ZchluGerMZemng
u Mit „Amtlichem Kreisblatt". — Wochenbcilage: Illustriertes Sonntagsblatt.
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* M 72. Samstag, den 6. September 1919. 70. Jahrgang
Die neuen Sätze der Erbaufallsteuer.
I
► »
Nach den letzten Beschlüffen der Nationalversammlung beträgt die Erbanfallsteuer:
• Klaffe
1
2
3
4
5
6
1.
2.
Die
Die
' für die ersten angefangenen i oder vollen 20000 Mk. des ' steuerpflichtigen Erwerbes l für die nächsten angefangenen oder vollen 30 000 Mk.
| für die nächsten angefangenen ^oder vollen 50 000 Mk.
I für die nächsten angefangenen k oder vollen 50 000 Mk.
4
5
6
8
5
6
8
10
6
8
10
12
20
1.
2.
3.
4.
5.
Die
3. Klaste.
Eltern, voll- und halbbürtigen Geschwister.
4. Klasse.
Großeltern und die entfernteren Voreltern,
8
10
12
15
25
die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern^ die Schwteger- und Stiefeltern, die Schwieger- und Stiefkinder,
die an Kindesstaat angenommenen Personen und diejenigen ihrer Abkömmlinge.
5. Klaffe.
10
12
15
20
30
für die nächsten angefangenen ^ i oder vollen 50000 Mk.
10
12
15
20
25
35
* für die nächsten angefangenen k | oder vollen 100 000 Mk.
ß
►
»
I»
I
für die nächsten angefangenen oder rollen 200 OjO Mk.
für die nächsten angefangenen : oder vollen 250 000 Mk. für die nächsten angefangenen oder volhn 250 000 Mk.
die nächsten angefangenen oder vollen 500010 Mk.
ür die weiteren Beträge
12
15
20
15
20
25
30
40
20 25
25 30
25 30
30 35
35 40
30
35
35 40
40 45
45 50
35
40
40 50
45 55
50 55
60 70
v. H. ihres Be-.
Die Steuer erhöht sich um je 1
ftiags und zwar das soweit das zur Zeit des ErbanfallS Derens vorhandene Vermögen des ErwerberS 100 000 ^Mark aber nicht 200 UOO Mark übersteigt, für je ange- fangene 10 000 Mark soweit das vorhandene Ver- ögen 200 000 Mark übersteigt, für je angesangene 0 000 Mk. Der Zuschlag darf die Hälfte des 100.000
rk üderstelgenden Betrages des vorhandenen Ver- ögens nicht übersteigen. Er darf serner nicht mehr betragen als 100 v. H. der Steuer. Der Gesamtbetrag der Erbschaftssteuer darf nicht höher sein als 90 . H. £ i einem Erwerb, der vor dem 1. April 1935 anfällt, i rd die Steuer für jedes volle Jahr bis 1. April I9_j zurück um 1 v. H, für jedes wettere vor- ergehende Jahr um 2 v. H. ermäßigt.
' Die Klassen der Erbschaftssteuer giieoern sich wie folgt:
1. Klasse.
1. Der Ehegatte und die ehelichen Kinder des Erblassers, mit Ausnahme der an Kindesstatt angenommenen ersonen, ferner diijentgen Kinder, welchen die rechtliche Stellung ehelicher Kinder, sofern diesen die rechtliche tellung ehelicher Kinder zukommt.
2. Die unehelichen Kinder der Mutter und die vom Vater anerkannten unehelichen Kinder.
2. Klaffe.
Die Abkömmlinge der in der 1. Klaffe bezeichneten Kinder.
«remann» Tochterlein
Roman von Martin Förster. (Fortsetzung.)
23
Es blieb keine Zeit zu irgend welchen Auseinandersetzungen. Man mußte versuchen, des Feuers Herr zu erden. Aber wie um Gotteswillen! Es gab kein asser hier. Der nächste Kahn war an einem der lalle angebracht und ungefähr fünfzig Meter entfernt, te Idee, von dort einen Schlauch herzuleiten, war ^unausführbar. Es blieb nichts übrig, als die zwei vor- Mandenen Kübel zu füllen und mit Hilfe von Eimern öschversuche zu machen.
Aber bis das Wasser herbeigeschafft war, verging ne geraume Zeit. Die Flammen, deren Ursprung sich emand erklären konnte, griffen mit rasender Schnellig- um sich, und als endlich die Pferde, zur äußersten Eile angetrieben, mit den Kübeln herankamen und man IM Wasser eiuermeise in die zischende, brodelnde Masse gießen begann, erwies sich dies als eine ebenso mühselige wie vergebliche Arbeit. Das verheerende Element hatte bereits zu weit um sich gegriffen. Verzagt und im Bewußtsein seiner Ohnmacht stand der Mensch der Naturgewalt gegenüber.
