zchlüchlerner Kreis b
"L-tuaSpreiS vorauszahlbar vierielj durch die Post Mt. 12.—, durch unsere Träger Mk, 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10.—. Erscheint an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag g. Hohmetster, verantwortlich H.-L. Hohmeister, Schlächtern, gernrnf 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschästs- " verkehr mit der Firma Schlächtern.
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Gegründet im Jahre 1849
unter dem Titel
Der? Bezirks böte.
Samstag, dm 26. Aeöruar 1921
üdjterner Tagebla 1 l.
Anzeigen: N. Zeile oder deren'Raum 70 Pfg., Reklame- zeile Mk. 2.— sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Mindergebühr einschl. BezugS. Keine Gewähr für Platz, Aufnahmezeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zahlkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.
73. AaSrg.
Wüßten zum Kommunalkandtag Kassel.
Die
je Sozialdemokraten je Hessische Arbeilsgemeiuschaft
as Zentrum je Demokraten
je Deutschnationalen je Deutsche Volkspartei ie Unabhängigen
je Kommunisten
erhalten
18 Sitze
erhält
16 „
7 „
erhalten
4 „
2 „
erhält
2
erhalten
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2 ,.
Zusammen
52 Sitze
Die Kreise Schlüchter«
und
Homberg erhalten keinen ^geordneten. Die Ursache des bedauerlichen Umstandes, ia5 zwei Kreise des Regierungsbezirks für die Dauer der Wahlperiode, die vier Jahre umfaßt, ohne Vertreter im lommunallandtag sein werden, liegt bei uns in der 3 er« plitteruug der Stimmen durch den Mangel einer Einigung er Wahlberechtigten. Und diesen Mangel müssen wir um o schmerzlicher empfinden, als alle anderen Landkreise unter m gleichen Verhältnissen den Weg zum Zusammenschluß efunden, und zielbewußt verfolgt haben.
Aus der Heimat.
—* Die Erneuerung der Lose zur IH. Klaffe der Pr. Üassenlotterie muß bei Verlust des Anrechts bis spätestens Ultimos, den 2. März abends 6 Uhr erfolgt sein.
—* Der Leiter der Zentralgenoffenschaftskasse und des Verbandes der landwirtschaftlichen Genoffenschafte« des iegierungsbezirks Cassel und angrenzender Gebiete, Herr Direktor Böhm in Cassel, wurde vom Finanzminister und en Ministern für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, ir Volkswohlfahrt und für Handel und Gewerbe in den lusschuß der staatlichen Preußischen Zentralgenossenschafts- asse zu Berlin berufen.
Hk. (Pvrjchüssk auf Äusgleichforderungen.) Firmen, welche vor Abschluß des endgültigen Ausgleichverfahrens ievorschuffung ihrer Forderungen zu beantragen wünsche«, erden gebeten, stch damit an den Verband der geschädigten »landsdeutschen Frankfurt a. M. Neckarstraße zu wenden, ievorschuffung findet bis zu 50% der anerkannten Forderte» statt gegen Belastung von 5% Zinsen bis zur Be- leichung des RestguthabenS.
—* (Die Beschränkung der Einwanderung nach Amerika.) mit großer Mehrheit vom amerikanischen Kongreß an- mommene Beschränkung dxr Einwanderungsziffer in Amerika ^mindert die Zahl der Einwanderer pro Jahr auf 345 641,
3 v. H. des Anteils der verschiedenen europäischen iuder in der amerikanischen Einwanderung im Jahre 1910. JeuHd^lanb kann also jetzt noch 75 040, Oesterreich Ungarn
Einwanderer abgeben, die alliierten Länder und '»gland, letzteres mit 47306 Auswanderern bestreiten den lief}.
öt (Stenographische Prüfung.) Das Stenographische imsungsamt der Vereinigten Handelskammern Frankfurt a.M. Swau veranstaltet am 13 März 1921 vormittags 9 Uhr sute Frühjahrsprüfung für Geschäftsstenographen und Ver- ^dlungsstenographen (Praktiker). Die Teilnahme ist auch Wwärttgen gestattet. Anmeldungen nimmt bis spätestens März 1921 die Hauptgeschäststelle der Handelskammer, «ue Börse, Zimcker 33 in der Zeit von 9—3 Uhr cnt
Bet der Anmeldung ist Geburtsdatum sowie der MeMohaort anzugeben. Die Prüfungsgebühr beträgt w Geschäftsstenographen Mk. 20.— und für Vorhand- "»Sssienographen (Praktiker) Mk. 30.— Für Prüfungen « einer höheren Silbenzahl als 180 (bezw. 260) erhöht Gebühr um Mk. 5.—. Die Gebühr ist der Anmeldung beizufügen.
