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stücken. Während bisher bei solchen Grundstücken die Wertfeststellung nach dem Ertragswert stattfand, soll in Zukunft der Bewertung der gemeine Wert zugrunde gelegt werden.

Zur Auslieferung deutscher Offiziere. Bon juristischer Seite wird derKreuzzeitung" geschrieben: Die Auslieferung der Offiziere ist, was bisher nicht beachtet ist, auch tadj der Strafprozeß­ordnung unausführbar und darf nicht erfolgen. Denn ein Deutsö-er kann nur verhaftet und dann aus geliefert werden, wenn daß Gericht einen Haftbefehl erläßt nach der St P.O. § 112ff. Ein Haftbefehl aber darf nur erlassen werden, wenn etwas Strafbares nach dem Strafgesetzbuch begannen ist und Fluchtver­dacht vorl'cgt, was fehlt. Sollte sich ein deutsches Gericht finden, das einen Haftbefehl erläßt? Hierüber entscheiden auch nur die Gerichte.

Der Postverkehr zwischen dem feindlichen Gebiet und dem unbesetzten Deutschland. Nach neueren An­ordnungen der amerikanischen Besatzungsbehörde ist das Höchstgewicht für Pakete, die zwischen dem unbesetzten Deutschland und der amerikanischen Zone der besetzten deutschen Rheingebiete ausgetausch: werden, für beide Richtungen auf 35 Kilogramm festgesetzt worden. Die Versendung von Bargeld sowie von deutschen, alliierten und neutralen Wertpapieren aus dem besetzten Gebiet nach dem unbesetzten Deutschland ist verboten. Diesem Verbot sind aber gewisse Banken nicht unterworfen, die besondere Erlaubnis von der interalliierten Finanz­kommission in Mainz erhalten haben. Die Pakete dürfen keine schriftliche Mitteilungen enthalten. Ueber» tretungen dieser Bestimmungen haben die Beschlagnahme der betreffenden Pakete zur Folge; außerdem können gegen die dafür Verantwortlichen in den besetzten Ge­bieten von den Kriegsgerichten der Alliierten Strafen bis zu 6 Monaten Gefängnis und 5000 Franken Geldbuße, verhängt werden. Der Paketverkehr kann besonderen Beschränkungen infolge Beförderungsschwierig­keiten unterliegen. Ferner sind aus der britischen Be­satzungszone nach dem unbesetzten Deutschland im Postscheckverkehr telegraphische Zahlungsanweisungen erlaubt. Die belgische Besatzungsbehörde hat eine Ver­ordnung über die Zensur und die Einführung von Büchern und Veröffentlichungen Dom. unbesetzten Deutschland in die belgische Besatzungszone veröffentlicht.

Die Durchgangslager. Als Durchgangslager zur Erledigung der damit zusammendenhängenden Arbeiten (Entlassung, ärztliche Untersuchung, Feststellung von Rentenansprüchen usw.) sind in Aussicht genommen . Für den französischen Abschnitt Mainz, für den ameri­kanischen Abschnitt Trier, für den englichen Abschnitt Cöln-Dellbrück, für den belgischen Abschnitt Jülich. Die interalliierte Waffenstillstandskommission wurde am 26. Juni in Spaa gebeten, m t größter Beschleu- nignng hn« zr-mdsätzliche Einverständnis der beteiligten Regierungen herbeizuführen, daß die Oberkommandos Anweisung erhalten, die Angelegenheit im Benehmen müden deutschen Brückenkopf-Offizieren ohne Verzögerung in Angriff zu nehmen.

Geldsendungen nach England. Die englische Waffenstillstands-Komission gibt in einer Mitteilung bekannt, daß in London eine große Anzahl von Wert­briefen lagert, die an deutsche Kriegsgefangene gerichtet sind und bares Geld in Form von deutschen Marknoten enthalten. Die Empfänger der Briefe haben * die Annahme verweigert, da in den Kantinen deutsches Geld nicht argenommen wird. Eine Umwechslung der Markbeträge könnte nur in London unter großem Kursverlust erfolgen, so daß unter Berücksichtigung der hierdurch eintretenden Verzögerung der Wert der Sendung für die Kriegsgefangenen beinahe illusorisch wird. Wir möchten hierzu noch bemerken, daß die Uebermittlung von Wertbriefen ein geeignetes Mittel gewesen ist, um die Geldsendungen zu beschleu­nigen. Natürlich haben derartige Sendungen nur dann einen Wert, wenn englische Banknoten in den Briefen enthalten sind. Eine Versendung deutschen Geldes in Wertbriefen ist unpraktisch, teuer und infolge der langen Dauer der Umwechselung auch zwecklos.

