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LnzeiM lür die amtlichen Bekanntmachungen im Kreise Schlüchtern.

BezugSpreis frei Haus, vorauszahlbar viertelj. 2,50 Mk., (durch die Post ohne Bestell­geld). Erscheint Dienstags, "Donnerstags und Samstags. Druck und Verlag C. Hohmeister, verantwort!. L. Hohmeister, Schlüchtern. Fern­ruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Ge­schäftsverkehr mit der Firma Schlichtern.

Ächlüchterner Sreisktatt Aeltefte Zeitung im Kreise; gegründet im Jahre 1849. Illustriertes Sonntagsblatt aw)

Anzeigen: kl. Zeile oder deren Raum 25 Pfg., Reklamezeile 50 Pfg. Bei Betriebs­störungen kein Schadensersatz oder Minder» gebühr einschließlich Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bei gerichtlichen Zwischenkosten. Zahlkarte Frankfurt a. Main Nummer 11402.

M 15.

Samstag, den 5L Januar 1920.

73. Jahrgang.

Amtliches.

Nr. 950. Der Gemeindebezirk Sterbfritz wird vom 1, Februar d. Js. ab in zwei Fleischbeschau- und Trtchtnenschaubczirke eingeteilt und zwar in das Ober- und Unterdorf. Im Jahre 1920 übt der prall. Tier­arzt Dr. Bergin die Beschau im Unterdorf und in den gewerbsmäßig betriebenen Schlächtereien aus, während der Poltzctdtener Hartman:: die Beschau im Oberdorf versteht.

Die Beschauer wechseln alljährlich am 1. Januar die Bezirke.

Die Anordnung vom 15. v. Mts. Nr. 12948 Kreisblatt Nr. 90 ist zurückgezogen worden.

Schlächtern, den 27. Januar 1920.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

J.Nr. 1168. Die Herren Fleischbeschauer und Trichinenschauer werden ersucht, sich zu einer Be­sprechung mit dem Herrn Kreisüerarzt am

Mittwoch, dem 11 Februar d Js, nachmittags 2 Uhr

im Sitzungssaal des hiesigen KreishauseS einzufinden. Die Beschaubücher und die Zusammenstellung der Er­gebnisse der Fleischbeschau für das Jahr 1919 sind mitzubringen.

Schlüchtern, den 29. Januar 1920.

Der Landrat. J. V.: Schultheis.

J.-Nr. 338 K.-G. II.

Bett. Rücksendung der Schlachtscheine.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher wer- ren ersucht, die erledigten Schlachtscheine sofort hicr- )er zurückzusenden.

Schlüchtern, den 29. Januar 1920.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses, von Trott zu Solz

J.-Nr. 407 K.-A. Dem Kreise stehen für 1920 inige Freistellen in Kinderheilanstalten zur Verfügung.

Anträge auf Gewährung einer Freistelle sind bis pätesteus 1. April d. Js. hierher einzureichen.

Schlächtern, den 27. Januar 1920.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Aufruf des deutschen Schutzbundes.

Auf den in Nr. 1 der Schlüchterner Zeitung veröffent- ichten Aufruf, der eine Geldsammlung zur Unterstützung >er in die Abstimmungsgebiete reisenden Deutschen be- weckt, mache ich die Einwohner des Kreises noch be- onders aufmerksam. Ich ersuche auch die Herren Bürgermeister, öffentlich darauf hinzuweisen.

In mehreren Orten des Kreises haben schon die zerren Lehrer die Sammlung der Spenden für den

Bergmann#^terlein.

Roman von Martin Förster. 50

(Fortsetzung.)

Was meinen Sie damit?" fragte Diedrich wieder­um erbleichend.

Daß Ihr Verbündeter und Mitschuldiger trotz Cem in solchen Kniffen noch sehr ungeübt war. Das Papier, welches er benutzte, war zu neu, es hätte zu km Zwecke wenigstens ein Jahr älter sein müssen, out das von ihm beglaubigte Testament trägt das ^tum des 25. August 1867, während das Wasser­eichen des Dokuments die Jahr<szahl 1868 ausweist. -tese Tatsache allein genügt, jeden Zweifel zu be- -itigen."

Was haben Sie darüber zu sagen?"

Nichts," murmelte der Gefragte, in seinen Sessel ^ückfinkend, während seine Zähne heftig an der Unter- ppe nagten. Tann fuhr er empor und rief mit aus- Sender Heftigkeit:Und es ist doch alles eine infame N- Degow will seinen Anteil an der entgengenen 'lischast, darum werden alle diese Machinationen gegen "ch ins Werk gesetzt."

Der Genannte wollte etwas erwidern, aber sein inwalt kam ihm zuvor.

