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Anzeiger für hie amtlichen Bekanntmachungen im Kreise Schlüchtern.

BezugöpreiS frei HanS, vorauSzahlbar viertelj. 5,80 Mk., (durch die Post ohne Bestell­geld). Erscheint Dienstags, Donnerstags und SamStagS. Druck und Verlag T. Hohmetster, verantwortl. H.-C. Hohmeister, Schlüchtern. Fern- nif 65. Erfüllungsort für den gesamten Be« schSstsverkehr mit ' der Firma Schlüchtern.

Schtüchterver KreisSlatt

Netteste SdtttMg im Kreise; gegrSLdet im Jahre 1849,

Anzeigen: IL Zeile oder deren Raum 60 Pfg., ReNamezeile 2,- Mk. Bei Betriebs­störungen kein Schadenersatz oder Minder- gebühr einschließlich Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischenkosten. Zahlkarte Frankfurt a. Main Nummer 11402.

J2 106.

Donnerstag, den 9. September 1920.

72. Jahrgang MMaAM^OMMMM«

Aus Stadt und Kreis.

GchMchtesu, den 8. September 1920.

* Donnerstag, den 9. Sept. 1920 abends 8 Uhr findet eine öffentliche Sitzung der Stadtverord- netenversammlung mit nachstehender Tagesordnung statt: 1) Einführung und Verpflichtung des Stadtverordneten Johann Kurz, der an die Stelle des von hier ver­zogenen Stadtverordneten Arthur Bey er tritt. 2) Vorlage betr. Beteiligung der Stadt an der zu grün­denden BezirksWohnungSfürsorgegesellschaftHessische Heimstätte" in Caffel. 3) Erhöhung der Vergütung -des Gymnasialdirektors Zeller Hanau für Beaufft^tig- nng der Lateinschule. 4) Bewilligung der Kosten für Instandsetzung der Lateinschulräume. 5) Vorlage einer Verfügung der Regierung betreffend Erhebung von UnterhaltungSkostenbeiträge für die gcwerbl. Fortbil­dungsschule. 6) Bewilligung einer Spende für die Gefangenenfürsorge, insbesondere für die Kriegsge­fangenen in Sibirien. 7) Vorlage betr. Unterhaltung des neu angelegten Teiles des Bürgersteigs in der Bahnhofsstraße. 8) Vorlage der Armenkaffen-Rech- nungen vom Jahre 1919.

* Wie schon kurz erwähnt, fand am vergangenen Sonntage auf dem Acisbrupnen das H. größere Sport­fest des hiesigen Fußball-Verein Schlüchtern 1910 statt. Der Verein hatte sich keiner Mühe gescheut, der Ver­anstaltung ein festliches Gepräge zu geben. Bereits um 6 Uhr früh rief das vom Turnverein in freund­lichster Weise zur Verfügung gestellte Trommler- und Pfeiferkorps gemeinsam mit der Reichswehrkapelle Fulda die Spieler zum frischen Kampfe auf den Sportplatz, wo gegen 880 die Sechserspiele in 3 Klaffen ihren Anfang nahmen, und erst gegen 12" mittags konnten nach dem Schlußpfiff des Unparteiischen folgende Re­sultate festgestellt werden:

