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mitAmtlichem Kreisblatt". Bche-MM: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint LNittwoch und Samstag Preis mitKreisblatt vierteljährlich 2, Mk. Anzeizen kosten die kleine Zeile oder deren Kaum 20 pf«.

Samstag, den 5. Juli 1919.

70. Jahrgen,

Amtliches.

I.Nr. 6344 K.-A.

Am Dienstag, den 8. IuN d. Is.,

J vormittags 9 Uhr findet in Sterbfrih eine Ziege- bsckkörnng statt., " Zu dieser sind nicht nur die Böcke vornusühren, deren Aickörung erstmalig gewünscht wird, sondern auf samt Niche bisher schon angekörten Ziegekböcke.

Die Herren Bürgermeister ersuche if, auf vor­stehende Bekanntmachung wiederholt in ortsüblicher Weise (Schelle 2C) in ihren Gemeinden aufmerksam zu machen.

Schlächtern, den 24. Juni 1919.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

Abschied vom Heere.

Hiadenbnrgs Abschiedskuudgebung an

I seine Truppen.

Generalfeldmarschall v. Hindenburg hatte bereits icr einigen Wochen seinen Willen kundgetan, nach ^Unterzeichnung des Friedens den Oberbefehl nteder- ulegen. Nach der bedingungslosen Annahme der Friedens- «edingungkn hielt der Generalfeldmarschall den ugevblick für gekommen, sich in daS Privatleben urückzuziehen. In einem Telegramm an den Reichs- rastdenten teilt er mit, daß er Mnv-chr den Ober- efeht niedergelegt habe. Zugleich richtete der General- rldmarschall folgende Abschiedskundgebung an seine Truppen:

-|Soldaten! Ich habe mich seinerzeit der Regierung gegenüber dahin ausgesprochen, daß ich als Soldat den ehrenvollen Untergang einem schmählichen Frieden verziehen muß. Diese Erklärung bin ich Euch schulviz.

!albern ich schon früher meine Absicht lanbgetan hatte, tf erfolgtet Friedcnscutscheidung wieder in den Ruhe- mb zurüäzntreten, lege ich nunmehr den Oberbefehl eher. Ich gedenke bei meinem Scheiden vor allem «regten Herzens der langen Jahre, in denen ich drei kliglichen und kaiserlichen Kriegsherren dienen durfte, eiten stiller unermüdlicher FrlkdmLarbeit, stolzen ßufstiegps, großer Siege und zähen AuöharrcnZ stehen Iir dabei vor Augen. Ich gedenke dann aber auch tt tiefem Schmerz der traurigen Tage des Zusammen- Achs unseres Vaterlandes. Die hingehende Treue ib das Vertrauen, mit denen Offiziere, Unteroffiziere ib Mannschaften neben mir standen, war mir ein tchtblick in dieser namenlos schweren Zeit. Dafür bührt Euch allen, darunter nicht zuletzt den Iret- llligenmbänben die unentwegt die Wacht an der stfront hielten, mety unauslöschlicher Dank.

Mit diesem Dank verbinde ich aber noch eine itte für die Zukunft. Wie der einzelne bei sich >er die Ereignisse der lctztcn Tage denkt, ist seine ache. Für ein Handeln darf eS aber nur eine ichischnur geben, das Wohl beB Vaterlandes. Noch M unser Volksstamm in schwerer Gefahr. Die "Möglichkeit, die innere Ruhe zu wahren und zu Frucht Dingender Arbeit zu gelangen, hängt wesentlich von Festigkeit unserer Wehrmacht ab. Diese Festigkeit !U erhalten, ist daher unsere erste Pflicht. Die pcrsön- Wen Anschauurgen, so schwer eS Euch fallen mag, MisiN juiücfge teilt werben. Nur durch solche etn- Mttge ArbUt sann es mit Gottes Hilfe gelingen, Einser armes deutsches Vaterland aus tiefster Erniedrigung Wieder besseren Zelten enigegenzuführen.

4 Lebt wohl, ich werde Euch nie »erg.ffen."

I Auch General Groensr geht.

M Gleichzeitig mit dem Seneralfelbmarffall v. Hin- Äburg hat auch sein Generalquarlterineisrer General "ßroener in einem Telegramm den Wunsch geäußert Wus seinem Amte scheiden zu dürfen. Im Juteresse ,1er Sache nnb auf Grund des Appells der National- ^ersammlung erklärt sich der General j-do-y bereit, M M endgültigen Regelung der militärischen Verhäl.- im Osten auf seinem Posten zu verharren.

^de des KriegsminifterS Reinhardt in der j preußischen Landesversammtnug vum

. | 24. Juni 1919.

