AlMiM ts« hir anstlirfirn ^eknttk tmnttM' gf>> im -Krpfff SrfilürtitPrn.
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Zchlüchterner KreisUatt
Netteste Bätog im greife; gegrAVver im Iatzrr 1849.
Anzeigen r kl Zeile oder deren Raum 60 Pfg., Reklamezeile 2,— Mk Bei Betriebsstörungen kein Schadenersatz oder Minder- gebühr einschließlich BezugS. Keine Gewähr für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischenkosten. Zablkarte Frankfurt a. Main Nummer 11402.
^ 71.
Samstag, den 19. Juni 1920.
73. Jahrgang
Aus Stadt und Kreis.
Schwerern, s^ 18. Juni 1920.
—* Berichtigung. In Nr. 68 unseres Blattes vom 12. Juni brachten wir auf der ersten Sette, brüte Spalte einen Bericht aus Frankfurt a. M., in dem es heißt, daß auf dem Tabaksmark ein großer Preissturz cingetreten sei, und daß in Ermangelung von Aufträgen dir badlschen Zigarrenfabriten an das Ende der Aufnahmefähigkeit in Rohtabaken gekommen seien. Hierzu schreibt die Süddeutsche Tabakszettung aus Mannheim in ihrer Nr. 71 vom 15. Juni. „Es ist ja wohl recht wahrscheinlich, daß manche Schieber- und Schwarzfadrlkanlen jetzt ihre Zigarren 40 und noch mehr Prozent billiger anbieten und selbst zu diesen Preisen nicht los werden; aber diese Ware ist auch darnach beschaffm. Daß aber dieses Gelichter mit den reellen Zigarrenherstellern in einen Topf g-morsen wird, das ist unverzeihlich. Im Ggensatze zum Inhalt dieses Tabakberichtes fürchten w.r, daß manche und zwar gerade die zu relativ billigen Preisen liefernden Fabrikanten sehr bald zur Erhöhung ihrer Preise gezwungen sein werden, wenn die jetzigen Marktpreise für Deckblatt bestehen bleiben".
—* Deutsche Spar- Prämienanleihe. Die 2. Gewinnverlosung findet Donnerstag, 1. Juli d. Js., von 8 Uhr vorn. an, öffentlich im Saale des Vereins- Hauses in Berlin statt. Än die Gewinnverlosung schließt sich die 1. Tilgungsauslosung an.
—* Für was sind Sonnenbäder gut? Die heilende Wirkung des Sonneulichtes ist heute schon vielen Kranken und Leidenden bekannt, das beweist die eifreu- liche Zunahme der Anhänger des Sonnenbades. So sind Sonnenbäder bei allen jenen Krankheiten geboten, wo sie schweißaustleibend und dadurch entgiftend waren können, wie bei Reuma^Amus,. Nierenleiden, Wassersucht und vor allem auch der Syphilis. Da sie dakeerienseindlich wirken, sollten sie auch bei Flechten leiden und Wunden genommen werden, namentlich in in letzterem Falle als Teiljonnenbäoer, d. h. daß also nur der betroffene, erkrankte Körperteil den Sonnenstrahlen ausgesetzt wird. Weiter sollten alle jene Leidenden reichlich Sonnenbäder nehmen, die an i Stofsweselsiörungen leiden, wie Menschen mit krankhafter ! Magerkeit, Fettsucht, Skrophuloje, Zuckerkrankheit, Geht iunb engrljcher Krankheit behaftet, uno weiter auch alle jene sehr oft das Sonnenlicht aufsuchen, die an Blut- armut und Bleichsucht leiden und als Hypochonder vom Leben nur die dunklen Schattenseiten f.yen, trübsinnig hoffnungslos und ardeitöunlujlig sind. Sie alle werden bei reichlichem Aufenthalt em Sonnenschein bald eine völlige Wa dlung zs.-m Besseren an sich v-rchürea
feinhi^e Brnder
Roman von Jost Freiherrn von Steinach.
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iFsctsi.-tzung.-
Jm nächsten Augenblick schon waren sie ihm auS ben Äugln, und Waldau starrte bestürzt ins L ere. Er hatte auch den andern Reiter sofort erkannt; es war Ottos Bruder in Z ott. Was hatte d.r in H ldeS Gesellschaft zu tun ? Lo^te dieser ki^ifinntge Schulden- ivllcher es wagen, die Hand nach der reichen Eidin wZzustrcckcn? Und warum nicht!
. Aber Hilde? Er hatte wohl ihren Blick aufge= Ititgcn ’ Verachtung und Hochmut hatten darin gelegen, °btt keine Spür vor jener Zuneigung, von der bei Ostler gesprochen hatte. ©ia,er hatte er sich in den ^psindungen des jungen Mädchens arg getäuscht ^ber sollte die Nachricht von der Beihafrung seines I Linsten Freundes derartig auf sie g w rkt haben?
®len gilt ja eine Anklage schon soviel w.e eine Erteilung. Vielleicht hatte fi- geschlossen: Was an einem Menschen dran fein, der mit einem I ^rbrechcr auf so vertrautem F-.ß steht.
