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«-ruaspreiS vorauszahlbar Viertels, durch die Post Mk. 12., M unsere Träger Mk. 10.80, bei uns abgeholt Mk. 10 -, Erscheint an Wochentagen nachmittags. Druck u. Verlag kr Hohmeister, verantwortlich H.-C. Hohmeister, Scklüchtern. Fernruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschäfts- f verkehr mit der Firma Schlächtern.

England und Wuß land handelseins.

kVor einigen Tagen wurde gemeldet, der englisch- We Handelsvertrag sei perfekt geworden. Außer einigen nigkeiten, über welche man sich bald einig werde, sei n in London und Moskau über die künftigen wirtschaft- m Beziehungen der beiden großen Länder handelseins f-rden. Ueber den Inhalt des Vertrages isi noch ts bekannt geworden. Um so deutlicher sind die ünde zu erkennen, welche England bestimmt haben, trotz Um verbündeten Frankreich geltend gemachten Bedenken Mersuch zu machen, den russischen Markt für englische Wnlssefzu öffnen. Großbritannien durchlebt eine ernste DschaftS rtse, die fich ja in verschiedener Heftigkeit und in Wen Abwandlungen in der ganzen Welt vollzieht. Der Rikanische Baumwollzüchter, die australischen Wollprodu- Eu, die argentinischen Landwirte, die brasilianischen Repflanzer usw. haben gewaltig? Vorräte auf Lager «n, für die sie vergeblich Verwendung suchen. Die zur j an den Weltverkehr angeschloffenen Länder sind satt, Weise sogar übersättigt. Rußland dagegen ist in jeder Whung ausgehungert und nahezu unbegrenzt Verbrauchs Tj, wenn man es zahlungsfähig macht. Es ist zu er- Wen, daß die den Sowjetmachthabern zur Verfügung Widenden realen Werte (Gold, Edelsteine usw) ben Hnwert ausmachen sollen, gegen welchen Großbritannien

s Jndustrieerzeugnisse nach Räterußland liefert.

Aus der Heimat.

K* (Einschränkung des Personenverkehrs wegen Kohlen- Mels?) Einer Meldung aus Berlin unterm 12. Januar Me hat der Etseubahvverwaliung mit dem Beginn der Währung des Spa-Abkommens nicht mehr eine dem täg> W Verbrauch entsprechende Kohlenmenge zugestanden «v können. Vor allem waren auC die für eine wirt« Mliche Lokomot^feuerung notwendigen Kohlensorten nicht WSreicheadcr Menge vorhanden, da gerade diese von der U verlangt werden. Die Kohlenvoräte der Reichs­bahnen^ sind infolgedessen ständig und in letzter Zeit wWders stark zurückgegangen. Zurzeit sind fast überall htkvoch Vorräte für die Dauer von 10 Tagen vorhanden.

uähert sich die Lage dem Gefahrpunkte, daß der Web aus Mangel an Dienstkohle nicht mehr in vollem durchgeführt werden kann. Die Möglichkeit, daß W Personenverkehr eingeschränkt werden muß, um den ßendigen Güterverkehr sicherzustellen, ist nicht ausge- 10 Wen.

M (Was alles umiatzsteuerpflschtig ist.) Der Reichs- .Mmiktstcr schreibt: Nach dem Umsotzsieuergesetz vom M Dezember 1919, das se t dem 1. Januar 1920 in "P O- sind viele Kreise der Bevölkerung auch dann mit iitgpMd'üitiuunorett itmloUffpHpTriflf^tif», v>-nnA" §>--"-'--

Gegründet im Jahre 1849

unter dem Titel

Ireitag, den 14. Januar 1921 täeigkeit einer Umsatzsteuer nicht unterliegt, z. B. Beamte, die nebenbei schriftlich im Hause für eigene Kunden tätig sind, Privatunterricht, Arbeiter und Gesellen, die selbständig im Hause für eigene Kunden tätig werden, Privatpersonen, die eingerichtete Räume gegen Entgelt vermieten. Die Steuer beträgt grundsätzlich l1/, Prozent und erhöht sich auf 14 Prozent, wenn luxussteuerpflichtige Gegenstände hergestellt werden. Sie beträgt 10 Prozent des Entgeltes, wenn die- Vermietung eingerichteter Räume durch Privat­personen zu vorübergehendem Aufenthalt stattfindet und wenn das Entgelt für den Tag oder bie Uebernachtung 5 Mark oder mehr beträgt. Die Umsatzsteuererklärung isi im Januar für die Roheinnahmen des Kalenderjahrs 1920 abzugeben. Wer kein Formular für die Umsatzsteuererklärung erhalten hat, teile dem Umsatzsteueramt rechtzeitig, d. h. bis zum 31. Januar 1921 mit, daß er im Jahre 1920 aus Schrift- stellerei oder Vermietung usw den Betrag von ... . Mark vereinnahmt hat.