Meine Damen und Herren! Der preußische Staat !kM durch das Friedenddiktat unserer Gegner am

grausamsten zebrandschatzt und seine Armee am bitterste« betroffen. Sie »erde» er darum al» selbstverständlich e«pf«nd»n haben, daß ich all preußischer Kriegsminister bis zum letzten Mittel für die Äb«end«ng diese» Frieden» gekämpft habe. Gelbst die Trübsal einer über das Wasfenstiststandrmaß hinauSgehende« feind­lichen Besetzung und ZwangSverwaltung deutschen Gebietes schien mir persönlich weniger lebenbedrohend für das deutsche Dasein und die deutsche Zukunft, als die Unterschrift unter diesen Vertrag von dessen innerer Unstttlichkeit und UnerfüLbarkeit ich auch heute noch fest überzeugt bin, ebenso wie die RetchSregierung, die preußische Staatsregterung und das ganze deutsche Volk. <Ruf bei den Unabhängigen: Brest-Litowsk!) Ich war damals, als der Friede von Brest-Litowsk geschlossen wurde, im Felde und habe den Vertrag nicht gelesen. Erst später habe ich ihn mir vom Aus­wärtigen Amt geben lassen und ihn sorgfältig durch- gelesen. Da muß ich denn doch sagen, daß zwischen diesem Vertrag und dem jetzigen Friedensvertrag über­haupt keine Vergliichsmözttchkeit ist. (Lebhafte Zu­stimmung rechts ) Wir müssen n«n aber nach Schaffung einer vollendeten Tatsache zum wirklichen Frieden hin­steuern und den Vertrag durchführen, soweit wir eS können. WaS auf militärischem Gebiet dabei verlangt wird an Maß und Pflichten, geht über unser derzeitiges Können hinaus; davan werden sich ja die gemischten Kommissionen bald überzeugen, wenn sie einmal praktische Arbeit leisten. Diese Arbeit muß in An­griff genommen werden, und ebenso muß die iffentlife Ruhe und Ordnung aufrechterhalten werden; nur so finden wir jetzt gemeinsam den Weg zum Wieder­aufstieg. Das ist eine unerhört entsagungSreiche Arbeit für die durch die Fried ''"MngungLn ur ihrer Ehre betroffenen Offiziere und Soldaten. Sie kann überhaupt nur geleistet werden, wenn Sie alle, meine Damen und Herren, für ihre Person und mit ihrem großen Einfluß in Ihren Kreisen mithelfen, den Zusammenschluß zwischen Heer und Volk, der in diesen Tagen des Unglücks so oule Riffe zeigte, wieder ganz fest zu kitten. Wenden wir uns gemeinsam und eut- schlossen ab von Legenden und Untertreibungen, von Meinungsstreitigkeiten und gegenseitigen Verwürfen. (Sehr richtig! Lärm bei den Unabh.) Bekennen wir lieber auch heute im Unglück stolz u. fest: Draußen und drinnen haben wir gewaltiges geleistet. Es ging über unsere Kraft, aber unser hohes, gemeinsames Ziel war die Größe unseres Vaterlandes, die Verteidigung deutscher Art durch die wir gläubig unseren Teil zur Veredelung der Weltstttung beitragen wollten. (Lebh. Beifall). So dachten die Besten von den Hohen und von den Schlichten im Felde und in der Heimat. Um deswillen schlummern unsere in der Welt unerreichten Helden, Soldaten und Offiziere, draußen vor den Grenzen, die sie mit ihren Leibe.n schützten. Ehren wir dankbar diese Toten! Grüßen wir danibar auch die jetzt am Schlüsse des Trauerspiels abtretenden hohen Führer, vor allem unseren treuen Ekkehard, den Feldmarschall von Hindenburg, den ruhmvollen Schützer preußischen Bodens. (Stürmischer Beifall). Sagen Sie aber auch ein warmes Wort des Dankes an alle, die nun teils in der Entsagung weiterarbeiten, teils die ltebgewesenön Arbeitsstätten verlassen müssen. Das gilt zuerst den Offizieren, nicht weniger aber auch den Soldaten nnb den bescheidenen Mitarbeitern bis herab zu den Garnisonanstalten und Werkstätten, wo Ange­stellte und Kriegsbeschädigte die bekannten Nöte der Abrüstung und Arbeitslosigkeit als Friedensergebnis erdulden müssen. All das bringt uns die nächste Zeit der Trauer. Dazu bedürfen wir der Stärkung durch Zuspruch und Vertrauen. Wir können nicht weiter» arbeiten in täglichen Anfeindungen. (Lebhaft« Zu­stimmung). Davon erletb.it da» deutsche Volk über­genug von außen her. Von dort her kommt unser jetziges Unglück, von dort stammt dieser Vertrag, diese Verneinung bei hohen Geösnke»» der Brüderlich­keit unter den Völkern, den beutffe Herzen heilig halten und fast allzu gläubig auch «»deren andichten. Auch unser Heer ist von jeher planmäßig verleumdet worden, und dcr Friedensvertrag selbst krönt diesen Feldzug. Und doch konnte kein Herr der Welt die innere Sittlichkeit und die nur durch sie erklärbare« Leistungen des deutschen Bo'cklheeres erreichen. Turm­hoch steht für mich die ehrliche deutsche und die harte aber kcrnhaste preußische Art über dem Geiste des Friedensvertrazes. (Stürmischer Beifall). D-ese» Be­kenntnis glaube ich dem hohen Hause zur Stunde schuldig zu sein. (Lebhafter Beifall.) Lärm bei den Unabhängigen.