Internationale Kommissionen für unsere Kriegs­gefangenen. Das internationale Komitee vom Roten Kreuz gibt bekannt, daß der bisherige Leiter des Hilfs­dienstes für deutsche Kriegs- und Zivilgefangene in Bern, Capitain, zum offiziellen Vertreter der deutschen Kriegsgefangenen. Zentrale in Berlin sowie des Frank­furter Vereins vom Roten Kreuz ernannt wurde. Das Komitee veröffentlicht den Bericht 'feiner soeben aus Frankreich zurückgekehrten Delegation zum Besuche der deutschen Gefangenen. Die Delegation erklärt, daß der jetzige Gesundheitszustand der deutschen Gefangenen gut sei und die Arbettsverhältnisse nicht ungünstig. Die Mission des Komitees zugunsten der deutschen Kriegsgefangenen in Saloniki und Mazedonien ist in Saloniki eingetrofftn, um den dort internierten Ange- gehörigen der deutsch-ukrainischen Armee und der Schwarzmeer-Floite Geldmittel zu überreichen und für ihren sofortigen Transport nach der Heimat zu wirken. Die Delegation wird die verschiedenen Lager in Serbien und Mazedonien, besonders das Lager Nikra besuchen. Die Mission des internationalen Komitees zugunsten der Kriegsgefangenen in Sibirien befindet sich in Wladiwostok. Durch ihre Vermittlung follen Listen und Nachrichten gesammelt und nach Genf weitergeleitet werden. Auch soll überall die Möglich keit eines Heimtransportes erwogen und mit den zuständigen Behörden Unterhandlungen eingeleitet werden.

London. Lloyd George' fordert in einer An­sprache das Volk auf, sich des Sieges nicht im Geist der Prahlerei, sondern in Ehrfurcht zu freuen. Die Stimmung der Londoner Bevölkerung ist trotz des

Friedens gedrückt. Die radikalen Elemente halten den Vertrag für brutal und ungerecht und erblicken in ihm die Quelle neuer und noch schlimmerer Kriege. Die Liberalen verlangen die sofortige Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund sowie die Revision der den 14 Punkten Wilsons widersprechenden Klauseln. In Parts dagegen herrscht, wie von dort berichtet wird, andauernd Karneval.

Der wachsende Heuerungsaufschtag aller Materiaten sowie die Wehrausgaöen an Löhne und Kehätter nötigen uns vom 1. Juli d. Is. den Anzeigenpreis zu erhöhen.

Es kostet: die 1-spattige Setit-Ieile 20 Mg.

die Wektamezeile 40 Mg.

DieExped. «.Red. derSchlöchtexyerZtg"

Offener Wrief an den Weichswehrminister Woske.

Der Hauptmann im Generalstabe Friedrich Wilhelm Prinz zur Lippe in Glogau richtet an den Reichsminister Noske folgenden offenen Brief:

Nachdem die Reichsregierung durch ihren Entschluß zur Unterschrift des schändlichen Friedensverirages auch ihre Bereitwilligkeit erklärt hat zur Auslieferung unseres Kaisers, an den ich mich heute noch und für alle Zukunft durch meinen Fahneneid gebunden fühle, und unserer Heerführer, denen ich in rühm und erfolgreichen Tagen begeistert folgte, habe ich es als deutscher Prinz zunächst für meine selbstverständliche Ehrenpflicht gehalten, meinen Dienst in der deutschen Armee aufzugeben. Wenn ich mich trotzdem in diesen letzten Tagen wie schon einmal int November 1918 zum vorläufigen Bleiben entschlossen habe, so ist es in erster Linie aus Liebe zum Vaterlande, das in dieser schwersten Zeit jedes jungen, wehrfähigen Armes bedarf und jedes Mannes, der nicht trotz der Not des Volkes an seinen persönlich m Vorteil denken will. Dann aber sind es die mannhaften Worte, die. Sie in diesen Tagen gefunden haben und das zielsichere selbstlose Eintreten für des Vaterlandes Wohl neben dem Verständnis für alle, die heute blutenden Herzens am Grabe ihrer vaterländischen Hoffnungen stehen, das ein verhetztes und irregeleitetes Volk mit seinen erbarmungslosen Feinden gemeinsam gegraben hat.

