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SchlimMnerMtung

mitAmtlichem KreisblatL". Wochesbeilage: Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint Mittwoch und Samstag Preis mitRreisblatt vierteljährlich 2, Mk. Anzeigen kosten die kleine Zeile »der deren Raum Pfg.

SemStag, den 1. März 1919.

70. Jahrgang.

Einwohner, Frauen und Bürger von Schlüchtern zu den am 2. März 1919 statt findenden Stadtverordneten Wahlen beginnt die Vorschlags­liste der sozieldemokretischen-Partei mit dem Namen

Heinrich Stieheling, Stadtbanbeamter.

Die Mit Herrn Pfarrer Kurz in Salmünsier bisher ehrenamtlich verwaltete Kriegsfürsorgestelle (amtliche Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und KriegShinter- bliebene) ist am 16. d. MtS. nach hier (Kreishaus) verlegt worden.

Auf Anfragen und Anträge von Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen gibt der Beamte der Kreis- fürsorgestelle, Herr Wieschmann, Auskunft.

Schlüchtern, den 27. Februar 1919.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses. von Trott zu Solz.

Aas Ergebnis der Holksspende für Kriegsöefchädigte.

Die Ludendorff Epewde und ihre Verwendung.

Der Neichsaussyuß ver KrNgmdeschÄ-lßteSgürsorge schreibt uns:

Stach den vorläufigen Abrechnungen belauft sich das Ergebnis der Vollsspende für Kriegsbeschädigte auf rund 152 Millionen Mark. Davon hat Preußen tn örtlichen Sammlungen 75,5 Millionen Mark aufgebracht, während auf die übrigen Bundesstaaten 33,4 Miatonen Mark entfallen. Der Rest verteilt sich auf die r. penden solcher Firmen, die von mehr als tulicher oder dundeS- staatlichev Bedeutung sind und die Heeressammlung (15,2 Millionen.) Deutsche im Auslande haben 1 Million Mark gesammelt.

Die Mittel der Volksspende sind nicht in Berlin zentralisiert, sondern durchweg ist an dem Grundsatz feftzehalren worden, daß sie »em Bundesstaat bezw. der Provtsz verbleiben, in der sie gesammelt wurden. Bei dem ReichSauSschuß der KriegSbeschädigtenfürsorge in Berlin, verbleibt nur ein Ausgleichsfond» von etwa 9 Millionen Mark, lur allgemein dentschen Zwecken dient.

In den einzelnen Bundesstaaten und Provinzen liegt die Verwaltung und Venvedung der Mittel in den Händen der Hauptfürsorgrorganisationen der KriegS- beschädigtenfürsorg«, d. h. in Preußen der Landeshaupt­leute und für Berlin des Magistratskommissars für die KriegSbeschädigtenfürforge; in den übrigen BundeS- staaten meistens in den Hänoen der Ministerien des Innern. Verwendung finden die Mitte! ausschließlich für die Zwecke der sozialen KrtegSbeschäoigkenfürsorg«, d. h. für BerusSamschulung, Berus«umlernung,.Ansied- lung, ergänzende Heilserfayren, Unterstütznnxen usw. Das Reich hat für diese Zwecke bisher nur geringe Mittel zur Verfügung freuen können, so daß die Hauptfürsorgeorganisation der Kriegrbeschädigtenfürsorze bei der Durchführung ihrer Anfgab«n wesentlich auf die ihnen von anderer Seite gespendeten Mittel, als in erster Linie der Volk-spende für Kriegsbeschädigte angewiesen sind. Ein« Thesaurierung der VolkSspende findet in keiner Weise statt. Si« ist bereits in um* fangreichem Maß« ausgegeben worden, und tagaus läget« wird sie zugunsten heeretentlaffener KriegS- beschädigter in Anspruch genommen. I« übrigen wirken bei ihrer Verwendung durchweg Kriegsbeschädigte mit. Die Verordnung beir. die gesetzlich« Regelung der KriegSbeschädigtenfürsorg«, die die NeichSleitung in diesen Tagen erlassen hat, regelt auch die Mitwirkung bet Kriegsbeschädigten bei der Fürsorge und damit auch vor alem bet der Verwendung der der Kricg»- beschädigtensarsorge zur Verfügung stehenden Mittel, also auch der VolkSspende.

