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Anzeiger für die amtlichen Bekanntmachungen im Greise 8Mchtern.

jtzezugSpreiö frei Haus, voranszahibar viertclj. 3,50 Mk., (durch die Post ohne Bestell­geld). Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Druck und Verlag C. Hohmeister, verantwort!. H.-K. Hohmeister, Schlüchtern. Fern­ruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Ge­schäftsverkehr mit der Firma Schlüchtern.

Schliichterner Kreisvkatt

Aelteßs Zeitung im Kreise; gegründet im Jahre 1849. Illustriertes Sonntagsblatt aw)

Anzeigen: kl. Zeile oder deren Raum 40 Pfg., Reklamezeile 1, Mk. Bei Betriebs­störungen kein Schadenersatz oder Minder- gebühr einschließlich BezugS. Keine Gewähr für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bet gerichtlichen Zwischenkosten. Zählkarte Frankfurt a. Main Nummer 11402.

O 41.

Dsnnertag, den 8. April 1920.

72. Jahrgang

Amtliches.

J.'Nr. 4962. Zum Schutze der Saatfelder wird für den Kreis Schlüchtern angeordnet, daß alle Tauben vom 10. April bis einschließlich 10. Mai d. Js. ein- t.sperren find.

Für Brieftauben (Reisebriestauben) läuft die Sperr« zeit mit dem 20. April d. Js. ab.

Schlüchtern, den 1. April 1920.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

Betr. Kartoffel-Anbau.

Nr. 2236 K. G. I. Die Vermehrung des Kartoffel­anbaues im Kreises ist eine dringende Notwendigkeit. Es wird von den Behörden keinerlei Beschränkung ausgeübt, vielmehr die Vermehrung der Anbaufläche durch Vermittlung von Saatgut, wie ich schon bekannt- gegeben habe, mit allen. Mitteln angestrebt werden.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, mich in diesem Bestreben zu unterstützen, ferner aber auch alle Haus­haltungen darauf hinzuweisen, daß Besitzer von mehr als 5 Morgen Land im Herbst nicht damit rechnen können, vom Kreise oder der Gemeinde mit Kartoffeln beliefert zu werden, daß sie also ihren Kartoffelbedarf selbst decken müssen. Es sind ferner namentlich die größeren Landwirte darauf hinzuweisen, nicht nur ihren eigenen, sondern zum mindesten auch den Kartoffelbedarf ihrer ständigen Arbeitskräfte anzubauen, damit auch diese nicht von der Allgemeinheit versorgt zu werden brauchen.

In vielen Fällen wird es zweckmäßig sein, depu- tatSberechtigtes Kartoffrlland nicht zur Selbstbestellung zu überweisen, sondern tm großen Betrieb gleich mitzu- bestellen. ,, ,. . i

Sehr zur Vermehrung der Kartoffelanbau fläche wird beitragen, wenn die Herren Bürgermeister darauf achten, daß das z. Zt. Heramollende, von mir im Osten ge­kaufte Kartoffelfaatgut, sowie die als Saatkartoffeln den Besitzern bei der Bestandserhebung belassenen Kartoffeln restlos zur Aussaat kommen. Eine Nachprüfung der Kartoffelanbauflächen wird im Mai statlftnden.

Schlüchtern, den 1. April 1920.

Der Vorsitzende des Kreisausschusies. von Trott zu Solz.

I. Nr. 4866.

Vergütungen für Kriegsleistnugen.

Die Vergütungsanerkenntniffe aus den Monaten Juni 1917 biS Oktober 1919 über Forderungen für Naturalquartier, Stauung, Naturalveipflegung und Fouroge sind bei der staatlichen Kretskasse in Schlüch- tern einzulösen.

Schlüchtern, den 6. April 1920.

Der Landrat. I. V. Schultheis.

BekitUlttMuchung

Wie die RcichswirLschaftsstelle für Flachs (Abteilung Deutsche FlachSbaugesellschaft) mitteilt, sind noch viele Gemeindevorsteher und flachSanbauende Landwirte mit ihren Angaben, ob der im Jahre 1919 geerntete Flachs zur Ablieferung gelangt ist oder nicht, im Rückuand. Da diese Angaben dringend nötig sind, um eine Uebersicht zu erhalten, welche zugestcherten Mengen Webwaren rc. zur fühltest rang an die Landwirte bereitzustellen sind, liegt es tm eigenen Jntercffe der flachsanbauenden Landwirte, daß die notwendigen Angaben umgchend «folgen. Ein anderer Zweck, als der obengenam.te ist Mit dieser Erhebung nicht verbunden. Die Abliefer­ung des gemeldeten Flachses kann dagegen nach ge» ebener Meldung bis 31. Juli d. Js. erfolgen ; nur | die Meldung der noch vorhandenen Vorräte hat zur Sicherung der RücklieferungSansprüche sofort zu ge­schehen.

Die Herren Gemeindevorsteher werden nochmals ^gefordert, die gesammelten Karten unter Beifügung Vtt Unkostenrechnung der RetchswirtschaftSstelle für Flachs, Abt. Deutsche Flachsbau Ges. m. b. H. Berlin, E.W. 19, Krausenstraße 25/28 umgehend einzusenden.