Deutsches Reich.

Keller-, 1. Juli. Generalfeldmarschall »on Hindenburg erläßt folgende Dankrtkund-ebun- :An« läßlich «eine» Rücktritt» vom K»««and» ginge» mir au» allen Teilen Deutschlands Adschieds-rüße und Wünsche in überreife Zrhl zu. Die freundliche Ge­sinnung die darin ausgedrückt ist, bewegt mich tief und wird mich als Lichtblick in die Zukunft geleiten. Ich kann leider nicht jedem eizelnen persönlich antworten, danke aber hiermit allen von ganzem Herzen."

Kolberg. Einer Göttinger Studentenabordnung gegenüber äußerte Hindenburg, wenn die Feinde ihn, den alten Mann, an die Wand stellen wallten, so sollten sie dies tun. Damit würden sie aber nur eine Schande mehr auf sich laden.

Berlin. General Hoffmann ist zur Disposition gestellt worden.

Helfferich gegen Erzberger. Im Hörsaal der Berliner Universität hielt auf Einladung der akade­mischen Gruppe der Deutschnationalen Volkipartei Staatssekretär a. D. Dr. Helfferich einen Bortrag über den Krieg. Er sagte u. a., Sezberger sei für das deutsche Volk ein schlimmeres Verhängnis als Wilson, Clemenceau und Llopd George zusammen. Der Tag der Rache und der Wiederauferstehung müsse »orbereilet werden. Die Jugend soll das Volk stören. Die moralische Katastrophe sei das Ergebnis langer Vor­arbeit. Am verhängnisvollsten wäre der 19. Juli 1917 gewesen, der die Friedensresolution des Reichstags brächte. ' Seit dem 5. Oktober habe Deutschland erklärt, daß es zu Konzessionen bereit sei und nicht mehr Krieg führen walle. Fünf Wochen haben die Entente weiter gemordet, um Brutschisnds völlige 8 er- krüppelung zu erreichen. Die Revolution brächte die Entwaffnung, der Waffenstillstand das Ende der Macht. DaS könne nicht das Ende sein. Kommende Gene­rationen würden das deutsche Volk wieder in die Höhe führen.

Baldige Natifizierung des Friedens. Die Entente hat sich bereit erklärt, die Blockade sofort nach der Ratifizier»«- (Inkraftsetzung) des züed«n»»tttr«je» stiren« Deutschland aufzuhebeben, »hs« auf die Ratisizieranz der Vertrages durch die anderen Mächte zu warten. Die Reich-regierung beschäftigt« sich bei« halb, wie eine Korrespondenz meldet, mit dem Ge­danken, den Iriedkutvertrag sobald als möglich durch die Nationalversammlung annehmen zu lassen, da­mit die Rattsizierung des Vertrages seitens der deutschen Regierung bald erfolgen kaun. Nach dem prenßischen Recht muß vorher, da eS sich um Abtretung preuß. Gebiete handelt, auch bh Zustimmung der preußischen LandeSverfammlunz einzehott werden. Die Annahme des Vertrages durch die beiden Parlamente soll noch vor der Parlamentarismen Sommerpause erfolgen.

Die Rückgabe der Kriegsgefangenen. Die Times" melden aus Paris: Die Allttertinkonfereuz hat beschlossen, mit der Heimsendung d«r deutschen Kriegsgefangenen 14 Tage nach der Bestätigung des Friedensv:rtragss durch die Nationalversammlung zu beginnen.

Im amerikanischen Senat wurde die Schaffung eines Gesetze» gefordert, dar den Japanern sür immer die Einwanderung verbietet. Gin Genator ermähnte die Vereinigten Staaten, säe einen Krieg im Stile« Ozean bereit zu sein.

Amerikanische Handel-bestrebungen. Da «an sieht, daß England und Frankreich den Handel im besetzten Gebiet Deutschlands an sich reißen, wird der Konkreß der Bereinigten Staate« mit Forderungen bestürmt, in denen die Annahme einer Entschließung verlangt wirb, daß der Krieg zum Sude gekommen sei. May. will dadurch die Herbeiführung von Handil»- beziehnngen zu Deutschland erreichen.

In England wird der FriedenSvertraz wahr­scheinlich im Laufe der nächsten Woche dem Parlament vorgelegt werden.

England hat für 30 Millionen, Amerika für 10 Mistionen Mark deutsche» Kalt bestellt.

Dia künftig- GetteidedewirtschastuKg.

Durch die Einbeziehung der Lupinen ,nud des Maises in die ReichSgetretveordnnnz ftr das Jahr 1918 waren auch die letzten, bis dahl« von der öffent­lichen Bewirtschaftanz fretgestellten Körnerfrächtr der freien Verfügung des Landwirte» entzogen »nd dieser damit bei den starken Zugriffen, denen die Kar­toffelernte «»»gefetzt ist, bei seiner »nd der Angehörigen seiner Wirtschaft Ernährung sowie der feines Biehc» Einschränkungen unterworfen worden, die nicht mehr