Klaffe A. I. Preis: Seminar Schlüchtern

2. Sportverein Meerholz

3. Victoria Elm.

Klaffe B. 1. Preis: Buchonia Flieden

2. Victoria Elm

3. Germania Herolz.

Klaffe C. 1. Preis:. F.-V. Schlüchtern 1910

2. Seminar Schlüchtern

3. Victoria Eim.

Mittags gegen l30-U^r setzte sich der Festzug durch die Straßen der Stadt in Bewegung und endigte am Sportplatz Acisbrunnen. Besonders muß die gut ge­lungene Zusammenstellung der Festwagen hervorgihoben werden. Die Festrede sprach Herr Prorektor Keller. Er dankte den Vereinen von nah und fern in warmen Worten für ihr Erscheinen, ebenfalls dankte er herzlich den Spendern von Ehrenpreisen. Nachdem er in aus­führlicher Weise die Vorzüge des Sports und der Turnerei geschildert hatte, ließ er in einem Hoch auf unser geliebtes Vaterland seine sehr gut durchdachte Ansprache ausklingen, beut sich die Musik-Kapelle mit Deutschland, Deutschland über alles . . / anschloß, und worin die Festversammlung kräftig einstimmte. Auch Herrn Landrat von Trott zu Solz sei herzüchen Dank für die Worte, mit denen er die gute Sache und Ziele unseres Sportwesens hervorgehoben hat. Hieran schloffen sich in gewählter Reihenfolge Läufe, Diskus­werfen, Weitsprung, Kugelstoßen. Besonders spannend waren die Staffelläufe der Junioren und Senioren, die der Fußb.-Beretn Schlüchtern in beiden Klaffen nach glänzenden Läufen unter ohrenbetäubendem Jubel des Publikums für sich entscheiden konnte. Besonders scharf verliefen die 400 und 6000 m Läufe, in ersterem siegte Walther Schlüchtern durch glänzenden Endspurt mit 1 m Vorsprung vor Hartwig, Hersfeld, in letzterem führte Schott, Niederzell bis zur letzten Runde, mußte sich aber in dieser eine Ueberholung durch Hartwig Hch. und Kühn, Hersfeld gefallen lassen. Die Einzelergebnisse sind:

50 m Junioren: 1. Preis: Hornschuh, Hersfeld

2. Brand B., Schlüchtern

3. Porth, Eckenheim.

50 m Senioren: 1. Preis: Herwig C., Hersfeld

2. StangChr., Schlüchtern

3. Thome Gg.,

100 m Junioren: 1. Preis: Brand B., Schlüchtern 2. Hornschuh, Hersfeld

3. Lerch, Meerholz.

WO ai Senioren: 1. Preis: Herwig E., Hersfeld

2. StangEhr.,Schlüchtern

3. Henkel, Schlüchtern.

400 m Lauf: 1. Preis: Walther Fr., Schlüchtern

2. Hartwig Gg., Hersfeld

3. Frischkorn J»h., Sterbfritz.

1000 m Lauf: 1. Preis: Hartwig Hch., Hersfeld

2. Dudene, Schlüchtern

3. Kühn, Hersfeld.

5000 m Lauf: 1. Preis: Hartwig Hch., Hersfeld

2. Kühn, Hersfeld

3. Schott Julius, Niederzell.

4X100 m Stafette (Junioren):

1. Preis: Fußball-Verein Schlüchtern 1910

2. Seminar Schlüchtern.

4XW0 m Stafette (Senioren):

1. Preis: Fußball-Verein Schlüchtern 1910

2. Hersfelder Fußball-Verein

3. Buchonia Flieden.

Fußball-Weitstoß:

1. Preis: Netdhardt, Flieden

2. , Müller Hch., Herolz

3. Luckhaupt, Sindlingen.

Kugelstoßen 1. Preis Reuther Hch., Meerholz

2. Voller Hch, Schlüchtern

3. Reuther Gg., Meerholz.

Weitsprung 1. Baist Fr., Schlüchtern

2. Böller Hch.,

3. Thome Gg.,

Diskus 1. Schmidt Al., Flieden

2. Reuther Hch., Meerholz

3. Netdthardt Al., Flieden.

Um 7 Uhr abends waren die Kämpfe beendet, und befriedigt konnte die Festversammlung den Heimweg antreten, getragen von dem Bewußtsein, einen schönen, in sportlicher Beziehung genußreichen Tag verbracht zu haben. Die tanzlustige Jugend hatte am Abend in drei Sälen Gelegenheit, das Tanzbein zu schwingen. Die Preisverteilung fand um 8.30 Uhr abends statt. Die wertvollen Preise (für jeden 1. Sieger einen Gabenpreis) wurden mit Jubel und unter Hochrufen in Empfang genommen. Der Fußballverein Schlüchtern kann mit Befriedigung auf die wohlgelungene Veran­staltung zurückbitcken, ihm sei ein dreifaches, kräftiges Hipp H:pp Hurra. (Die Nummern der Verlojungspretse müssen wegen Raummangel bis zur nächsten Nummer zurückgestellt werden. Red.)

