Einzelbild herunterladen
 

Telefon 65. :: Postscheckkonto Frankfurt a. M. 11402 :: Telefon 65.

fcW?»!im innm»'«»'.'«-1»?-f-HH'iuii=rr . ' u ^ j ..,....... .^*.1 iinwj^tBn5nnnm-u»..«.u.u ,^1

Erscheint Mittwoch und Samstag- Preis mitKreisblatt vierteljährlich 2,- Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile oder deren Raum 15 Pfg.

M 24.

Samstag, den 22. März 1919.

70. Jahrgang.

Schlüchtern und weit noch

Die im 70. Jahrgang erscheinende SchlLchterner Z-itttVg mit amtlichem Kreisblatt ist mithin die älteste und verbreitete Zeitung im Kreise Schlüchtern und weit noch über denselben hinaus und finden Inserate in derselben wirksame Verbreitung.

W-" _ TTL _ M daher in der Zustellung unserer Zeitung durch die Post beim bevorstehenden Quartalswechsel vermeiden will, der

0 | | wolle dieselbe so bald wie möglich bei dem betreffenden Vostamte bestellen. Nur diejenigen auswärtigen

U | | h i I Postabonnenten, welche bis spätestens 25. März unsere Zeitung wieder bestellt haben, können verlangen,

U1 uuniiüt daß ihnen unsere Zeitung vom 1. Ap.il 1919 ab pünktlich von der Post geliefert wird. Wer später bestellt, muß nach den amtlichen Bestimmungen für Nachlieferung der ersten Nummern des neuen Quartals eine besondere Gebühr von 10 Pfg. bezahlen. Jede Post- Anstalt und jeder Landbriefträger ist verpflichtet, Abonnements-Bestellungen anzunehmen.

Zu recht zahlreichen Bestellungen auf das mit dem 1. April 1919 beginnende neue Vierteljahr ladet freundlichst ein

die Gxpeditisu derSchLüchterner Zeitig"

Die Zuckerversorgung bis zur neuen Ernte des Jahres 1919.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Zucker wird durch die allgemeine Wirtschaftslage nicht unerheblich beeinträchtigt. Diese ^Beeinträchtigung ' findet in der Bevölkerung mit Rücksicht auf vielfach vorhandene falsche Vorstellungen über die Verhältnisse der Zuckererzeugung wenig Verständnis. Der Umstand, daß vor dem Kriege größere Mengen Zucker aus Deutschland ausgeführt wurden, wird immer wieder ins Feld geführt, um die zeitweilige Zuckerknappheit als Ergebnis mangelhafter Organisation der Kriegswirtschaft dsrzustelen. Die Erzeugung von Zucker ist jedoch, wie bekannt, in den Kriegsjahren außerordentlich zurückgegangen.

So wurden an Rüben verarbeitet: im Jah'-e 1913/14 1914/15 1916/17 1917/18 1918/19 16939979115964517195707 77 19242519t8423000t

Der daraus gewonnene Rohzucker betrug: im Ja re

1913/14 1914,15 1916/17 1917/18 1918/19 26179371 2510102t 1557930t1547936t 1250000t

Die für 191.8/19 angegeben Zahlen beruhen nur auf Schätzungen, da genaue Unterlagen zurzeit noch nicht vorliegen. In diesen Z'ff.rn sind die in der Provinz Posen zur Verarbeitung gelangten Zuckerrüben und erzeugten Rohzuckermengen nicht mit einbegriffen; die Zuckererzeugung der Provinz Posen beträgt etwa 10 Prozent der gesammten Zucker/rzeugung des deutschen Reiches; auf sie kann für die deutsche Wirtschaft nur zu einem verschwindenden Teile jetzt noch gerechnet werden.

