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kitAmtlichem Kreisblatt". Wochcnbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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BekanntMachung.

| Zur Ersparung von Licht und Heizung sind die Bienßftunben vom L Oktober d. JS. bis auf weiteres ruf die Zeit von

8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags

^OeffentlicherSprechkagdesAmtsvorstandes Nie bisher nur Montag vormittag.

M Schlächtern, den 30. September 1919.

Preußisches Katasteramt. gez. Momsen.

| - Der Reichspräsident wird mit Cnlgen Ministern am 3. Oktober zum Besuche der Messe nach Frankfurt

Imen.

Ueber eine internationale Regelung der hlentransporte erfährt derVorwärts" aus Bern, 6 zwischen der Schweiz und Italien mit Zustimmung M Alliierten ein provisorisches Abkommen getroffen Kien fei. Die für Italien bestimmte Saar- und solle der Schweiz zugeleitet werden, während M in Genua eintreffende amerikanische Kohle für Mlien bestimmt werde.

M Die deutsche Wechselordnung enthält einige Mragraphen, welche selbst Geschäftsleuten meistens ig unbekannt sind. So ist z. B. nicht erforderlich, einen Wechsel bei Nichteinlösung protestiern zu lassen, Mim der Aussteller denselben bei Fälligkeit selbst noch M Händen hat. Das geschieht aber sehr oft. Man Wn also in diesen Fällen die Kosten für die Rrotestierung Mren, ohne sich irgend eines Rechtes im Wechselprozeß Gegenüber dem Akzeptanten zu begeben. Auch ist wenig Mannt, daß man eine Tratte schon lange vor der ^Fälligkeit protestieren lassen und sogar einklagen kann. Jeder Inhaber einer Tratte kann diese den Bezogenen zur Annahme Akzeptierung vorlegen oder vorlegen lassen. Erfolgt die Anaahme nicht durch Aas bekannte Querschreiben so hat der Inhaber das Mcht, Protest erheben zu lossm und von dem Aussteller und den etwaigen Vormännern Sicherheit zu verlangen, event. im Wechselprozeß, und, wie gesagt, schon lange der Fälligkeit des Wechsels. Besonders fei auch daraus hingewiesen, daß die neuere Rechtsprechung Hauch dann einen Wechsel für gültig erklärt, wenn der ogen alsHerr" B. Müller oder dergl. bezeichnet , während in Wirklichkeit die gemeinte Person eine

- Republik und Arbeit. DerDeutschen Zeitung" d geschrieben: In einem Zuge zwischen Hamburg d K'et, wo alle in alle Abteile hineindrüngen, und froh ist, daß er mitkommt, hörte ich aus dem ade eines jungen Mannes folgenden bezeichnenden sspruch, der überall gekannt zu werden verdient:

ergmanns Ssetzterlein

Roman von Martin Förster. (Fortsetzung.)

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Kaum wissend, was er tat, sprang er auf den Inspektor und'packteihn on den Handgelenken.Was ? Was sagen 'e?" schrie er zornig.Scheine! Wo kommen die eine her?"

Das frage ich Euch!" sagte der Inspektor Massm, indem er sich aus dem eisernen Griff Franz ^egows zu befreien suchte.

Es sind possttiv die Scheine, die dem Neffen des agwerksbesitzer.geraubt wurden. Wie kommen die- Euren Besitz?"

834 weiß es nicht," rief Franz außer sich. Er M beschwörend die Arme hoch.Gott im Himmel mein Zeuge, daß meine Hand niemals die Scheine K den Kasten gelegt hat!"

H Beamte zuckte die Achseln.Ihr werdet Mure Unschuld beweisen müssen," sagte er kühl.Einst- ^xMUen, es tut mir leid, aber auf diese Verdachts» hin bleibt mir nichts übrig, als Euch 1etMten zu lassen.

« { I^nz schrie auf wie ein verwundetes Tier. Er M^^uf einen Stuhl und schlug die Hände vor das Er rieb sich die Stirn. War es denn 0 Aoznch? Konnte dies möglich sein? Es war ein ein schrecklicher Traum, auf den bald ein um ich^ueres Erwachen folgen mußte.

ec Haftbefehl ist hier", sagte der Inspektor, 1 k®^ durch den Jammer des unglücklichen Mannes, ' M M^, er ein zweites Dokument aus seiner Tasche zog. " K Ihr ihn lesen?

u den Bogen in Degows Hand, welcher ihn

Mittwoch, den 1. Oktobber 1919.

Arbeiten? Wat arbeiten? Wenn wi arbeiten füllt, druckt wi keen Republik!"

Ein ausländisches Urteil über die deutsche Industrie. Der Sonderberichterstatter des Amsterdamer Telegraaf" schreibt in einem Rückblick auf die Leipziger Messe: Der.Wille zur Wiederherstellung, das Vermögen, sich der neuen Lage anzupasse.i, und Zuversicht seien in der deutschen Industrie im großen Maße vorhanden. Diese aufgehäufie Energie, die nur auf eine Gelegenheit warte, sich zu äußern, finde jedoch keine positiven Angriffspunkte. Es fehle nämlich das Hauptelement: der Wille zur Arbeit bet den deutschen Arbeitern.

