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mitAmtlichem Kreisblatt". Wochmbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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j ^=-~^r-r:.,.-"r1---.i.1'... . _. _j - -- - -- j1..-..a^.:1 -. Erscheint Mittwoch und Samstag Preis mitAreisblatt vierteljährlich 2, Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum (5 Pfg.

M 36.

Samstag, den 3. Mai 1919.

70. Jahrgang.

Amtliches.

An

die Lehrer und Lehrerinnen des Kreises Schlüchtern.

Die Lehrpersonen des Kreises werden gemäß der in Nr. 34 des Kreisblattes vom 26. d. Mts. mitge­teilten Regierungs Vers. v. 9. d. M. B. I. 2415 um alsbaldige Einsendung der 2 Quittungen über die Nachzahlung der Kriegsteuerungszulage und zwar bis zum 10. k. Mts. er ucht.

Die Quittung über die Nachzahlung für die Zeit vom 1. 1. bis 31. 3. 19 hat wie folgt zu lauten:

.....Mk. . . . Pfg. wörtlich ............................................... Mk................... Pfg.

KriegSteuerungszulage für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 1919 habe ich aus ter Staatskasse erhalten. 1. Hohe des Diensteinkommes .................. Mk.

2. Ich bin endgültig (einstweilig) angestellt (beauftragt).

3. Ich bin (nicht) verheiratet.

4. Ich führe einen (keinen) eigenen Hausstand.

5. Namen usw. der Kinder.

Ort, Datum.

Unterschrist. Amtsbezeichnung.

* *

Alsbald nach Einsendung der Quittung erfolgt Zahlung.

Schlüchtern, den 28. April 1919.

Die Kreiskasse. Schade.

Freier Markt, Preiswucher und Kettenhandel.

Wie durch den RetchSernährungsm nister bckanntge- geben worden ist, beabsichtigt dieser, einzelne Lebens­und Futtermittel, welche bisher der Höchstrseisregelung unterlagen, im eo,»wenden Sommer einer solchen Re- gelung nicht mehr zu unterstellen- Die hierbei verfolgte Absicht geht dahin, bei solchen Lebensrnitteln, welche entweder für die Bewirtschaftung nicht geeignet sind ' oder deren Menge bereits so groß ist, daß ein umständ­licher amtlicher Apparat zu ihrer Bewirtschaftung nicht mehr notwendig erscheint, den freien Handel wieder ein- zuschalten. Ähnliches ist auch auf einigen anderen Gebieten des täglichen Bedarfs, insbesondere auch bei Web, Wirk- und Stückwaren erfolgt.

Diese Freilassung von Höchstpreisen hat den Sinn, daß eine einheitliche Pretsnormicrung fär das Reich oder größere Bezirke nicht mehr zweckmäßig erscheint. Dagegen soll damit nicht dem Preiswucher oder dem Wiedereinsetzen des Kettenhandels Vorschub geleistet werden. Vielmehr bleiben die Vorschriften der PreiS- treibereiverordnung über Preiswucher und Ketten- > Handel samt den einschlägigen Entscheidungen des ReichS- : gerichts und den von den PrüfungSstellen Herausgear- deiteten Richtlinien unverändert in Kraft. Ebenso wird die Tätigkeit der PreiSprüfangsstelle durch diese Neure- I gelung nicht nur nicht aufgehoben, sondern in gewissem Grade sogar wieder notwendiger als vorher. In dieser | Hinsicht tritt nunmehr der Zustand wieder ein, wie er etwa zu Beginn der Preisregelung bei Schaffung der | Preisprüfungsstellt nverordnung vorlag. Es wird somit I dem redlichen Handel ein weiteres Feld der Betätigung I eröffnet, nicht aber der Preistreiberei und dem Ketten- I Handel ein Freibrief ausgestellt. Dies gilt sowohl für I das Gebiet der ErnährungS- und der Bekleidungswirt- I schaft wie auch für die sonstigen Gegenstände des täg- I lichen Bedarfs.