.Bitte hören Sie weiter," sagte er ruhig. Mein , W, Herr Franz Degow, wünscht nicht etwa einen an seines Onkels Vermögen, sondern das Ganze, Pfennig. Ob Sie dagegen überhaupt Ansprüche rnachkn haben, und welcher Art diese find, das wird Orts entschieden werden."

. Der Beschuldigte fuhr wild empor und begann, M gestikulierend und unter wildem Fluchen im ^er umher zu rasen. Dann nach einer Weile

Schutzbund und die Weiterleitung des Geldes an die r chtige Stelle von selbst in die Hand genommen. Ich begrüße diese Initiative und hoffe, daß ihr Beispiel weiterwirken wiÄ>.

Die Sammlung bedarf keiner weiteren Genehmigung. Schlüchtern, den 28. Januar 1920.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

J.-Nr. 404 K.-A. Diejenigen Herren Bürger­meister und Gutsvorsteher, die mit der Einsendung der Nachweisung über das kommunalsteuerpflichtige Steuersoll nach dem Stande vom 1. Januar 1919 noch im Rückstände sind, werden an deren alsbaldige Einsendung mit Frist von 8 Tagen erinnert.

Schlüchtern, den 27. Januar 1920.

Der Vorfitzende des Kreisausschusses.

I -Nr. 403 K.-A. Diejenigen Herren Bürger­meister, die noch mit der Anzeige der benötigten Zie- genböcke im Rückstände sind, werden an die alsbaldige Einsendung derselben mit Frist von s Tagen erinnert.

Schlüchtern, den 27. Januar 1920.

Der Landrat.

Beitrag zur TuberkulosenfürsorgestatioN.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden wer­den ergebenft ersucht, die für das Rechnungsjahr 1919/20 fälligen Beiträge zur Tuberkulosefürsorge­station alsbald an die Kasse der Fürforgestelle Kre.s- haus Zimmer Nr. 11 abzuführen.

Schlüchtern, den 27. Januar 1920.

Männer-Verein vom Roten Kreuz.

J.-Nr. 1015. Der Simon G»>iv,chmidt (Lob Sohn) zu Heubach ist als Spnagenältester der israelitischen Gemeinde Heubach verpflichtet worden.

Schlüchtern, den 27. Januar 1920.

Der Landrat. I. V.: Schultheis.

J.-Nr. 1123. Unter den Schafen des Salomon Heß I in Geroda, Bezirksamt Brückmau, ist die Räude ausgebrochen.

Schlüchtern, den 28. Januar 1920.

Der Landrat.

Staat und Krone»

Berlin, den 27. Januar.

Die Auseinandersetzung zwischen dem preußischen Staat und dem vormaligen preußischen Köntgshause soll, wie wir erfahren, in Form eines Vergleichs getroffen werden. In Artikel 153 der deutschen Reichs­verfassung ist die Unverletzlichkeit des Privateigentums

blieb er wieder ror seinem Ankläger stehen und sagte mit mühsam wiedererlangter Fassung:Sind Sie nun fertig? Haben Sie noch mehr Lügen bereit? Bitte, schonen Sie mich nicht! Lassen Sie mich wissen, was ich zu erwarten und wogegen ich zu kämpfen habe!"

Gegen bewiesene Tatsachen läßt sich schwer kämpfen," war die unerschütterliche Antwort.Und was ein überführter Urlundenfälscher und Dieb zu erwarten hat, dürfte Ihnen gleichfalls hinlänglich bekannt sein."

Ich will kämpfen bis zum äußersten," schrie der verzweifelte Mann.Wie können Sie beweisen, daß ich etwas mit der Geschichte zu tun hatte? Wenn Bernhard Franke das Testament fälschte md zum Meineidigen wurde, so war das seine Sache. Was sollte ich tun ? Sollte ich das Geld zurückweisen?"

Der Rechtsanwalt sah dem vor ihm Stehenden einige Augenblicke forschend ins Gesicht. Dann fragte er plötzlich:Welchen Anteil erhielt Bernhard Franke für seinen Betrug?"

Ver . . .! Er hat nichts erhalten!"

Wozu diese Lüge, wo wir wissen, daß es eine Lüge ist? Ich fragte nur, weil ich Frankes eigene Aussage bestätigt zu sehen wünschte. Er sagt, er hätte zwanzigtausend Mark bar erhalten und er würde viel mehr bekommen haben, wenn nicht Umstände ihn ge­zwungen hätten, eine Zuflucht in Amerika zu suchen."

Was wissen Sie von Franke?" fragte Diedrich betroffen.Sie wollen mir etwas ablocken, Sie werden ihn suchen müssen und"

Wir haben ihn bereits gefunden und können Ihnen sagen, daß er von dem ganzen betrügerischen Handel ein offenes Geständts abgelegt hat."