Schlüchtern, den 30. März 1920.

Der Landrat. I. V. Schultheis.

Eine Anzahl beteiligter Handwerker hat bei mir die Sichtung einer Zwangsinnung für alle diejenigen Airtragt, welche tm Kreise Schlüchtern das Weißbinder-, Maler-, Lackierer-, Verputzer usw. Handwerk als stehendes Gewerbe selbständig betreiben, gleichviel, ob dieselben "« Regel nach Gesellen oder Lehrlinge halten oder nicht.

Ich habe daher auf Grund der Bestimmung unter Wer 100 der Ausführung-anweisung zur Reichsgewerbe»

ordnung vom 1. Mai 1904 den Herrn Landrat in Schlüchtern, im Behinderungsfalle dessen Stellvertreter zu meinem 'Kommissar bestellt zur Ermittelung, ob die Mehrheit der beteiligten Handwerker im Bezirk der geplanten Zwangsinnung der Einführung des Beitritts- zwangs zustimmt.

(A. II. G. 1814)

Caffel am 10. März 1920.

Der Regierungspräsident. J. A.: Wild.

* *

*

J.-Nr. 4276. Die vorstehende Verfügung wird hiermit veröffentlicht. Die Aeußerungen für oder gegen die Errichtung der Zwangsinnung für das Weißbinder-, Maler-, Lakierer-, Verputzer- usw. Handwerk im Kreise Schlüchtern find schriftlich bis zum 24. April oder mündlich in der Zeit vom 12. bis einschließlich 24. April d. Js. bet mir abzugeben.

Die Abgabe der mündlichen Aeußerung kann während des angegebenen Zeitraumes werktäglich von 9 bis 12 Uhr vormittags in den Diensträumen des Landratsamts erfolgen. Ich fordere hierdurch alle Handwerker, welche im Kreise Schlüchtern das Weißbinder-, Maler-, Lackierer-, Verputzer- usw. Handwerk betreiben zur Abgabe ihrer Aeußerung mit dem Bemerken auf, daß nur solche Erklärungen, welche erkennen lassen, ob der Erklärende der Errichtung der Zwangsinnung zustimmt oder nicht, gültig sind und daß nach Ablauf des obigen Zeitpunkts eingehende Aeußerungen unberücksichtigt bleiben.

Die Abgabe einer Aeußerung ist auch für diejenigen Handwerker erforderlich, welche den Antrag auf Errich­tung einer Zwangsinnung gestellt haben.

Schlüchtern, den 31. März,1920.

Der Kommissar, von Trott zu Solz. Landrat.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die vor­stehende Bekanntmachung sofort in ortsüblicher Weise zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen.

Schlüchtern, den 31. März 1920.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

Berichtigung.

Durch ein Versehen der Druckerei ist in der in der Schlüchterner Zeitung Nr. 39 vom 1. April 1920 veröff n l chten Anordnung betreff-nd Maßnahmen gegen WohnungSmar gel tm Kreise Schlüchtern in § 6 eine Zeile ausgelassen worden. § 6 muß richtig wie folgt lauten:

§ 6. Als unbenutzt gilt auch eine eingerichtete Wohnung, die von dem Verfügungsberechtigten deshalb nicht dauernd b.nutzt wird, weil er {m oder außerhalb des Kreises noch eine andere Wohnung, nämlich seine Hauptwohnung besitzt. Jeder, der mehrere Wohnungen besitzt, hat hiervon unv.rzügltch dem Wohnungsamt Anzeige zu erstatten und dabei anzugeben, welche Woh­nung als seine Hruptwohnung anzusehen ist, die er zu behalten wünscht

J. Nr. 4819. Nach Anordnung der Regierung, Abteilung für Kirchen- und S.ulwcsen zu Caffel vom 29. v. Mts. b INe. 2114 sind die evangelischen Volksschulen zu Elm, Vollmerz und Hinkelhof dem KreiSschulmspektionsbezirk des Semtnarobertehrers Wal- ther, und die Schulen zu Ahlcrsdach, Bellings und Breilenbach dem Bezirke dis Seminarlehrers Groß, hier zugewiesen worden.

Schlüchtern, den 1. April 1920.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

J -Nr. 4835. Im Monat März find folgenden Personen Jagdscheine erteilt worden:

a) Jahresjagdscheine

Walther, Georg, Schlüchtern.

Purmann, Werner, Oberleutnant, Elisabethenhof.

Kappus, Leutnant, Offenbach a. M.

Antoni, August, Metzger, Salmünster.

Betz, Eduard, Gastwirt, Soden.

Fuß, Louis, Landwirt, Dittenbrunn.

b) unentgeltliche Jahresjagdscheine

Sauer, Heinrich, Forstgehilfe, Marjoß.

Schlüchtern, den 1. April 1920.

Der Landrat. J. V. Schultheis.

Tgb. Nr. 1222 H11L Am 25. März 1920 wurden auf dem Postamt in Steinau beschlagnahmt: 2 Pfd. Butter, 7 Pfd. Mehl, Abs. Georg Berthold in Wallroth, 2 Pfd. Butür, 7 Pfd. Mehl, Abs. Georg Berthold in Wallroth, 2 Pfd. Butter, Abs. Georg Berthold in Wollroty, 7 Pfd. 300 g Butter, Abs.

