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mitAmtlichem Kreisblatt". Wci»r Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag preis mitAreisblatt vierteljährlich 2, Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum }5 pf§.

.li 34. Samstag, den 26. April 1919. 70. Jahrgang.

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Amtliches.

Zxr Prüfung der eingelaufene» Wahlvsrfchläge und der erklärten Llftenoeröiudungen waren die nachstehen- den Mitglieder dc- berufenen Wahlausschusses erschienen und zwar:

1. Bürgermeister Kaupe als Wahlk.mmiffar

2. Apotheker Max Zeiße als Stellvertreter

3. Haupilehrer Schüler

4. Johann Gärtner

5. Johann Georg Merx

6. Philipp Simon.

Es wurde festgestellt, daß folgende Wahlvorschläge eingelaufen waren:

I. Wahlvorschlag Kaupe, umfassend die Namen:

1. Friedrich Kaupe, Fabrikdirekcor und Bürger­meister in Sterbfritz,

2. Adam NtüLcr, Schuhmachermeister in Weiperz,

3. Heinrich Löffrrt, Landwirt in Breuniugs.

II. Wahlvorschlag Gärtuer, umfassend die Namen:

1. Conrad Gärtner, Landwirt in Merbfritz,

2. Hans Schön, Bahnmeister in Jaffa,

3. Michael Flinner, Bürgermeister in Neuengronau.

III. Wahlvorschlag Schuster, umfasstnd die Namen:

1. Ferdinand Schuster, Kaufmann in Sterbfritz,

2. Johann Ziegler, Brunneabohrer in Altengronau,

3. Reinhard Bohnert in Marjoß.

Sämtliche Wahlvoischlüge waren mit der erforder­lichen Zahl Unterschriften versehen, und sämtliche Kandidaten hatten ihr Einverständnis mit ihrer Auf stellung schriftlich erklärt. Seitens der Vertrauensleute der Wahlvorschläge Kaupe und Schuster lag die Er­klärung vor, daß die beiden Xqten als verbunden gelten sollten. Der Wahlausschuß beschloß daher, daß die sämtlichen 3 eingereichten Wahlvorschläge sowie die Verbindung der Listen 1 (Kaupe) und 3 (Schuster) zugelassen find.

Stertfritz, den 25. April 1919.

Der Wahlausschuß des III. Wahlbezirks:'

Karpe. Zeiße. Schüler. -Gärtner.

Merx. Simon.

Berteiluug von Kerzen.

Den Gemeinden können wieder Kerzen zugeteilt werden. Die Herren Bürgermeister, welche unter An­gabe der Anzahl Haushaltungen, für welche Kerzen gewünscht werden, solche bei der Einkaufsstelle in Schlächtern bis zum 5. Mai bestellen.

Bei den jetzigen Lohnverhältnisten empfiehlt es sich dringend, die Kerzen in Schlächtern abholen zu lassen.

Schlächtern, den 22. April 1919.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Nr. 1747. K. G. 11.

Betr. Verbotene Schlachtung

Der Stephan Paul in Ulmbach hat eine Kuh heimlich geschlachtet. Er ist zur Anzeige gebracht worden.

Schlüchtern, den 23. April 1919.

Der Vorsitzende des KreiSausschufieS. von Trott zu Solz.

J-Nr. 5143. Die Anwerbung ausländischer polni­scher Arbeiter ist nur durch die Vermittlung der Grenzämter Arbeiterzenirale und durch den Arbeitsnachweis der schlesischen LandwirtschaftSkammer zulässig.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, Arbeitgeber, die polnische Arbeiter anwerben wollen, hierauf auf­merksam zu machen.

Schlüchtern, den 24. April 1919.

Der Landrat. von Trott zu Solz.

DerVorwärts" gegen die Streikhetzer.

DerVorwärts schrieb kürzlich:

In vielen Orten Deutschlands loht die Streikflumme. Die Arbeiterschaft wird verhindert, neue Werte zu schaffen. Im Ruhrrevier werden jeden Tag Millionen von Mark »erstreikt. Das einzige Zahlungsmittel, das wir für das Ausland haben, die Kohle, wird nicht mehr pro­duziert. Aber wir sollen damit die Lebensmittel be­zahlen, die wir so dringend nötig haben. Wenn wir sie nicht mit Kohle bezahlen können, bekommen wir sie nicht.

Infolge der Streikunruhen sinkt der Wert des deut­schen Geldes im Auslande von Stunde zu Stunde. In Dänemark haben 112 Mk. deutschen Geldes nur noch den Wert ron 83,25 Kr., in Stockholm den Wert von 31,50 Kr. In der Schweiz, wo vor wenigen Ta- M noch für einen Kaufpreis von 80 Mk. 197,50 Mk. bezahlt worden find, müssen heute für diesen Betrag