—* (Jugendliche tu der Fremdenlegion^ Wie wir "en, hat dte französische Regierung bisher die Entlassung über 18 Jahre alten Personen, welche sich freiwillig -Eintritt in die Fremdenlegion verpflichtet hatten, grand- W abgelehnt. Hierin ist jetzt eine Aenderung eingetreten. A finer Verordnung vom 21. Juni 1920 dürfen noch W 20jährige Minderjährige nur dann angeworben wer- ®8»n sie eine schriftliche Ginwilligungserklärung ihres Wiche« Vertreters verweisen. Anträge auf Entlassung ,2er Legionäre, die vor Vollendung des 30. Lebensjahres
"h»e dte erwähnte Einwilligung nach dem 21. Juni ^0 angeworben sind, dürften somit Aussicht auf Erfolg u * Salmünster. Der Militäranwärter Karl Henning von am 11. und 12. d M»s. bei dem Finanzamt in M sein Examen als Verwaltungs^S:kc,tär mit gut be- Mden. z/_Wetzlar. Das Lebensmittelamt wird nach einem Be-- der Stadtverordnetenversammlung aufgelöst.
Zeitung für eilige Leser.
fttt Polen ist ein Eisenbahnerstreik ausgebroche«. Ru' die Hälfte der Züge verkehrt.
In China hat ein furchtbares Erdbeben stattaefnnden I» einer Provinz sind 40 000 Quadratmeilen von der Ver Wüstung betroffen. Tausende von Menschenleben find zl Grunde gegangen.
Zur Abstimmung in Oberschlesien werden nicht nur vier sondern zehn englische Bataillone der Rheinarmee nasi Onerschlesie« geschickt werden. Ei« italienisches Bataillon ist bereits in Ratibor eingetroffen.
Die.Dentschc Volkspartei hat an die Koalitionsparteier die Anregung weitergegeben, die Frage der Koalitionsbil, dann zu vertagen, da die Londoner Berhaudlunge« Deutsch- land vor eine Situation stelle« könnten, die es geboten erscheinen lasse, jedes Vorgehen zn vermeiden, welches nack außen krisenhaft wirken könnte.
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Das Erfordernis der Stunde.
Von einer Persönlichkeit, die in unserem Wirtschaftsleber nne hervorragende Stellung entnimmt, wird "der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" geschrieben:
Am nächsten Sonntag sollen die deutschen Vertreter zu den ' London-: Verhandlungen abreisen. In der britischen Hauptstadt werden dann Entschließungen fallen, die vielleicht über ms Schicksal des deutschen Volkes entscheiden.
Es ist nicht verwunderlich, daß angesichts der drohenden politischen Gefahren sich mancher — und nicht der schlechtesten Kreise des deutschen Volkes eine Erregung bemächtigt, dir ■ >ine Möglichkeit unüberlegter Handlungen in sich birgt. Diese Gefahr dürfte um so größer sein, als hinter einzelnen Heiß- pornen regelmäßig gewisse agents provocateurs zu stehen »siegen, deren Weizen nur in der Unordnung blüht. Wir nisten, daß die treibenden Kräfte weder eine politische Partei wch eine bedeutende Persönlichkeit oder eine bestimmte Orga- tifatren hinter sich haben; haß^Z sich,vielmehr.:.^ einen nur leinen Kreis politisch kurzsichtiger Phantasten handelt, deren tlkticn schon aus Mangel an Waffen an sich ohne praktische Sedeutung sein würde. Die eigentliche Gefahr sehen mit edoch darin, daß ein derartiges Abenteuer im Ausland erneut alsche Vorstellungen von militärischen Regungen in Deutsch- and erwecken müßte und im Inland von radikaler Seite ben [efamten Bürgertum zur Last gelegt werden würde.
Von denjenigen, die in London die deutschen Interessen inter so schwierigen Umständen vertreten sollen, darf man er- carten, daß sie sich durch Einschüchterungen irgendwelcher Art licht zu einer falschen Nachgiebigkeit bringen lassen; bafür aussen sie aber die Sicherheit haben, daß in der Heimat kein Infug verübt wird. Eine Wiederholung der Verhältnisse oie sie im März 1920 zuerst von rechts, dann von links heo >eigeführt wurden, wäre für den Bestand des Reiches ver; Änanisvoll. Gerade Industrie und Handel, von denen in rfter Linie der Wiederaufstieg unseres Wirtschaftslebens abhängig sind, würden dann am Härtesten getroffen werden. Es nuß daher die Aufgabe aller, die. es angeht, fein, dafür zu praen, daß das Land in Ruhe'bleibt und daß in Preußen möglichst bald ordnungsgemäß eine von der Mehrheit der Be- Äkerung getragene Regierung eingesetzt wird.
