Bekmnltgabe der Verlobung begehen wollen. De»m sein Freund Parker^miürde da nichts Eiligeres zu tun gehabt haben, als seiner Frau und Tochter schäden- stoh den Hereinfall BrownS zu verkünden. Den Triumph aber wollte er ihm nicht verschaffen, deshalb verschluckte er schleunigst daS Ende des Satzes. Die spötlisch auf sich gerichteten Blicke deS Polen führten ihin aber ginn Bewußtsein, daß rr feine Behauptung auch begründen müsse, und so beendete er nach kurzem Nachdeliken den angefaugenen Satz: „Denn er ist vermögend und einsichtig genug, daß er keine unüber« legten Streiche begeht.-
»Hm," räufperte sich ProchowSki. „Kennen Sie den angeblichen Froiherrn näher?" fragte er sodann lauernd, indes es ipöltisch um seine Mundwinkel zuckte.
War soll da» ? fragten sich sowohl Brown als auch Parker. Beide wußten doch, daß der Freiherr der letzte männliche Sproß eines alten deutschen Adelsgeschlechtes war. So stand tS wenigstens im Gothaischen Hofkaleilder. Was beziveckte der Pole deshalb mit feiner ironischen Frage und warum beobachtete er ihn, Brown, so lauernd? Der Mensch, der ihm ja noch niemals recht stzinpathisch gewesen, tarn ihm jetzt sogar «»heimlich vor.
„ES ist der letzte Sproß einer der ältesten unb vornehm» [ten deutschen begüterten Adelsfamilien und Herr ans Ban- cieu'itz," erwiderte nach einiger Zeit statt des ©einigten pm ter.
„3 • das VJt auf dem Papier. Wissen die Herren denn, tb der Herr, der hier im Hotel abgeftiegen ist, auch berechtigt
*. den Name» unb Titel zu führen, die« sich aiimaßt?" jsggle ProchowSki wieder»!»».
b versteh, Sie nicht!- antwortete abweisend Brown, * -2:t^ "ä £s»ipnarabt ut bis Höhe richtete
sprechende Mehrerträge. Die für 1921 geplante Bewirtschaftung der Getreideernte ist der Verwendung von Kunstdünger besonders günstig. Es soll jeder Landwirt (mit Ausnahme der kleinen Besitzer pro Morgen eine bestimmte Getreidemenge abliefern, für die er einen mäßig gehaltenen weit unter dem Weltmarktpreis stehenden Höchstpreis bekommt. Was der Landwirt über diese Pflichtmenge, die nach der Bodeugüte usw. abgestuft ist, abliefert, wird ihm zu einem erheblich höheren Preise (wahrscheinlich Weltmarktpreis) vom Staate abgekauft. Es kommt also wirtschaftlich darauf an, viel vom Morgen zu ernten, um viele z über die Pflicht- menge hinaus abliefern zu können. Und diese Zentner sind es gerade, welche die künstliche Düngung besonders gut bezahlt machen, aber auch nur durch dieselbe sich erzielen lasten.
Kunstdünger ist genug vochande« Der Land«. Kreis- verein Schlüchtern hat für feine Mitglieder voll ausreichende Mengen der brauchbarsten Düngemittel lagern. An den Landwirten liegt es, diese 'mld abznnehmen. Ueber die Anwendung gibt die Landw. Schule Schlüchtern kostenlose Auskunft und steht auch für die Anlegung von Versuche« mit Rat zur Seite. Möchte« recht viele Landwirte sich zur vermehrten Kunstdüngeranwendung, mindestens aber zur Durchführung größerer Versuche entschließen. Pflicht und Vorteil gebieten es! Müller, ______ Direktor der landw. Schule Schlüchtern.
Aus der Heimat.
—* Ueber die Lohnlisten wird uns vom Finanzamt Schlächter« mitgeteilt: Auf Grund des § 40 des Einkommensteuergesetzes vom 29. März 1920 (R.G.Bl. S. 359) und der Verordnung des Herr« Reichsministers der Finanzen vom 29, Dezember 1920 wird jeder, der im Bewirke des Finanzamts Schlüchtern Personen gegen Gehalt, Lohn oder sonstiges EMxlt im Kalenderjahre 1920 länger „als zwei Monate beschäftigt hat, aufgefordert, in der Zeit vom 15. März bis 15. April 1921 Namen, Stellung und Wohnung sowie das von ihm herrührende Einkommen dieser Personen dem Finanzamt mitzuteilen (Lohnliste). In der Lohnliste ist zugleich anzugebe«, für welchen Zeitraum das Einkommen bezogen wurde.
