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Hlüchterner Arei8b'lalt

1 ^Zvreis vorauszahlbar Viertels. durch die Post Mk. 12., Unsere Träger Mk. 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10 Äiai an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag

1 Lohmeister, verantwortlich H.-C. Hohmeister, Schlächtern. L ^tuf 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschäfts- ' verkehr mit der Firma Schlächtern.

«»unsere Träger scheint an Won

Gegründet im Jahre 1849

unter dem Titel

8chlüchterner Tageblatt

Anzeige«: kl, Zeile oder deren Raum 70 Pfg., Reklame- zeile Mk. 2. sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Mindergebühr etnschl. Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahmezett und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zahlkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.

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® Handels- und Keweröeverein Schlüchteru.

s Aeveralversammlung am 6. Februar.

Anwesend waren etwa 25 Handwerker und Kaufleute. ; § erster Punkt stand auf der TagesordnungEndgültige Muz eines Handels- und Gewerbevsreins". Der wurde unter diesem Namen gegründet.

: Punkt zwei forderte die Wahl des Vorstandes. Es irten gewählt die Herren: Kaufmann Rosenbaum als \ b( Vorsitzender und Kaufmann Pfeiffer als dessen Stell- /toter, Brauereibefitzer Willi Thaler als Schriftführer u. Wtograph Freund als bessert Stellvertreter, Kaufmann »och Wolf als Kassierer, Bankier Abraham Sichel, Kauf- pnn Zipf, Schuhmachermeister Schickedanz und Mühlen- Hftr Haderman» als kaufmännische Berater.

3 Alsdann wurden verschiedene Vorschläge eingebracht, die Interesse des Handels, der Allgemeinheit und der Stadt Wlüchtern liegen. Besonders sei hervorgehoben, daß Mimmig das Bestreben vorhanden ist, zu erreichen, daß M Autoverbindung FreiensteinauStelnau bis Schlüchteru »chgesührt wird. Es soll dieserhalb ehie Deputation beim »eisausschuß vorstellig werden. Auch ist es für jeden Minen von größter Bedeutung, daß durch eine regelmäßige Dazenverbindung zwischen Heubach und Schlüchtern neues Wen in unseren Geschäftsbetrieb hineingetragen wird. Es t, den Handel und Wandel in Schlüchteru zu fördern.

M An dieser Stelle seien die Worte, die anläßlich einer terpeUatton über die Notlage des Kleinhandelsgewerbes Ministerialdirektor Dr. Dehne aus dem sächsischen Arbeits- Mnisterium an den deutschen Kleinhandel richtete, wieder- »eben:Dem Kleinhandel kann auch durch Gesetze nicht Mlfen werden, und wenn ste kleivhandelsfreundlich wären zur Ungerechtigkeit. Er versteht es eben nicht, sich MbeitliL zu organisieren und zusammenzuschließen, sondern Mnbrkdelt in der Verfolguue von Souscriniereffen weiter Ms WortSelbsthilfe" müßte in jedem Laden des Klein- Mndels groß geschrieben stehen. Der Kleinhandel muß in ner Gesamtheit den freiwilligen Zusammenschluß kennen W schätzen lernen, er muß auch lernen, daß es sich lohnt, -«für materielle Opfer zu bringen. Er muß einsehen, daß »den erwählten Führern Vertrauen entgegenbringen muß, M seine Belange der Regiernug gegenüber zu vertreten er Bimmle und daß er ihnen unbeirrt und standhaft in Wechsellagen zu folgen hat. Nur wenn das geschieht, auch der Kleinhandel in den kommenden Tagen seine Mellung behaupten können."

I Deshalb Gewerbetreibende, Handwerker und Kaufleute »Wchterns schließt Euch dem Handels- und Gewerbeverein E Ihr werdet nur Vorteile dadurch haben. __________ ] Aus der Heimat

4* Die Zentrumspartei des Kreises Schlüchteru hat gWe Wahlvorschläge eingereicht:

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Simmbewegle Schicksale.

Roman von Max Esch.

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Nach geraumer Zeit wandte sich Wolff fragend an den Gefährten:Bist Du auch sicher, daß sie hier vorbeikommeu müssen ?"

»Sie können keinen anderen Weg einschlagen," gab der Be- ltagte zurück.

Wieder herrschte Schweigen, das nach längerer Zeit durch das Geräusch eines schnell näher kommenden Automobils unterbrochen wurde. Wie hypnotisiert starrten beide auf die vtraße.

In schneller Fahrt kam das Auto daher, um im nächsten Augenblicke in einer Staubwolke ben Blicken wieder zu ent= Winnben.

