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Zchlüchterner Zeitung

Anzeiger für Die amtlichen Bekanntmachungen im Greise Schlächtern.

Bezugspreis frei Haus, vorauszahlbar Viertels. 2,50 Mk., (durch die Post ohne Bestell­geld). Erscheint Dienstags, Donnerstags und Samstags. Druck und Verlag C. Hohmeister, verantwort!. L. Hohmeister, Schlüchtern. Fern­ruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Gc- schästSverkehr mit der Firma Schlüchtern.

Schlüchterner LreisAatt

Aeltefte Zeitung im Kreise; gegründet im Jahre 1849.

Illustriertes Sonntagsblatt ow)

JS 4.

Samstag, den 10. Iannav 1920.

Anzeigen: kl. Zeile oder deren Raum 25 Pfg., Reklamezeile 50 Pfg. Bei Betrieb». stSruilgen kein Schadensersatz oder Minder» gebühr einschließlich Bezugs. Keine Gewähr für Platz, Aufnahme-Zeit und Beleglieferung. Kein Nachlaß bet gerichtlichen Zwischenkosten. Zahlkarte Frankfurt a. Main Nummer 11402.

71. Jahrgang.

Amtliches.

Die alsbaldige Einzahlung der noch rückständigen Beiträge aus den Zahltagen für die Monate Oktob., November und Dezember 1919 wird hiermit in Erinner­ung gebracht. Diejenigen Herren Arbeitgeber, die noch im Besitze der für 1919 laufenden monatlichen Kon- tenauszüge sind, werden ersucht, solche umgehend zur Eintragung der Beiträge hierher einzusenden.

Hebetermitte finden statt:

1. in Steinau, für die Stadt Stetnau und umliegen> den Orte am:

Gonuabendden24.Jan 1980, i>. Dorrn 104 Uhr in der Eckart'schen Gastwirtschaft daselbst.

2. in Salmünster, für Salmünster und Ahl am: Mittwoch,den 38. Jan. 182« v vorm. 8-11 Uhr im GasthauseZum Engel" daselbst.

3. in Soden, für Soden, Romsthal, Eckardroth, Kerbersdorf und Wahlert ebenfalls am:

Mittwoch, den 28. Jan. 1980 v. nachm. 14 Uhr in der Zehner'schen Gastwirtschaft daselbst.

4. in Sterbfritz, für Sterbfritz und die Sterbfritz naheliegenden Orte am:

Mittwoch, den 4. Kebr. 1980 v nachmittags 36 Uhr in der Böhm'schen Gastwirtschaft daselbst.

Die Quittungsbücher und Quittungskarten ersuchen wir bei der Zahlung vorlegen zu lassen.

Die Herren Bürgermeister bitten wir im Interesse aller Zahlungspflichtigen ihrer Gemeinde, dieses wieder­holt ortsüblich bekannt machen zu lassen.

In Steinau, Sterbfritz, Ssln.n^^r, Soden und den diesen Gemeinden naheliegenden Orten bitten wir tunlichst die Bekanntmachung nochmals an den Hebe- termintagen oder am Tage vorher erfolgen zu lassen, damit allen Zahlungspflichtigen die genauen Stunden in Erinnerung bleiben.

Schlüchtern, den 8 Januar 1920.

Der Vorstand der Allgemeinen Ortskrankenkasse.

Verleihung von Dienstauszeichnungen.

Nach Erlaß des Neichswehrministertums vom 21. 11. 19 werden als FriedenZabzeichen für militärische Dienste wieder verliehen:

1. Das Dienstauszeichnungskreuz an alle Hecres- angehörigen nach 25 jähriger aktiver Dienstzeit.

2. Die Dienstauszeichnung 3., 2. und 1. Klasse an die Personen deS Soldatenstandes vom Feldwebel abwärts nach 9 , 12- und 15 jähriger aktiver Dienstzeit.

3. Die Landwehrdienstanszeichnung 1. Klasse an Offiziere, Sanitätsoffiziere, Veterinäroffztere und Beamte im Offtziersrang des Beurlaubtenstandesnach 20.jähriger freiwtMger Dtenuzeit im Heere und in der Landwehr 1.