I Deutsches Reich.

Deutschlands Einwohnerzahl, die bei Kriegrbeginn I 68 Millionen betrug, ist nach einer Berechnung von I Dr. Freising in derDeutschen Medizinischen Wochen- I schrift" innerhalb der bisherigen Grenzen für denZeit- | Punkt vom 1. Januar 1919 auf 65 Millionen zu I schätzen. Wird das Gebiet im Osten, Westen und 4 Norden (Etsaß-Lothringen, Posen, Schleswig,) beschnitten, . f bleiben 61,4 Millionen Einwohner. Der Anschluß I Deutsch Oesterreichs würde die Zahl im günstigsten Falle k auf 70,8, bei starker Beschnsidung zugunsten der | slawischen Völker auf 68 Millionen erhöhen.

I Die nach Versailles abgereiste deutsche FriedenS- ' I belegation zählt mit Begleitpersonal 190 Personen.

Der Friedensausschuß der deutschen National- I Versammlung ist auf den 2. Mai nach Berlin einbe- | rufen.

Die englischen Blätter schätz»* die von den I Deutschen in Belgien zurückgelassenen Kriegsvorräte | auf 5 Milliarden Mark.

| Deutschlands Lage. Ein Schweizer Blatt, das

. Genfer Journal, hat kürzlich die Lage Deutschlands - mit folgenden Sätzen charakterisiert:Deutschland

Hat Leben-mittel nötig, aber die Matrosen weigern sich, auszusahren. Deutschland braucht Kohlen, aber die Bergarbeiter streiken. Deutschland hat Rohstoffe nötig, aber die Arbeiter arbeiten nicht. Deutschland hat Ruhe nötig, aber die Unruhen hören nicht auf. Destschland braucht Werte, um von den Schulden los- zukommen, aber es zerstört mit eigener Hand die Werte, die es noch snbietcn könnte." Der Spiegel, der uns hier von ausländischer Seite vorgehalten wird, ist zwar nicht schmeichelhaft für uns, aber leider Gottes desto wahrer.

In den Kreisen der Bergarbeiterschaft macht sich jetzt eine starke Erbitterung gegen die Essener Streikhetzer gellend. Man beginnt einzusehen, wie außerordentlich töricht es war, über die Köpfe der anerkannten Organi­sationen hinweg den Lockungen der Neuerkommission zu folgen und in einen Streik einzutreten.

Falsches Geld aus Posen? Wie uns mitge­teilt wird, sollen von Posen au» falsche Geldscheine über die Demarkationslinie nach Deutschland maffenhaft eingeschmuggelt werden. Es würde das eine fchwere Schädigung unserer Finanzen bedeuten. Eine amtliche Aufklärung darüber wäre erwünscht.

Rotterdam. Dem N. Rott. Cour, wird aus Paris gemeldet, daß den Deutschen eine Frist von zehn Tagen zur Unterzeichnung der Friedensb-dingungen zugestanden werden wird.

Amsterdam. (Wenn wir nicht unterzeichnen. ..) Nach Meldungen englischer Blätter find die Alliierten für die Möglichkeit, daß Deutschland sich weigert, den Friedensvertrag zu unterzeichnen, militärisch durchaus vorbereitet. Marschall Foch habe gemeinsam mit dem englischen Generalstabschef Bliß entsprechende Maßnahmen getroffen. Danach soll r® sich um eine l.nächtliche Erweiterung der Okkupation in Deutschland und eine Besetzung der deutschen Hafenstädte durch die englische Flotte handeln.

Paris. (Die Veröffentlichung der Friedensbedin- gungen.) NachEcho de Paris" wird ein Auszug aus den Friedensbedingungen am Sonntag, den 4, Mai, in den Blättern veröffentlicht werden. Der Auszug wird drei Zeitungsseiten umfassen.

Zur Schwerhörigenfrage.