Der Rückgang in der Rübenverarbeitung und der Rohzuckerherstellung ist durch die Schwierigkeiten ver­anlaßt, die sich nach dem Abschluß des Waffenstill­standes und nach der Umwälzung besonders im Verkehrs­wesen, auf dem Gebiet der Kohlenförderung und auf dem Arbeitsmarkt ergaben. Die Rübenernte des letzten Jahres konnte vielfach nicht ganz eingebracht und den Zuckerfabriken zugeführl, und die herangebrachten Rüben konnten in großem Umfange nicht auf Zucker ver­arbeitet werden. Der Ausfall ist erheblich und begründet die heutigen Schwierigkeiten.

Die durch das Kriegsende bedingten und vielfach sehr überschätzten Ersparungen an Zucker.-ncn eine Verbesserung der Lage n'cht herbeiführen. Die für die Munitlonsherstellung verwendete Zuckermenge betrug im letzten Jahre nur 65 000 Tonnen und fällt für die Gesamwerteilung wenig ins Gew.chr. Für Heer und Marine wurden bisher, einschl. des für Marmelade-, Kunsthonig und KetsHerstellung benötigten Zuckers, insgesamt 226 000 Tonnen verbraucht. Auch hieraus kann eine Verbcss.rung der Zuckerveriorgung nicht ermöglicht werden, da nennensw.rte Mengen nicht erspart werden können; den Kommunalverbänden müssen die Mengen Zucker, die für die aus dem Heeres­dienst entlassenen Mannschaften bestimmt sind, zur Verfügung gestellt werden.

Die Lage der Zuckerversorgung ist aus all' diesen Gründen eine äußerst gespannte. Ez besteht die begründete Hoffnung, daß die Ration des Verbrauch- zuch rs für die Bevölkerung nicht herabgesetzt zu werden braucht. In AuSnahmesäll» wird es, weil die Raffinerien infolge des Kohlenstretks kein Brennmaterial erhalten und chnen andere Schwierigkeiten erwachsen, notwendig werden, für den Vcrbrauchszucker zur Ergänzung der fälligen Ration Rohzucker zur Verteilung zu bringen. Für die Herstellung von Marmelade bezw. zur Ver­arbeitung der vorhandenen Rohstoffe sowie für die Herstellung von Kunsthonig ist nicht genügend Zuck r vorhanden, um die Verteilung von Brotaufstrich im bisherigen Umfange bis zum Ende der Wirtschaft»' jahres festznsctzen. Die Zuweisung von besonderen Mengen Einmachezucker wie in den Vorjahren kann nicht in Aussicht gestellt werden, die Hausfrauen wrrdcn sich zweckmäßig auf das zuckerlose Einkochen vorbereiten oder »ersuchen müssen, sich auS den monatlichen Zu­teilungen Zucker zu ersparen.

Deutsches Reich.

Die erste Lebensmittelsendung soll in etwa 20 Tagen in Deutschland eintreffen und 300 000 Tonnen umfassen. Außer Getreide und Fett in den zugesagten Mengen sollen von England 100 000 Tonnen Kar­toffeln, ferner kondensierto Milch und Speck nach Rotterdam geliefert werden, von wo aus die Lebens- mittel durch die Militärbehörden der Alliierten nach Deutschland weitergeltefer; werden sollen. Der größte Teil der ersten Lieferung stammt aus England und soll den Getreideüberschuß aus Vorräten darstelen, die England im Hinblick auf die bevorstehende Blockade aufgespeichert hatte. Deutschland werde zu gleicher Zeit gestattet, Kohle, Holz und Zucker auszuführen, sodass das neue Uetereinkommen in der Tat eine Aufhebung der Blockade bedeutet.

Die deutsche WoffenstiLstandkommisston erbat die Einfuhrerlaubnis für etwa 36 600 Kilogramm in Spanten getaufter Wolle nach Deutschland.

Das schwedische Rote Kreuz hat sich an die Spitze einer Bewegung gestellt, die hungerleidenden Kindern aus den baltis sn Provinzen, aus Belgien, Polen, Deutschland m^ Oesterreich einen längeren Erholungsaufenthalt in Schweden gewähren will.