Sie werden von mir nicht erwarten und* nicht verlangen, von meiner Ueberzeugung zu weichen, daß ein starkes deutsches Kaisertum, wie wir es von unseren Vorfahren sehnenden Herzens erstrebt - durch fast ein halbes Jahrhundert unser Reich zu nie geahnter Blüte haben führen seyen, unserem Volke die Segnungen einer selbstlosen, von heiligem Verantwortungs­bewußtsein, und Verantwortungswillen getragenen Regierung am besten hätte sichern können. Trotz dieser meiner Ueberzeugung stelle ich mich Ihnen zu Diensten, weil Sie Verständnis für das Schimpfliche dieses Friedens gezeigt und den Mut und die Kraft zu vaterländischer Tat gesun» en haben; und ich bin überzeugt, daß alle Angehörigen der deutschen Fürsten­häuser ebenso wie die Offiziere sich mit mir eines Sinnes zeigen werden in der Erkenntnis, so dem gemeinsamen Vaterlande am besten zu dienen.

Gleichzeitig aber möchte ich an Sie die dringende Bitte richten: Erleichtern Sie uns und den uns gleichgesinnten Vaterlandstreuen aus allen Berufs - ständen unseren schweren Entschluß der Selbstentsagung, mit dem wir der nationalen Pflicht das Gebot unseres Ehrgefühls opfern, und fitzen Sie sich dafür ein, daß Kraft und fester Wille fürderhin von der Regierung ausströmen auf unser Volk und dem Staate und im Staate wieder die Autorität schaffen, ohne die eine gedeihliche, uns heute so bitter nottuende Arbeit nicht möglich ist.

Dann wird Ihnen der Dank aller derer sicher sein, die nicht im Zerstören ihre Befriedigung suchen, sondern dem Aufbau und der Erneuerung ihre Kräfte weihen wollen, um unser Vaterland einer besseren, glücklichen Zukunft entgegenzuführen, zunächst aber und vor allem das vernichtete Ehrgefühl unseres Volkes wieder zu erwecken. *

Friedrich Wilhelm Prinz zur Lippe. Hauptmann im Generalstab.

Lokales und Movinziesses.

Schlüchtern, den 8. Juli 1919.

* Am Mittwoch, den 9. Juli abends von 8 bis 9 Uhr konzertriert das Trompeterkorps des Feld.-Art.- Regt. 63 am Weitzel-Denkmal in der Brückenauerstraße.

* Nicht nur Interesse, sondern Freude dürfte bei allen Einwohnern unseres Kreises die Kunde erregen, daß unser Kreis-Krankenhaus im Begriffe ist, seine Leistungsfähigkeit zu steigern. Wie wir hören, haben sich verschiedene auswärtige Chirurgen um eine Chefarzt­stelle an demselben beworben, in der Absicht, die Kran­kenhäuser in Schlüchtern und Steinau zu chirurgischen Zwecken auszunutzen. Es ist wirklich keine Redensart, sondern Feststellung einer Tatsache, wenn gesagt wird, daß mit der Verwirklichung dieses Planes einem außer­ordentlich tiefgefühlten Bedürfnis abgeholfen würde. Man sollte alles aufbieteu, um, nicht zuletzt im Interesse des unbemittelten Teiles der Bevölkerung, das Vorhaben zu realisieren. Wer je in der Lage war, wegen einer schnellen, schweren Operation auswärts Hilfe suchen zu müssen, wird es begrüßen, wenn für unsern Kreis endlich ein Mann gewonnen wird, der auch den schwierigsten Fällen gewachsen ist u. Leidenden den unter Umständen

nicht nur sehr beschwerlichen, sondern auch gesA Transport nach Fulda, Würzburg, Hanau, W oder Gießen erspart. Zu einem solchen 3ntel kann aber übrr Nacht vom Geschick ein jeder I werden. Dem Vernehmen nach hat bereits I sprechung stattgefunden, in der die von einem k werber ausgearbeitete Denkschrift und die zur L ung des Planes erforderlichen Vorschläge deck senden bekannt gegeben wurden. In der Bem lebt der dringende Wunsch, daß etwa möglichA stände gegen den erwähnten Plan überwunden k möchten und erreicht, werde, daß alle chiruriM Heitsfälle in unserem dank hochherziger StiM so gut ausgestatteten Kreiskran^nhause von eich klassigen Chirurgen behandelt werden. Die M ist jetzt sehr nahe gerückt. Möge man auch scheuen, dem bisher recht schmerzlich empfundene» gel abzuhelfen.

* Der amerik. Speck soll wie folgt werden: Man legt ihn 48 Stunden ins WM man ein oder einigemal erneuert, schneidet W in Würfel, kocht diese unter Zugabe von WaM besser Milch, einem Stückchen Holzkohle unb| Zwiebel gold gelb aus,, schüttet dann das M und drücke die Grieben gut aus. Das sich H ansetzende Salz sondere man ab, die Grieben» man zum Kartoffelrösten. Auf diese Art veM Speck jeden Beigeschmack und man erzielt b< Fett. Gut abgewaschen, läßt sich der Speck au« Räuchern dauerhaft machen.

