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Bezugspreis vorauszahlbar Viertels, durch die Post Mk. 12., durch unsere Träger Mk, 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10.. Erscheint an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag L. Hohmeister, verantwortlich H.-C. Hohmeister, Schlächtern, gernrus 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschäfts­verkehr mit der Firma Schlächtern.

Gegründet im Jahre 1849

unter dem Titel

Schlüchterner ® t g e 61 a 11

Auzeige«: kl. Zeile oder deren Raum 70 Pfg., Reklame. Keile Mk. 2. sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bet Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Mindergebühr einschl. BezugS. Keine Gewähr sür Platz, Ausnahmezeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- koften. Zählkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.

Dienstag, den 22. Aeöruar 1921

'^. Iahrg.

Aus der Heimat.

* (Was eine 30-Psg. Postkarte in Zukunft kostet). Nach einer mit Zustimmung des Reichsrates vom Reichspost- minister erlassene« Verordnung werden fortan die mit d^m Freimarkenstempel versehenen Postkarten, Postanweisungen und Kartenbriefe mit einem Zuschlag für die Papierkosten verkauft, weil diese Koste» sich erheblich gesteigert haben und in oen Beförderungsgebühren keine Deckung mehr finden. Der Zuschlag beträgt für Postkarten und Postanweisungen 5 Pfg. für Kartenbriefe 10 Pfg.

* Schlächtern. (Sport.) Am letzten Sonntag bracht« der Fußballverein Schlächtern 1910 drei Spiele mit folgenden Ergebnissen zum Austrag: 1. Mannsch. 1910 gegen 1. Turngemeinde Hersfeld 3:3.

3. Mannsch. 1910 gegen 3. Wächtersbach 1909 1:0.

4. Mannsch. 1910 gegen 3. Germania Herolz 1:0.

* Ahl. (Wahlergebnis): Landt. Ztr. 107, S.P.D. 10. Pro,, u. Kreis: Ztr. 110, S.P.D. 7. Neustall. (Wahl- ergebnis). Landt.: Ztr. 65, Provinz und Kreis: Ztr. 63. Sanuerz. (Wahlergebnis). Landt.: D.-N. 24, Ztr. 126, Dem. 4, U.S.P. 17. Prov. und Kreis: A.-G. 24, Ztr. 125, Dem. 4, U.S.P. 17. Uerzell. (Wahlergebnis). Landt.: D.-W. 1, Ztr. 144, S.P.D. 3. Provinz u. Kreis: D.-W. 3, Ztr. 141,S.P.D. 3. Herolz: (Wahlergebnis).

Landt.: D.-N. 10, D.'V. 5, Ztr. 220, Dem. 1, S.P.D.

42, U.S.P. 1. Provinz u. Kreis: Ztr. 198, Dem. 1,

S.P.D. 43. _____ J____ _

Gesundheitspflege.

Bon Emil Anacker in Schlächtern.

(Nachdruck verboten).

Als im Jahre 1917 ein großer Mangel a« Aerzten und Medicammten eintrat und von einer Königl. Regierung zur Sammlung einheimischer Arzneikräuter und Ablieferung solcher an die Apotheken aufgefordert wurde, schrieb ich Nach­stehendes i« kurzer Zeit, um meinen Mitmenschen zu vr«»«« und es in Kleinbuchformat zum Selbstkostenpreis als ein Vademekum und Gesuudheitsbüchlein Jedem zugänglich zu machen. Papier- und Druckkosten waren aber schon damals so hoch geworden, daß das Büchlein bei hohem Preise seinem Zweck nicht entsprochen haben würde. Erst durch die Besprechung unsrer einheimischen Arzneipflanzen durch Herrn Prorektor Keller in unserm Heimatbundesblatt Nr. 5/6 d. J. kam mir der Gedanke, es auf gleichem oder ähn­lichem Wege allgemein bekannt zu geben. Ich tue dies hiermit und rufe dem sehr geehrten Leser zu:

Hilf Dir selbst!" Die Erde.

Die Erde war anfangs ein glühend-gasförmiger, dann «in glühend-flüssig werdender Körper in Kugelgestalt, auf dessen Oberfläche durch Abkühlung und Erstarung sich eine

Sturmöewegte Schicksale

Roman von Max Esch.

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Wäre der Mensch bei sachgemäßer Behandlung zu retten gewesen?" fragte der Staatsanwalt den Arzt.

Das ist ausgeschlossen," antwortete der Gefragte,der ganze Kehlkopf ist ja zerrissen, sodaß der Tod bald nach dem furchtbaren Bisse eingetreten ist. Dieser furchtbaren Wunde gegenüber war menschliche Hilfe vollkommen ausgeschlossen."