Hk. (Eisenbahnverbindung Mainz Breslau.) Am 3. Januar ist zum 1. Mal der D-Zug 201 von Frankfurt über Erfurt, Leipzig, Dresden nach Breslau durchgeführt worden (Hanau Ost ab 10.30 nachm.). Der Zug führt direkte Wagen Frankfurt a. M.Breslau. Hiermit ist eine durchgehende Verbindung WestOst über Leipzig Tatsache geworden. Der Sommerfahrplan wird für die Gegenrichtung eine Fahrplanverschiebung bringen, sodaß auch van Breslau nach Frankfurt a. M. die Durchführung eines direkten Zuges ermöglicht wird.

* Schlächtern. In der Nacht vom 11. auf 12. Januar wurden dem Bildhauer Adam Degenhard aus seinem in der Bahnhosstraße gelegenen Anwesen 25 Tauben gestohlen. Vor kurzem stahlen Diebe au? demselben Anwesen einen schönen Stamm Hühner. In beiden Fällen ist uns von einer Ermittlung der Täter bis zur Stunde nichts bekannt.

* Schlüchtern. Den Bewohnern des Felsenkellers wur­den in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wertvolle Wäschestücke von der Bleiche gestohlen. Die Diebe suchten fich die besten Stücke heraus und entfernten sich unbemerkt.

* Dörnioheim bet Hanau. Vor einigen Tagen spielten mehrere Knaben am Mainufer. Halbwüchsige Burschen hatten dort mutwillig Exolosionsstoff zerstreut, das aus der Chemischen Fabrik Fechenheim stammen, soll. Der vierjährige Sohn des Schreiners Wilhelm Rauch fand von dieser Masse ein Bröckchen und warf es in das Wasser, es erfolgte sofort ein harter SLlag, und im Nu stand der arme Junge in Flammen. Nur durch das schnelle Eingreifen des Herrn Christian Kegelmann wurde der Kleine von dem Tode des Verbrennens gerettet. Die Brandwunden am Kopse und an den Augen find aber so schwer, daß eine sofortige Ueberführung des also Verletzten in das katholische Schwesternhaus nach Hanau erforderlich war. Die Aerzte fürchten, daß das Augenlicht des Jungen verloren geht. «.r^^.. ^,= H^r.,.^-^ wU j-gstB--« F-nw-"k^ö-p-r« nMjt

Anzcigeü: kl. Zeile oder deren Raum 70 Pfg., Reklame­zeile Mk 2. sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bet Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Mindergebühr einschl. Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahmezeit und Beleglteferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischen- kosten. Zahlkarte Frankfurt a. M. Nummer 11402.

73. Iahrg.

mit den allerhöchsten Strafen geahndet wird, werden derartige Unglücksfälle immer wieder Vorkommen.

* Frankfurt a. M. Die Ehescheidungsprozeffe an den Zivilgerichten nehmen nach der Hochflut am Ende des Krieges allmählich ab. Interessant find oft die merkwürdigen Scheidungsgründe, die angegeben werden. So behauptete dieser Tage ein Mann, seine Frau habe ihm 7mal in der Woche Sauerkraut vorgesetzt, was zur Scheidung nun doch nicht ganz ausreichend war. Ein anderer Mann ließ durch seinen^Anwalt eine Liste mit 32 Namen all der Männer nach Stand und Wohnung nebst Begleitumständen anfführen, die mit seiner treulosen Gattin in Berührung gestanden hatten.

* Bebra. Ein Landwirt der mit seinem 23jährigen Sohne Getreide nach Laucha gefahren hatte, wurde auf dem Heimwege plötzlich von diesem mit vorgehaltenem Revolver zur Herausgabe des Erlöses aus dem Getreide im Betrag von 2300 Mark gezwungen und dann unsanft vom Wagen entfernt.

Eine Mv' MleMma Deutschlands am Wiederaufbau in Frankreich?