Die Unterschriftensammlung für Erhaltung der christlichen Grundlagen des Schulwesens gewinnt immer mehr an Ausdehnung. Im Bereich der preußischen Landeskirche wurden bisher über 2 Millionen Stimmen gesammelt, in anderen Landeskirchen, soweit dort ähnliche Kundgebungen eingeleitet sind, annährend 2 Millionen.

Freigabe des Verkehrs mit Runkelrüben. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst macht im Reichs- anzeiger Nr. 51 bekannt, daß sie ihre Verordnung vom 28. September 1918 über die Bewirtschaftung der Runkelrüben aufgehoben hat. Der Verkehr mit Runkel­rüben ist nunmehr völlig frei. Der Heeresbedarf an getrock­neten Futterrüben ist tm wesentlichen fortgefauen, und die Aufbringung von Runkelrüben für Kiffer-Ersatz erscheint hinreichend gesichert. Infolgedessen konnte die Reichsstelle dem Wunsche der Landwirtschaft auf Be- lassung der Runkelrüben als Viehfutter durch Abfland- nahme von einer weiteren Erfassung Rechnung tragen.

Preise für Kaffee Ersatzmittel. Der Zivilbevölker­ung konnten seither nur gemahlene Kaffee Erschmulel zugeführt werden, oa der reine Gerstenkaffee ausschließ­lich an die Heeresverwaltung ging. Durch sen geringeren Bedarf der letzteren wird künftig auch der Zivil­bevölkerung wieder etwas reiner G-rstenkaffe« zugeführt werden können. Dies macht eine Regelung der Höchst­preise für Gerstenkaffee nötig. Eine Verordnung des RcichsernährungsministerS fitzt die Preise für Kaffee- Ersatz aus Getreide vier Malz, also für Gerstenkaffee auf dieselbe Höhe, wie ]U für die gewöhnlichen söge nannten gemahlenen Kaffee-Ersatzmittel schon fitzt bestehen. Es oesteht also künftig ein Einheitshöchsipreis für Kaffee-Ersatzmittel in der Höhe der derzeitigen Höchstpreise für gemahlene KaHe-Ersatzmittel. Diese betragen im Kleinhandel beksantlich 1,16 Mark für 1 Pfund gepackte bezw. 1,12 Mark für 1 Pfund lose Ware. Die besondere Preisfestsetzung für Reigens äffte und Koffer Essenzen durch den Krl«gS«u»schuß bleibt hierdurch unberührt.

Anbau- und Srutefläch«v«rhkbung >* 5. bis 31. Mai 1919. Gin« im Reichtgesetzbl. Nr. 53 ver­öffentlichte, vom ReichSernährung»mi«tst«r erlassene Verordnung steht im kommende!; Frühjahr wie in den früheren Jahren die Vornahme einer Anbau- und StNlcflächenerhebuug vor. Dir Erhebung findet in der Zeit vom 5. bi» 31. Mal statt uns so» den gesamten fitdmäßigen Anbau unserer wichtigsten Rahrungr- und Futtermittel ersassen. Bei dem Mangel einer neueren Bodendenutzungsstalistik behält die Erhebung auch in diesem Jahre ihre Volkswirtschaftliche Bedeutung und wird eine wertvolle Handhabe für die ganze künftig« Wirtschaftspolitik bilden.

Essen. Für Schaffung eines starken Heeres. Die westfälische Landwirtschaftskammer hat an die Reichs­

regierung und die -Nationalversammlung eine Kund­gebung gerichtet, in der sie schärfsten Protest erhebt gegen die Fortsetzung der Hungerblockade, die Zurück­haltung unserer Kriegsgefangenen und gegen die andauernden Streiks und den Terror im deutschen Wirtschaftsleben. Sie fordert als Gegenmaßnahme die Stärkung der Regierungsgewalt und die Schaffung eines starken Heeres.

Schutzimpfung gegen die Hämoglobiuurie (Wlnthurne«, Rotwasser, Rotnetze«, Weiderot) der Rinder.