4. Die LandwehrdienstauSzeichnung 2. Klasse an alle Angehörigen des Beurlaubtenstandes nach vor­wurfsfrei erfüllter gesetzlicher Dienstpflicht in der Reserve und Landwehr 1.

Kriegsdienstzeit rechnet für die Verleihung des Dienstauszeichnungskreuzes und der Dienstauszeichnungen als aktive Dienstzeit. Aus der Summe der früheren aktiv, n Dienstzeit, der Uebungen und der Kriegsdienst- zeit unter Hinzurechnung zustehender Kriegsjahre ergibt sich, auf welche Dienstauszeichnung ein Anspruch besteht. Ansprüche ausgeschiedener Heeresangehöriger leben wieder auf, falls diese im Kriege im Heeresdienst erneut verwendet sind. Auf das Dienstauszeichnungskreuz haben keinen Anspruch, diejenigen Beamten, Unterbeamten und Personen des Soldatenstandes vom Feldwebel abwärts des Heeres, die vor dem 16. August 1914 ausgeschieden sind und im Kriege keine Wiederverwendung fanden, weil diesen Dienstgraden erst am 16. August 1914 überhaupt der Anspruch auf daS Dienstauszetch- nungskreuz zuerkannt ist. Zum Offizier oder Beamten mit Offtzierrang befördwten Personen des Soldaten- standes vom Feldwebel abwärts können die bereits vor der Beförderung, erworbenen DienstauSzeichnungen nachträglich zuerkannt werden.

Kriegsjahre und Auslandsaufenthalt in deutschen Diensten zählen bet Berechnung der Dienstzeit doppelt; die Zeit der unverschuldeten Gefangenschaft wird als Dienpzeit angerechnet. Die Ansprüche auf die Land- wehrdienstauSzeichnung sind nur insoweit begründet, als die erforderliche Dienstzeit bis Kriegsbeginn 1914 erfüllt war. Bei Verleihung der höheren Klasse (einschl. DtenstauszetchnungSkreuz) wird die niedere Klasse der Dtenstauszetchnung abgelegt. Neben der Auszeichnung

zu 1. oder 2. werden die Auszeichnungen zu 3. oder 4. nicht verliehen.

Die Verleihung der Dienstauszeichnung an bereits entlassene HeereSangehörige erfolgt nur auf eigenen Antrag. Anträge auf Verleihung sind beim zuständigen Bezirkskommando (Versorgungsstelle) unter genauer Angabe der militärischen Verhältnisse des Antragstellers zu stellen. Effolgt diese Antragstellung nicht bis 1. 2. 20., unterbleibt die Verleihung. Auf spätere Ein­gaben wird Antwort nicht erteilt. Dieser Termin gilt auch für die bis 1. 8. 19 zurückgekehrten Kriegsge­fangenen ; für später zurückkehrende ist Schluß für die. Einreichung der Anträge drei Monate nach Eintreffen des letzten KriegSgefangenentranSportes in der Heimat.

Deutsches Reich.

Die deutsche Regierung hat der Friedenskonferenz eine Note übergeben lassen, in der darauf gedrängt wird, daß das Aufgebot von Besatzungstruppen in den Abstimmungsgebieten mit Rücksicht auf die Finanzlage Deutschlands auf das den Verhältnissen nach unbedingt erforderliche Maß beschränkt bleibt. Hinsichtlich der Ablrennungsgebiete von Danzig und Memel wird die Erwartung ausgesprochen, daß weder die künftige Fretstadt Danzig noch das Gebiet von Memel mit den Kosten für die Besatzung belastet werden, da deren Leistungsfähigkeit hierfür bei weitem nicht ausreicht. Die Stärke der von der Entente für Danzig geplanten Besatzung würde den bisherigen Stand der Friedens­besatzung erheblich überschreiten. Auch in Memel würde ein geringes Maß hinreichen, um die Ruhe und Ord­nung aufrecht zu erhalten.

