SWErner Mung
Än^iflcr für öte amtlichen Bekanntmachungen im Greife Schlächtern.
VezugSpreiS frei Haus, voranSzahlbar viertelj. 2 Mk., (durch die Post ohne Bestellgeld). Erscheint Mittwochs und SamStags. Druck u. Verlag C. Hohmeister, verantwort!. & Hohmeister, Schlüchtern. Fernruf 65. Erfüllungsort für den gesamten Geschäftsverkehr mit der Firma Schlüchtern.
Achliichteriler Lreisölatt
Aelteste Stituag im Kreise; gegründet im 3«hre 1849.
Beilagen: Illustriertes Sonntagsblatt (i^g.) Amtliche Beilage (Kreisblatt).
Anzeigen: IL Zeile oder deren Raum 20 Pfa., Rettamezeile 40 Pfg. Bei Betriebs«, k. Schadensersatz oder Mindergebühr einschl. BezugS. Keine Gewähr für Platz, Luftl.»Zeit und Belegliefernng. Kein Nachlaß bet gerichtlichen Zwischenkosten. Zahlkarte Frankfurt a/M. Nr. 11402.
M 94.
Atittdvsch, den 26. Nsvember 1919.
70. Jahrgang.
Amtliches.
I. Nr. 13918. Die Liste der Handwerker, die an der Abstimmung über b.e Errichtung einer ZwangS- innung für das Schuhmacherhastdweak im Kreift Schlüchtern teilgenommen haben, wird vom 26, November bis einschließlich 10. Dezember d. Js. während der üblichen Geschäftsstunden im Geschäftszimmer 'des Landratsamts zur Einsicht und Erhebung etwaiger Einsprüche der Beteiligten öffentlich ausgelegt. Alle nach Ablauf der Auslegungsfrist angebrachten Einsprüche bleiben unberücksichtigt.
Schlüchtern, den 24. November 1919.
Der Kommissar, von Trott zu Solz, Landrat.
Angst vor Deutschland.
Der Tag der Abrechnung?
Berlin, 21. November.
Die „Deutsche Ztg," meldet aus Rotterdam: In i London herrscht große Aufregung über die angebliche Gefahr einer Wiederherstellung der Monarchie in Deutsch- - land und die Aufnahme des Kampfes gegen die Alliierten. Der Berliner Korrespsndent deS „Times" L warnt vor dieser Gefahr und meint, daß genug Zünd- koff in Berlin vorhanden sei, um eine gewaltsame , Explosion Herdeizufuhren. Das Blatt erzählt dann von einer geheimnisvollen Armee von 700 000 Mann, . die in Deutschland unter Waffen stehe, dazu komme eine aus Unteroffizieren bestehende 'Lolizeittuvps von 300 OOP Mann. Die aMa-rru ^ ^'^
® die 'feindselige Haltung der deutschen Offiziere gefallen lewen, die kein Geheimnis daraus machten, daß fie auf den Tag der Abrechnung warteten. Ferner sagen die „Times", in gut uaterrichteten Kreisen wisse man, ? daß die Truppen des Generals von der Goltz im Kern eine viel größere Streitmacht bildeten, welche heimlich außerhalb Deutschlands vorbereitet wurde, um inreit zu sein, wenn die militärische Partei den Augen blick für gekommen hatte. Es fei auffallend, daß der Chef des englischen Gearralstabs an den letzten Ksd'.nüt- fitzungen teilgenommen habe.
Die „Evening Standard" sagt: Der Besuch Hinden» durgS in Berlin habe die Helden- und Kaiserandetung wieder «Acht. Das Blatt fragt, ob es unter diesen , Umständen geraten sei, den Kaiser ein paar Meilen von der deutsches Grenze zu lassen. E:n republika- michen Deutschland könne nicht mUttarisüsch sein, ein hohenzollernsches DeutsLland müsse es sein. Wenn die Alliierten eS zu einer Rückkehr von Elba kommen lassen, so müssen fie damit rechnen, nochmals eine Lchlacht von Waterloo zu schlagen.
Achtung AöÜimmrmgsöerechLigte!
Der Herr Minister des Innern hat nachstehenden Erlaß an alle Ober- und Regierung- Präsidenten unter dem 31. Oktober 1319 herausgegeben:
Denjenigen aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge unterstützten Erwerbslosen, die an der Volksabstimmung in den Abstimmungsgebieten teilzunehmen ^boreckrizt sind, kann für die notwendige Dauer der Teilnahme die Erwerbslssenunterstützunz weitergezahlt werden, Man sie eine Bescheinigung des Grmeindevorstandes des Abstimmungsortes über die erfolgte Teilnahme an der Abstimmung beibringen.
— Selbsthilfe der deutschen KriegSgefangenm. Nach einer Mitteilung aus Litte entweichen die deutschen iriegsgesanglne» neuerdings immer zahlreicher. T'.e letzte Gruppe, die aus einem Lager bei Cambrar kmflohen ist, betrug nicht weniger als «0 Gefangene. . .