Maria Richtern in Magdlos, 7 Pfd. 200 g. Butter, Abs. Joh. Rosenkranz in Ulmbach, 10 Pfd. Butter, Abs. Joh. Rosenkranz in Ulmbach, 7 Pfd. Butter, Abs. Bohn in Hintersteinau, 60 Eier, Abs. Eduard Herbert in Stork.

Die rationierten Lebensmittel wurden dem Kreis für verfallen erklärt und der Stadtverwaltung Steinau zur Rationierung überwiesen. Die Eier besamen die Ortskranken.

Schlüchtern, den 30. März 1920.

_____ Der Vorsitzende des Kreis-AusschusseS.

~ 1504 K. A.

Bei den Bauern

Johs. Zirkel in Züvtersbach,

Friedrich Elm in Schwarzeufels,

Loder in BreuniugI

stehen 3 gekörte Reinzuchtbullen zum Verkauf. Da­mit die Bullen dem Kreise erhalten bleiben, mache ich die Gemeinden, deren Bedarf noch ungedeckt ist, hier­auf besonders aufmerksam, namentlich aber mit Rück­sicht darauf, daß die Nachfrage nach Bullen von auswärts besonders groß ist.

Schlüchtern, 3. April 1920.

Der Landrat, von Trott zu Solz.

J.-Nr. 4795. In den Gemeinden Breitenbach und Platz, Bezirksamt Brückenau, ist die Schafräude festge­stellt worden.

Schlüchtern, den 31. März 1920.

Der Landrat. J. V. Schultheis.

Was die Aranzofen von einem Ureußen wossen.

Man schreibt uns:

Ein Beamter des Gendarmeriekorps aus dem unbesetzten Teil der Provinz Heffen Nassau sollte nach einer Smdt im französischen Besatzungsgebiet versetzt werden. Von französischer Seite wurden aber seiner Uebersiedlung Schwierigkeiten gemacht. Der Gendarme- riebcamte stellte sich darauf persönlich dem französischen Kommandanten vor und fragte diesen, wie es mit seiner Uebersiedlungserlaubnis stände. Hierbei teilte ihm der Kommandant mit, daß sie bereits einen Kandidaten für diesen Posten hätten, der thuen bekannt sei und auch gefalle, ihn kenne er nicht. Auf die Frage des Kommandaten, wo er her und daß er wohl Preuße sei, antwortete der Beamte, daß er in der Nähe von Kaffel, Provinz Heffen Naffau, geboren und diese Provinz seit 1866 preußisch sei. Weiter fragte ihn der Kommandant, ob er Republikaner sei, und auf bejahende Antwort, warum er in Heffen dann nicht die Republick ausrufe, er hätte doch großen Einfluß auf die Bevölkerung. Hierauf erwiderte der Beamte, daß Hessen zu schwach wäre, um sich gewaltsam von Preußen loszureißen, und er persönlich könne auch Line Republck ausrufen, da er von der preußischen Behörde angestellt sei. Außerdem würde er dadurch seine Amtspflichten verletzten, daß man zu seiner Festnahme schreiten würde. Als Entgeg­nung hielt ihm der Kommandant dann vor, daß er doch Preuße sei und als solcher Angst vor Preußen hätte. Er solle sich einmal Frankreich ansehen, das auch zu schwach gewesen fei, als es von Preußen ange­griffen wurde, es hätte aber um Hilfe gerufen und die ganze Welt wäre zu Hilfe geeilt und wenn er (der Beamte) bei seiner Befreiung von Preußen um Hilfe rufen würde, so würde auch ihm die ganze Welt helfen. Die wettere Frage, ob er Patriot sei, bejahte der Beamte. Darauf sagte ihm der Kommandant, dann solle er zurückgehen und dafür sorgen, daß seine Provinz eine Republick würde. Auf die Frage des Komman­danten, warum er in das besetzte Gebiet wolle, in seiner Heimat wäre wohl alles zusammengebrochen, antwortete der Beamte, daß er nur aus Gesundheits­rücksichten nach dem Ort im besetzten Gebiet möchte, seine Heimat wäre noch nicht zusammengebrochen. Dann bemerkte der Kommandant wieder, der Beamte sei doch Preuße und diese wären gewöhnt, alles mit dem Säbel umzustoßen. Bet den Franzosen wäre das nicht so streng und deshalb wollten ste ihren Kandidaten nehmen. Als der Beamte erwähnte, daß er von seiner Behörde gute Zeugnisse habe und daß er stets gewissenhaft seine Pflicht getan hätte, beendete der Kommandant die Unterhaltung mit der Erklärung, er glaube ihm seine gewissenhafte Pflichterfüllung, auch seine Zeugnisse, diese wären aber von der preußischen Behörde; er gefiele ihm persönlich auch ganz gut, Figur, Haltung, auch Gesicht sagten ihm zu, aber er wäre Preuße und deshalb wollte er als Franzose seinen