Jeder Bürger eines kultivierten Staates betrachtet es als Selbstverständlichkeit, daß es eine staatliche Für­sorge für Blinde und Taubstumme gibt, dazegeu zählt es nicht zu den Selbstverständlichkeiten, daß auch den Schwerhörigen und Ertaubten eine solche zuteil wird. Dies kommt wohl daher, daß man in Volks- und Rc- gierungskreisen über die wahre Lage dieser vom Schick­sal so nachteilig bedachten Menschen nicht unterrichtet ist. Man'weiß nicht, was es bedeutet, aus dem Ar­beitsmarkt ständig zurückgedrängt zu werden und zu hoffnungslosem Verzicht auf Vorwärtskommen verurteilt zu sein.

Der Umstand, daß der Krieg die Zahl der Schwer­hörigen und Ertaubten riesenhaft verm-hrt«, gibt, ebenso wie die Tatsache, daß das Vaterland während des Krieges auch von den Schwerhörigen große Leistungen forderte, diesen jetzt in der Zeit des Neuaufbaues der Gesetze berechtigten Anlaß, die Gründung einer staat­lichen Schwerhörigen Fürsorge in di« Wege zu leiten.

Bisher waren die Schwerhörigen nur auf Selbst­hilfe angewiesen; sie schloffen sich zu Verbänden zu­sammen, die was innere Arbeit anbelangt, viel Gute» leisteten; aber um etwas Durchgreifendes, Soziales zu schaffen, dazu reichte die Macht des einzelnen Verbände nicht aus, es fehlte die Konzentration, das geschlossene Vorgehen. Es soll nun erstrebt werden, nicht nur die bestehenden Verbände, sondern auch sonst alle Schwer­hörigen und Ertaubten der neuen Deutschland» zu einer einheitlichen Organisation zu vereinigen.

Aus diesem Anlaß hat die Deutsche Wirtschaft-schutz- Gesellschaft vom Grünen Kreuz, Berlin W. 50 die Bildung einer Schwerhörigen-Zentral« in ihr soziale Programm ausgenommen und bereitet dieamelxxg eines, allen weiteren Arbeite» zugruude zu lernten umfassenden statistischen Material» vor.

Es ergeht daher die Aufforderung «» alle Echwer- Hörtgen und Ertaubten, ihre Adressen umgehend dt«s«r Gesellschaft zu überstnden, damit ihnen w.iterr» Ma­terial zugehen kann. Gleichzeitig wird die Eintragung in bie litten der Zentrale der Schwer-»,i,ex erfolg««, die mit keinerlei Unkosten, wie H«hl««§ von Mitglieds- beiträgen usw. verknüpft ist.________________________

Verteuerung der Au-landslObeu-mtttel.

Die Ereignisse der letzten Lage, insdesonger« die Tatsache der Ausrufung der Räterepublik in Bayern und der Streik im Ruhrgebiet haben den Kursstand

der deutschen Mark im Auslande weiter derartig ver­schlechtert, daß die unmittelbaren Folgen sich schon jetzt bei der Festsetzung der Preise für die aus dem Aus­lande eingeführten Lebensmittel geltend machen.

Der PreiS in Dollar oder P;und Sterling, den wir für die War« zu bezahlen haben, ist der gleiche geblieben. Oft sogar ist e» unseren Unterhändlern gelungen, den Preis herabzudrücken, aber die erwähnten Umstände ha­ben eben verursacht, daß wir nunmehr für das Bfund Sterling bzw. den Dollar einen höheren Betrag in Mark zu entrichten haben, als es vor Eintreten dieser Ereignisse der Fall gewesen ist.

Soweit es jetzt übersehen werden kann, wird der Preis, zu welchem das Pfund amerikanisches Schmalz an den deutschen Verbraucher abgegeben werden kann, nicht mehr, wie ursprünglich möglich gewesen, auf 4,50 Mk. bis 5 Mk., sondern auf mindestens 6 Mk. festgesetzt werden müssen. In gleicher Weise steigerten sich bis Preise für die übrigen Lebensrnittel.