; Und mitten durch Glut und Rauch, durch Zischen Wnd sengende Hitze ertönte es plötzlich wie Hilferuf.
. .Um Gotteswillen!" schrie Sachse auf. „Ich habe doch das WahrnungSsignal gegeben. Wär es möglich, atz sich dennoch jemand auf diesem. Wege Herauswagen Uunntek Es würde ja den sicheren Tod bedeuten."
Die Rufe ertöten aufs neue. Es schienen mehrere Stimmen zu sein.
"WK müssen ihnen helfen I" rief Franz Degow
1. Die Abkömmlinge zweiten Grades von Geschwistern,
2. die Geschwister der Eltern,
3. die Verschwägerten zweiten GradeS der Seitenlinie.
6. Klaffe.
Alle übrigen Erwerber.
SedaNtag 1919.
Vor neun und vierz'g Jahren ward hier der Keim gelegt, Zu einer deutschen Eiche und sorgsam treu gehegt.
Von klugen, tapfern Mengen ; der wuchs gar stolz zur Höh' Und breitete die Beste weit Über Land und See.
Ja, Deutschland hoch in Ehren ward aller Welt bekannt An Macht und Ruhm das erste und herrlichste genannt. Nun liegt der Baum gebrochen, der noch mächtig war; Es flog aus seinem W pfel hinweg der Siegesaar.
Er liegt im Staub der Straße, zerrissen und entlaubt, Von allem Volk zertreten, geschmäht, bedroht, beraubt. Wir weinen heiße Tränen des Zornes und der Scham Ob Deutschlands Not und Schande und fragen: wie es kam ? Es hat kein starker Riese dich mit dem Beil gefällt, Des Blitzes Strahl vom Himmel die Krone nicht zerspeLt. Es saß tief in dem Baume, der schien gesund und stark Ein Wurm an seiner Wurzel, der fraß der Eiche Mark. Und das die hohe Eiche zusammenbrach im Sturm, Das hat allein verschuldet der böse gift'ge Wurm. — Wohl liegt das Reich in Trümmern, versenkt in Leid
u:d Schwach,
Doch aus der Eiche Wurzel uns eine Hoffnung brach: Ein Zweig ist hier entsprossen, unscheinbar klein und zart, Den hüte, Deutsche Jugend, er ist von edler Art! Und pflege sein in Tränen, laß ihn in sichrer Hut Erwachen und erstarken, er sei dein höchstes Gut! Ihm sollst Du Deine Kräfte mit ganzem Herzen weih'n Und Gott im Himmel bitten um Segen und Gedeth'n! Bis einmal künft'ger Zeiten sich jährt der Sedantag, Ein Deutschland hoch in Ehren aufs neu erstehen mag! Doch das G.würm der Zwietracht und Lüge halt ihm fern,
Das sei Dir Pflicht und Hoffnung, daß Deiner Zukunft Stern!
H. Weidenmüller.
vorspringend. „Was ist zu machen? Durch das.Feuer können wir nicht."
„So eilt nach der ersten Türe links, der letzten, durch die wir heraufkamen," gebot Sachse mit fliegendem Atem. „Schnell, schnell! Es ist ein großer Umweg, aber, wenn es möglich ist, führt sie auf dem Weg heraus ! Wer geht mit? Keiner? Ich selber kann hier den Posten nicht verlassen "
Es erhob sich ein Gemurmel unter den Umstehenden. Das Unternehmen schien gar zu waghalsig, dieR.ttung der Bedrohten ohnehin ausgeschloffen. Aber schon wär F anz Degow nach der bezeichneten Richtung davon- gestürzt. Zwei cder drei Beherzte eilten ihm nach, ohne ihn doch zu erreichen. Er war, etwa 20 Meter im Laufschritt durchmeffend, eine kurze Anhöhe hinauf« geeilt und gelangte, nachdem er mehrere schwere Türen aufzestoßen hatte, nach dem Grunde des unbenutzten Schachtes. Von hier aus wandte er sich nach unten und erreichte bald die Stelle, wo er noch vor kurzer Z^it mit Sachse gewesen war. Beim weiteren Vordringen strömten ihm beißender Rauch und erstickende Gase entgegen, die mit jedem Schritt schlimmer wurden und ihm den Atem zu rauben drohten, aber er achtete nicht der Gefahr und eilte im schnellsten Lauf weiter.
Es währte eine geraume Zsit, bis ihm jemand begegnete, und schon drohten seine Kräfte zu versagen, als er, eben im Begriff, eine Tür zu öffnen>^plötzlich sich nähernde Trirte vernahm.