bereits 234 Mk. bezahlt werde». Das heißt, das dext- sche Geld ist auf rund 25 v. H. seines Wertes gestattn. I» diesen Streiktagen beträgt der Kursverlxst pro 80 R. 36,50 Mk. In Deutschland habe» wir zurzeit etwa 35 Milliarden Papiergeld i* Verkehr. Auf 80 Mk. haben wir in wenigen Tagen 36,50 Mk. an Wert ver­loren, also auf 100 Mk. 45,72 Mk. Gemessen an dem Stand unseres Geldes in der Schweiz, haben wir also durch die fürchterliche Beunruhigung unserer Wirtschaft durch das Generalstreikfieber, in das unsere Arbeiter­schaft jeden Tag von neuem gehetzt wird, in wenigen Tagen 15 913 750 000 Mk. verloren. Das ist geradezu fürchterlich. Wer will die Verantwortung dafür über­nehmen? Das muß zum Zusammexbruch führen. Die Lebensmittelpreise werden ins Ungeheure steigen, wenn das sofort geht. Was wir vor 10 Tagen in der Schweiz an Lebensrnitteln noch für 100 Mk. bekommen haben, müssen wir heute schon mit 145,73 Mk. b zahlen.

Das sozialdemokratische Organ schließt seine Aus­führungen mit den Worten:Volk, ermanne dich! Laß dich nicht wehrlos inS Elend treiben. Den Streik­hetzern muß die schärfste Antwort gegeben werden. Sie sind die Schädlinge unseres Volkes!"

Deutsches Reich.

2000 deutsche Soldaten, die im Orient im Schwarzen-Meer-Gebiet und im Kaukasus gekämpft haben, sind aus N kolajew in Hamburg eingetroffen.

Was uns die Besetzung des Rheinlandes kostet. Der Unterhalt der Besatzungstruppen des Rheinlandes stellt an die Reichskasse unverhältnismäßig große An­forderungen. An baren Vorschüssen sind bisher aus der Reichskasse gezahlt worden von Dezember 1918 bis März 1919 zusammen 436 Millionen Mark, oder durchschnittlich für einen Monat 109 Millionen Mark, ein Betrag, in dem die von den alliierten Truppen im Wege der Requisition gedeckten mit einem hohen Wert zu veranschlagenden Bedürfnisse nicht enthalten sind. Betrachtet man demgegenüber die Summen, die Belgien an Kontributionen zum Unterhalt des deutschen BesatzungsheereS gezahlt hat, so ergibt sich, daß im Monatsdurchschnitt ungefähr 48'/, Millionen Franken eingezozen wurden. Für unsere Besatzung in Belgien, obwohl sie stets kriegsbereit fein mußte, war also das KostmerforderniS wesentlich geringer, als das von den BesatzungStruppen des Rheinlands auferlegte. Die Schlußfolgerung dürfte nicht unberechtigt sein, daß Deutschland in Belgien viel schonender vorgegangen ist, als umgekehrt die Entente bei uns.

Kurzfristige Lebensmittelkarten. Bekanntlich legt das Brüsseler Abkommen der Regierung die Verpflich­tung auf, dafür Sorge zu tragen, daß die von den Alliierten gelieferten Nahrungsmittel an solche Personen, die infolge eigenen Verschuldens arbeitslos sind, nicht zugeteilt werden. Diese Bestimmung, auf deren strikte Erfüllung die alliierten Unterhändler bet den Verhand­lungen mit Nachdruck bestanden haben, macht Maß­nahmen erforderlich, die ohne allzu große Härten noch zum gewünschten Ziele führen. So ist, wie wir er­fahren, in Aussicht genommen, kurzfc-stige Lebensmittel­karten, etwa für die Dauer einer Woche, zur Einführung zu bringen, die beispielsweise beim Ausbrechen unbe­rechtigter Streiks sofort ihre Gültigkeit verlieren. Für die Dauer solcher Streiks würden dann neue Karten nicht ausgegeben.

Deurscher Wirtschaftskongreß. Im Anschluß an die Kundgebunng des Deutschen WirtschaftSkongresseS aom 16. April zur Frage:Die Kammer der Arbeit und das Räte ystem", wird, wie uns das Büro mit- teilt, eine Kommission aus Vertretern der verschiedenen Richtungen zur Ausarbeitung eines die gegensätzlichen Strömungen möglichst vereinen'en Vorschlags für die Einfügung der ProduktionSvertretung in die Verfassung gebildet werden. Schriftliche Anregungen zu dieser Frage werden vom Büro bei Deutschen WirtschaftS­kongresseS, Berlin NW. 6, Schiffbauerdamm 6/7, das die Vorlagen für die Kommiisisusderatung zusammen stellt, bis zum 26. April entgegengenommen.

Pachtland für Waldarbeiter. Namens der preußischen Regierung hat das Landwirtschaft^mtnisierium die Bezirksregterungen ermächtigt, auch ex seine ständigen Waldarbeiter, soweit es sich nicht um nur vorüber­gehend angenommene Gelegenheitsarbeiter handelt, und an regelmäßig für die Forstverwaltunz arbeitende Lohn fuhrleute kleine Flächen zur landwirtschaftlichen Benutzung freihändig auf längstens 18 Jahre zu »»pachten.

