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Anzeigen festen die kleine Zeile ober deren Raum f5 pf<.
Erscheint Mittevach und Samstag — Preis mit „Areisblatt vierteljährlich 2,
l R 10 SamStag, den 1. Februar 1919. 70. Jahrgang.
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H Beksnntmachusg.
: Der unterzeichnete S.» A.- und B.-Rat hat bereits ~ ke größere Anzahl Militärpferde beschlagnahmt, die p Bohlen und durch Leute, die nicht dazu berechtigt, ; erkauft worden waren. Wir warnen daher nochmals »or jedem Ankauf von Pferden von Personen, die sich g cher dm rechtmäßigen Erwerb der Pferde nicht ein- j oavdfrei ausweisen können und gilt dieses ganz be- anders auch für die Pferdehändler.
i Verkauft jemand Pferde, die er vor der Demobil- F nachung schon besesien, muß eine vom Gemeindevorsteher ' msgestellte Bescheinigung vorgelegt werden r I Die Verladung von Pferden mit der Eisenbahn l ;«rf nur mit unserer Genehmigung erfolgen und sind * fei den Anträgen zur Erlangung solcher Ausweise f letS die Ursprungszeugniffe der Pferde vorzulegen.
= | Schlüchtern, den 27. Januar 1919.
I Soldaten-, Arbeiter- und Bauernrat Schlüchtern.
Neuordnung des Arbeiterrechts.
z DaS Reichsarbeitsamt hat unlängst eine neue Ver ? Ordnung ausgearbeitet, die vsm Rat der Vvlkrbeauf-. !. sagten jetzt in Kraft gefetzt wird. Sie verleiht zunächst -* |en Tarifverträgen Unabdingbsrkeit. Schriftlich 7 Abgeschlossene Tar sverträge sind nnumehr Kraft Gesetzes * Mir die von ihnen geregelten ArbeitSverhältnisse ver- s Wndlich und Abweichungen von ihnen nur insoweit 7 Wchtswirksam, als sie im Tarifverträge selbst grund- Mtzlich zugelassen sind oder soweit sie eine Aenderung . ßer Arbeitsbedingungen zugunsten des ArbeitSnehmerS, Michailen und im Tarifverträge nicht ausdrücklich aus- Zzeschlossen sind. DaS Reichsarseitsamt kann Tarifver- Mäge, die für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen An einem Tarifgebiet überwiegende Bedeutung erlangt habe, auf Antrag für das ganre Gewerbe allgemein .verbindlich erklären. Derartige gesetzeSakttge Tarifverträge werden in ein öffentliches Tarifregister eingetragen und im Reichsanzeiger bekannt gemacht.
Der zweite Abschnitt der Verordnung sichert die Beibehaltung der im Hilssdienstgesetz vorgesehenen > Mrbeittr- und Angestelltenausschüsse und erweitert sie. s In allen Betrieben, Verwaltungen und BüroS gewerb- " Sicher, landwirtschaftlicher und anderer Art, in denen £ in der Regel mindestens Arbeiter oder Angestellte beschäftigt werden, find solche Ausschüsse zu errichten.
>: s Soweit sie schon bestehen, haben Neuwahlen stattge- p funden. DaS Wahlalter wird allgemein auf 20 Jahre > ^herabgesetzt. Die Ausschüsse haben in Zukunft bei der Wegelung der Löhne und sonstigen Arbeitsverhältnisse L Imttzuwirken, auch Unfall- und Gesundheitsgefahren in 3 Edem Betriebe bekämpfen zu helfen.
Im dritten Abschnitt wird die Schlichtung von k DArbeitSstreitigkeiten ähnlich wie im Hilssdienstgesetz ‘ Vgeordnet. In die Schlichtungsausschüsse sind künftig > Rauch Frauen wählbar und das Verhandeln ist auch xohne unparteiischen Vorsitzenden im Einverständnis j «der Parteien gestaltet.
