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w^i^^ Kreisblatt". Wochenbeilage: Illustriertes Souutagsblatt

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Mittwoch, den 18. Dezember 1918

69. Jahrgang

Die Nenordnung für Bäckereien ».Konditoreien, die durch Verfügung der Volksbeauftragten am 15 Dezember d. Js. in Kraft tritt, beseitigt die Nacht- arbeit zunächst völlig. JnZukunstdarfindenBäckereten und Konditoreien in der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Ugr morgens nicht gearbeitet werden. Um den besonderen örtlichen Verhältnissen R-chnung tragen zu können, ist vorgesehen, daß die Landesregierungen eine Verschiebung der Lage der Ruhezeit um eine Stunde zulassen können, d. h. daß die Artuit schon um 5 Uhr morgens beginnen kann, wenn sie abends zuvor um 9 Uhr abgeschlossen ist. Auch die Sonntagsarbeit wird gänzlich beseitigt, nachdem der Vorschlag, für die reinen Konditoreien eine dreistündige Sonntagsarbeit zuzulassen, an dem Widerspruch der Bäcker gescheitert ist. Nur das Austragen von leicht verderblichen Waren darf noch während drei Stunden am Sonntag stattfinden. Von weitgehender B-deutung ist die Einführung der achtstündigen Arbeitszeit in den Bäckereien, Konditoreien und ihnen gleichgestellten Betrieben. Zurzeit dürfte diese Neuerung keine Schwierigkeiten machen, da in den Bäckereien im allgemeinen wegen der knappen Mehlvorräte mit stark verkürzter Arbeitszeit gearbeitet wird. Dadurch wird der Ucbergang erleichtert, und es ist anzunehmen, daß die später auftauchenden Schwierigkeiten verhältnismäßig leichtüberwunden werden, besonders da die Verordnung auch die Gewerbeaussichts­beamten ermächtigt, in geeigneten Fällen Ausnahmen zuzulassen. Jedenfalls werden die Bäckermeister gut tun, schon bald sich auf die neue Ordnung einzurichten. Die Bestimmungen gelten auch für ote Bäckereien und Konditoreien von Konsum- m anderen Vereinen, so­wie für dir Bäckereien der Gu^witschasten, Speisean­stalten aller Art (Pensionen, Heilanstalten, Fabrik­kantinen), Warenhäuser, Mühlen, Bahnhofswirtschaften usw. Das Verbot der Nachtarbeit und der Sonntags- arbeit findet auch auf die Anlagen zur Herstelleung von Zwicback, Keks, Biskuits, Honigkuchen usw. Anwendung, um diese im Wettbewerbe mit den Bäckereien und Konditoreien nicht zu begünstigen

Deutsches Reich.

Englische Völkerbundsgedanken. In einem Auf­satz für ein GlaSgower Blatt über die britische Vorherr schüft zur See sagte Churchill:Kein anderer Staat in der Welt ist in einer gleichen Lage wie Großbritan­nien. Unsre Sicherheit vor einem Uederfall, unsere Freiheit, unser tägliches Brot, jegliche Maßnahme, durch d,e wir unser Dasein als unabhängiges Volk aufrecht erhalten, unsere Einheit als Reich, alles dies b.ruht von Stunde zu Stunde auf unserer Verteidigung zur See. Wir haben das Recht, von allen anderen.kern, gleichviel ob befreundet, feindlich oder neutral, die gleiche volle Anerkennung dieser Tatsachen zu fordern. Auch sind wir berechtigt zu erklären, daß diese Stärke zur See, welche wir in Anspruch nehmen, und die wir entschlossen sind zu erhalten, niemals in der neueren Geschichte in selbstsüchtiger angretfender Weise gebraucht worden ist. (?) Wir sind aufrichtige Befürworter eines Völkerbundes. Was wir an britischem Einfluß auf­bringen können, wird dazu verwandt werden einen solchen Bund machtvolle Wirklichkeit werden zu lassen. Auch wir müssen ganz offen erklären, daß der Völker­bund für uns kem Ersatz für die britische Seemacht in absehbarer Zeit sein kann.

Die Frauen und las neue Wahlrecht. Es sind Zweifel darüber geäußert worden, ob die verschiedenen Ovliegenheitcn zur Durchführung der neuen Vorschriften für die Wahlen zur versafsunggeoenden deutschen Natio­nalversammlung für die bestimmte Persönlichkeiten be­sonders zu bestellen sind, auch den Frauen übertragen werden können. Diese Frage ist zu bejahen. Nachdem die Frauen aktiv und passiv wahlberechtigt sind, müssen sie euch ebenso wie die Männer zu den Aemtern und Vertrauensposten zugelaffen werden, die das neue Wahl­recht für die Wahlberechtigten Vorsicht. Sie sind also insbesondere befugt, als Wahlvorsteher oder als Beisitzer

$ Habe ab heute meine Metzgerei eröffnet, Horn -Mg, Lotichiusstr. 84.

oder Schriftführer in den Wahlvorständen und Wahl- ausichüffen tätig zu werden und können gemäß § 16 ber Wahlordnung in den Wahlvorschlägen alsVer- trauensmärner" bezeichnet werden.

