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LlMger für die amtlichen Lekannlmachungen im Kreise 8chlüchtenl.

Be-«gSvreiS frei Hans, soranszahlbar öiertelf. 630 Mk., (durch bie Post ohne Bestell­geld). Erscheint Dienstags, Donnerstags und GamStagS. Druck und Berlag T. Hohmeister, verantwort!. H.»C. Hofmeister, SchlÜchtern. Fern­ruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Ee- schSstSverkehr mit der Firma Schlüchtern.

Schfüchterser M-isSkatt

Netteste ZettMß im Kreise; gegrSxtzet im Jahre 1849.

Anzeigen: II. Zeile oder deren Ran« 70 Pfg., Reklamezeile 2,- Mk. Bei PetrielZ. stSrungen kein Schadenersatz oder Minoer- gebühr einschließlich BezugS. Oetne Gewähr für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischenkosten. Zählkarte Frankfurt a. Main Nummer 11462.

M 140.

Sanestag, den 27. Nsvembr« 1920.

78. Jahrgang

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Aus der Heimat.

* Die Annahmestelle« für Vorauszahlungen auf das Reichsuotopfer werden hierdurch nochmals bekannt gegeben: Zur Annahme von Barzahlungen und Kriegs- anleihe ist ermächtigt die Stadtsparkaffe in Schlüchtern, nur für Kriegsanleihe die Kretssparkasse und die Lan- deSrenterei in Schlüchltern. Außerdem ist die Finanzkaffe des Finanzamts zur Entgegennahme von Barzahlungen bereit. Nachweislich selbst gezeichnete 5% Kriegsanleihr des Deutschen Reiches wird bis zum 31. Dezember d. Js. zum Nennwert angenommen, bei Barzahlungen sind bis zum gleichen Zeitpunkte für je 100 Mk. nur 96 Mark zu entrichten. Diese in dem § 41 Abs. 3 und § 43 Abs. 1 des Reichsnotopfergesetzes bezeichneten Vorteile können nach dem Gesetze nur bis zum 31. Dezember 1920 gewährt werden; die Veranlagung und Zustellungen der Steuerbescheide, die kaum vor Ende Januar 1921 erfolgen werden, dürfen daher nicht abgewartet werden, zumal eine Verlängerung der Frist nach einem kürzlichen Erlaß des Relchsministers der Finanzen nicht stattfinden wird.

* Schlüchtern. Die amtlichen Bekanntmachungen und öffentlichen Anzeigen der Stadt Schlüchtern erscheinen von heute ab wieder in der Schlüchterner Zeitung.

Schlüchtern. (Silberne Hochzeit.) Am Sonntag, den 28. November feiern Herr Schneidermeister Lud­wig Freund und Frau ihr 25jähriges Hochzeitsjubi­läum. Wir gratulieren!

* Schlüchrern. Vor vollbesetztem Hause spielte Mittwoch abend das Fr< ^ «ter Künstler-Theater für Ryetn und Main in der Turnhalle Gerhard Haupt' Manns DiebskomödieDer Biberpelz". Verschiedene Schwierigkeiten (reichlich verspätetes Eintreffen des Möbelwagens mit den AusrüstungSgegenständen der Bühne, ein Maschinendefekt im Elektrizitätswerk) schienen die Aufführung in Frage zu stellen. Doch wurde sie wenn auch verzögert durch das Entgegenkommen der beteiligten Dienststellen noch ermöglicht. Das Frankfurter Künstler Theater tat recht daran, daß es nach unserm großen Schiller auch einmal einenMo­dernen" zu Worte kommen ließ. Den Wert des Stückes zu beurteilen, mag dem Einzelnen überlassen bleiben. Es sei dabei auf die auf der Rückseite des Programms befindliche Abhandlung verwiesen. Den vollen Erfolg, den das Stück trotz seiner Flachheit hatte, verdankt es dem ausgezeichneten Spiel der Dar­stellenden. Man muß Berlin mit seinen Bevölkerungs- typen kennen, um die Leistungen der Künstler und Künstlerinnen richtig bewerten zu können. Auch dieses Mal zeigten die Darsteller und Darstellerinen so- wohl der Haupt- als auch der Nebenpersonen sich

F«i«bttthe SwJer.