' Nachdem der Staatsanwalt den übrigen Kampfplatz ab- ; geschritten und auch nach dem Seenfer hinabgegangen war, : an dem der Kahn noch lag, mandte er sich an den Förster, der mit feinem Gehilfen die Wache an der Leiche gehalten hatte:Sie sind der Gutsförster und haben die Beaufsicht- gung des Gutswaldes unter sich?"

Jawohl, Herr Staatsanwalt!" erwiderte der Ange­redete.

Ihnen war von dem Aufenthalt dieses Menschen im Waide nichts bekannt?" examinierte der Staatsanwalt wUt er.

Wein, Herr Staatsanwalt!" gab der Beamte zurück.

Wurde denn hier gewildert?"

Mir ist davon nichts ausgefallen. Wenn der Kerl längere Zeit hier herumgewildert hätte, würden mein Gehilfe und ich das bemerkt haben. Da wir niemals etwas Verdächtiges wahrnahmen, kann der Kerl erst ganz kurze Zeit herullige- stromert haben." ~

In diesem Augenblicke trat einer der beiden Gendarmen vor, die feit bem Morgen sich mit dem Förster an der Ab- suchung des Geländes beteiligt hatten.Der Herr Staats- anwalt werden verzeihen," wandle er sich an den Staatsan­walt,der Beschreibung nach ha»idelt eS sich um ben Va­gabunden, der vorgestern in dem zwei Meilen von hier ent­fernten Dorfe Linden bei dem Lehrer einen Einbruch ver­übte. Ist baß der Fall, kann er erst gestern hier angelangt (ein."

Das leuchtete bem Staatsanwalt ein. Nun blieb aber noch eine Frage zu klären, wer der Tote war.Ist die Leiche nach LegitunationSpapieren untersucht werben? wandt« sich bet Staatsanwalt fragend an Ladewig.

Kruste bildete, die durch fortschreitende Abkühlung immer dicker wurde. In dieser Kruste oder Rinde finden sich die Substanzen nach ihrer Schwere und ihrem Schmelzgrade geschichtet. Heute noch befindet fich das Innere der Erde in einem feurig-flüssige» Zustande, der bei einer Tiefe von ca. HO km beginnen dürste. Als Beweise hierfür dienen die Waffer in kochendem Zustande liefernden Quellen und die feurig-flüssige Gesteinsmasien auswerfenden Vulkane. Durch den Erstarrungsprozeß zog sich die Rinde selbst zu­sammen, erhielt Riffe, aus denen wieder Feuerflüssiges her- vorquoll, wodurch schon Unebenheiten auf derselben entstanden. Bei immer weiter fortschreitender Abkühlung des Erdballs verwandelten sich die diesen umgebenden Dämpfe in tropfbar- flüssigen Zustand d. h. in Waffer, das nun glühendheiß aus der Atmosphäre herabstürzte, das einstige Urwaldmeer bildete, in Gemeinschaft mit der atmosphärischen Luft einen Zer- setzungsprozeß herbeiführte, das zerstörte und schlammige Gestein schichtenweise und unregelmäßig absetzte und die Unebenheiten der Erdoberfläche vermehrte. Seit jener Zeit gestaltet das Waffer fortwährend unsere Erd­oberfläche um, indem es als Regen die obersten Schichten der Erdrinde durchsickert, die minera­lischen Bestandteile des Bandes chemisch löst und die Teilchen wegspült, ja an abschüssigen Stellen je nach der Boden- beschaffenheit die ganze Oberfläsche in Bewegung setzt. Die früher gebildeten Erdschichten durchaus nicht schroff abgegrenzt sind also nicht durch Erdrevolutionen oder katastrophale Erscheinungen entstanden, welche alles Vorhan­dene vernichteten, so daß eine neue Schöpfung stattfinden mußte, sondern ganz allmählig ist der Uebergang von einer Schicht in die andere, deren Grenzen sich nach dem Vor- handensein unorganischer und organischer Bestandteile be­stimmen.

Die Schichten sind von den Geologen ly fünf besondere Abschnitte eingeteilt und zwar in das primordiale, primäre, secundäre, tertiäre und quartäre Zeitalter, die wieder aus kleineren Gruspen bestsheu.

Bis zur Quartärzeit herrschte auf der ganzen Erdober­fläche ein gleichmäßig heißes Klima und, wie die versteinerten Reste von Pflanzen und Tieren beweisen, bewegten sich im äußersten Norden unter Palmen, Lorbeeren, Myrrthen u. a. Tiger, Rhinozeroffe, Elefanten usw. Nur sehr langsam nahm dieses Klima von den beiden Polen herab, scheinbar zu Beginn der Tertiärzeit, so daß innerhalb der Tertiär periode an den Polen das erste Eis entstand und die Zonen-Unterschiede bemerkbar wurden.