* Zuschneidekurse für Schneidermeister, Gehilfe« sowie für Schneiderinnen, Hausfrauen und Töchter werden anfangs Oktober hierselbst auf Veranlassung der Schneider-Innung veranstaltet. Die Leitung der Kurse liegt in den Händen des Zuschneidelehrers Herrn Fr. Wienhold, der den Ruf eines erstklassigen Fach­mannes und eines hervorragend befähigten Lehrers genießt. Herr Zuschneidelehrer W., der vor kurzem aus dem Elsaß ausgewiesen wurde, war Inhaber der Ersten Straßburger Zuschneide-Akademie und leitete als solcher 18 Jahre die Metsterkurse am Ministerium für Elsaß-Lothringen, ebenso an vielen Handwerks­kammern, Innungen und Fachvereinen. Herr W. ist in Fachkreisen eine längst bekannte Persönlichkeit, und das System zeichnet sich durch feine leichte Erlernbar­keit und guten Sitz aus, sodaß ein jeder mit Erfolg teilnehmen kann. Zahlreiche Zeugnisse von staatlicher Seite, Korperationen usw. stehen Herrn W. zur Ver­fügung und wenn heute über 6000 Schneidermeister und Gehilfen nach dieser Methode arbeiten, so ist damit der Beweis erbracht, daß wir der Sache vollstes Vertrauen entgegenbringen können. Daher sollte von den Fachkollegen keiner diese günstige Gelegenheit ver­säumen, um an diesem Kursus teilzunehmen. Anmel­dungen werden schon jetzt beim Obermeister Herrn Weber, Schlüchtern entgegen genommen. Alles Nähere über Beginn 2C. wird noch durch Inserat bekannt ge-' geben. Nebenher wird ein Kursus für Damen abgs- halten, in welchem Gelegenheit geboten wird, sich im Zuschuetden für Beruf und häuslichen Gebrauch aus- zubilden. Bedeutende Ersparnisse könnten gemacht werden, wenn unsere Hausfrauen imstande wären, die Garderobe für sich und ihre Kinder selbst herzustellen. (stehe Inserat.)

* (Wie spare ich Porto?) Eine tägliche Er­fahrung ist eS, daß vielfach uoey zu viel Porto aufge­wendet ,unb die Ermäßigungen nicht benutzt werden, die der Tarif der Reichspost möglich macht. Druck­sachen werden oft in verschlossenem Umschlag statt offen verschickt. Dann wird nach wie vor von der Einrichtung der Geschästspapiere wenig Gebrauch ge­macht. Sie find aber jetzt billiger, sobald sie das

Gewicht von 20 Gramm überschreiten. Als Geschäfts­papiere werden zugelaffen alle Schriftstücke und Urkun­den, die nicht die Eigenschaft e ner eigentliche« und persönlichen Mitteilung haben, wie Prozeßakten, Fracht­briefe, Ladescheine, Rechnungen, Quittungen, offene Briefe und Postkarten, wenn sie ihren ursprünglichen Zweck erfüllt haben, Unterschriften von Werken und Zeitungen, Schülerarbetten, Lohn-, Dienst- oder Arbeits­bücher usw. Auch die neue Einrichtung der Päckchen wird nicht genügend beachtet. Sie kosten bis zum « Gewicht von 1 Kilogramm 1 Mark, müssen aber die AufschriftPäckchen" tragen.