La«dMft«thalt fit Stadtkinder.

Im Jahr« 1117 sind in großem Umfange Stadtkinder w eine Reih« von Eommerwochen auf das Land ge­schickt worden, und auch im vorigen Jahre, 1918, ist Mehreren hunderttausend Kindern auf diese Weise die

Möglichkeit besserer Ernährung gewährt worden. Um die Durchführung dieser segensreichen Maßregel hat sich der VereinLandaufenthalt für Stadtkinder E. B." bleibende große Verdienste erworben. Auch für das laufende Jahr plant dieser Verein trotz der großen Schwierigkeiten, welche die VerkehrSverhältnisse mit sich bringen, Fortführung seiner Arbeit und hat daher Richtlinien ausgearbeitrt, die von den zuständigen preu­ßischen Ministerien anerkannt und durch einen Erlaß zu den ihrigen gemacht sind. Angesichts der großen Be­deutung, die bet der noch weiter fortbestehenden Hunger­blockade dieser Unterbringung von Stadtkindern .auf dem Lande zukommt, muß auch in diesem Jahre den Bestrebungen des VereinsLandaufenthalt für Stadt­kinder" wiederum jede tv^ urSgliche Unterstützung durch die RegierungSorgane gewährt werden. Es ist zu hoffen, daß es trotz aller enlgegenstehenden Schwierigkeiten gelingen wird, auch diesmal wieder einer großen Zahl städtischer Kinder nach den Entbehrungen, die besonders im Frühjahr bevorstehen, einen kräftigen Landaufenthalt zu gewähren. Die Bundesregierungen sind daher vom Staatssekretär des Reichsernährungsamts um ihre Unter­stützung gebeten worden, damit Einheitlichkeit in den Maßregeln aler Bundesregierungen erzielt wirb und um Hindernisse, die im zwischenstaatlichen Verkehr ent­stehen könnten, aus dem Wege zu räumen.

Skates und Msvinziesses.

Schlüchtern, den 28. Februar 1919.

* Die Erneuerung der Lose zur 111. Klasse der 13. Pr. Südd. 239 Pr. Klassenlottsrie muß bei Ver­lust des Anrechts bis spätestens Mittwoch, den 5. 3.19 abends 6 Uhr erfolgt fein.

* Der Turnverein Schlüchtern verunstaltet kom­menden Sonnabend, den 1. März abends 8 Uhr in der Turnhalle eine theatralische Abendanterhaltung mit anschließendem Tanzkränzchen. Wir laden ale Mit­glieder und Freunde des Vereins ergebenst ein. (Alles Näher« im Inseratenteil.)

* I« Kmomatozraph Turnhalle kommt am Sonntag abend Va8 Uhr das 4 ästige Drama Strandgut" sowie dieEheschule", Lustspiel in drei Akten nebst gutem interessanten Beiprogramm zur Vorführung. Um 3 Uhr nachmittags findet für Kinder eine Vorführung statt.

* Sin seltenes Jubiläum kann in unserer Stadt begangen werden. Den 1. März sind es 50 Jahre, daß Frau Kantor A. Anacker hier in demselben Hause zur Wirte wohnt. Nachdem sie mit dem früheren Eigentümer 88 Jahre in treuer Gemeinschaft gelebt, konnte st« trotzdem das Haus zweimal feinen Besitzer wechselte doch wohnen bleiben! Vi«l Freud und Leid hat sie in den lange« Jahren darin erfahren. Möchte es ihr vergönnt sein, die Tag« die ihr Gott der Herr noch schenk«, in Ruhe und Frieden darin zu genießen.

* Auf die im heutigen Kreisblatt verbssentlicht« Bekaxntmachsng die Aufhebung von Beschlagnahme- Verfilmungen betreffend, wird hingewiesen.

* Die Bank für Handel und Industrie (Darm- städter Bank) eröffnet am 8. 3. in Fulda in ihrem Hause Vahnhsfstr. 5 eine filiale.

* Gnudhelm. Am Freilag, den 28. Februar feiert das Ehepaar Nikolaus Scheel auf der Getzrmühle in körperlicher und geistiger Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit.