Eine hochherzige Stiftung. Aus dem-Ostseebade Kranz wird gemeldet: Eine hochherzige soziale Zuwen­dung hat unserer Gemeinde der frühere Oberpräsident v. Batocki gemacht, indem er den von seinem Gute Bledau infolge der Milchpreiserhöhung erzielten Mehrerlös in Höhe von monatlich 900 Mk. bis auf weiteres der Gemeinde Kranz zur Verfügung stellt, damit durch Gewährung von Zuschüssen der Minder­bemittelten'^und Milchversorgungsberechtigten die Milch für Kinder, stillende Mütter und Kranke zum bisherigen Preise geliefert werden kann.

Für die Akkordarbeit. Die Firma Karl Zeiß in Jena hatte ihren Arbeitern, wie dieFrankfurter Zeitung" erfährt, eine erhebliche Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zugesagt, verlangte aber zur Förderung der Produktion die Rückkehr zur Akkordarbeit. Die erste Abstimmung ergab nur eine geringe, eine nach erneuten Verhandlungen nochmals vorgenommene Abstimmung eine erhebliche Mehrheit für die Akkord­arbeit, deren Wiedereinführung grsiyert ist.

Von den noroarmecilauischen Eisenbahnen. Aus Newyork wird gemeldet: Im Senat wurde ein Gesetzentwurf eingebracht, wonach die Eisenbahnen den früheren Besitzern zurückgegeben werden sollen. Die Arbeiter erhalten Stimmen in der Verwaltung und Anteile am Reingewinn. DieLinienwerdenvon gemischten Ausschüssen verwaltet. Ausstände werden verboten. Außerdem sollen billigere Tarife geschaffen werden.

Versailles. Serbien unterzeichnet. Wie die Pariser Abendpresse meldet, soll die serbische Regierung sich jetzt entschlossen haben den Friedensvertrag von Saint Germain zu unterzeichnen. Offenbar hänge dies mit dem Zwischenfall von Fiume zusammen.

Versailles. (Der Wiederaufbau der zerstörten Gebiete.) Von den Besichtigungsreisen für den Wieder­aufbau, die zurzeit vorgenommen werden, haben bis jetzt eine dreitägige Besichtigungsreise der französischen Bergwerksbezirke und eine eintägige Besichtigungsreise des Gebiets von Arras bis Litte stattgefunden. Den deutschen Herren ist auf diesen Reisen seitens der französischen Behörden höfliches Entgegenkommen und Auskunft über alle sachlich interessierenden Fragen zuteil geworden. Die Eindrücke, die die Herren auf

mit flimmernden Augen durchlas. Dann beherrschte er sich mit gewaltsamer Anstrengung, biß sich heftig auf die Lippen und las nochmals langsam jedes Wort des amtlichen Schreibens. Als er unten den Namen seines Nebenbuhlers und Arbeitgebers gewährte, sprang er auf, wie von einer Natter gestochen. Atec er bezwäng sich aufs neue und fragte nur mit heiserer Stimme:Wie kommt es, daß Herr Albert Diedrich unterschrieben hat?"

Sehr einfach", war die Antwort.Ich ging zu ihm, weil er der nächste Friedensrichter ist."

Sie gingen zu ihm, er kam nicht zu Ihnen?"

Nein."

Es ist also nicht sein Werk?"

Nein, es ist das mcintge,,, lautete die trium­phierende Antwort.Ich hatte meinen Verdacht, nnd es scheint, daß ich mich nicht irrte. Seid Ihr bereit, mit mir zu gehen?"

Was bleibt mir übrig?" sagte der junge Mann bitter;aber ich erkläre Ihnen feierlich, daß ich unschuldig bin. Mag der Schein noch so sehr gegen mich sein, es wird mir gelingen, mich von dem schmäh­lichen Verdacht zu reinigen.

Ich hoffe es, aber einstweilen sieht es nicht so aus," meinte der Beamte.Der erdrückende Be­lastungsbeweis ist da."

Gott stehe mir bei; ja, ich kann nichts dagegen machen," stöhnte Degow.Ich bin das Opfer eines truflichen Planes. Der Schuldige oder einer de» Schuldigen muß mir dies angetan haben, um den Verdacht auf mich zu lenken."

Nun, beruhigt Euch nur junger Mann!" suchte der Inspektor den völlig Verzwrifelten zu beruhigen.

70. Jahrgang

ihren Reisen gewonnen haben, lassen schon jetzt erkennen, daß die Arbeiten, die in den zerstörten Gebieten zu leisten sind, von sehr großem Umfang sein werden, daß sich aber auch erhebliche Schwierigkeiten technischer Art entgegenstellen werden, zu deren Ueberwindung es einer längjährigen und gründlichen Arbeit bedürfen wird.