Mas?" kreischte Diedrich in heiserem Tone. Es klang wie der Todesschrei eines verwundeten Tieres.

ausdrücklich anerkannt. Die Trennung des Eigentums zwischen Staat und Könighaus soll in der Weise durch­geführt werden, daß organisch Zusammenhängende« nicht nutzlos zerstört wird und Werte von überwiegen- kün tierischer und historischer Bedeutung unversehrt erhalten werden. Die Aufhebung der Monarchie führt endlich auch zur Einstellung der Weiterzahlung solcher staatlicher Mittel an das Königshaus, die ih n der Staat zur Erfüllung seiner aus der früheren staats­rechtlichen Stellung sich ergebenden Verpflichtungen gewährt.

Diese Lasten übernimmt der Staat als Rechtsnach­folger der Krone. Das zur künstlerischen Ausstattung gehörige Inventar der Schlösser soll dem künftigen Eigentümer, also in den staatlichen Schlössern dem Staate gelassen werden. Die bisher gewährten Krondo- tationen in Höhe von 10 Millionen Mark jährlich kommen in Fortfall. Die Kconfideikommißrente von 2'/Millionen Talern in Gold wird nicht, wie in den Blätern behauptet wurde, mit 100 Millionen Mark abgelöst, sondern die Zahlung ohne Gegenleistung eingestellt. Ein Betrag von 100 Millionen Mark wird nur bereitgestellt, zur Zahlung von direkten Reichs- und Staatssteuern, insbesondere des etwaigen Reichsnotopfers, zu dem das Königshaus bis zum 1. Oktober 1930 veranlagt werden wird. Sofern dieser Betrag hierzu nicht ausreichen sollte, würde das Königs- Haus den Mehrbetrag selbst zu zahlen haben.

Deutsches Reich.

Sieg der Vernunft bei der Entente? Der Westminster Gazette" erklärt, Lloyd George sei aus Paris zurückgekommen mit neuen Auffassungen. Er sei sich darüber im Klaren, bei die Snafbestimmungen des Friedensvertrages unbeachtet bleiben müßten, und sei überzeugt, daß Mitteleuropa dem freien Handel wieder geöffnet werden müsse. Er sehe ein, daß dies nur möglich sei, wenn der Kredit Deutschlands wieder- hergestellt werde. Der erste Schritt werde vielleicht eine große Anleihe an Deutschland sein. DieWestminster Gazette" meint, daß diese Neuorientierung auch Aende­rungen an den Bestimmungen über die Wiedergut­machung nach sich ziehen könne.

Eine Neuordnung der Eisenbahnverwaltung sol so durchgeführt werden, daß die Hauptwerkstätten der Eisenbahnen, unter denen sich Großbetriebe mit mehr als 5000 Arbeitern befinden, mehr als bisher selbständige Unternehmen werden sollen. An ihrer Spitze werden mit weitgehenden Befugnissen und eigener Verantwor­tung ausgestattete Leiter stehen, die das Werk in technisch-wirt'chuftlich.m Geist verwalten sollen. Durch eine sorgfältige Unkostenermittlung wird die Wirtschaft-

Sein Geständnis ist abschriftlich in unseren Hän­den, und das Original ist bereits beim Gericht vorge­legt. Bernhard Franke starb vor drei Wochen im Hospital zu Pittsburg, und als er die Augen schloß, befand sich mein junger Freund hier an seinem Lager. Aber vor seinem Tode bekannte er alles, und dies Bekenntnis wurde in Gegenwart eines Geistlichen und des Staatsanwalts von Pittburg abgelegt. Wollen Sie die Abschrift dieses Bekenntnisses lesen? Hier ist sie"

Der Anwalt griff in seine Tasche und reichte dem völlig Vernichteten ein Blatt Papier. Mit fahlem Gesicht und zitternden Händen nahm dieser dasselbe und durchlas es eifrig. Sein erster Impuls war, es in Stücke zu zerreißen. Aber es war ja nur eine Ab­schrift, so warf er es dem Anwalt vor die Füße unb brach dann völlig zusammen.

Sie sehen also, Herr Diedrich," nahm Willroth wieder das Wort, daß Ihnen kein Ausweg bleibt. Wir haben jeden Fall vorgesehen, uns auch eine Photo­graphie pon Ihrem Mitschuldigen verschafft. Ich habe daher nur noch die Frage an Sie zu richten: Was beabsichtigen Sie zu tun?"

Da keine Antwort erfolgte, wurde die Frage in demselben Tone wiederholt.

Was ich tun will?rief Albert Diedrich, sich plötzlich hoch aufrichtend und mit geballter Faust auf den Tisch schlagend.Kämpfen will ich, kämpfen bis aufs Blut! Soll ich etwa auch bekennen, wie dieser elende Feigling, den Gott verdammen möge?"

Dies würde bei weitem das beste sein," bemerkte der RechtSgüehrte ruhig.

Nein I Beim Himmel! Ich will lieber sterben."

(Fortsetzung folgt.)