In der Zwischenzeit sollte jeder als Feind behandelt^ und gegebenenfalls unschädlich gemacht werden, der die Ruhe stört nag er von links oder von rechts kommen. w.
Witwe 6rllöronotii A. Simons.
Die gestrigen Erklärungen, D^. Simons waren ant inen sehr resignierten, aber doch entschlosienen Ton gestimmt
Wir haben «ns militärisch, so sagte er «. a., so ziemlich >is a«ss Hemd avsgezoge«, und von einem militärischen An- rriff auf fremde Völker kann ernsthaft nicht die Rede sein über der Begriff Kriegsmaterial wird so weit ausgedehnt, laß wichtige Industrie« geschädigt werden. Wir werde»
ÖeUoS in der ReparationSfrage eine« starten Sturm zn jen haben Wir gehe« vergebens nach London, wenn nan dort keine Aenderung der Pariser Beschlüsie vor hat wnn die AnSstthruna dieser Beschlüsse halte ich für an-?- »cschlossen. Unmöglich sind die Annuitäten, unmöglich die 12prozentige Abgabe: schon jetzt machen sich Bestrebnuge« geltend, unsere Ausfuhr zn unterbinde». Der deutsche lKcuerzghler kann eine so grosse Berpsl'chtnna. wie sie 'hm »afgevitrdet werden soll, nicht tragen. Wir werden praftnehe »iegenvorschläge machen, obwohl Einstimmigkeit bei den Sachverständigen nicht zu erzielen war. Worauf es der deut- kfn-n Regierung ankommt, ist, dass das deutsche Bo k,n »einer »Mehrheit der Regiernng .znrnft: „Bleibe fest! Davon 'önuen Sie überzeugt sein: Wir sind nnS unserer Verantwortung voll bewusst, die wir in London zu tragen haben Ich benutze die letzte Gelegenheit, vor der deutsche« Kenntlichkeit nochmals meiner festen Ueberzeuqnng AnSdrnck zu ^eben, dass es gegen de« Vertrag von Versailles »ersinne« würde, wenn eine Ablehnung überhaupt zu Sanktionen ^in- gss geben würde.
Es ist nicht meusshenmöglich. dass ein Volk den ganzen a-chaden wieder gut macht, den 07 Länder durch einen gewaltigen Krieg erlitten haben. Die Anwendung der sanr- Ünncn kann die Welt von den Folgen des Krieges nicht be
freien. Das deutsche Volk schickt seine Leute vor den Feind: so lange sie dort stehe«, muß die dentsche Heimat geschlossen -leiben.
Dr. Simons warnte zum Schluss eindringlich vor unbedachte» politischen Abenteuern, von welcher Seite sie auch ausgehen möge«. Jeder Versuch, sie zu verwirklicheu, werde «unächfichtlich niedergeschlagen werde«.
Die deuffchen Vertreter.
Blättermeldungen zufolge, ist die Zusammenstellung der deutsche« Delegation für bte Londoner Konferenz nunmehs beschlossen worden. Leiter und Vertreter des Reichskabinetts ist der Reichsminister Dr. S i m o n r. Die Reichsministerien für Finanzen, Inneres und Reichswehr werden durch acht Fachreferenten vertreten, und zwar durch die Ministerialdirektoren Simson und Göppert Dem Auswärtige« Amt, die Staatssekretäre Bergmann und Schröder, vom Finanzministerium, Staatssekretär Lewald vom Ministerium des Innern, die Generale v. Seeckt und Sirempel vom ,Reichswehrministerium und voraussichtlich Geh. Rat v. Lesuire bow, Reichswirtschaftsministerium. Als Sondervertreter Preußeni wird sich Geh. Rat Fellinger vom Handelsministerium tuü als bayrischer Sondervertreter StaatÄkut t. Mnoel der Delegation anschließen. ...... „
Deutscher Reichstag.
Berlin, 24. Februar.
Das Haus fetzt die Beratungen des H a « s h a l t s d ei Reichsarbeitsministerinms fort.