— Mailand. (Brasilianischer Zucker für Eurer Die „Agrucia Amerikana" meldet, daß die brafilranische $ gierung beschlossen habe, die Zuckereiasuhc na h Eurcva wieder sreizugeben. _________
lOOOMli.DMffcheSpar-DrämiMattlähe
— Eine Grabstätte deutscher Soldaten in Dänemark. Am 29. Oktober fand in Hald bei Viborg in Dänemark die Feier der Einweihung eines Denkmals statt, das aus privaten Mitteln zu Ehren von drei deutschen und 18 österreichisch ungarischen auf dem dortigen Friedhof begrabenen Kriegsgefangenen errichtet worden ist. Um das Zustandekommen dieses Werkes der Pietät im fremden Lande hat sich Hauptmann Fischer von der Deutschen Gesandtschaft zu Kopenhagen in verdienstlicher Weise angenommen. Das Denkmal, das bereits vor IV- Jahren in Auftrag gegeben wurde, zeigt das deutsche und österreichisch-ungarische Wappen und meldet die Namen der Gestorbenen. Rechts und links reihen sich die Gräber an, die mit immergrünen Pflanzen geschmückt sind. Die Stadtverwaltung von Viborg hat den Schutz der Anlage, die eine Sehenswürdigkeit ist, übernommen. Bei der EinweihungS- feier war auch die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene vertreten, die einen Kranz in den ReichS- farben am Denkmal niederlegen ließ.
— Berlin. (Der „große Ausverkaufs.) Am 28. November findet im Wirtschaftsministerium eine Sitzung zwischen den Mitgliedern des ReichSratsauSschuffeS für Hantel und Verkehr und Vertretern der beteiligten Ministerien statt, in welcher Maßnahmen gegen den „großen Ausverkauf" zur Erörterung stehen. Entsprechende Maßnahmen sollen in ganz lurger Zeit zu erwarten sein.
— Berlir. An maßgebenoer deutscher Stelle soll dem Lok. Avz. zufolge die Eiführung eines Ausfuhrzolles Verönentlichvng einer Mitteilung darüber stände unmittelbar bevor.
— Berlin. (Die Kohlenkatastrophe.) Der Vertreter des Reichskohlenkommffnrs hat die Gesamtlage unserer Kohlenversorgung, obwohl die Förderung in allen Revieren gleichmäßig gestiegen ist, als äußerst brdenilich hingestellt. Ganz schlimm steht es mit der Versorgung der Gaswerke. Am Dienstag haben wiederum 20 Gaswerke den Betrieb eiustellen muffen. Aehnlich steht es um die Elektrizitätswerke. Nur jene, die unmittelbar auf der Braunkohle liegen, haben eine bessere Lige. Die Versorgurg mit Hausbrand ist geradezu jämmerlich. Durch die Streifs sind uns bisher 6 Mill. Tonnen verloren gegangen. In der Industrie können nur die allerwichtigsten Betriebe vtit Kohlen versorgt werden. Von 18 000 Ziegeleien arbeiten nur noch 1200. _
— Berlin. Das Elektrizitätswerk Mark bei Hagen in Westfalen hat aus Mangel an Kohlen die gesamte Industrie seiner Stromversorgung ausschatten müu.n. Dadurch find 70000 Arbeiter arbeitslos geworden. Zu einer gleiten Maßnahme wird, falls nicht im letzten Augenblick Kohlen herangeschassc werden können, das ElekrrizttätSwerk in DüffeÜwrs gezwungen fein.
— Wegen Kohlenmangels hat die Firma Karl Zeiß in Jena ihre Betriebe vollständig schtteßen müssen.
Ein Glücksspiel ohne Verluste.
Für jeden, der in Hoffnung auf einen GlückSgewinn ber Lotterien irgendwelcher Art teilzunehmen pflegt, bietet fich jetzt eine Gelegenheit, mit geringem Einsatz ohne jedes Ristko bei größten Aussichten sein Glück zu versuchen. Die Deutsche Spar- und Prämienanleihe, die vom 10. November bis 3. Dezember zur Zeichnung austiegt, enthält salzende Gewinnmözüchkeiten. Jedes der 5 Mill Stücke (zu je 10M Mark) nimmt bis zu seiner Tilgung aljährlich an zwei großen Gewinnver- losuagrn teil Bei jeder Gewinnverlosung werden 2500 Gewinne in G.sautthöhe von 25 Millionen Mark ausgelost, darunter 5 Hauptgewinne zu je 1 Million, 5 Gewinne zu je 503OvO Mark uiw. Es werden also im ganzm bis zur völligen Tilgung 400000 Gewinne ausgelost. Ferner «hätt jedes zweite getilgte Spar- und Prämienstück einen Sonder- gewinn (Bonus), der mit den Jahren von lO.'O Mark bis auf 4000 Mark wächst. Endlich erhält jedes Stück bis zur Tilgung jährlich 50 Mark Zm-zuichlag, der zusammen mit dem Einsatz auSbezahlt wird.