Wie dieBoss. Zig." mitteilt, bedeutet die Vertagun« »er Brüsseler Verhandlungen bis nach der Pariser alliierter sNinister-Konferenz keineswegs einen Aufschub in der i^eparations-Verhandlungen, die die deutsch-französischer Interessen berühren. Vielmehr wird sich schon in den nächster Lagen Staatssekretär Bergmann mit anderen deut­schen Delegierten wieder na* PariZ zurückbegeben um dort die in Brüssel unterbrochenen Verhandlungen mi Frankreich fortzuführen. Demselben Blatte zufolge sind ir Kerl in Borschläge der französischen Reg je. tieng eingetrofsen. in denen zum ersten Male von einer »ktiven Beteiligung Deutschlands am Wieder, znfbou Frankreich die Rede ist.

Danzig und Polen.

Die wirtschaftlichen Verhandlungen, die in den letzte» £ eigen zwischen Freistaat Danzig und der Repnblik Polen geführt wurden, haben ergeben, daß die Dauer der bestehen­den Verträge um zwei Monate verlängert wurde. In Februar soüe.r sodann neue Verhandlungen im Sinne der Vorschriuen der Tanziger-Polnischen Konvention frattfin- den Durch i.e jetzt abgeschlossenen Verhandlungen find die polnischen eveusmittellieferungen nach Danzig bis Errde Februar nmergesrellt worden. Nach einer Stiftet hing der .Danssger N. N." hat der Völkerbundsrat die Ausarbeitung bei EinzelhrUön über die militärische Verteidigung der Sladi Danzig mit englischen General Haking übertragen bei bekanntlich zum endgültigen Oberkomunssar für Danzig in Aus acht genommen ist und in einigen Wochen in Danzig eiwresse» dürfte.

Sturmöewegte Schicksale.

Roman von Max Esch. 7

I hatte auch Mizzi mit seiner treuen Liebe, mit feinem Ren gespielt, um ihm heute die scharfen, unbarmherzigen Wällen zu zeigen. In ihm war alles so kalt und leer, so öde, Xwn war ja das Hehrste und Schönste, daS er auf dieser Welt D besitzen vermeint, gestorben. Unsagbar wehe und traurig M ihm zu Mute, wie er ein solches Gefühl nur einmal vor JF9en Qabren gekannt hatte, als Vater und Mutter ihm hintereinander durch den unerbittlichen Tod entrissen

Er hätte beinahe wünschen mögen, Mizzi wäre gestorben, . Man hätte er ihr doch wenigstens in seinem Herzen einen I errichten und ihrer in steter Liebe gedenken können. So ;

1 "U1^c " die Falsche und Grausame ja verachten.

Mußte er daS in der Tat? War nicht vielmehr seine Ueber- an beut Korbe schuld, den er empfangen? Hatte er unzweifelhafte Beweise von Mizzis Liebe erhal- War ihr Benehmen ihni gegenüber nicht niehr das einer ^'Wchwisterlichen Zuneigung als die Liebe des WeibeS zum gewesen?

'"^V" Benern überlegte, beste niehr mußte er sich ge- daß die Cousine nicht ganz so schuldhast war, wie er ^Waernleint hatte. Er selbst trug durch seine Uebereilung t«I ber ®*ulb. Anstatt ihr Zeit zu lassen, ihre Ge- ihn zu prüfen, was ja nur in ruhiger Ueberlegung Wchehen konnte, war er wie ein verliebter Primaner mit der VWr ins H^s gefallen und hatte ohne Ueberlegung gehandelt, i I" sich von einer augenblicklichen Eingebung hinreißen

«Doch an der Abiveisnng, dem derben Korbe, den er erhnl- M war vorläufig nichts zu ändern, sodaß ihm nichts anbe- M "brig blieb, alS den Schlag mit Würde zu tragen.

n K®8 war nur gut, daß seine Abreise zur Kriegsschule unmit- bevorstand, denir mit Mizzi in einem Orte zu leben >'ch ihr fernhalten oder ihr gleichgültig gegeuübertreleu Dwussin, wäre auf die Dauer über seine Kräfte gegangen. i

Vorläufig würden der Stachel in seiner Brust, den MizziS Abweifitng hinterlassen, und fein verletzter Stolz ihm Kraft geben, der jetzt heißer denn je Geliebten daS fühlte Bevern nur zu sehr aus dem Wege zu gehen oder, wenn eS nicht anders sein sonnte, sich ihr mit Gleichgültigkeit zu nahen.

An diesem Tage hielt ihn zudeni anstrengender Dienst ge« fesselt, aber am nächsten Tage war er dienstfrei, und gar emp. findlich schmerzte da die Wunde in seiner Brust. An dem Tennisspiel, an dem er regelmäßig an diesem Tage mit Mizzi teilnahm, beteiligte er sich heute nicht, sondern ließ sich ein Pferd satteln und sprengte zur Stadt hinaus.