Infolge der Futtermittelschwierigkeiten wird der Weidegang der Rinder in diesem Jahre wie in den verflossenen Kriegsjahren früh beginnen, auch wird das Gras tm Walde, im Buch, auf sumpfigen Wiesen und Mooren wieder in großem Umfange durch Weidtvieh genutzt werden. Auf diesen Flächen ist zumeist da» Blutharnen der Rinder heimisch; es wird übertragen durch die sich dort aushaltends Rinderzecke, den Holz­bock, der die Erreger des Blutharnens beherbergt.

Da im Hinblick auf unsere stark zusammengeschmolzenen Viehbestände nach Möglichkeit Verluste. vermieden werden müssen, verweise ich auf die Schutzimpfung gegen das Blutharnen der Rinder, die sich gut bewährt hat. Die Impfung ist rechtzeitig tm Frühjahr vor Be­ginn des Weid-ganges vorzunehmen. Es ist daher ratsam, sich alsbald wegen der Schutzimpfung mit den Tierärzten in Verbindung zu setzen.

Der Impfstoff wird feit 1909 vom Gesundheitsamt der Landwirtschaftskammer in Zülchow-Stettin im Auf­trage des Landwirtschaftsministeriums hergestellt. Er wird in diesem Jahre erstmals am 8. März abgegeben. Von da ab werden bis mitte Mai allwöchentlich die jeweils bis Freitag eintrsffenden Bestellungen am Sonnabend erledigt. Die Gebrauchsanweisung, die vuch die Bezugsbedingungen enthält, wird auf Wunsch zugeschickt.

Dr. Pröscholdt, Züllschow.

«Lokales und Urovinziesses.

Schlüchtern, den 21. März 1919.

* (Für Kriegsbeschädigte, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen). Wie schon in der DienStaz-Nummer unserer Zrtmng bekannt gemacht wurde, findet Sonntag, dm 23. März na^m. 3V, U^r im Saale desHessischen $ofe$" zu Schlüchtern eine große öffentliche Versamm­lung statt. Wegen der so wichtig zu besprechenden Punkte werden alle Kriegsbeschäsigte, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen von Schlüchtern und Umgebung bringend gebeten, doch recht zahlreich zu erscheinen. Als Referent spricht Herr Gausekretär A. Eichinger aus Frankfurt a. M. vom Gau H-ssm-Nassau.

* Wie aus dem Inseratenteil crstchtlich, hat Herr Bernhard Nkärz dahter am kommenden Sonnabend, den 22. und Sonntag, een 23. März seine große Srcher- heitS Lustschaukel im Hofe der Turnhalle, Srabenstraße dem geehrten Publikum zur gefälligen Benutzung ge­öffnet. Weil SamStaz abend und Sonntag wegen den Erwachsenen die Kinder zurückstehen müssen, hat der Besttzer, um auch den Kmdern gerecht zu werden, den Entschluß gefaßt, am ©amUeg nachmittag eine ©habe lang und zwar von 2 bis 3 Uhr Frei­fahrten zu gewähren. Ein, sehr lob««S- und nach­ahmenswerte Sache von dem Besitz«r.

* Am Sountag, den 23. d. Mt». veranstaltet das Trompeterkorps des Regiments Frankfurt zwei große Milttär-Streich-Konzerte unter persönlicher Leitung des Obermufikmeister» Paul Georgp. Beide Programme sind sehr abwechselungsreich iHammengefieat und ist durch die Veranstaltung bei Nachmittags Konzertes dem Publikum au» der näheren Umgebung SchlüchternS Gelegenheit geboten, dieses zu besuchen.

* Erinnrrung an wichtige Arbeiten im Gemüse­garten. Sorgt jetzt zunächst für eine umfangreiche Anzucht von Frühgemüsepflanzen, denn der Bedarf an zeitigem Gemüse wird in diesem Jahr« groß. Zur Aussaat von Frühkohl, Kohlrabi und Salat genüg einfache Laubpackung der Saatbeete vollkommen