Die Ratifikation am 10. Januar. Am Montag nachmittag wurde der Text der vom Obersten Rat angenommenen Formel bezüglich der Kompensationen für die Zerstörung der Scapa Flow Flotte von Lersner überreicht. Man hat sich mt der deutschen Delegation über die Formulierung endgültig geeinigt, sodaß der Unterzeichnung des Re-tisikationsprotokolls des Friedensvertrages nichts mehr entgegensteht. Der Austausch der Ratifikationsurkunden wurde auf Samstag, den 10. Januar nachmittags festgesetzt.

Reichsminister Dr. Geßler erstattete in einer von der Demokratischen Partei in Kempten veranstalteten Versammlung ein zweistündiges Referat über die wirt- schaftliche und politische Lage, in dem er zu dem Schluß kam, daß auch uns in der ersten Hälfte des neuen Jahres das Schicksal Oesterreichs nicht erspart bleiben werde.

R^ichsfinanzminister Eczberger hat in Stuttgart vor der Zentrumspartei eine öffentliche Rede gehalten. Als er nach Entwicklung seines üblichen politischen Programms auch auf finanzielle Fragen zu sprechen kam, kündigte er zwei neue Steuervorlagen an: eine Vermögenszuwachs- und eine Körperschaftssteuer. Außer­dem machte er nähere Angaben über die in Vor­bereitung begriffene große Beamtenbesoldungsreform. Die Wahlen für den neuen Reichstag würden bald möglichst ausgeschrieben werden. Das Körper schafts- gesetz soll alle diejenigen Träger oder Bezieher von Einkommen erfassen, die nicht der Einkommensteuer für die natürlichen Personen unterliegen. In dieser Steuer soll auch eine Abgabe auf dieTote Hand" enthalten fein, Der Steuersatz soll 10 pCt. betragen und steigt bei Erwerbsgesellschasten auf 20 bezw. 30 pCt. des Einkommens. Das neue Ergänzungssteuergesetz soll t en VermögenszuwachS besteuern, in dem es die sich neu bildeten Vermögen erfaßt. Die Sätze auf den Ver- mögenszuwachs sindrelativ niedrig gehalten" und endigen mit 10 pCt. Die Besoldungsrefoim ist wie folgt gedacht: Das Grundgehalt soll den Beamten recht­zeitig die Errichtung eines eigenen Hausstandes sowie die Eheschließung ermöglichen, und Ortszulagen sollen für die örtlichen Verschiedenheiten den notwendigsten Ausgleich bieten. Durch Kinderzulagen soll dem Anwachsen der Familtenlasten Rechnung getragen werden. Es wird auch eine Vereinfachung in der Zahl der Beamtenklassen etntreten.

2030 deutsche Schiffe mit gesalzenen Heringen sind von der Westküste Norwegens nach Deutschland abgegangen. Eine große Partie Heringe ist auch nach Polen geschickt worden.

Saarbrücken. Nach einer Verordnung der französischen Militärverwaltung werden die von der deutschen Regierung beschlossenen Steuergesetze im Saar- gebiet keine Anwendung finden, wenn sie nicht in jedem

besonderen Fall von den Militärbehörden genehmigt sind. Insbesondere hat das Gesetz über die Umsatz­steuer keine Gültigkeit für das Saargebiet.

Paris, 6. Jan. (Ermäßigung des abzuliefernden Hafenmaterials.) Das von Deutschland abzuliefernde Hafenmaterial wird auf 300 000 Tonnen ermäßigt, wovon 192 000 Tonnen sofort zu liefern sind.

fokales und provinzielles.

Schlüchtern, den 9. Januar 1920.

* Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß Samstag, den 10. Januar abends 8 Uhr Herr Dr. Sinzhetmer, Frankfurt a. M. auf Veranlassung der Sozialdemokratischen Partei Schlüchtern, in der Turn­halle einen Vortrag hält über:Die Parteien der Rechten im Kampf gegen die Regierung."

* Der Unterricht für die Seminaristen und Präparanden beginnt am Dienstag, den 13. d. MtS. um 8 Uhr morgens, für die Uebungsschule um 9 Uhr morgens.