Die gleiche Aufforderung wird an die Vorstände juristischer Personen und Vereise aller Art, sowie an die Vorstände aller Stellen, Behörden und Anstalten des öffentlichen Dienstes hinsichtlich des Berufs- oder Penfions-inkommens ihrer Beamten, Angestellten, Bediensteten sowie der Empfäuqer von Ruhegehältern, Witwen- und Waisenpensionen oder UllterhaltSbeiträgen gerichtet.
Soweit Rüchs, Landes- und Gemeindebehörden über di-r hiernach in die Lohnlisten aufzunehmenden Personen den Finanzämtern bereits Nachweisungen eingeretcht haben, ist die Erreichung von Lohnlisten nicht mehr erforderlich.
Die Lobnliftev gnß aetronnt «^ h^ W^b"->-c-n Sw ^TW l^^^l^■II^^M^M^^^»^^
Der Gedanke, von einem Hochstapler düpiert worden zu ! sein, der ihm infolge dieser Frage durch den Kopf schoß, war ihm angesichts deS sicyeren Auftretens des Fremden und nach der Auskunft, die der Gothaische Hofkalender ihm erteilt. zumal auch die Eintragung im Fremdenbuche sie zu bestätigen schien, zu unerwartet gekommen. Und nun kam dieser Pole, den er nicht ausstehen konnte, mit einer solchen versteckten Behauptung I War der Mensch denn bei klarem Verstände?
„Es ist sehr leicht, hier unter erborgten Titeln und Namen aufzutreten,- erwiderte gleichmütig ProchowSki. «Gefahr ist dabei ja nicht sonderlich vorhanden."
„DaS ist aber ein starkes Stück!* brauste Stören auf. „Können Sie diese Verdächtigung eines Abwesenden beweisen?"
„Halten Sie mich denn für einen Toren, daß ich ohne Beweise eine solche Behauptung auffteOen würde?" fragte der Pole zurück. „Wer eS ist, der unter der falschen Flagge segelt, weiß ich vorerst noch nicht. Ich oermute indes, daß es ein berüchtigter Falschspieler ist, der steckbrieflich gesucht wirb. In Kürze hoffe ich aber, Ihnen Näheres darüber mitteileu zu können," setzte er gleichmütig hinzu.
Das war für die beiden Amerikaner eine äußerst fatale Aufklärung des geheimnisvollen Falles, die sie nicht für i möglich gehalten hatten. Der Skandal, in den sie dadurch ; wider Willen verwickelt worden waren, mußte großes Aufsehen erregen. Es war also das beste, uuverzngUch abzu- ‘ reisen.
Hastig erhob sich Brown, seinem Beispiele folgte auch Parker. Sie entsinnen sich mit frostigem Gruße. Triumphie- ; reud blickte der Spieler ihnen nach. Er schloß nicht mit , Unrecht, daß beide Amerikaner mit ihrei» Familien nun : Hals über Kopf abreisen würden. Geschah das aber, dann ' hatte er und sein Gefährte es nicht nötig, die Abreise an« zutrete».
Was der Pole voranSgesehen, geschah. Fanlilien Brown unb Parker hatten in der Frühe des nächsten Tages den . Stand Meutones von den Füßen geschüttelt und waren nach ! der Schweiz abgereist. So hatten sie wenigsteuS als Ziel der i N. -e angegeben.
1 ülük mich 6es Freiherr von Ladeivi, »ar uM wleder w
Empfänger von Dienst- oder Ruhegehaltsbezüge« aufzustelle» unb dem für deren Wohnort zuständige« Finanzamt zuzn- feuben. Ist eine Gemeinde in mehrere Stellerbezirke geteilt, so ist die Lohnliste getrennt nach den einzelnen Steuer- bezirken aufznstelle«.
Für die Lohnlisten dürfen nur die vorgeschriebenen Vordrucke benutzt werden, welche außer beim Finanzamt „Zimmer 4" bei den Gemeinde- und Gutsvorstände« kostenfrei abgegeben werde«.
Wer dieser Aufforderung nicht, oder nicht rechtzeitig nachkommt, wird nach § 377 der Reichsabgabeuordnung mit einer OrduuugSstrafe von 5—500 Mark bestraft.
Vorsätzlich unrichtige Angaben fallen unter den Begriff der Steuerhinterziehung und find daher nach Z 53 des EinkoNmenstevergesetzeS ~ in Verbindung mit § 359 der Reichsabgabeuordnung strafbar. — Es wird besonders darauf hingewieseu, daß auch die Hausangestellten (Dienstboten, Aufwärterinnea usw.) in den Lohnliste« mit aufzu- führea stnd.