Leopold (Deutschnat.) hält die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten für die wesentlichste Auf'ibe und bedauert, daß der Minister gestern um dieses Problem herumgegange« sei. Wenn die Arbeitsleistung zurückgegangen sei, so liegt dies auch an der überstürzten Einführung der achtstündigen Arbeitszeit. Der Rückgang der Kohlenfi.rderuna rede hier eine deutliche Sprache. Bei der Landwirtschaft -^ ein ähnlicher Rückgang in der Produktion zu verzeichnen, ebenso bei der Bautätigkeit. Was man seiner Zeit als eine segensreiche Folge der achtstündigen Arbeitszeit stries, nämlich die Gewährung einer körperlichen Erholung und die MLglichkeii einer geistigen Weiterbildung der arbeitenden Klasse, habe sich als undurchführbar erwiesen. Bedauerlich bleibt der Entschluß der Arbeiter im Ruhrrevier, sich nunmehr den unter dem Druck der Ententesorderungen eingelegten Ueberschichte« zu entziehen. Eine Erhöhung der Löhne, wie sie gestern der Minister angedeutet hat, ist für die Industrie einfach u». möglich.
Abg. Andre (Zentrum): Die zwei Millione,. Totf-und die drei Millionen Kriegsbeschädigte sind der Grunds des Rückganges unserer Arbeitsleistung. Dazu kommen die Ge- Hietsverluste in Osten und Westen und in den Kolonien. Bei unS —"nbet sich die wirtschaftliche Krife auf den Kohlen- n-angel und das Fehlen der Rohstoffe im Auslande,. sowie ' ie Verstopfung des Marktes durch Ueberfluß. Die Lohntage ist von größter Bedeutung. Leider sind die Grundlagen Mt den Lohntarif noch nickt überall einwandftei. Der Haupt- umngel liegt darin, daß die Qualitätsarbeii nicht entspre- ckend gewürdigt und stets nur Durchschnittsarbeit als matz- o-bend anaeseben wird. Daß die Bergarbeiter für ihren 'ckwere Beruf die beste Bezahlung vor allen Arbeitern ver- - irnen, ist unsere Ueberzeugung. Wir hoffen daher, daß ein neues Abkommen zustande kommt, das produkftvfördernd irkt. Der Antrag Hergt auf Kapitals- und Gewinnbeteili- !pa der Arbeiter ist recht unklar. Er sollte einem Ausschuh verwiesen werden. Jedenfalls muß der Arbeiter und Ange- '■ellfe als Mitträger der Produktion betrachtet werden. Nicht' der Kommunismus des Geldsacks soll unsere Wirtsckast be- berrscken, sondern die christlicke Liebe.
Abg. Dr. Moldenhauer (D. Vpt.s: Unsere Auf- v ^nnc, her So,ialpolitik ist die, daß auf dem Boden der Heveaen Wirtschaft des Privateigentums eine Ausstöhnuna der ^teM Klassen versucht werden muß. In die Freiheit des Eiaentums soll bet Staat nur da xingreifen, wo es das Ge- • iuwoh erfordert. Diesem Gedanken entfbridjt die von Vismarch aeschaffene soziale Gesetzgebung. Neben der FLr- h tge des Staates können wir die private Fürsorge des ein« »einen und der Kircke nickt ?■ tbehren. Wir bearüßen die ge- i'Tante Aenderung in der Unfallversickerung. Die Arbeitgeber hoben das doppelte Interesse an der Verminderung der Betriebsunfälle. Bei ber^ Reform der Arbeitsnachweise ist es nicht angängig, die Arbeitsvermittluna durch Zeitungsanzeigen einfach zu verbieten. Die Verordnung des Demobil- mackunaskommiffars sollte möglichst bald aufgehoben werden.
Abg. Simon-Franken (lt. S. P.): Es ist zu wünschen, daß wir aus der Zeit der Ankündigung der Gesetze endlich zu Taten kommen. Die Deutschnationalen bekämpfen jetzt den Achtstundentag und der Reichswirtschaftsminister bat auch schon Andeutungen dieser Art gemacht. Die Arbeit?- h siabüt wurde dadurch ungeheuer vermebrt werden.
Abg. Schirm er sBay. VolkspO: DaS größte Problem der Gegenwart ist die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit für bi'? Arb itslosen und von Wohnungen für die Wohnungs- losen. Die Kanalpläne müssen verwirklicht werden.
Das Haus vertagt sich hierauf auf morgen mittag 1 Uhr. - Schluß 6 Uhr.