I Deprimiert wanderte er weiter. D^r Tiergarten Ischon etwas belebter geworden. Das klare Wetter einige ältere Leute, Rentiers und p.vsienierle lernte ins Freie; auch ein arrer Jnval.de huuipe te IN seinen Stelzbeinen herbei. Und da kam auch ein i ^Atcr, den er in Ranzenbergs Atelier kenmn ge- hatte: Herr von Gotwin, in seinem faden- I Nigtn Mäntelchen, das ihn schwerlich gegen bie I Deiche Kälte schützen konnte. Ihm schien auch i M schon frostig zu Mute zu sein, denn er hatte beide |”be tief in die Taschen vergraben.
8t wollte an Waldau vorüberschreiten, ohue ihn zu
und bei regelrechter Anwendung von Sonnenbädern nach den Ratschlägen eines Arztes auch oft völlige Heilung erlangen. i
* Jossa. An der Straße nach Marjoß wurde dieser Tage einem hiesigen Landwirt, als er auf seiner Wiese mähte, sein Fahrrad, das er während der Arbeit an der Landstraße an einen Baum gestellt hatte, von einem auswärtigen Hamsterer gestohlen. Der kühne Räuber fuhr mit seiner Beute nach Wirtheim und stieg hier in den Zug. In Oberrad fiel er jedoch der Posizei, die inzwischen von dem Diebstahl benachrichtigt worden war, in die Hände. Der Landwirt erhielt sein Rad wieder zurück. Sch.
Aus Provinz und WachbargeöieL.
§ Aus dem Vogelsberg Infolge der anhaltenden Dürre macht sich ein steigender Wassermangel in den Flußläufen und den Wasserleitungen bemerkbar, der bereits zur Schließung bezw. Einschränkung mehrerer Betriebe führte.
§ Frankfurt a. M. Eine Postkarte, die 14 Jahre unterwegs war, ist dieser Tage wieder an ihren Ab sender zurückbeftellt worden. Im Jahre 1906 am 14. Sept. wurde sie hier abgestempilt, an einen Adreffaien in Frankfurt. Nun erhielt sie der Schreiber zurück und zwar mit 60 Pfennig Strafporto für nicht genügende Flankierung. Wo mag die Karte herumge- flogen fein.?
§ Raubzüge einer Frankfurter Einbrecherkolonne. In Der Nacht zum Montag rückte eine E nbrea. erlaubt von 10 Mann aus Frankfurt im Auto in Höchst an und versuchte in dem H-rrengarderobegef^äst von Crrich u. Co. einen Einbruch Als ein Schutzmann hwzukam, warfen ihm die Einbrecher eine schwere EriLNsiaage mit solcher Wucht gez;n_ den Leib, daß er niederstürzte. Der BeärM-r hatte ^tfM-fe^ et6 Noisignal abzugeben. Die Barche ging daraus flüchtig und fuhr unverrichteter Sache im Auto nach Frankfurt zurück.
Embervfuug des Reichstags.
Zusammentritt am 24 Juni.
Berlin, 16. Juni. (Amtlich.) Der Präsident der Nationalvirsammlung erläßt folgende Bekanntmachung: Auf Grund der Artikel 27 und 180 der Verfassung wird der neuaewählte Reichstag berufen, am Donnerstag, den 24. Juni 1920, nachmittags 3 Uhr, zusammen- zutreten.
Tür Präsident der Nationalversammlung: Feb^ n^nch.
o.Metten, ivch ^ eur reef ihn an; „^uieu Mmgei, Herr von Go w n!"
Der alte Herr unterbrach sogleich seinen Spaziergang und schavte auf.
„Ah, He-r Doktor Waldau, wenn ich nicht irre", sagte er, einen unsicheren Blick auf den andern weifend.
„Ganz recht, Herr Go^win!" erwiderte er. „Ich bin allerdings einige Zeit im Auslande gewesen, so daß Ihre Ungewßheit einige Berechtigung verdien, hat Ich bin brauner geworden im Süden nicht wahr?"
„In der Tat, Herr Doktor, Sie haben sich stark v rändert. Ich habe übrigens Ihren Namen vor kurzem irgenwo gelesen, aber Sie können mich totschlagen, wenn ich Ihnen sagen soll wo."
„Aba ich kann es m r denken, in der buchhändle rifAen Ankündigung meines neuen Reisewerkes."
„Stimmt 1 Jetzt erinnere ich mich. Sie sind ja weit berumgiLmmen."
„O ja, ran die halbe Welt habe ich gesehen."
„Sie sind auch ziemlich lange fongtMüben. In der Zwischenzeit hat sich hier manch 8 verändert. Euer meiner Freunde ist P-ötzttch abberufen worden." , ,
„O, ich weiß alles. Sie verg-ssen, daß Otto mein langjähriger Vertrauter ist."
Der ehemalige Dffa^t wischte sich über die Augen.
„Der arme Kerl!" murmelte er halblaut.
„Halten Sie ihn denn für schuldig?" fragte Waldau gespannt.
„Was soll ich darauf erwidern?" versetzte er. „Offen gestanden, ich bin mir ganz im unklaren darüber.