Für die Verkehrsanstalten der Bundesstaaten und t Ibes Reichs wird je ein besonderer Schlichtungsausschuß b | mit ausschließlicher Zuständigkeit für den ganzen Bereich «jeder VerkehrSanstalt errichtet. Die SchlichtungSaus- r I schüsse sollen, auch wenn sie nicht angerufen werden, [ I darauf hinwirken, daß Eintgungsverhandlungen statt- i" 1 finden und diese selbst nötigenfalls in die Hand nehmen. M Auch das Reichsarbeitsamt kann die Durchführung des ^ I EinigungS- und Schlichtungsverfahrens selbst übernehmen ’ S 8^er kiner bundesstaatlichen Schlichtungsstelle zuweisen. I Den Gewerkschaften und den wirtschaftlichen Vereinig - I Un8eR der Arbeitgeber ist weitgehende Mitwirkung bei | den Verhandlungen der Ausschüsse mit den Arbeiten 8 B gesichert.
11 Deutsches Reich.
j ■ — Freigabe der Handels mit Dörrobst. Die R-ichS- > ■ Me füt Gemüse und Obst hat sich zur Freigabe des z ” Handels mit Dörrobst (R.-Anz. Nr. 19) in der Hoffnung I «ntschloffen, daß eS dem reellen Handel am besten selbst 8 gelingen wird, den in der letzten Zeit besonders bemcrk-
1 » Ltwordenen unlauteren Schleichhandel mit dieser ! ■ Ware zu überwinden. Auch von Höchstpretsfestsetzungen i D für Dörnbst glaubt die ReichSstelle Abstand nehmen zu I ^nnen. Sie weist aber darauf hin, daß die Vorschriften W « Bundesratsverordnung vom 8. Mai 1918 (Reichs - > W Gefitzbl. S. 396) gegen Preistreiberei noch in Geltung r I und zur Bekämpfung wucherischer Preise für Dörrobst s F erreichend sind.
^ — Das Zeugnis der Reife ohne Prüfung. Das £ | Ministerium für »iss-nschast, Kunst und Volksbildung
«läßt folgend? Bekanntmachungen: Diejenigen Kriegs-
teilnehmer, die den Nachweis erbringen, daß sie dem Grenzschutz Ost beigetreten und die in den Schuljahren 1914-1916, also einschließlich Ostern 1917, in die Unterprima regelrecht versetzt worden sind, erhalten das Zeugnis der Reife ohne Prüfung. Die Aushändigung des Zeugnisses erfolgt, nachdem sie dem Grenzschutz Ost mindestens drei Monate oder bis zn seiner Auflösung angehört haben, durch den Direktor der von ihnen zuletzt besuchten Anstalt. Schüler der Oberprima, die beabsichtigen, als Freiwillige dem Grenzschutz-Ost beizutreten, sind nach Vorlegung ihrer Annahmebescheinigung sofort zur Rotreifeprüfung zuzulassen. Schüler der oberen Klassen, die sich im fortgeschrittenen Alter brfinden und gleiche Absicht haben, erhalten das Zeugnis der Versetzung in die nächsthöhere Klasse. Den Oberprimanern ist das Zeugnis der Reife, den übrigen Schülern ist das Versetzungszeugnis zu dem Zeitpunkte auszuhändigen, Du dem sie es regelrecht erlangt haben würden, vorausgesetzt, daß sie bis dahin dem Grenzschutz angehört haben.
— Dämmernde Erkenntnis. In einer Münchener Ssldatenverssmmlung erklärte Sszialminister Unter» leitner, was uns nettue, sei restlose Arbeit in Stadt und Land, nicht aber Erwerbslosenfürsorge allein, die unS den Ruin bringen würden. Eine Münchener Familie habe sich monailich 1046 Mk. Erwerbslosen» Unterstützung verschafft. Das sei Ausbeutung des arbeitenden Volkes durch Arbeiter.
— Danzig und Thorn. Nach einer Meldung des „Temp." stimmte auf dem Alliierten-Kriegsrat Amerika der Besetzung von Banzig und Thorn zu. Amerika wird ein Expeditionskorps entsenden.
Gegen die Banknotenhamster'
Ja her Zeit der Xebergangswirtsschaft, in welcher ..mk „na «ritt. JUgoW-, «-ß l^wtau '■ <; '■ v«J '/Ui.au? bedacht sein, feine Handlungen in Einklang mit bem Allgemeinwohl zu bringen: denn es liegt im Interesse eines jeden, daß wir sobald als möglich nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich in geordnete Bahnen einlenken!