Roman von Jost Freiherrn von Steinach 75 (Schluß.)

Die unselige Frau hatte sich dem irdischen Richter entzogen.

Als der Doktor, der telephonisch nach dem Detektiv büro hinbeordert worden war, das Testament vor sich sah, wollte er zurrst seinen Augen nicht trauen, dann aber wußte er sich vor Freude gar nicht zu fassen und umarmte den geschickten Detektiv ein über das andere Mal. Dabei traten ihm. die Tränen in die Augen, deren er sich durchaus nicht schämte.

Auch Rechtsanwalt Hagemann war außer sich vor Verblüffung, als er erkennen mußte, daß ihn in diesem Falle sein juristischer Scharfblick im Stiche gelassen hatte; seine Verblüffung stieg aber »och ganz erheblich, als er bet der nicht lange darauf stattsindenden Testamentseröffnung erfuhr, daß der älteste Sohn des Freiherrn, Otto von Ranzenberg, zum Universalerben eingelegt sei, während die anderen Mitglieder der Familie mit dem Pflichtteil abgefunden wurden; so hatte der alte Freiherr in richtiger Erkennung der Sachlage noch kurz vor seinem Tode Gerechtigkeit geübt.

Das sofort eingeleitete Wiederausuahmeverfahcen wurde natürlich in Anbetracht der Umstände Otto hatte unmöglich ein Interesse daran haben können, ein Testament zu vernichten, in dem er zum Universalerben ernannt war in einer einzigen Sitzung zugunsten des Inhaftierten erledigt und sofort Befehl erteilt, dem Unschuldigen die Freiheit wiederzugeben.

Im Vorplatz standen wartend vier Personen, Melitta, der treue Freund mit feiner Braut und Herr Goswin,

als Meister ihrer Rollen und fesselten durch ihr glän­zendes Zusammenspiel.- Auch die Volksvorstellung (Schillers TrauerspielKabale und Liebe") am Donnerstag abend war recht gut besucht. Scheinbar fehlte aber einigen Besuchern jedes tiefere Verständnis für eine derartige Darbietung. Durch vernehmliche Bemerkungen und häufige Unruhe störten sie den übrigen Besuchern den Genuß.

*' Rückers, Kr. Fulda. In der Nacht drasgen hier drei Burschen in das Haus eines Landwirts, des Bruders des Bürgermeisters und zwangen ihn mit vorgehaltenem Revolver zur Herausgabe seines Geldes. Der Landwirt, der den Räubern wehrlos gegenüber- stand, bändigte ihnen seine ganze Barschaft im Betrage von 8000 Mark aus, worauf sich die drei wieder entfernten.

* Langsdorf. UeberfaLeu und angeschoffen wurde ein Arbeiter im Walde. Der Mann trug eine große Geldsumme bei sich. Es gelang ihm, den Wegelagerern zu entkommen.

* Fritzlar. In den hiesigen Dom wurde einge­brochen. Dem Kirchesräuber fielen u. a. silberne Leuchter, Altargeräte und eine wertvolle Christusfigur in die Hände. Der Verdacht der Polizeibehörde richtet sich gegen einen Arbeiter namens Krebs, der aus Witzenhausen stammt und sich gegenwärtig in Frank­furt aufhält. Die Nachforschungen sind im Gange.

* Göttivgen. (Entsetzlicher Unfall.) Als ein Schüler in der Gewerbeschule mit seinem Taschenmesser beim Bleistiftspitzen beschäftigt war, rannte ein anderer 17 Jahre alter Schüler durch einen Zufall so unglück­lich gegen seinen GUMsdeu haft ihm das MAe« K die Brust drang und seinen sofortigen Tod herbei« führte.