Was wir bezahlen müsse«.
Daß die wahnsinnigen BesatzungSkosten auch noch künstlich binaufgetrieben werden, beweist folgende Nachricht aus Kaiserslautern: Hier besteht eine Autoschule jüt die französische Armee, die aber nicht nur für die Ausbildung der für die Truppen notwendigen Führer genügt, sondern für die Bedürfnisse der gesamten französischen Armee. Das Stammpersonal zählt 120 bis 150 Köpfe. Die Lehrkarse dauern bret Monate mit einer vierzehntägigen Pause. Je 30 Offiziere und 309 Mann nehmen stets teil. 6
Die Belgier machen 300 Morgen besten Ackerlandes im K^is Ge.lenkirchen, B-zirk Aachm, zu einem Flug platz, obgleich auch W esen und H iden vorhanden find Dergli-ichiN steht hn b-fitzten Ged et nicht ve e nz ll oa-
] WNiI>-»d-l
— Dortmund, 16. Juni. Opfer b*S Äusruhrs im Ruhrgebret. In ganz Westfalen gab es, wie jetzt festgestellt lst, bei den Kämrfen zwischen der Reichswehr und den Ro:ga>diften 108 Tote, 74 standrechtliche Erschießungen uns 50 Verwundete. Die Zahl der ^Gefangenen und Flüchtlinge kann noch nicht übersehen ^w erden
— Berlin, 17. Juni. Der Verfassungsausschuß der preußischen Landcsvsrsammlang ha: bet Beratung der einzelnen Paragraphen der V rfaffung in Paragraph 1 die Bezerchi-ung Preußens als Republick (nlcht Freistaat) aufrechtcrh'Ucn.
— In uo bo w ;rb üb r Erna, . „Si g ,e ve h nd-li u d r ch,, da!, E ,,ta-o un c n ahnen 9500 Zentner W zenmchi. I. | r., it a ao- verett c klärt har, größere Mengen zu liefern, wenn wir ju* gleich austral sche" H immelfleuch unter 'Mlgegenkommeuüea Bedingungen annehmen. Die Verhandlungen darüber schweben noch und werden schriNltch geführt
Mn_pMsche UegieruM h'wüttace 400 Milltpne« Jcn für ben Hu bau der Her a? , Är.r Nr- n«« 2cV kehMluftschiffahrt. Frankreich will o r janpamschen Regierung eine beträchtliche Anzahl seiner Fmozeuge liefern; Die sechs militärischen Fitegerschulen in Japan .werden von Franzosen geleitet.
— Rußland. Dw Gerüchte über eine Gegenrevolution in Moskau werden bisher nicht bestätigt Der letzte drahilose Bericht gibt ansfüh ltch Einzelheiten über den Empfang des statt« nilchen Sp.zialg sandten in Petersburg. Es scheint sich um ein englisches Manöver gehandelt zu haben, deff n Zweck noch nicht zu ersehen ist.
— Amerika ist gerüstet. N ich dem Generalstabs bericht von I9i9 hat Amekit 4 M- lo »en Mann und 20'000 O stse e al st s o , ' rne K t-'a -ma'rtal
N - uh ü) wu >che iiu von ga .^.m H-rzea, oaß er srngtfprochtn wub, aber über bcS Faktum selbst, über i as völlige Verschwinden des TenamentS empfinde ich eine wahnsinnige F-eude Ich weiß ja aus dem Munde des alten H-rrn selbst, daß er mich bei seiner Erteilung bedacht hat, der Verlust des Dokuments bedeutet für mich einen tatsächlichen Verlust an Vermögen — und trotzdem, Herr Doktor, ich kann mir nicht helfen, ich freue mich diebisch, oaß diese herzlose Gesenschaft nun gezwungen ist, mit dem hintangesetzten St-essohn und Bruder zu teilen."
„Sie berücksichtigen hierbei nur eins nicht", ent« gegnete ernst der Doktor „Wenn Otto, was wir nicht hoffen wo.en, D.rurteilt werden so^le, so werden die zärtticheu Verwandten nichts eiligeres zu tun baden, als den ohne Testament geschaffenen S-arus q o anzufechteN, und zwar, ich vermute, nicht ohne Erfolg."
„Wird Otto nämlich verurteilt, so wird als bewiesen angenommen, daß in dem Testament die Bestimmungen enihalten waren, daß er enterbt werden sollte, und das Nachlaßgericht wird diesen Argumenten sicherlich Folge leisten. Sollte aber ein Z.vilpiozeß entstehen, )o ist eins gegen Hundert zu wetten, daß das Gericht dem Verurteilten Unrecht geben wird."
„Das ist allerdings richtig,", versetzte kleinlaut Herr von Goswin, „über diese eventuellen Folgen hatte ich bisher noch nicht gedacht. Das wäre wirklich ein harter Schlag für unseren jungen Freund. Nach all diesen schweren Schicksalsprüfungen auch noch um ken Preis —" er unterbrach sich ärgerlich. „Ach, was rede ich da für Zeug zusammen l
(Fortsetzung folgt.)