* Das Finanzamt Schlüchtern sendet uns nachstehende Berichtigung, die wir im Interesse der Allgemeinheit zum Abdruck bringen:

Die aus einem Artikel derDorfzeitung" inHtldburghausen in Nr. 101 derSchlüchterner Zeitung" übernommene Darstellung über die Unterschrift der Ehefrauen in der Reichsnotopfererklärung wird zur Vermeidung unnötiger Weiterungen, wie folgt, richtig gestellt: Nach § 28 des Retchsnotopfergesetzes hat jeder Abgabepflichtige, der am Stichtage ein Vermögen von 5000 Mark und darüber besaß oder dem, auch wenn das nicht der Fall war, eine Aufforderung zugestellt wurde, eine Steuererklärung abzugebe«. Abgabepflichtig sind nach § 2 Ziffer la A. O. mit hier nicht in Betracht kommenden Ausnahme« ganz allgemeindie Angehörigen des deutsche« Reichs" also auch die Ehefrauen. Das wird dadurch nur bestätigt, wenn als Ausnahme von dieser Regel ergänzend und vereinfachend § 16 Abs. la A. O. bestimmt, daß das Vermögen der nicht dauernd von einander getrennt lebenden Ehegatte« für die Veranlagung des Reichs- notopfers zusammenzurechnen ist, sowie § 6 der Ausführungsbestimmungen zum Reichsnotopfergesetz anordnet, daß in diesen Fällen die Steuererklärung das Vermögen der Ehefrau mit umfassen muß. Auf dieser gesetzlichen Grundlage wird dann in dem durch § 8 der Ausführungsbestimmungen vorgeschriebenen Muster zur Steuererklärung mit Gesetzeskraft ausdrücklich die Unterschrift der Ehefrau verlangt, falls die Ehe­gatten zusammenleben. Die Annahme, daß diese Forderung nicht den gesetzlichen Vorschriften entspricht, ist daher hinfällig. Schließlich ist noch auf § 168 Abs. 1 Satz 2 der Reichsabgabenordnung hinzuweisen, nach dem die Steuererklärungen nach Form und Inhalt so abzugebe« sind, wie es die Finanzämter nach den Gesetzen und Ausführungsbestimmungen vorschreiben. Im übrigen bedeutet einerseits die Maßnahme, bte Steuererklärung der zusammenlebenden Ehegatte« gemeinsam in einem Vordruck abgeben zu lasten, eine wesentliche Vereinfachung und Zeitersparnis für die beteiligten Abgabepflichtigen wie für die Steuerbehörden und andererseits die Forderung der Unterschrift der Ehefrau eine Notwendigkeit, wenn dem bisher oft zu beobachtenden Uebelstand vorgebeugt werden soll, daß das Vermögen der Ehefrau garnicht oder unvollständig angegeben wird. Die berechtigten und jetzt mehr als je durchaus notwendigen Bestrebungen zur Hebung der Steuermoral und zur gleichmäßigen und gerechten Verteilung der Steuerlasten nach Gesetz und Leistungs­fähigkeit können dadurch nur gefördert werden. Und einer G.fahr setzt sich niemand aus, der feine Angabe« richtig macht, wie er nach Gesetz und guter Sitte verpflichtet ist.

* (Ersatz für verlorengegangene Postpakete.) Zur Vereinfachung und Beschleunigung hat dasRetchs- postministerium vom 1. Oktober ab die Befugnis der Paketämter zur selbständigen Erledigung des Ersatzver­fahrens für Pakete im Jnlandsverkehr »on 100 Mark auf 300 Mark erweitert. Die selbständige Erledigung ersteckt sich auch auf Ersatzfälle für Eiyschreibpakete und Pakete mit Wertangabe, soweit der Ersatzbetrag 300 Mark nicht übersteigt und sofern es sich um vor dem 1. April 1920 eingelieferte Pakete des vormaligen deutschen Wechselverkehrs handelt.

(Preisermäßigung für Gummireifen.) In diesen Tage« haben die deutschen Gummifabriken die Preise für Gummireifen aller Art zum drittenmal seit Mitte März dieses Jahres ermäßigt. Da durch häufige Preisveränderungen Unsicherheit der Marktlage und eine gewisse Beunruhigung des Handels hervorgerufen wird, ist es zu begrüßen, daß diesmal die Ermäßigung eine so wesentliche ist, daß in absehbarer Zeit mit einer neuen Preisherabsetzung wohl nicht gerechnet werden kann. Die neuen Preise scheinen den Welt­marktpreisen angepaßt zu sein und dürfen daher längere Zeit in Kraft bleiben, wodurch wieder Stetigkeit im Reifengeschäft Platz greifen wird.