Ein eigentliches Ziel hatte v. Bevern nicht im Auge. Der scharfe Ritt.in der frischen Luft sollte nur seine erregten Ner­ven besänftigen. Unbewußt hatte er die schattige Landstraße, die unmittelbar vor der Stadt durch den Buckeluoald führte, eingeschlagen. Jenseits des Waldes befand sich das Ritter­gut Bannewitz.

Auf bem weichen Boden des Sommerweges legte er eine große Strecke in gestrecktem Galopp zurück, als er an einer Wegbiegung ein leichtes Fuhrwerk vor sich erblickte, baß er, da die Uebersicht bisher durch die Bäume behindert war, vor­her nicht sehen konnte. In dem Wagen saßen drei Kameraden und ein Herr etwas zweifelhaften Charakters, von dessen Verhältnissen Frau Fama allerlei flüsterte uub dem deshalb ein Teil des Offizierkorps lieber aus dem Wege ging. Aber.! der Herr von Wulff war unstreitig satisfaktionsfähig. Da er zudem ehemaliger Offizier war, halte er Eingang in die besse­ren Gesellschaftskreise erhalten, sodaß auch die Offiziere ihn als gentlemanlike auerkeunen nuißten.

Hätte der junge Offizier das Gefährt vor der Wegbiegung , erblickt, würde er bie Gangart seines Pferdes beizeiten ge- inäßigt haben, oder er wäre bodi in einen Seitenweg einge« Mgen, um nicht mit dem ihm nicht sympathischerr Herrn zu- sommeiizutreffen, fühlte er doch gegen ihn eine nierkwürdige Abneigung.

Jetzt war es zMn ihn lebten zu spät, denn zu nahe mar er dem Wagen gekommen, um nach, ohne das peinlichste Anf- sehen zu erregen, wenden zu können. So mäßigte er die Garigart lernen Pferdes und war kurze Zeit später an dem 1

Wagen angelangt, schon von weitem mit lebhaften Zurufeo ber Kameraden begrüßt.

Ihm war eS ganz lieb, oon den Kameraden in ein scherz­haftes Gespräch über baß Woher und Wohin seines Rittes verwickelt zu werden, mit gleicher Münze zahlte er heim. Nur fort mit den trüben Gedanken! DaS war ja sein einzige» Sinnen und Trachten am heutigen Nachmittage gewesen. In Gegenwart der Kameraden würde er sie am ehesten bannen können.

Als Bevern erfahren, daß die Kameraden einer Einladung der Freiherr» oon Ladewig auf Baunewitz Folge leisten woll­ten, entschloß er sich ebenfalls, Ladewig einen Besuch abzu» statten. Wiederholt schon war er zu einem solchen aufgesor« dert worden, ohne daß er der Einladung nachgekommen war. Er teilte feinen Entschluß den Kameraden mit, war diese mit lautem Bravo begrüßten, erfreute sich doch Bevern bei den Kameraden allgemeiner Beliebtheit, namentlich auch verwe­gen, weil er selten jemand eine Anleihe abschlagen konnte, eS auch mit der Rückzahlung nicht so genau nahm. Nun, er hatte eS freilid) dazu. Auch ließ er fi* niemals Zinsen zählen, und daß war immerhin ein großer Vorzug, daß die Kame­raden über seine etwas gar zu ernste Auffassung über bie Weiterbilduiig des Standes gerne himveggingen, war er doch trotz seines Strebertums ein braver Kamerad und ein guter Kerl. Schade nur, daß er bereits in nächster Zeit vom Regi­ment auf Kriegsschule mußte

Auch in den Augen des Herrn von Wolff, den Beoen« nur flüchtig begrüßt hatte, blitzte es aus, als letzterer seine Abüchi enthüllte, ebenfalls nach Banneioitz zu reiten, doAschweigend lehnte er sich wieder in bie Aagenkissen zurück, anscheinend belustigt den Neckereien der jungen Offiziere zuhörend. Sein« Gedanken weilten indes ganz mo anders, obgleich sein iono- res Gelächter, das er zuweilen cuMnpnte, dazu ivenig passe« mochte. Angestrengt dachte er darüber nach, >vo er den Nameo von Bevern bereits tiernommen habe.

Der Name mußte vor vielen Jahren in seinem Leben eine Rolle gespielt haben, doch er konnte sich nicht darauf besinnen, wann und wo das der Fall gewesen. Zu viel hatte er im Verlaufe seine« abenkeuevceicheu Lebens erfüllten, ai» duß er sich an einzelne Episode» daraus aus fernerer Zeit nved er­innern sonnte. 255,20