* Sterbfritz. (Sportliches.) Wie überall, so herrscht auch in unserem Orte erfreulicherweise ein reger Sportsbetrieb. Jung und Alt begiebt stch am freien Sonataguach- mittag hinaus auf den grünen Rasen, um ihr Können in Fußballspielen und ander?« Sportzweigen zu zeigen. Auch hatte unser Fußballverein in letzter Z it Gelegenheit, stch mit anderen Vereinen zu messen So weilte am vorletzten Sonntag eine B-Ktaffe Man- ^asi von Brvchtöbel bei Hanau hier zn Gaste, welche sich eine Niederlage von 3:1 gefallen lassen mußte. Am letzten Sonntag rückte nun unsere Erste nach Brückenau zum Kampfe aus. Dort waren sie diesmal nicht vom Glücke begünstigt, trotzdem unsere 11 technisch überlegen war und ein viel besseres Lompiaations- spiel zeigte. Halbzeit 2 :0 wovon 1 Abseitstor nicht zu werten ist. Bet diesem Stande blieb es bis zum Schluß. Die Ehre bts Tages rettete dann Sterbsrttz UI. gegen Brückenau III. mit 3:0. — Die 11. Mannschaft des hiesigen Turnvereins spielte ste siegreich gegen Hohenzell I. mit 3:2.
.^ nrone s-drebermfäre, die gleich woH 6e« WDeM» itiuiu n rittei, wurde, gelangt nach liswMatiaer Unter« suchuna deuiNuchsr vor der Laargeu»ü»-er Strrlfüwrm« zur ^erhanölung. Natürlich sind manche 6auDt6elbeit
längi't iiler die Grenze. Ein gervisser Ganglofs, der an» Pommern.stammen und preußischer Leutnant a. D. fein fou, jedenfalls naturalisierter Amerikaner bereifte schon während des Bormarsche« der Besatzungstruppen Fran^ reich, kaufte alle erreichbaren Waren, insbesondere omeri. kanliche Lager, auf und verschob fie mit Hilfe eines ganzen Stäbe» von Mitarbeitern über die deutsche Grenze. Ein VerkehrSkontrolleur, Kehr, ein Beamter des Strahburger Hauptbüros. Murche, ein hoher Zollbeamter aus ^»n, brücke», SchällhoM. und ein gewisser Max Kahn aus For- bach waren die Haupthelfer des Unternehmens, das u a.
sonnen amerikanischen Speck geschoben hat. Gangloff !?a> ton Millionen Fransen bei dem Geschäftchen verdient".
seinem Hotel eingetroffen. Das war baß Ergebnis d« Nachforschungen Prochowskis.
Die beiden Spieler hielter» sich noch eine Woche in Men< tone auf, um unauffällig Erkiuidignugen einzuziehen, roaS man über die Schießerei im Parke von Monaco dort halte.
Allesß blieb indes ruhig, sodaß bie Behörden den Fall nicht tragisch genommen haben konnten. Jedenfalls lvar bee Tote seiner Barschaft beraubt und bei seiner Auffindung für einen Selbstmörder gehalten warben, sodaß bie BirmutunH Millers voll eingetroffe»» war.
Zögeruden Schrittes folgte Freiherr von Ladewig den beiden Fremden in ben Nebenweg, der zwar bet Lichtflut der Bogenlampen entbehrte, immerhin aber durch baß silberne Mondlicht fast tageshell beleuchtet war.
Mit schönheitsdurstigen Augen suchte Ladewig daS herrliche SanbfihafcSbUb, das sich ihr» hier bot, in stch festzu» halten.
Indes entfernten sich die beiden Fremden immer mehr. Der Weg führte sie anscheinend in einen abgelegenen Teil bei Parkes, bet von Besuchern nur selten aufgesucht wurde.
Was mochte nur dieser Graf von ProchowSki aus Krakan i eigentlich von ihm »vollen? Beabsichligte er »hn, Ladewig, ' in einen Hinterhalt zu locken? Einsam genug war eS in diesem Teile des Parkes l Zu welche.:» Zwecke bestellte der Graf »Hlphierher? War es nicht töricht, bem Rufe des Fremden zu folge»? Doch, was sollte ihn, hierzustoßei»? Furcht kannte er als ehemaliger Soldat Uicht. Nä-HSM er den in der Rocktasche befindlichen Revolver aus dem Futteral gezogen, tun auf alle Fälle gerüstet zu sein, schritt er den beiden Fremdest »räch.
AlS diese Schritte hinter sich omrahmen, blieben sie stehen und ivandten sich um.
Den Hut leicht lüftcub, trat Ladewig auf beide zu. „Herr Graf von ProchowSki?" wandle er fim frageub an sie.
„Graf von ProchowSki," stellte üch der eine der beiden vor. „Kolonel Miller aus Clduey," setzte er, auf seinen Ge- : führten deutend, hinzu.
| „Freiherr von Ladewig," Nnnte nun auch der Ankö -nn- ‘ liua teme»» Stauieu Lab 20