* Anfertigung von Hausschuhen. Der Haus- frauenverein möchte den Frauen und erwachsenen Mädchen in der Stadt und Umgebung Gelegenheit geben, die Anfertigung vo« Hausschuhen zu erlerne«. Einige Frauen, welche die Schuhkurse mitgemacht haben, stellen sich freundlicherweise dabei zur Verfügung. Bei der unerhörten Teuerung der Fußbekleidung ist e» dringend wünschenswert, daß Jedermann in der Lage ist, sich seine Hausschuhe selbst herzustellen. Jede» Stückchen Stoff, was es auch sei, jeder alte Lappen, jeder kleinste Rest kann dabei verwendet werden. Wir rtchten auch die Bitte an alle Geschäfte und Hausfrauen: sehen Sie Ihre Schubladen nach, ob Sie nicht da oder dort ein Stückchen Stoff finden, das Sie den minder gut versehenen Frauen überlassen können. Es gibt da oder dort schadhafte Teppiche, alte Bettvor­lagen alles kann verwendet werden. Und dann möchten wir die Hausfrauen ferner bitten: gestatten Sie Ihrem Dienstmädchen, den einen nachmittag der Woche zu uns zu kommen, es wird gewiß in jedem Haushalt möglich sein, th^ diese Gelegenheit zum lerne» zu geben. Im Kreishaus wird jeden Dienstag und Freitag von 2 4 Uhr Unterricht sein. Der Beginn ist am Dienstag, den 13. Januar, Eingang im Hof, Privatwohnung des Landrats 2. Stock. Da der Eursus nur 4 Wochen dauern wird, so ist es dringend wünschens­wert, daß der Besuch regelmäßig stattfindet. Material, d. h. Stoff und Zwirn ist mitzubringen, doch hoffen wir auch auf freiwillige Spenden, die gleich verteilt werden, Unkosten erwachsen nicht, es werben nur 20 Pfg. für den Nachmittag erhoben, was für die Abnutzung der Geräte notwendig ist. (Anmeldung, siehe Jnse- ratenteil.)

* Die öffentliche Versammlung der deutsche« Volkspartei fand am 6. Jan. in der hiesigen Turnhalle statt und hatte sich eines sehr guten Besuchs zu erfreuen. Nach herzlichen Begrüßungsworten durch den Versamm­lungsleiter Herrn Schulinspektor Schmarzhaupt-Frank« furt a. M. ergriff Herr Geheimer Justizrat Professor Dr. Rießer das Wort zu einem glänzenden Vortrage, dessen Hauptgelanken wir hier festhalten möchten. Von der Vorbereitung des Verfalls unserer Kraft durch Zermmbung dir Front (nach den Worten eines Magde­burger Führers der Sozialdemokraten) ausgehend, beleuchtete der Redner des alte Rgime, das heute so verlästert und verdammt wird. Gewiß, eS hat seine Mängel gehabt; aber seine Lichtseiten will man heute nicht sehen, die werden geflissentlich tot geschwiegen. Und doch hat Deutschland gerade unter dem alten Regime die glänzendste Zeit seiner Geschichte erlebt, seit 1870/71. Eine freiheitliche Verfassung, ein Heer, daS der Stolz jedes Deutschen war, eine Blüte in Industrie und Handel wie nie zuvor, eine soziale Gesetzgebung, mit der Deutschland an der Spitze aller Völker des Erdenrunds stand. , Das darf nicht ver­gessen werden. Wie man auch heutzutage den Kaiser schmäht und verantwortlich zu machen sucht: es darf nicht vergessen werden, daß er von hohem Pflichtgefühl, von ernster Sorge um des Volkes Wohl, von ehrlichem Streben, den Frieden zu erhalten, erfüllt war. War eine Revolution notwendig? Die Führer der Mehr- Hettsparteien haben diese Frage verneint. Was hat uns die Revolution gebracht? Gutes und Schlechte». Zumeist Schlechtes: den Ruin unseres Heeres, einen schmählichen Frieden, angeboten von Demokratien: einen Friede«, von dem Scheidemann in her B-rltne?