Früchte der Revolutin. Die Generalversammlung deS bayrischen Jagdschutzvereins stellte fest, daß seit der

Re»»lution infolge Ueberhandnehmens der Wilddiebe, die in den »ter Re»»luti»n»»onate« bereits über 70 Forstbeamte und Förster erschossen haben, der gesamte Wildbestand Seitens bis auf ein Zehntel zusammeu- geschmolzen ist. Es wird strengstes Einschreiten der Regierung gegen die Wilddiebereien gefordert.

Zum kommandierenden General des 18. Armeekorps, das feinen Sitz jetzt in Nauheim hat, ist General Hoeppner ernannt worden, der zurzeit seinen Wohnsitz in Berlin hat und kürzlich zu den Offizieren von der Armee versetzt war. Er war vorher kommandierender General der Luftstreikräfte und aus Kavalleriewaffe Hervorgegangea.

Netterdam. Eine Reuterdepesche meldet auS PariS: Die Abreise Wilsons ist nunmehr auf den 34. Mai festgesetzt. Am 5. Mai findet die Schlußsitzung der Alltiertenkonserenz statt. Bis dahin soll unter allen Umständen der Frieden mit Deutschland unter­schrieben vorliegen.

Nürnberg. (Gtsenbahnoerkehr-Sinstellungen in Bayern.) Wegen der Kohlennot wird, wie die Sisen» bahndirektion auf Veranlassung des VerkehrSministerium» mitteilt, tu den allernächsten Tagen der gesamte Per­sonenverkehr Bayerns eingestellt. Das Publikum wird gewarnt, helfen zu unternehmen, da mit der Rückfahrt nicht zu rechnen ist. Zwischen Deutsch-Oesterreich und Rumänien ist ein Vertrag zustande gekommen, der einen Austausch von Petroleum und Getreide gegen deutsche Eisenwaren vorsieht. Der Transport soll auf der Donau vor sich gehen und gesichert sein.

Denf. (Wilhelm II.) Mit allen Stimmen gegen die Japans beschloß der Pariser SntenteauSschuß, zu beantragen, die Verhandlungen mit Hofland wegen Auslieferung des früheren deutschen Kaisers Belgien zu übertragen.

Lokales und Provinzielles.

Schlüchtern, den 25. April 1919.

* Die Erneuerung der Lose zur 5. Klaffe der 13. Pr. Südd. 239 Pc. Klassenlotterie muß bei Ver­lust des Anrechts bis spätesten» den 1. Mai abends 6 Uhr erfolgt sein.

* (Weißersonntag). In der katholischen Kirche gehen am kommenden Sonntag 3 Knaben und 3 Mädchen au» Schlüchtern sowie 1 Knabe und 2 Mäd­chen aus Elm zur ersten heiligen Kommunion.

* Nachdem 5 Tage lang der Personenzug»erkehr wegen Mangel an Kohlen gänzlich eingestellt war, stellt fich allmählich der längst erwartete Anschluß heute (Freitag) wieder ein.

* Im HotelDeutscher Kaiser", hier befindet sich eine Werbestelle für da» Freikorps Hessen Rassau. Anmeldungen von Freiwilligen aller Waffengattungen (auch Ungedienter) werden dortselbst in der Zeit wen 10 bis 12 Uhr vorm. und 3 bis 6 Uhr nachm. ext* gegengenommen.

* Wichtig für Kriegsteilnehmer. Das Feld- aetillert-.Regtment 47 nimmt Einheitsmäntel zu 7, *.

7s Tragewert von bereits Entlassenen an und gibt dafür 3 Meter Zivilstoff.

* Zulagen für Kriegsbeschädigte. Die Reichs­regierung hat verfügt, daß den infolge KriegSbeschädig- ung vor dem 9. November 1918 entlassenen Unter­offizieren und Mannschaften mit Rücksicht auf die Verteuerung aller Gegenstände des täglichen Bedarf» eine einmalige Zulage von 50 Mark gezahlt wird. Die Zahlung erfolgt durch die Bezirkskommando».

* Auf politischem ^Gebiet ist von den letzten Tagen wenig Zuverlässiges zu berichten, zumal die Verkehrsstockung auch auf die Nachrichtenübermittelung einwlikt.

* FUeden. Ein ergötzlicher Hamsterstückchen passierte in dem benachbarten Hösu.Haid. Kommt da ein fremder Hamsterer zu einer reichen Bauersfrau und fragt nach Eiern. Die Frau erklärt erst, keine solche zu befitz-n. Da bietet der Hamsterer pro Stück eine deutsche Reichs­mark, erhöht dann sein Gebot auf 1,10 Mk., auf 1,20 Mk. und schließlich auf 1,30 Mk. Da fühlt die Frau ein menschliches Rühren und holt in der Schüssel 100 Eier herbei, die einem nur so anlachen. Der Fremde kauft sie und bittet solche wegen des besseren Transportes sofort abzusieden. Inzwischen will er im Nachbarhause auch einige Eier mitnehmen. Die Eier sind fertig gesotten, wer aber nicht kommt, das ist der Hamsterer. Nun kann die Frau die gesottenen Zier einsalzen. Was konnte fie für die einhundertdreißigMark doch alles haben. Ja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Am ersten und zweiten Osterfeiertage gab der Sportverein Bachoni« gegr. 1902) zu Flieden theatralische Vorführungm