Die Primordialzeit ist das Zeitalter der niedrigsten Pflanzenarten, der Tangen und Algen und der unvoll­kommenen Waffertiere, Weichtiere.

Die Primärzeit ist das Zeitalter der Fische, Farenwälder, in bessert Schichten Kalksteine, Tonschiefer, Grauwacken, Sandsteine, Steinkohle, Anthracit zu finden find.

Die Secundärzeit ist das Zeitalter der Reptilien und

Ich gab Auftrug, die Leiche bis zu Ihrem Eintreffen unberührt zu lassen," erwiderte der (Sntßbefiger,und glaube deshalb wohl annehmen zu dürfen, daß niemmiii die Leiche

untersucht hat, von meinen Leuten wohl kaum, es sei denn, daß die beiben Gendarmen, die meinen Auftrag ja nicht kannten, das auf eigene Verantwortung getan haben."

Die letztere Vernrutung erwies sich als zutreffend, denn einer der beiden Gendarmen, der den Amtsvorsteher nicht unterbrechen wollte, trat jetzt in dienstlicher Haltung an den Staatsanwalt heran und meldete, daß er und sein Kamerad, da sie von dem Befehle des Herrn Amtsvorstehers nichts ge­wußt, den Toten untersucht hätten. Papiere seien dabei nicht gefunden worden, dagegen hätte er gegen 20 Mark in barem Gelde, 10 Patronen, einen Nickfänger und ein Tuch bei sich gehabt, außerdem wäre er mit einem Zuchthaus­hemde bekleidet. Da auch die Beschreibung stimme, so glaube er, daß mau ben entsprungenen Zuchthäusler Jaworski in dein Toten vor sich habe.

Eine nochmalige Dllrchsnchung zeigte, daß die beiden Gendarrnen bereits ganze Arbeil geleistet hatten, denn es fand sich nichts weiter bei der Leiche.

Nach dem er noch einen flüchtigen Blick auf baß gemilderte Reh geworfen, erteilte der Staatsanwalt den Gendarmen Auftrag, die Leiche zu bewachen und nach Eintreffen des Wagens, den er senden werde, nach der Stadt zu schaffen. Sie sei beschlagnahmt.

Haben die Nachforschungen, die Ihre Leute anstellteu, vielleicht Spuren zutage gefördert, die daraus schließen lassen, ob der Mensch Komplicen hatte?" wandle sich hieraus der Staatsanwalt an Ladewig.

Wie mir der Verwalter erklärte, blieb eine Untersuchung des Geländer in dieser Richtung ergebnislos, sodaß wohl anzunehmen ist, daß der Kerl keinen Spießgeselleil hatte," erwiderte Ladewig. Sich sodann an den etwas abseits stehen­den Förster wendend, setzte er fragend hinzu:Sie lösten ja den Verwalter und den Inspektor ab unb konnten also die Gegend bei Tagesanbruch mit Ihren Hunden absuchen, ist Ihnen da irgend etwas ausgefallen?"

Der Förster antwortete, daß er zwar keine Fußspur ge­sehen hätte, aber «S ihm, als er aus Befehl des gnädigen Herrn in bw Stadt nach hur geeilt wäre, beinahe vorgekom»

Nadelhölzer, in dem auch die Vorfahren des Menschen in Gestalt der Wirbeltiere in die Erscheinung treten und dessen Schichten Steinsalz, Muschelkalk, Weißkreide, Ton und Schueckengehäuse aufwetsen. Die Reptilien nehmen unge­heure, riesige Gestalten an, z. B. die verschiedenen Saurier, Seedrachen u. a. m.

Die Tertiärzeit ist das Zeitalter der Saugetiere und Laubwälder, in dessen Schichten Gyps, Braunkohlen, Bern­stein, Erdöl usw. zu finden find. In diesem Zeitalter ist die Umgestaltung der Erdoberfläche eine auffallende und be­dingt durch die Verschiebungen von Festland und Wasser, durch bedeutende Hebungen und Senkungen, durch die Aen­derung des Klimas, durch Aussterben vieler Tier- und Pflauzenformen, durch Entwickelung vollkommenerer Organis­men und die Erscheinung des Urmenschen, sowie der Säuge­tiere gar vieler Form und Art.

Die Quartärzeit ist das Zeitalter der Menschen und Kulturwälder, in dem der Mensch zu seiner gegenwärtigen Ent­wickelung gelangt ist und in dem wir also auch noch leben,

(Fortsetzung solgt.)

Eine Engländerin über Oberschlefien.

