Scylücyterner Zeitung
KchlLchterMk Trgebirtt.
fchiüchteruer Kreisbiakt
VejugSpr«iS vorauSzahtbar viertelj. Gei
durch die Post Mk. 13.—, durch unsere Träger Mk. 10.80, bet und abgeholt Mk. tü^. Erscheint an Wicheu- tagen nachmittags. Druck u. Beilag C Hohmeister, aerantworilich H -C Hrhmeister, Schlächtern. Fernruf 85. Erfüllungsort für den gesamten We- schSftsoerkehr m d. Firma Schlächtern.
1849
unter dem Titel
Der VeztVksb-te
Montag, den 3. Januar 1921
A »zeigen: kl Zeile ober bereu Ra» a 70 Pjg., R-kiamezeNc Mk 2.— sämtl. ohne besonderen Zuschlag. Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz ober Mindergeduhr einschl. Bezugs Keine Gewähr für Platz, Aufnahmezeit und B> legiief^ung. Kein Nachlaß 6. gerichilichenZmisch-n- kosten Zählkarte Fra-.kfnrt a. M.
Nummer 11102
73. Jahrs.
Unter den vielen Recht und Moral verletzenden Bestim- imungen des Versailler-SchmachfriedenS verdient ganz beson- i dere Beachtung der Inhalt deS
Artikel 179.
Derselbe sagt, daß es den Deutschen verboten iß, einer fremden Macht zu dienen, ausgenommen in der französischen -Fremdenlegion.
Es war. durch den langen Krieg zu hoffen, daß diese Wunde, die seit 1832"am Leibe Europas besonders Deutschlands kranke, vernarbt feil Nun Mi ste de^ wieder auf. Der Franzose versteht es, dieselbe sogar künstlich zu erweitern.
130000 Deutsche waren es, die seit 1832 bis Kriegsausbruch gerechnet der Fremdenlegion zum Opfer sielen, zu Grunde gingen an den Krankheiten der Tropen^ Mißbrauch des Alkohols, des Opiums durch Ausschweifungen aller Art, die zum Teil mit ihrem Blute die Sandwüsten der Algerie, die Höhen und Thäler Mada^' car?, die Sümpfe ToagüinS, die GraSebeneu Mexicos tiTv wo die Lgiou gekämpft hat, tränkten. Welche Unsummen von Unterstützungen mußten aus staatlichen, kommunalen, privaten Mitteln gezahlt werden an die Hinterbliebenen Solcher7 die ihr bestes Besitztum, ihre Gesundheit, ihre Jugendkraft, ihr Blyt, ihr Leben einem Staate opferten, der ihnen nicht die geringste Fürsorge an- gedeihen läßt. Ein Teil der Leute kommt nach beendigter Dienstze t zurück, 7» ist eS ungefähr, auch diese Leute wollen in der Heimat leben, an das Bummelleben der Trozen gewöhnt, unfähig zu einer ehrlichen, körp.rlichen Arbeit geraten sie nach und nach auf die schiefe Ebene. Die Statistiken der deutschen Strafanstalten sprechen hier eine ernste Mahnung.
Einen Grund giebt es nur dafür, daß so viele diesem Unglück in die Arme laufen, nämlich Unkenntnis der Sachlage und der Verhältnisse, bei 907o in Verbindung mit Unkenntnis der Sprache. Veranlassungen giebt es unze- zählte: kleinere Vergehen, Furcht vor Strafe, gekränktes Ehrgefühl, Abenteuerlust, Arbeitslosigkeit, geschäftlicher Ruin, 'zerrüttete Vermögens oder Familienverhältnisse, Werbetätigkeit usw. Abenteuerlust hervorgerufen durch das gefeit der schlechten Lektüre, die über dieses Thema zur Genüg; besteht. Arbestslosigkett: im März gelang es den.Franzosen aus dem besetzten Gebiet 3000 Deutsche unter der Vorspiegelung, sie sollen im Wiederaufbaugebiet beschäftigt werden, anzu werben; im Mai waren es annähernd 6000, begünstigt war dies dadurch, daß damals «irr Teil der roten Armee nördlich Düffeldörf auf das besetzte Gebiet übertrat. Diesen Leuten hat man gesagt, daß sie, falls sie nicht Dienst nehmen würden, nach Deutschland zurücktransportiert werden würden, dort würden sie erschossen.
Wube-ätigkeit wird begünstigt durch die ArbritSsaKzkeii, die mit Stillegung vieler Betriebe verbunden ist, die schwierige Ernähmngslage, namentlich die Herabsetzung des Heeres, die Auflösung der nach der Revolution gebildeten Freiwilligenverbände. Die Werber arbeiten m't off '.barem Betrug. Die versprechen den Leuten ein Hrndgei bis zu 1000 Franc?, ein hohes Einkommen usw. der ab/ schioffene Handel wird ausreichend mit Alkohol begoss-n, erst nu tzdem der Angeworbene auf dem linken R) uf." ist, ändert sich die Sachlage, erst hier wird er gewahr, wuchem Unglück er entgegen geht.
Die W.rvetätigkeit ist organisiert; Es ist s lzKellt, daß die Werber nicht nur im besetzten ®;btei Rzeinlands und Schlesiens sondern im ganzen Deutschland arbeitm. M Übungen aus der Hamburger Gegend, aus Altenburg vom August, aus B-'lin vom Oktober, wonach Werber Uu?r den Lirrden und in
Alt Moabit arbeiteten, aus Amstarr vsm 1 D
?tfl
iMhrige Otto B. verschwand uad beaachrichtigte -eine Eltern ab Mainz) bestätigen dies © tb SeptMbc: g^ang es einen Deutschen (Kurt Schiller aus Dresde - j, der für die Franzosen als W-rber arbeitete in Frank.: a. M festzunehmeu. Die Mühlheimer Zig. Nr. 210 von 3. äug. berichtet über die Tätigkeit französischer Wc-H?! n der neutralen Zone, wonach es gelong, cn einem Tag in Solingen 18 Personen anzuwerben.
In der Legion etrangere t/pf mra . '. G-sellschaftS klaffen an, den Mann, der dir Uf.aerVJt besuchte neben dem der in der Jugend die Bänke der 3;.h^: : drückte, den Bankbsamten und Krusmann neben aem Handwerker, den Beamten neheü dem, der in der Heimat mit Schippe und Hacke zu schaff n g-wöhnt war, den alten Berufssoldaten neben dem jungen Mann, .der in seinem Leichtsinn aus Furcht vor Strafe über die Grenze ging, seiner Ehre, sein Vaterland, Alles von sich warf und desertierte. Auch B.r- drecher giebt es dort, eine ganze Anzahl, dir. sich unter falschem Namen dort aufhalten, um so auf eine R h von Jahren unter zu tauchen und sich den Folgen ihrer Straftaten zu ^entziehen.
Vor dem Kriege konnte man sagen die LsbeaSalts von 18—45 Jahren, waren vertreten, heute sind leider schon 16jährige dort Die neueste Verfügung des französischen K'-iegsministeriurns, auch bei uns bekannt gegeben durch das Reichswehrministerium (1. Juli 20) sagt, daß die Angeworbenen mindestens. 20 Jrhre alt sein sollen. I lagere sollen die Einwilligung des Familienoberhaupt:; büb-ing-n. 's fragt kün Werber, kein Trupprurell danach.
Diese Verfügung, giebt eine Handhab:, Innere also