Wirtschafts feindlich sind aber die Bestrebungen und Gewohnheiten, Bargeld in einem größeren Umfange zu Hause zurückzuhalten, als für die Bestreitung der kleineren Lebensbedürfnisse unbedingt notwendig ist.
Es gibt überhaupt keinen triftigen Grund, der jemanden dazn veranlassen könnte, bares Geld zu verstecken. Wer sein Geld von der Ban! oder Sparkasse abholt, seine Werlp.-Pierbestände oder sonstigen Vermögenswerte „versilbert", macht einen schlechten Tausch ; denn er tauscht zir.sbringende Werte gegen zinslose ein, ohne zudem an Sicherheit zu gewinnen, ja er setzt sich sogar der Gefahr von Verlusten aus.
Obendrein schädigt er die Gesamtheit; denn er trägt durch seine Handlungsweise zur Vermehrung des Notumlaufs bei, fördert somit eine weitere Entwertung des Geldes und verzögert den erwarteten Rückgang der Preise. Die Entwertung des Geldes verschlechtert aber auch Valuta und verhindert somit die unbeschränkte Wiederaufnahme des Außenhandels.
Wenn also das Wohl der deutschen Volksrepublik am Herzen liegt, der helfe mit, die Banknotenhamsterei zu bekämpfen und der bargeldlosen Zahlung durch Ueberweisung ober Scheck Eingang zu verschaffen.
Die Kartoffel- und Fleischration.
Da der gegenwärtige Stand unserer ^artoffelvor* räte eine möglichst sparsame Wirtschaft erfordert, hat der Staatssekretär des Reichsernährungsamts zurStreckung der vorhandenen Bestände angeordnet, daß vom 3. Februar ab die wöchentliche Kartoffelration der Der- sorgungsberechtigen in sämtlichen Kommunalverbänden auf 5 Pfund herabgesetzt wird. Von dem gleichen Zeitpunkt ab hat eine Sekung der täglichen R«tion der Selbstversorger von 17, auf 1 Pfund zu erfolgen- Die Reichskartoffelstelle ist angewiesen, da» Nähere zu veranlassen.
Um für die notwendig gewordene Einschränkung der Kartoffclversorguug einen Ausgleich zu schaffen, soll vom 3. Februar an die Woch«nk»pfmengt Fleisch für die Versorgungsberechtigten u« je 100 Gr«mm erhöht werden, so daß statt der birhrrigen 100 Gramm in Gemeinden bis zu 50 000 Einwohnern 200, statt 150 Gramm in Gemeinden von 59 000 bis unter 100 000 Einwohnern 250 Gramm und statt der 200 Gramm in den Gemeinden von 106 000 und mehr Sinw»hnern 300 Gramm auf den K»pf wöch'ntlich unter Wegfall der Schwer- «nd Schwerstarberzul«gen, «b,-sehen von den Zulagen für Bergarbeiter «nt« Tage, die bestehen bleiben, gleichmäßig an alle Bersorgungsberechtigten zur
Ausgabe gelangen. Gleichzeitig ist die den Selbstver sorgen zustehende Wochenmenge von 400 Gramm wieder auf den früheren Satz von 500 Gramm erhöht worden.
Keine Gefahr für nasere KriegSanleihen.