»Der Arzt und die Unparteiischen," bemerkte erklärend Thurandot.

»Sie würden große Augen machen," erwiderte lachend tön "^EUn sie den AuSgang der Knallerei voransahnen

»ES schadet nichts, wenn sich die Herren die Beine etwas Wiesen, antworteie Thurandot.Wann soll der Zwcikampf "kgmuen," fragte Wolff/

»Um 5 Uhr wirb die Ueberraschnng eintreten Eigentlich hwte die Schießerei bereits um ein halb fünf Uhr vor sich ?eyen. Da ich aber den Uebereifer der Herren kenne, brang * aiis fünf Uhr," gab Thurandot zur Aritwort.

Da jetzt der Kellner mit bem bestellten Kaffee erschien, 'uchen sie das Gespräch ab.

Abermals ratterte ein Auto vorbei, aber in bedeutend "Ugsamcrer Fahrt. Iir ihm saßen zwei Fahrgäste, was die eweu Spieler deutlich erkeiruen konnten.

-vergnügt lächelnd rieb sich Wolff die Hände, indes Thn- "Uoot langsam seinen Kaffee schlürfte.

,"^uch ist uns eine kurze Zeit vergönnt, ehe auch wir anf- üii'^m ^^^"-" redete er dann schmunzelnd den Gesähr« ^ "? >e wir in aller Behaglichkeit anSkosten wollen," ergänzte

^tehrere Radfahrer, die in schneller Fahrt die Straße

Montag, den 7. Ieöruar 1921

a) Kreistag:

1. Rudolf Berta, Hauptm. und Bürgermstr. a- D. Soden.

2. Eduard Heil, Gast- und Landwirt, Ulmbach.

3. Martin Büttner, Mechaniker, Salmünster.

4. Josef Roll, Bäcker nnd Gastwirt, Romsthal.

5. Josef Müller, Landwirt u. Wagner (Bürgermstr.) Herolz.

6. Martin Schultheiß, Maurer, Kerbersdorf.

7. Adam Lauer, Schmiedemeister, Salmünster.

8. Carl Ellenbrandt, Bürgermstr. u. Landwirt, Marborn.

9. Friedrich Weber, Schuhmacher u. Landwirt, Eckardroth.

10. Wilhelm Schleich, Bürgermstr., Uerzell.

11. Conrad Raders, Schreiner, Sode».

12, Ludwig Hüber, Pfarrer, Sanuerz.

b) Provinziallaudtag.

1. Rudolf Beria, Hauptm. u. Bürgerm. a. D, Soden.

2. Wilhelm Schöppner, Hauptlehrer, Salmünster.

3. Johannes Jobst, Bürgermeister, Sanuerz.

Hk. Unterzeichnung der Avise im Eisenbahngüterve.kehr.) Da in letzter Zeit vielfach die Avise (BenachrichtigungS- schreiben) nicht von den dazu berechtigten Personen unter­schrieben werden, wird dringend darauf aufmerksam gemacht, daß solche Avise seitens bet Güterabfertigungen zurückge- wiesm werden. Für Firmen hat entweder der Inhaber oder mit üblicher Kennzeichnung der Prokustst zu zeichnen, Firmenstempel genügen nicht, ebenso ist die Unterzeichnung für" rc. unzulässig. Die zur re btSgültigen Zeichnung be­fugten Personen müssen den Güterabfertigungen bekannt gegeben werden.

* Frankfurt a. M. Der Magistrat hat eine HauSauf- wandssteuer endgültig beschlossen, denn er fordert die Ein­wohner auf, ihre Dienstmädchen, Dienerschaft, Kutscher rc. zur Versteuerung anzumelden. Wer es nicht tut, wird natürlich schwer bestraft.

OrAWK, In einer der ledert, Nächte versuchten Ein­brecher in der hiesigen katholischen Kirche Wertsachen -u stehlen, mußten aber unverrichteter Sache abziehen, da sie die erbrochenen Behälter leer fanden.

Finanzdebatten verkagl.

Anläßlich der Behandlung des Etats des ReickSfinniz- ministeriums im Hauptausschuß des Reichstages Much Dr. Pachnicke vor, von einer allgemeinen FiAanzdebattr augen­blicklich mit Rücksicht darauf Abstawd zu nehmen, daß zunächst die auswärtige Lage geklärt werden müsse. Der Ausschuß beschloß demgemäß.

Die Bekämpfung der Ansikstichkeil.