' Als er sich schnell umwandte, sah er längs der dunklen Galerie, welche sich nach hinten erstreckte, einen glänzenden Lichtpunkt. Ein zweites und ein drittes Licht tauchte auf, und eine Minute später e.lten zwei Männer und ein Knabe heran, heiß, atemlos und an allen Gliedern zitternd. „Was ist los?" fragten sie
— Die Bewegung des Markkurses. Welch ein Wandel gegen die Zeiten, da unsere Heere der feindlichen Uebermacht an allen Fronten standhielten, und zum mindesten die Hoffnung auf einen Frieden ohne Niederlage gerechtfertigt war! Die Bewegung des Markkurses ist ein vollkommen treues Spiegelbild unseres Zufammenbruches. Ein paar Ziffern, welche die Zeit bis zum Kriegsausbruch zurück umfaffen, mögen es beweisen:
Berliner Kurse in Mark.
100
schweiz. Franken
100holl. Gulden
30.
7.
1914
81,45
168,80
2.
1.
1915
87,25
184,75
29.
1.
1916
104,75
236,50
30.
12.
1916
117,125
239 25
1.
3.
1917
118,625
240,25
29.
10.
1917
157,50
315,25
3I.
12.
1917
117,75
221,25
1.
4.
1918
112,75
216,00
29.
6.
1918
133,75
259,00
31.
7.
1918
161,00
311,00
31.
10.
1918
137,00
280,00
31.
12.
1918
173,50
346,00
31.
3.
1919
218,00
•440,00
30.
6.
1919
250,00
535,00
31.
7.
1919
298,00
640,00
28.
8.
1919
377,00
817,00
Für 10 Milliarden amerikanische
.— Versailles.
Einrichtungen in Frankreich. Nach den Pariser Morgen- blättern hinterlassen die Amerikaner auf dem französischen Boden Einrichtungen aller Art, wie Eisenbahnen, Docks, Baracken und elektrische Anlagen, deren Wert auf 10 Milliarden Francs geschätzt wird.
— Dortmund. Wegen Kohlenmangel ist ein großer Teil der Arbeiter des Eisen-Stahlwerkes „Hoesch" MMWiern gezwungen.——-----------——
— Die Entente will Kohlen von Deutschland. Die Entente hat die Verminderung des von Deutschland zu liefernden Quantums von 40 auf 20 Millionen Tonnen ermäßigt, aber sie besteht darauf, daß dabei der gegenwärtige deutsche Eigenverbrauch nicht in Betracht gezogen wird. Die deutsche Regierung hat sich trotz der eigenen großen Kohlennot entschlossen, schon j.tzt mit der Lieferung zu beginnen und richtet an die Arbeiter, Bergleute und Eisenbahner den Appell, alles zu tnn, daß die Erhöhung der Beförderungsziffer erzielt und der Entente der Beweis geliefert wird, daß das deutsche Volk den Willen hat, den Friedensvertrag in ehrlicher Weise durchzuführen.
— Der englische Bericht über die Hungerblockade und deren Wirkungen in Deutschland ist als „Weißbuch" erschienen. Daraus ist u. a. zu ersehen, daß die Ernährung in Belgien besser war, wie bei uns, sie war
in Todesangst. „Brennt der Schacht? Was ist passiert ?"
Das Maschinenhaus oben steht in Flammen," erklärte Franz. „Sind noch mehr Arbeiter in Gefahr?"
„Ja, laßt uns forteilen, diese vergaste Luft ist entsetzlich."
Der erste machte einen Schritt vorwärts, als wenn er bei ihnen vorbei wollte, aber Degow hielt ihn an.
„Hier könnt Ihr nicht hinaus. Ihr hört doch, daß bj3 Maschinenbaus brennt. Geht den Weg der zum Herrenschacht führt. Ich bin hi r, um das Euch zu sagen. Wollte Gott die anderen wären auch hier."
Die drei entfernten sich, wärend Degow durch die Tür vorwärts drang und. auf einen mit dickem Rauch angefüllten Gang kam. Er wandte sich der Seiten- galerie zu, und hier war es, als wenn das Feuer plötzlich ausgelöscht wäre, denn die Luft war vollständig rein. Aber während er noch wie erlöst auf- atmete, drang eine schwarze, beißende Rauchwolke auch hierher. Zu gleicher Zeit bemerkte er aber, wie sich noch eine Anzahl flackernder Lichter näherte. Er rief, so gut er es vermochte, in die stickende Atmospähre hinein, und sofort kam ein Gegenruf zurück.
Von der heranströmenden Rauchwolke zurückgetrieben, welche ihn zu ersticken drohte, war er einen Augenblick später in dem engen Seitenweg von einer Menge fliehender Bergleute umgeben, die einen halb bewußtlosen Knaben mit sich schleppten.
Auch diese wurden von Franz nach dem Herrenschacht gewiesen, während er selbst auf seinem Posten an dieser gefährlichen Stelle blieb.
Wieder ließen sich Stimmen und Schritte vernehmen, und in die Oeffnung hinein sprangen ein Mann und
._