Die wiederholten ELklärungen der gegenwärtigen Regierung über die Sicherheit unserer Kriegsanleihen scheinen in weiten Kreisen der Bevölkerung keine Beruhigung herbeigeführt zu haben. Nach wie vor erachten viele Besitzer von Kriegsanleihe ihre Kapitalsanlage durch den politischen und wirtschaftlichen £«« sammenbruch für so gefährdet, daß sie bereit find, ihren Besitz selbst mit erheblichem Verlust zu verkaufen. Es sei deshalb darauf hingewiesen, welche außerordentlichen Summen von den Trägern unserer sozialen Gesetzgebung in Kriegsanleihe angelegt sind. Allein die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, die bekanntlich erst im Jahre 1912 ins Leben trat, hat 600 Millionen Mark, das heißt fast ihr gesamtes Vermögen, auf dem die Versorgung der Privatangest-Lt«« ber»ht, in KriegSanleihe angelegt. Ebenso habe» die La«deS- verficherungsanstalten große Summen bei sämtlichen Anleihen gezeichnet. Würde also eine Entwertung der KriegSanleihe eintreten, oder wollte man etwa daran denken, die Anleihen für ungültig zu erklären, so würde unsere gesamte Versicherung der Arbeiter und Angestellten zusammenbrechen. Es ist ferner zu erinnern an die riesigen Beträge, mit denen sich die Sparkassen an den KriegSanleihen beteiligt haben; dabei handell es sich um Milliarden. Für diese Summen sind die Gemeinden haftbar. Bet einer Entwertung der Kriegs- anleihen würde also ein finanzieller Zusammenbruch der Gemeinden von unübersehbaren Folgen etnireten. Diese große Beteiligung der Sozialverstchecnng und derSpar-
Lokales und UrovwzieM.
Schlüchtern, den 31. Januar 1919.
—* Die Erneuerung der Lose zur 11. Klasse der 13 Preußische Süddeutschen 239 Preußischen Klassen- lotterie muß bei Verlust des Anrecht bis spätestens den 5. Februar 1919 abends 6 Uhr erfolgt fein.
—*Auf die im heutigen Kreisblatt veröffentlichte Bekanntmachung, die Ausübung des Frisir, Barbier- und Haarschneidegewerbes betreffend, wird Hinzewiesen.
Hk. Nach dem amerikanischen BesetzungSgebiet sind nunmehr auch Postpakete zugelassen.
—* Kinomstograph — Turnhalle. Am Samstag und Sanntag Abend '/,8 Uhr findet je eine Vorstellung mit auserwähltem Programm statt. Zur Vorführung gelangen: „Der Weg ins Freie" Brama in 5 Akten in der Hauptrolle Bernd Aldar sowie „Schnurzel im falchrn Verdacht" Lustspiel in 3 Akten. (Weiteres im Anzeigeteil ersichtlich.)
—* Wöchentliche Lohnzahlungen. An Stelle des bisherigen monstl. Löhnuagrzeitraumcs tritt nach einem Erlaß des Eisenbahnminister» bei den Sisesbahnarbeitern aller Betriebe die wöchentliche Lohnzahlung. DaS neue Lohuzahlunzsverfshrrn tritt 8nde Februar in Kraft.
—* Vorrat an Fleisch- und Wurstware» zu schaffen ist heute mehr denn je die Abstcht jeder einzelnen Familie in Stadt und Land. Sin hierbei leider vielfach begangener Fehler ist der, daß nach ktrzerem »der längere« Aussparen sehr häufig dir BntdeSung gemacht wird, daß mehr oder weniger das Aufgesparte durch unvorteilhafte AufbewahrungSart verdorben oder ungenießbar geworden ist. Den einzig richtigen Ausweg bietet hier, wie die Praxis gezeigt hat, nur der »ex der Firma Backofen Industrie in Lauterbach (Overheffe«) herarstellte Fleischräucher- und Aufb«wahr»ngrschr«»k „Goliath" der sich sowohl zum Räuchern wie auch z«m Aufbewahren das ganze Jahr hindurch überall bestens bewährt hat. (Siehe Inserat im Anzergentril.)
Hk. Zur gegenwärtigen, überaus schwierigen Wirtschaftslage. Ein von der Handelskammer erstatteter ausführlicher Bericht über die gegenwärtige Lage der wichtigeren Industriezweige in ihrem Bezirk liegt zur Einsichtnahme auf der Handelskammer zu Hanau an».
-^Vaterländisch- Pflicht ist ei M l-den Deutschen, nach Kräften dazu beizuttagen, daß der Bedarf an Banknoten und Münzen einzeschränkt und der Wert der deutschen Währung dem Auslande gegenüber erhöht wird. Das kann in der Weise geschehrn, daß rede», der dem Postscheckverkehr noch f-rnsteht, dem Gebot der Stunde entspricht und sich ein Postscheckkonto nimmt. Die Beteiligung an dieser zum Nutzen der Allgemeinheit geschaffenen wesentlich verbilligten Einrichtung wird da« her eindringlich empfohlen.