* Gnudhelm. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde hier aus dem Stalle bei Steinrichters Johanne» Hölzer eine trächtige Kalbin gestohlen. Die Spur, die man sogleich verfolgte, nahm den Weg nach Heubach. Hier wurde das Rind »«rmutlich einer Geheim > schlächterei zugeführt- Der Bestohlene, ein unbemittelter

Mann, sitzt für die Bemittelung des Täters eine Be­lohnung aus.

* Weiperz. Die Sozialdemokratische Bestrebung hat in unserem kleinen bis jetzt so friedlichen Dorfe an Umfang angenommen. Es soll von ihr die bestehende Gein«i»de-Vertretung gestürzt werden. Deshalb ist von der sozialdemokratischen Partei eine Vorschlagsliste eingerichtet worden, an deren Spitze Herr Lehrer Friedrich Buch steht.

Kultur - Kuriosa."

(Aus dem Reiche des Braunschweigischen Kultus­ministeriums.) Aus Braunschweig wird derGermania" folgendes, als wahrheisgetreu bezeichnetes Geschehnis mitgeteilt: __ _______________

Ein Regierungsdauführer will in BraünMwergsekn' Baumeisterexamen machen und wird nach langem Hin- und Herfragen an die Kultusministerin verwiesen, die sich ihre Befähigung zu diesem Beruf in der revo­lutionären Zeit als Flrschrnspülerin, PorlierSfrau in einem Kino erworben hat. Der Bauführer klopft bescheiden an die Vorzimmertür der gewaltigen Dame im Braunschweiger Reich der Bildung und des Wissens an und wird von einem auf dem Sofa liegenden betrunkenen Matrosen mit den Worten empfangen: Na, wa» willst Du denn?" Der Negirrungsbau- meister tragt fein Anliegen vor, und der Matrose erwidert:Da mußt Du dort hineingehen, da ist die Alte drin! Der Anfragsteller tritt ein; an einem fürstlichen Schreibtisch sitzt ein aufgerakelte» Arid, dem er wiederum seine Bitte um Zulassung zum Bau­meisterexamen vorträgt. Da sagt die Dam«, die im unabhängigen Braunschweig Kulw»ministerin ist: Regi«ru»g4b«unl«ister willst Du werden? Liste, biste!" Damit schob sie ihn hinaus und der RegierungSbau- führer war nach Braunschweigischen Rivolutionsrecht Regierungsbamneister. __________ '____________

Eingesandtes.

(Ohne Verantwortung der Redaktion.)

Auf das erste Sinzesandt in Nr. 17 dieser Zeitung wird erwidert: Die unsachlich und recht plump ge­halten« Wahlagitation, an« der nicht ersichtlich ijt, in welcher Weise die sozialdemokratischen Kandidaten für die Stadtverordnetenwahlen in Schlächter« in der Lage sein werden, für die Beamtenschaft usw. de« Landratr- amteS, bei Post, Eisenbahn und bei Gerichte» einzu- treten, ändert nicht» an folgenden unbestreitbaren Tatsachen: _, .

1) Das BollzugSratSmitglied Strobel, Dtttgued der sozialdewokratischen Partei, hat in Gegenwart der ebenfalls dieser Partei angehörenden Volksbeauftragten Hirsch und Strobel erklärt, daß die Richte der Beamten auf Ruhegehalt, Hinterbli'benenfürsorge usw. bald der Vergangenheit angehören würden.

unter allen Parteien der Deutschen National- versammlang kann di« Deutschnationalen Volkspartei für sich alein bM Verdienst bemespruchen, zuerst für die gesamte Beamtenschaft eingetreten zu sein. ^ Sie allein hat bi»her bewiesen, daß sie eS mit der Beamtenfür- forae ernst meint , . c, . .

3) Erst die Zukunft kann lehren, ob die sozialdemo- kratischen Parteien ihr Wahlversprechen einigen werden, oder ob sie nurGimpelfang" getrieben >at; irdenfalls stnb von ihr, soweit er bisher bekannt geworden ist, an maßgebender Stelle keine diesbezüglichen Anträge weder gefielt noch unterstützt werben. *

Di« letzte Nummer bei Kreirblatte» brächte ein Eingesandt der Sozialdemokratischen Partei, welches von verschiedenen Mitgliedern der Partei verfertigt zu sein