Der ReichstagsauSschuß Mr Bevöskerungspolitik behan­delte heute die Frage der öffentlichen Sii'lichkeit Und die Mittel zur Bekämpfung der Prostitution. Bon deuitschuatio- naler Seite lag der Antrag vor, die Bordelle zu verbieten. Die Zustände in Hamburg wurden als besonders schlimm geschildert.

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passierten, nahmen jetzt das Augenmerk beider in Anspruch, zumal die Radler die Singen überall zu haben schienen. Sie fuhren indes an dem Lokal vorüber, ohne ihre Fahrt auch nur zu verlangsamen.

Dein Rohrpostbrief tut feine Schuldigkeit," raunte Wolff dem Gefährten zu.Hoffentlich hast Du den Platz auch genau bezeichnet."

So deutlich, daß sie ihn selbst in finsterer Nacht finden müßten," erividerte Thurandot.

Schweigeild starrten beide, mit ihren Gedanken beschäftigt, durch daß Grüir deS Fensters auf die Straße, als abermals das Geräusch eines näherkommenden Autos die beiden auf­horchen ließ.

Bestiirzung aber prägte sich in ihren Mienen aus, als das Fahrzeug wenige Meter von ihnen entfernt plötzlich hielt und ! ein Polizeibeamter in Uniform abstieg und auf baß Haus ; zuschritt, auS dessen Tür soeben der Kellner trat, der beiden i den Kaffee serviert hatte.

Was hat das zu bedeuten?" fragte fliisternd Wolff, dem dieser Zwischenfall verdächtig vorkam.

K Thurandot, der die Insassen des Autos, fünf Polizeibe­amte in Uniform, näher betrachtet hatte, legte beut Gefähr- j ten warnend die Hand auf den Mund, denn der ausgestie- i gene Beamte erkundigte sich soeben bet dem Kellner, ob jetzt ein oder »nehrere Automobile oder Wagen die Straße passiert ! hätten.

Dankend trat er, nachdem der Kellner baß bestätigt, zurück i an daS Auto, um dem darin sitzenden Polizeioffizier Mel- ; dung zu erstatte», worauf der Beamte seinen vorherigen Platz wieder eiuuahm und das Anto mit lautem Rätter« davoufnhr. ;

Thui niidot zog feine Uhr.Die Herren sind die Pünkl- . lichkeit selbst," bemerkte er,sie treffen zur richtigen Zeit ein. j

Hoffentlich auch unser Auto," wandle sich Wolff an den , Gefährten,denn in der Nähe der Polizei ist mir «»behag- , lich geworben. Wenn es ihr eingDlleu wäre, einen Blick in den Gärten zU tun, wären wir in eine schöne Patsche . a!en. Zw glaube, daß unser Aufenthalt hier eine Dumm- i yeU war. j

Das ga.ube ich nicht," beruhigte Thurandot,denn weint :

73. Zahrg.

ErhS-img der Aiiiler-eim?

Mit Wirkung bom 1. April 1921 ist die Erhöhung ba Zuckersteuer von 14 Mark auf 100 Mark je Doppelzentner geplant. Die Reichsregierung hat sich seit dem Vorjahre aus einen von allen Sachverständigen vertretenen Standpunkt gestellt, daß , zur Hebung des Rübenbaues ein besserer Zucker, preis das sicherste und einzigste Mittel ist. Die nützlichen Folgen hätten sich in einer um 6 Millionen Zentner ver­mehrten Zuckererzeugung zu gunften der Konsumenten be­reits gezeigt. Diese Meldung entnimmt dasB. T." einer Llachrichtenstelle. . !

Eme öedenMOe Schiebung.

Vor einigen Wochen hatte Dr. Stresemann die Re-' gierung um Auskunft über eine Geschäftspraktik des Reichs« mirtschaftsministeriums ersucht und gefragt, ob aus dem Ab­kommen des Ministeriums mit amerikanischm Firmen auf Lieferung von frischen Fleischwaren im Betrage von ins­gesamt 54 Millionen Dollar Ware übernommen -werden mußte, die aus amerikanischen Armeelieferungen stammte und gesundheitsschädlich geworden war. Zugleich wollte er wissen, ob dabei zwei Unterhändler, die zugleich Vertreter der das schlechte Fett liefernden Firma waren, eine Vermitt- lungsprovision von 12 Proz., d. h. ungefähr 20 Millionen Mark erhalten hätten. Da die Reichsregierung in einer zwar, wortreichen, aber wenig beweiskräftigen Antwort fast alles bestritten hatte, verlangt Dr. Stresemann jetzt nochmals ge­nauere Angaben, und macht hierbei detaillierte Angaben fiix seine Behauptung, aus denen hervorgeht, daß der frühere Kommissar für Lebens- und Futtermittel, Direktor Brit-s schow, den Unterhändlern trotz des Widerspruchs des Finanz-^ Ministeriums 62 000 ZHllar als Abschlagszahlung ihrer Vermittlungsgebühr Hak anweisen lassen, deren Rest von den beteiligten Agenten nunmehr alsFinanzierungsgebühr" offiziell verlangt wird. Die Reichsregierung wird sich nun­mehr wohl über diese Vorgänge nochmals genauer äußern müessn. , , .

