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mitAmtlichem Kreisblatt". Wochesbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint INittwoch und Samstag Preis mitAreisblatt vierteljährlich 2, Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum ^5 pfg.

JE 25.

Mittwoch, den 26. März 1919.

70. Jahrgang.

Wer eine UMM

Die im 70. Jahrgang erscheinende SchlÄchterser Zsttltvg mit amtlichem Kreisblatt ist mithin die älteste und verbreitest« Zeitung im Kreise Schlüchtern und weit noch über denselben hinaus und finden 3wfw»it in derselben wirksame Verbreitung.

daher in der Zustellung misstet ZettUKK durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der u l u I | H wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Postamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen

I11 I IIHil ilhlllln Postabonnenten, welche bis spätestens 25. März unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen,

u uuuuiig daß ihnen unsere Zeitung vom 1. April 1919 ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt,

muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlreferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. Jede Post- Anstalt und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.

Zu recht zahlreicher» BefteLmrgerr aus das mit dem 1. April 1919 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein

die Gx-editisn derTchLSchteruer Zeituug"

J.Nr. 240. R. K.

GefruMrrrspende.

Der Opfer und Pflichten Riesenmaß, das uns der Weltkrieg aufgezwungen hat, befreit unS nicht von der Sorge um unsere kriegSgefangenen Söhne und Brüder im Ausland. Die Feinde scheuen sich nicht, das vom Schicksal erdrückte, am Boden liegende deutsche Volk auf die höchste seelische Prüfung zu stellen, indem sie die Freilassung seiner in langer Gefangenschaftschmach­tender Angehörigen verweigern. Und wie mag es diesen Aermsten ums Herz sein, die der Heimat fern, das Unglück doppelt schwer empfinden, das über ihr Vaterland gekommen, die mißbraucht und verachtet in der Hand eines schonungslosen Feindes in harter Frohn- arbeit ein unwürdiges Sklavenleben führen?

Machtlos und in der Unmöglichkeit ihre Freiheit zu fordern und erzwingen zu tönnen, ist es unsere heilige Pflicht, alle unsere Kräfte einzusitzen, um wenigstens ihr Dasein erträglicher zu gestalten, um sie aufzurichten zum mutigen Ausharren im Bewußtsein,^ daß im Mit­gefühl ihre» Leicas, wir ihrer dankbar, treu uno unab­lässig gedenken.

Der 30. März b. Js. ist in allen deutschen Landen zum Opfertag für unsere Kriegsge­fangenen festgesetzt worden.

Es vedarf der einmütigen, opferwilligen Hilfsbereit­schaft des deutschen Volkes, um planvoll und wirksam das Los seiner tapferen Kämpfer zu verbessern, denen es verfügt ist, in ihre Heimat zurückzukehren. Darum:

Herze» und Hiiude auf, damit die Ernte des Tages als Ausdruck dankbarer Gesinnung und herzlichen Mitgefühls für seine kriegs- gefangenen Brüder und Söhne, eine feste Grundlage für die Linderung ihrer Leiden bilde.

Des Dankes der Gefangenen kann ein Jeder gewiß fein.

Die Herren Pfarrer, Lehrer, Beamte sowie die Mitglieder der beiden Roten-Kreuzvereine bitten wir, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen und die Sammlung nach Kräften zu unterstützen. In Schlüchtern bitten wir den Herrn Seminardirektor, in Steinau den Herrn Rektor, in den übrigen Gemeinden die Herren ersten oder Hauptlehrer die Sammlung durch Schüler am 30. März vornehmen zu lassen. Die eingehen­den Gelder bitten wir, an den Kreisfürsorgebeamten Wieschmann in Schlächtern, Zimmer 13 Kceishaus, die Sammellisten an die Geschäftsstelle des Männer- vereins vom Roten Kreuz ab-tefern zu wollen. In der Schlüchterner Zeitung wird über die Gaben öffent­lich quittiert werden.

Schlüchtern, den 18. März 1919.

Der Landrat.

Der Frauenverein vom Roten Kreuz.

Der Männerverein vom Roten Kreuz.

Die Eltern, Geschwister, Bräute, und sonstigen Ange­hörigen der Gefangenen aus dem Kreise Schlüchtern.

Deutsches Reich.