Versailles. (Die deutschen Petroleumschiffe.) LautMatin" wird Frankreich von den 60000 Tonnen deutscher Petroleumschiffe 30 000 Tonnen erhalten.

Haag. (Der 6te Winter. Eine holländische Stimme der Menschlichkeit.) Man schreibt demNieuwe Nott. Cour.": Der Friedensvertrag von Versailles bestimmt, daß Deutschland hunderwierzigtausend Milch­kühe ausliefern muß und Frankreich findet keinen Anlaß, auf diese Bestimmung zu verzichten oder doch vorläufig nicht auf ihrer Ausführung zu bestehen. Die deutsche Regierung ihrerseits hat sich bereit erklärt, die Bestimmungen des Friedensvertrages loyal auszuführen und hält sich verpflichtet, auch dieser Friedensbedingung, wenn auch unter Protest nachzukommen. Was dies bedeutet, kann sich erst diesen Winter zeigen, wenn die Kinder und Kranke in den Städten ganz ohne Milch bleiben werden. Verschiedene amerikanische und englische Vereinigungen haben eine Aktion eingeleitet, um die Folgen der Hungerblockade wenigstens für die Kranken, Schwachen und Kinder in Deutschland zu mildern und haben zu diesem Zwecke große Mengen Lebensrnittel und besonders kondensierte Milch eingeführt. Die Ergebnisse dieser Aktion die in Deutschland begreiflicher­weise sehr gewürdigt wird, drohen durch das Festhalten Frankreichs an seiner Forderung nach Auslieferung der hundertvterzigtuusend Milchkühe wieder in Frage gestellt zu werden und es werden vor alftm

Kinder sein, die das entgelten müssen. Nach dem Elend von fünf Kriegswintern gehen sie jetzt einem Winter entgegen, der die vier früheren an Entbehrungen und Elend noch zu übertreffen droht.

Taatgut-Zuschläge.

Infolge der Einführung der Lieferungsprämie für Brotgetreide und Gerste ergab sich die Notwendigkeit, die Zuschläge für das Saatgut dieses Getreides ent­sprechend zu erhöhen, um zu verhindern, daß das für die landwirtschaftliche Erzeugung so wertvolle Saat- getreide als Mahlgetreide abgeliefert wird, weil die Lieferungsprämie für Mahlgetreide höher sein würde, als die bisherigen Saatgutzuschläge. Die Zuschläge für Wintersaatgetreide sind daher für die Tonne auf 250 Mk. für die erste, 220 Mk. für die zweite und 200 Mk. für die dritte Absaat und für sonstiges Saat­gut (Handelssaatgut) erhöht worden. Diese Preise sind so festgesetzt, daß sie die besonderen Arbeiten und Unkosten lohnen, die den Saatgutanbauern erwachsen. Eme Senkung der Preise mit der Senkung der Liefer- ungsprämie ist nicht in Aussicht genommen, nm nicht Verwirrung in den Saatguthandel zu bringen.

Wollt Ihr Euch ein wenig zurechtmachen? Es ist kalt draußen."

Wohin führen Sie mich? fragte Franz Degow, während er mechanisch seinen Anzug ver­vollständigte.

Ins Dorfgesängnis, aber morgen werdet Ihr ver­mutlich vor den Friedensrichtern des BezirkS-Polizei- hofeS in P. erscheinen müssen."

Muß ich zu Fuß gehen, Sie werden mir doch keine Handschellen anlegen?"

Ihr müßt gehen, denn Droschken gibt es in Langenau nicht," erwiderte der Inspektor, als sie zusammen die Treppe hinunterstiegen, von dem Ge- richtsdilner und der schreckensbleichen Wirtin gefolgt. Aber wenn Ihr mir das Versprechen geben wollt, ruhig zu sein und keinen Fluch versuch zu machen, so will ich Euch nicht binden."

Ich danke Ihnen, Herr Inspektor, ich will alles versprechen," sagte Degow dumpf.Warum sollte ich entfliehen wollen? Für mich ist ja ohnehin alles zu Ende."

Er reichte seiner Wirtin die Hand, die sie schluchzend ergriff. Um sie zu trösten, zwang der junge Mann sich beinahe zur Heiterkeit.

Seid nicht so traurig!* sagte er.Ich bin unschuldig, und das wird sich bald herausstellen. Es muß ja noch Gerechtigkeit geben. Sagen Sie jedem, der nach mir frägt, daß ich nichts fürchte und bald wiederkommeN werde."

Nach diesem Abschied verließ er mit dem Inspektor und dem anderen Polizeibeamten das Haus.

Dank dem unfreundlichen Wetter hatten sie so gut wie gar keine Begegnungen. Ein paar Knaben, die sie sonst sicher nicht ungeschoren gelassen hätten, waren