* Eisenach. Ein häßliche« Familiendrama, das wieder einmal einen trüben Einblick in die Sittenver- derbnis der Gegenwart gewährt, hat sich in der Woh­nung des hiesigen Gemüsehändlers S. Höhn abgespielt. Deffen Ehefrau unterhielt mit dem verheirateten Leisten­macher Albert Heß seit längerer Zeit ein Liebesver­hältnis. Beide trafen sich fast allabendlich in der Hühnschen Wohnung. Der Liebhaber, ein roher, gewalttätiger Mensch, mißhandelte dort nicht selten den Ehemann seiner Geliebten, um ihn dadurch zum Ver- laffen der Wohnung zu bewegen. So sprach er auch bei seiner Geliebten wieder vor und schoß, als sich diese kurze Zeit darauf entfernen wollte, die Höhn mit einer mitgebrachten Pistole tödlich nieder. Als wenn nichts geschehen wäre, holte der rohe Mensch alsdann seine eigene Frau ab und begab sich mit ihr tu eine nicht weit von der Mordstätte gelegene Wirt­schaft. Dort wurde er festgenommen und dem Amts­gericht zugesührt. Er zeigt keinerlei Reue über seine

der sich den Jubel dieser Stunde nicht nehmen lassen wollte. Als Otto an der Seite seines Verteidigers erschien, zwar bleich, aber ungebeugt und mit einem frohen Schimmer auf den ersten Mienen, da sanken sie sich beide, Otto und Melitta, wortlos in die Arme und hielten sich mehrere Minuten lang innig umschlungen. Dann aber ließ er die Braut los küßte den edlen Waldau auf beide Wangen. Hilde und Goswin schüttelte er beiden kräftig die Hände, und dann gings im Fluge zu Waldaus Wohnung, wo die Freunde bei wohlbesetzter Tafel ein trautes Wiedersehen feierten. Der alte Finke aber küßte feinem Herrn die Hände.

Schon in den nächsten Tagen trat ein völliger Umschwung der bisherigen Perhältnisse ein. Zuerst wurde dem sämtlichen Gesinde, den Beamten der Fabrik die auf sie fallenden Legate ausgezahlt, und ein reicher, vom Freiherrn verordneter Fonds für die Invaliden und alt gewordenen Arbeiter errichtet; auch Herr von Goswin sowie der alte Genius befanden sich natürlich unter den vom Freiherrn testamentarisch Be­dachten. Dann aber wurde die Leitung der Fabrik gewechselt; Baron Hans hatte sofort nach Bekannt- werden des Tenors des Testaments freiwillig auf die fernere Direktion verzichtet, was dem ganzen Unter­nehmen zum größten Nutzen gereichte, da die Arbeiter­schaft bereits solidarisch den Beschluß gefaßt hatte, die Arbeit ntederzulegen.

ES war an einem herrlichen Frühlingstag, die Springen begannen berretts zu duften, und der Faul- baum setzte Blüten an, in dem immer dichter werdenden Laube trillerten die Lerchen und stimmten einen Lob­gesang zu Ehren des Schöpfers an, da traten zwei festige Paare vor den Altar, um sich fürs ganze

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Tat und verweigert hartnäckig jede Auskunft über die Beweggründe, die ihn zum hinterlistigen Mord geführt haben.

* Rottkburg a. F. Ein schwerer Einbruchsdieb­stahl wurde in der Nacht in dem an der Laffeler Landstraße gelegenen Wohnhaus der Fabrikanten A. und E. Godiet ausgeführt. Außer zahlreichen Klei­dungsstücken stahlen die Spitzbuben 5 Jagdgewehre mit Munition sowie das gesamte Silberzeug gezeichnet mit dem Buchstaben G. Auch einige Eßwaren, Wein und Zigarren nahmen die Diebe als Bevte mit Auf die Ermittelung der Täter und Wiederbetbringurg der gestohlenen Sachen ist seitens der Eigentümer eine Belohnung von Mk. 3000 ausgesetzt.