A^ Gesundheit der französischen Gefangenen. Unsere Feinde verbreiten tendenziöse Hetzmeldungen über schlechte Behandlung, die wir den Kriegsgefangenen halten zuteil werden lassen. Dem widersprechen aber französische Blätter durch einfache Tatsachenmeldungen. Wie nämlichPcogröS de Lyon" aus Brest meldet, sind 2300 Kriegsgefangene aus dem Lager Friedrichsfeld dort eingetroffen; nur 11 Mann waren krank. Die Leute sahen gut aus und keiner schien ermüdet. Von 2390 nur 11 krank! Ist das nicht ein guter Gegen­beweis g-gen die Hetzmeldungen unserer Feinde!

Mßlw und Provinstelles.

Schlächtern, den 17. Dezember 1918.

* Die Preise für alle zur ZeitungSherstellung nötigen Materialien sind seit der letzten Bezugspreis­erhöhung in ganz außerordentlichem Maße weiter gestiegen, ebenso sind in den Löhnen, Gehältern und ZastellungSkosten fortgesetzt weitere Steigerungen ein­getreten. Um für einen Teil d eser Mehrkosten Deckung zu finden, sieht sich die unterzeichnete Zeitung gleich wie die anderen deutschen Blätter gezwungen, ab 1. Januar 1919 ihren Bezugspreis um 20 Pfg. pro Vierteljahr zu erhöhen.

Die Exped. der Schlüchterner Zeitung.

* Verliehen: Dem Arzt Dr. Salditt in Soden der Charakter als Sanitätsrat.

* Der Spe,'gl?rm.ister Johanne» Wiegand zu Mottgers ist als Beigeordneter der Gemeinde Mottgers bestätigt worden

* Die 98. Frankfurter Pferde-Lotterie, deren Ziehung am 18. Dezember stattfindet, ist die bei Kriegs­ausbruch verschobene Ausspielung. Die Lose erfreuen sich eines flotten Zuspruches, da man diesmal nicht nur Pferde und landwirtschaftliche Maschinen, sondern auch pracktische Möbelstücke wie ein Klavier und wertvolle Brillantringe als Gewinne angekauft hat. Auch für den Fall, das einzelne Gewinner ihren zuge- fallenen Gegenstand veräußern wollen, ist entsprechende Vorsorge getroffen. Der Gesamtwert der G.winne beträgt 64 000 Mark und d'e Verlosung wird, wie üblich, im Saalbau abgehalten.

* Zu der vom Kriegsamt nach dem Stande vom 1. Januar 1918 neu bearbeiteten Zusammenstellung von Gesetzen, Bekanntmachungen und Verfügungen betr. Kriegsrohstoffe nebst deren Nachträgen, AuSführungS bestimmungen und Erläuterungen ist das 5. ErgänzungS- blott nach dem Stande vom 1. November 1918 erschienen. Dieses Ergänzungsblatt wird den Beziehern der Zusammenstellung ohne Ansordern kostenfrei nach­geliefert. Sollte die Nachlieferung nicht erfolgen, so ist dasselbe bei der S'elle anzufordern, durch welche die Zusammenstellung bezogen worden ist. Neue Bezieher können die Zusammenstellung zum Preise von Mk. 1. (einschl. der Ergänzungsblätter) von der zuständigen KrttgSamtsstelle, mit Ausnahme von Metz, Düsseldorf und den Kricgsamtnebenstellcn, erhalten.

Hk. Aufhebung der Kautschuk-, Bastfaßern- und Holzspäne Beschlagnahme. Bekanntmachungen der Kriegs-Rohstoff-Abteilung vom 1. bezw. 5. ds. MtS. haben mehrere Bekanntmachungen aus 19151918 auf betr. Beschlagnahme, Bestandserhebung der von Kautschuk, Guttapercha, Batatre, Asbast, Brillandbande Fahrradbereifungen (auch Höchstpreise für solche,) Schilf- G.nster-, Weiden- und ähnlichen Fasern- und Holz, späne auf (Nr. 286 des deutschen NeichSanzeigcrs vom 4. Dez. 1918).