* Verkehr mit Reiftbrotmarken. Die M der Reisebrotmarken alten Musters ist bis M Juli einschließlich verlängert worden. Die VeH können dementsprechend auch bis zum gleichM die alten Marken gegen neue Umtauschen, k Beschränkung der Umlaufszeit der nichtpech» Reisebrotmarken (bis zum 3. August) ist aus« worden.

* Gebäude Versicherung. Wir möchten« allgemein ben Landwirten empfehlen, in eine M ihrer Gebäudeversicherung einzutreten. In beul meisten Fällen dürfte es ratsam sein, weM Veränderung des Geldwertes und der dadurch voraussichtlich ungenügenden Höhe der jetzigen» stcherung eine erhebliche Erhöhung zu bea» Wer hieran nicht rechtzeitig denkt, kann großen M haben.

* Laut Veröffentlichung im ReichsänzeW 126 vom 4. Juni 1919 wird von der ReiW schaftsstelle für Wolle durch Bekanntmachung 90. 5. 19 darauf hingewiesen, daß in Ba» Ergänzung des § 6 der Bekanntmachung Nr. 1 3. 19, bezügl. der Erfassung des dortigen WM« Sonderbestimmungen bestehen. Die von 9 zugelaffe^n Großwollhanvelsfirmen sind zum « von Wolle im Reichsgebiet außerhalb Bayern» berechtigt. § 12, Abs. 2 ethält folgenden M Diese zum Zwecke der Selbstversorgung den Scham freigegebene Menge Wolle darf nur zu Stri für den Selbstverbrauch des Schaßhalters vers« werden; infolgedessen ist die Herstellung von Stoffen (Tuchen) nicht erlaubt. Es wird I darauf hingewiesen, daß die Beschlagnahmebesttmn« über Wolle unverändert in Kraft bleiben.

* Frankfurt a. M., 6. Juli. In einer Mas» sammlung der streikenden Eisenbahner wurde! nachmittag beschlossen, den Streik abzubrechen u» Arbeit sofort wieder aufzunehmen.

* Darmstadt. Die hiesigen Eisenbahner bes« gestern nachmittag, die Arbeit sofort wieder 1 nehmen.

* Frankfurt a. M. Am Sonnabend wurde» von Frankfurt ins besetzte Gebiet fahrenden ZI der letzten Minute vor der Abfahrt vom Zugpe! verlassen. Von der Streikleitung wurde dann! dürftig ein Fahrpersonal zusammengestellt, foM größerer Verspätung die Züge in das besetzte 1 fuhren. Sonstige Zwischenfälle haben sich nid eignet. Die , Streikleitung teilte über Erleichte» im Eisenbahnverkehr während des Streiks Es ist Vorsorge getroffen, daß den allerbringerl Reisebedürfnissen Rechnung getragen wird. Zu l Transporten sind auch Personen zugelassen, die I Todesfalles, Erkrankung oder aus sonstigen bring Gründen aus Frankfurt abfahren müssen. Dann! Mißbrauch mit dieser Vergünstigung getrieben ist im Hauptbahnhof eine Prüfungsstelle einge: worden, in der die Reisenden nach Vorlegen stichh Ausweise Fahrtbescheinigung erhalten. Diese | meltransporte werden als Sonderzüge, die nach Richtungen gehen, befördert. Auch die Ferienß züqe sowie die Lazarett- und Kriegsgefangene erhalten Passierfreiheit. Ebenso werden auch zahlreichen in Frankfurt a. M. eintreffenden Flü« aus Elsaß Lothringen weiterbefördert.

* Fritzlar. Die Vereinigung kurhessischer, eckischer und benachbarter westfälischer Kalkwerke Gesellschaft m. b. H mit dem Sitze in Fritzlar geg« worden. In den Aufsichtsrat wurden gewählt: ® Diedrich Fritzlar als Vorsitzender, Direktor ® Messinghausen als Stellvertreter, Georg Klei Cassel, Martin Müller Langendieber; Josefs Niedermarsberg und Heinrich Schwalenstöcl Corbach sowie Kaufmann Karl Arend als Ges^ führer.

* Bebra. (Der Brand des Güterbahnhofs. Sonntag nachmittag kurz nach 5 Uhr bemerkte ein mächtiges Aufsteigen von Qualm vom Bah Ein Güterwagen soll auf bisher unbekannte We> Brau geraten sein. Da f.-in P sonal zum Li vorhanden .und auch die LöschUnrichtungen