' * Caffel. (Mißglückte Schiebungen.) D oer Kriminalpolizei angegliederte Wucherabteilung beschlag­nahmte von einem erst 18jährigen hoffnungsvollen Schleichhändler vier Zentner Zucker, den dieser bei einem in der Hohenzollernstraße wohnenden Fabri­kanten loszuschlagen versuchte. Wie nachträglich fest­gestellt wurde, waren die Säcke mit minderwertigem Zucker und noch minderwertigerem Satz augefüllt, während nur die obere Schicht aus reinem Zucker bestand. Der Täter, Sohn eines h^efi^en Bäcker­meisters, wurde zur Anzeige gebracht.

Welthändel.

Berlin. (Unterbrechung der russisch- polnischen Friedensverhandlüngen.) Die russisch-pol­nischen Friedensverhandlungen sind einstweilen unter- brscheu. Joffe ließ der polnisches DeLzstire eins Note zugehen, in der er erklärt, daß Polen die Be­dingungen eines Zusatzprotokolls zum Waffenstillstands- vertrage bezüglich Zurückziehung der polnischen Armee nicht durchgeführt habe. Solange diese Bedingungen nicht durchgeführt seien, könnten die Verhandlungen in Riga nicht fortgesetzt werden. Der Führer der polnischen Delegation Domskj erwiderte sofort, daß Polen alle seine Verpflichtungen erfüllt habe und er nur seinem Bedauern Ausdruck geben könne, daß die FriedenSver- Handlungen unterbrochen wurden.

London. Aus Neuyork wird gemeldet, eine Gruppe amerikanischer Bar-kters wolle Deutschland einen Kredit von 400 MMonen Pfund Sterling für Lebensrnittel und Rohstoffe gewähren, als deffen Unter­lage die in den Vereinigten Staaten investierten deutschen Güter dienen sollen.

(Bestrafung eines französische Korporals.) Wegen des Vorfalls in Obertngxlheim, nach einer Tanzmusik ein junges Mädchen aus Frankfurt a. M. durch einen Schuß tödlich verwundet wurde, wurde der Korporal, der die Veranlassung zum, Streit ge«

Lebe« zu verbinden. Das hehrste Glück strahlte chaen aus den Augea, und die ungezählten Menschen, die sich in dem hohen Dome versammelt hatten, aus Reugier wie aus Teilnahme, sie konnten sich gar nicht satt sehen an diesen vier herrlichen Menschenkindern, die so ganz für einander geschaffen schienen. Man tuschelt« und wisperte, und die ganze Familiengeschichte der Ranzenbergs wurde aufs Tapet ge bracht.

Eine heilige Stille aber trat ein, als der greife Geistliche seine Predigt über den Text begann:Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Himmelreich ist ihrer!"

Da schauten die vier einander lange an, und Tränen traten in ihre Augen.

Ende.

7 (Bauernregeln für Dezember.) Der Lmldwirt erwartet von einem allzu warmen Dezember wenig gute Aussichten.Dezember warm daß Gott erbarm", heißt's in der Bauernregel, undIst der Winter warm wird der Bauer arm", oderDezember veränderlich und lind ist der ganze Winter ein Kind". Dagegen verspricht ein kalter und klarer Winter gnte Ausfichten für das kommende Iah" denn Ist Dezember kalt mit Schnee gibt es »^:n in jeder Höh", undIst die Christnacht hell und klar folgt ein reich gesegnet Jahr", oderDezember kalt mit Eis gute Ernte zu melden weiß. Der Eintritt von Nordwind im Dezember läßt auf langanhaltende Kälte schließen, dennWenn der Nord zu Vollmond tost folgt ein langer, harter Frost."