-* Die Demobilmachung hat begonnen, unsere Feldgrauen kehren in die Heimat zurück. Alles kommt jetzt darauf an, daS wirtschaftliche Leben wieder in Gang zu bringen, in Stadt und Land Gelegenheit zu redlicher Arbeit zu schaffen, denn A-bettSlostgkett bringt die Gefahr von Hungersnot und Ausschreitungen. Schon sind Staat und Gemeinden am Werke, für die

Junges Fräulein von 19 Jahren mit guter Hand, schrtft, auSgedildet im Maschinen- schreiben, das schon Im Büro tätig war

r rf Cfofsnnn werden in Breunings auf dem Bürgermeisteramt ö lllajl Ölclluliy zählige Militärpferde öffentlich meistbietend versteigert.

dementsprechend. Gutes Zeig- nis vorhanden. Zu erst. in der Exped. d. Bl.

foryallenden Heeresaufträge durch Jnongriffnahm- g-ößerer Arbeiten und Erteilung mannigfaltiger Auf träge Gelegenheit zu Arbeit und Verdienst zu bieten. Damit geschieht aber nicht genug; auch für den Hand­werker, der an diesen öffentlichen Arbeiten ke'nen Anteil gewinnt, muß gesorgt werden. Deswegen ergeht «ußer an die öffentlichen Körperschaften auch an jeden Privat-- betrieb und jeden PrtvothauSh»lt der Ruf: Denkt an die Handwerker, die aus dem Felde oder aus dem Hilfsdienst heimkehren und jetzt wieder Arbeit und Brot haben wollen und haben müssen. In jedem Be­triebe und jedem Haushalte werden Arbeiten oder Anschaffungen v-rzunehmcn sein, die während des Krieges zurückgestellt waren, wkb es Aenderungen und Aus­besserungen geben, die schon längst hätten auSgesührt sein sollen. Jetzt ist die reckte Zeit, sie in Auftrag zu geben. Damit für den einzelnen verbundene kleine Geldopfer müssen gebracht werden. Verlasse sich niemand darauf, daß vielleicht in wenigen Wochen die Preise niedriger sein werden. Bleiben unsere Handwerker und Geschäftsleute jetzt ohne Verdienst, so können baraus Zustände entstehen, die der Gesamtheit und jedem einzelnen unendlich viel teuer zu stehen kommen.

Hk. Aufhebung der Metall-Höchstpreise. Durch Bekanntmachungen vom 27. November 1918 sind mit sofortiger Wirkung die durch Bekanntmachung vom 30. Juli 1916 festgesetzten Höchstpreise für Metalle und Preisbeschränkungen für metallische Produkte außer Kraft gefitzt werden.

Kameraden! Bei den haarsträubenden Ereignissen, welche sich im inneren Herzen Deutschlands absprelen, wollen wir, die wir über 4 Jahre mit zusammenge- preßten Zähnen den Feind dem heimatlichen Herde fernhielten, uns zusammenschließen.

Was haben wir alles ausstehen müssen, um unseren Lieben daheim das Leben zu schützen!

Ist das nun der Dank, daß uns von Leuten, welche nicht wissen, was es geheißen hat, Krieg zu führen, die Waffen abgenommen werden sollen, die wir in Ehren tragen? Das sieht ja so aus, als ob wir Mörder wären, die unsere eigene Heimat zerstören wollten!

Wodurch haben wir es verdient, daß man mu» zwingen will, rote Fahnen zu tragen ?

Wofür haben wir gekämpft? dafür, daß wir in späteren Zeiten ein zufriedenes Daheim haben. Und fitzt tritt uns bei unserer Rückkehr in die Heimat eine Partei entgegen, welche, wir möchten fast sagen, mit Füßen nach unS tritt; ja noch schlimmer, uns mit Maschinengewehren droht uud uns dadurch zwingen will, statt der schwarz-welß-roten Fahne die rote Fahne zu tragen uns unsere Waffen abzageben. Solche Fälle fino in vielen Städten, z. B. in Gotha, Borge« kommen.

Gemein finden wir diese Zumutungen! Wir sind froh, den Tag zu erleben, an dem wir unsere Waffen, die unser blutiges Kriegshandwerk verrichten mußte», wieder mit dem Handwerkszeug der friedlichen Beruf» vertauschen können, aber gegen ehrlose Zumutungen mancher A.- und S.-Näle sind wir ohne Verständnis.

Das alte, zähe Deutschland und das frisch aufge» wachsene jugendliche Deutschland ist nicht mehr zu erkennen. Traurig, daß daheim alles kopflos wurde, um so mehr aber wollen wir Fronttruppen mitreden.

Wer ist es, der uns in der Heimat feindselig entgegentritt? Diejenigen, die nichts draußen mttgc- macht haben und nur Geld verdienen konnten, die­jenigen, die jetzt durch sinnlose Geldwirtschaft den Bankerott heraufbeschwören und uns dadurch die Möglichkeit eine» gesicherten Berufs nehmen!

Wir Frontsolvaten wehren uns dagegen. Dir Abrechnung wird nicht ausbleiben.

L. Eternitzke, Gefreiter bei einer Kraftfahrtruppe.

Donnerstag, den 19. Dezember norm, um 11 Wr

werden In Breunings auf dem Bürgermeisteramt 6 über»

BreuningS, den 16. Dezember 1918.

Der Bürgermeister,