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß einzig und allein die unverantwortlichen sparta- kistischen und bolschewistischen Hetzereien die Schuld an dieser Verteuerung tragen, und daß die Verteuerung noch weiter andauern wird, wenn Streiks und Unruhen fortgesetzt werden.

W m W »4»

Rettet unser deutsches Vaterland!

Tretet ein bei dem Freikorps Hessen Nassau!

Werbestellelle: Schlüchtern, HotelDeutscher Kaiser"

ABKAAAAKAAAAKABBMK

Lokales und Movinzielles.

Schlüchtern, den 2. Mai 1919.

* Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, wird ab heute in Schlüchtern, Fuldaerstraße 47 im Köhler'schen Hause eine Zweigstelle der Dresdner Bark Filiale Fulda eröffnet.

* Wie- wir von zuständiger Stelle erfahren, hat nach einer Anordnung vom Januar d. Js. jeder Steuer- pstichtige ein Vermögensverzeichnis nach dem Stande vom 31. 12. 1918 bis 31. 5. b. Js. aufzustell«n. Eine weitere Grenze ist dabei nicht festgesetzt. U:ber die Ginreichung der Verzeichnisse ist eine Bestimmung noch nicht ergangen.

* Am Montag, den 5. Mai 1919, abends 8 Uhr findet eine öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenver­sammlung mit nachstehender Tagesordnung statt. 1) Beschlußfassung über die Gültigkeit der Stadtver- ordnttenwahltn vom 3. 3. 1919 gemäß § 29 Abs. 3 der Ätädteordnung. 2) ErgänzungSwahl für die aus- geschiedenen Magistratsmitglieder Dr. Freudenthal und Bey. 3) Errichtung eines kommunalen MieteimgungS- amteS für den Stadtbezirk Schlüchtern. 4) Interpella­tion der der sozialdemokratischen Fraktion angehörrnden Stadtverordneten:Der Magistrat wird um Auskunft gebeten, warum bei der Bildung des Mieteinigungs- amtes die Soz'aldemokratie nicht berücksichtigt wurde." 5) Vorlage bett. Grundstüäsaxstaufch an der LotichiuS- straße. 6) Elhöbuag der Miete für die Feuerlöfchge- räte-Halle in der Fuldaerstraße. 7) Bewilligung der Pacht für die Benutzung des KüchenplatzeS vor der Turnhalle an der Grabenstraß«. 8) Bewilligung eines Zuschusses für die Huchtviehunterhaltung. 9) Be- willigung der Kosten für Unterhaltung des 3. Ziegen- bocks. 10) Bewilligung der erhöhten Teuerungszulagen für die städtischen Beamten und Lehrer an der Latein­schule. 11) Zahlung von Tagegeidern an den Beige­ordneten und bte MagistratSmitglieder für Vertretung bei B»rs«rmeistir». 12) 25 jähriges Dienstjubiläum des StadtfekritärS Alt. 13) Jnt.rp-llatwn des wtadt- verordnetrn -ildebrand:Aus welchem Grunde ist bis heut« der Schweineaustrieb in hiesiger Stadt noch nicht wieder ausgenommen worden." 14) Forderung der Stadt an den Steil aus der auf dem alten KreiS- KrankenhauS eingetragenen SichexheitShypothck von 6000 Hart 15) Geschäftlich« Mitteilung.

_* Die naßkalt« Mtter«ng d-r legten Wochen hat auf den «Ren Satz Hasen, bie sogen. Rärzhasen, recht nachteilig eingewirkt. Wenn nicht der zweite H«se»s«tz besseren Witt«r«ngS,erhSltniffen ausgesetzt sein wird, gibt, ein schlechte» Hasenjahr.

* Die Maifeier. Der nationale Feiertag de» deutschen Volke», der lauten, stürmischen Protest erheben sollte gegen einen Gewaltfrieden, der Deutschland in Sklaverei und Slend stürzen will, gegen die Mord- blockade, gegen die schmachvolle Behandlung und Zurückhaltung unserer armen gefangenen Brüder in