Berlin. (Der Reichsbürgerrat.) Das Präsidium des Reichsbürgerrats teilt mit: Am 30. März findet im Herrenhaus in Berlin die zweite Tagung des ReichsbüvgerratS statt. Ebenso wie die Arbeitsbewegung hat sich der Bürgerratsgedanke im ganzen Reich als eine Frucht der jetzt erlebten innerstaatlichen Umwälzung immer mehr durchgesetzt und zu einer achtunggebieten­den zusammenfassenden Organisation geführt. In der bevorstehenden Tagung wird die endgültige Verfassung des Retchsbürgerrates festgestellt werden, um ihm und den in ihm zusammengeschlossenen Bürgerräten einen festen und zuverlässigen Unterbau und Zusammenhang zu geben. Sie gewinnt dadurch eine ganz besondere Bedeutung, daß durch eine Reihe gleichinhaltlicher

Anträge die Frage der berufSständischen Vertretung Gegenstand ernster Verhandlungen sein wird. Ins­besondere durch die in Aussicht genommene Legalisierung der Arbeiterräte ist das Bürgertum zu einer sich immer in entschiedener auSwirkenden Abwehr seiner einseitigen Zurückdrängung und Ausschaltung seiner wirtschaftlichen und kulturellen Interessen genst.gt. Für seine wirt­schaftliche und politische Sicherung werden die bevor^ stehenden Verhandlungen von hoher Wichtigkeit sein neben anderen bedeutsamen, aus den Zeitverhaltniffen erwachsenen und zur Stellungnahme drängenden Bs- ratungsgegenständen. DesVorwärts" schreibt zu dieser Tagung : Da in Deutschland volle OrganisatjonS- freiheit herrscht, so kann natürlich niemand dem Bürger­tum verwehren, Vereine zu gründen, die sich Bürger­rat und meinetwegen auch Reichsbürgerrat nennen. Aber diese Bürgerräte, die nicht wie die ArLctterräte auf dem Boden der Revolution stehen, sondern gegen die Revolution, werden nichts weiter bleiben als private Vereine. Irgendwelche öffentliche Befugnis wird und darf ihnen auf keinen Fall zuerka.mt werden.

Berlin. (42 Dampfer nach Rotterdam unterwegs.) Nach dem L. A. meldet der Newyork Herald, daß in Holden die^s» die Aufnahme oec aeürfchen Lebensmitteldampfer in Bereitschaft gesetzt werden. 42 Dampfer verschiedener Nationen sind aus Hoboken nach Rotterdam ausgelaufen. Die SchiffsversicherungsbüroS nehmen seit dem 17. März wieder Versicherungen für Transporte nach deutschen Häfen an.

DasTodesurteil" Deutschlands. Laut B. T. hat der Korrespondent des TempS in Weimar eine Unterredung mit dem R-ichSminister David, der auf die Frage, ob Deutschland in den vierzehn Punkten WilsonS unnachgiebig sei, antwortete: Keine deutsche Rezierang wird es unternehmen, das politische und wirtschaftliche Todesurteil Deutschlands zu nntkrzeichnen. Das gleiche wird der Fall sein, wenn die Bedingungen eine la gsame Erdrosselung der Kräfte des Landes vorbereiten sollten.

Hamburg. Heimkehr deutscher Krieger aus Asien. Der DampferLilly Rickmers" traf heute vormittag mit Truppen aus der Türkei auf der Elbe ein. Er wurde bei Grooden in Quarantäne gelegt. Voraussichtlich wird er vor Samstag vormittag nicht nach Hamburg kommen. An Bord befinden sich 2000 Mann des Asiatischen KorpS.

Die Haltung der Seeleute. Der Streit in der Frage der Ausfahrt der Leben-mittelschiff« ist immer noch nicht erledigt. Zwar hat eine große Seemanns- verfammlung in Hamburg sich dafür ausgesprochen, doch haben in anderen Seestädten, wie Bremen, Lübeck usw. die Seeleute sich gegen die Auslieferung der Schiffe ausgesprochen. Infolgedessen ist es zweifelhaft, wie der Streit um die Ausfahrt enden wird. Hoffentlich gelingt es der Regierung, in dieser wichtigen Frage, die die Lebensnotwendigkeit unseres Volkes betrifft, die Seeleute zur Vernunft zu bringen.

Hamburg. Die Abstimmung in der Seemanns­versammlung, die von etwa fünf- bis sechstausend Seeläuten besucht war, ergab 1770 Stimmen für und 804 gegen die Ausfahrt der Schiff«. Demnach hat die größere Mehrzahl der Besucher sich der Stimme ent­halten. Das Resultat würd« mit lebhaftem Bravo gegen vrreinzilten Widerspruch ausgenommen. Der Vorsitzende betonte, daß sich «ach der Abstimmung die Minderheit der Mehrheit zu fügen habe. Sodann er­klärten die Vertreter des Seemann-bundes Scheel und Haase, daß sie den Auftrag hätten, mitzuteilen, daß Emden, Bremen, Bremerhaven, Lübeck, Fiensburg und Nordenham sich gegen die Beteiligung an der Aus­lieferung der Schiffe ausgesprochen hätten und wohl auf ihrem Nein bestchen würden. Es kam dann noch ein Antrag zur Abstimmung, in der der Seemann-bund beauftragt wurde, die Interessen der arbeitslos gewor­denen und werdenden Seeleute gegenüber der Regierung wahrzunehmen. Der Antrag wurde einstimmig an­genommen.