Durch die Teilnahme jedes Stückes an allen Ziehungen bis zur Tilgung, sowie durch die Sonder- gewinne bei der TilgungSauslosung ist für 2 900 000 Stücke, also 58% aller Zeichner, eine Gewinnmöglichkeit gegeben, womit die Aussichten aller Lotterien und Glücksspiele weit übertroffen sind.
Lokales und ^rovinziekes.
Schlüchtern, den 24. November 1919.
—* Ueber die Rückgabe des Eigentums der au« Elsaß-Lothringen ausgewiesenen Deutschen ist mit der französischen Regierung eine Einigung erzielt worden.
—* WeihnachtSgabra für unsere Gefangenen in Frankreich. Dem Vernehmen nach hat die ReichS- regierung größere Mittel zur Verfügung gestellt, um unsere Kriegsgefangenen zu Weihnachten zu versorgen, und zwar 5 Millionen Mark in bar, 5 Waggons Tabak und Rauchwaren im Werte von 4 Millionen Mark, 30 Waggons Lebensrnittel aus Dänemark, 60 000 Paar Socken, 30 000 Paar Unterhosen, zusammen im Werte von 20 Millionen Mark. Damit soll der bittersten Not gesteuert werden.
—* Das erste gemünzte Geld der deutschen Uepa« blik find die jetzt ausgegebenen 50-Pfennig-Stücke. In der Form gleicht die neue Scheidemünze dem alten Nickel-20 Pfennig-Stück: Auf der Vorderseite der neuen Münze steht groß „50*, darunter in einem Querbalken in Fraktur das Wort „Pfennig". Ueber
zahl angebracht. Auf der Rückseite ist eine stilisierte Aehrengabe in Fachrelief angebracht, die quer durch die zweizeilige Jaschrift: „Sich regen bringt Segen* durchgrschnitten ist. Die Münze ist aus einem leichten, fich fettig ausühlenden Metall. Der Rand der Münze ist geriffelt, wie bei den alten silbernen sv,Pfennig- Stücken.
Hk. Vereinigte Handelskammern Frankfurt (Main)- Hanau. In dem Bestreben, die gegenwärtig vielfach noch zersplitterten Interessenvertretungen von Handel und Industrie zu größeren und leistungsfähigeren Verbänden zusammenzuschließen, haben die Handelskammern zu Frankfurt (Main) und Hanau eine Verwattungs- gemeLaschaft herbeigeführt, zu welcher der Herr Minister für Handel und Gewerbe soeben seine Genehmigung erteilt hat. Die beiden Kammern werden nach wie vor die Angelegenheiten lokaler Natur für sich erledigen; alle Angelegenheiten jedoch, welche auch für den Bezirk der anderen Kammer oder darüber hinaus allgemein von Bedeutung find, unterliegen der Beschlußfassung der Bereinigten Handelskammern. Letztere bestehen au» der Handelskammer Frankfurt (Main) und insgesamt 15 Mitgliedern der Handelskammer Hanau, von welchen 10 auf Hanau (Stadt und Land', Gelnhausen und Schlüchtern und ö auf Fulda, Hünfeld und Gerefeld entfallen. Gegenwärtig find dies die folgenden: Albert Deines, Paul Philips, Rudolf Treusch, Julius Berlitzheimer, Dipl. Jag. Otto Bracker, Heinrich Deines, Conrad Fuß, Otto Zimmermann zu Hanau, Ph. Stock zu Gelnhausen, Carl Schäfer zu Schlüchtern, Karl Arnd, Direktor Dvr, Komm§rzienrat Neitzert, Oscar Schmitt zu Fulda, Loreuz Reuvels zu Tann (Rhön). • Die enge Arbeitsgemeinschaft der beiden Handelskammern kommt noch darin besonders zum Ausdruck, daß der Vorsitzende der Handelskammer zu Hanau, Herr Albert Deines, gleichzeitig Vizepräsident der Bereinigten Hande^kammern geworden ist und daß letztere in Fulda eine eigene Geschäftsstelle errichtet werden, um diesen Teil ihres Wirtschaftsgebietes in direkte Verbindung mit Frankfurt Hanau zu bringen.
Hk. DringlichkeitSbescheinigungen für Ausfuhrgüter nicht erforderlich. In Nr. 2 der „Mitteilungen der Zentralstelle der Ausfuhrbewilligungm für Eisen- und Stahlerzeuguissen' wird berichtet, daß für sämtliche Güter, die nachweislich zur Ausfuhr bestimmt find, die Wagengefiellung ohne DringlichkeitSbefcheinigung des ReichSkommiffaaS erfolgen darf.
bringe« jährlich 50 Mark Sparstuseu, autzerdem Konus und Ormiune