Das Ergebnis der berliner Sludentenwahle n

Die Wahlen an der Berlirier Friedriäj-Wilhelm-Univer- sität sind zum Abschluß gelangt. Von ben 12 000 immatri­kulierten Studenten haben 6231 ihre Stimmen abgegeben, also eine Wahlbeteiligung von 52 Proz. Die zum Hoch- schulring deutscher Art" zusammengefaßte deutsch­völkische Mehrheit erhielt 4005 Stimmen, von denen auf denWaffenring" 1308 (21 Sitze), auf die Deutsche Gruppe der Korporationen" 1083 (18 Sitze) und auf dieDeutsche Finkenschaft" 1614 (27 Sitze) entfielen. Die Jungstudenten erhielten mit 361. Stimmen 5 Sitze, die mittleren Gruppen, also derDeutsche Hochschulbund" und dieBerliner Hochschulgruppe", 853 Stimmen und 14 Sitze. DieDeutschen Studenten jüdischen Glaubens" bereinigten auf ihre Liste ge­meinsam mit denV er e i n i gte n j ü d i s ch e-n S ku d e n- t e n" 577 Stimmen (9 Sitze). Die S o z i a l i st e n er­hielten 4 Sitze mit 254 Stimmen und die K v m m u n i st e n (101 Stimmen) und Astagegner (78 Stimmen) je einen Sitz.

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wir wirklich beobachtet würben, mußte die Fahrt die Polize sicher maMu, die im übrigen keine Zeit zu verlieren hatte, sondern sehen mußte, daß sie weiter taut. Unser Auto wird tr einigen Minuten eintreffen. Dem Chauffeur, der mich wieder, holt gefahren hat uiib weiß, daß ich mit dem Tringgeld nichl knausere, hab ich ganz bestimmte Verhaltungsmaßregeln ge­geben, und djese wird der Mann ausführen, auf ihn kann ich mich fest verlaffen."

Lieber wäre es mir, wenn er schon hier hielt," antwor­tete Wolff, um aber im nächsten Augenblicke erfreut aufzu« horchen und Thurandot zu fragen:Hörst Du?"

Lächelnd bejahte dieser und läutete dem Kellner. Alt sie die Zeche berichtigt hatten, fuhr das erwartete Auto in langsamer Fahrt an dem Hause und Garten vorüber, um zu wenden.

Die beiden Gäste ergriffen ihre Koffer, begrüßten den Chauffeur und stiegen ein.

Langsam setzte sich baß Fahrzeug wieder in Bewegung. Kaum aber war dem Gesichtskreise beß Kellners, welch letzterer ben Abfnhrenden nachblickte, entrückt, als der Chauf- seur auf Weisung ThurandotS die höchste Geschwindigkeit einschaltete und der Wagen in rasender Eile die fast leere Straße zurücksairste, bis die ersten bebauten Straßenzüge es ratsam erscheinen ließen, die Geschwindigkeit zu mä­ßigen.

Als die Offiziere auf der Lichtung, die zur Auskragung des Ehrenhandels misersehen war, die schnell näherkominen- den Schritte ivahrnahmen, blickte» sie erwartungsvoll nach den« schmalen Wege, der nach der Lichtung sührte.

Nur Beoer«, der doch eine der Hauptpersonen war, lehnt« anscheinend gleichgültig an einem Baumstanlnre und starrte gedankenverloren in die grünen Wipfel. Würde er seine Her- zenskonigin, die jggt auf dem stillen Bannewitz weilte, jemals wiedersehen? Nun nahte die Entscheidung! Wen würde man auf der Bahre furttjWen ? Es war nichl schön, in der Blüte bet Jugend gleich einem Tiere von einem Abenteurer nieder- geknallt zu werben.

Ein Abenteurer war sein Gegner, und mochte er dem Ehrenrate auch Papiere norge egt haben, aus betten baß Gegenteil heroorz«Mye» schien. 255 20