Amsterdam. (England braucht raschen Frieden.) Nach englischen Pressemeldungen ist der Generalstreik

unvermeidlich, wenn die Regierung die Arbeiterforder' ungen nicht bewilligt. England stehe vor ernsten Ge­fahren, und nur der raschmözlichste Friede könne eine Lösung der Aufgabe bringen.

Budapest. (Umsturz in Ungarn.) Dem Präsi­denten der Volksrepublik Ungarn wurde gestern eine Rot« der Entente überreicht, worin eine neue als poli­tische Grenze zu betrachtende Demarkationslinie zwischen Ungarn und Rumänien bestimmt wird. Die wichtigeren Punkte der neutralen Zone werden von den Entente- truppen besetzt. Darauf beschloß der Ministerrat die Demission des Kabinetts, die vom Präsidenten Karolyi angenommen wurde. Karolyi erließ eine Proklamtion an da- ungarische Volk, in der er erklärt, daß die Re­gierung eingesehen habe, daß die zwingende Gewalt der Verhältnisse einen neuen Kurs fordere. Die Entente­kommission erklärte, daß sie die Demarkationslinie fortan als politische Grenze betrachte. Die fernere Besetzung des Landes verfolgte offenbar den Zweck, daß man Ungarn zum Aufmarsch- und Operationsgebiet gegenüber der an der rumänischen Grenze kämpfenden russischen Sowjetarmee machen wolle. Das uns geraubte Land solle der Sold der rumänischen und tschechischen Truppen ffel», die die Sowj-:".LM« aiw*«*»^.gjB.^a4i.?» ; -^-- ruft dann das Proletariat der Welt um Gerechtigkeit und Unterstützung an und teilt mit, daß er gleichfalls abdanke und die Macht dem Proletariat übergebe.

Budapest. (Das Standrecht über Ungarn ver­hängt.) Emhalh drei Uhr nachts, infolge der Demission der Regierung, hat der Arbeiterrat von Budapest die RezierungSgewaltund einen interimutischen revolutionären Regierungsrat gebildet, dessen Mitglieder den Titel Volkskommissare" führen. Das Präsidium übernahm Alexander Garbai. Die Regierung hat üb« Budapest und da» ganze Land das Standrecht verhängt.

Russische Vorbereitungen gegen Deutschland.

DieTimes" mrldet aus H.lfingforS: Dir Moskauer Regierung hat auf Drängen Trotzkir dem Roten General- stab befohlen, bald den Plan für die Bildung einer Armee von 150 000 Mann zu entwerfen, um damit im April oder Mai in Deuschland über Polen und Kurland einfallen z« können. Hauptzweck dieser Armee sei, die Spartakisten Deutschlands zu unterstützen.

Kopenhagen. (Nur ein Wilsonfriede wird unter- zeichnet.)Ekstrabladet" wird aus Slohholm gemeldet: In hiesigen unterrichteten deutschen Kreisen Verlautet mit größter Bestimmtheit, daß Deutschland es adlehuen wird, einen Frieden zu unterzeichnen, der nicht in Uebereinstimmung mit WilsonS vierzehn Punkren steht. Man soll sich über die Folgen einer folgen Ablehnung vollkommen klar sein und wird unter keinen Umständen einen Frieden ««««hmen, der den Krim zu neuen Konflikten in sich trägt.

Die Toten des Weltkrieges. Nach einer Statistik, die von dem Generalstsbrchef der amerikanischen Armee General March ausgestellt ist, beträgt die Zahl der Soldaten, die im Laufe des Weltkrieges getötet worden sind, 7 354 000. Auf die einzelnen Länder verteilen sich bis Toten folgendermaßen: Nußland 1700 000, Deutschland 1 600 00, Frankreich 1 305 000, Oesterreich Ungarn 800 000, Ergland 706 000, Jialien 460 000, Türkei 250 000, Belgien 103 000, Bulgarien 100 000, Rumänien 100 000, Serbien und Montenegro 100 000, Vereinigte Staaten 50000. Diese Statistik berücksich­tigt nur die Kämpfer, die als getötet oder infolge ihrer Verwundungen gestorben gemeldet lind, sie enthält nicht die Vermißten, von denen auch eine große Zahl als tot gelten «. ____________________________

Kohlenfrwge.

In allen Zeitungen finden wir Aufrufe an die Arbeiter, daß si« die Arbeit ausnehmen sollen, da uns nur dies von der Hungersnot rette» kann. Hierzu ist zu bemerken, daß die Arbeiter wohl sehr gern die Arbeit aufnehmen, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bietet. An keiner Peilung findet sich jedoch das wahre Hinternis, warum so viele Arbeiter keine Arbeit finden. Dies ist die Kohlenfrage, und sollte die Regierung zu allererst suchen, der Industrie die nötigen Kohlen zu