In derWestminster Gazette" veröffentlichte Frau Bus ton einen Artikel über die wirtschaftliche Frage in Ober» schicken, in dem es heißt: Bei einer etwaigen Entscheidung der Volksabstimmung zugunsten Polens würde der polnische Patriotismus nur zum Ausdruck kommen in Tarifhindev. nille« und endlosen Vorschriften und Beschränhungen sowi* einer teilweise» Boykottierung wenn nicht Maenentlaffun» deutscher Angestellter. Bei einem polnischen Siege würde« Oesterreich, Italien und Oberschlefien nur wenig AuSfichte» darauf haben, die ihnen jetzt zugewiesene oberschlesische Sohle, von der ihr Leben cchhSngt, zu erhalten. Mit dem Verlust Oberschlesiens würde Deutschland gezwungen werden, ge- wtffe Artikel einzuführen, dadurch würde sich die deuHche Währung noch mehr verschlechtern. Infolgedessen, sowft durch die vernichtete Industrie und den Verlust einer feine» reichsten Steuerquellen würde der Bankerott Deutschland» vollständig und der Europas nShergobracht werde». Dir- letzte Hoffnung auf eine Entschädigung und mich auf M- Markte Mitteleuropas würde damit ichminide»,

Zum tos gestellte ehemalige deutsche Schiffe.

Times" meidet, daß eine Liste von 89 vormals feind­lichen Schiffen veröffentlicht wurde, die von Lord Anchcap< zum Kauk angeboten werden. Darunter befinden fiuj 14 alS Prise aufgebrachte Dampfer mit einer Wasierverdrängnno von je 5 6900 Tonnen. Die zum Kauf angebotenen Schiffe können von alliierten, neutralen oder britischen Untertanen erworben werden. Unter 74 Schiffen, die nur für britische Untertanen zum Kauf angeboten werden, befinden sich be­kannte deutsche Paisagierdampfer, darunter Bremen, Kar Polonio, Kaiserin Auguste'Viktoria und drei neue Dampfer Tripitz, Wadai und München. Das letzte Schift von 18 00 Tonnen nähert sich in Deutschland seiner Fertigstellung.

c9nMa»inatt»mu b» »aaaoeatelslls-l' -

inen sei, als ob er im Schatten des Ufers hab-- einen Ka -

in bem ein Mensch zn sitzen schien, lantloS dahingle : - ieben. Da er indes nicht sonderlich darauf geachtet, sönne.: sich auch getäuscht haben, umsomehr, als außer den Fa'n-- zeugen deL Gnies in der ganzen Gegend kein Kahn vor Hau ! den sei.

Da das letztere von Ladewig und dem Inspektor bestä- i tigt ivurde, nahm auch der Staatsanwalt an, daß sich der | Förster getäuscht habe.

Bald darauf entfernten sich die Herren wieder.

In dieser Zeit unternahm Braunhofen energisch alle Schritte, sofort nach dem Eintreffen des telephonisch bestellten Krankemvagens seine und seiner Tochter Abfahrt von Bau- nemitz unternehmen zu können. Bursche und Zofe packten mit vereinten Kräften, während Braunhofen am Bette der Tochter saß und sehnlichst das Eintreffen des Automobils mit der verschriebenen Arzenei erwartete. Endlich befand sich der ge­quälte Vater in deren Besitz.

Wie das aber nicht anders zu erwarten war, übten die Tropfen nur geringe, fast gar feine Wirkung auf die Kranke aus, sodaß der Oberst fich mit dem Gedanken vertraut machte, daß es sich bei der Erkrankung der Tochter um Leben und Tod handle. Aber er gelobte es sich auch, alles in seiner Macht Stehende zu tun, dem Würgeengel die Beute, nach der er anscheinend bereits die Krallen ausgestreckl, zu entreißen. Nur sorgfältige Pflege und fortwährende ärztliche Ueberwachung, des war er sich wohl bewußt, sonnten die Tochter bem Leben erhalten. Das alles hatte sie am besten in einer Anstalt; und so entschloß sich Braunhofen schweren Herzens, die Tochter nach dem Krankenhause verbringen zu lassen.

Als zugleich mit der Zurückkunft Ladewigs unb seiner Begleiter auch der Krankenwagen und zwei Pflegerinnen aus der Stadt anlangten, atmete Braunhofen erleichtert auf, denn das zehrende Fieber wollte von der Kranken nicht weichen.

Auch das Gesicht des Sanitätsrats, der sofort nach bem Halten des Wagens in das Krankeiiziniiner geeilt war, zog sich bedenklich in die Länge, als er die hohe Körpertempera­tur der Kranken sestgestellt hatte. Abermals redete er aus den Oberst ein, die Tochier nach dem Krankenhause transportieren |U lassen. 255,20